November 30, 2025

Das Zeugnis der Auferstehung

Passage: Lukas 24:1-12

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Möge der Name des Herrn, möge der Name unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht werden. Schlagen wir auf das Lukasevangelium, Kapitel 24, und lesen die Verse 1 bis 12. Lukas Evangelium, Kapitel vierundzwanzig, Verse eins bis zwölf.

An dem ersten Tag der Woche aber, ganz in der Früh, kam sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Groft weggewälzt, und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. Und es geschah, als sie darüber in Verlegenheit waren: Siehe, da standen zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen. Als sie aber von Furcht erfüllt wurden und das Gesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: „Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden. Erinnert euch daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war, indem er sagte: ‚Der Sohn des Menschen muss in die Hände sündiger Menschen überliefert werden, überliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.'“ Und sie erinnerten sich an seine Worte. Und sie kehrten von der Gruft zurück und verkündeten dies alles den elf Aposteln und den übrigen allen. Es waren aber die Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die übrigen mit ihnen. Sie sagten dies zu den Aposteln. Und diese Reden schienen ihnen wie Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, und als er sich hineinbeugt, sieht er nur die leinen Tücher. Und er ging nach Hause und wunderte sich über das, was geschehen war.

Lasst uns beten.

Unser Vater im Himmel, wir beten dich an dafür, dass du so ein gnädiger, so ein weiser und barmherziger Gott bist. Jesus Christus ist auferstanden, dein Fleisch gewordener Sohn. Dein Sohn, der in diese Welt kam, Knechtsgestalt angenommen hat, indem er dem Menschen gleich geworden ist. Er lebte nicht nur auf dieser Erde ein vollkommenes Leben. Er starb nicht nur am Kreuz an Stelle von Sündern als Sühneopfer, sondern am dritten Tag ist er auferstanden. Er ist aus den Toten ins Leben auferweckt worden. Er ist der Erstling der Auferstehung. Er lebt, und er stirbt nicht mehr.

Vater, wir beten dich an für das leere Grab von Jesus Christus, wie du in ihm und in seiner Auferstehung deinen Sieg über Sünde, Tod und Teufel deklariert hast. Du hast der Welt erklärt, dass dein, das Opfer deines Sohnes, dir angenehm ist, dass du es angenommen hast und dass die Süh, die er bereitet hat für alle, die an ihn glauben, angenommen ist. Großer Vater, wir preisen dich dafür. Wir preisen dich für die Auferstehung, die Gewissheit, die sie uns schenkt, die Hoffnung, die sie uns schenkt, denn auch eines Tages werden wir auferweckt werden. Diese sterblichen Leiber werden Unsterblichkeit anziehen und werden ihm, dem Erstgeborenen unter vielen Brüdern, ähnlich sein.

Großer Vater, wir danken dir für diese wunderbare Wahrheit. Wir danken dir für das Wunder des Heils, insbesondere der Auferstehung, und bitten dich, dass, wenn wir uns heute, ja, in der Tiefe mit deinem Wort beschäftigen, dass du uns doch helfen mögest. Schenke uns die Aufmerksamkeit an diesem Morgen. Schenke uns die Konzentration, tief in dein Wort einzusteigen und mitzukommen. Wir bitten dich darum, dass du Verständnis schenkst, zu sehen, wie das Zeugnis der Auferstehung, wie sie uns geschenkt worden sind in diesen Evangelien, in diesen Berichten, wie sie miteinander harmonieren, wie sie eine gesamte Geschichte erzählt, die ja hier einen ihrer großen Höhepunkte erreicht. Wir bitten dich, Vater, dass du diese Stunde segnest, dass du führst und dass du leitest. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen. Amen.

Setzt euch gerne.

Stell dir vor, du bist ein Polizist. Und du bekommst einen Anruf und wirst gebeten, an eine Unfallstelle zu kommen. Und du hörst das und kommst zur Unfallstelle und siehst: Folgendes Bild findest du vor, wenn du zur Unfallstelle kommst.

Ja, ihr könnt hier sehen, mehrere Autos, die wohl ineinander kollidiert zu sein scheinen, Menschen, die miteinander streiten. Und jetzt ist es deine Aufgabe, zu erörtern, was hier geschehen ist.

Was macht man normalerweise als Polizist, wenn man herausfinden will, was passiert ist? Man nimmt Zeugenaussagen auf.

Und du stellst folgende Fragen, zum Beispiel: Wann geschah der Unfall? Was ist passiert? natürlich. Das ist die allgemeine Frage, aber die Frage. Eine Frage, die sich gibt: Wann hat sich der Unfall ereignet? Wann geschah der Unfall?

Du befragst deine Zeugen und bekommst verschiedene Antworten. Der erste Zeuge, Zeuge A, sagt: „Als der Unfall passiert ist, war es noch hell.“

Der zweite Zeuge sagt: „Die Sonne war schon untergegangen, als ich an die Unfallstelle ankam.“ Der dritte Zeuge, Zeuge C, sagt: „Es war kurz nach 17.30 Uhr, als ich den Knall hörte.“

Nun, was machst du als Polizist, wenn du diese Zeugenaussagen hast? Was ist die Antwort darauf, ob, wann der Unfall sich ereignet hat? Der eine sagt, es war noch hell. Der andere sagt, die Sonne ist schon untergegangen, als er ankam. Der andere sagt, es war kurz nach 17.30 Uhr, als er den Knall gehört hat.

Wie gehen wir mit solchen Zeugenaussagen um? Sind die Aussagen widersprüchlich? Lügt einer dieser Zeugen? Oder hat er eine Falschaussage gemacht?

Der eine sagt, es ist noch hell, der andere sagt, die Sonne ist schon runtergegangen. Der andere spricht von einer Uhrzeit.

Nein, was man normalerweise macht, ist, man nimmt diese Zeugenaussagen und sieht. Nur weil der eine sagt, dass die Sonne schon untergegangen ist, heißt es nicht unbedingt, dass es schon dunkel ist.

Es kann immer noch sein, dass die Sonne untergegangen ist, aber trotzdem noch hell ist. Also, was Zeuge A und Zeuge B sagen, widerspricht sich nicht unbedingt.

Es schließt sich gegenseitig nicht aus. Es sind nur Aussagen, die von anderen Perspektiven, anderen Blickwinkeln kommen.

Der zweite Zeuge sagt ja auch: „Die Sonne war schon untergegangen, als ich an die Unfallstelle ankam.“ Das heißt, es kann sein, dieser Zeuge kam erst etwas später an die Unfallstelle, und als er angekommen ist, ist die Sonne bereits untergegangen. War, es ist vielleicht dunkler, als wenn der Unfall wirklich passiert ist.

Und der dritte Zeuge gibt lediglich präzisere Aussagen. Die anderen waren einfach nicht so genau, sie haben nicht auf die Uhr geguckt. Es kann sein, der Zeuge C, als er den Knall hörte, war der vielleicht gerade auf die Uhr geguckt und konnte eine genauere Angabe angeben, wann der Unfall geschehen ist.

Als nächstes stellst du die Frage, nicht nur wann, sondern du fragst: „Was ist genau passiert?“

Was ist genau passiert? Hier kriegst du wieder drei verschiedene Zeugenaussagen.

Der erste Zeuge sagt: „Ich habe genau gesehen, wie das orange Auto und das blaue Auto frontal ineinander gefahren sind. Es hat richtig gekracht. Gleich danach haben sich die beiden Fahrer im Auto angeschrien, ich konnte das aus meinem Wagen hören.“

Also der erste Zeuge sagt: Blaues Auto, oranges Auto, zwei Autos, die also involviert sind, sind ineinander gecrashed, und die Fahrer haben miteinander gestritten, als sie noch im Auto waren.

Der zweite Zeuge, Zeuge B, sagt: „Als ich an die Stelle kam, standen da mehrere Fahrzeuge ineinander verkeilt. Ich würde sagen, vier oder fünf. Die Fahrer waren ausgestiegen und haben sich draußen auf der Straße gestritten, und noch ein anderer Mann hat lautstark mitgeredet.“

Dieser Zeuge redet jetzt plötzlich von vier oder fünf Autos, während der erste Zeuge nur von zwei Autos geredet hat.

Nicht nur redet er von vier oder fünf Autos, er sagt, dass die Fahrer ausgestiegen sind und miteinander gestritten haben. Und es waren nicht nur beide zwei Fahrer, sondern ein dritter Mann war auch noch lautstark. Dabei.

Widersprechen sich Zeuge A und Zeuge B?

Dann Zeuge C, der dritte Zeuge, sagt: „Ja, ich habe gesehen, wie die Männer draußen gestritten haben. Ach ja, davor gab es einen riesigen Knall.“

Ich habe mich total erschrocken. Das muss der Moment gewesen sein, als die zwei Autos frontal ineinander gefahren sind. Jedenfalls, als ich dann vorbeikam, hat der eine Mann den anderen beschuldigt und so weiter.

Was machst du als Polizist mit solchen Zeugenaussagen? Lügt einer dieser Zeugen? Widersprechen sich diese Zeugenaussagen? Wenn ich die Frage stelle, wie viele Autos waren beteiligt an diesem Unfall, sind es zwei, wie der erste Zeuge gesagt hat, blau und orange, oder sind es vier oder fünf?

Natürlich, als Polizist hörst du diese beiden Zeigung Aussagen und sagst: „Beide haben recht.“ Der erste Zeuge, Zeuge A, schildert halt nur den Kernunfall, dass nämlich blaues Auto und oranges Auto miteinander gecrasht sind. Zeuge B schildert das Gesamtchaos, was nachdem passiert ist auch noch, nachdem die beiden Autos miteinander kollidiert sind, dass nämlich vier oder fünf Autos noch oder zwei oder drei Autos noch dazugekommen sind und in diesem Unfall involviert sind. Und der dritte Zeuge gibt uns auch eine vollständige Perspektive. Er hörte einen Knall, das waren wahrscheinlich die zwei Autos, die aneinander geknallt sind, und danach, und danach ging es weiter.

Was ist, wenn ich die Frage stelle, wie viele Männer, wie viele, wo haben sich die Männer gestritten? Im Auto oder draußen auf der Straße? Zeuge A sagt, sie waren noch im Auto und es waren nur zwei. Zeuge B sagt, es waren draußen auf der Straße und es war ein dritter Mann dabei. Widersprechen sich diese Aussagen? Nein, es kann gut sein, dass die Männer, beide Fahrer, angefangen haben, im Auto schon sich anzuschreien, dann aber ausgestiegen sind und weiter sich angeschrien haben und ein dritter Mann dazugekommen ist, der vielleicht eines von den anderen vier oder fünf Autos gefahren ist.

Als Polizist nimmst du diese Aussagen auf und dadurch schildert sich für dich die gesamte Ereigniskette. Was war der Unfallhergang? Ja nun, wahrscheinlich haben sich zwei Autos zuerst gecrasht, weil nach diesem Crash sind zwei, drei weitere Autos auch. And the men have anything in Auto, and then they are ausgestiegen and weitergestritten and beschuldigt.

So gehen wir normalerweise mit Berichten über Ereignisse um. Wieso rede ich zu euch über einen Autounfall und wie wir damit umgehen? Weil wir normalerweise mit Berichten, mit Zeugenaussagen, genauso umgehen, wie ich es hier gerade geschildert habe. Man hört verschiedene Menschen, die aus ihrem jeweiligen Blickwinkel erzählen. Diese Aussagen können manchmal sogar widersprüchlich erscheinen. Waren es zwei oder vier Autos? Waren es zwei Fahrer, die gestritten haben, oder wo haben sie gestritten? Drinnen oder draußen? Aber normalerweise, was wir machen, ist, dass wir alle Zeugenaussagen nehmen und sehen können, wie diese verschiedenen Blickwinkel sind und aus diesen Zeugenaussagen das Gesamtereignis uns erörtern können. Das ist ganz normal. Das ist etwas, was wir immer machen.

Wie gesagt, ein Polizist macht das zum Beispiel, wenn er einen Unfall sieht und Zeugenaussagen aufnimmt. Das geschieht im Gericht. Ja, wenn es um einen Tathergang geht, dann muss man Zeugenaussagen nehmen und sie richtig einordnen und verstehen und so den Tathergang beschreiben.

So tun wir das auch mit historischen Berichten. Keiner von uns war anwesend, wenn vor 100 Jahren, vor 200 Jahren, vor 1000 Jahren. Was tun wir mit historischen Berichten? Wir sehen die Quellen, die uns über diese historischen Dinge berichten und erzählen. Wir nehmen die Quellen zusammen, berücksichtigen die Hintergründe und die Perspektiven und Blickwinkel, die diese historischen Quellen haben, und dadurch ergibt sich für uns das Gesamtbild. So gehen wir mit Berichten um, mit historischen Berichten, Berichten über Ereignisse um. Ganz normal.

Wenn es aber um die Bibel geht, sind sogenannte Intellektuelle oder Skeptiker schnell dabei, die Berichte der Schrift als widersprüchlich darzustellen, insbesondere die Auferstehungsberichte, wie den einen, den wir eben gelesen haben in Lukas 24.

Bei den Auferstehungsberichten wird oft auf die scheinbaren Widersprüche hingewiesen, und deswegen werden die Evangelien und die Bibel als Ganzes verworfen. „Das widerspricht sich ja alles. Das macht doch gar keinen Sinn, was Lukas, Johannes, Markus und Matthäus sagen.“

Heute möchten wir uns unter dem Titel der Predigt „Das Zeugnis der Auferstehung“ mit diesen Berichten zur Auferstehung beschäftigen und dabei die folgenden Punkte sehen: Das Zeugnis Auferstehen. Wir wollen erst mal sehen: erstens die scheinbaren Widersprüche in den Berichten; zweitens die Harmonie zwischen den Berichten; drittens der Grund, wieso wir der Bibel glauben.

Die Predigt heute ist eine etwas andere Art. Es ist vielleicht eher eine Bibelstunde als eine Predigt, und deswegen habe ich euch auch Hausaufgaben mitgegeben. Ich hoffe, ihr habt sie gemacht und die Abschnitte gelesen, denn ich werde davon ausgehen, dass ihr einigermaßen diese Abschnitte im Kopf habt. Ich werde nicht alle Texte noch einmal explizit hier lesen. Wir haben hier Lukas noch mal gelesen, aber Matthäus, Markus und Johannes werden wir uns nicht explizit noch einmal durchlesen.

Ich möchte auch schon vorwarnen, wir werden viel in unseren Bibeln blättern. Einiges findet ihr auch auf diesen Folien, und ich werde die Folien beziehungsweise vielleicht auch ein Handout erstellen und es euch zur Verfügung stellen im Nachhinein, falls ihr nicht mitkommt mit dem Mitschreiben. Also keine Sorge.

Wir möchten also beginnen mit den scheinbaren Widersprüchen, einfach damit wir verstehen, was diese Widersprüche sind, und durch diese Widersprüche gehen und sehen, ob sie denn wirklich Widersprüche sind. Zweitens, dann möchten wir uns die Harmonie zwischen den Berichten anschauen: Was, wenn wir uns alle Zeugenaussagen nehmen und das Gesamtbild über den Auferstehungsbericht anschauen? Und dann möchten wir uns etwas grundlegender anschauen, was aber durch auch diese Betrachtung deutlich werden wird: Wieso glauben wir der Bibel? Der Grund, wieso wir der Bibel glauben.

Wir möchten uns anschauen. Diese scheinbaren Widersprüche möchten wir uns anschauen: Erstens, wann kamen die Frauen zum Grab? Zweitens, wie viele Frauen kamen zum Grab? Drittens, wo war der Stein, als die Frauen ankamen? Und viertens – und viertens, dass es hier nicht drauf ist – werden wir uns ganz nur kann schauen, wie viele Männer beziehungsweise Engel erschienen überhaupt den Frauen. Ja?

Wenn ihr die Hausaufgabe gemacht habt und die Abschnitte euch durchgelesen habt, sind euch vielleicht selbst diese Fragen aufgekommen, wenn man alle vier Evangelien liest. Wenn nicht, dann werden wir sie heute eben auch noch einmal anschauen. Dann beginnen wir mit der ersten Frage: Wann kamen die Frauen zum Grab?

Hier ist einmal der Überblick, was die Textstellen sagen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Matthäus spricht von der Morgendämmerung. Markus spricht davon, dass es sehr früh war und als die Sonne aufgegangen war. Lukas sagt, wie wir hier in Vers 1 lesen, ganz in der Frühe. Johannes im Kapitel 20 sagt: „Früh, als es noch finster war.“

Wie gehen wir mit diesem scheinbaren Widerspruch um? Was ist der scheinbare Widerspruch? Johannes redet davon, dass es noch dunkel ist. Markus redet davon, dass die Sonne aufgegangen war. Matthäus spricht von der Morgendämmerung. Vielleicht denkt ihr, vielleicht ist es für euch offensichtlich, wieso das kein Widerspruch ist. Wir wollen es trotzdem durchgehen.

Ich habe auch schon mit vielen Leuten diskutiert und geredet, sowohl Muslime, Atheisten, die so etwas als einen Widerspruch auch heranbringen. Alle Evangelien machen deutlich: Es ist sehr früh am Morgen, als die Frauen zum Grab kommen. Die Frage ist: War die Sonne bereits aufgegangen, wie Markus es sagt, oder war es noch dunkel, wie Johannes es sagt? Ist das ein Widerspruch? Um das zu beantworten, möchten wir sehen, wenn von „ganz früh“ oder „sehr früh“, wie es in den Evangelien hier die Rede ist, gesprochen wird.

Handelt es sich wahrscheinlich um die vierte Nachtwache in der jüdischen Tageszeitrechnung. Zum Beispiel in Matthäus 14, Vers 25 finden wir auch die vierte Nachtwache vor, beim Gleichnis vom Knecht. Und das bedeutet für uns: Es war circa zwischen 3 Uhr und 6 Uhr morgens, die vierte Nachtwache. Das war die Zeit, also zwischen drei und sechs Uhr morgens, in der sich zum Beispiel die Priester auf ihren Dienst vorbereitet haben. Wenn Reisende ihre Reise antraten, bereiteten sie sich um diese Zeit und die vierte Nachtwache vor. Und auch das römische Stadtleben begann so langsam um diese Zeit, mit den ersten Lichtstrahlen.

Es macht also Sinn, wenn ihr euch erinnert: Die Frauen haben ja am Freitag bei der Kreuzigung, als Jesus gestorben ist, bereits geplant, sich nach dem Sabbat mit Ölen und Salben um seinen Leib zu kümmern. Es macht also Sinn, dass sich die Frauen dann am Sonntag früh um diese vierte Nachtwache ungefähr eben auf den Weg machen, Jesus zu salben, auf den Weg zur Gruft machen. Johannes redet davon, dass es noch dunkel war, während die anderen von der Dämmerung beziehungsweise vom Sonnenaufgang sprechen.

Lass uns zuerst zu Markus gucken. Er ist ja derjenige, der explizit sagt, „als die Sonne aufgegangen ist“. In Markus ist dieses Wort, das Verb, „als die Sonne aufgegangen war“, steht im Partizip. In der griechischen Grammatik hat das Partizip an sich selbst keine zeitliche Funktion. Es sagt nicht, dass etwas vorher oder nachher unbedingt geschehen ist. Das ist etwas, was man aus dem Kontext verstehen muss. Das Partizip, wenn man es wirklich in der reinsten Form ins Deutsche übersetzen würde, würde man immer diese N-D-Endung haben. Zum Beispiel hier: Die Sonne aufgehend. Und wenn man sagt, „die Sonne aufgehend“, dann wissen wir nicht unbedingt, ob das vorher geschehen ist oder nachher geschehen ist. Es kann sehr gut sein, dass das auch gleichzeitig geschehen ist. Also während sich die Frauen auf dem Weg zum Grab machen, dass währenddessen die Sonne aufgegangen ist. Wortwörtlich übersetzt würde das Partizip heißen: die Sonne aufgehend, wie ich gesagt habe. Oder man könnte auch sagen: Während die Sonne aufging, oder: Während die Sonne aufging, könnte man auch sagen.

Zum Beispiel das Wort, was hier für „sehr früh“ verwendet wird, ich habe doch hier ein. Was für sehr früh verwendet wird, wird in Markus an einer anderen Stelle verwendet, nämlich in Markus Kapitel 1, Vers 35. Markus 1, Vers 35, dort heißt es: „Und früh morgens,“ da haben wir dieses Wort *proi*, das griechische Wort *proi*, früh, was auch hier verwendet wird, „und früh morgens, als es noch sehr dunkel war, stand Jesus auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort.“

Also wir sehen, Markus benutzt dieses Wort *proi* auch unter anderem, wenn es noch sehr dunkel war. Das war nämlich der Zeitpunkt, wenn Jesus zum Beten ging. Und dann, wenn wir das dazu nehmen, dass die Sonne aufgegangen ist, nur ein Partizip ist, also an sich nicht bedeutet, ob das vorher geschehen ist oder nachher geschehen ist, kann es gut sein, dass es noch dunkel war, als die Frauen losgegangen sind, aber sich die Sonne im Prozess des Aufgehens befand. Also haben wir hier Markus richtig verstanden.

Dann aber, wenn wir in Matthäus gehen, das passt perfekt zu Matthäus, denn Matthäus spricht ja von der Morgendämmerung beziehungsweise von der Dämmerung. Auch im Partizip, also auch das Wort, das hier verwendet wird, steht auch im Partizip. Also auch, wenn man sagen würde: dämmernd. Ja, wenn man diese wörtliche Übersetzung nimmt. Man könnte auch sagen, das Wort, das hier verwendet wird: beginnendes Licht. Es ist wirklich der Anbruch des Lichts, wenn man sich das Wort genauer anschaut. Wir würden im Deutschen wahrscheinlich sagen, um es ganz wörtlich zu übersetzen: beim ersten Sonnenstrahl. Wenn wir also sagen, es ist gerade dunkel und die Sonne befindet sich im Aufgang, passt das perfekt zu Matthäus, der vom beginnenden Licht, von den ersten Sonnenstrahlen redet.

Um das zu illustrieren, ich habe auf einer Webseite gefunden, da ist ein Fotograf, der Tipps gibt, wie man vom Sonnenaufgang und vom Sonnenuntergang Fotos nehmen soll. And welche Zeiten. It’s by the Sonnenaufgang the astronomische Dämmerung, die nautische Dämmerung, die bürgerliche.

They had here a Photo. Von der astronomischen Dämmerung, also von den ersten Sonnenstrahlen. Ich weiß, das ist vielleicht nicht ideal zu erkennen, aber ihr seht hier: wirklich die ersten Sonnenstrahlen, das erste bisschen Sonne, was hier aus dem Horizont heraufkommt. Aber ihr seht, es ist auch noch ziemlich dunkel. Die ersten Sonnenstrahlen machen nicht alles hell. Bei den ersten Sonnenstrahlen kann es noch ziemlich dunkel sein.

Wenn wir 100 Menschen dieses Bild zeigen würden und es beschreiben sollten, oder 100 Menschen befinden sich gerade da, würden die meisten wahrscheinlich von der Morgendämmerung reden. Manche würden aber vielleicht auch noch sagen, dass es noch dunkel ist. Ich glaube, es wäre völlig fair zu sagen, es ist noch dunkel bei so wenig Licht.

Und genauso ist es mit den biblischen Berichten. Johannes sagt, es ist noch dunkel, dass es noch finster war. Und das ist absolut legitim, zu sagen, dass es noch finster ist, wenn es zum Beispiel gerade noch so ausgesehen hat. Es ist aber auch legitim, von der Morgendämmerung zu reden oder davon zu reden, dass die Sonne gerade am Aufgehen ist, so wie Markus es tut.

Wir sehen also: Wenn wir mit der Bibel normal umgehen, so wie wir mit—wie gesagt, wenn wir 100 Menschen fragen würden und sagen würden, was sehen Sie hier oder was für eine Tageszeit ist es—würden wir unterschiedliche Antworten bekommen, die sich nicht widersprechen, sondern die super miteinander passen, wenn wir einfach nur mit der Bibel normal umgehen und sie verstehen, wie sie verstanden werden soll. Außerdem, wie gesagt, kann es ja auch sein, dass es zu Beginn, sogar als die Frauen losgegangen sind, noch dunkler war, vielleicht noch gar keine Sonnenstrahlen zu sehen waren. Und Johannes bezieht sich darauf, aber auf dem Weg ist es langsam heller geworden, so dass die Sonne gedämmert ist.

Wir sehen also, es gibt hier keinen Widerspruch, wann die Frauen zum Grab kamen. Es sind lediglich unterschiedliche Bezeichnungen für die verschiedenen Phasen des Sonnenaufgangs. Völlig legitim. Ähnlich wie beim Autounfall. Der eine hat gesagt, es war noch hell. Der andere hat gesagt, als ich ankam, war die Sonne schon runtergegangen. Haben Sie gelogen? Haben Sie sich widersprochen? Nein, es sind nur verschiedene Blickwinkel für diese Phase des Sonnenuntergangs beim Autounfall, hier beim Sonnenaufgang. Also wir haben also jetzt die Frage geklärt: Wann kamen die Frauen zum Grab? Beim Sonnenaufgang wäre es absolut legitim zu sagen, als es noch dunkel war, wenn es dämmerte bei den ersten Sonnenstrahlen.

Kommen wir zur zweiten Frage: Wie viele Frauen kamen zum Grab? Das ist euch vielleicht beim Lesen aufgefallen. Was sagen die Berichte? Matthäus spricht von Maria Magdalena und der anderen Maria. Markus spricht von Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Salome. Lukas, das haben wir letzte Woche auch gesehen, spricht von Maria Magdalena, Johanna, Maria, das Jakobusmutter, und die übrigen mit ihnen. Matthäus redet also von zwei Frauen, Markus redet von drei Frauen, Lukas spricht von mehreren Frauen, unter anderem auch eine andere Frau, Johanna statt Salome, und Johannes spricht nur von Maria Magdalena, also von einer Person.

Wie viele Frauen kamen jetzt zum Grab? Nur eine? War es nur Maria Magdalena? Waren es Maria und die andere Maria? Waren es Salome? Waren es Johanna? Waren es noch ganz viele andere Menschen, Frauen? Außerdem: Johannes 20, 1 bis 2, lese ich kurz vor. Johannes, Kapitel 20, 1 bis 2: „An dem ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen.“

Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

Wir sehen also in Johannes nicht nur, dass es nur Maria Magdalena ist. Wir sehen auch, dass Maria Magdalena das offene Grab sieht und direkt zu Simon Petrus. Simon Petrus und Johannes läuft. Also Maria Magdalena interagiert gar nicht mit den Engeln, wie es aus den anderen Evangelienberichten geschehen scheint. Und sie ist auch nicht in das Grab gegangen, sondern sie läuft direkt zu Simon und Johannes und sagt, dass Jesu Leib gestohlen worden ist, weggenommen wurde.

Was ist hier also passiert? Widersprechen sich die Autoren der Evangelien hier, oder hat das einer einfach falsch wiedergegeben?

Beginnen wir bei den Frauen chronologisch. Wenn ihr euch erinnert, Lukas Kapitel 23 Ende, Verse 55 und 56, haben wir folgendes über die Frauen gelesen. Lukas 23, 55 und 56: „Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren und besahen die Gruft und wie sein Leib hineingelegt wurde. Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie wohlriechende Öle und Salben, und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.“

Wir sehen also, am Freitag haben die Frauen gesehen, wie Jesus von Joseph von Arimathea und Nikodemus in das Grab, in die Gruft gelegt worden ist, wie sie den Stein vor das Grab gerollt haben. Und bereits am Freitag schmieden sie den Plan, Jesus nach dem Sabbat zu salben und ihm und ihnen zu salben.

In Markus Kapitel 16, Vers 1 lesen wir folgendes. Markus Kapitel 16, Vers 1: „Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihnen zu salben.“

Nach dem Sabbat, also Markus Kapitel 16, Vers 1 ist nach dem Sabbat. Kaufen Maria Magdalena und Maria, die andere Maria, und Salome die wohlriechenden Öle, um Jesus zu salben. Wenn es hier heißt, „nach dem Sabbat,“ war das wahrscheinlich der Samstagabend. Samstagabend. Wieso Samstagabend? Wenn ihr euch erinnert, wir haben schon mal darüber gesprochen: Der jüdische Tag ging nicht von Mitternacht zu Mitternacht, sondern von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. Also beim Sonnenuntergang des einen Tags begann bereits der nächste Tag. Deswegen am Freitagabend begann quasi der Sabbat schon. Deswegen sollten ja Jesus und die anderen Räuber schnell die Beine gebrochen werden und so weiter, damit das nicht im Sabbat geschieht. Das heißt, am Samstagabend, Samstag zu Sonnenuntergang, war bereits der Sabbat vorbei. War quasi der Sonntag schon angefangen. Kauften drei Frauen aus dieser ganzen Gruppe von Frauen noch weitere Öle.

Also sie haben Freitag schon den Plan geschmiedet, hatten vielleicht nicht Zeit genug, Öle zu kaufen und Salben zu kaufen. Deswegen, Samstagabend nach dem Sabbat, gehen sie nochmal und holen kaufen wohlriechende Öle, um Jesus zu salben. Und dann sehen wir eine Gruppe von, und dann geht die Gruppe von den Frauen zum Grab, um Jesus zu salben. Wir wissen nicht genau, wie viele. Lukas sagt ja zum Beispiel „die übrigen,“ also wir wissen nicht genau, wie viele. Johannes redet von einer, Markus redet von dreien, Matthäus nur von zweien und so weiter. Wie gehen wir damit um?

Denken wir zurück an das Beispiel des Autounfalls am Anfang. Am Anfang habe ich zum Beispiel die Frage gestellt: Wie viele Autos waren beteiligt? Der eine Zeuge hat gesagt: „Zwei Autos, das orange und das blaue, sie sind ineinander gefahren.“ Der andere Zeuge hat gesagt: „Das waren vier oder fünf Autos.“ Und mit der dritten Aussage haben wir gesehen, es gab einen ursprünglichen Knall und dann ging das irgendwie weiter. Was stimmt nun? Beides stimmt. Es hat nur begonnen mit zwei Autos, das war der Kernunfall. Dann sind aber noch weitere Autos dazugekommen, sodass es zu vier und fünf Autos gekommen sind. Es waren ursprünglich nur zwei Fahrzeuge, die anderen kamen hinzu. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es hier genauso war.

Und das sehen wir öfter in der Schrift, dass nicht alle Evangelisten immer alle Menschen Einzelnen Aufrufen beim Namen, die an einem Geschehen beteiligt sind. Wir sehen es oft in den Evangelien, dass zum Beispiel, ihr kennt alle die Geschichte des blinden Bartimäus wahrscheinlich, auf dem Weg zu Jericho. In dem einen Evangelium sind es zwei Blinde. In dem anderen Evangelium wird nur Barimäus erwähnt. Es ist dieselbe Geschichte, aber es ist nur eine Frage des Fokusses. Der eine fokussiert sich nur auf Bartimäus, den einen Blinden, der andere Schreiber gibt das Gesamtbild und nimmt beide Blinde in seinen Bericht auf.

Ihr kennt die Geschichte des besessenen Gerasenas sicherlich, wo Jesus dann die Dämonen ausgetrieben hat und dann in die Schweineherde getrieben hat. Es waren zwei Besessene in Gerasena. Denn Matthäus berichtet uns von zwei Besessenen. Lukas und Markus sprechen nur von einem. Widersprechen sich diese Aussagen? Lügt der eine? Nein, der andere, eine hat nur den Fokus auf den einen Besessenen gesetzt, während Matthäus eben das Gesamtbild geliefert hat, wo auch der zweite Besessene da war. Genauso wie beim Autounfall: Der erste hat seinen Fokus auf den Kernunfall gesagt, das blaue und orange Auto, zwei Autos beteiligt. Der andere, der zum Beispiel später dazu kam, hat ein Gesamtbild gegeben. Es waren vier bis fünf Autos ineinander gecrashed.

Was wir also sehen, ist: Lukas sagt uns, alle Frauen gingen zum Grab. Nicht jede Frau wird aber explizit erwähnt. Matthäus setzt seinen Fokus auf zwei Personen, Maria Magdalena und die andere Maria. Andere Schreiber fügen noch andere Namen hinzu. Vielleicht zum Beispiel, weil die Adressaten, die dieses Evangelium empfangen, diese Personen kennen. Zum Beispiel, wir haben das damals bei Markus Evangelium gesehen, der Rufus und Alexander, den Sohn des Simon von Kyrene, erwähnt. Der das Kreuz von Jesus getragen hat, erwähnt Rufus und Alexander, weil er an die Gemeinde in Rom schrieb und die Gemeinde in Rom, Rufus und Alexander, zumindest Rufus, gekannt hat. Das kann sein, dass deswegen Markus Salome erwähnt und Lukas Johanna erwähnt. Muss nicht sein, kann sein. Deswegen werden diese explizit erwähnt.

Johannes setzt seinen Fokus auf Maria Magdalena und lässt die anderen weg, nur weil er seinen Fokus auf sie setzt, weil er aus ihrer Perspektive uns heraushebt gegenüber der Gesamtdarstellung, die wir zum Beispiel in Lukas oder Markus haben. Was ist also passiert? Alle Frauen gingen zum Grab. Matthäus fokussiert sich auf Maria und die andere Maria. Markus fügt noch Salomä explizit hinzu. Johannes redet aber davon, dass Maria ans Grab kam und dann schnell weggelaufen ist, nachdem sie das leere Grab gesehen hat, oder das offene Grab gesehen hat.

Was ist passiert? Es kann gut sein, dass Maria als erstes einfach am Grab ankam und Johannes das davon berichtet. Das ist absolut nachvollziehbar. Genauso wie zuerst das blaue und orange Auto miteinander gecrasht sind, was dann weiter zu weiteren Crashes geführt hat. Kam Maria wahrscheinlich als erstes an in dieser Frauengruppe gegenüber den anderen, von denen Lukas, Markus und Matthäus reden. Maria kam, Magdalena kam wahrscheinlich als erstes an, wenn wir uns Johannes anschauen, sah das leere Grab und lief sofort zu Petrus und Johannes, noch bevor die restlichen Frauen angekommen sind und mit den beiden Engeln geredet haben. Während Maria Magdalena dann zu Petrus und Johannes gelaufen ist, kamen wahrscheinlich die restlichen Frauen an und sahen die beiden Männer bzw. Engel, wovon die restlichen drei Evangelien sprechen.

Wie viele Frauen kamen also an das Grab Jesu? Wir wissen nicht die genaue Zahl, wir wissen einige explizite Namen. Und was wahrscheinlich ist, ist es, Maria Magdalena zuerst ankam. Wenn man viele Ausleger oder historische Ausleger betrachtet, dann gehen sie davon aus, dass Maria Magdalena von dieser Gruppe von Frauen wahrscheinlich die jüngste war, dass sie zuerst ankam und sofort dann zu Petrus und Johannes gelaufen ist.

Und die restlichen Frauen eben später ankamen und dann mit den Männern und Engeln interagierten. Also auch hier sehen wir, dass hier kein Widerspruch dasteht, sondern einfach nur Zeugenaussagen, die verschiedene, die verschiedenen Fokus haben, unterschiedlichen Fokus haben.

Johannes fokussiert sich auf Maria Magdalena. Sie kam zuerst an. Sie ist dann weggelaufen zu Petrus und Johannes und erzählt ihnen davon. Und wir sehen später, auch sie ist es, die dann Jesus nochmal am Grab alleine begegnet. Das ist der Fokus von Johannes.

Lukas und Markus geben uns eher ein Gesamtbild von dem, was geschehen ist. Matthäus gibt uns auch ein gewisses Gesamtbild, aber fügt noch hinzu, dass zum Beispiel die restlichen Frauen auch Jesus begegnen, before they to the jungen comes. It is einfach nur an Fokus, der gesetzt wird. Es ist wie eine Kamera, and Johannes Kamera zoomt auf Maria Magdalena und sieht den Rest quasi nicht in seiner Erzählung. Lukas und Markus und teilweise auch Matthäus haben einen größeren Winkel in ihrer Kameraeinstellung und geben uns einfach das Gesamtbild. Genauso wie der eine Zeuge von zwei Autos geredet hat, der andere Zeuge aber von mehr vier bis fünf Autos geredet hat. Kein Widerspruch, nur unterschiedlicher Fokus.

Kommen wir zum dritten scheinbaren Widerspruch: Wo war der Stein, als die Frauen ankamen? Wo war der Stein, als die Frauen ankamen? Matthäus spricht davon.

Ich lese kurz Matthäus 28, 1 bis 2: „Aber nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“

Also laut Matthäus geschah ein großes Erdbeben. Der Engel kam aus dem Himmel herab, trat ins Uhr und wälzte den Stein weg. In Lukas zum Beispiel, in Lukas 24, kommen die Frauen, und der Stein war bereits weggewälzt. Und so ist es auch in Markus und auch in Johannes: Als die Frauen ankommen, war der Stein bereits weg. Matthäus 28 heißt es aber: „Kamen Maria, Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“

Das ist vermutlich der schwierigste Scheinwiderspruch von diesen, aber auch das lässt sich sehr, lässt sich klar erklären, wenn wir uns einfach nur den Text anschauen und analysieren.

Während drei Evangelien also klar davon sprechen, dass der Stein bereits weg war, als sie ankamen, wirkt es in Matthäus so, als würde der Stein erst dann vom Engel weggerollt werden, als die Frauen angekommen waren. Ich möchte euch erst sagen, wie ich die Reihenfolge richtig verstehe, wie ich die Reihenfolge verstehe, und dann möchte ich euch die Argumente geben, wieso ich darauf komme.

Also wie verstehe ich, wie sehe ich hier die Reihenfolge? Ich glaube, dass das Erdbeben und das Wegrollen des Steines geschahen, bevor beziehungsweise während die Frauen noch auf dem Weg zur Gruft waren, also noch bevor sie am Grab angekommen waren. Ich glaube, das Erdbeben geschah, der Sängel rollte den Stein weg, die römischen Soldaten wurden ohnmächtig. Davon lesen wir in Matthäus 28. Und noch bevor die Frauen am Grab ankamen, sind die unmächtigen römischen Wächter wieder aufgewacht und sind geflohen zu den Hohenpriestern, wie wir später in Matthäus weiterlesen.

Wie komme ich auf diese Reihenfolge? Und das ist auch wieder keine Magie, die hier betrieben wird, sondern stell dir vor wieder, du bist ein Polizist. Du hältst diese Zeugenaussagen, und du gehst nicht standardmäßig davon aus, dass diese Zeugen lügen und sich widersprechen oder Falsches aussagen. Wie würdest du mit diesen Zeugenaussagen umgehen? Wie komme ich darauf? Erstens: Drei Evangelien sprechen davon, dass der Stein bereits weggerollt war, als die Frauen ankamen.

Markus, Lukas und Johannes sprechen davon: Der Stein war bereits weg, als die Frauen angekommen sind. Lasst uns also ähnlich wie ein Polizist, der versucht, aus den Zeugenaussagen einen Unfallhergang zu rekonstruieren, vorgehen. Es ist logisch, erstmal die Schilderung zu nehmen, die sich am meisten wiederholt, und das als Basis zu nehmen. Die wiederholt sich am meisten. Alle drei Evangelien sagen: Der Stein war weg. Und das ist unsere Basisannahme, wenn wir wie Polizisten versuchen, das zu rekonstruieren.

In Markus ist es auch sehr deutlich, oder nicht nur in Markus, glaube ich. Ja, in Markus ist auch in allen drei dieser Evangelien, also Markus, Lukas und Johannes: Das Verb „zurückgewälzt“, „weggewälzt“, „weggenommen“ – in allen drei Evangelien sind sie im Griechischen Imperfekt. Das ist die Vergangenheitsform, die ein vollendetes Resultat darstellt. Also, als sie ankamen, war es zurückgewälzt. Es war nicht im Prozess des Zurückwälzens, sondern er war zurückgewälzt, und das Resultat ist: Es ist zurückgewälzt. Das ist die Perfekt Form im Griechischen. Und in alle drei Verben, „zurückgewälzt“, „weggewälzt“ und „weggenommen“, sind im Perfekt. Das bestärkt die Aussage, dass der Stein bereits weg war, als die Frauen ankamen und auch hinaufgeschaut haben.

In Markus wird es auch sehr deutlich, da sich die Frauen noch auf dem Weg befinden. In Markus 16, Verse 2 bis 3, wenn wir das lesen, heißt es folgendermaßen: Markus 16, 2 bis 3. „Wer wird uns den Stein von der Tür der Grucht wegwälzen?“ Und – und jetzt ist meine Einfügung – dann, als Sie aufblickten, sehen Sie, dass der Stein zurückgewälzt ist. Sie fragen sich also auf dem Weg noch: „Oh nein, wer wird uns überhaupt den Stein wegwälzen?“ Dann blicken Sie hinauf und sehen, dass der Stein im Perfekt zurückgewälzt ist – bereits. Also deutlich ist, der Stein – drei Evangelien reden davon – dass der Stein bereits weggerollt war, als die Frauen ankamen. Das nehmen wir mal als Basis.

Zweitens: Wir sehen keine Interaktion zwischen den Wachen, den römischen Soldaten und den Frauen.

In Matthäus 28 lesen wir davon, dass die Wächter ohnmächtig geworden sind. Ich lese nochmal kurz vor, Matthäus 28, 2 bis 4. Matthäus Kapitel 28, 2 bis 4: „Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote.“ Sie wurden ohnmächtig, sozusagen, könnte man sagen.

Die Wachen sind nach dem Erdbeben ohnmächtig geworden. Erst später in Matthäus 28 ab Vers 11 sehen wir: „Während sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.“ Also dann gehen sie eben – dann sind sie irgendwann sind sie aufgewacht – und sie gehen halt zu den Hohenpriestern.

Also römische Soldaten werden bei diesem Erdbeben und Wegrollen des Steines ochtig. Aber mit den Frauen passiert nichts. Die Frauen werden nicht omächtig, sie fallen nicht um, sie fallen nicht auf die Füße. In Vers 5 sehen wir einfach nur: „Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: ‚Fürchtet euch nicht.'“ Also sie hatten Furcht, aber römische Soldaten beben aus Furcht und werden ohnmächtig wie Tote. Aber wenn aber die Frauen auch schon anwesend gewesen wären, als das Erdbeben geschah und der Stein weggerollt wurde, müssten dann nicht die Frauen auch eine ähnliche Reaktion gezeigt haben?

Sie hatten Furcht, aber sie sind nicht ochtig geworden. Wir müssten sagen, dass die Frauen härter im Nehmen sind als die römischen Soldaten, die Jesu Grab bewacht haben, wenn wir das sagen. Es ist also unwahrscheinlich, dass die Frauen schon anwesend waren, als das Erdbeben geschah und der Stein weggerollt worden ist. Und wie gesagt, es gibt auch keine Interaktion zwischen den Wächtern und den Frauen. Da ist kein Gespräch zwischen den Wächtern und den Frauen, keine Reaktion der Wächter auf das Kommen der Frauen.

Das lässt mich zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Wächter entweder noch ohnmächtig waren, als die Frauen kamen, oder schon bereits gegangen waren, als die Frauen ankamen. Auf der anderen Seite sehen wir auch, die Frauen reagieren nicht überhaupt auf die Wächter. Sie reden nicht mit ihnen, sie bitten sie nicht, den Stein wegzurollen, bevor der Engel kam. Sie reagieren auch nicht auf potenziell ohnmächtige Wächter, die vielleicht noch da ochtig da liegen. Oder sie reagieren auch nicht auf fliehende Wächter, die weglaufen, nachdem sie wieder aufgewacht sind. Es gibt keine Interaktion zwischen den Wachen und den Frauen. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Bewächter omächtig geworden sind, aufgewacht sind und weggegangen waren, als die Frauen angekommen sind.

Und dann, und das ist wahrscheinlich das stärkste Argument hier, Matthäus 28, 2-4, das, was ich gerade gelesen habe, wirkt eher wie ein Einschub, der dem Leser Hintergrundwissen liefert, als dass es ein Ereignis ist, dass sich nach Vers 1, nach Vers 1 stattfindet. Was meine ich damit?

Vers 2 beginnt ja, also Vers 1: „Aber nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.“ Sie kamen, um das Grab zu besehen. Das bedeutet nicht, dass sie schon angekommen unbedingt waren. Es kann auch gut sein, dass sie gerade begonnen haben zu gehen, oder sich begonnen haben, den Weg zu gehen. Und dann Vers 2 ist: „Und siehe da, siehe, da geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab.“ Also dieses „Und siehe da“ wirkt wie ein Einschub oder eine Rückblende innerhalb der Erzählung von Matthäus. Beziehungsweise es könnte auch sein, dass es währenddessen geschah, als die Frauen noch auf dem Weg waren.

Ja, ähnlich wie bei einem Film oder im Theater, wo das Publikum eine Szene, wo dem Publikum eine Szene gezeigt wird, die den Charakteren des Films oder des Theaters. Gibt Matthäus uns hier den Lesern Hintergrundwissen. Er sagt: „Okay, die Frauen machen sich gerade auf dem Weg zum Grab.“ „Ach ja, und was passiert ist? Da war ein großes Erdbeben und ein Engel kam und hat den Stein weggerollt.“ Also, Matthäus sagt quasi, die Frauen befinden sich auf dem Weg, Vers 1, und dann: „Nun zeige ich euch, was vorher im Grab geschah,“ Vers 2. Heutzutage in Filmen oder Serien gibt es oft these flashback-Szenen where it was, and then it’s a flashback to the Vergangenheit or what parallel game is, and then gave the Erzählung weiter.

Weil wie der Engel, fern dann Vers 5, „Der Engel aber begann und sprach.“ Dieses „begann und sprach“ ist ja dieses, was wird oft bei Jesus auch verwendet, das ist, wenn der Engel eine Rede beginnt. Wenn in Vers 5, Matthäus 28, Vers 5, „Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht,“ das muss nicht unbedingt direkt nach dem Wegrollen gewesen sein. Es kann sein, dass der Engel diese Rede erst begonnen hat, nachdem die Frauen angekommen sind. Und so ein Rückblendeinschub wird von Matthäus an anderer Stelle auch verwendet.

Ein Beispiel ist Matthäus Kapitel 14. Matthäus Kapitel 14, wir können nicht alles lesen, aber ihr könnt einfach mal kurz aufschlagen, damit ihr das seht. Matthäus Kapitel 14. Er beginnt damit, dass Herodes von Jesus hört in Versen 1 und 2. Und er sagt zu seinen Dienern: „Dieser, also Jesus, ist Johannes der Täufer, er ist von den Toten auferweckt worden.“ „Darum wirken solche Wunderkräfte in ihm.“ Das ist also die Gegenwart. Herodes hört von Jesus und sagt, das ist der wiederauferweckte Johannes der Täufer. Dann, Verse 3 bis 12a, sind ein Rückblendeeinschub. Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, ihn gebunden und ins Gefängnis gesetzt, um Herodias willen. Und dann kommt die ganze Geschichte, wie Johannes gefangen genommen wurde und wie er dann enthauptet worden ist.

Aber das ist ja. In der Vergangenheit, denn in Vers 1 und 2 ist ja Johannes bereits tot. In Vers 2 sagt ja: „Johannes ist von den Toten auferweckt worden.“ Das denkt Herodes über Jesus.

Das heißt, Johannes war bereits tot. Dann kommt der Rückblende, Einschub für den Leser, die Hintergrundinformation, die uns Matthäus liefert. Ach ja, Herodes hatte Johannes ergriffen, ihn gefangen gehalten, wollte ihn eigentlich nicht töten, aber dann am Ende hat er ihn doch getötet, hat ihn enthauptet, um seiner Menschenfurcht und seiner Begierde willen. Und dann in 12a sehen wir: „Und seine Jünger kamen herbei, hoben den Leid auf und gruben ihn.“ Und dann: „Und sie kamen und vergündeten es Jesus.“ Und als Jesus es hörte, zog er sich von dort in einem Boot abseits an einen öden Ort zurück.

Also Vergangenheit, Gegenwart, dann ein Schub aus der Vergangenheit, und dann geht es in der Gegenwart weiter. Es kann also sein, es kann also ganz gut sein, dass das so ähnlich hier ist. Die Frauen machen sich auf den Weg, Gegenwart. Kurzer Rückblick in die Vergangenheit: Der Stein wurde weggerollt, es gab ein Erdbeben. Und dann geht es in Vers 5 weiter, wo der Engel dann mit den Frauen redet.

Einzeln genommen wirken diese Argumente vielleicht nicht stark. Man könnte sagen: „Ja, aber es kann ja trotzdem einfach, Matthäus 28, kann ja trotzdem einfach ein Widerspruch sein.“ Aber wenn man all die Argumente zusammennimmt – keine Interaktion zwischen den Wachen und den Frauen; dass die drei anderen Evangelien deutlich machen, dass es schon weggerollt war; und das ist typisch für Matthäus, Matthäus ist, wie er es in Kapitel 14 gemacht hat, einen kleinen Rückblendereinschub, um für die Information der Leser einzuführen. Wenn man all das zusammennimmt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Stein bereits weggerollt war, als die Frauen ankamen, dass das Erdbeben und die unmächtigen Wächter vorher geschehen sind.

Wir sehen also, wenn man die verschiedenen Aussagen zusammennimmt, wie ein Polizist, der unterschiedliche Aussagen bekommt. Und nicht einfach immer gleich die Haltung hat, „Das ist alles gelogen, das ist eh alles falsch,“ sondern einfach mal die Zeugenaussagen nimmt und zusammennimmt, dass sich ein passendes, harmonisierendes Gesamtbild ergibt.

Wenn man die Texte genau analysiert, den Zusammenhang und den Erzählstil beachtet, harmonieren die Berichte miteinander. Und ich möchte auch betonen, dass wir das dem Text nicht aufzwingen, um ihn auf Biegen und Brechen passend zu machen, um irgendwie es nicht widersprüchlich darzustellen. Wiederum, ich verweise auf das Beispiel des Autounfalls. Da hat auch ein Zeuge beginnend zu berichten, hat einen Einschub gehabt und hat dann weitererzählt. Zum Beispiel der eine Zeuge hat gesagt, im Anfangsbeispiel: „Ich habe gesehen, wie die Männer draußen gestritten haben. Ach ja, davor gab es einen riesen Knall. Ich habe mich total erschrocken. Das muss der Moment gewesen sein, als die zwei Autos ineinander gefahren sind.“ Jedenfalls, als ich dann vorbeikam, hat der eine Mann den anderen beschuldigt.

Er redet also davon, wie die Männer streiten, und dann fällt ihm ein: „Ach ja, davor habe ich den Knall gehört, das war wahrscheinlich, wo die gecrashed sind,“ und dann kam ich wieder an und der eine hat den anderen beschuldigt. Das ist völlig normal, in seiner Erzählung etwas zu erzählen, kurz zu pausieren, um etwas aus der Vergangenheit oder etwas Vergangenes ist, um diese Hintergrundinfo zu liefern und dann weiterzuerzählen.

Der Polizist würde nicht sagen: „Dieser Typ lügt einfach oder ist widersprüchlich jetzt mit den anderen, weil er sagt, dass die Männer ja zuerst gestritten haben und dann der Knall war.“ Nein, er weiß einfach: Ah, er hat sich erinnert, dass er vorher der Knall gewesen war, obwohl er mit dem Streit der Männer angefangen hat zu erzählen.

Also wir machen hier nichts auf Briegen und Brechen. Wir gehen mit diesen Zeugen-Aussagen, mit diesen Berichten um, wie wir mit anderen Zeugen-Aussagen und historischen Berichten umgehen würden.

Die vierte Frage lasse ich mal weg, weil das ist sehr kurz zu behandeln. Wie viele Männer sind den Frauen erschienen? Eine oder zwei.

Zwei Männer. Die einen reden von einem, die anderen von zwei. Es ist wieder eine Frage des Fokus. Es hat nur einer geredet. Deswegen setzen Matthäus und Markus den Fokus auf den einen, der geredet hat. Lukas und Johannes geben uns ein vollständigeres Bild.

Dann, was ist nun die Harmonie zwischen diesen Berichten? Wir haben einige dieser Scheinwidersprüche betrachtet und gesehen, wie sich diese Scheinwidersprüche bei genauerer Beachtung auflösen. Nun möchten wir uns die Harmonie anschauen. Das heißt, wir wollen die Ereignisse in ihrer Reihenfolge auflisten.

Und wenn man alle Evangelien durchgeht und eine ähnliche Analyse betreibt, wie eben, mit allen anderen Stellen und anderen Passagen, kann man auf die folgende Reihenfolge kommen. Es muss nicht unbedingt diese Reihenfolge sein, aber für mich war diese Reihenfolge am logischsten. Und ich möchte auch darauf verweisen: Es gibt Werke, wie so Harmoniewerke, die quasi alle Evangelien parallel darstellen.

Entweder einzeln in so vier Spalten, wo du alle vier Evangelien nebeneinander hast. Es gibt aber auch Bücher, die quasi die Bibelverse der vier Evangelien nehmen und in eine Reihe tun. Ich habe hier zwei mitgenommen, falls ihr euch doch so was mal anschaut. „Harmony of the Gospels“, das ist so vier Spalten, wo nebeneinander die Evangelien aufgelistet sind und wo man sehen kann, welche Reihenfolge sie haben und wo welche Evangelien miteinander eben zeitlich angepasst sind. Oder es gibt auch ein Buch hier von John MacArthur, „One Perfect Life“, wo es nicht in vier Spalten, parallel, sondern in einem Fließtext quasi alle Texte der Evangelien zusammengenommen sind, um dieses Gesamtbild zu zeigen.

Was ist hier die Reihenfolge, auf die ich gekommen bin? Die Harmonie zwischen den Berichten.

Erstens: Das ist, glaube ich, offensichtlich. Jesus wird am Freitag gekreuzigt, stirbt und wird begraben. Wie gesagt, ihr werdet wahrscheinlich keine Zeit haben, alles aufzuschreiben. Ich werde euch diese Punkte geben.

Zweitens: Die Frauen sehen, wie Jesus begraben wird und planen, Jesus nach dem Sabbat zu salben und ruhen am Sabbat. Das haben wir am Ende von Lukas 23 gesehen.

Drittens: Nach dem Sabbat, wahrscheinlich Samstagabend, besorgen die Frauen noch weitere Öle (Markus 16,1).

Viertens: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag – Jesus ist auferstanden –, geschieht ein Erdbeben und ein Engel wälzt den Stein vor der Gruft. Die Wachen werden ohnmächtig und wachen irgendwann aber wieder auf und fliehen.

Wisst ihr, was witzig ist? Wir lesen eigentlich: In den Evangelien wird nicht über die Auferstehung selbst berichtet. Nirgendwo steht: „Jetzt gerade ist Jesus auferstanden.“ Wir können davon ausgehen, dass als der Engel kam und das Erdbeben geschah und den Stein weggerollt hat, dass dann Jesus auferstanden ist. Aber das muss nicht sein. Es kann auch sein, dass Jesus vorher schon auferstanden ist, weil vor allem: Der Engel hat den Stein nicht für Jesus weggerollt, damit Jesus raus kann. Jesus ist aus den Toten auferstanden. Er kann auch durch einen Stein hindurchgehen oder an diesem Stein vorbeikommen. Ja, er brauchte keinen Engel, der den Stein wegrollt. Der Engel hat den Stein für die weggerollt, die draußen sind, damit sie reinkommen können und sehen können, dass das Grab leer ist. Der Engel hat den Stein nicht für Jesus weggerollt, sondern für die Zeugen, damit sie reingehen können und sehen können, dass das Grab leer ist.

Aber wie gesagt, eigentlich wissen wir nicht genau, oder es wird nicht genau – ich fand das nur witzig – es wird nicht genau berichtet, wann Jesus in dieser Nacht auferstanden ist. Es könnte sein, dass es zeitgleich mit dem Engel war, aber muss auch nicht sein. Sie werden ohnmächtig und fliehen.

Fünftens: Maria Magdalena kommt als Erstes an die Gruft und sieht den Stein weggenommen (Johannes 20, Vers 1). Das haben wir ja gesehen.

Sechstens, daraufhin läuft sie zu Petrus und Johannes, ohne hineingegangen zu sein, und berichtet ihnen: Jesu Leib wurde geraubt. Maria Magdalena ist nicht reingegangen. Sie hat den Stein weggenommen gesehen und dachte, es waren Grabräuber. Die haben Jesu Leib weggenommen. Deswegen läuft sie zu Jesus und leuchtet sie zu Petrus und Johannes und teilt ihnen ihre Vermutung mit.

Siebtens. Während Maria Magdalena zu Petrus und Johannes lief, kamen die anderen Frauen am Grab an und sahen den Stein weggerollt. Sie gehen in die Gruft und sehen das leere Grab. Zwei Männer standen bei ihnen und berichten ihnen von Jesu Auferstehung. Also, das ist Matthäus, Markus und womit wir uns in Lukas die letzten beiden Wochen beschäftigt haben. Ja, weil, wenn man Matthäus nimmt, kann es gut sein, dass die Engel einmal schon geredet haben, als sie draußen waren, noch nicht in der Gruft waren, und gesagt haben: „Komm, geht hinein.“ Und dann reden sie auch noch einmal drinnen mit den Frauen.

Achtens: Die Frauen machen sich auf den Weg, den Jüngern hiervon zu berichten. Das haben wir auch letzte Woche in Lukas gesehen. Sie machen sich auf den Weg, davon zu berichten; auch in Matthäus und in Markus lesen wir davon. Dann geht es in Johannes weiter. Als Petrus und Johannes von Maria Magdalena gehört hatten, dass der Leib Jesu geraubt worden ist, liefen sie zur Gruft. Johannes war schneller. Petrus und war schneller am Grab. Petrus ging aber als erstes in die Gruft hinein. Die Kleidungsstücke implizieren, also das Tuch und so weiter – das haben wir auch letzte Woche gesehen, die letzten zwei Wochen gesehen – dass es sich nicht um einen Tempelraub handelt, wie Maria Magdalena gedacht hat, weil niemand would die Leinentücher von der Leiche entfernen, um die Leiche zu stehlen. Deswegen macht es keinen Sinn, dass es sich um einen Tempelraub, sagen, Grabraub gehandelt, wie Maria Magdalena ursprünglich berichtet hat. Daraufhin gehen sie wieder heim. Übrigens, Johannes glaubt bereits da, dass Jesus auferstanden ist. Davon lesen wir im Johannes Evangelium.

Zehntens, währenddessen. Oh, habe ich das nicht mehr ersetzt? Ah, hier. Jetzt. Zehntens, währenddessen ist Maria Magdalena auch wieder am Grab und begegnet sowohl den zwei Engeln als auch Jesus selbst. Maria Magdalena ist wahrscheinlich die Erste, die den auferstandenen Jesus sieht und begegnet. Ihr erinnert euch daran: Jesus sagt: „Rühr mich nicht an.“ Sie denkt, das ist der Gärtner, und fragt nach dem Leib, und dann versteht sie, dass es Jesus ist, nennt ihn Rabuni.

11. Danach, als die Frauen noch auf dem Weg zu den Jüngern waren, begegnet Jesus dieser Gruppe von Frauen auch. Davon lesen wir in Matthäus. Sie umfassen seine Füße und freuen sich, dass sie sich freuen darüber, Jesus gesehen zu haben. Jesus begegnet, so wie es aussieht, zuerst Maria Magdalena, dann den anderen Frauen.

Und dann zwölftens: Alle Frauen, Maria Magdalena und die übrigen, erzählen den Jüngern von den Ereignissen. Davon haben wir in Lukas letzte Woche gesehen und auch in Johannes lesen wir davon.

Das wäre die Reihenfolge, die sich aus meinem Studium hier ergibt. Manche Dinge kann man tauschen. Ich meine, theoretisch könnte es sein, dass Jesus den anderen Frauen zuerst erschienen ist als Maria Magdalena, aber das. Ja, im Groben und Ganzen sollte das die Reihenfolge, die sich aus den Evangelien ergibt. Was sagen wir zu der Harmonie dann? Was alle Evangelien gleich haben, gleich berichten, ohne Unterschiede, ohne Scheinwidersprüche oder sonst was. Das Grab Jesu ist leer. Alle Evangelien sagen das unmissverständlich, ohne Zweifel. Zweitens, Engelswesen bezeugen dir auf Verstehung des Herrn Jesus. In allen Evangelien bezeugen Engel, göttliche Botschafter, dass Jesus auferstanden ist. Er ist nicht mehr unter den Toten.

Warum sucht ihr den Toten unter den Lebenden? Warum sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Und drittens, was alle Evangelien gleich haben: Die Frauen sind Zeugen des leeren Grabs und der übernatürlichen Verkündigung, der Auferstehung. Übernatürliche Verkündigung, also die Verkündigung durch die Engel. Wir sehen also, die Kernaspekte sind alle gleich: Jesus ist auferstanden, das Grab ist leer. Engelswesen bezeugen das, und die Frauen sind die Zeugen des leeren Grabs und der übernatürlichen Verkündigung.

Die Unterschiede liegen in den Details. Was war der genaue Sonnenstand, wann sie ankamen? Wer kam zuerst an, wer ging zusammen los? Waren es eine oder zwei Engel und all diese Sachen? Das sind Details, wie wir gesehen haben; sie widersprechen sich nicht. Aber sind, wir sind aus den unterschiedlichen Perspektiven, ergeben sich aus den unterschiedlichen Perspektiven und geben uns ins Gesamten ein vollständiges Bild.

Dreht es doch mal um. Hätten die Schreiber eine erfundene Geschichte gemeinsam sich erdacht, würde nicht jedes Detail absolut miteinander stimmen? Wenn du eine Geschichte erfindest, die zwölf Jünger tun sich zusammen oder die vier Evangelisten tun sich zusammen, erfinden die Auferstehung Jesu, würde nicht jedes kleinste Detail passende. Wärst du nicht skeptisch, wenn Wort für Wort alles genau gleich klingen würde?

Nein, die scheinbaren Widersprüche, die bei genauerer Betrachtung wunderbar miteinander harmonieren, bestätigen die Wahrhaftigkeit der biblischen Berichte, statt dass sie ihre Glaubwürdigkeit untergraben. Markus gibt die Augenzeugenberichte von Petrus wieder. Matthäus war selbst Augenzeuge als Jünger, als Apostel. Lukas hat einen historischen Bericht gefasst und hatte andere Quellen, für die er berufen hat, auch unterschiedliche Quellen, auch eben Augenzeugenberichte. And that passed that these scholarship aspects between an interesting focus have another harmony. Diese Scheinwidersprüche bestätigen die Wahrhaftigkeit der Bibel, statt dass sie ihre Glaubwürdigkeit untergraben würden.

Nun möchte ich zum Schluss kommen, und ich möchte zu diesem etwas allgemeineren Prinzip kommen: der Grund, wieso wir der Bibel glauben. Naja, der Titel sollte hier eigentlich heißen: „Der Grund, wieso wir der Bibel glauben.“ An dem Beispiel der Auferstehung erkennen wir, wieso wir der Bibel glauben können.

Wenn wir uns die Auferstehungsberichte anschauen, dann sehen wir: Es sind Sammlungen historischer Berichte von Augenzeugen, die niedergeschrieben wurden. Gleichzeitig glauben wir, die Schreiber sind vom Heiligen Geist derart beaufsichtigt worden, dass sie durch ihre individuellen Persönlichkeiten und unterschiedlichen Schreibstile Gottes Wort ohne Fehler im Ganzen oder in Teilen zusammengestellt und niedergeschrieben haben.

Das ist eine, das ist, wie vier Berichte der Auferstehung sind, wie vier Zeugenaussagen. Sind wie vier historische Berichte von Menschen, die sich aufgemacht haben, dieses Ereignis zu beschreiben. Und es ist absolut natürlich, dass wir diese unterschiedlichen Perspektiven haben, unterschiedlichen Hauptaugenmerkmale haben und Scheinwidersprüche auch haben, so wie wir es bei diesen Zeugenaussagen auch haben. Deswegen können wir der Bibel glauben.

Sie sind, und hier zitiere ich. Hier zitiere ich Body Baucham, der gefragt hat: „Warum entscheide ich mich dafür, an die Bibel zu glauben?“ Die Bibel. Die Bibel ist eine zuverlässige Sammlung historischer Dokumente, die von Augenzeugen zu Lebzeiten anderer Augenzeugen verfasst wurden. Sie berichten von übernatürlichen Ereignissen, die in Erfüllung bestimmter Prophezeiungen stattfanden und behaupten, dass ihre Schriften eher göttlichen als menschlichen Ursprungs sind.

Wie kommt Body Baucham auf diese Antwort? Sie ist aus der Schrift. Schlagt auf: 2. Petrus, Kapitel 1. Zweiter Petrus, Kapitel eins, ab Vers sechzehn. Zweiter Petrus Brief, Kapitel eins, ab Vers sechzehn.

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht, Nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihm erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester. Und ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht. In dem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist.

Wieso glauben wir also der Bibel? Es ist eine Sammlung historischer Dokumente, die von Augenzeugen zu Lebzeiten anderer Augenzeugen. Petrus, der Augenzeuge, sagt: „Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt. Wir haben uns das nicht ausgedacht, sondern wir berichten von dem, was wir gesehen haben. Wir sind Augenzeugen.“ Und die Augenzeugen – und selbst wenn jemand nicht Augenzeuge war, wie Lukas – wir haben uns Lukas 1, 1 bis 4 uns angeschaut, vor viereinhalb Jahren mittlerweile. Was hat Lukas getan? Er sagt, er hat einen historischen Bericht verfasst. Er hat geforscht. Er hat gesagt: „Ich habe einen Bericht von den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, wie sie uns, wie sie uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind.“

Lukas hat also einen historischen Bericht verfasst, in dem er Augenzeugen befragt hat, um Theophilus all das zu berichten, damit er die Zuverlässigkeit der Dinge erkennt. Nicht damit Theophilus irgendeinen blinden Glauben hat. Nein, er soll die Zuverlässigkeit der Dinge erkennen. Die Bibel ist kein Märchenbuch. Die Bibel ist nicht ausgedacht, der Auferstehungsbericht ist nicht ausgedacht, sondern das waren Augenzeugen.

Maria Magdalena war eine Augenzeugin. Johannes hat wahrscheinlich Maria Magdalena als Zeugin gehabt, als Quelle gehabt, um diesen Teil auch seines Evangeliums zu schreiben. Das hat ja nur Maria Magdalena erlebt. Und der Herr Jesus natürlich. Lukas hat Augenzeugen gehabt. Vielleicht die Johanna, die erwähnt war, war vielleicht eine der Augenzeugen, eine der Quellen, die Lukas hatte, als er diesen Bericht geschrieben hat. Das waren Augenzeugen.

1. Korinther 15, dort redet Paulus vom Evangelium und sagt dann: „Die meisten von denen, die Jesus gesehen haben, auferstanden, einige sind entschlafen, die meisten sind aber noch am Leben.“ Das heißt, wenn Paulus gelogen hätte, hätte einfach irgendjemand zu diesen Augenzeugen gehen können und fragen können: „War das so?“ Und wenn er Paulus widersprochen hätte, dann wäre die Lüge aufgeflogen. „Er ist Kephas erschienen,“ heißt das in 1. Korinther 15, dann im 12. „Er ist mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen.“ Über 500 Personen haben den auferstandenen Jesus gesehen, waren Augenzeugen. „Von denen die meisten bis jetzt übrig geblieben, einige aber auch entschlafen sind.“ Danach erschien auch Jakobus, also dem Bruder des Herrn Jesus. Zuletzt aber von allen Paulus selbst, der sich hier gewissermaßen als Missgeburt bezeichnet.

Die Auferstehungsberichte sind kein Märchen. Sie sind Berichte, zuverlässige Berichte von Augenzeugen oder mit Augenzeugen als Quellen, die noch am Leben waren, als diese Dinge niedergeschrieben wurden. Sie berichten von übernatürlichen Ereignissen, die in Erfüllung bestimmter Prophezeiungen stattfanden. Wir haben die Prophezeiung uns angeschaut bei der Kreuzigung. Wenn du Psalm 22 und Lukas 23 parallel liest, das ist so, als hätten sie voneinander abgeschrieben. Psalm 22 wurde aber nur tausend, wurde tausend Jahre vorher geschrieben.

Es wurde tausend Jahre vorher geschrieben, als es so etwas wie eine Kreuzigung nicht einmal gab. Aber es enthielt Details, die nur zu einer Kreuzigung passen. Genauso Jesaja 53.

Petrus hat gesehen, was auf diesem Berg geschah, dem Berg der Verklärung. Er war Augenzeuge davon. Und er sagt: „Das sind nicht Menschenworte.“ Ja, Menschen haben sie niedergeschrieben. Wir glauben hier an zweifache Autorenschaft. Die Bibel wurde von Menschen niedergeschrieben, aber er sagt: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist.“

Wir glauben nicht an die Bibel, weil wir einfach so erzogen worden sind. Wir glauben nicht an die Bibel, weil es sich einfach richtig anfühlt. Wir glauben an die Bibel, weil sie zuverlässig und wahr ist. Sie ist das Wort Gottes, von Menschen niedergeschrieben, genauso wie Gott es wollte. Dabei behielten die Menschen, die Autoren, ihre Persönlichkeit und ihren Schreibstil. Wir reden von Lukas als Historiker und Arzt. Wir reden von Paulus mit seinem Hintergrund.

Sie ist eine Sammlung historischer Dokumente, von Erzählungen, Gebeten, Gedichten, Briefen und prophetischer Schrift. Sie berichtet von übernatürlichen und göttlichen Dingen. Sie ist bestätigt durch die Erfüllung ihrer bestimmten Prophezeiungen, wie auch die Auferstehung. Die Erfüllung von Prophezeiungen war Jesu eigener Prophezeiung und der Prophezeiung aus dem Alten Testament, Hunderte, teilweise tausend Jahre vorher geschrieben. Deswegen glaube ich der Bibel. Deswegen glaube ich an die Auferstehung Jesu Christi.

Was können wir daraus lernen? Ich möchte es kurz halten. Erstens: Bete Gott für sein Wort an und dafür, wie er es uns in der Bibel offenbart hat.

Liebe Geschwister, ich weiß, das war heute wahrscheinlich viel und etwas intensiv, aber ist das nicht erstaunlich, wie tief das Wort Gottes ist? In was für eine Tiefe wir gehen können! Und ich kann euch erzählen, ich habe immer noch das Gefühl, wir haben uns nur die Oberfläche der Auferstehungsberichte angekratzt, wie viel man sich anschauen kann und was man daraus lernen kann. Siehst du, wie die Berichte wunderbar miteinander passen? Wie ein Puzzle, Stück für Stück setzt sich, jeder Bericht passt perfekt angepasst zueinander, und es ergibt sich ein gesamtes, wunderschönes Bild! So erhaben ist unser Gott, so erhaben ist sein Wort.

Gottes Wort ist unfehlbar. Es ist irrtumslos, frei von jeglicher Falschheit oder Betrug. Und das ist das, das du hältst: das Wort Gottes, die Bibel in der Hand. Ist das nicht Anlass, auf deine Knie zu gehen und Gott für sein Wort zu preisen? Was für ein Wunder, was für eine Faszination dürfen wir über dieses Wort, über das Wort Gottes, haben!

Ich denke auch daran, wie er uns sein Wort in diesem Buch offenbart hat: die Lehre der Inspiration. Er hat uns nicht nur ein Gesetzbuch gegeben, nicht nur eine Liste mit Verboten und Geboten. Er hat uns nicht nur Gedichte gegeben, die schön klingen und wo wir emotional werden können. Sogar das Leben seines Sohnes auf Erden hat er uns in vier Berichten geschenkt, statt uns einfach nur einen Bericht zu geben.

Du magst vielleicht einwenden: Es wäre doch viel einfacher gewesen, wenn wir nur ein Evangelium gehabt hätten, dann hätten wir diese ganzen Probleme gar nicht. Dann hätte man diese Scheinwidersprüche nicht. Aber jeder von euch, der die Evangelien kennt: Was würde uns fehlen, wenn wir nicht diese vier Evangelien hätten? Wenn wir nur eins hätten, so toll jedes Einzelne ist. Wenn wir das Johannesevangelium nicht hätten… Jetzt, wir haben uns viereinhalb Jahre mit dem Lukas-Evangelium beschäftigt. Stellt euch vor, wir hätten es nicht! Jeder dieser Berichte hat ihren eigenen Schwerpunkt und vermittelt uns so einzigartige Dinge. Einige Beispiele: Dass Matthäus zum Beispiel das Erdbeben und das Wegrollen des Steines mit einschließt, passt dazu, denn er schreibt ja ein Evangelium für Juden, um ihnen zu zeigen, dass Jesus der verheißene Messias ist.

Erdbeben hängen im Alten Testament oft mit der Gegenwart und dem Handeln Gottes zusammen. Der Berg Sinai, in den Psalmen lesen wir davon, in den Propheten. Auch dass ein Engel herabkommt, dass Matthäus das so explizit erwähnt, passt gut für sein alttestamentliches Publikum. Ein Engel kam herab, als Daniel in der Löwengrube war. Im Psalmen heißt es, dass Gott seine Engel herabsendet, um die Seinen zu schützen. Dass die Wachen omächtig geworden sind, passt zu den Gotteserscheinungen oder Gotteswirkungen im Alten Testament: Daniel, Hesekiel, Jesaja.

Wie schön ist es, dass wir von Johannes diese einzigartige Perspektive von Maria Magdalena bekommen? Macht es uns nicht wieder deutlich, wie wir es in der Predigt vor zwei Wochen auch gehört. Wie Gott das Verachtete auf der Welt auserwählt als seine Zeugin? Ihr müsst euch vorstellen: Maria Magdalena war eine Frau, und wir wissen auch von Lukas, sie war von sieben Geistern besessen, die Jesus ausgetrieben hat. Unter den Juden war so eine Frau absolut verachtet. Sie war eine Frau und dazu war sie auch noch besessen. Also wahrscheinlich war sie eine große Sünderin, dass sie besessen geworden ist. So einer Frau offenbart sich Jesus als allererstes, vermutlich.

Was sagt das über unseren Gott aus? Seine Barmherzigkeit, seine Auswahl. Er wählt das Verachtete aus, er wählt das Verstoßene aus. Das ist unser Gott. Und stell euch vor, das würde uns fehlen. Wie sehr dürfen wir bei unserem Gott staunen!

Und daran, wie er sich in diesem Wort offenbart hat. In diesen unterschiedlichen Berichten steckt so ein großer Reichtum, den Gott uns in seiner Weisheit und Liebe geschenkt hat. Bete Gott dafür an! Dieses Buch, das du in deiner Hand hältst – was für ein wunderbares Geschenk ist es!

Zweitens: Vertraue dem Zeugnis der Auferstehung. Das gilt für Ungläubige und Ungläubige. Und ich sage es wieder: Es kann sein, die Dinge, die wir uns heute angeschaut haben, waren vielleicht viel. Und ich weiß, ich überziehe auch hier. Vielleicht konntest du nicht allem hundertprozentig folgen. Vielleicht musst du das nochmal im Nachhinein verdauen oder dir noch einmal anschauen. Und das kann ich absolut verstehen. Was aber alle Berichte unverständlich deutlich machen und was du auf jeden Fall mitnehmen solltest heute: Jesus Christus ist auferstanden.

Das Grab ist leer, der Lebende ist nicht mehr unter den Toten zu finden. Die Engel bezeugen es, die Frauen bezeugen es, die Apostel bezeugen es. Über 500 Menschen, denen Jesus als Auferstandener begegnet ist, bezeugen es. Und die meisten dieser 500 Menschen haben ihr Leben für dieses Zeugnis gegeben. Menschen sterben eher vielleicht für eine Ideologie, für eine Idee. Diese Menschen sind für etwas gestorben, das sie gesehen haben. Sie haben gesagt, sie haben gesehen, dass Christus auferstanden ist. Und dafür haben sie ihr Leben gelassen.

Haben sie alle eine Halluzination gehabt? 500, über 500 Menschen? Ein, zwei Leute vielleicht. 500 Menschen haben sich diese Lüge ausgedacht. Wofür? Um für diese Lüge zu sterben?

Für Gläubige, für dich Gläubiger, bedeutet das: Das leere Grab ist die göttliche Bestätigung, dass Gott dir tatsächlich all deine Sünden vergeben hat. Das leere Grab bedeutet, dass das Opfer Jesu für Gott angenehm war. Er hat es als Sühnemittel für dich angenommen, dein Opfer, dein Ersatzopfer. Was für dein Leben gegeben worden ist, wurde von Gott angenommen. Der Zorn Gottes ist zufriedengestellt. Der Schuldschein ist zerrissen.

Hebräer 10,18 sagt: „Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer mehr für Sünde.“ Römer 8: „Wer ist es, der da verdammt? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja, noch mehr, auferweckt, der auch zu Rechten Gottes ist, der sich auch für uns vermüngt.“ Wir haben davon gesungen: Nicht Todesmacht, nicht Satansband, reißt jemals mich aus seiner Hand. Weil das Grab leer ist.

Lieber Bruder, liebe Schwester, wenn du das nächste Mal daran zweifelst, ob wirklich deine Sünden vergeben sind, all deine Sünden vergeben sind, dann erinnere dich: Das Grab ist leer. Wenn auch nur einer deiner Sünden nicht vergeben wäre, wenn Jesus auch nur für einer deiner Sünden nicht gezahlt hätte, dann wäre er noch im Grab. Dann hat Gott das Opfer nicht angenommen.

Lieber Bruder, liebe Schwester, wenn du die Zuverlässigkeit und die Harmonie der Berichte über die Auferstehung siehst, was wir uns heute betrachtet haben, das soll dich nicht nur intellektuell zufriedenstellen. Das soll dir nicht nur helfen, den Atheisten oder Muslimen zu antworten. Auch das kann dich gerne helfen, aber es soll auch deinen Glauben stärken. Im Moment des Zweifels, wenn du in Sünde gefallen bist, wenn du denkst: Jetzt ist die Sünde zu groß, jetzt bin ich zu tief gefallen, als dass noch Vergebung da wäre. Denke daran: Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden.

Für Ungläubige: Für euch ist es dasselbe, vertraue dem Zeugnis der Auferstehung Jesu Christi.

Du hast heute gehört, wieso wir der Bibel glauben, wie man die scheinbaren Widersprüche der Auferstehungsberichte miteinander harmoniert, wie sie miteinander harmonieren. Ich könnte dir noch vieles andere erzählen: Die über 5500 griechischen Manuskripte, die übersetzten Manuskripte der ersten Jahrhunderte, Syrisch und Lateinisch, die Bibelzitate der Kirchenväter, mit denen man 95% der Bibel wiederherstellen kann. Und alle Berichte harmonieren miteinander: Die Manuskripte, die Übersetzungen, die Zitate der Kirchenväter.

Wenn du an das… Wenn du an die Bibel mit demselben Standard herangehst, wie du mit den gallischen Kriegen von Cäsar umgehst, wie du mit den Schriften von Aristoteles umgehst, wie du mit dem Ilias von Homer umgehst: Die Bibel hat so viel besseres historisches Backing, ein so viel besseres historisches Fundament, dass es fast nicht mal vergleichbar ist. Ich möchte nicht auf die Details eingehen. Aber wenn man historisch konsistent ist, ist es ein historischer Fakt, dass Jesus auferstanden ist.

Wenn du zum Beispiel glaubst, dass Cäsar Krieg mit den Galliern geführt hat, dann ist Jesus Christus zehnmal auferstanden, weil zehnmal mehr Berichte, über zehnfach mehr Manuskripte zur Verfügung stehen, die davon sprechen. Das Grab ist leer, Jesus ist auferstanden. Und er wird eines Tages wiederkommen und alle Menschen richten.

Oder wenn du heute oder irgendwann stirbst, und das kann jederzeit passieren, wirst du vor Jesus stehen, und er wird dich richten. Und dort wird keiner deiner möglichen intellektuellen Argumente ziehen: „Es gab nicht genug Beweise.“ „Es waren Widersprüche da.“

Die Schöpfung ist Beweis genug für Gottes Existenz. Dein Gewissen, das dich beschuldigt, ist Beweis, dass es ein Gesetz gibt, das du übertreten hast. Der aufverstandene Jesus ist Beweis dafür, dass Jesus Gottes Sohn ist und das Opferlamm Gottes ist, der für Sünder sein Leben gab und wieder auferstanden ist.

Jemand hat mal gesagt – ich habe noch nicht tief über diese Aussage nachgedacht, aber sie könnte gut stimmen – es gibt nur zwei Dinge müssen wahr sein, damit das Christentum wahr ist: Gott muss existieren und Jesus muss auferstanden sein. Dann ist das Christentum wahr. Gott muss existieren, und Jesus muss auferstanden sein. Dann ist das Christentum wahr.

Dass Gott existiert, ist eine Wahrheit, die du nicht verleugnen kannst. Und dass Jesus Christus auferstanden ist – wir haben uns die letzten Wochen und auch heute eine gute Basis dafür geliefert, dass das wahr ist.

Ich möchte dir aber sagen, lieber Ungläubiger: Jesus kam überhaupt auf die Erde, um Sünder, verlorene Sünder, zu suchen und zu retten. Er kam, um Sünder wie dich zu retten. Er ist auferstanden, weil er zuvor gestorben ist. Er starb, obwohl er sündlos war. Er musste nicht sterben. Aber er starb an Stelle von Sündern und hat das Gericht von Sündern auf sich genommen. Meine Hölle hat Jesus an diesem Kreuz getragen, als er in der Finsternis hing.

Wir haben es vor ein paar Wochen gesehen. Er nahm den gerechten Zorn Gottes auf sich, damit jeder, der an ihn glaubt und sein Vertrauen auf sein stellvertretendes Opfer setzt, ewiges Leben hat und Vergebung der Sünden empfängt. Und so bitte ich dich: Glaube an den auferstandenen Herrn Jesus Christus. Tue Buße von deinem Unglauben. Tue Buße von deinem Stolz. Von dem Falschen. Möchte gern ausreden. Demütige dich vor Gott und bitte ihn um Vergebung. Bitte darum, dass er dir Glauben schenken möge. Der Auferstene Jesus Christus ist deine einzige Hoffnung. Ihm sei alle Ehre. Amen.

Ah, bete. Ich bete noch zum Schluss. Unser Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort.

Wir danken dir dafür, wie zuverlässig es ist und wie wir die Gewissheit haben dürfen, dass es wahr ist. Du hast Menschen getrieben, dein Wort aufzuschreiben, genau die Worte aufzuschreiben, die du wolltest. Gleichzeitig haben sie ihre Persönlichkeiten gehabt, ihre Schreibstile gehabt, sie haben bestimmte Bücher mit einem bestimmten Publikum und Adressaten im Sinn gehabt, als sie diese Dinge geschrieben haben. Und all das kommt so wunderbar zusammen, wenn wir uns mit der Schrift beschäftigen. Wir durften es heute sehen in den Berichten der Auferstehung deines Sohnes. Wir beten dich davor an, Vater. Wir beten dich davor an, dass du uns dein Wort geschenkt hast, dass du dich offenbart hast und dass du uns dieses Wort, diese Offenbarung in geschriebenem Wort in unsere Hände geschenkt hast.

Was für ein Privileg ist es! Wie tiefgründig und wie reichlich ist dein Wort, Vater! Wir beten dich an dafür. Wir bitten dich darum: Lass uns staunen über dein Wort und lass uns in Gewissheit durch unser Leben gehen. Lass uns dem Wort glauben, denn es ist zuverlässig. Es ist wahr. Es hat den Test der Zeit bestanden, mehrfach und so oft. Lass uns dem Wort glauben, Vater, den Verheißungen, die im Wort stehen, dem Evangelium, was im Wort steht. Lass uns glauben, Vater.

Stärke die Gläubigen, dass sie täglich in dem, was sie in der Schrift lesen, dass sie den Dingen glauben mögen, die in dieser Schrift stehen und dieses Glauben auch wirklich ihr Leben beeinflussen und verändern möge.

Vater, wir bitten dich für diejenigen, die nicht an dich glauben, dass du auch ihnen den Glauben schenken mögest. Am Ende des Tages wird kein Argument, kein Beweis, kein archäologischer Fund oder historisches Argument einen Menschen überzeugen. Du musst Gnade schenken. Du musst die neue Geburt schenken, Vater. Und wir bitten dich doch: Schenke die neue Geburt. Schenke den Glauben. Schenke die Buße. Wir bitten dich, dass du das denen schenken mögest, die hier sind und nicht an dich glauben. Erbarme dich ihrer, Vater. Wir haben von deiner souveränen Gnade heute gelesen auch. Du erbarmst dich, wessen du willst.

Erbarme dich doch, gütiger und barmherziger Vater, diesen Menschen. Ich bitte dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.

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