September 20, 2026

Was Jesus anfing und weiter tut

Passage: Apostelgeschichte 1:1-2

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Lass uns beten, liebe Geschwister. Vater, wir kommen zu dir und wir sehen deine Gemeinde. Wir haben gesungen: „Fest steht die Gemeinde.“ O Herr, was für ein Vorrecht! Was für ein Versprechen, was für eine Hoffnung! Danke, Herr, für diese Zuversicht, die du uns schenkst durch dein Wort und auch durch die Lieder, die wir singen.

O Herr, wenn wir heute dein Wort aufschlagen und auch als Gemeinde die Apostelgeschichte beginnen, so bitten wir dich, Herr: Mögen wir Zuversicht haben. Mögen wir feststehen. Mögen wir diese Wahrheiten unser Leben bestimmen lassen, sodass du geehrt wirst. In Jesu Namen. Amen.

Bitte setzt euch. Geschwister, es ist eine große Freude und eine große Gnadengabe Gottes, dass wir hier wieder zusammenkommen können nach der Sommerpause, Sommerferien, und wieder das Wort Gottes aufschlagen dürfen. Ich möchte den Ältesten meinen großen Dank aussprechen, dass sie mir das Vorrecht schenken, hier das Wort Gottes aufzuschlagen. Was für ein Vorrecht es ist, mit den Erwählten Gottes, seinen Kindern, für die er sein Blut vergossen hat, das Wort, seine Offenbarung, zu lesen, zu studieren und zu erkennen.

Wir dürfen zurückschauen, kurz vor der Sommerpause, wo wir in unserer Betrachtung der Schrift mit der Apostelgeschichte begonnen haben. In Matthäus Kapitel 16 im Juli haben wir einen ganz wichtigen Gedanken festgemauert: Jesus Christus baut seine Gemeinde. Es ist seine Gemeinde. Es ist sein Werk. Und Jesus gibt ein wunderbares Versprechen in Matthäus Kapitel 16: „Die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen.“ Selbst die Macht des Todes kann seine Gemeinde nicht besiegen. Ganz im Gegenteil, die Gemeinde dringt ein durch das Evangelium und befreit Menschen aus dem Reich des Todes und schenkt Leben durch sein Wort. Das ist das Versprechen.

Und wir sehen, Petrus bekennt Jesus Christus als den lebendigen Sohn Gottes. Doch als Jesus unmittelbar danach sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung ankündigt, passiert etwas, das uns schockt, das uns kurz in diesem Flow einen Stock zwischen die Reifen schmeißt. Petrus widerspricht. Petrus rügt Jesus. Petrus erkennt, wer Jesus ist, aber er kann noch nicht akzeptieren, welchen Weg Jesus gehen muss. Als Jesus sagt: „Ich muss sterben, ich muss leiden“, kollidieren menschliche Gedanken mit Gottes Gedanken.

Und Geschwister, dieser Konflikt betrifft auch uns. Ist es nicht so, dass wir uns wünschen und ganz euphorisch manchmal sind, wenn wir die Verheißungen lesen, dass Christus seine Gemeinde baut? Und zugleich haben wir genau eine Vorstellung, wie Christus seine Gemeinde bauen soll, oder? Wir wünschen uns, dass Menschen das Evangelium annehmen. Wir wünschen, dass sich Türen öffnen. Wir wünschen uns, dass Widerstände verschwinden und dass die Gemeinde wächst. Das wäre unser „nice to have“, unser Idealplan.

Aber vertrauen wir Christus auch dann, wenn sein Weg anders verläuft, als wir es möchten? Was tun wir, wenn Gehorsam etwas kostet? Wenn Sicherheit, Wohlstand und Komfort bedroht werden? Geschwister, genau hier hilft uns die Apostelgeschichte. Denn sie zeigt uns, wie der auferstandene Jesus seine Gemeinde tatsächlich baut. Menschen kommen zum Glauben, wir sehen in der Apostelgeschichte, das Evangelium erreicht neue Städte und Völker. Aber gleichzeitig sehen wir, dass die Apostel, die Zeugen Jesu, bedroht, verfolgt und eingesperrt werden. Nicht nur das, wir sehen ganz zu Beginn, Stephanus wird getötet als Märtyrer. Paulus am Ende erreicht Rom, aber wie? In Ketten.

Und damit stellt sich die Frage für uns alle: Wie passt das zur Verheißung? Wie sieht der Sieg Christi aus, wenn der Weg seiner Gemeinde durch Leiden führt? Diese Frage wird uns durch die gesamte Apostelgeschichte begleiten. Und bereits in den ersten Worten gibt uns Lukas einen Schlüssel dazu, wie wir dieses Buch verstehen müssen. In Lukas Apostelgeschichte sehen wir vier Wahrheiten, sodass du Gewissheit hast: Christus baut seine Gemeinde. In Lukas Apostelgeschichte sehen wir vier Wahrheiten, dass du Gewissheit hast. Christus baut seine Gemeinde. Und die vier Wahrheiten sind: Eine Geschichte, die weitergeht, ein Plan, der sich erfüllt, ein Herr, der weiterwirkt, ein Buch, das wir richtig lesen und verstehen müssen. Der Titel unserer Predigt heute ist: Was Jesus anfing und weiter tut. Eine Einführung in die Apostelgeschichte.

So lasst uns die Apostelgeschichte Kapitel 1 aufschlagen und die Verse 1 bis 2 lesen. Apostelgeschichte Kapitel 1, die Verse 1 bis 2. Und das Wort Gottes spricht: „Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus, vor allem, was Jesus angefangen hat zu tun und auch zu lehren, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er sich auserwählt, durch den Heiligen Geist Befehle gegeben hatte.“

Bereits in dem ersten Satz macht Lukas etwas ganz Wichtiges deutlich: Die Apostelgeschichte steht nicht für sich alleine. Er sagt hier in den ersten Versen: „Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus.“ Das bedeutet, es gibt einen ersten Band. Und es ist für uns ganz wichtig zu verstehen: Die Apostelgeschichte ist Band Teil 2 von einem Werk. Das erste Werk ist das Lukasevangelium.

Also, es gibt einen ersten Band. Es ist derselbe Autor und es ist derselbe Empfänger, weil der Empfänger in Vers 1 als Theophilus wiedergegeben wird. Und dieselbe zusammenhängende Geschichte. Geschwister, ich möchte euch auch etwas mitgeben, wenn wir die Bibel lesen: Die Reihenfolge der Bücher ist nicht zwangsweise inspiriert. So müssen wir verstehen, dass wenn wir das Lukasevangelium lesen, wir möglichst danach die Apostelgeschichte lesen sollten.

Ja, das ist so, wie wenn wir Teil 1 eines Filmes sehen und dann uns einen anderen Film anschauen, anstatt Teil 2 anzuschauen. Das ist ein Werk, ein zusammenhängender Gedanke, eine Geschichte, ein Autor, ein Empfänger. Und deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir zu Lukas Kapitel 1 gehen und von dort aus die Botschaften der Apostelgeschichte und des Lukasevangeliums zusammen in einem Blickwinkel verstehen. Denn nur dann verstehen wir, was Lukas kommunizieren möchte.

Also, lasst uns Lukas Kapitel 1, die Verse 1 bis 4 aufschlagen. Lukas Kapitel 1, die Verse 1 bis 4. Und wir lesen: „Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht von den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, wie sie uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, hat es auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir, hochedler Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.“

Ich werde von nun an Theophilus mit Theo abkürzen. Nur, dass ihr Bescheid wisst, weil sonst verhaspele ich mich in meinem Reden. Also, was wir hier sehen, ist Vers 4. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf Vers 4 lenken. Lukas spricht zu Theo: „Damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.“

Was können wir aus diesem einen Vers von Theo lernen? Nummer 1: Theophilus kannte die christliche Botschaft. Er sagt: „In denen du bereits unterrichtet worden bist.“ Das heißt, Theo hatte ein Vorwissen. Lukas schreibt nicht an jemanden, der zum ersten Mal von Christus hört.

Weiter lesen wir das Ziel, den Gedanken, den Lukas hat. Was sagt er in Vers 4? „Damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst.“ In English, in der NASB 95 steht: „So that you may know the exact truth“, damit du die genaue Wahrheit kennst. Was möchte Lukas bezwecken mit diesem Schrift? Er möchte dem Empfänger Klarheit und Sicherheit geben.

Denken wir kurz daran, wie wird hier Theophilus/Theo angeredet in Vers 3? Er sagt: „Es hat auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an gefolgt bin, es dir, hochedler Theophilus, der Reihe nach zu schreiben.“ Hier ist ein weiterer Aspekt, der uns Informationen darüber schenkt, wer Theophilus ist. „Hochedler“ ist eine Anrede, die dafür spricht, dass er hoch in der Gesellschaft angesehen war. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Theo ein hochrangiger Mensch im griechisch-römischen System ist. Er ist nicht ein Jude, der irgendwo in Galiläa lebt. Die Anrede impliziert, er hat eine gewisse Stellung und er wurde bereits unterrichtet. Und trotzdem schreibt Lukas diese beiden Berichte.

Geschwister, wir brauchen Sicherheit. Wir brauchen Zuversicht, wie Theo. Und die Zuversicht kommt durch sein Wort. Versteht ihr, Geschwister? Lukas hat Theo nicht angeschaut und gesagt: „Herr, bitte schenk Ihnen doch einen Traum.“ Er schrieb. Und diesen Brief, dieses Schreiben, dieses zweiteilige Werk haben wir hier. Und das Ziel ist es, uns Zuversicht zu geben, Sicherheit zu geben.

Warum? Warum war Gewissheit notwendig? Bitte denkt kurz daran. Denkt an das griechisch-römische Reich oder das Römische Reich, ein Weltreich zu jener Zeit. Die Straßen wurden gebaut, Brücken wurden gebaut. Ich musste im Seminary ein Paper schreiben über alle Straßen, die das Römische Reich gebaut hat, weil diese ganzen Straßen die Grundlage waren, um das Evangelium zu verbreiten. Das ist eine ganz spannende Studie.

Versteht ihr, dies waren nicht irgendwelche römischen Tölpel, das war die Superpower, die Supermacht jener Zeit. Und jetzt stell dir vor, als Heide, der diesem System angehört, schaust du auf diese Juden und schaust auf ihren sogenannten Messias. Und dann schaust du, übrigens, der auf dem Kreuz als Verbrecher verurteilt und gestorben ist. Und dann schaust du auf seine zwölf und dann am Ende elf kümmerlichen Apostel. Der eine verrät ihn.

Und dann schaust du auf die Geschichte. Die Gemeinde fängt gut an, oder? Aber wie endet die Apostelgeschichte? Wie endet denn die Geschichte der Gemeinde? Verfolgung? Knast? Gefangenschaft? Folter? Das ganze System wendet sich gegen sie. Und nicht nur das System, sogar die Juden selbst. Das jüdische religiöse System wendet sich gegen sie.

Was wäre der Gedanke eines Beamten dieses Super-Power-Systems, dieser Supermacht? Wie kann ein gekreuzigter Messias wirklich Gottes Sohn sein? Jesus wird als der verheißene Christus verkündigt, gleichzeitig wird er verworfen und gekreuzigt. War das Kreuz vielleicht das Scheitern seines Anspruchs? Oder gehört es zum Plan? Seht ihr, wie diese erste Frage schon eine Spannung aufstellt als Beobachter?

Und ich weiß, das fällt uns schwer, weil wir sitzen hier 2026, gleich neben der Wiesen, sitzen in wunderbaren Bahnen und sagen: „Ich weiß, wie die Geschichte ausgeht.“ Da-da-da-da. Aber denkt denn Theophilus? Denkt, was er sieht und was er beobachtet.

Zweite Frage: Warum Gewissheit notwendig ist. Wie kann eine verfolgte Gemeinde wirklich Gottes Werk sein? Denkt auch an das alttestamentliche Bild der Juden. Jesus sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen“, aber seine Zeugen oder Apostel werden bedroht, geschlagen, eingesperrt und getötet. Sieht das so aus, als würde Gott das segnen?

Denke an den alttestamentlichen Hintergrund. Joshua ging und die Mauern Jerichos fielen. Saul ging und gewann Kriege. David ging raus und gewann. Versteht ihr, was ich meine? Wenn Gott jetzt hier einen neuen Weg geht oder vielleicht, sagen wir mal, das das wirklich Verheißene ist, er schaut ziemlich kümmerlich aus, oder?

Also, wie kann ein gekreuzigter Messias wirklich Gottes Messias sein? Wie kann eine verfolgte Gemeinde wirklich Gottes Werk sein? Und dann drittens, und das ist vielleicht sogar sehr wichtig für Theophilus: Wie können die Nationen vollständig an Gottes Heil teilhaben?

Denkt darüber nach, aus einer jüdischen Perspektive: Die Juden würden heutzutage, wenn sie heute leben würden, einen Heiden auf der Straße sehen und würden die Straßenseite wechseln. Als Cornelius von Petrus die Botschaft empfängt, sind die Juden sauer, die Christenjuden, wieso er denn bei einem Heiden war. Und denkt auch an diese Dinge. Die Geschichte beginnt in Israel, oder? Des Messias. Der Welt, des Alten Testaments. Jesus ist der jüdische Messias. Die Apostel sind Juden. Die Gemeinde, wo beginnt sie? In Jerusalem. Und alle Verheißungen, woher kommen sie? Aus dem Alten Testament. Und doch bewegt sich die Apostelgeschichte immer weiter zu den Nationen. Also stellt sich doch jetzt die Frage: Ist die Heidenmission eine späte Entwicklung, ein Plan B? Oder war sie von Anfang an Teil von Gottes Plan? Versteht ihr diese drei Spannungspunkte? Wie Theophilus als Jude, als Heide, der in einem römisch-mächtigen System eine gewisse Stellung hat, mit diesen Dingen konfrontiert ist?

Liebe Geschwister, Lukas beantwortet diese drei Fragen im Grunde mit einer Wahrheit: Was aus menschlicher Sichtweise wie eine Abweichung oder Erfolglosigkeit von Gottes Plan aussieht, ist in Wirklichkeit die Erfüllung von Gottes Plan. Ich wiederhole das: Was aus menschlicher Sichtweise wie eine Abweichung von Gottes Plan aussieht oder ein Misserfolg, ist in Wirklichkeit die Erfüllung von Gottes Plan.

Und Geschwister, Lukas behauptet das nicht einfach. Er zeigt es. Und einer seiner wichtigsten Beweise und wie wir überhaupt zu dieser Spannungssituation kommen, ist der Aufbau vom Lukasevangelium und von der Apostelgeschichte. Also diese drei Spannungen sind nicht etwas, wo ich jetzt im Zimmer gesessen bin und mir ausgedacht habe, sondern das Argument des Lukas im Evangelium und in der Apostelgeschichte adressiert genau diese Spannungen.

Wie erkennen wir denn die Absicht des Autors, indem wir sein Argument verstehen, oder? Also was wir hier getan haben, ist, wir haben uns rückwärts bewegt. Wir haben die gesamte Apostelgeschichte gesehen und das Evangelium und haben die Hauptargumente und die Hauptbewegungen in diesem Text gesehen. Und wir sehen, diese drei Bewegungen und Motivationen und Gründe treiben diesen Brief an. Und jetzt wollen wir genau diese Bewegungen sehen und sehen, wie die Schrift diese Bewegungen beantwortet.

Kommen wir zu unserem zweiten Punkt, nachdem wir die Einheit von Lukas und Apostelgeschichte gesehen haben: einen Plan, der sich erfüllt. Punkt 2: Ein Plan, der sich erfüllt. Lukas zeigt immer wieder, Theo, dass das, was mit Jesus und seiner Gemeinde geschieht, von Gott bereits angekündigt wurde. Versteht ihr? Was Lukas versucht, ist, eine Kontinuität herzustellen zwischen Altem und Neuem Testament. Und das ist ein Fehler, den wir oft begehen. Wir bedenken, dass das Alte Testament und das Neue Testament zwei verschiedene Werke und Zielgruppen haben. Nein, Geschwister, sie gehören zusammen. Und wie Lukas uns das zeigt, ist durch den Propheten Jesaja.

Durch den Propheten Jesaja. Unser erster Unterpunkt: Jesus, Jesaja und die Mission Jesu. Und ich möchte dieses Argument aufbauen vom Lukasevangelium und möchte das Argument fortführen und euch zeigen, bis zur Apostelgeschichte, wie Lukas Jesaja benutzt, um zu zeigen: Es ist die Erfüllung. Also schlagen wir auf Lukas Kapitel 2, Vers 30, und da sehen wir, dass sehr früh Lukas diese Linie zu Jesaja zeichnet. Und in Lukas Kapitel 2, Vers 30 sehen wir den Propheten Simeon. Lukas 2, Vers 30 lesen wir. Und ihr kennt die Geschichte von Simeon, der wartet, den Messias zu sehen. Und als er Jesus sieht, ich fange ein bisschen früher an zu lesen, in 27: „Und er kam durch den Geist in den Tempel, und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, da nahm auch er es in seine Arme und lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden, denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast, dass du bereitet hast im Angesicht aller Völker ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“

Geschwister, Vers 32 ist eine direkte Anspielung auf Jesaja 49, Vers 6. Schlagen wir auf Jesaja 49, Vers 6. Und wir werden heute viel hin- und herschlagen. So lasst immer eure Bibel ready zum Hin- und Herblättern. Jesaja 49, Vers 6. Weil Lukas ist sehr gezielt in wie er diese Dinge benutzt. In Jesaja 49, Vers 6: „Ja, er spricht: Es ist zu wenig.“ „Dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen.“ Und jetzt, Obacht, „so mache ich dich auch zum Licht der Nationen, das mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.“ Seht ihr, wie diese Worte den Propheten Simeon bewegen? Er macht ganz klar ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes. Er bezieht sich auf Jesaja 49, Vers 6, und er macht zwei Inklusionen. Das ist die Herrlichkeit deines Volkes und der Nationen in Kapitel 2. Und Jesus hat noch nicht mal ein einziges Wort gesprochen.

Schauen wir auf die nächste Stelle: Lukas Kapitel 3, Vers 6. Lukas Kapitel 3, Vers 6. Da lesen wir, Johannes dem Täufer, er spricht – ich lese von Vers 5 – „Jedes Tal wird ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Und das Krumme wird zum geraden Weg und die Holprigen zu ebenen Wegen werden.“ Und jetzt wichtig, und das macht kein anderer Evangelist: „Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“

Geschwister, wieder ein Zitat. Wieder ein Zitat aus Jesaja Kapitel 40: „Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“ Wieder dieselbe Bewegung. Gottes Heil kommt aus Israel, aber es ist nicht auf Israel begrenzt, sondern es ist, und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen. Sehen wir, wie er die nationale Ebene von Anfang an aufschneidet und sagt, das Heil ist für alle, und er benutzt Jesaja, um es wieder zu tun.

Schauen wir weiter, Lukas Kapitel 4, und jetzt, und jetzt redet Jesus. Lukas Kapitel 4. Jesus liest in Nazareth. Und das ist eine ganz wichtige Stelle in Vers 18. Sagt er: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Amen, gute Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wiedersehen, Zerschlagene in Freiheit hinauszusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.“

Geschwister, direkt Jesus liest aus Jesaja hier. Und er schlägt es auf. Und wir sehen hier ganz deutlich, wie Jesus diese Stelle liest. Und was sagt er? Vielleicht ein Nebenkommentar, vielleicht hat Johnny das im Lukas-Evangelium auch schon gesagt. Preist den Herrn, dass Jesus hier stattgemacht hat. Jesus bleibt bewusst hier in Jesaja. Und was sagt er? Er schließt die Buchrolle, gibt sie dem Diener zurück. Übrigens, das ist von Jesaja 61. Und was sagt er? „Heute, Vers 21, ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.“

Was passiert? Schaut auf den Text. Jesus versteht seinen eigenen Dienst als Erfüllung dessen, was Jesaja angekündigt hat. Er sagt, der Geist ist auf ihm. Er sagt, er bringt die gute Botschaft. Gottes Verheißungen erfüllen sich. Doch im selben Abschnitt, Geschwister, was passiert? Jesus spricht von Gottes Gnade gegenüber Menschen außerhalb Israels, oder? Jesus sagt es, und was passiert? Wir können lesen, dass den Menschen das, was Christus sagt, nicht gefällt. Und was denken sie sich? „Ist das nicht der Sohn Josefs?“ Vers 22.

Und Jesus sagt, er aber sprach, Vers 24: „Wahrlich, ich sage euch, dass kein Prophet in seiner Vaterstadt angenehm ist. In Wahrheit aber sage ich euch, viele Witwen waren in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war, so dass eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, als nur nach Zarepta in Sidon, eine Heidenfrau, zu einer Frau einer Witwe.“

„Und viele Aussätzige waren“ – das ist ein zweites Beispiel, 27 – „zu Zeiten des Propheten Elisa in Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt, als nur Naaman der Syrer.“ Verstehen wir, Lukas von Anfang an nutzt Jesaja als seinen Maßstab zu zeigen: Das Heil kommt aus Israel, es ist für die Juden. Und hier schon sehen wir Ablehnung durch wen? Die Juden, aber wer nimmt es an? Die Heiden. Was für ein wunderbares Beispiel.

Und die Menschen in Nazareth reagieren mit Zorn und wollen ihn töten. Und bereits hier stehen drei Themen nebeneinander, oder? Gottes verheißener Messias, Gottes Heil für die Nationen, die Ablehnung seines Gesandten. Geschwister, dieses Muster begleitet uns weiter. Schlagen wir auf, Lukas Kapitel 24. Lukas Kapitel 24. Und hier sehen wir einen entscheidenden Übergang. Wir sind schon am Ende angekommen. Am Ende seines Evangeliums erklärt Jesus selbst, wie seine Jünger die Ereignisse verstehen sollen.

Johannes 24, Vers 44: Er sprach aber zu ihnen: „Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht, in dem Propheten Moses und in den Propheten, sorry, in dem Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen.“ Und dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verständen. Und sprach zu ihnen: „So steht geschrieben, und so muss der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten. Und in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden.“

Wichtig jetzt: „Alle Nationen, anfangen von Jerusalem. Ihr seid Zeugen hiervon und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe.“ Wieder, was tut Jesus hier? Jesus fasst zusammen: Christus muss leiden, er muss auferstehen, Buße zur Vergebung der Sünden soll in seinem Namen verkündigt werden. Allen Nationen, beginnend in Jerusalem.

Und hier, das ist entscheidend: Das Kreuz und die Mission zu den Nationen gehören beide zur Erfüllung der Schrift. Sein Leiden war angekündigt, seine Auferstehung war angekündigt und auch die Ausbreitung des Evangeliums zu den Nationen war angekündigt. Geschwister, wenn wir das jetzt so lesen, was sollte Theophilus verstehen? Nein, nein, nein, hier läuft nichts aus dem Ruder. Das ist genau, was Gott will.

Und genau hier beginnt die Apostelgeschichte. Am Ende von Lukas: „Alle Nationen beginnen von Jerusalem.“ Und am Anfang der Apostelgeschichte schlagen wir auf: Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8. Kapitel 1, Vers 8, Apostelgeschichte, Kapitel Eins Vers acht. Da lesen wir, Jesus direkt sprechend: „Und ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist. Und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria, und bis ans Ende der Erde.“

Was benutzt Jesus hier? Jesaja 49, Vers 6. „Bis ans Ende der Erde“ ist ein direktes Zitat aus der Septuaginta, des damals verfügbaren Alten Testaments, griechische Übersetzung. Und sagt was? Ihr führt die Botschaft und die Mission des Jesajas weiter. Ganz deutlich wird es wieder, gehen wir ein bisschen weiter. Das sind nicht, also wir müssen hier verstehen: Es sind nicht zwei verschiedene Missionsgeschichten oder Missionsprogramme. It is the same Geschichte. What Jesus at the end of Evangeliums ankündigt, beginnt in der Apostelgeschichte zu erfüllen.

Schlagen wir auf Apostelgeschichte 13. Apostelgeschichte 13. Und warum ist Apostelgeschichte 13 so wichtig? Weil die Heidenmission beginnt in der Apostelgeschichte 13. Und deshalb begegnet uns Jesaja auch hier wieder. Paulus und Barnabas wenden sich in Antiochia verstärkt den Nationen zu. Und wie erklären sie diesen Schritt? Sie zitieren Jesaja 49, Vers 6. In Apostelgeschichte 13 lesen wir. Oh, jetzt habe ich hier. Jetzt habe ich hier die Versstelle verloren, tut mir leid. Genau. „Denn so hat uns der Herr geboten: Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, dass du zum Heil bist, bis an das Ende der Erde.“ 13,47. Oh ja, genau, vielen Dank. Vielen Dank. Vers 47, genau: „Denn so hat uns der Herr geboten: Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, dass du zum Heil seist, bis ans Ende der Erde.“

Sehen wir diese Verbindung? Sehen wir, dass Paulus Jesaja wieder benutzt, um zu sagen: Dieselbe Sprache, Licht für die Nationen, Heil für die Nationen, bis ans Ende der Erde. Die Mission der Apostel ist also keine neue Idee. Sie ist die Fortsetzung der Mission Jesu. Und die Mission Jesu selbst erfüllt das, was Gott schon längst angekündigt hat. Sehen wir diese Verbindung? Jesaja, das Lukasevangelium und nun die Apostelgeschichte. Jesajas‘ Prophetie, Jesu Erfüllung in den Evangelien und die Apostel laufen im selben Schritt, den Weg, den der Herr auch getan hat. Geschwister, die Heidenmission ist kein Plan B. Sie gehört von Anfang an zu Gottes Plan.

Und ein kleines Wort bestätigt diesen selben Gedanken. Lukas unterstreicht diesen Gedanken immer wieder mit einem kleinen Wort, und das ist „dei“ im Griechischen, d-e-i, was im Deutschen übersetzt wird mit „es muss“, „es ist notwendig“. Im Lukasevangelium taucht dieses Wort 18 Mal auf und in der Apostelgeschichte 22 Mal.

Und immer wieder, zum Beispiel in Lukas 9, 22: „Der Sohn des Menschen muss leiden.“ Lukas Kapitel 24, Vers 26: „Der Christus musste leiden und in seine Herrlichkeit eingehen.“ Apostelgeschichte, und das fängt an in Kapitel 2, also 22 Mal. Ich möchte euch jetzt nicht mit – ich möchte jetzt nicht so einen Data-Dump machen und euch einfach die Stellen auflösen. Ich gebe euch ein paar.

23, Vers 11 heißt es: „Paulus muss auch in Rom Zeugnis ablegen.“ Und der Punkt ist einfach: Hinter den Ereignissen steht nicht Zufall, sondern Gottes souveräner Vorsatz. Geschwister, dieses eine Wort wird immer wieder von Lukas genutzt, um uns zu kommunizieren: Alles ist von Gott bestimmt. Er hat alles im Griff. Er führt diese Geschichte.

Lukas zeigt diesen Plan aber nicht nur durch das, was er ausdrücklich zeigt; er zeigt ihn auch durch die Art und Weise, wie er die Geschichte erzählt. Und genau hier wird etwas Faszinierendes sichtbar: Der Weg der Diener beginnt, dem Weg ihres Herrn zu ähneln. So kommen wir zu unserem dritten Punkt: Ein Herr, der weiter wirkt. Ein Herr, der weiter wirkt.

Lukas zeigt uns aber nicht nur, dass Gottes Plan sich erfüllt hat. Ich glaube, diesen Punkt haben wir klar gezeigt und demonstriert. Er zeigt uns auch, wer diesen Plan ausführt. Denn wenn wir die Apostelgeschichte lesen, könnte ganz schnell ein gewisser Eindruck entstehen: Jesus hat seinen Dienst beendet. Er ist in den Himmel aufgefahren, und jetzt übernehmen die Apostel.

Und Geschwister, aber genau das ist nicht die Botschaft der Apostelgeschichte. Schon in den ersten Worten schreibt Lukas in Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 1, was betont er denn? „Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilos, von allem, was Jesus angefangen hat zu tun und auch zu lehren.“

Geschwister, Lukas sagt nicht einfach, das Evangelium berichtete, was Jesus getan hat, sondern er berichtet, was Jesus angefangen hat. Die Implikation ist: Die Himmelfahrt beendet das Wirken Jesu nicht. Jesus ist im Himmel, aber Jesus ist nicht abwesend. Jesus ist erhöht, aber Jesus ist nicht passiv. Er bleibt der Herr seiner Gemeinde, und er führt sein Werk weiter.

Und bevor wir uns einige Stellen anschauen, in denen das ganz ausdrücklich sichtbar wird, zeigt Lukas uns zunächst durch die Art und Weise, wie er diese Geschichte erzählt, dass es eine Verbindung gibt. Und ich habe das eingeteilt in Unterpunkte. Der erste Unterpunkt: Der Weg der Diener folgt dem Weg ihres Herrn.

Ihr habt auf eurem Handout – ich habe ein Handout ausgeteilt, und jetzt ist der Zeitpunkt, wo ihr das Handout braucht. Es gibt auch eine Seitenzahl. Wir sind auf Seite 1. Und dort sehen wir in Punkt 1 eine Übersicht über einige strukturelle Parallelen zwischen Lukas und Apostelgeschichte. Wir werden nicht jede einzelne davon durchgehen, weil wir nicht genug Zeit haben, sonst brauche ich einen Teil 2.

Aber achtet auf die große Bewegung. Vorbereitet – also es fängt alles damit an, dass beide das gleiche Vorwort haben, aber dann beide, Jesus, aber auch die Jünger, werden vorbereitet auf den Dienst durch das Wirken des Heiligen Geistes. In Kapitel 1 bis 4 und dann in der Apostelgeschichte, Kapitel 1 bis Kapitel 2, Vers 13. Wir sehen danach: Der Dienst Jesu und der Dienst seiner Zeugen steht unter dem Wirken desselben Geistes. Verstehen wir diese Verbindung, die Lukas hier aufstellt? Als Nächstes sehen wir Verkündigung und Erfüllung. Also, Jesus beginnt seinen öffentlichen Dienst mit einer Predigt über die Erfüllung der Schrift. Petrus beginnt den öffentlichen Dienst der Gemeinde in Apostelgeschichte 2 ebenfalls mit einer Predigt über die Erfüllung der Schrift. Danach sehen wir Verkündigungen, Wunder und Widerstand. Jesus verkündigt das Reich, er heilt, er tut Zeichen, Widerstand wächst. In der Apostelgeschichte wird das Evangelium verkündet, Zeichen geschehen, Menschen glauben und Widerstand wächst.

Wir sehen als Nächstes: Der Dienst der Zeugen trägt die Kennzeichnungen des Dienstes ihres Herrn. Und dann ganz wichtig hier in Kapitel 9, ab Vers Kapitel 9, ist Jesus im Lukasevangelium fokussiert, um nach Jerusalem zu gehen und zu leiden. Und hier sehen wir: Er weiß, dort warten Leiden auf ihn, trotzdem geht er hin. Und später erleben wir bei Paulus in Kapitel 20 eine auffällig ähnliche Bewegung. Apostelgeschichte 20: „Und siehe, gebunden im Geist, gehe ich nach Jerusalem.“ Auch Paulus weiß, Fesseln und Bedrängnisse warten auf ihn. Und trotzdem geht er weiter.

Versteht, Geschwister, das ist jetzt ganz wichtig. Wir sagen nicht, Paulus ist ein zweiter Christus. Das ist nicht die Aussage. Sondern, was wir hier ganz klar verstehen müssen, ist: Seine Diener folgen, der Diener folgt dem Weg seines Herrn. In Jerusalem wird Jesus von einer Menge ergriffen, von religiösen Führern gestellt, vor politischen Autoritäten gebracht, angeklagt und wiederholt für unschuldig erklärt. Paulus erlebt später sehr ähnliche Dinge mit den gleichen Autoritäten. Der Weg des Zeugen spiegelt den Weg seines Herrn wider. Und damit beantworten wir unsere Frage aus der Einleitung: Wenn Christus wirklich seine Gemeinde baut, warum führt der Weg durch Leiden? Weil bereits der Weg ihres Herrn durch Leiden führte. Leiden bedeutet nicht automatisch, dass Gottes Plan gescheitert ist.

Es gibt noch eine Grafik, und das ist eine Tabelle in eurem Handout. Es ist die zweite. Es ist eine Tabelle, die zeigt. Versteht ihr, wie interessant das ist? Dieses Buch heißt die Apostelgeschichte. Aber eigentlich nehmen nur zwei Apostel hier den größten Raum ein. Das ist Petrus und das ist Paulus. Lukas zeigt hier die Kontinuität auch innerhalb der Geschichte. Schaut genau hin, in der ersten Hälfte steht Petrus im Mittelpunkt und dann Paulus. Und auch hier gibt es auffällige Parallelen. Petrus heilt einen Gelähmten, Paulus heilt einen Gelähmten. Petrus begegnet einem Magier, Paulus begegnet einem Magier. Petrus wird Tabitha aus den Toten auferwecken. Paulus wird Eutychus wieder zum Leben erwecken. Ihr könnt die weiteren Beispiele auf eurem Handout sehen.

Und zu Hause, Geschwister, das ist der Punkt, wo ihr wieder das Handout weglegt. Zu Hause könnt ihr euch all diese Parallelen anschauen. Aber der Punkt ist wichtig: Derselbe Herr, derselbe Geist, dieselbe Botschaft, derselbe Auftrag. Und jetzt weg vom Handout, der dritte Punkt. Wir haben also gesehen, die strukturelle Ähnlichkeit zwischen Lukas und Apostelgeschichte, die Parallele zwischen Petrus und Paulus. Und jetzt kommen wir zu dem Punkt: Jesus selbst bleibt der Handelnde. Jesus selbst bleibt der Handelnde.

Gehen wir zurück zu Apostelgeschichte 1. Wir haben festgehalten, dass dieser Bericht erzählt, was Jesus angefangen hat zu tun und auch zu lehren. Und jetzt zeigt Lukas uns, dass Jesus weiter handelt. Schaut einmal, wie oft der auferstandene Christus selbst in den Verlauf der Apostelgeschichte eingreift. Jesus steht seinen leidenden Zeugen bei. Schlagen wir auf Apostelgeschichte Kapitel 7. Apostelgeschichte Kapitel 7. Stephanus ist vor dem Hohen Rat und legt Zeugnis ab. Und die Menschen werden zornig, voller Zorn. Und was passiert? Sie nehmen Steine und Stephanus weiß, es ist vorbei, er will jetzt sterben. Aber unmittelbar, bevor er gesteinigt wird, lesen wir: „Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte fest zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen.“ Geschwister, es ist Vers fünfundfünfzig. Was für ein Anblick! Es geht zu Ende. Der erste Märtyrer. Auf der Erde wird Stephanus verworfen. Auf der Erde wird Stephanus verurteilt. Auf der Erde sieht alles danach aus, als hätten die Feinde Christi gewonnen. Aber Stephanus darf für einen Moment sehen, was wirklich wahr ist. Jesus Christus sitzt nicht machtlos irgendwo in weiter Entfernung.

Stephanus wird auf der Erde verworfen, und selbst der Tod des ersten christlichen Märtyrers wird dieses Evangelium nicht aufhalten. Sondern was passiert? Was ist der Funke, der überspringt, nachdem Stephanus gestorben ist? Das Evangelium verbreitet sich und dringt in die nächsten Städte ein. Verfolgung bricht aus, die Gläubigen werden zerstreut, und was tun die Zerstreuten? Sie verkündigen überall das Wort.

Die Gläubigen werden zerstreut, also die Feinde der Gemeinde versuchen, das Evangelium zu stoppen, und durch die Verfolgung wird das Evangelium aber erst weitergetragen. Verstehen wir, dass Leiden immer wieder, Verfolgung immer wieder, der Katalysator ist für das Wachstum und die Verbreitung des Wortes. Geschwister, Christus baut seine Gemeinde sogar durch das hindurch, was seine Feinde gegen sie unternehmen.

Nicht nur das, gehen wir weiter zu Kapitel 9, dann begegnen wir einem Mann namens Saulus. Und in der Apostelgeschichte 9 lesen wir: Saulus ist überzeugt davon, dass die christliche Bewegung vernichtet werden muss. Er macht sich auf den Weg nach Damaskus, er möchte Christen verhaften, und plötzlich umstrahlt ihn ein Licht vom Himmel. Er fällt zu Boden und eine Stimme sagt zu ihm, Kapitel 9, Vers 4: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Und Saulus fragt: „Wer bist du, Herr?“ Die Antwort, Vers 5: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“

Achtet auf die Worte Jesu. Wen verfolgt denn Saulus hier? Die Gemeinde. Was sagt Jesus? „Warum verfolgst du mich?“ Seht ihr, wie sich Jesus mit seiner Gemeinde identifiziert? Seht ihr, wie Jesus immer wieder in den entscheidenden Augenblicken eingreift und seine Gemeinde beschützt, seine Gemeinde hält? Das ist die enge Verbindung zwischen Christus und seiner Gemeinde.

Geschwister, Christus ist im Himmel, seine Gemeinde ist auf dieser Erde, und doch identifiziert sich der erhöhte Christus so sehr mit seiner eigenen Gemeinde, dass er sagt: „Wenn du meine Gemeinde verfolgst, verfolgst du mich.“ Liebe Geschwister, denkt nochmal an Matthäus Kapitel 16, an Juli. Was sagt Jesus? „Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Warum können die Pforten des Hades sie nicht überwältigen, weil die Gemeinde nicht sich selbst überlassen ist? Sie gehört Christus. Und Christus identifiziert sich mit ihr.

Gehen wir weiter. Kapitel 9, Vers 34. Begegnen wir, begegnet Petrus nach Lydda, und dort begegnet er einen Mann namens Aeneas. Er ist seit acht Jahren gelähmt und liegt im Bett. Und hört genau hin, was Petrus zu ihm sagt. 9,34. Kapitel 9,34. Petrus spricht zu ihm: „Aeneas, Jesus Christus heilt dich.“ Vers 34: „Steh auf und mach dir selbst das Bett.“ Ist das nicht faszinierend? „Aeneas, ich heile dich.“ Ist das, was Petrus sagt? Nein! „Jesus Christus heilt dich!“

Petrus ist das menschliche Werkzeug, aber Petrus weiß, woher die Macht kommt. Der Apostel handelt, aber Christus wirkt. Und das ist genau die Perspektive, die Lukas uns geben möchte in der Apostelgeschichte. Jesus ist aufgefahren, Jesus sitzt zur Rechten des Vaters, und trotzdem kann Petrus zu einem gelähmten Mann sagen: „Jesus Christus heilt dich.“

Geschwister, der Herr wirkt weiter. Jesus bestimmt, wohin seine Zeugen gehen. Und dasselbe sehen wir im Leben des Paulus. In der Apostelgeschichte 22 schlagen wir das auf, da sehen wir eine wichtige, Paulus ist im Tempel, er betet, und während er betet, fällt er in eine Verzückung und sieht Jesus. Und Christus sagt zu ihm in Vers 18: „Beeile dich und geh schnell aus Jerusalem hinaus, denn sie werden dein Zeugnis über mich nicht annehmen.“ Wer interveniert? Wer kommt? Wer handelt? Jesus. Paulus widerspricht. Menschlich betrachtet hat seine Überlegung sogar Sinn, oder? Herr, diese Menschen wissen doch, wer ich war. Sie wissen, dass ich die Christen verfolgt habe. Sie wissen, dass ich diejenigen ins Gefängnis geworfen habe, die an dich glauben. Gerade meine Vergangenheit müsste Ihnen doch zeigen, dass etwas Außergewöhnliches geschehen ist. Paulus ist immer noch missiologisch fokussiert.

Aber Christus sagt was zu ihm, Vers 21: „Geh hin, denn ich werde dich weit weg zu den Nationen senden.“ Wer gibt den Ton an? Wer gibt die Missionsstrategie an? Christus. Wer entscheidet letztendlich, wohin Paulus geht? Christus. Die Mission zu den Nationen entstand nicht dadurch, dass Paulus irgendwann beschließt: „Jerusalem funktioniert nicht. Vielleicht versuchen wir es mal international.“ Nein! Der erhöhte Christus selbst sendet ihn.

Und damit verbindet sich dieser Punkt unmittelbar mit dem, was wir vorhin gesehen haben. Die Heidenmission ist kein Plan B, sie ist Gottes Plan. Und der erhöhte Christus führt diese Pläne aus. Geschwister, dasselbe macht später Paulus auch vor König Agrippa klar. Wir müssen das jetzt nicht aufschlagen, wir haben wenig Zeit. Apostelgeschichte 26 in Vers 16 entgegnet Paulus dem Agrippa: „Steh auf und stell dich auf deine Füße, denn dazu bin ich erschienen, dich zum Diener und Zeugen zu bestimmen.“

Und dann gibt Jesus Paulus seinen Auftrag. Er wird ihn zu Juden und Nationen senden. Vers 18: „Ihre Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht Satans zu Gott.“ Vers 18. Woher bekommt Paulus seine apostolische Autorität? Nicht von sich selbst, nicht aus Jerusalem, nicht von irgendeinem Missionskomitee. Der auferstandene Christus hat ihn berufen.

Geschwister, Jesus bestimmt seine Diener, er bestimmt seinen Auftrag, er bestimmt ihre Botschaft, er bestimmt ihr Missionsfeld. Und ich möchte hier jetzt eine Warnung aussprechen. Das bedeutet nicht, dass Christus heute jeden Christen auf dieselbe Weise beruft wie Paulus. Paulus hat eine einzigartige apostolische Berufung. Aber Lukas möchte uns zeigen: Hinter der Mission des Paulus steht die Autorität des auferstandenen Christus. Und Jesus garantiert den Fortgang seiner Mission.

Geschwister, lasst uns weitergehen zum nächsten Punkt. Und ich glaube, diesen Punkt muss ich jetzt hier abschließen: Die eigentliche Hauptperson. Wer, denkt ihr, ist in der Apostelgeschichte? Manchmal können Titel von Büchern uns verwirren. Die Apostelgeschichte kann uns beinahe in die falsche Richtung führen. Natürlich handelt das Buch von Petrus, von Stephanus, von Philippus, von Paulus, aber keiner von ihnen ist die eigentliche Hauptperson.

Die Apostelgeschichte ist die Geschichte des Wirkens des auferstandenen und erhöhten Jesus durch seinen Geist und durch seine Zeugen. Der Christus, der gesagt hat: „Ich werde meine Gemeinde bauen“, ist derselbe Christus, der in der Apostelgeschichte vom Himmel aus sein Werk weiterführt. Und Geschwister, wenn diese Botschaft, wenn das die Botschaft dieses Buches ist, dann entscheidet auch das darüber, wie wir dieses Buch in den kommenden Monaten lesen müssen.

Wir kommen zum vierten und letzten Punkt: Ein Buch, das wir richtig lesen müssen. Ein Buch, das wir richtig lesen müssen. Und liebe Geschwister, bevor wir dieses Buch Woche für Woche gemeinsam studieren, müssen wir eine letzte Frage stellen. Eine große Gefahr besteht darin, dass wir die Bibel sofort mit einer Frage öffnen: „Was bedeutet dieser Text für mich?“ Geschwister, das ist nicht die erste Frage. Die erste Frage ist: Was zeigt dieser Text über Gott, über Christus und über seinen Plan?

Lukas schreibt nicht, damit wir uns selbst in jeder Geschichte hineinversetzen. Er zeigt uns, was Christus tut, wie Christus seine Gemeinde baut, wie Christus sein Evangelium voranbringt. Deshalb sollte unsere erste Frage beim Lesen der Apostelgeschichte sein: Was tut der Auferstandene hier? Zweitens, unterscheide Beschreibung und Vorschrift. Einer meiner Professoren, Dr. Twiss, immer wenn wir solche Sachen, ein Narrativ, lesen, sagt er uns einen Satz. Narrative is not normative. Das bedeutet, ein Narrativ ist nicht gleich normativ. Damit ist nicht gemeint, dass die Apostelgeschichte nichts für uns zu sagen hat. Bitte versteht mich richtig. Es bedeutet, nur weil Lukas beschreibt, dass etwas geschehen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass Gott verlangt, dass dasselbe in jeder Gemeinde, in jeder Person, zu jeder Zeit genauso geschehen wird.

Das ist wichtig, Geschwister. Sonst beginnen wir, die Dinge, die in der Apostelgeschichte passieren, zu reproduzieren in unserem Leben. Und es gibt die charismatische Bewegung, die ihr gesamtes Leben und Dasein und Identität aus der Apostelgeschichte treibt. Und sie haben eine Sache nicht verstanden: Narrative is not normative. Ansonsten wollen wir dieselben Wunder reproduzieren. Wir möchten unser Pfingsterlebnis reproduzieren. Wir wollen die außergewöhnlichen Ereignisse verstehen.

Aber, Geschwister, ich möchte euch eines sagen: Wir sind nicht Apostel. Die Apostel nehmen in dieser Heilsgeschichte eine einmalige Stellung ein. Die Apostelgeschichte 1 werden sie in besonderer Weise als Zeugen der Auferstehung eingesetzt. Manchmal wird Apostelgeschichte 1,8 als unser Auftrag genommen: „Ihr sollt Zeugen sein.“

Geschwister, das Wort „Zeugen“ in der Apostelgeschichte ist ein technischer Begriff, der darüber redet, dass diejenigen, die den auferstandenen Christus tatsächlich gesehen haben, verkündigen. Wir sind nicht Zeugen. Sonst würden wir auch Zeugen Jehovas oder sowas heißen. Wir sind Jünger. Deswegen ist Gott sei Dank die Apostelgeschichte die Apostelgeschichte.

I have Johnny gered and I wanted to predict ursprünglich nennen, why the Apostle Geschichte not deine Geschichte is. But then we’re saying this is a bit too negative. But what here is, Geschwister: Die Apostel haben den auferstandenen Herrn gesehen. Sie werden von Christus selbst bevollmächtigt. Durch ihr Zeugnis legt Christus das Fundament seiner Gemeinde. Die apostolischen Funktionen wiederholen wir nicht.

Deshalb müssen wir beim Lesen immer unterscheiden: Was wird beschrieben? Was wird geboten? Was gehört zu einer einmaligen heilsgeschichtlichen Situation? Und was kennzeichnet die Gemeinde dauerhaft? Apostelgeschichte 1,8 gibt uns die Landkarte: Jerusalem, Judäa bis ans Ende der Erde. Wir werden beobachten, wie Christus genau diese Bewegung verwirklicht.

So, wie sollen wir dann lesen? Wie sollen wir verstehen? Wir sollten lernen, wie eine treue Gemeinde auf Christi Wirken realisiert. Wie eine treue Gemeinde auf Christi Wirken reagiert. Denn obwohl nicht jedes Ereignis reproduziert werden soll, zeigt uns die Apostelgeschichte sehr wohl, wie die Gemeinde unter der Herrschaft Christi lebt.

Apostelgeschichte 2,42: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“ Geschwister, die Gemeinde verharrt in der apostolischen Lehre, der Gemeinschaft, dem Brechen des Brotes und im Gebet. Dazu sehen wir mutige Verkündigung, Treue im Leiden, Gehorsam, Abhängigkeit von Gott. Und das sind keine spektakulären Dinge, aber genau darin sehen wir immer wieder eine treue Gemeinde.

Kommen wir zum Schluss. Und genau so möchte ich, dass wir dieses Buch in den kommenden Monaten lesen: Nicht auf der Jagd nach außergewöhnlichen Erlebnissen, nicht mit uns selbst im Mittelpunkt, sondern mit unseren Augen auf Christus. Wir werden sehen, wie Türen sich öffnen und schließen, Menschen glauben und lehnen ab, Gemeinden entstehen, Verfolgung bricht aus. Jünger sterben, Paulus in Ketten.

Und dann kommen wir zum Ende des Buches. Paulus sitzt in Rom als Gefangener. Und Lukas beendet dieses Buch mit einem bemerkenswerten Wort. Und während all diese Dinge geschehen, schlagen wir auf Lukas Kapitel 28, der letzte Vers. Achtundzwanzig. Ich lese dreißig und einunddreißig für Kontext: „Er aber blieb zwei Jahre in seiner eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen.“ Er predigte das Reich Gottes und lehrte die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert. Paulus ist in Ketten, aber das Wort Gottes ist frei. Und das Wort Gottes verändert Menschen.