Automatisch generiertes Transkript
Lass uns beten. Himmlischer Vater, wir haben gesungen: „Die Ehre sei dir.“ Und Herr, das ist unser Ziel. Wir möchten dir Ehre geben, weil du würdig bist, weil du wunderbar bist und weil du uns herausgerissen hast aus dieser Finsternis und uns neues und ewiges Leben geschenkt hast. Und Herr, wenn wir jetzt dein Wort aufschlagen, so sprich zu uns.
Herr, wir möchten diesen Ort nicht verlassen, so wie wir gekommen sind. Herr, wir möchten dich sehen. Wir möchten dich kennenlernen. Wir möchten sehen, wer du bist durch dein Wort. Hilf uns, Herr, hilf uns. Denn wir scheuen uns. Wir sind abgelenkt, wir sind schwach. Ja, und nicht nur das, die Hitze, Herr, der Schweiß, die Stickigkeit des Raumes, so viele Umstände, die wir so gerne doch beklagen. Herr, hilf uns, konzentriert zu sein, deinem Wort Gehör zu schenken, damit wir dich kennen, Herr. Damit wir diese Lieder mit mehr Zuversicht und Sicherheit und wahrer, tiefer Überzeugung singen dürfen. Darum legen wir diese Zeit dir in deine wunderbare Hand. In Jesu Namen. Amen.
Bitte setzt euch. Es ist ein wunderschöner Morgen heute und sonntags in München, es ist einfach wunderbar. Ich wohne hier in der Landwehrstraße und wenn ich am Morgen die Straße entlang spaziere, schon früh am Morgen fängt es an, sehr belebt zu werden. Aber es ist ruhig heute Morgen. Es scheint so, als würde die ganze Stadt zur Ruhe kommen und für uns innehalten, weil dieser Tag ist besonders. Dieser Tag ist der Tag des Herrn, wo wir zusammenkommen, um sein Wort aufzuschlagen, wo wir zusammenkommen, um zu wissen, wer er ist.
Ja, ich möchte euch alle ganz herzlich begrüßen hier in der Soli Deo Gloria Gemeinde. Wir freuen uns, dass ihr hier seid. Und wir freuen uns auch über all die Gäste, die heute hier sind. Wir freuen uns, dass ihr zu uns gekommen seid. Wir freuen uns, dass wir mit euch diesen Gottesdienst feiern dürfen. Und auf diesem Weg hierher habe ich mir gedacht, was machen andere Menschen gerade an einem Sonntagmorgen? Der Deutsche geht früh morgens, vielleicht heute wandern, schnell kurz zu den Bergen, hat seine, wie sagt man, Nordic Walking Sticks ready. Und er geht raus. Einige andere haben sich wahrscheinlich das Fußballspiel angeschaut, Kroatien, Ghana, und schlafen vielleicht noch. Und wieder andere gehen zur Kirche, gehen zur Gemeinde.
Aber wir können eigentlich sagen, wir leben in einer Stadt und wir leben in einem Land, das völlig engagiert ist. Engagement ist wichtig in Deutschland. Ich habe kurz in die Statistiken geschickt. Deutschland ist das Land mit den meisten Vereinen. Ungefähr 615.000 Vereine gibt es. Stell dir das mal vor, 615.000 Vereine. Besonders hier in Bayern versammeln sich viele Menschen um verschiedene Interessen und Hobbys. Ihr alle kennt es, also das Statistische Bundesamt sagt, dass mehr als sieben Vereine auf 1000 Menschen zusammenkommen. Das bedeutet, 60 Prozent der Bevölkerung sind oder waren Mitglied in einem Verein.
Und wir kennen Vereine, kennen wir sie nicht? Es gibt die Schrebergärtner, die Kleingärtner, es gibt die Fußballvereine, es gibt den Schachverein. Menschen kommen gerne zusammen, Menschen vereinen sich mit Freude, Menschen wollen zusammen sein und sie investieren Zeit. Sie investieren ihr Geld, sie zahlen einen Beitrag, ehrenamtliches Engagement. Sie identifizieren sich mit einem Verein. Menschen tragen sogar mit Stolz, ja und wir haben das alle gesehen in der WM, die Farben ihres Vereins oder die Farben ihres Landes in ihrem Gesicht und in ihrem Körper. Für viele prägt die Vereinszugehörigkeit, besonders hier in München und in Bayern, einen großen Teil ihres Lebens.
Und jetzt, heute, wenn wir ehrlich sind, könnte jemand hierher kommen und vielleicht ihr Gäste sogar euch denken, ihr seid auch nur ein Verein. Oder? Schließlich treffen wir uns auch regelmäßig. Wir haben eine Satzung, wir haben Vorstände, die wir Älteste nennen. Wir geben auch, wir sammeln Spenden, wir dienen ehrenamtlich. Jetzt stellt sich die Frage: Was unterscheidet denn die Gemeinde Jesu von jedem anderen Verein? Hast du dir die Frage mal gestellt? Was unterscheidet die Gemeinde Jesu Christi von jedem anderen Verein? Oder ist es, dass wir einfach nur ein anderer, religiöser Verein sind?
Ich freue mich, dass du diese Frage stellst. Genau diese Frage, genau mit dieser Tatsache wollen wir uns in den nächsten Wochen beschäftigen. Die Ältesten haben beschlossen, dass wir bis zum Ende dieses Schuljahres, das bedeutet bis Ende Juli, uns aktiv mit der Frage beschäftigen: Was ist die Gemeinde? Und was bedeutet die Gemeinde?
Wir wollen uns darüber im Klaren sein, was die Identität der Gemeinde ist, was die Aufgabe der Gemeinde ist und warum sie Gottes Plan für diese Zeit ist. Und warum gibt es nichts, nichts Vergleichbares auf dieser Erde?
Ich hoffe, dass wir Ende Juli, wenn das Schuljahr zu Ende geht und jemand uns fragt: „Ihr seid doch auch nur ein Verein“, die Hände hochreißen und sagen: „Gott bewahre!“ Und dass uns bewusst wird und dass wir mit Zuversicht und mit Überzeugung sagen können: Die Gemeinde ist das Fundament und die Grundfeste der Wahrheit. Und die Gemeinde wird nicht vergehen. Die Welt wird vergehen. Nationen werden vergehen. Politiker, Länder, Staaten werden vergehen. Religiöse Organisationen werden vergehen. Aber die Gemeinde Jesu wird in Ewigkeit bestehen.
Es ist die einzige Institution Gottes, wo Gott sagt: „Die Pforten des Hades, die Hölle, der Tod selbst, wird die Gemeinde nicht überwinden.“ Und genau damit möchten wir uns in den nächsten Wochen beschäftigen.
Und wenn wir uns mit der Gemeinde beschäftigen und über die Gemeinde beschäftigen, wo fangen wir an? Wo fangen wir an? Jede Gebrauchsanweisung, wenn du sie aufschlägst, fängt erstmal mit Warnungen an, richtig? „Fass es nicht an, du kannst einen Stromschlag bekommen, ja, steck es richtig an.“ Katie und ich haben gestern ein Bücherregal gekauft. Und wir haben es aufgemacht und erstmal ist so ein Männchen da und sagt: „Es kann auf dich drauf fallen, du könntest sterben.“ Und dann steht: „Ja, es könnte giftig sein, lass es auslüften.“
Wo fangen wir an, wenn wir über die Gemeinde reden? Es ist so interessant und ich möchte, dass du das verstehst: Bevor wir verstehen können, was die Gemeinde ist, müssen wir anfangen, wo die Bibel anfängt. Und das Spannende ist, die Bibel fängt nicht mit einer Organisationsstruktur an. Die Bibel sagt nicht: „Da ist der Boss, da sind die Untertanen und dann gibt es ein Schneeballsystem nach unten mit einem Business-Organigramm.“ Die Bibel fängt nicht so an, uns die Gemeinde zu erklären. Die Bibel fängt nicht mit einer Satzung an. Die Bibel fängt noch nicht einmal damit an, uns eine lange Lehrauffassung, einen theologischen Aufsatz zu präsentieren, was die Gemeinde ist.
Pass auf! Die Gemeinde fängt an mit einer Person. Die Gemeinde fängt an mit einer Person. Die Gemeinde fängt an mit der Person Jesu Christi. Die Gemeinde existiert nur wegen Jesus. Die Gemeinde, sie gehört Jesus. Die Gemeinde, sie lebt und existiert aufgrund von Jesus. Und die Gemeinde, sie wird gebaut auf einer Person: Jesus Christus.
Genau aus diesem Grund stellt Jesus die alles entscheidende Frage in Matthäus Kapitel 16. Genau aus diesem Grund stellt Jesus die alles entscheidende Frage. Und diese alles entscheidende Frage begleitet uns heute. Dich und mich stellt sich genau die gleiche, alles entscheidende Frage. Und die Frage ist: Wer ist Jesus Christus? Wer ist Jesus Christus?
Der Titel unserer Predigt heute ist: „Wer ist Jesus?“ In Matthäus Kapitel 16, Verse 13 bis 17, sehen wir vier Abschnitte, die uns die Frage beantworten, wer Jesus wirklich ist, damit du deine Sicht auf ihn prüfst. In Matthäus 16, Verse 13 bis 17, sehen wir vier Abschnitte, die uns die Frage beantworten, wer Jesus wirklich ist, damit du deine Sicht auf Jesus prüfst.
Und ich möchte euch eine kurze Gliederung geben. Wir werden uns in vier Abschnitten diesen Text anschauen. Erstens der Ort, Vers 13. Zweitens, die Wahrnehmung, Vers 14. Drittens, das Bekenntnis, die Verse 15 und 16. Viertens, die Offenbarung, Vers 17. Ich wiederhole, die Gliederung ist: der Ort, Vers 13. Zweitens, die Wahrnehmung, Vers 14. Drittens, das Bekenntnis, Verse 15 und 16. Und viertens, die Offenbarung, Vers 17. Und bevor wir einsteigen, möchte ich den Text nochmal im Ganzen lesen.
Bitte schlagt auf, Matthäus Kapitel 16. Und wir sind in den Versen 13 bis 17. Und das ewige Wort Gottes sagt: „Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Was sagen die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist? Sie aber sagten: Einige Johannes der Täufer, andere aber Elia und andere wieder Jeremia oder einer der Propheten. Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon Bar Jona, denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.“
Unser erster Punkt, Vers 13, der Ort. „Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Was sagen die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist?“ Gleich zu Beginn dieses Abschnittes gibt uns Matthäus einen ganz klaren geografischen Hinweis. Es ist wichtig für uns zu verstehen, dass wenn die Bibel uns gewisse Informationen gibt, wir sie nicht verdrängen. Gott hat es niedergeschrieben, damit du und ich informiert sind.
Und bevor wir einsteigen in diese Lokalität, ich glaube, es ist ganz wichtig, damit wir verstehen, was die große Botschaft des Matthäus in seinem Evangelium ist. Matthäus möchte dir und mir von Anfang an mitteilen und zum Verständnis geben, dass Jesus der verheißene König Israels ist. Verstehst du das? Das Ziel von Matthäus von Anfang an, und jedes Wort, das er schreibt, alles, was er sagt, hat den Hintergrund, dass du und ich verstehen, dass Jesus der verheißene König Israels ist.
Und bereits in Kapitel 1, Vers 1, sagt er was? „Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Er macht klar, Jesus ist König. Und Jesus ist nicht irgendein König, er ist der verheißene König. Weißt du, was das bedeutet? Das Volk Israel hat Jahrtausende auf diesen König gewartet. Wie weit geht Matthäus zurück? Er geht zu Abraham. Hast du das gesehen? Er geht zu Abraham. Das bedeutet in 1. Mose Kapitel 12, wenn Jesus, wenn Abraham die Verheißung bekommt über das Land und über seine Nachkommen, und in 15 Jahren die Verheißung erneuert, und er sagt, er wird fragen. Und in 17, und hier ist die Erfüllung. Hier ist die Erfüllung. Jesus, der verheißene König. Er ist da. Und er baut seinen Case, er verbaut, er macht ein Argument, er gibt uns ein Argument. Er sagt, dass Jesus der verheißene König Israels ist.
Und weißt du was? Die Welt hat das mitbekommen. Weise aus dem Morgenland, Ausländer, Ausländer kommen, um diesen König zu huldigen. Und weißt du was? Nicht nur das. Er wächst auf, er wird groß. Und es scheint so, als ist er unscheinbar. Und dann wird er getauft. Die Himmel öffnen sich in Kapitel 3 und Gott selbst bezeugt: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Kapitel 3. Und nicht nur das. Jesus, nachdem er geklärt ist, wer er ist, fängt an, in Kapitel 4 seinen Dienst anzutreten. Und das ist hier wichtig. Der König kommt, aber der König hat ein Ziel.
Kapitel 4, Vers 17 sagt, mit Johannes der Täufer, Jesus fängt seinen Dienst an mit einer Botschaft: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen.“ Was braucht ein König? Was braucht ein König? Ein König braucht ein Reich. Ein König ohne Reich ist wie der iranische Kronprinz, der herumläuft und sagt: „Helft mir, helft mir“, aber er hat kein Reich. Versteht ihr das? Ein König braucht ein Reich. Und Jesus, mit Johannes der Täufer, steht auf und sagt: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen.“ Das ist die zentrale Botschaft seines Dienstes. Es ist nicht nur er, der es verkündigt. In Kapitel 5, Vers 7, bis Kapitel 7, beruft Jesus Jünger, auch Apostel genannt. Und er gibt ihnen die Verfassung seines Reiches. Er sagt: „Ihr möchtet mein Reich, ihr möchtet unter meine Königsherrschaft kommen.“ Kapitel 5, Vers 7, die Bergpredigt, wie wir sie kennen, stellt uns die Verfassung des Königs dar. Es stellt uns die klaren Charaktereigenschaften und das klare Verständnis von Gerechtigkeit, von Nachfolge als Fundament dar für alle Himmelsbürger. Für alle Himmelsbürger.
Was passiert? Jesus beendet die Bergpredigt in Kapitel 7, und die Leute sind erstaunt. Und sie sagen: „Dieses ist anders. Er lehrt uns mit Vollmacht, anders als alle Menschen.“ Kapitel 8 und 9, ganz wichtig: Jesus predigt nicht nur. Jesus stellt mit Vollmacht dar, mit Wundern und Machttaten, dass er nicht nur der König ist, sondern der Messias, der Verheißene mit Kraft und Vollmacht.
Was passiert? In Acht und Neun heilt er Aussätzige, er gibt Blinden das Augenlicht, er macht Lahme gesund, er stillt den Sturm, er treibt Dämonen aus. Und er vergibt sogar Sünden. Er weckt sogar Tote auf. Und immer wieder bestätigt Gott öffentlich: „Dieser ist der verheißene König.“ In Kapitel 10 sendet er seine Jünger aus, und in Kapitel 10 gibt er ihnen dieselbe Botschaft. Er sagt: „Geht und verbreitet die Botschaft, das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“ Zehn Kapitel. Zehn Kapitel. Jesus in Vollmacht stellt sich dar.
Aber die Stimmung kippt. Die Stimmung kippt. Und eine Opposition, eine Feindschaft gegen Jesus macht sich bereit. Die Menschen folgen ihm, weil sie geben, sie empfangen viel. Aber die religiöse Elite, die Pharisäer, die Schriftgelehrten fühlen sich provoziert. Und in Kapitel 12 kommt es zum großen Finale, dass sie sogar sagen, dass alles, was Jesus macht, macht er durch Satan, im Namen Beelzebubs. Kannst du dir das vorstellen? Kannst du dir das vorstellen? Nichts als Gutes. Nichts als Gaben und Freundlichkeit. Aber die religiöse Elite sagt, er tut diese Dinge aus Satan.
Jesu Dienst verändert sich. Und in Kapitel 13 kommt der Wendepunkt, wo Jesus anfängt, in Gleichnissen zu reden. Und er sagt: „Mit dem Reich der Himmel ist es wie…“ Er sagt: „Das Reich der Himmel wird nicht kommen, so wie ihr erwartet. Das Reich der Himmel wird sich entwickeln, trotz seines Widerstands. Aber es wird anders. Es wird entgegen eurer Erwartungen sein.“ Und trotzdem Kapitel 14 und 15 zeigen uns die Güte Jesu, sie zeigen uns die Freundlichkeit Jesu. Warum tun sie das? Was tut Jesus in Kapitel 14 und 15? Er heilt weiter, aber nicht nur das, er speist 5000 und dann speist er 4000. Siehst du die überragende Güte und Freundlichkeit unseres Herrn?
Und genau hier. Ich habe euch eine Vogelperspektive gegeben. Jetzt lasst uns rausspringen aus diesem Flugzeug und reinfallen in unser Einsatzgebiet: Kapitel 16. Genau hier. Fliegen wir, landen wir in Kapitel 16. Und Jesus nimmt seine Jünger. Und Vers 13 sagt: „Jesus geht in die Gegend von Caesarea Philippi.“ Das ist eine spannende Ansage. Caesarea Philippi ist ungefähr 40 Kilometer nördlich von Genezareth. Es ist eine heidnische Gegend. Katie und ich waren dort und haben uns das angeschaut. Es ist umgeben von Höhlen und von Götzenbildern. Der Gott Pan. Und wenn ihr euch vorstellen wollt, wer Pan ist: Habt ihr schon mal diesen griechischen Gott gesehen, der den Oberkörper einer Ziege hat und auf Ziegenfüßen herumläuft? Im neuesten Film über Odysseus wird er dargestellt. Für ihn ist ein Tempel dort gebaut. Und nicht nur für ihn, es ist ein Zentrum der Götzenanbetung.
Und die Frage stellt sich: Warum geht Jesus hin? Warum geht Jesus an einen Ort, wo kein Jude sein möchte? Weißt du noch, was die Juden normalerweise tun? Wenn ein Heide kommt, wenn ein Götzendiener kommt, sie isolieren sich, sie gehen weg, sie wollen nichts mit ihm zu tun haben. Aber Jesus geht sehr bewusst zu diesem Platz. Und inmitten all dieser falschen Götter stellt Jesus diese wichtige Frage. Ist es nicht? Jesus möchte Bilanz ziehen. Verstehst du das? Und dafür isoliert er sich von allen möglichen Menschen, die ihm nachfolgen, und möchte intensive Zweisamkeit oder intime Zeit mit seinen Jüngern verbringen. Und er stellt die Frage, und die Frage sagt: „Wer sagen die Menschen, dass der Sohn des Menschen ist?“ Er zieht Bilanz. Was sagen die Menschen?
Ich möchte, dass du Folgendes hier nochmal klar verstehst: Wie bezeichnet sich Jesus hier? Sagt er: „Was denken die, wer ich bin?“ Sagt Jesus: „Was sagen die Leute denn über mich?“ Er benutzt einen sehr klaren Titel. Was ist der Titel? „Wer sagen die Menschen, dass der Sohn des Menschen ist?“ Ist dir das schon mal aufgefallen? Der Sohn des Menschen. Im Matthäusevangelium wird dieser Titel über 30 Mal verwendet. Es ist Jesus‘ Lieblingstitel für ihn selbst.
Und dieser Titel betont einerseits seine wahre Menschlichkeit. Sie betont, dass er ein Mensch ist. Sie betont, dass er wahre Menschlichkeit hat. Und haben wir das nicht bis jetzt gesehen im Matthäusevangelium? Jesus war müde. Jesus hatte Hunger. Jesus weinte. Und wir wissen auch, dass Jesus leiden wird. Jesus ist wahrer Mensch.
Aber dieser Titel hat eine zweifache Dimension. Dieser Titel kommt aus Daniel Kapitel 7, Vers 13 bis 14. Schlagen wir das auf? Daniel Kapitel 7, Vers 13 und 17. Daniel Kapitel 7, Verse 13 und 17. Und hier hat dieser Name eine besondere Bedeutung.
In Daniel Kapitel 7, Vers 13 bis 14 sehen wir: „Ich schaute in Gesichten der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem alten Antan, und man brachte ihn vor ihm. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum gegeben. Und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, sein Königtum, so dass es nicht zerstört wird.“
Das ist, was Jesus hier ausdrückt. Es sind die beiden Medaillen einer Münze: wahre Menschlichkeit, wahres menschliches Gebrechen, Müdigkeit, Hunger, Leid. Die andere Seite der Medaille: ein Messias mit dem Titel, der alle Macht haben wird und alle Völker regieren wird. Er wird ein ewiges Königreich haben. Jesus versteckt nicht, wer er ist. Richtig? Und die Juden wussten das. Die Juden wussten über diesen Titel Bescheid.
Nun kommt die Stunde der Wahrheit. Ich möchte, dass euch bewusst wird, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt zweieinhalb Jahre öffentlich gewirkt hat. Das bedeutet, die Menschen, die Jünger und das gesamte Volk hat Jesus nun zweieinhalb Jahre wirken, öffentlich wirken, gesehen. Das heißt, wir haben ungefähr ein halbes bis dreiviertel Jahr bis zu seiner Kreuzigung. Das ist nicht eine Begebenheit, die gleich am Anfang geschieht. Zweieinhalb Jahre später nimmt Jesus seine Jünger mit und er stellt die Frage, weit entfernt von Jerusalem, an diesem heidnischen Ort: „Wer denken die Menschen, dass ich bin?“
Wir haben uns mit dem Ort beschäftigt. Wir kommen nun zu Vers 14 und unserem zweiten Punkt, die Wahrnehmung. Vers 14, die Wahrnehmung. Und immer wieder behalte die Frage im Kopf, die den Titel unserer Predigt: „Wer ist Jesus?“ Und in Vers 14 lesen wir: „Sie aber sagten, einige Johannes der Täufer, andere aber Elia und andere wieder Jeremia oder einer der Propheten.“
Jesus stellt die Frage und prompt und gleich kommt die Antwort. Ich stelle mir das vor, Jesus ist in einem — also wenn ihr schon mal in Israel wart, es gibt viele Felder und Steinwege, wo man sich einfach hinsetzen kann. Und ich stelle mir vor, dass Jesus in Caesarea Philippi ist. Es ist hügelig. Und er stellt die Frage: „Was denken die Menschen, wer der Sohn des Menschen ist?“ Und prompt! Und gleich kommt die Antwort.
Was sagen die Jünger? Es gibt verschiedene Ansichten, richtig? Schaut genau hin. Die erste Ansicht ist: Johannes der Täufer. Das ist irgendwie weird, oder? Was wissen wir denn über Johannes? Johannes ist Jesus‘ Cousin. Aber wir wissen auch vom Matthäusevangelium, Kapitel 4, Vers 12, dass Johannes der Täufer von Herodes gefangen genommen wurde. Weird, oder? In Kapitel 14, 4 bis 12, sehen wir, dass Herodes ihn geköpft hat. Und Herodes, als er von Jesus hört, denkt, dass Johannes der Täufer wieder lebendig geworden ist. Herodes ist nicht ein Mensch, der an Übernatürliches glaubt. Herodes sagt es, weil sein Gewissen ihn nicht in Ruhe lässt. Er wird panisch.
Irgendwie, obwohl die Menschen wissen, dass er tot ist, assoziieren sie Jesus mit dem Täufer. Vielleicht, weil sie die gleiche Botschaft hatten, oder? Siehe, das Reich der Himmel ist nahe, tut Buße. Vielleicht deswegen.
Aber da gab es eine zweite Ansicht: Elia. Sie sagen in Vers 14: „Johannes der Täufer, andere aber Elia.“ Auch das sollte uns nicht überraschen. Die Juden, die das Alte Testament klar kennen, haben eine Wiederkunftserwartung von Elia. Wenn wir zu Maleachi Kapitel 3 gehen, sehen wir, dass Elia wiederkommen wird.
Und irgendwie spannend, oder? Weil Elia kam wieder und sie töteten ihn. Wen? Johannes den Täufer. Seht ihr die Ironie hier? Seht ihr hier, wie der Text uns zeigt, die Menschen sind irgendwie überrascht, aber planlos? Juden decken heute sogar noch einen extra Platz, wenn sie Sabbat feiern, für Elia, weil sie denken, dass er wiederkommen wird. Also es überrascht uns nicht.
Aber der dritte Punkt ist auch interessant: Jeremia! Was wissen wir über Jeremia? Mir fällt nur eins ein: die Klagelieder. Erinnert ihr euch an die Klagelieder? Jeremia? Was ist denn der Spitzname von Jeremia? Der weinende Prophet, richtig?
Manche Kommentatoren denken, dass Jesu Botschaft geprägt war von Gericht und Umkehr und dass Jesus vielleicht auch nicht gelacht hat. Und dass einige dachten, er sei der weinende Prophet. Ich glaube, dass Jesus schon gelacht hat. Und ich glaube, es gibt auch Verse, die uns zeigen können, dass Jesus glücklich war.
Aber es wird nochmal spannender: In der intertestamentalen Periode, also wir nennen das die Zeit von Maleachi bis Matthäus geschrieben wurde, bis zur Geburt Jesu, man nennt das die Zwischenzeit, die zwischentestamentliche Zeit, wurden Bücher geschrieben, die sogenannten Apokryphen. Und in 2. Makkabäer Kapitel 2 gibt es eine Verheißung oder eine Überlieferung. Und das Buch der Makkabäer ist nicht inspiriert. It is not the Word Gottes, it is a Überlieferung, a legend of Leuten. But dort heißt, dass Jeremiah come and the Bundeslade wieder aufrichten wird anders Licht bringen wird. Versteht ihr das? Also sie denken, dass Jesus Jeremia ist, der die Bundeslade vielleicht bringen könnte.
Hm, interessante Rückmeldung, nicht? Was würden wir jetzt machen? Ich habe im Consulting gearbeitet, wir würden jetzt eine Statistik aufstellen. Altersgruppe 20 bis 30 sagt es. Altersgruppe 40 bis 50 sagen das, Verheiratete sagen das, Singles sagen das. Und dann würde ich jetzt eine Kampagne starten, um die Leute zu verändern. Eine Marketingkampagne. Schreibt das nach einem Marketing-Ruf. Ich weiß nicht, ob jemand von euch im Marketing arbeitet, ja. Aber nachdem diese Rückmeldung kam, was würden wir machen?
Es ist faszinierend zu sehen, welche Erkenntnis und Wahrnehmung von Jesus existiert. Aber schau genau hin. Schau genau hin, schau auf diese Namen: Johannes der Täufer, Elia, Jeremia und sogar einer der Propheten, also jemand, der mit Gottes Autorität redet. Was fällt dir auf? Was fällt dir auf? Es gibt keine negative Wahrnehmung. Siehst du das? Niemand sagt, Jesus ist ein Monster! Niemand sagt, das ist ein Scharlatan. Niemand sagt, bringt unsere Kinder und Frauen in Schutz. Er wird sie alle nehmen. Siehst du das?
Die Wahrnehmung von Jesus ist grundsätzlich positiv. Und sie ist nicht nur grundsätzlich positiv, sie denken sogar sehr hoch von ihm. Siehst du das? Was denken sie denn? Er ist von Gott. Und teilweise denken sie sogar, dass er gute Botschaft bringt. Siehst du das? Keiner dieser Personen ist negativ. Es ist nicht wie die Pharisäer, die sagen, dass er im Geist des Beelzebul diese Dinge tut. Die Menschen sind durchaus und vollständig positiv eingestellt gegenüber Jesus. Interessant, nicht? Was haben die Menschen schon alles gesehen? Wir könnten jetzt durch das gesamte Matthäus-Evangelium gehen und sagen, was die Menschen alles gesehen haben. Aber wir wissen, dass sie Gott verherrlichten wegen Jesus. Wir wissen, dass sie ihm durch große Volksmengen folgten. Matthäus beschreibt uns das Volk durchaus fasziniert von Jesus, durchaus angetan von Jesus. Wir würden sagen, durchaus interessiert und beeindruckt von Jesus. Aber nicht ein einziges Mal, nicht ein einziges Mal, sagt Matthäus, sie glaubten. Nicht ein einziges Mal, sagt er, sie glaubten.
Das ist heute nicht anders, richtig? Viele Menschen denken sehr positiv über Jesus. Viele Menschen sind beeindruckt von Jesus. Viele Menschen würden Jesus, wenn er an ihrer Tür klopft, wahrscheinlich ein bisschen spenden, ein bisschen sich engagieren für ihn. Was haben wir bisher gesehen? Die Wahrnehmung der Menschen. Die Menschen, die Jesus beobachteten. Bis jetzt war die Fragestellung sehr allgemein. Jesus fragt die Jünger: Was denken die Menschen, wer ich bin? Man könnte sagen, es ist eine Bestandsaufnahme, eine allgemeine Bestandsaufnahme.
Und wisst ihr was? Es ist ganz einfach, über andere Menschen zu reden, oder? Also wir tun uns auch leicht. Das ist ganz einfach. Wir sind gerne Fußballkommentatoren, richtig? Wir stehen gerne am Seitenrand und sagen, der Sané, der hätte mehr Tore schießen müssen. Wir reden gerne über andere. Wir beurteilen gerne andere. Es fällt uns leicht. Wir schauen Fernsehen, wir hören eine Predigt und sagen, ja, das, das und dies hätte man anders machen können.
Aber jetzt wird’s persönlich. Jetzt wird es sehr persönlich. Jesus stellt nun diese Frage an die Jünger sehr direkt und sehr klar. Unser dritter Punkt, das Bekenntnis, Verse 15 und 16. Das Bekenntnis, Vers fünfzehn und sechzehn. Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus sagt: Ihr aber. Zwei Worte, ihr aber. Diese beiden Worte verändern das gesamte Gespräch. Sie verändern die Natur des Gesprächs. Etwas, das sehr allgemein, sehr informativ war, wird sehr schnell persönlich. Es wird intim. Es geht um dich. Es geht um dich, mein Freund. Es geht um dich, mein lieber Jünger. Ihr aber. Du aber.
Jesus sagt, die Meinung der Masse, die Meinung der Menschen ist irrelevant. Was zählt, ist, es geht nicht mehr um die öffentliche Warnung, es geht um ein persönliches Bekenntnis. Ihr aber, es reicht nicht mehr zu wissen, was andere über Jesus denken. Jetzt müssen die Jünger selbst Stellung beziehen. Und genau darin liegt die Schärfe dieser Frage. Ist es nicht so? Wir sitzen gerne und reden über Allgemeines, über Generelles. Aber wenn es persönlich wird, wenn es vor unsere Tür geht, wird es unangenehm, richtig? Es wird schnell schwierig. Aber Jesus stellt diese Frage.
Bevor wir weitergehen, überlege noch dieses: Was haben diese Männer fast zweieinhalb Jahre gesehen? Wovon durften sie Zeugen sein? Und was haben sie geopfert? Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht? Sie haben alles verlassen, als Jesus gesagt hat, folge mir. Sie haben ihren Beruf verlassen, ihre Familien verlassen, ihre Sicherheit verlassen. Sie haben jede Predigt Jesu gehört. Sie haben jedes Wunder Jesu gesehen. Sie haben erlebt, wie er Dämonen austreibt und sogar ihm gehorchen. Sie haben gesehen, wie Blinde sehen, Lahme gehen und Tote auferstehen.
Doch jetzt stellt Jesus die Frage, auf die alles zufällt. Das ist ein Moment. Das ist ein Höhepunkt. Wer sagt ihr, dass ich bin? Nicht, was habt ihr erlebt? Jesus lenkt nicht ab. Wisst ihr, wenn wir Gespräche führen, wie wir erstmal drei Positive, etwas Negatives. Vier gute Dinge, wir sandwichen Dinge, richtig? Aber Jesus ist klar. Er fragt nicht, was habt ihr erlebt? Was habt ihr verstanden? Welche Wunder habt ihr gesehen? Und dann macht er die Brücke und sagt: So und? Was denkt ihr, wer ich nun bin? Es ist direkt. Wer bin ich? Denn letztendlich entscheidet sich an dieser Frage alles. Das ewige Leben hängt nicht daran, wie viel wir über Jesus wissen. Es hängt nicht daran, wie viel Bibelwissen wir haben. Das ewige Leben hängt daran, dass wir erkennen, oder an der Frage, ob wir erkennen, wer Jesus Christus ist.
Und Petrus antwortet. Natürlich, Petrus. Natürlich, Petrus. Und er antwortet, und was sagt er? „Du bist der Christus.“ Seine Antwort ist bemerkenswert, nicht nur wegen der Kürze, sondern wegen ihrer Tiefe. Was bedeutet es denn, wenn ein Jude sagt: „Du bist der Christus“? Dieses Wort war den Juden nicht unbekannt. Das Matthäusevangelium beschreibt Jesus bereits in Kapitel 1, Vers 1 als Christus. Herodes fragt nach dem Geburtsort, als die Magier kommen, als die Weisen aus dem Morgenland kommen, wo der Christus geboren wird. Johannes der Täufer in Matthäus 11 schickt seine Jünger und fragt: „Bist du der Christus?“
Der Begriff Christus bedeutet „der Gesalbte“. Es ist eine griechische Übersetzung des hebräischen Wortes Messias. Im Alten Testament wurden Propheten, Priester und Könige gesalbt. Christus bedeutet „der Gesalbte“. Doch all diese Salbungen haben gedeutet auf eine Salbung. Sie alle sind Schatten auf den verheißenen König aus dem Haus Davids, dem Nachkommen Abrahams, dem Sohn Davids. Den König, dessen Reich, denk an Daniel, niemals enden wird.
Also, wenn Petrus sagt: „Du bist der Christus“, dann sagt Petrus: „Du bist die Erfüllung der Verheißung an Abraham. Du bist der Sohn Davids. Du bist der verheißene König Israels. Du bist der Erlöser.“ Mit einem einzigen Satz fasst Petrus die Hoffnung der Juden von Jahrhunderten zusammen. Von Jahrhunderten fasst er es zusammen. Und er sagt, was? „Du bist der Christus, auf den wir alle gewartet haben.“
Aber Petrus hört da nicht auf, richtig? Petrus hört da nicht auf. Was sagt er dann als Nächstes? „Der Sohn des lebendigen Gottes.“ Freunde, sein Bekenntnis wird noch tiefer. Er sagt nicht nur: „Du bist der Messias“, er sagt: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes.“ Damit beschreibt Petrus nicht nur seinen Auftrag von Jesus, sondern seine Identität.
Im Alten Testament bezeichnet „Sohn Gottes“ manchmal Engel oder sogar den König von Israel in einem repräsentativen Sinn. Doch bei Jesus und in dem Kontext, wie Petrus diesen Namen benutzt, bedeutet es nicht einfach nur ein Sohn Gottes. Es ist „der Sohn“. Ist dir das aufgefallen? Dass er nicht sagt: „Du bist Sohn Gottes.“ Im Griechischen wird es sehr, sehr klar mit den Artikeln, die hier gesetzt werden. „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
„Sohn“ bedeutet hier der Inhaber der göttlichen Natur. Der Inhaber der göttlichen Natur. Er ist der ewige Sohn. Was Petrus hier bekennt, ist nicht nur, dass Jesus von Gott gesandt wurde, er bekennt, dass Jesus selbst göttlich ist. Dass in ihm Gott selbst unter den Menschen steht. Das ist es, was Petrus hier bekennt. Und er fügt hinzu: „der lebendige Gott.“
Und noch ein Wort dürfen wir hier einfach nicht übersehen. Petrus sagt: „Der Sohn des lebendigen Gottes.“ Warum fügt Petrus das hinzu? „Der Sohn des lebendigen Gottes.“ Ich glaube nicht, dass es zufällig ist. Denk an den Ort. Wo ist Jesus? Er ist umringt, umzingelt von heidnischen Götzen. Wir sind in Caesarea Philippi. Und Petrus erkennt, diese Götzen sind tot. Petrus erkennt, dass es hier einen Kontrast gibt. Die Götzen sind tot. Jesus lebt. Die Götzen müssen getragen und gehuldigt werden. Jesus Christus trägt sein Volk. Die Götzen können nicht sprechen, aber Christus ist das ewige Wort Gottes. Die Götzen kann niemand retten. Christus ist der Retter. Jesus ist der Retter.
Siehst du hier den Unterschied in der Antwort? Kannst du das wahrnehmen? Weißt du, wie die Volksmenge gedacht hat? Erinnerst du dich? Sie sagten: „Er ist Johannes.“ Sie sagten: „Er ist Elias.“ Sie sagten: „Elia“, sie sagten: „Jeremia oder ein Prophet.“ Petrus sagt: „Der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Die Volksmenge erkennt einen außergewöhnlichen Menschen. Petrus erkennt den Gott, den Messias. Und genau darin besteht heute der Unterschied zwischen bloßer Religion und rettendem Glauben. Verstehst du das? Es geht nicht darum, dass Christus mehr Respekt hat, dass man mehr Respekt hat vor Jesus als vor anderen, sondern es geht darum zu erkennen, wer Jesus wirklich ist. Diese Frage ist alles entscheidend.
Und lass mich dich heute fragen: Wer ist Jesus für dich? Was wäre deine Antwort, wenn Jesus hier stünde und die Frage an dich stellen würde? Wo würdest du dich wiederfinden? Unter der Volksmenge? Oder stimmst du ein mit Petrus? Sind deine Gedanken hoch über Jesus? Respekt eher erbietend wie die Meinung des Volkes? Oder folgst du Jesus wie das Volk, weil er deine Bedürfnisse erfüllt? Oder weil du deine Bedürfnisse erfüllt sehen möchtest, so wie das Volk es tat?
Weißt du, die Tatsache über Jesus ist heute, heute noch relevant. Und das ist die alles entscheidende Frage. Weißt du, alle Religionen dieser Welt denken sehr positiv über Jesus. Ist dir das schon mal aufgefallen? Muslime denken, dass Jesus der Messias ist. Muslime denken, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde. Muslime denken, dass Jesus keine Sünden begangen hat. Aber Muslime glauben, Jesus sei nur ein Prophet und nur der Messias. Sie sagen nicht, dass er Gott ist.
In der liberalen Theologie, wenn du heute zur LMU gehst, dann werden die Leute sagen, dass Jesus ein guter Lehrer, ein jüdischer Rabbi, eine moralische Figur ist. Sie sagen nicht, dass er Gott ist. Gehst du zu den Zeugen Jehovas? Sie glauben, dass Jesus das höchste geschaffene Wesen ist. Sie glauben nicht, dass er Gott ist. Gehst du zu einem säkularen Menschen? Vielleicht solltest du mal in den Englischen Garten gehen und eine Umfrage machen. Menschen werden sagen, er ist eine einflussreiche Person in der Geschichte.
Verstehst du, dass der Text hier lehrt, dass es möglich ist, Jesus zu ehren, hoch von ihm zu denken und trotzdem ihn abzulehnen? Jesus sucht nicht nach deinen Komplimenten. Jesus sucht nicht danach, dass in einer Meinungsumfrage die Statistik gut aussieht. Jesus sucht nicht nach deiner Ehrerbietung im übertragenen Sinne. Jesus möchte, dass du erkennst, dass er Gott, der Schöpfer und der Retter, der ewige König, der Messias ist.
Was haben wir soweit gesehen? Der Ort, wo die Frage gestellt wird. Wir haben uns die Wahrnehmung angeschaut, was denken die Menschen. Wir haben uns das Bekenntnis angeschaut, das die Wahrheit über die Identität Jesu Christi darlegt. Nun aber kehren wir unsere Aufmerksamkeit auf die Quelle der Offenbarung zu, unserem vierten Punkt. Und wir werden hier feststellen, dass Petrus nicht der Held ist. Er ist nicht der Held dieser Geschichte. Und viele wollen Petrus hier zum Hauptprotagonisten machen. Aber wir werden ganz schnell feststellen, dass Petrus dieser nicht würdig ist.
Vers 17 und unser Punkt 4, die Offenbarung. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Petrus, glückselig bist du, Simon Bar Jona. Denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.“ Was für eine Antwort! Was für eine krasse Antwort von Jesus! Was würdest du erwarten? Ja. Petrus hat gerade das größte Bekenntnis ausgesprochen, das bis zu diesem Zeitpunkt im Matthäusevangelium über Jesus abgelegt wurde. Es gibt kein größeres Bekenntnis. Er hat Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, bezeugt.
Und vielleicht würden wir jetzt erwarten, dass Jesus sagt: „Good job, gut gemacht.“ Wir lernen das heute, oder? Positive Bestärkung, oder? Ganz toll! Gut hast du das gemacht. Ich bin so glücklich. Endlich hast du es verstanden, Petrus! Du hast gut aufgepasst. Aber Jesus sagt was völlig anderes, richtig? Jesus nimmt Petrus jede Möglichkeit, sich selbst zu rühmen. Was sagt er? „Glückselig bist du.“ Noch bevor Jesus erklärte, woher Petrus diese Erkenntnis hat, spricht er ihm etwas zu. „Glückselig bist du!“ Hast du das schon mal gehört? Hast du das schon mal gehört? Diesen Ausdruck, glückselig bist du, im Matthäusevangelium, kommt ihr das bekannt vor? Matthäus Kapitel 5 bis 7? Was sagt denn Matthäus Kapitel 5 bis 7? Die Bergpredigt, oder? Erinnerst du dich an die Seligpreisungen in der Bergpredigt? Glückselig seid ihr? Glückselig seid ihr?
Ganz am Anfang des öffentlichen Dienstes, Jesus in der Bergpredigt, sagt: „Glückselig die Armen im Geist, glückselig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern.“ Jesus spricht hier nicht ihm einfach nur ein Kompliment zu. Das Wort „glückselig“ beschreibt einen Menschen, der unter Gottes Gnade steht, ein Mensch, den Gott gesegnet hat.
Lieber Freund, was Höheres können wir anstreben, als von Gott glückselig genannt zu werden? Was für ein höheres Gut können wir haben, als von Christus selbst als glückselig angesehen zu werden? Jesus spricht es ihm zu. Petrus, du bist gesegnet. Petrus, du bist glückselig. Warum? Weil Petrus jetzt etwas erkannt hat, das sein ganzes Leben verändern wird. Diese Erkenntnis ist nicht nur bloß eine Information, sie ist keine theologische Theorie. Sie ist eine Wahrheit, die das ganze Leben verändern wird. Verstehst du das?
Diese Wahrheit wird dein gesamtes Leben verändern. Denn wenn Jesus wirklich der Christus ist, wenn Jesus wirklich Gott ist, dann gehört ihm dein Leben. Verstehst du das? Dann bin ich nicht mein eigener Herr. Dann schulde ich ihm Gehorsam, denn er ist nicht nur mein Retter, er ist mein König.
Und Jesus sagt: „Simon Bar Jonah.“ Das geschieht nur im Matthäusevangelium. Warum? Ich glaube, Jesus erinnert Petrus daran, dass er von Natur aus ein ganz normaler Mensch ist. Du bist ein normaler Mensch. Du bist kein Gelehrter, du bist kein Rabbi. Du bist kein Theologe, du bist kein Mensch mit hoher Intelligenz oder außergewöhnlichen Fähigkeiten. Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart. Mit anderen Worten, Petrus, diese Erkenntnis hast du nicht selbst erarbeitet. Verstehst du das?
Die Erkenntnis über die wahre Identität und Natur Jesu Christi kann ein Mensch nicht sich selbst erarbeiten. Nicht deine Intelligenz, nicht deine Beobachtungsgabe, nicht deine Erfahrung und nicht einmal zweieinhalb Jahre, die du mit mir unterwegs warst. Denn viele andere haben dieselben Wunder gesehen, richtig? Sie hörten dieselben Predigten, sie sahen dieselbe Heilung und trotzdem kamen sie zu anderen Schlussfolgerungen, richtig? Warum? Weil der natürliche Mensch Christus niemals von sich aus erkennen will. Verstehst du das?
Verstehst du das? Wenn Jesus Gott ist, dann bedeutet es, dass du und ich Geschöpfe sind. Wenn Jesus Gott ist, dann ist er dein Schöpfer und du bist Geschöpf. Das bedeutet, von Natur aus hat der Schöpfer einen Anspruch auf deine gesamte, totale Unterwerfung. Und das mögen wir nicht, oder? Das mögen wir gar nicht. Wir Deutschen mögen das gar nicht, oder? Also wir wehren uns ja gegen jegliche Technologie, die unsere Privatsphäre eindrücken könnte. Wir wollen das nicht. Der natürliche Mensch will es nicht.
In Römer Kapitel 1 heißt es, dass wir die Wahrheit in Ungerechtigkeit unterdrücken. Der Mensch möchte einen Gott nicht. Er hasst den Gedanken, dass er Geschöpf ist und somit unbedeutend ist in der gesamten Geschichte und des Kosmos. Verstehst du das? Es gefällt uns viel mehr zu denken, dass alles sich um uns dreht: meine Welt, meine Wahrnehmung, meine Einschätzung, meine Maßstäbe, meine Gefühle, mein Zuspruch. Deswegen wehrt sich das Fleisch. Deswegen sträubt sich das Blut. Deswegen kämpfen wir. Deswegen möchten wir diese Wahrheit unterdrücken. Weil wenn wir dieser Wahrheit Raum geben, dann haben wir keine Ruhe. Dann haben wir keinen Frieden. Weil uns klar wird, wir brauchen eine Beziehung zu diesem Schöpfer, zu dem Ursprung unseres Lebens, zu dem, der uns so wunderbar geschaffen hat.
Verstehst du die Konsequenz dieser Aussage? Und verstehst du, warum der natürliche Mensch unter keinen Umständen diese Wahrheit wahrhaben möchte? Der Grund, warum Menschen Jesus nicht akzeptieren. Der Grund, warum Menschen Jesus nicht als Gott und Retter bekennen, ist nicht die fehlende Information. Es ist nicht das fehlende Verständnis. Es ist nicht der Beweis, der letzte Beweis aus der Wissenschaft, der fehlt. Es ist pure, eigennützige, gewollte, absichtlich erklärte Rebellion gegen einen Schöpfergott.
Du kannst Jesus gutheißen, du kannst Jesus respektieren, du kannst Jesus sogar in eine religiöse Ecke stecken und sagen, es ist ein toller Kerl. Aber wenn du deine Knie nicht beugst und ihn als den Schöpfergott in deinem Leben annimmst, rebellierst du. Du stellst dich gegen ihn. Petrus, Jesus sagt: „Es war nicht dein Fleisch, es war nicht dein Blut, denn dieses rebelliert gegen die Wahrheit. Es war der Vater, sondern mein Vater, der im Himmel ist.“ Das ist die einzige Erklärung. Petrus hat Christus erkannt, weil Gott ihm die Augen geöffnet hat. Nicht Petrus ist der Held dieser Geschichte. Das ist der Vater im Himmel.
Hier begegnen wir der wunderbaren Gnade Gottes, der den Sünder sucht, der Menschen die Augen öffnet. Siehst du, dass Gott dem Menschen die Augen hier öffnet, ihm diese Erkenntnis schenkt? Der Mensch bringt sich nicht selbst zum Glauben, Gott offenbart ihm in seinem Sohn. Ist es nicht, was Jesus später sagt in Johannes Kapitel 6? „Niemand kann zu mir kommen, wenn der Vater ihn nicht zieht.“ Oder wenn Paulus schreibt in 2. Korinther 4, Vers 6: „Der Gott, der sprach, aus Finsternis leuchte Licht. Er ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“
Genauso wie Gott am ersten Schöpfungstag sprach: „Es werde Licht“, so spricht Gott auch in das finstere Herz des Sünders. Und plötzlich erkennt er Christus. Nicht vollkommen, aber wahrhaftig. Verstehst du das?
Liebe Freunde, wir haben heute uns die Frage gestellt: Wer ist Jesus? Wir haben gesehen, in vier Abschnitten: den Ort der Erkenntnis, die Wahrnehmung der Menschen, das Bekenntnis der Wahrheit und die Quelle der Offenbarung, der Vater selbst. Und warum schauen wir uns diese Dinge an? Weil diese Gemeinde nicht einfach nur ein Verein ist. Diese Gemeinde fängt an mit einer Person. Und diese Person ist Jesus Christus, Gott und Retter. Und diese Person wird nun aufgrund dieses Bekenntnisses etwas bauen, das einzigartig ist in der Menschheitsgeschichte: diese Gemeinde. Die Gemeinde, die die Pforten des Hades nicht übertreffen können.
Und nun frage ich dich, wer ist Jesus für dich? Wo findest du dich wieder? Findest du dich wieder unter der Volksmenge? Oder findest du dich wieder unter den Jüngern Jesu? Erkennst du, dass Jesus wahrer Gott, Schöpfer und du Geschöpf bist? Oder bezeugst du Jesus einfach nur als mächtigen Lehrer?
Und ich möchte dich heute aufrufen, dass du dein Leben und deine Sicht auf Jesus prüfst. Prüfe deine Sicht. Es ist nicht genug, über Jesus zu wissen. Es ist notwendig, Jesus als Gott und Herrscher und Retter zu bekennen. Und das ist spannend, weil Jesus aufruft: „Tut Buße! Kehrt um!“ Wenn du heute hier dastehst und sagst, ich gehöre zur Volksmenge, ich gehöre nicht zu den Jüngern, dann bitte ich dich, kehre um. Fliehe zu Jesus, der dich einlädt, der ruft und sagt: „Tut Buße, kehrt um, denn das Reich der Himmel ist nahe.“ Denn wenn nicht, dann wirst du die Konsequenz der Sünde tragen. Der ewige Tod, das ewige Verderben, die ewig brennende Hölle wird dich empfangen.
Und wenn du ein Gläubiger bist, so frage ich dich, lebst du nach deinem Bekenntnis? Verstehst du das, wenn du bekennst, dass Jesus der Sohn des lebendigen Gottes ist, dann kannst du nicht einfach weiterleben. Dann kannst du nicht einfach weitermachen. Dann kannst du nicht einfach dich einer normalen Karriere, diesem normalen Weltlauf und allen Trends und allen Wehungen dieser Welt widmen. Wenn du erkennst, dass es einen Schöpfer gibt und du sein Geschöpf bist, dann muss dein Leben es widerspiegeln. Du musst getrieben sein, um diesen Schöpfer zu kennen, ihm zu dienen, ihn zu lieben. Weil du erkennst, dass, wenn es einen Schöpfer gibt, du nicht nur sein Geschöpf bist, sondern dass dieser Schöpfer der Einzige ist, der dein Leben erfüllen kann. Und dieses Bekenntnis ist wichtig. Dieses Bekenntnis ist allentscheidend, weil unser Leben nicht gut sein wird.
Nach diesem Bekenntnis sagt Jesus: „Ich werde nach Jerusalem gehen, ich werde gekreuzigt werden, ich werde sterben. Und euch wird Ähnliches widerfahren.“ Und wenn Jesus dein Gott ist, wenn Jesus dein Herr ist, dann sagst du: „Du bist der Schöpfer, ich folge dir. Ich möchte bei dir sein.“
Was sind Leiden? Was sind Schmerzen? Was ist Verfolgung? Was ist schwach, wenn ich mit dem sein kann, der dieses Universum aus dem Wort seines Mundes geschaffen hat? Ist das dein Bekenntnis? Ist das dein Leben? Oder lebst du jeden Tag? Ach, morgen. Heute ein bisschen Instagram, heute ein bisschen scrollen, heute ein bisschen chillen, heute ein bisschen schlafen, heute ein bisschen die Seele baumeln lassen, sagt man hier.
Oder bist du getrieben? Bist du getrieben, diesen Schöpfer zu sehen, zu dienen, zu leben? Bist du getrieben davon, seinem einzigen Gebilde der Gemeinde alles zu geben? Ihm alles zu geben? Wenn dieser Schöpfer und wenn du bekennst, dass er der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist, dann kannst du kein einfaches, gesellschaftliches, angenehmes, gemütliches, gesellschaftlich unkompliziertes, wohlergehendes Leben leben.
Du kannst nicht die Träume von Elon Musk leben. Du kannst nicht den Mars anstreben. Du kannst nicht nach einem Tesla, Road Star oder Model S streben. Du kannst nicht danach streben, Germany’s Next Topmodel zu werden. Du kannst nicht danach streben, ein Häuschen zu bauen, dich gemütlich niederzulegen und einfach nur von deinen ersparten Zinsen zu leben.
Wenn dieser Jesus dein Gott ist, dann lebst du nicht für diese Welt, weil du reich bist, du bist Bürger seines Reiches. Verstehst du? Und Jesus wird sagen, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. Du wirst ein Leben leben als Fremdling. Du wirst ein Leben leben in der Erwartung, dass der König kommt und sein Reich ausrufen wird.
Ist das dein Leben? Ist das dein Bestreben? Ist das deine Zuversicht? Oder lebst du im Sumpf des einfachen bürgerlichen Lebens? Bedenke, der Tod kommt. Der Tod kommt. Dein Leben wird vergehen. Und es kommt die Nacht, wo das Wirken vorbei ist. So kaufe die Zeit aus.
Lass uns beten. Herr Jesus, wir haben uns die Frage gestellt, wer du bist. Und Herr, es ist deinem Wort nichts hinzuzufügen. In Demut staunen wir über die Güte, dass du dich offenbarst. Herr, ich bitte dich für mich. Ich bitte dich für deine Gemeinde. Ich bitte dich für alle Anwesenden hier. Mögen sie doch Klarheit haben über deine Person. Amen.