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Möge dem Namen unseres Herrn Jesus Christus alle Ehre zuteil werden. Schlagen wir auf den Kolosserbrief und lasst uns lesen aus Kapitel 3, die Verse 1 bis 4. Kolosser Kapitel 3, 1 bis 4: „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.“
Lasst uns gemeinsam beten. O Gott, dir sei Ehre, der du Großes getan. Du liebtest die Welt und nahmst der Sünder dich an. Du liebtest eine Welt, die dich gehasst hat. Du liebtest Sünder, die dich nicht wollten, sondern deine Feinde waren, Rebellen gegen deine Autorität und gegen dein Gesetz. Du nahmst dich Sünde an, die nichts anderes verdient hätten als deinen heiligen und gerechten Zorn. Und doch hast du solchen Sündern deinen Sohn hingegeben, ihn zum Opfer geweiht, sodass er deinen heiligen und gerechten Zorn zufriedengestellt hat, indem er an unserer Stelle am Kreuz das Gericht getragen hat und unsere Schuld bezahlt hat.
Vater, wir danken dir, dass wir davon singen dürfen, dass Christus allein unser Trost ist. Dass wir Sicherheit und Festigkeit darin haben dürfen, weil wir durch das Blut Christi erlöst worden sind. Wir danken dir, dass wir sogar im Tod darauf vertrauen, Hoffnung haben dürfen, denn Christus lebt. Und mit ihm werden wir eines Tages vereint sein in Herrlichkeit, wo wir sein Angesicht sehen werden. O Vater, wie sehr sehnen wir uns nach diesem Tag, wenn wir ihn sehen werden, wie er ist, frei von Sünde und Tod sein werden und in Herrlichkeit sein werden mit deinem Sohn in Ewigkeit.
Solange wir noch auf diesen Tag uns sehnen müssen und hoffen müssen, bitte ich dich darum, Vater, dass unser Wandel hier auf dieser Erde doch trotzdem bereits ausgerichtet sein möge auf diese Ewigkeit und auf den Himmel, wo dein Sohn ist, zu deiner Rechten. Ich möchte dich darum bitten, Vater, dass du diese Stunde segnest, sodass unsere Augen ausgerichtet werden auf den Himmel, unsere Augen ausgerichtet werden auf deinen Sohn. Möge durch diesen Text und die Erklärung dieses Textes – wirke durch deinen Geist, sodass unsere Herzen, unser Verstand, unser Wille ganz und gar auf Christus und auf die Ewigkeit fokussiert sein möge.
Lass unseren irdischen Wandel gekennzeichnet sein von einer himmlischen Gesinnung. Ich bitte dich darum, Vater, dass du diese Stunde dafür nutzt, die Verkündigung deines Wortes dafür nutzt, dass die Geschwister erbaut werden, ihre Ausrichtung und ihre Herzenshaltung korrigiert wird, gegebenenfalls, auf den Himmel. Und dass diejenigen, die auch hier sitzen und deinen Sohn noch nicht kennen, nicht an ihn glauben, dass sie durch dein Wort überführt werden mögen und dass dein Wort ihnen durch das Wirken deines Geistes ein neues Herz schenken möge. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.
Setzt euch gerne. Es gibt ein Prinzip aus der Informatik und auch in meinem Arbeitsumfeld kommt es immer wieder vor. Das Prinzip heißt: „Garbage in, garbage out.“ Müll rein, Müll raus. Die Idee dahinter ist: Selbst der beste Computer der Welt kann nichts Gutes hervorbringen, nichts Gutes produzieren, wenn der Input, also das, was dem Computer gefüttert wird, die Eingaben falsch sind oder einfach schlecht sind.
Gerade heutzutage ist euch das vielleicht bekannt im Kontext von diesen Large Language Models, AI, ChatGPT oder Claude oder was auch immer ihr nutzt, dass er, dass selbst diese künstliche Intelligenz manchmal viel Schmarr hervorbringen kann. Und oft geht es dabei auch darum, diesem Modell, zum Beispiel ChatGPT, dass es – dass der Output, das, was es produziert, sehr stark davon abhängt, was du dieser Maschine als Input gibst, als Eingabe gibst. Ja, es gibt diese ganze Kategorie mittlerweile des Prompt Engineering.
Ja, also es ist quasi eine dafür vorgesehene – dafür vorgesehener Bereich bzw. ist das fast schon ein Beruf, dass jemand Prompt Engineering betreibt. Also er ist spezialisiert darauf, Modellen wie ChatGPT den richtigen Input zu geben, weil es so wichtig ist, dass der Input gut ist, damit dementsprechend der Output auch gut ist.
Auch in meinem Job, wenn es um Computersimulationen geht: Man kann immer – der Computer kann immer simulieren, kann immer Modelle berechnen. Aber wenn ich dem Modell schlechte Daten als Eingabe gebe, schlechte Randbedingungen oder Materialmodelle, dann wird das Output, die Ausgabe dieser Simulation, auch schlecht sein. Ja, Müll sein. Müll rein, Müll raus.
In gewissem Sinne ist unser Verstand wie ein Computer. Unser Verstand bekommt einen Input von dem, was wir sehen, was wir lesen, womit wir uns beschäftigen, was wir hören, was wir uns anschauen. Und das, womit wir unseren Verstand füllen, wird letztendlich das beeinflussen, wie wir uns verhalten.
Jonathan Edwards stellt es so dar, dass das, was in unseren Verstand hineinkommt, unsere Zuneigungen. Jonathan Edwards redet oft von den „Affections“ oder „Holy Affections“. Also die Zuneigungen – das, was wir begehren, das, was wir lieben – wird von unserem Verstand bestimmt. Unsere Zuneigungen bestimmen dann unseren Willen – das, was wir wollen – und unser Wille bestimmt unser Verhalten. Wir tun am Ende das, was wir wollen. Was wir wollen, kommt von dem, was wir begehren, was wir lieben, wofür wir die Zuneigung haben. Unsere Zuneigung kommt letztendlich von dem, was wir denken, von unserem Verstand. Was wir also – womit wir also unseren Verstand füttern – wird letztendlich bestimmen, wie uns verhalten, wie unser Wandel sein wird.
John Stott hat Folgendes gesagt über das christliche Leben. Im Englischen hat er gesagt: „The battle for the Christian life is the battle for the Christian might.“ Der Kampf um das christliche Leben ist der Kampf um den christlichen Verstand. Denn letzten Endes ist der Verstand der Ursprung, wo dein Wandel beginnt. Um deinen Wandel also richtig auszurichten, muss dein Verstand richtig ausgerichtet sein.
Deswegen hat er das folgendermaßen formuliert – nicht nur John Stott hat das gesagt, das ist ein sehr bekannter Satz, auch Dr. Martin Lloyd Jones hat eine Predigt darüber gehalten mit diesem Titel „The Battle for the Christian Life“. Oder „The Battle for the Mind“ war der Titel dieser Predigt. Aber die Idee dahinter ist der Kampf, das Schlachtfeld der Gedanken, des Verstandes. Ist das Schlachtfeld, ist das letztendliche Schlachtfeld des christlichen Lebens. Dort beginnt es.
Es ist also unheimlich wichtig, unseren Verstand auf die dich richtigen Dinge auszurichten, sodass dann unser Herz, was das Kontrollzentrum unseres Willens ist – der Verstand ist unser Denken, das Herz ist das Kontrollzentrum unseres Willens. Diese Dinge müssen richtig ausgerichtet sein, damit wir heilig und gottwohlgefällig wandeln können. Wenn wir unseren Verstand mit Müll füllen, „Garbage in“ – das heißt mit weltlichen Dingen, falschen Lehren, einem falschen Gottesbild, mit nichtigen und sündhaften Dingen der Begierde – dann wird auch unser Wandel nichtig, blind und verloren sein und sündhaft.
Genau das ist das Problem, das in die Gemeinde in Kolosse sich eingeschlichen hat. Diese falsche Lehre, die sich in Kolosse eingeschliche in die Gemeinde, infizierte den Verstand, also das Denken, und zerstörte somit auch den Wandel der Kolosse, zumindest bestand die Gefahr dafür. Und wir wollen heute sehen, dass der gottesfürchtige Wandel mit unserem Verstand und unserem Herzen beginnt, der auf den Himmel, wo Christus ist, ausgerichtet sein soll. Dort beginnt der christliche Wandel. Denn wir befinden uns nun und steigen nun ein in den dritten Kapitel des Kolosserbriefes.
Wo Paulus den hauptsächlichen Lehrabschnitt des Briefes beendet hat in den ersten beiden Kapiteln und nun in die Umsetzung und die Implikationen für den Wandel eingeht ab Kapitel 3 bis in Kapitel 4 hinein. Aber dieser Wandel beginnt eben beim Verstand, in unserer Gesinnung. Und so ist der Titel der heutigen Predigt: „Himmlische Gesinnung für irdischen Wandel. Himmlische Gesinnung für irdischen Wandel.“
Wir haben uns die vergangenen Wochen intensiv mit dem Herzen des Kolossabriefes, dem Herzen dieses Lehrabschnittes beschäftigt. Beginnend – und wir werden sehen, dieser begonnen hat es in Kapitel 2, 6 und 7 – und wir werden sehen, wie dieser Befehl, den wir uns damals angeschaut haben, sich eigentlich hier durch diesen praktischen Teil der Umsetzung auch hindurchziehen wird.
In Kapitel 2, 6 und 7 haben wir nämlich gesehen, dass Paulus‘ erster Imperativ in diesem Brief war: „Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und aufgebaut in ihm, gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung.“ Paulus‘ erster Befehl war also: Wandelt in Christus. Wie sollen wir in Christus wandeln? So wie wir ihn empfangen haben. Und wir haben uns damals damit beschäftigt, das Prinzip, wie wir Christus empfangen haben, dass unsere Einheit mit Christus – aus dieser Einheit fließt der Wandel des Gläubigen.
Denn dann im folgenden Abschnitt, in den Versen 9 bis 15 in Kapitel 2, haben wir uns mehr oder weniger angeschaut, wie Paulus beschreibt – die Beschreibung von Paulus, wie wir denn Christus empfangen haben. Wie haben wir Christus empfangen? Kurz gesagt, wir haben Christus in vollkommener Genugsamkeit empfangen. Wie haben wir Christus empfangen? In Genugsamkeit. Wir haben gesehen, seine Person ist genug. Er ist vollkommener Gott und wahrlich Mensch. Die Fülle der Gottheit wohnt in ihm leibhaftig. Wir haben gesehen, in ihm sind wir zur Fülle gebracht. Seine Person ist so reichhaltig und vollkommen, so genugsam, dass unsere Fülle in ihm ist und wir in ihm bereits vollendet sind. Wir haben gesehen, er ist über alle Gewalten erhaben. Größer als alle Engel, Dämonen, der Teufel – er ist über alles erhaben. Seine Person ist genug. Wie haben wir Christus empfangen in der Genugsamkeit seiner Person?
Wir haben auch gesehen, nicht nur seine Person ist genug, sein Werk ist genug. Wir haben gesehen, er hat unsere Natur vollkommen verändert. Das Alte ist weg, ausgezogen, getötet, gekreuzigt. Eine neue Natur wurde uns geschenkt. Ein Werk, das wir aus uns selbst nicht hervorbringen können, ein Werk, das wir auch – dem wir nichts hinzufügen können, sondern das Christus in der geistlichen Beschneidung unseres Herzens vollbracht hat. Wir haben weiter gesehen, in der Einheit mit ihm sind wir der Macht der Sünde gestorben und haben ein neues Leben, frei von der Sklaverei der Sünde. Wir sind mit ihm so eng identifiziert, dass als er gestorben ist, wir auch gestorben sind, wir mitbegraben worden sind und mit auferweckt worden sind, sodass wir ein neues Leben in Einheit mit ihm sind, frei von der Macht der Sünde und frei zum Gehorsam Gottes empfangen haben.
Wir haben weiter gesehen, er hat unsere Beziehung mit Gott wiederhergestellt und uns unsere Sünden vergeben. Wir haben – wir waren tot und entfremdet dem Leben Gottes, aber wir haben ein neues Leben empfangen und sind mit Christus eins gemacht worden. Gott. Wieder in eine Beziehung getreten, indem er uns unsere Sünden vergeben hat. Und das hat er nicht einfach so gemacht, sondern er hat unsere Schuld getilgt und uns mit Gott versöhnt, indem er am Kreuz unseren Schuldschein genagelt hat und Gottes Zorn zufriedengestellt hat, sodass Gott gerecht sein kann and gleichzeitig der sein kann, der den rechtfertigt, der des Glaubens an Jesus Christus ist. Er hat über alle dämonischen Mächte wie den Teufel am Kreuz triumphiert und sie bloßgestellt. Seht ihr, liebe Schwester, sein Werk ist genug. All das hat er vollbracht.
All das hat Gott mit uns vollbracht in der Einheit mit Christus, weil wir so eng mit ihm identifiziert sind. Wie haben wir Christus empfangen? Als einen genugsamen Erlöser. Als einen Erlöser, dem wir nichts mehr hinzuzufügen haben – keine Engel, keine Visionen. Als einen Erlöser, dessen Werk so genugsam ist, dass wir durch menschliche Rituale, zeremonielle Gesetze oder menschengemachter Gebote seinem Werk niemals etwas hinzufügen könnten. Kein Werk, das ich vollbringe, könnte diesem mächtigen Werk Christi, seinem Kreuzeswerk, seinem Wirken in uns etwas hinzufügen.
Und genau davor warnt Paulus uns dann in den Versen 16 bis 23. Er hat uns gesagt, wie wir Christus empfangen haben. In den Versen 16 bis 23 sagt er uns gewissermaßen, wie wir nicht wandeln sollen. Er sagt also in Vers 6: „Wandelt, wie ihr ihn empfangen habt.“ Dann beschreibt er uns, wie wir ihn empfangen haben, und dann sagt er uns, wie wir nicht wandeln sollen.
Weil Christus und sein Werk genugsam sind, sollst du dich nicht einfangen lassen von zeremoniellen Gesetzen – seine Speisegebote, jüdische Feste oder den Sabbat und diese Feiertage. Sie sind nur der Schatten. Diese zeremoniellen Gesetze, die Opfer, die Speisegebote – Christus ist die Substanz, Christus ist das Wahre. Es wäre nicht nur töricht, sich noch an diese Dinge zu halten oder sich von diesen Dingen richten zu lassen oder sich an diesen Dingen zu halten, sich diesen Dingen zu unterwerfen, als würden sie deiner Geistlichkeit noch etwas hinzufügen. Es wäre nicht nur törig, das zu tun, sondern es wäre eine Verwerfung des genugsamen Werkes Christi. Zu sagen: „Ich muss diese Dinge noch tun, um vor Gott wohlgefällig zu sein. Ich muss diese Dinge noch tun, weil meine Natur noch nicht verändert genug ist durch das Werk Christi.“
Auch ein asketischer Lebensstil in heuchlerischer Demut, Engelsanbetungen und Visionen – wir haben uns letzte Woche damit beschäftigt. Diese falsche Demut, die behauptet: „Ich bin nicht gut genug, um Gott zu nahen. Ich brauche einen Engel.“ Oder heutzutage wie in der katholischen Kirche: „Ich brauche einen Mittler, ich brauche die Heiligen, ich brauche Maria und ich brauche diesen und jenen.“ Das ist keine Demut. Das ist jemand, der das Werk Christi nicht verstanden hat oder der die Genugsamkeit des Werkes Christi leugnet. Es ist eigenwilliger Gottesdienst. Es ist, wie Paul, wie wir es letztes Mal gesagt haben: Es dient zur Befriedigung des Fleisches.
Eine Demut vom Menschen, die sagt: „Oh, ich bin nicht gut genug.“ Es ist offensichtlich, dass wir nicht gut genug sind. Aber Christus And sein Werk ist genug. When you also nach dem Werk Christian sagst, that du nicht gut genug bist, dann hast du entweder das Werk Christi nicht verstanden oder wirfst die Genugsamkeit des Werkes Christi. Es mag vor Menschenaugen gottesfürchtig und heilig erscheinen: „Ah, ich bin nicht gut genug. Ich brauche einen Mittler, ich brauche die Engel.“ Aber in Gottes Augen – Paulus ist ganz klar in seinen Worten – es ist eigenwilliger Gottesdienst und dient zur Befriedigung des Fleisches. Es geht vielmehr um dich und dein Ansehen vom Menschen als Gott anzubeten.
Wir brauchen keine Engel als Mittler, denn in Christus haben wir die Freimütigkeit, vor Gott zu treten, ohne das Halten menschengemachter Gebote, ohne unseren Leib künstlich zu knechten. Wie es damals in Kolosse die Irrlehrer gesagt haben oder wie es auch heute viele Religionen und falsche Formen des Christentums tun und geboten.
Wenn wir zu dem heutigen Abschnitt kommen, sehen wir, dass Paulus jetzt an diesen Abschnitt, vorherigen Abschnitt, anknüpft und nun über die Konsequenzen bzw. die natürliche Schlussfolgerung aus seiner vorherigen Argumentation nun spricht, weil die Person und das Werk Jesu Christi genug sind für Heil und Heiligung.
Weil leere Philosophie in seines zeremonielle Gesetz aus dem Judentum oder mystische Askese und falscher Demut ist, weil diese Dinge nichtig und zu verwerfen sind, weil Jesus die Substanz dieser Schattendinge ist – aus all diesem folgt nun der richtige Wandel des Gläubigen. Er hat also ein Kapitel, deswegen habe ich gesagt: Es zieht sich die ganze Zeit hindurch. Kapitel 2, Vers 6 sagt: „Er wandelt so in Christus, wie ihr ihn empfangen habt.“ Dann kommt: „So habt ihr ihn empfangen in Genugsamkeit.“ So sollt ihr nicht wandeln, und jetzt kommt: So sollt ihr wandeln.
Wie sieht der Wandel aus, der dem entspricht, wie wir Christus empfangen haben? Wie sieht ein Wandel aus, der aus sich, aus der Einheit mit Christus, und der sich aus der Genugsamkeit der Person und des Werkes Jesu Christi fließt? Wie sieht so ein Wandel aus? Wir haben gesehen, wie er nicht aussieht: nicht menschlichen Geburten, Ritualen unterworfen. Und ein falscher Ansatz wäre es, ins andere Extrem zu gehen und zu sagen: „Ja, es gibt gar keine Gesetze und gar keine Gebote. Wir können einfach leben, wie wir wollen, denn Christus ist ja genug.“ Nein, wir wollen – und damit haben wir uns auch in Kapitel 2 beschäftigt – wir wollen keine Gesetzlichkeit, wir wollen aber auch nicht Gesetzlosigkeit, nicht ein Leben im eigenen Willen, sondern ein Leben, das Christus wohlgefällig ist und diesem genugsamen Werk entspricht.
Wie denn sollen wir nun wandeln? Und genau darum geht es nun in diesen folgenden Abschnitten, ab Kapitel 3. Es beginnt heute, aber es geht weiter. Und Paulus geht ein auf allgemeine Heiligung, er geht dann ein auf die Gemeinde, er geht ein auf den Haushalt, er geht ein auf unseren Arbeitsplatz sozusagen. Es geht um Gebet, und da sind Gebote. Ja, es geht nicht darum, gesetzlos zu leben, ohne Gebote zu leben, aber es geht darum, dass diese Gebote aus der Einheit mit Christus herausfließen, aus dem genugsamen Werk Jesu Christi entsprechen. Weder gesetzlich menschengemachte Gebote oder Gebote, mit denen gesagt wird, dass du dadurch etwas dem Werk Christi hinzufügst, was dem fehlen würde, aber auch nicht gesetzlos.
Darum geht es heute im heutigen Abschnitt und in den folgenden Abschnitten. Aber gerade heute geht es da um die Wurzel. Es beginnt bei der Wurzel unseres Wandels, und diese Wurzel ist unser Verstand, ist unsere Gesinnung. Die Schlacht oder der Kampf des christlichen Lebens ist der Kampf um den christlichen Verstand. Wir werden sehen: Paulus fordert den Gläubigen auf, seinen Verstand auf den Himmel und Christus auszurichten, weil wir eins mit Christus sind, wie es auch offenbart werden wird. Er gibt uns die Befehle, die Begründung für die Befehle und eine Ermutigung für das Befolgen der Befehle. Er gibt uns die Befehle, die Begründung für die Befehle und eine Ermutigung, um diesen Befehlen zu folgen.
Wie ich vorhin gesagt habe: Der Titel der heutigen Predigt ist „Himmlische Gesinnung für irdischen Wandel“. Wir werden uns drei Punkte anschauen, und wir möchten mit dem ersten jetzt beginnen. Erstens: Strebe nach dem Obigen. Strebe nach dem Obigen. Vers 1: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“
Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid. Wenn wir „wenn“ lesen, dann denken wir sofort an einen Bedingungssatz – eine Bedingung, die erfüllt werden muss, damit das Folgende, was danach beschrieben wird, eintrifft. Aber bei Paulus geht es hier weniger um eine Bedingung, das wird auch sprachlich deutlich. Also es geht nicht um ein unsicheres Szenario: „Wenn es regnet, dann brauche ich einen Regenschirm“ – vielleicht regnet es, vielleicht auch nicht – sondern Paulus geht hier eigentlich sicher, geht hier davon aus, dass diese Bedingung bereits erfüllt ist. Dass „wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid“ genauso gut mit „weil ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist“ übersetzt werden… or sometimes gedanklich could be.
Denn Paulus sagt später ja auch noch: „You seid gestorben, euer Leben is verborgen with Christus.“ Er geht also davon aus, dass diese Menschen auferweckt worden sind. In Kapitel 2, Vers 12 haben wir gesehen, dass er sagt: „Ihr seid in ihm auch mit auferwechs durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes.“ Also, es ist nicht eine Bedingung hier, vielleicht oder vielleicht nicht, sondern – was Paulus hier macht, ist, er möchte uns gedanklich dazu bringen, der logischen, natürlichen und zwingenden Schlussfolgerungen zu folgen, die sich daraus ergibt, wenn wir mit Christus auferweckt worden sind.
Wenn wir nun mit Christus auferweckt worden sind – und das ist bei euch der Fall – was muss logisch darauf folgen? Was ist die zwingende Konsequenz davon, dass ihr mit Christus auferweckt worden seid? Und genau das werden wir gleich sehen, aber bleiben wir zuerst bei dieser bereits als erfüllt erachteten Bedingungen. Es geht also darum: wenn ihr mit Christus auferweckt worden seid. Wer auferweckt wurde, ist vorher gestorben. Siehe Vers 3, er redet: „Denn ihr seid gestorben.“ Es geht also – und es geht darum – dass wir mit Christus auferweckt worden sind.
Und beim Vorbereiten ist mir aufgefallen, wie oft wir in diesen Kolossabriefen, in unseren Abschnitten, eine Kombination mit diesem Mitweisen plus Verb hatten. Im Griechischen ist es so ein Präfix, der vor die ganzen Verben gestellt wird: „Syn“. Und wir haben immer wieder diese Verben, wo wir das Hauptverbauverb haben, wie auferstehen. Und dann ist das kombiniert mit diesem Präfix, um dieses „Mit-Auferstehen“ zu sagen. Also es ist ein Wort, zusammengesetzt aus „mit“ plus dem Hauptverb.
Wir haben in Kapitel 2, Vers 12: „mit ihm begraben“. Das ist ein Wort, „mitbegraben“. Dann in Vers 2,12 haben wir auch „mit auferweckt“. Das ist dasselbe Wort wie hier in Kapitel 3, also ein Wort, „mitauferweckt“. Dann haben wir in Kapitel 2, Vers 13: „Euch hat der mit lebendig gemacht.“ Auch ein Wort, „mitlebendig gemacht“. Dann haben wir hier in Kapitel 3, Vers 1, wie wir gerade gesehen haben, „mit auferweckt“. Dasselbe Wort wie in 2,12, ein Wort. Und nur zur Vollständigkeit – und es kommt später auch nochmal vor – in 2. Timotheus 2,11 haben wir auch diese Wörter, also diese Zusammensetzung: „mit gestorben“ und „mit Leben“. Haben wir in 2. Timotheus 2,11. Also es ist immer mit plus Verb, mit plus Verb.
Mit wem? Mit Christus. Es ist unsere Einheit mit Christus. Wir sind mit ihm gestorben, mit ihm begraben worden, mit ihm auferweckt worden, mit lebendig gemacht worden, und heute leben wir mit ihm. Wir sind so mit Christus eins gemacht, dass uns diese Dinge mit ihm geschehen sind. Wir sind mit Christus auferweckt worden. Da ist eine enge Verbindung und Vereinigung zwischen dem, zwischen Christus und uns, zwischen dem, was ihm passiert ist, und zwischen dem, was uns passiert ist. Als Christus auferweckt worden ist vor 2000 Jahren, als er aus diesem Grab auferstanden ist, geistlich sind wir mit ihm auferstanden.
Das bedeutet, das alte Leben ist vorbei. Die Herrschaft der Sünde und der Elemente dieser Welt – das haben wir in 2020 gesehen – ist vorbei. Es ist ein neues Leben, das uns geschenkt worden ist. Als Jesus auferstanden ist, dasselbe mit uns auf eine geistliche Weise geschehen. Römer 6,3 bis 4 sagt: „Römer 6, 3 bis 4. Oder wisst ihr nicht, dass wir so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Namen, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tot, damit wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist, durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch weiter in Neuheit des Lebens wandeln.“
We are mit ihm auferweckt zum Wandel in Neuheit des Lebens. Wir sind in Christus hineinversetzt worden, sodass, als er zu seinem neuen Leben auferweckt worden ist, wir mit ihm eines neuen Lebens teilhaftig geworden sind.
Es ist nicht nur ein verbessertes Leben – damit haben wir uns in Kapitel 2 auch schon beschäftigt –, sondern es ist ein Leben, das völlig neu in seiner Art ist, neu in Qualität. Es ist nicht das alte Leben, das mit Salz und Pfeffer nachgewürst worden ist. Es ist nicht das alte Leben, dem wir noch etwas Zucker und Sahne hinzugefügt haben, damit es schmackhafter wird. Es ist ein vollständig erneuertes Leben.
Christi Auferstehung war meine Auferstehung. Wenn ihr – und wie gesagt, das ist eine als erfüllt erachtete Bedingung –, weil ihr mit Christus auferweckt worden seid, weil seine Auferweckung eure Auferweckung war zum neuen Leben. Was ist nun die zwingende Konsequenz davon? So sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zu Rechten Gottes. Weil das so ist, ist die zwingende Konsequenz, dass unser Leben davon geprägt sein soll, dass wir das suchen, was droben ist.
Das Suchen hier beschreibt einen fortlaufenden Befehl, also eine anhaltende Haltung, die unser Leben kennzeichnen soll. Unser Leben soll charakterisiert sein vom Suchen, was droben ist. Das Wort beschreibt das eifige Streben und Trachten, um etwas zu finden oder etwas zu erreichen. Ja, es wird normal für Suchen und Finden verwendet, aber es wird auch zum Beispiel in Matthäus 6,33 verwendet. Übrigens einer der zwei Lieblingsverse von meinem Vater: Matthäus Kapitel 6, Vers 33, wo es folgendermaßen übersetzt wird – Matthäus Kapitel 6,33. Dort wird es übersetzt mit: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“
Hier wird das Wort also mit „trachtet nach“ übersetzt. Da geht es… im Matthäus 6,33 geht es ja nicht darum, etwas zu finden, was man verloren hat. Ja, sucht nach dem Reich Gottes, als hätte man es verloren, sondern es geht darum, den Dingen des Reiches Gottes und der Gerechtigkeit Gottes zu… nach diesen Dingen zu streben. „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes.“ Gebt diesen Dingen eure Aufmerksamkeit! Im Zusammenhang von Matthäus 6 geht es ja darum: Sorgt euch nicht darum, was ihr essen sollt oder was ihr euch kleiden solltet, sondern stattdessen: Gebt eure Gedanken… Eure Sorgen sollen sich nicht um das drehen, sondern eure Gedanken sollen eingenommen sein von den Dingen des Reiches Gottes und der Gerechtigkeit Gottes. Euer Herz und euer Verstand und euer Sinnen soll erfüllt und euer Begehren soll auf diese Dinge ausgerichtet sein.
Darum geht es auch hier. „Sucht nach dem, was droben ist“, bedeutet, dass die Dinge, die zu droben gehören, also zur himmlischen Welt gehören, dass diese Dinge unser Herr, unser Herz, unser Verstand, unser Begehren erfüllen sollen. Dass unser Denken ausgerichtet ist und erfüllt ist mit den Dingen des Himmels, mit den Dingen der Ewigkeit, mit den Dingen, die über diese Welt hinausgehen.
Das Wort „droben“ wird von Jesus verwendet in Johannes 8,23, wo er sagt – Johannes 8,23 – und er sprach zu ihnen: „Ihr seid von dem, was unten ist. Ich bin von dem, was oben ist. Ihr seid von dieser Welt. Ich bin nicht von dieser Welt.“ Hier sehen wir den Kontrast. Die Pharisäer, mit denen Jesus sich gerade unterhält, sie sind von dem, was unten ist. Was bedeutet? Sie sind von dieser Welt. Jesus ist von oben. Und was bedeutet das? Er ist nicht von dieser Welt. Er kommt von der Welt, die über diese Welt hinausgeht, die über das Irdische hinausgeht.
Das Drogen beschreibt den Himmel, das beschreibt die Ewigkeit. 1. Jonas 2,17 charakterisiert diese Welt, dieses „unten“ hier, als: „Die Welt vergeht und ihre Begierde. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ Wir haben also die Welt, das, was unten ist, das vergeht. Unsere Gedanken sollen ausgerichtet sein auf das, was nicht vergeht, auf die Ewigkeit, auf den Himmel und auf die himmlischen Dinge.
In Matthäus sechs, zwanzig bis einundzwanzig, sagt Jesus. Matthäus sechs, zwanzig bis einundzwanzig, sagt Jesus.
„Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Der Ort, wo wir unsere Schätze sammeln sollen – dieser Ort soll unser Trachten vereinnahmen. Dort, wo unser Schatz sein soll. Er sagt ja, unser Schatz soll im Himmel sein. „Da wird auch unser Herz sein“, sagt Jesus. „Dort, wo dein Schatz ist, wird auch dein Herz sein.“ Und Jesus sagt, euer Schatz soll im Himmel sein. Das bedeutet auch: Dein Herz soll im Himmel sein. Dein Herz soll auf den Himmel ausgerichtet werden, auf diese ewige Stätte, wo Motte und Fraß nicht zerstören, wo Liebe nicht durch Graben noch stehlen.
Jonathan Edwards wird ein folgendes Gebet zugeschrieben. Man weiß nicht genau, ob es von ihm ist oder ob es ihm nur zugeschrieben wird, aber zumindest wird es ihm zugeschrieben, dass Jonathan Edwards gesagt hat oder gebetet hat: „Herr, präge die Ewigkeit auf meine Augen.“ Oder genauer übersetzt, wörtlicher übersetzt: „Herr, stemple mir die Ewigkeit auf meine Augapfel.“ „Stemple mir die Ewigkeit auf meine Augapfel.“ Genau darum geht es hier. Sucht nach dem, was droben ist.
Jonathan Edwards, wenn er sagt „stempele mir“ – stellt euch vor, das bildlich mal vor: Ihr stempelt euch etwas auf eure Augäpfel. Was passiert? Ihr werdet alles durch den Filter dieses Stempels sehen. Alles, was ihr mit euren Augen seht, wird gefiltert werden von diesem Stempel. Und dieser Stempel, sagt Jonathan Edward, soll die Ewigkeit sein. Also alles, was er sieht, wird er sehen im Filter der Ewigkeit, im Lichte der Ewigkeit, im Lichte des Himmels. Das soll alles bestimmen, was er sieht. So soll unser Sinnen, unser Bestreben, unser Begehren, unsere Sehnsucht, unser Denken – es soll erfüllt und vereinnahmt sein von der Welt da droben. Die Heimat da droben, wenn wir das Lied zitieren wollen, das wir auch singen.
Und das Droben wird hier näher definiert in Vers 1: „Sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“ Das Droben ist also dort, wo Jesus ist. Wenn wir also nach den himmlischen Dingen streben und diese Dinge uns vereinnahmen sollen – was ist das himmlische Ding beziehungsweise wer ist das himmlische Ding überhaupt? Jesus Christus selbst. Er dort ist das, was da oben ist; es ist Jesus. Er ist dort. Wenn wir also nach den himmlischen Dingen streben, sollen wir letztendlich nach Christus selbst streben. Wir sollen unseren Fokus und unser Begehren auf die Person Jesu Christi ausrichten.
Sucht nach dem, was droben ist. Ja, wer ist denn droben? Jesus Christus. Wir trachten nach ihm. Er soll unser Denken, unser Begehren, unser Sinnen vereinnahmen. Nach ihm zu trachten – was bedeutet das? Nach seinem Willen, nach seinem Maßstab, nach seiner Gesinnung, seiner Herrlichkeit, seiner Schönheit, seiner Genugsamkeit, seiner Göttlichkeit, seiner Menschlichkeit, seiner Erhabenheit, seiner Würdigkeit – und wir könnten die Liste unendlich weiterführen. Du sollst suchen, streben, trachten nach dem, was oben ist. Was ist oben? Wer ist droben? Jesus selbst. Jesus ist oben. Und das soll dein Denken und dein Begehren ausmachen.
Christus ist uns näher beschrieben. Der, der Drogen ist, ist Christus, und er ist uns näher beschrieben. Seine Aktivität sozusagen – er wird uns näher beschrieben – oder sein Zustand. Er wird uns näher beschrieben als zur Rechten Gottes sitzend. Das beschreibt Christus in seiner Erhabenheit als Messias, in Autorität und in Macht. Er sitzt. Ja, es ist Sitzen; es ist ein Ausdruck von Ruhe nach einem vollbrachten Werk. Dass er sitzt, deutet an, dass sein Werk vollbracht ist, dass diesem Werk nichts mehr hinzugefügt werden muss. Das Sitzen drückt auch eine Autorität und eine Macht aus. Er sitzt zur Rechten Gottes wie der Prinz, der auf seine Krönung wartet, insbesondere im Lichte von Psalm 110 natürlich. Und wir sehen, wie Jesus diesen Vers verwendet; wir sehen, wie die Apostel diesen Vers verwenden. So oft haben wir im Neuen Testament diesen Ausdruck.
Christus, sitzend zur Rechten Gottes oder zu Rechten der Macht. Psalm 110, Vers 1: „Spruch des Herrn für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schämel deiner Füße.“
Seine Herrschaft über allem ist eng verbunden mit dem Trachten nach Jesus. Wir trachten nach dem Himmel. Wer ist im Himmel? Jesus. Und wie ist er dort in all seiner Erhabenheit und seiner Autorität? Wir trachten nach dem, der vom Himmel aus über alles herrscht. Wir trachten nach dem, der triumphiert hat über alle Macht, über Tod, Teufel und alle dämonische Macht, und der sich gesetzt hat zu Rechten der Macht, zu Rechten Gottes.
Oft haben wir diese Verse gelesen, Evesser Kapitel 1, 20 bis 22. Die hat er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat. Hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in den zukünftigen genannt wird. Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben.
Seht ihr, liebe Geschwister, unsere Gesinnung, unser Trachten, unser Denken, unser Begehren soll auf ihn ausgerichtet sein. Diesen Erhabenen, der über alles erhoben ist. Dieser Jesus ist würdig, das Objekt unserer Sehnsucht und unserer Zuneigung zu sein. Dieser König hat es verdient, dass unser Denken und unsere Liebe verändert – dass er unser Denken und unsere Liebe vollständig erobert. Gebt ihm euren ganzen Verstand und euer ganzes Herz. Möge er euch vereinnahmen, denn er ist der Einzige, der würdig ist, dich voll und ganz zu vereinnahmen.
Paulus setzt den Befehl fort, gibt uns einen zweiten, sehr ähnlichen Befehl in Vers 2: „Sinn auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist.“ Ein weiterer Befehl, sehr ähnlich zu Vers 1. Auch dieser Befehl ergibt sich daraus, dass wir mit Christus auferweckt worden sind – weil ihr mit Christus auferweckt worden seid, einst seid in seiner Auferung, dieses neue Leben empfangen habt.
Wir sollen auf das sinnen, was droben ist. Sinnen hier wird auch mit „Denken“ oder „Achten“, also etwas wird geachtet, übersetzt. Es beinhaltet das Wort für den Verstand, betrifft aber auch unseren Willen und unsere Zuneigungen. Es ist Sinnendenken, aber nicht nur der Verstand, sondern eben auch unser Willen und unsere Zuneigung. Also das, was wir begehren und das, was wir lieben.
Es geht darum, seinen Verstand, seinen Willen und seine Zuneigung auf die himmlischen Dinge auszurichten und bewusst über die Dinge der Ewigkeit und die Dinge bezüglich des Christus nachzudenken, nachzusinnen. Und auch das sollen wir anhaltend tun: suchen und sinnen, streben und nachdenken. Zum Objekt unseres unseres Denkens, unseres Willens und unseres unserer Liebe sollen wir Christus und die Dinge von droben machen.
Wer ist oben, wer ist oben? Das haben wir gerade gesehen. Jesus, sitzend zu Rechten Gottes. Ihn als erhabenen König – die Lehre über seine Person, seine Erhöhung, seine Autorität – soll unseren Verstand einnehmen. Wir sollen bewusst über Jesus nachdenken, nachsinnen. Es soll eine bewusste Tat von uns sein, von über ihn nachzusinnen.
Der Hebräerbrief formuliert es folgendermaßen: Hebräer Kapitel 12, 1 und 2. Hebräerbrief, Kapitel 12, 1 und 2, wo es heißt… Der Schreiber des Hebräerbriefes benutzt das Bild eines Wettlaufs: „Deshalb lasst uns nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrittende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf.“
Und wie sollen wir diesen Wettlauf laufen? Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zu Rechten des Thrones Gottes. Haben wir wieder: Er hat sich gesetzt zur Rechten Gottes, zur Rechten des Thrones Gottes.
Und wir sollen schauen, wir sollen laufen auf den – auf Jesus, indem wir auf ihn schauen. Unsere Augen – ich glaube, im Englischen ist das so übersetzt – unsere Augen auf ihn fixieren. Denn er ist unser Ziel. Ja, ein Läufer muss auf das Ziel schauen. Sobald er anfängt, auf sich selbst zu schauen, nach links oder rechts zu schauen, wo die anderen sind, wird er nicht mehr so schnell laufen? Wird er wahrscheinlich seine Bahn verlassen und nicht mehr aufs Ziel hinauslaufen? Jesus sagt… Paul, der Schreiber des Hebräer-Briefes hier, sagt uns: „Fixiert eure Augen auf Jesus. Schaut auf ihn. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens.“
Das bedeutet es, auf das zu sinnen, was droben ist: Nachdenken über Jesus, über die Lehre, über ihn, über seine Person, über sein Werk. Und Paulus hat uns so viel Material im Kolosserbrief dafür gegeben, um über diesen Jesus nachzusinnen. Ich würde behaupten, es fehlt, mangelt uns nicht an Dingen, um über Jesus nachzudenken. Wir müssen das aber tun. Wir müssen bewusst über diesen Jesus nachdenken.
In 2. Korinther 3,18, auch ein Vers, den wir oft zitieren, sagt der Apostel Paulus: „Wir alle aber schauen mit aufgedeckt die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist geschieht.“ Auf ihn zu schauen, über ihn nachzusinnen – das ist es, wie wir verwandelt werden, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Sind also auf das, was droben ist. Das, was droben ist – was ist oben? Jesus. Er soll euren Verstand und euer Denken und euren Willen und eure Zuneigung vereinnahmen. Nicht das, was auf der Erde ist – das ist die andere Seite. Diese Dinge sollen deinen Verstand nicht einnehmen.
Die Dinge der Erde sind auf der einen Seite natürlich sündhafte Dinge: Begierde. Das sind Dinge der Erde. In 1. Johannes 2, 15 und 16 wird beschrieben, was diese Welt ausmacht. Die Dinge dieser Welt, 1. Johannes 2, 15 und 16, sagen Folgendes: „Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist.“ Er liebt diese Dinge nicht. Hier haben wir die Zuneigung, oder beziehungsweise diese Willensentscheidung der Zuneigung: „Liebt nicht diese Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm, denn alles, was in der Welt ist, ist Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens – ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt.“ „Liebt diese Dinge nicht“, sagt Johannes.
Und Paulus sagt: Füllt euren Verstand nicht mit diesen Dingen. Diese Dinge sollen nicht euren Verstand vereinnahmen: Sünde, Begierde, Hochmut des Lebens, Lust, Begierde der Augen, Begierde des Fleisches – das soll euren Verstand nicht vereinnahmen. Aber nicht nur diese Dinge, auch das, was diese gesetzlichen Irrlehrer in Kolossä versucht haben, einzubringen. Auch das sind Dinge der Erde. Wir haben ja gesehen in Kapitel 2, Vers 20: Paulus sagt: „Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch noch Satzungen? Es lebtet ihr noch in der Welt.“
Paulus sagt: Ihr seid diesen weltlichen Dingen, diesen irdischen Dingen gestorben. Diesen zeremoniellen Gesetzen, diesen menschengemachten Geboten, dieser Unterwerfung von Gesetzen – ihr seid diesen Dingen gestorben. Das sind auch Dinge der Welt. Und wenn ihr Gesetzlichkeit seht, wenn ihr die Religion in der Gesetzlichkeit geht – es geht ums Irdische. Es geht um das, was auf der Erde ist. Das füllt meinen Verstand: was ich auf dieser Erde noch leisten muss, um in den Himmel zu kommen oder um vor Gott wohlgefällig zu sein, um eine Stufe der Geistlichkeit zu erreichen. Auch diese Dinge sollen nicht eure Gedanken ausrichten.
Also, wir haben Gesetzlosigkeit – ja, also diese Welt, was diese Welt ausmacht, die Begierde der Welt – soll nicht euren Verstand einnehmen. Gesetzlichkeit soll aber auch nicht euren Verstand einnehmen, denn das ist auch auf der Erde, auf die Erde ausgerichtet: den Elementen dieser Welt. Fleischliche Befriedigung in scheinheiliger Demut.
Aber es gibt auch Dinge, die an sich nicht falsch sind, die aber zum Problem werden, wenn sie unseren Verstand vereinnahmen. Fortlaufend. Unser Aussehen, unsere Beliebtheit vor Menschen, wie Menschen von uns denken, Geld und Wohlstand. Unser Auto, unsere Kleidung, unsere Karriere – alle Dinge, die an sich nicht unbedingt falsch sind. Dinge, um die wir uns zu einem gewissen Grad auch kümmern müssen. Aber nehmen sie deinen Verstand ein? Ist es das, was deinen Wandel auf dieser Erde bestimmt? Wie andere Menschen über dich denken? Von anderen Menschen gelobt zu werden oder anerkannt zu werden? Deine Kleidung, wie du ausschaust? Deine Karriere, deine Arbeit – ist das, was dein Leben ausmacht? Ist dein Herz darauf ausgerichtet und deine Gedanken damit erfüllt?
Ganz einfacher Test, wie oft – wenn ihr euch erinnert, in Kapitel 1 haben wir den, ich würde ihn den Robert Mary McShane-Test nennen, anwenden. Wie oft schaust du dich im Spiegel an? Und im Vergleich dazu, wie oft hast du über Christus nachgedacht? Wie oft hast du darüber nachgedacht und bist darüber besorgt, wie Menschen über dich denken und was sie von dir denken? Und im Vergleich dazu, wie oft bist du davon geprägt, was Christus über dich denkt und das, was du tust? Worauf ist dein Herz ausgerichtet? Was erfüllt deinen Sinnen? Das ist es, was letztendlich deinen Wandel bestimmen wird.
Matthäus 16,23, dort spricht Jesus zu Petrus: „Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Anstoß, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes ist, sondern auf das, was der Menschen ist.“ Petrus war es wichtiger, nicht zu leiden, als den Willen Gottes zu tun. Das ist ein Beispiel für eine Gesinnung, wo auf das gesinnt wird, was auf der Erde ist: körperliche Unversehrtheit, Komfort und Bequemlichkeit. Wenn diese Dinge wichtiger werden als der Wille Gottes, als Christus; wenn diese Dinge deinen Verstand und dein Herz mehr vereinnahmen als Jesus Christus, als die Ewigkeit, als das, was droben ist – dann ist das ein Problem. Dann wird dein Wandel auch nicht dementsprechend, dass du mit Christus auferweckt worden bist, wenn wir übersinnen und suchen nach dem, was droben ist.
Wir haben so in der Lesung vorhin im Gottesdienst Psalm 73 gelesen. Asaf hatte damit zu kämpfen, ob seine Gesinnung mit dem erfüllt ist, was auf der Erde ist, oder mit dem erfüllt ist, was himmlisch ist. Wir haben gelesen, wie beschreibt Azav seinen Zustand? Psalm 73: Er dachte, die Gottlosen haben es gut. Er hat sogar sich gedacht: „Fürwahr umsonst“, Psalm 73, Vers 13, „und fürwahr umsonst habe ich mein Herz reingehalten und in Unschuld gewaschen meine Hände.“ Er beschreibt seinen Zustand vorher, sagt er, wie ein Traum nach dem Erwachen. Ich meine Vers 21: „Als mein Herz erbittert war und es mich in meinen Nieren stach, da war ich dumm und verstand nicht. Wie ein Tier war ich bei dir.“ Das ist der Verstand, der auf die Erde ausgerichtet ist. Er ist blind. Er ist dumm. Er ist wie ein Tier.
Ich muss da immer an den König Nebukadneza denken. Es ist nicht dieselbe Situation oder Beschreibung, aber als Illustration funktioniert das, glaube ich. Sieben Jahre lang wurde er dazu von Gott bestraft, wie ein Tier zu leben, ohne Verstand. Am Ende dieser sieben Jahre – und ich liebe diese Formulierung, wie es in Daniel Kapitel 4 heißt – am Ende dieser sieben Jahre sagt Nebukadneza (Kapitel 4,31): „Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadneza, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Und ich prieste den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den Ewig Lebenden.“ Ich erhob meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück.
Oh, liebe Geschwister, wie schön sind solche Worte. Das ist die Idee, die auch Asaf hier sagt: „Als ich erbittert war, da war ich dumm und verstand nicht und war wie ein Tier.“ Ein auf die Erde ausgerichteter Verstand ist wie ein Tier, ist wie ein Nebukadneza, der sich wie ein Tier verhalten hat. Richte aber deine Augen auf den Himmel aus, und dein Verstand wird zu dir zurückkehren.
Ich weiß, wie gesagt, nicht die perfekte Analogie, aber als Illustration: Richte deinen Verstand auf den Himmel aus. Fülle deine Gedanken auf den Himmel aus. Und du wirst nicht dumm und wie ein Tier dich verhalten. Du wirst nicht auf diese Erde gerichtet leben, sondern du wirst ewigkeitsgerichtet leben.
Asaf sagt – wann ist Asavs Verstand zurückgekehrt? Psalm 73: „Bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes, bedenken will ich dort ihr Ende.“ Bis ich zurückging in das Heiligtum Gottes und bedenken, bedacht habe ihr Ende, als Asaf seinen Verstand wieder auf Christus ausgerichtet hat, auf Gott ausgerichtet hat. Als er sich ausgerichtet hat, als er in das Heiligtum ging, als er sich ausgerichtet hat auf die Gegenwart Gottes. Dann, dann ist sein Verstand zu ihm zurückgekehrt. Dann wurde seine Sicht korrigiert. Und er ist nicht in diese Falle getappt, in der die Gefahr stand zu fallen.
Lasst uns an dieser Stelle, liebe Geschwister, Schluss machen und nächstes Mal fortsetzen. Was haben wir heute gesehen in diesen ersten beiden Versen? Paulus beginnt in Kapitel 3 diesen Abschnitt des christlichen Wandels. Es geht darum: Wie sollen wir denn nun wandeln, Paulus? Du hast gesagt: „Wandelt in Christus, wie wir ihn empfangen haben.“ Du hast uns beschrieben, wie wir ihn empfangen haben. Du hast uns erklärt, wie wir nicht wandeln sollen: in Gesetzlichkeit und mystischer Askese und falscher Demut und scheinheiligem Gottesdienst.
Wie sollen wir denn nun wandeln? Paulus wird es uns erklären in diesen Kapiteln. Er sagt: „Tötet eure Glieder.“ Er sagt: „Legt ab.“ Dann sagt er: „Zieht an.“ Dann sagt er, spricht er zu den Frauen: „Ordnet euch euren Männern unter.“ Er spricht zu den Männern: „Liebt eure Frauen.“ Er spricht zu den Kindern, er spricht zu den Eltern, er spricht zu den Sklaven und Herren. Er spricht über Gebet. Keine Sorge, liebe Geschwister, Paulus wird uns noch beschreiben, wie wir wandeln sollen.
Die Gebote kommen, aber der Wandel beginnt bei unserem Verstand. Der Kampf des christlichen Lebens ist der Kampf um den christlichen Verstand. Und dieser Verstand und der Wandel fließt aus dem, was wir denken. Und Paulus sagt uns, wie wir denken sollen. Wir sollen auf das sinnen, was droben ist. Wir sollen sinnen auf das Himmlische, weil wir mit Jesus so vereint sind, dass wir mit ihm auferweckt worden sind. Die zwingende Konsequenz: Wenn A erfüllt ist, muss B eintreffen. A ist, dass wir mit Christus auferweckt worden sind; dann ist die zwingende Konsequenz, dass wir nach dem streben, was da oben ist.
Und so möchte ich dich fragen, lieber Bruder, liebe Schwester: Worauf ist dein Herz ausgerichtet? Worauf ist dein Verstand ausgerichtet? Die Anwendung, erstens: Prüfe die Dinge, die dein Denken erfüllen. Was erfüllt dein Denken? Was macht dein Denken aus? Schau in die letzte Woche, die vergangene Woche. Wenn jemand in deinen Kopf eine Kamera implantieren könnte oder ein Mikrofon und aufgezeichnet werden würde, was deinen Verstand diese Woche gefüllt hat: Wie würde diese Audioaufnahme aussehen, sich anhören? Wie würde der Film ausschauen, der deine Gedanken widerspiegelt?
Natürlich denkst du vielleicht gerade an sündhafte Gedanken – die Begierden und Lust, die in deinen Gedanken waren. Aber ich möchte, dass du auch über die anderen Dinge nachdenkst. Ja, diese Dinge sind auch schlimm und diese Dinge sollen auch deinen Verstand nicht füllen. Aber was ist mit anderen Dingen, die an sich nicht falsch sind? Wir haben vorhin die Beispiele gesehen: dein Aussehen, deine Gesundheit, deine Karriere, was andere Menschen über dich denken. Wie sehr füllt dich das?
Wenn du auf die letzte Woche zurückblickst – und vielleicht setzt sich das ja durch, wenn ich das so nenne – und den Robert-Mary McShane-Test durchziehst: Wie oft hast du in den Spiegel geschaut? Und wie oft hast du im Vergleich über Christus nachgedacht? Und du kannst das „In den Spiegel schauen“ mit allem anderen ersetzen.
Wie oft hast du darüber nachgedacht, was Menschen über dich denken? Wie oft hast du über dein Auto nachgedacht? Wie oft hast du über dein Geld und deine Finanzen und deinen Wohlstand nachgesinnt? Was hat dein Denken bestimmt? Prüfe dich, lieber Bruder, liebe Schwester.
Und mit diesem Prüfen, wenn du siehst, dass dein Denken ausgerichtet ist auf diese Erde, auf die Dinge dieser Erde – sei es Sünde, Begierde, sei es Gesetzlichkeit; sei es ein Ausrichten darauf, wie du durch deine eigene Leistung dich vor Gott präsentieren kannst; sei es das Halten von menschengemachten Geboten; sei es dieser scheinheilige Demut, ein Dienen und ein Wandel vor den Augen der Menschen, aber wo kein Dienen und Wandel im Verborgenen geschieht – wenn du diese Dinge in deinem Leben erkennst, wenn du eine Vereinnahmung deines Verstandes in diesem Leben erkennst, dann tue Buße. Kehre um.
Du bist frustriert, wieso es im Kampf der Sünde nicht weitergeht? Du weißt nicht und verstehst nicht, wieso du immer wieder in dieselbe Sünde fällst? Die Lösung sind nicht menschengemachte Gebote. Die Lösung ist nicht, dass du dich selbst knechtest oder geißelst und Engel anbetest oder nach Visionen suchst. Die Lösung beginnt bei deinem Verstand. Wenn du dort nicht anfängst aufzuräumen, wird sich dein Wandel auch nicht ändern. Wo ist dein Verstand, lieber Bruder? Was füllt deine Gesinnung, liebe Schwester? Tue Buße.
Und zweitens: Strebe nach den himmlischen Dingen. Suche danach, strebe danach, denke über diese Worte nach: „Suchen“ und „streben“. Das sind bewusste Entscheidungen, die du täglich treffen musst, dass du dein Leben ausrichtest auf die himmlischen Dinge. Das ist kein Gefühl, das du einfach mal hast, dich geistlich zu fühlen und dann suchst du nach den himmlischen Dingen. Es ist eine bewusste Entscheidung, die dir tagtäglich treffen musst, wo du heute, nachdem du zum Beispiel aufstehst, sagst: „Ich möchte mich auf diesen Himmel ausrichten. Ich möchte mich auf die Ewigkeit ausrichten. Ich möchte nach dem streben, was des Christus ist.“
Wie schrebst du? Wie tust du das? Ganz einfach, und vielleicht enttäusche ich dich mit diesen Antworten, aber es gibt nicht diese magische Formel, nach der du suchst. Oder die einzige magische Formel, die es gibt, ist, dass du über diesen Christus nachsinnen musst. Und das Beste, wie du das tun kannst, ist durch das Wort Gottes. Du tust es, indem du das Wort Gottes liest, deine Gedanken mit dem Wort füllst. Du tust es, indem du über das Wort Gottes nachsinnst. Nicht nur ganz schnell lesen, um deinen Haken beim Leseplan zu machen, sondern in dir zu halten und nachzudenken über das, was du gelesen hast.
Tust du das? Lernst du das Wort Gottes auswendig? Der Psalmistin im Psalm 119 sagt: „Dein Wort habe ich meinen Herzen bewahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.“ Bewahrst du das Wort Gottes in deinem Herzen? In einem Lied wird das Wort folgendermaßen beschrieben; dort heißt es: „Das Wort ist das Porträt des Angesichtes Jesu.“ Die Schrift ist das… Du willst Jesus sehen? Sein Angesicht, seine Herrlichkeit zu sehen, ist ja das, was uns verwandelt. There will do unsere Gedanken erfüllen. So lies es, sinne darüber nach, lerne es auswendig, studiere es, beschäftige dich damit. So strebst du danach, so suchst du danach. Bete über das Wort. Bete mit dem Wort. Sinne über dieses Wort nach.
Wie strebst du nach den himmlischen Dingen? Wie füllst du deine Gedanken? Auch ganz simpel, indem du zur Gemeinde kommst. Dort, wo wir verharren gemeinsam in der Lehre der Apostel, in Gemeinschaft, im Brechen des Brotes, was uns den Tod Christi verkündigt, und im Gebet. Die Versammlung der Heiligen, wo wir uns gegenseitig dienen und erbauen, um gemeinsam in diesem Christus zu wachsen, zur Fülle Christi. So strebst du und suchst du nach den himmlischen Dingen. Die Gemeinde ist das – das, was uns am nächsten kommt zum Himmel auf Erden. Die Gemeinde ist das, was dem Himmel auf Erden am nächsten kommt. Du willst deinen Gedanken aufrichten auf das Himmlische.
Dann komm hierher und sei ein aktives, verbindliches Mitglied einer Versammlung von Menschen, die genauso nach dem streben, wonach du streben sollst. Strebe nach den himmlischen Dingen. Fülle deinen Verstand, denke darüber nach, entscheide das bewusst.
Wenn die anderen Gedanken kommen – und dazu werden wir noch kommen, wenn es darum geht: „Tötet eure Glieder“, „Legt ab Zorn, Wut“ –, dann geht es um den Kampf und das Schlachtfeld unseres Wandels, der beginnt bei unseren Gedanken. Ja, ich habe vor Kurzem das … es gibt ein kleines Buch von Pastor Peter Schild, das heißt „Das Schlachtfeld der Gedanken“. Kleines Buch, aber ein tolles Buch, was man, glaube ich, nicht nur einmal liest, sondern, glaube ich, immer wieder mal lesen sollte und einfach zur Hand haben sollte. Weil es genau darum geht: das Schlachtfeld der Gedanken. Wie kämpfe ich und gewinne ich und erlange Kontrolle und Herrschaft über meine Gedanken, statt mich von meinen Gedanken beherrschen zu lassen?
Der Kampf beginnt mit deinen Gedanken. Kämpfe um deine Gedanken. Lege falsche Gedanken ab. Lege falsche Lehre ab. Auch dafür – wegen eben … die Gemeinde ist wichtig, um die richtige Lehre von Jesus zu empfangen und so richtig über Jesus nachzusinnen. Strebe nach den himmlischen Dingen.
Und an den Ungläubigen, der Jesus neu noch nicht an Jesus glaubt: Dieses „Wenn ihr mit Christus auferweckt worden seid“ – Paulus benutzt das als wahr erachtete Bedingung, weil es ja über den Gläubigen bereits stimmt, weil er das über die Kolosse bereits als wahrhaftig erachtet. Wenn du aber an Jesus noch nicht glaubst, dann ist diese Bedingung noch nicht erfüllt. Du bist mit Christus noch nicht auferweckt worden, du bist noch nicht mit ihm eins gemacht worden. Du kannst dein Leben nicht auf eine Ewigkeit ausrichten, deren Teil du nicht bist.
Wie wirst du Teil dieser Welt jenseits dieser Welt, dieser Erde? Wie wirst du Teil dieser Ewigkeit? Indem du an Jesus Christus glaubst. Kehre um von deinen Sünden. Kehre um von deinen Versuchen, diesem genugsamen Werk Jesu Christi etwas durch deine eigenen Werke hinzuzufügen. Komme mit leeren Händen zu Jesus Christus und glaube an ihn. Mit ihm eins zu sein, die Einheit mit Christus, ist der Schlüssel für ein Leben für die Ewigkeit; für einen Wandel, der nicht auf diese Erde und die Nichtigkeit dieser Erde ausgerichtet ist, sondern für einen Wandel, der über diese Welt hinausgeht, der für die Ewigkeit und auf Christus, diesen erhabenen König, ausgerichtet ist. Der sitzt zur Rechten Gottes. Kehre also um und glaube an Jesus Christus. Ihm möge alle Ehre zuteil werden. Amen.
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, wie glückselig dürfen wir uns schätzen, dass wir mit Christus eins gemacht worden sind. Wir sind so eins mit ihm und so eng mit ihm verbunden, dass, als er auferweckt worden ist, wir mit ihm auferweckt worden sind. Als er aus diesem Grab herauskam, sind auch wir aus dem Grab herausgekommen. In geistlicher Weise sind wir auferstanden, haben ein neues Leben empfangen, das mit derselben Kraft geführt werden kann, mit der Jesus auferweckt worden ist.
Wir danken dir, Vater, dass du uns so eins mit Christus gemacht hast, dass wegen dieser Auferweckung wir nun unsere Gesinnung ausrichten dürfen auf etwas, was jenseits dieser Welt ist; auf etwas, was Bestand hat, was ewig zählt, und nicht nur auf diese Erde, auf Nichtiges und auf Sünde und auf Gesetzlichkeit gerichtet ist. O großer Gott, wir bitten dich darum: Hilf uns, dass wir nach dem streben, was oben ist. Hilf uns, dass wir uns ausrichten auf deinen Sohn, der zu deiner Richten sitzt. Oh, wie herrlich ist es bereits, dass er sitzt in Triumph und in Macht und in Autorität zur Rechten deines Thrones. Aber wie groß wird auch noch die Herrlichkeit, wenn er wiederkommen wird, wenn er aufstehen wird von dieser Rechten und kommen wird in Herrlichkeit, um die Seinen zu sammeln und seine Herrschaft anzutreten. Solange wir diesem Tag entgegenschauen, lass uns in diesem irdischen Wandel eine himmlische Gesinnung haben.
Und Vater, ich bitte dich für diejenigen, die deinen Sohn noch nicht kennen, noch nicht an ihn glauben: Schenke ihnen die Buße. Leuchte in ihr finsteres Herz hinein und schenke ihnen ein neues Leben. Mögen sie umkehren, Vater, von Sünden. Mögen sie umkehren von dieser nichtigen Welt, die nichts zu bieten hat – nichts Anhaltendes und nichts Beständiges zu bieten hat – sondern mögen sie sich wenden zu deinem Sohn, dem Ewigen und Erhabenen, der wahrlich Eine, der uns erfüllen kann und in dem wir zur Fülle gebracht worden sind als Gläubige. Ich bitte dich darum für diejenigen, die nicht an Christus glauben.
Und ich bitte dich für uns Gläubigen: Hilf uns, dass wir jeden Tag bewusst die Entscheidung dazu treffen, unseren Verstand, unser Denken auszurichten auf deinen Sohn und auf den Himmel und auf die Ewigkeit. Schenke uns diese Kraft und hilf uns dabei.
Ich bitte dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.