{"id":2260,"date":"2026-01-13T11:51:47","date_gmt":"2026-01-13T09:51:47","guid":{"rendered":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/?post_type=wpfc_sermon&#038;p=2260"},"modified":"2026-01-15T12:39:44","modified_gmt":"2026-01-15T10:39:44","slug":"jesu-schriftauslegung-oeffnet-augen","status":"publish","type":"wpfc_sermon","link":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/en\/sermons\/jesu-schriftauslegung-oeffnet-augen\/","title":{"rendered":"Jesu Schriftauslegung \u00f6ffnet Augen"},"content":{"rendered":"<p><em>Automatisch generiertes Transkript<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p data-pm-slice=\"0 0 []\">Schlagen wir auf das Lukasevangelium, Kapitel 24, und lasst uns die Verse 13 bis 35 lesen. Lukasevangelium, Kapitel vierundzwanzig, die Verse dreizehn bis f\u00fcnfunddrei\u00dfig.<\/p>\n<p>Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, 60 Stadien von Jerusalem entfernt. Und sie unterhielten sich miteinander \u00fcber dies alles, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, w\u00e4hrend sie sich unterhielten und miteinander \u00fcberlegten, dass sich Jesus selbst nahte und mit ihnen ging. Aber ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er sprach aber zu ihnen: \u201eWas sind das f\u00fcr Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt?\u201c Und sie blieben niedergeschlagen stehen. Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: \u201eBist du der Einzige, der in Jerusalem weilt und nicht wei\u00dft, was dort geschehen ist in diesen Tagen?\u201c Und er sprach zu ihnen: \u201eWas denn?\u201c Sie aber sprachen zu ihm: \u201eDas von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, m\u00e4chtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten zum Todesurteil \u00fcberlieferten und ihn kreuzigten. Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erl\u00f6sen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist. Aber auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht, die am fr\u00fchen Morgen bei der Gruft gewesen sind. Und als sie seinen Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, dass sie auch eine Erscheinung von Engeln gesehen h\u00e4tten, die sagen, dass er lebe. Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten. Ihn aber sahen sie nicht.\u201c Und er sprach zu ihnen: \u201eIhr Unverst\u00e4ndigen und im Herzen zu tr\u00e4ge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen?\u201c Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erkl\u00e4rte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. Und sie n\u00e4herten sich dem Dorf, wohin sie gingen, und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie n\u00f6tigten ihn und sagten: \u201eBleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt.\u201c Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es. Und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn, und er wurde vor ihnen unsichtbar. Und sie sprachen zueinander: \u201eBrannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften \u00f6ffnete?\u201c Und sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zur\u00fcck. Und sie fanden die Elf und die, die mit ihnen waren, versammelt. Die sagten: \u201eDer Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen.\u201c Und sie erz\u00e4hlten, was auf dem Weg geschehen war und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes.<\/p>\n<p>Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, unser Herr Jesus Christus, wir d\u00fcrfen in diesem Abschnitt dich, den Ausleger, erkennen. Wie sch\u00f6n muss es gewesen sein, eine Bibelstunde von dir, Herr Jesus, zu h\u00f6ren und zu empfangen. Vater, wir sehen in diesem Text J\u00fcnger, die niedergeschlagen waren. Sie waren verwirrt, sie waren voller Entt\u00e4uschung. Aber wir d\u00fcrfen sehen, Herr Jesus, wie du sie wiederhergestellt hast, wie du ihre niedergeschlagene Seele mit einem brennenden Herzen ausger\u00fcstet hast. Herr Jesus, wir sehen deine Gnade, wir sehen deine Barmherzigkeit deinen J\u00fcngern gegen\u00fcber. Und wir sehen, dass du es getan hast mit der Schrift. So kommen wir nun zu deinen F\u00fc\u00dfen, unser Herr, und bitten dich: M\u00f6ge doch jetzt in dieser Stunde dasselbe mit uns geschehen. M\u00f6gen wir kraftlos sein, m\u00f6gen die Menschen hier vielleicht entmutigt sein, mit Anfechtungen und Versuchungen zu k\u00e4mpfen haben, m\u00f6gen sie vielleicht niedergeschlagen sein durch Entt\u00e4uschung, durch S\u00fcnde, durch den Kampf mit der S\u00fcnde, durch die Dinge, die in ihrem Leben geschehen \u2013 Vater, m\u00f6gen doch diese Worte, deine Worte, sie erquicken, m\u00f6gen sie Kraft schenken. So bitte ich dich, Vater, dass du diese Stunde segnen m\u00f6gest, dass sie zu deiner Ehre dienen m\u00f6ge und zur Erbauung der Geschwister. Im Namen Jesu Christi. Amen.<\/p>\n<p>Setzt euch gerne. Mit langsamen Schritten kommen wir Schritt f\u00fcr Schritt zum Ende unserer fortlaufenden Betrachtung des Lukasevangeliums. Jedes Mal, wenn wir uns jetzt im Kapitel 24 befinden, muss ich zur\u00fcckdenken an circa April oder Mai 2021, als wir mit dem Lukasevangelium begonnen haben, es fortlaufend zu betrachten. Und ja, viereinhalb Jahre sp\u00e4ter befinden wir uns jetzt in diesem gro\u00dfen, letzten Abschnitt dieses Evangeliums. Wir sehen in diesem Text, der vielen von euch sicherlich sehr gut bekannt ist, diese zwei J\u00fcnger. Und diesen zwei J\u00fcngern werden die Augen aufgetan. Wenn wir an Sprichw\u00f6rter denken, wie \u201eder Groschen muss fallen\u201c, oder \u00fcber einen \u201eAha-Moment\u201c nachdenken, ist das vielleicht die perfekte Geschichte, um das zu illustrieren. J\u00fcnger, die etwas nicht verstanden haben, es nicht erkannt haben, die dann aber pl\u00f6tzlich diesen Moment gehabt haben \u2013 diesen Aha-Moment, diesen Moment, wo der Groschen gefallen ist, wo sie erkannt haben. Und wenn ich davon rede, dann denkt ihr alle sicherlich an diesen einen Vers, den wir gerade gelesen haben, Vers 31, wo steht: \u201eIhre Augen aber wurden aufgetan und sie erkannten ihn.\u201c Ihr denkt dar\u00fcber nach, wie sie Jesus die ganze Zeit nicht erkannt haben und dann dieser Aha-Moment kam, als der Groschen gefallen ist und sie verstanden hatten, dass es Jesus war, mit dem sie unterwegs waren.<\/p>\n<p>Dass die \u00d6ffnung der Augen hier in Vers 31 nicht die zentrale \u00d6ffnung der Augen ist, um die es in diesem Text geht. Ihre Augen wurden in Vers 31 aufgetan, damit sie Jesus erkennen, den sie bisher nicht erkannt hatten. Aber die Augen\u00f6ffnung, die diese J\u00fcnger gebraucht haben \u2013 der Groschen, der bei diesen J\u00fcngern fallen musste, der Aha-Moment, den diese J\u00fcnger gebraucht haben \u2013, war nicht Vers 31, war nicht Jesus mit ihren physischen Augen zu erkennen. Sondern es war etwas anderes. Und das m\u00f6chten wir heute sehen. Der Titel der heutigen Predigt ist: Jesu Schriftauslegung \u00f6ffnet Augen.<\/p>\n<p>Unser Abschnitt befindet sich in diesem letzten Kapitel des Lukasevangeliums. Wir haben uns die vergangenen Wochen, abgesehen von letzter Woche, als wir einen kurzen Exkurs in den Psalm 19 hatten, drei Wochen lang mit den ersten zw\u00f6lf Versen besch\u00e4ftigt. Die ersten zw\u00f6lf Verse pr\u00e4sentieren uns die Zeugen der Auferstehung. Zuerst sind die Frauen Zeugen eines leeren Grabs. Das Grab ist leer. Jesus ist weg. Wir haben in den anderen Evangelien gesehen, dass Maria Magdalena zuerst dachte, dass jemand den Leib Jesu weggenommen hat, also Grabr\u00e4uber am Werk waren. Aber sie sehen nicht nur das leere Grab als Zeugnis, sondern sie sehen auch eine g\u00f6ttliche Erscheinung, n\u00e4mlich Engel \u2013 Boten Gottes, die diesen Frauen Zeugnis davon abliefern: \u201eWas sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferweckt worden, so wie er es gesagt hat.\u201c Und dann sind die Frauen selbst zu Zeugen geworden, die den J\u00fcngern Zeugnis abgeliefert haben \u00fcber den auferstandenen Herrn Jesus. Wir haben also das leere Grab gesehen. Wir haben die g\u00f6ttlichen Boten gesehen, die Zeugnis abliefern \u00fcber die Auferstehung Jesu Christi. Und dann sind die Frauen selbst zu Zeugen geworden, die den J\u00fcngern vom auferstandenen Jesus berichteten.<\/p>\n<p>Danach haben wir uns etwas Zeit genommen, um alle vier Auferstehungsberichte in den Evangelien miteinander zu vergleichen, die scheinbaren Widerspr\u00fcche durchzugehen und zu zeigen, wie wunderbar diese Berichte miteinander harmonieren. Und wir konnten dar\u00fcber staunen, wie genial Gott sein Wort von Menschen hat niederschreiben lassen. Das ist das Wort Gottes, das ist die Lehre der Inspiration. Menschen haben die Schrift geschrieben, mit ihren Pers\u00f6nlichkeiten und ihrem Schreibstil. Das Lukasevangelium war ein Versuch des Arztes und Historikers Lukas an Theophilus, einen zuverl\u00e4ssigen Bericht von Augenzeugen zu schreiben, damit Theophilus Sicherheit und Gewissheit empf\u00e4ngt in den Dingen, von denen er geh\u00f6rt hatte. Gleichzeitig hat aber der Heilige Geist diese Menschen angeleitet, sodass jedes Wort, das sie geschrieben haben, das Wort Gottes war \u2013 ohne Fehler, weder im Ganzen noch in Teilen. Wir durften dar\u00fcber staunen, dass Gott Frauen auserw\u00e4hlt hat, um die ersten Zeugen zu sein. Frauen, die in der Kultur damals keinen gro\u00dfen Stellenwert hatten. Maria Magdalena war die erste, die das leere Grab gesehen und den auferstandenen Herrn gesehen hat. Sie war mit sieben D\u00e4monen besessen gewesen, und Jesus hat ihr diese sieben D\u00e4monen ausgetrieben. So eine Frau wird auserw\u00e4hlt als erste Zeugin. Wir haben dar\u00fcber gestaunt, wie Gott das Verachtete, das Schwache und das T\u00f6richte der Welt auserw\u00e4hlt und die Weisheit der Weisen dadurch zur Torheit macht.<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chten wir sehen, wie Jesus Augen \u00f6ffnet \u2013 die Augen dieser J\u00fcnger \u00f6ffnet. Und wir m\u00f6chten sehen, wie er es tut: durch die Schrift, durch die Schriftauslegung. Und das ist das Erstaunliche an diesem Text. Wir m\u00f6chten uns diesen Text in drei Punkten anschauen. Erstens: Die Mutlosigkeit verschlossener Augen. Dort starten diese J\u00fcnger \u2013 mutlos mit verschlossenen Augen. Zweitens: Der Schl\u00fcssel f\u00fcr ge\u00f6ffnete Augen. Wie werden die Augen dieser J\u00fcnger ge\u00f6ffnet? Was ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr diesen Aha-Moment? Und drittens: Die Konsequenz ge\u00f6ffneter Augen. Was machen die J\u00fcnger, nachdem ihre Augen ge\u00f6ffnet worden sind? Was ist ihre Reaktion?<\/p>\n<p>Erstens: Die Mutlosigkeit verschlossener Augen. Vers 13: \u201eUnd siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, 60 Stadien von Jerusalem entfernt.\u201c Mit \u201eUnd siehe\u201c leitet Lukas einen neuen Abschnitt ein und richtet unsere Aufmerksamkeit auf zwei konkrete Personen, n\u00e4mlich \u201ezwei von ihnen\u201c. Wer sind diese zwei? \u201eVon ihnen\u201c beschreibt eine Gruppe, und aus dieser Gruppe gehen zwei zu diesem Dorf Emmaus. Es sind zwei aus der Gruppe, die in Vers 9 beschrieben wird: Die Frauen kehrten von der Gruft zur\u00fcck und verk\u00fcndeten dies alles den elf Aposteln und den \u00fcbrigen allen. Und aus dieser Gruppe der \u00fcbrigen gehen nun zwei nach Emmaus. Einer dieser J\u00fcnger hei\u00dft Kleopas. Den Namen des anderen J\u00fcngers wissen wir nicht. Einige gehen davon aus, dass es Kleopas&#8216; Frau war, weil sie ja zusammen in Emmaus in das gemeinsame Haus gehen, aber wir wissen es nicht genau. Wir wissen, dass einer Kleopas ist; sonst wissen wir fast nichts \u00fcber diese Menschen. Sie sind fast anonym f\u00fcr uns. Sie sind nicht einer von den gro\u00dfen Aposteln.<\/p>\n<p>Hier sieht man, wie sich der Trend fortsetzt, wem sich Jesus offenbart. Ich als auferstandener Jesus h\u00e4tte mich wahrscheinlich als Erstes in den Tempel gestellt, vor die Volksmengen und Hohenpriester, um ihnen zu beweisen, dass ich auferstanden bin. Aber seht den Trend: Zuerst Maria Magdalena, dann den Frauen und jetzt diesen zwei fast anonymen J\u00fcngern. Aus weltlicher Perspektive sind das keine bedeutenden Menschen, aber Jesus begegnet ihnen pers\u00f6nlich. Es ist keine Zur-Schaustellung. Er nimmt sich Zeit. Jesus ist derjenige, der sich naht und sucht: die Versto\u00dfenen, die Z\u00f6llner, die S\u00fcnder. Im Lukasevangelium insbesondere sehen wir, wie er sich um Frauen, Heiden und Auss\u00e4tzige k\u00fcmmert. Er strahlt auch hier wieder dieses g\u00f6ttliche Wesen aus, indem er sich diesen No-Names offenbart. Im ersten Korintherbrief hei\u00dft es: \u201eNicht viele Edle, sondern das T\u00f6richte der Welt hat Gott auserw\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p>Diese beiden gingen \u201ean diesem Tag\u201c nach Emmaus. Es ist immer noch derselbe Tag, der Sonntag, der erste Tag der Woche \u2013 der dritte Tag nach der Kreuzigung. Derselbe Tag, an dem die Frauen das Grab besucht haben. Wir wissen, es ist immer noch derselbe Tag, und sp\u00e4ter wird es Abend. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass es Nachmittag ist. Sie gehen nach Emmaus, das 60 Stadien weit entfernt ist. Eine Stadie entspricht etwa 185 Metern; 60 Stadien sind also circa 11 Kilometer.<\/p>\n<p>Verse 14 bis 16: \u201eUnd sie unterhielten sich miteinander \u00fcber dies alles, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, w\u00e4hrend sie sich unterhielten und miteinander \u00fcberlegten, dass sich Jesus selbst nahte und mit ihnen ging. Aber ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.\u201c Sie unterhalten sich \u00fcber das Wirken und den Tod des Herrn Jesus, \u00fcber den Bericht der Frauen und \u00fcber die Entt\u00e4uschung, die sie empfinden. Dieses \u201emiteinander \u00dcberlegen\u201c beschreibt ein intensives Gespr\u00e4ch, fast wie eine Verhandlung oder ein Ringen um Verst\u00e4ndnis. Und w\u00e4hrend sie dieses Gespr\u00e4ch f\u00fchren, naht sich Jesus und geht mit ihnen. Aber sie erkannten ihn nicht. Das sind M\u00e4nner, die Jesus vielleicht erst drei Tage vorher lebendig gesehen haben, die ihn in der letzten Woche in Jerusalem erlebt haben. Aber ihre Augen wurden gehalten. Manche meinen, sie waren so \u00fcberzeugt von seinem Tod, dass sie ihn deshalb nicht erkannten. Andere glauben, er sah nach der Auferstehung anders aus. Aber Maria Magdalena hielt ihn f\u00fcr einen G\u00e4rtner; er hatte also offensichtlich kein \u00fcbernat\u00fcrliches Leuchten an sich. Ich glaube, hier liegt ein g\u00f6ttliches Handeln vor: Jesus selbst hielt ihre Augen, sodass sie ihn nicht erkannten. Sp\u00e4ter, in Vers 31, hei\u00dft es: \u201eIhre Augen wurden aufgetan\u201c \u2013 auch das ist ein Passiv.<\/p>\n<p>Warum h\u00e4lt Jesus ihre Augen? W\u00e4re es nicht einfacher gewesen, wenn er sich sofort gezeigt h\u00e4tte? Dann w\u00e4ren sie nicht mehr niedergeschlagen gewesen, dann h\u00e4tten sie sofort geglaubt. Offensichtlich war das nicht der Weg. Die Antwort auf diese Frage ist der Schl\u00fcssel zum Text: Jesus nimmt an ihrem Gespr\u00e4ch teil, und sie halten ihn f\u00fcr einen weiteren Reisenden.<\/p>\n<p>Verse 17 bis 18: \u201eEr aber sprach zu ihnen: Was sind das f\u00fcr Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen. Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige, der in Jerusalem weilt und nicht wei\u00dft, was dort geschehen ist in diesen Tagen?\u201c Jesus klinkt sich ein und fragt nach dem Thema ihres Gespr\u00e4chs. Er wei\u00df es nat\u00fcrlich, aber er will sie dazu bringen, ihm zu antworten, damit er sie belehren kann. Die Reaktion ist: Sie bleiben niedergeschlagen stehen. Dieses Wort wird auch mit \u201ed\u00fcster\u201c \u00fcbersetzt. Sie sind entt\u00e4uscht, mutlos und hoffnungslos. Kleopas reagiert mit Unverst\u00e4ndnis: \u201eHast du die letzten Tage unter einem Felsen verbracht? Wie kann es sein, dass du das nicht mitbekommen hast?\u201c Jeder in Jerusalem musste davon geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Jesus geht nicht darauf ein und fragt: \u201eWas denn? Erz\u00e4hlt es mir.\u201c Er m\u00f6chte von ihnen h\u00f6ren, was ihr Problem ist. Verse 19 bis 20 beschreiben es: \u201eDas von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, m\u00e4chtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten zum Todesurteil \u00fcberlieferten und ihn kreuzigten.\u201c Jesus h\u00f6rt hier undercover zu, wie sie \u00fcber ihn reden. Sie nennen ihn einen Propheten \u2013 und er war der Prophet, der in 5. Mose 18 angek\u00fcndigt wurde. Er war m\u00e4chtig im Werk und Wort, so wie Mose beschrieben wurde. Die Menschen erkannten seine Vollmacht an. Und dann folgt der Kontrast in Vers 20: \u201eDiesen m\u00e4chtigen Propheten \u00fcberlieferten unsere Obersten zum Todesurteil und kreuzigten ihn.\u201c<\/p>\n<p>In Vers 21 kommen sie zum Kern ihrer Entt\u00e4uschung: \u201eWir aber hofften, dass er der sei, der Israel erl\u00f6sen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist.\u201c Sie hatten die Hoffnung auf politische Erl\u00f6sung, auf die Befreiung von den R\u00f6mern. Sie dachten nicht an den Preis, der f\u00fcr die Erl\u00f6sung gezahlt werden muss. Und jetzt ist er tot, und es sind drei Tage vergangen. Das macht sie mutlos. Sogar der Bericht der Frauen (Verse 22-23) und die Best\u00e4tigung des leeren Grabs durch Petrus und Johannes (Vers 24) \u00e4ndern nichts an ihrer Niedergeschlagenheit. Sie sahen ihn nicht \u2013 und deshalb glauben sie nicht. Ihr Mangel an Erkenntnis l\u00e4sst sie ohne Hoffnung zur\u00fcck. Sie sind verblendet und kurzsichtig.<\/p>\n<p>Zweitens: Der Schl\u00fcssel f\u00fcr ge\u00f6ffnete Augen. In Vers 25 spricht Jesus: \u201eIhr Unverst\u00e4ndigen und im Herzen zu tr\u00e4ge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben!\u201c Er weist sie zurecht. Sie sind zu langsam zu glauben. Sie haben zwar an Teile der Prophetie geglaubt, aber nicht an alles. Ihr Problem war nicht, dass Jesus gestorben ist \u2013 das war der Plan. Ihr Problem war auch nicht, dass sie ihn physisch nicht erkannten. Ihr Problem war, dass sie die Schrift nicht verstanden und ihr nicht glaubten. Deshalb h\u00e4lt Jesus ihre Augen. Er will ihr eigentliches Problem l\u00f6sen, und das geht tiefer als das blo\u00dfe Sehen. Sie m\u00fcssen unterwiesen werden. Die Schriftauslegung ist der Schl\u00fcssel.<\/p>\n<p>Welchen Stellenwert Jesus der Schrift beimisst! Die Schrift hat die Vollmacht, Augen zu \u00f6ffnen. Erfahrungen und Erlebnisse sind wertvoll, aber f\u00fcr dauerhafte Freude und festen Glauben ist die Auslegung der Schrift der Schl\u00fcssel. Jesus bemitleidet sie nicht f\u00fcr ihren Unverstand; er \u00fcberf\u00fchrt sie. Das Alte Testament war klar genug. Vers 26: \u201eMusste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen?\u201c Es gab eine g\u00f6ttliche Notwendigkeit. Das Kreuz kam vor der Krone.<\/p>\n<p>Vers 27: \u201eUnd von Mose und von allen Propheten anfangend, erkl\u00e4rte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.\u201c Jesus gibt eine Bibelstunde von Genesis bis Maleachi. Er zeigt ihnen den Roten Faden: von der Verhei\u00dfung in Genesis 3,15 \u00fcber die Opfertiere, das Passahlamm bis hin zu den Psalmen und Jesaja 53. Er macht deutlich: Es ging immer um ihn. Er war der Stellvertreter, der leiden musste, um f\u00fcr S\u00fcnde zu bezahlen.<\/p>\n<p>Drittens: Die Konsequenz ge\u00f6ffneter Augen. In den Versen 28 bis 30 n\u00e4herten sie sich Emmaus. Jesus stellt sich so, als wolle er weitergehen. Sie aber n\u00f6tigten ihn zu bleiben. Sie hatten Hunger nach mehr entwickelt; sie wollten nicht, dass diese Auslegung endet. Die Ironie in Vers 30 ist, dass Jesus \u2013 der Gast \u2013 das Brot nimmt, segnet und bricht, was eigentlich die Aufgabe des Gastgebers gewesen w\u00e4re. Ihr Herz brannte bereits, und sie wollten mehr von ihm h\u00f6ren.<\/p>\n<p>In Vers 31 geschieht es: \u201eIhre Augen aber wurden aufgetan und sie erkannten ihn, und er wurde vor ihnen unsichtbar.\u201c Warum erst jetzt? Weil Jesus mit seiner Mission fertig war. Er hatte ihr eigentliches Problem \u2013 das Unverst\u00e4ndnis der Schrift \u2013 gel\u00f6st. Jetzt konnten sie ihn auch physisch erkennen, weil sie nun eine tiefere Grundlage f\u00fcr ihren Glauben hatten. Und sofort wurde er unsichtbar. In Vers 32 sagen sie: \u201eBrannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften \u00f6ffnete?\u201c Sie reden nicht \u00fcber sein Aussehen, sondern \u00fcber die Wirkung des Wortes. Die Auslegung der Schrift brachte die 180-Grad-Drehung hervor: von Niedergeschlagenheit zu brennenden Herzen.<\/p>\n<p>Das Feuer steht f\u00fcr Eifer, Freude und Begeisterung. Jeder Gl\u00e4ubige kennt diesen Moment, wenn das Evangelium zum ersten Mal wirklich verstanden wird \u2013 die Freude \u00fcber die Vergebung. Dieses Feuer bleibt nicht f\u00fcr sich; es breitet sich aus. Verse 33 bis 35 zeigen die Konsequenz: \u201eUnd sie standen zur gleichen Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zur\u00fcck.\u201c Es ist Abend, aber sie k\u00f6nnen nicht warten. Sie gehen die elf Kilometer zur\u00fcck nach Jerusalem, finden die Elf und berichten: \u201eDer Herr ist wirklich auferweckt worden!\u201c Aus Zweiflern sind brennende Zeugen geworden.<\/p>\n<p>Zum Schluss: Die Augen\u00f6ffnung geschah auf dem Weg durch das Wort. Wir brauchen keine neuen Wunder oder Zeichen, um mit Feuer durch das Leben zu gehen. Wir haben die m\u00e4chtigste Waffe bereits in unseren H\u00e4nden: das Wort Gottes. Abraham sagte im Gleichnis: \u201eWenn sie Mose und die Propheten nicht h\u00f6ren, so werden sie auch nicht \u00fcberzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.\u201c Es gibt kein gr\u00f6\u00dferes Zeugnis als die Schrift.<\/p>\n<p>Lass dein Herz durch das Wort entfachen. Studiere die ganze Schrift, nicht nur die Teile, die dir gefallen. Wenn das Feuer erkaltet ist, gibt es keine magische Formel au\u00dfer dem Wort Gottes. Bete um Verst\u00e4ndnis und sei selbst ein Ausleger f\u00fcr dein Umfeld. Erkenne, dass Christus der auferstandene Herr ist und die einzige Hoffnung f\u00fcr S\u00fcnder. Ihm sei alle Ehre. Amen.<\/p>\n<p>Lasst uns beten. Unser Herr Jesus Christus, du bist der Auferstandene. In dir erf\u00fcllt sich das Wort Gottes, all die Prophetien und Bilder. Ich danke dir, dass du durch die Schriftauslegung diese J\u00fcnger auf dem Weg nach Emmaus erleuchtet hast. Wir haben heute dasselbe m\u00e4chtige Werkzeug in unserer Hand. Herr Jesus, ich bitte dich: Erleuchte auch unsere Augen. Lass unsere Herzen brennen, wenn wir dein Wort lesen. Gib uns Verst\u00e4ndnis und lass uns treue Kenner deiner Schrift sein. Lass nicht zu, dass wir mutlos durch das Leben gehen. Wir haben alles, was wir brauchen, in deinem Wort. Amen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Automatisch generiertes Transkript &nbsp; Schlagen wir auf das Lukasevangelium, Kapitel 24, und lasst uns die Verse 13 bis 35 lesen. Lukasevangelium, Kapitel vierundzwanzig, die Verse dreizehn bis f\u00fcnfunddrei\u00dfig. Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, 60 Stadien von Jerusalem entfernt. 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