{"id":2417,"date":"2026-04-27T22:57:31","date_gmt":"2026-04-27T20:57:31","guid":{"rendered":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/?post_type=wpfc_sermon&#038;p=2417"},"modified":"2026-04-28T11:25:09","modified_gmt":"2026-04-28T09:25:09","slug":"wandelt-in-christus-teil-1","status":"publish","type":"wpfc_sermon","link":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/en\/sermons\/wandelt-in-christus-teil-1\/","title":{"rendered":"Wandelt in Christus \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><em>Automatisch generiertes Transkript<\/em><\/p>\n<p>M\u00f6ge der Name des Herrn Jesus Christus verherrlicht werden. Schlagen wir auf den Kolosserbrief, Kapitel 2, und lasst uns lesen die Verse 6 bis 7. Kolosserbrief, Kapitel 2, die Verse 6 bis 7: \u201eWie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm. Gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr \u00fcberreich seid in Danksagung.\u201c<\/p>\n<p>Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, ich m\u00f6chte dir Dank sagen. Ich m\u00f6chte dir Dank sagen f\u00fcr deinen Sohn, Jesus Christus. Er, der hineingegangen ist in das himmlische Heiligtum; er, durch dessen Opfer der Vorhang zerrissen ist und wir freim\u00fctigen Zugang zu deinem Thron haben d\u00fcrfen. Vater, ich preise dich daf\u00fcr und ich bete dich an, dass dein Sohn unser Hohepriester ist, der nicht nur selbst schuldlos und s\u00fcndenlos war, der nicht Tiere wie Schafe oder B\u00f6cke oder Stiere geopfert hat, sondern er hat sich selbst dargebracht als ein f\u00fcr dich wohlgef\u00e4lliges Opfer f\u00fcr die S\u00fcnden derer, die an ihn glauben.<\/p>\n<p>Er selbst und sein Blut selbst hat S\u00fchnung vollbracht, deinen heiligen Zorn zufriedengestellt, den du auf uns S\u00fcnder hattest, sodass du uns f\u00fcr gerecht erkl\u00e4ren kannst durch den Glauben an sein Blut. Ich bete dich an f\u00fcr deinen Sohn, der uns geschenkt worden ist. Nicht nur hast du ihn auf diese Erde gesandt, um uns zu erl\u00f6sen, um uns loszukaufen von der Macht der S\u00fcnde und des Todes. Du hast ihn uns gegeben in einer lebendigen Beziehung und Vereinigung mit ihm, sodass wir heute in Christus sind, vereint in ihm, er in uns und wir in ihm.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Gnade und was f\u00fcr ein Privileg ist das, Vater. Ich bitte dich darum, dass du uns heute in dieser Zeit der Verk\u00fcndigung deines Wortes segnen m\u00f6gest. Dass du diese Zeit f\u00fchren m\u00f6gest, sodass dein Sohn gro\u00df gemacht wird, sodass wir verstehen m\u00f6gen, was es bedeutet, in Christus Jesus, dem Herrn, zu wandeln. \u00d6ffne die Ohren und auch die Herzen der Zuh\u00f6rer, Vater, sodass dein m\u00e4chtiges Wort wirken kann. Gebrauche mich als Werkzeug, um deine Botschaft an dein Volk weiterzugeben. Ich bitte dich, Vater, verherrliche dich in dieser Stunde, im Namen Jesu Christi. Amen. Amen.<\/p>\n<p>Setzt euch denen. Is die Bibel, die wir in unseren H\u00e4nden halten, das Wort Gottes, diese 66 B\u00fccher, die uns Gott als seine Offenbarung geschenkt hat? Sie ist wirklich ein einzigartiges Buch. Wenn wir uns vorstellen w\u00fcrden oder uns selbst denken w\u00fcrden, was f\u00fcr ein Buch Gott den Menschen offenbaren m\u00f6ge, dann h\u00e4tten wir vielleicht daran gedacht, dass Gott uns ein Buch in der Form einer Art Gebrauchsanweisung gibt. Wie ein Schritt-f\u00fcr-Schritt-Plan und Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anweisungen, wie man als Gesch\u00f6pf oder wie man als Gl\u00e4ubiger zu leben hat.<\/p>\n<p>Eine ellenlange To-do-Liste, wo ganz detailliert und ganz genau erkl\u00e4rt wird, wann und wie ich mich zu verhalten habe, sodass ich von dem Moment an, wo ich morgens aufstehe, bereits wei\u00df und verstehe und ganz konkret wei\u00df, was ich denn tun soll. Ich soll das tun und das nicht tun. A Liste mit Do&#8217;s and Don&#8217;ts. Tu dies, tu nicht das.<\/p>\n<p>Stattdessen hat uns Gott ein einzigartiges Buch geschenkt. Ein Buch mit verschiedenen Kategorien von Literatur. Ja, wir haben historische Narrative, wir haben Poesie, wir haben Prophetie, wir haben Briefe, wir haben apokalyptische Literatur. Ein einzigartiges Buch, was eben nicht einfach wie eine reine Gebrauchsanweisung oder To-do-Liste ist.<\/p>\n<p>Manchmal geht es uns in unserem Leben aber so; manchmal w\u00fcnschten wir uns so eine To-do-Liste. Eine konkrete Liste von Anweisungen, wie wir uns zu verhalten haben. Wenn es zum Beispiel darum geht, Entscheidungen f\u00fcr unser Leben zu treffen \u2013 welchen Karrierepfad wir einschlagen oder wenn es darum gehen w\u00fcrde, wen wir heiraten sollen oder solche Fragen \u2013, dann w\u00fcnschen wir uns vielleicht manchmal einen konkreteren Plan. Ja, eine Schrift in den Himmel, die genau uns sagen w\u00fcrde: \u201eGenau diesen Karrierepfad sollst du w\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<p>Manchmal sind wir in Situationen oder Umst\u00e4nden, wo wir nicht genau wissen, was jetzt richtig ist, was jetzt korrekt w\u00e4re. Und dann w\u00fcnschen wir uns vielleicht manchmal konkretere Anweisungen. Dann w\u00fcnschen wir uns vielleicht mal eine To-Do-Liste: \u201eJa, tu das\u201c, das ist klar, dann wei\u00df ich genau, was ich zu tun habe. Vielleicht sind uns manchmal die Anweisungen in der Schrift zu vage, zu allgemein.<\/p>\n<p>Schauen wir in den heutigen Text; dort hei\u00dft sie: Anweisung \u201eWandelt in Christus\u201c. Das ist eine gute Anweisung. Wenn wir jetzt vielleicht etwas ironisch oder vielleicht sogar sarkastisch denken w\u00fcrden: \u201eDanke, Paulus. Ich wei\u00df, was zu tun ist. Ich soll in Christus wandeln.\u201c Aber was hei\u00dft das nun? Was soll ich damit konkret heute und jetzt anfangen, wenn Paulus mir in diesem Brief, in diesen Versen den Befehl gibt: \u201eWandel in Christus\u201c? Was genau soll ich tun?<\/p>\n<p>Und das ist ja nicht nur im Kolosserbrief so. Das sehen wir ganz oft in der ganzen Schrift, vor allem in den Schriften des Paulus: diese Befehle, diese Aufforderungen, die im ersten Moment sehr vage zu sein scheint. Im Epheser, Kapitel 4, hei\u00dft es: \u201eWandelt w\u00fcrdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.\u201c Das klingt sch\u00f6n, aber was hei\u00dft das jetzt? Was soll ich tun? Nicht nur das, wir sehen es auch in anderen Briefen des Apostels Paulus, wo er ganz oft eben im ersten Teil seiner Briefe Lehre weitergibt und Lehre, ja, die Adressaten belehrt, und dann kommt so etwas wie: \u201eWandelt entsprechend dieser Lehre, lebt entsprechend dieser Lehre.\u201c Wir haben heute Galater, Kapitel 5, in der Lesung des Neuen Testaments gehabt: \u201eWandelt im Geist.\u201c Was bedeutet das? Wieso kann Paulus nicht konkreter sein?<\/p>\n<p>Nun, wir wissen, nat\u00fcrlich ist Paulus konkreter, wenn wir zum Beispiel die sp\u00e4teren Kapitel, Kolosser, Kapitel 3 und 4, anschauen. Wir haben heute gelesen in Galater, Kapitel 5; dann kommt eine ganze Liste mit Werken des Fleisches, die dort gelistet sind, und auch Fr\u00fcchten oder der Frucht des Geistes, die dort gelistet ist. Also nat\u00fcrlich wird die Schrift konkreter, wenn es um Aufforderungen geht. Trotzdem sehen wir immer wieder diese scheinbar vagen Befehle: \u201eWandelt in Christus\u201c, \u201eWandelt im Geist\u201c. Jesus sagt in den Evangelien: \u201eBleibt in mir.\u201c<\/p>\n<p>Und genau mit so einem Befehl m\u00f6chten wir uns ja in unserem heutigen Text besch\u00e4ftigen. Der Titel der Predigt hei\u00dft: \u201eWandelt in Christus\u201c. Denn das ist die Hauptaussage dieses Textes. Es ist der Befehl in Christus, was die Merkmale eines Wandels in Christus sind. And we wollen sehen, and so die Bibel an vielen Stellen vielleicht erst einmal vage erscheint, obwohl sie es eigentlich gar nicht. Und das ist etwas, was wir lernen werden, auch an dieses Textes und im Laufe des Kolosserbriefes, was das Christentum, was die Bibel einzigartig macht: dass sie eben nicht eine reine Liste mit \u201eTu das\u201c und \u201eTu das nicht\u201c ist. Dass sie nicht eine reine To-Do-Liste ist, sondern dass sie \u2013 und damit der christliche Wandel \u2013 eine einzigartige und lebendige Beziehung mit Gott ist, die ausgelebt wird.<\/p>\n<p>Dass unser Wandel mehr ist als das Nichttun von Verboten und das Tun von Geboten. Der Wandel des Christen ist so viel mehr als reine Gesetzlichkeit, kalter Gehorsam. Der Wandel des Gl\u00e4ubigen ist ein Wandel in Christus. Ein Wandel in Einheit und in der Einheit mit Christus Jesus, dem Herrn. Und genau das werden wir heute sehen, wenn wir diesen Text anschauen unter dem Titel: \u201eWandelt in Christus\u201c.<\/p>\n<p>In der Gemeinde in Kolosse, um etwas Hintergrund nochmal uns wieder aufzufrischen, schleicht sich eine gef\u00e4hrliche Irrlehrer ein. Ja, wie die Stadt Kolosse befindet sich in Phrygien in einem Tal, das Lykos genannt wird, und in diesem Tal befinden sich drei wichtige St\u00e4dte beziehungsweise in diesen St\u00e4dten sind auch drei Gemeinden: Colosse, Laudicea und Chirapolis.<\/p>\n<p>Und in diese Gegend von Phrygien, und damit auch in diesen Gemeinden und auch in Kolosse, schleicht sich eine gef\u00e4hrliche Irrlehre ein \u2013 eine Mischung aus heidnischer Philosophie, also aus griechischer Philosophie der damaligen Zeit, und j\u00fcdischer Gesetzlichkeit. Es ist eine sogenannte, man k\u00f6nnte es eine Pr\u00e4gnosis nennen. Gnosis ist eine Irrlehre, die sich richtig erst im zweiten Jahrhundert sich aufgekommen ist. Aber das ist quasi eine fr\u00fche Form dieser Irrlehre, die im Grunde aussagt, dass Jesus nicht ausreichend ist f\u00fcr Heil und Gottseligkeit.<\/p>\n<p>Laut dieser Irrlehre sei Jesus nicht Gott. Er ist nicht Gottes Sohn, sondern er ist eine Art g\u00f6ttliches oder g\u00f6ttlich angehauchtes, niedriger Wesen, eher auf der Ebene von Engeln und da sogar eher auf einer niedrigeren Ebene. Und das Werk von Jesu ist nicht genug, um einen Menschen zu retten, beziehungsweise es ist auch nicht genug, um ein geistliches Leben, ein gottesf\u00fcrchtiges Leben zu f\u00fchren. Sondern man m\u00fcsse sich an j\u00fcdische zeremonielle Gesetze halten.<\/p>\n<p>Wir werden im Laufe dieses Kapitels 2 darauf eingehen, wo es hei\u00dft, dass die Leute \u00fcber die Beschneidung reden. Sie reden dar\u00fcber, dass man die Sabbatte halten muss und die Speisegesetze noch halten muss, dass man sich von Dingen enthalten muss, die eigentlich erlaubt sind. Nicht nur das, man muss Engels Engel anbeten. Ja, das kommt auch hier sp\u00e4ter in Kapitel 2. Man muss Engel anbeten, um eine Art mystische Geistlichkeit zu erreichen, eine h\u00f6here Stufe der Gottesfurcht, die eben nur durch diese quasi selbst enthaltsame, asketische Lebensweise zu erreichen ist und durch Visionen und Engelsanbetungen.<\/p>\n<p>Aus Sorge um die Gemeinden in Phrygien, in denen sich diese Irrlehre einschleicht, hat sich Epafras, der vermutlich zumindest die Gemeinde in Kolosse gegr\u00fcndet hat \u2013 vielleicht auch wahrscheinlich involviert war in den anderen Gemeinden in dieser Gegend \u2013, hat Epaphras den weiten Weg auf sich genommen nach Rom, wo sich Paulus in seiner Gefangenschaft befindet, um Paulus von den Gemeinden zu berichten. Dieser Brief ist Paulus\u2019 Antwort auf diesen Bericht von Epaphras.<\/p>\n<p>Nach seinen einleitenden Worten in den ersten beiden Versen schildert der Apostel Paulus den Kolossern sein Gebet, sowohl seinen Dank als auch seine F\u00fcrbitte in Kapitel 1, den Versen 3 bis 14. Und im Zuge dieses Gebetes belehrt der Apostel Paulus die Kolosser \u00fcber die absolute Erhabenheit von Jesus Christus, seiner Person und seines Vers\u00f6hnungswerkes, in den Versen 15 bis 23 von Kapitel 1 \u2013 im Kontrast zu dieser Irrlehre, die ja Jesus erniedrigt und als ein niedrigeres Wesen darstellt, als er es ist.<\/p>\n<p>Danach beschreibt er ab Kapitel 1, Vers 24, bis Kapitel 2, Vers 5 \u2013 womit wir uns vergangene Woche besch\u00e4ftigt haben \u2013 beschreibt der Apostel Paulus seinen Dienst: einen Dienst f\u00fcr die Gemeinde, einen Dienst der Verk\u00fcndigung dieses erhabenen Christus, seiner Leiden, der Botschaft, der Ziel seiner Leiden und seines Botschafts, seiner Sorge f\u00fcr die Gemeinden, den Kampf, den er hat. Damit haben wir uns insbesondere vergangene Woche besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Das Ziel seines Kampfes ist, dass die Kolosse und die Gemeinden, die er nicht gesehen hat, getr\u00f6stet werden, gest\u00e4rkt werden, vereinigt in Liebe sein m\u00f6gen und noch fester und noch sicherer in dem Geheimnis Gottes werden, n\u00e4mlich Christus Jesus; er selbst ist das Geheimnis Gottes. In ihm sind alle Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.<\/p>\n<p>Paulus \u2013 trotz dieser heidnischen Philosophie, die st\u00e4ndig nach etwas Neuem sucht, st\u00e4ndig nach mystischer Erkenntnis sucht, die au\u00dferhalb von Christus ist. Ja, Paulus sagt in dem Korintherbrief: \u201eDie Nationen streben nach Weisheit.\u201c Paulus sagt: \u201eIn Christus sind alle Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis.\u201c Diesen Gemeinden, die Paulus noch nie gesehen haben, m\u00f6chte Paulus durch die Beschreibung seines Dienstes best\u00e4tigen und Gewissheit schenken in dem Evangelium und in dem Christus, den sie empfangen haben von Epaphras. Paulus sagt, er ist der Inhalt und das Ziel meiner Verk\u00fcndigung.<\/p>\n<p>Er sagt, und das haben wir in der vergangenen Woche gesehen: \u201eLasst euch von niemandem verf\u00fchren.\u201c Lasst euch von niemandem verf\u00fchren, der euch etwas anderes gibt als Christus; der euch woanders hinbringen will als Christus. Und vor einigen Wochen hatten wir das Zitat von Calvin, der gesagt hat: \u201eWenn uns daher jemand irgendwo anders als zu Christus rufen will, so ist er leer und voller Wind. Lasst uns ihm deshalb ohne Bedenken Leberwohl sagen.\u201c<\/p>\n<p>Das haben wir uns bisher in diesem Brief angeschaut, und jetzt beginnen wir uns langsam \u2013 oder jetzt kommen wir langsam \u2013 zum Herzen dieses Briefes: dort, wo Paulus konkret diese Irrlehren, die sich in Kolosse befinden, attackiert. Wir werden insbesondere dann ab den Versen 8 sehen: Er redet \u00fcber die Philosophie, leeren Betrug nach der \u00dcberlieferung der Menschen. Er redet danach dar\u00fcber: \u00fcber Speise, Trank, Feste, Neumonde und Sabbat, die ein Schatten der k\u00fcnftigen Dinge sind. Er redet \u00fcber den falschen Gottesdienst dieser Irrlehrer, dieser gesetzlichen und Irrlehrer.<\/p>\n<p>Wir kommen langsam zu diesem Abschnitt, aber bevor Paulus das tut \u2013 also konkret diese Irrlehren aufgreift und sie widerlegt und ihnen, den Kolossern, die Wahrheit erkl\u00e4rt \u2013, gibt er uns hier in den Versen 6 bis 7 die allgemeine Anweisung daf\u00fcr, wie unser Wandel sein soll. Im Lichte dieses erhabenen und genugsamen Jesus, den er uns im ersten Kapitel so pr\u00e4sentiert hat: Wie soll ich leben? Wie soll mein Wandel sein im Lichte der Genugsamkeit dieses Jesus? Im Lichte, dass dieser Christus das Geheimnis Gottes ist, in dem alle Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind \u2013 was soll meine Antwort auf diese Wahrheit und diese Realit\u00e4t sein?<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend in den Kapiteln 3 bis 4 sehr konkret auf den Wandel eingegangen wird \u2013 ja, es geht um unsere Beziehung innerhalb der Gemeinde, die Beziehung innerhalb der Ehe, zwischen Eltern und Kindern, zwischen, \u00e4hm, zwischen Herren und Sklaven, also wenn wir das in die heutige Zeit anwenden, zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern; es geht ums Gebet und all diese konkreteren Anweisungen \u2013, ist hier in den Versen 6 bis 7 das fundamentale Prinzip dar\u00fcber, was unseren Wandel ausmachen soll, beschrieben.<\/p>\n<p>Und ich sage euch, man liest das vielleicht und denkt sich: \u201eJa, Kapitel 3 und 4 sind wichtig, weil da kommen wir ja zur Praxis. Da kommen wir ja dazu, wie ich in meiner Ehe, wie ich in meiner Familie, wie ich in der Gemeinde, wie ich in der Arbeit mich verhalten soll.\u201c Ja, das ist wichtig. Aber ohne Verse 6 bis 7, ohne dieses fundamentale Prinzip in den Versen 6 bis 7, k\u00f6nnten Kapitel 3 und 4 schnell in leere Gesetzlichkeit fallen; k\u00f6nnten die Anweisungen, die wir sp\u00e4ter, diese konkreten Anweisungen, die wir dort vorfinden, sehr schnell in kalten Gehorsam fallen.<\/p>\n<p>Ihr m\u00fcsst euch denken, Paulus h\u00e4tte den Brief hier einfach in Kapitel 3 anfangen sollen, wenn es nur um To-Do-Liste geht, wenn es nur um kalten Gehorsam geht. Nein, er hat mit zwei Kapiteln vorher angefangen. Paulus hat den R\u00f6merbrief bei Kapitel 12 anfangen k\u00f6nnen, wenn es nur darum geht, wie ich praktisch leben soll. Nein, er hat uns elf Kapitel lang uns mit Lehre \u2013 uns Lehre geschenkt, bevor er zur Praxis gekommen ist. Und so ist es auch hier im Kolosserbrief, im Epheserbrief: Drei Kapitel lang wird die Berufung beschrieben, nach D, und danach wird in 4 bis 6 beschrieben, wie wir dieser Berufung w\u00fcrdig wandeln sollen.<\/p>\n<p>Und genauso ist es hier, wenn wir sehen: Diese Verse 6 bis 7, diesen \u2013 was ist das fundamentale Prinzip, das den Wandel eines Gl\u00e4ubigen ausmachen soll? Es ist der: Wandelt in Christus! Und ohne dieses Prinzip, ohne dass wir diese Verse 6 bis 7 richtig verstehen, besteht viel Gefahr, auf falsche Abwege zu kommen, wenn es um unseren Wandel geht. Auf der einen Seite gibt es die Gefahr der Gesetzlichkeit, dass wir wie die Pharis\u00e4er einfach nur kalten, selbst auferlegten Regeln folgen, ohne eine Beziehung und ohne Liebe f\u00fcr den Herrn.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es Gesetzlosigkeit, dass wir einfach leben, wie wir wollen, weil wir sind ja gerettet, gl\u00e4ubig. Wir sind \u2013 unsere H\u00f6llenstrafe ist bezahlt \u2013 ich kann leben, wie ich will. Das sind die beiden Extreme.<\/p>\n<p>Und dieses Prinzip, was wir hier in den Versen 6 bis 7 lesen, ist genau dieses Prinzip, was wir \u00fcberall im Neuen Testament finden und was uns davor bewahrt, in das eine oder andere Extrem zu fallen. Es wird uns davor bewahren, in die Gesetzlosigkeit zu fallen, einfach zu leben, wie wir es wollen. Aber es wird uns auch bewahren, in Gesetzlichkeit zu fallen, wie die Pharis\u00e4er: kalte, Menschen auferlegte Regeln und Geboten zu folgen.<\/p>\n<p>Und wir sehen, hier in diesem Abschnitt befiehlt Paulus dem Gl\u00e4ubigen, in Christo zu wandeln, und schildert uns drei Merkmale dieses Wandels. Wir m\u00f6chten uns drei Merkmale dieses Wandels anschauen. Beginnen wir bei erstens: Wandle in Christus gegr\u00fcndet. Wandele in Christus gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Lasst uns beginnen, Vers 6. 1. Wandel in Christus gegr\u00fcndet: \u201eWie ihr nun Christus Jesus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm.\u201c Hier haben wir dieses allgemeine Prinzip, und wir werden uns lange hier mit Vers 6 besch\u00e4ftigen. Es wirkt auf der Oberfl\u00e4che sehr simpel: Wie ihr den Christus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm.<\/p>\n<p>Wenn wir uns diesen ersten Teil anschauen: \u201eWie ihr nun den Christus Jesus den Herrn empfangen habt.\u201c Das Wort \u201eempfangen\u201c wird in der Schrift im Neuen Testament auch \u00fcbersetzt mit \u201eannehmen\u201c oder \u201eaufnehmen\u201c. Es wird auch im Zusammenhang damit verwendet, dass man, wenn man dem Evangelium glaubt \u2013 beziehungsweise es wird oft auch mit dem Zusammenhang verwendet, wenn Lehre oder Offenbarung angenommen wird, akzeptiert wird \u2013 wird dieses Wort in diesem Zusammenhang verwendet.<\/p>\n<p>Zum Beispiel in 1. Korinther Kapitel 11, Vers 23 hei\u00dft es, dort sagt der Apostel Paulus: \u201eDenn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch \u00fcberliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er \u00fcberliefert wurde, Brot nahm\u201c und so weiter. Also Paulus hat vom Herrn empfangen, was er den Gemeinden \u00fcberliefert hat. Also Paulus hat vom Herrn die Offenbarung und die Lehre \u00fcber das letzte Mal, das der Herr Jesus mit seinen Jungen gehabt hat und damit quasi diese Ordination des Herrnmals eingerichtet hat. Paulus hat vom Herrn Jesus diese Offenbarung anders empfangen und hat sie dann den Gemeinden weitergegeben. So wird dieses Wort zum Beispiel verwendet.<\/p>\n<p>Es wird aber auch verwendet, um zu beschreiben, wie wir an das Evangelium glauben. In 1. Korinther Kapitel 15, Vers 1, sagt der Apostel Paulus: \u201eIch tue euch aber, Br\u00fcder, das Evangelium kund, das ich euch verk\u00fcndigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht.\u201c Paulus sagt hier, ihr habt das Evangelium angenommen. Hier ist dasselbe Wort: angenommen, empfangen, aufgenommen. Was gleichbedeutend damit ist: Ihr habt das Evangelium geglaubt.<\/p>\n<p>Wenn es also hei\u00dft: \u201eWie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt\u201c, dann geht es um das \u201eWie\u201c, also die Art und Weise, wie wir zum Glauben gekommen sind. Es geht darum, wie wir errettet worden sind und die Wahrheit des Evangeliums, die Lehre des Evangeliums und die Lehre von Jesus Christus geglaubt haben, angenommen haben, aufgenommen haben.<\/p>\n<p>Und wie ist das? Wie haben wir den Herrn Jesus angenommen? Das Wort \u201eempfangen\u201c beschreibt uns neben dieser Bedeutung des Aufnehmens, Glaubens, Empfangens \u2013 beschreibt dieses Wort ein Empfangen oder das Annehmen einer Person oder einer Sache. Ich empfange eine Person, ich nehme eine Person auf, beziehungsweise ich empfange eine Sache, wie zum Beispiel eine Lehre, ich nehme eine Lehre auf. Das Wort empfangen zeigt uns hier auch, es handelt sich um ein Geschenk, das wir annehmen, das wir empfangen. Es ist nicht etwas, wof\u00fcr wir gearbeitet haben und wir es uns verdienen durch unsere Werke, sondern es ist ein Geschenk, das wir mit leeren H\u00e4nden empfangen.<\/p>\n<p>R\u00f6mer Kapitel 3, 23 und 24 sagt uns: \u201eDenn alle haben ges\u00fcndigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erl\u00f6sung, die in Christus Jesus ist.\u201c<\/p>\n<p>Alle haben ges\u00fcndigt, es ist kein Unterschied. Alle mangeln der Herrlichkeit Gottes und werden dann umsonst \u2013 nicht gegen einen Austausch, nicht durch Bezahlung, nicht durch die eigenen Werke, durch gute Werke, die die schlechten Werke ausbalancieren oder \u00fcberwiegen \u2013 umsonst. Umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erl\u00f6sung, die in Christus Jesus ist.<\/p>\n<p>Wie haben wir den Herrn empfangen? In dem Wort \u201eempfangen\u201c steckt selbst das Evangelium bereits drinnen, dass wir etwas mit leeren H\u00e4nden empfangen haben. Wir haben Christus Jesus empfangen, nicht durch unsere eigenen Werke, durch unseren Verdienst. Nein, es ist Gnade. Umsonst haben wir empfangen, umsonst haben wir genommen. Es ist ein Geschenk, das uns in die H\u00e4nde, in leere H\u00e4nde gegeben worden ist.<\/p>\n<p>Wie haben wir empfangen? Was haben wir empfangen? Es ist das Evangelium von Jesus Christus. Es ist die Botschaft von einem heiligen und gerechten Gott. Es ist die Botschaft davon, die sagt, dass jeder Mensch S\u00fcnder ist, ein \u00dcbertreter der Gebote Gottes. Jeder Mensch liebt und betet G\u00f6tzen an, die er sich selbst gemacht hat, statt Gott anzubeten. Ohne Unterschied verdient jeder Mensch den heiligen und gerechten Zorn Gottes, die ewige Verdammnis in der H\u00f6lle, weil Gott S\u00fcnde hasst. Und es gibt keine Hoffnung f\u00fcr den Menschen. Keine Hoffnung, sich selbst zu retten oder sich selbst mit guten Werken vor Gott verteidigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gott aber, in seiner unermesslich gro\u00dfen Gnade, hat seinen Sohn in diese Welt gesandt, damit er an der Stelle von S\u00fcndern ein gerechtes und vollkommenes Leben f\u00fchrt, an ihrer Stelle die Schuld auf sich nimmt am Kreuz und das Gericht, das auf die h\u00e4tte kommen sollen, die an ihn glauben, auf sich genommen hat. Es ist die Botschaft von diesem Jesus, der am Kreuz gestorben ist, begraben wurde, aber auferstanden ist und damit Tod, S\u00fcnde und Teufel besiegt hat. Es ist die Botschaft des Christus, der in den Himmel aufgefahren ist, von woher er eines Tages wiederkommen wird, um die Seinen zu sich zu sammeln und sein Reich aufzurichten.<\/p>\n<p>Das ist der Christus, den man empfangen hat. Das ist die Botschaft. Jeder, der diesen Jesus und damit diese Botschaft aufnimmt, jeder, der diesen Jesus und das Geschenk der Heils mit leeren H\u00e4nden annimmt und darauf glaubt, der wird von Gott f\u00fcr gerecht erkl\u00e4rt werden, und ihm werden die S\u00fcnden vergeben. Das ist es, was wir empfangen haben.<\/p>\n<p>Und ihr werdet im Laufe der Predigt sehen, wieso ich mir die Zeit genommen habe, das uns nochmal anzuschauen und auch das nochmal uns vor Augen zu f\u00fchren: Wie ihr Christus Jesus empfangen habt, so wandelt in Christus. Damit wir das \u201eso wandelt in Christus\u201c verstehen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir das \u201ewie ihr den Christus empfangen habt\u201c richtig verstehen. Und wie wir Christus empfangen haben: Es geht darum, wie wir ihm geglaubt haben, wie wir das Evangelium aufgenommen haben. Aber eben nicht nur einfach nehmen wir eine abstrakte Anreihung von Prinzipien oder Wahrheiten auf, sondern wir nehmen eine Person auf: Jesus Christus, den Herrn.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie wir vor einigen Wochen hatten: Wir verk\u00fcndigen Christus. Wir verk\u00fcndigen nicht nur Argumente f\u00fcr das Christentum oder historische Fakten oder historische Narrative; wir verk\u00fcndigen die Person Jesu Christi. Damit haben wir uns die vergangenen Wochen besch\u00e4ftigt. So ist das auch heute. Wir empfangen nicht nur eine abstrakte Wahrheit oder eine Anreihung von historischen Fakten, nein, wir empfangen eine Person. Der Gl\u00e4ubige nimmt die Person Jesu Christi auf. Wir werden \u2013 wir bekommen ihn. Wir, das Geschenk, das Gott uns gibt \u2013 nat\u00fcrlich Vergebung der S\u00fcnden, ewiges Leben und all diese Dinge \u2013 aber das gr\u00f6\u00dfte Geschenk von allen ist Christus selbst. Wir empfangen Christus. Dieses selbe Wort \u201eempfangen\u201c wird auch in Johannes Kapitel 1 verwendet, Verse 11 und 12.<\/p>\n<p>Johannes Kapitel 1, 11 und 12: \u201eEr kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.\u201c Hier haben wir das \u201enahmen ihn nicht an\u201c. \u201eSo viele ihn aber aufnahmen\u201c \u2013 Aufnahmen hier ist nicht exakt dasselbe Wort, aber es hat dieselbe Wurzel \u2013 \u201eso viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.\u201c Hier haben wir auch den Parallelismus: Christus aufzunehmen ist gleichbedeutend damit, ist parallel dazu, seinem Namen zu glauben. Wer Christus aufnimmt, glaubt an seinen Namen. Er empf\u00e4ngt mit leeren H\u00e4nden das Heilsgeschenk, was niemand anderes letztendlich ist als Christus selbst.<\/p>\n<p>Wie bezeichnet Paulus Christus hier? \u201eChristus Jesus den Herrn\u201c. \u201eWie ihr nun den Christus Jesus den Herrn empfangen habt.\u201c Paulus genau diese Anreihung anderer Reihenfolge von Worten verwendet, um Jesus zu beschreiben \u2013 zumindest nicht in dieser Reihenfolge. Christus is die griechische Form des hebr\u00e4ischen Messias. Er ist der verhei\u00dfene Erl\u00f6ser aus dem Alten Testament. Zum Beispiel wird er \u2013 das ist f\u00fcr uns relevant und auch f\u00fcr die Kolosser \u2013 verhei\u00dfen als das Licht der Nationen.<\/p>\n<p>In Jesaja 49, Vers 6. Dieser Gesalbte des Herrn, es hei\u00dft in Jesaja 49, Vers 6: \u201eEs ist so wenig, dass du mein Knecht bist, um die St\u00e4mme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zur\u00fcckzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.\u201c<\/p>\n<p>Wer ist dieser Christus, den wir aufgenommen haben? Er ist der Christus. Er ist das verhei\u00dfene Licht der Nationen. Er ist derjenige, den Gott dazu bestimmt hat, damit seine Rettung reicht bis ans Ende der Erde. Das ist der Christus, den wir aufgenommen haben: der Gesalbte des Herrn, der verhei\u00dfene Erl\u00f6ser, das Licht der Nationen, der Sprost Isais, der Sohn Davids, der Christus, der Gesalbte, der Verhei\u00dfene.<\/p>\n<p>Christus Jesus. Jesus \u2013 der Name. Ja, er ist der Retter der Welt. Er hat diesen Namen, weil er Mensch geworden ist. Er ist der Gott, der Fleisch geworden ist, der starb, begraben wurde und wieder auferstanden, der in den Himmel aufgefahren ist und wieder kommen wird. Diesen haben wir aufgenommen: den Christus Jesus, den Geseigten des Herrn, den verhei\u00dfenen Messias, den Mensch gewordenen Gott, der Stab und wiederauferstand.<\/p>\n<p>Christus Jesus, den Herrn. Der Herr. Das ist ein Hoheitstitel des Herrn Jesus. Der Herr bedeutet: Jesus hat die h\u00f6chste Autorit\u00e4t. Wir haben uns damit besch\u00e4ftigt, auch in dem Kapitel 1, Vers 15: Er ist der Erstgeborene aller Sch\u00f6pfung. Er hat Vorrang \u00fcber allem. Er steht \u00fcber allem. Er ist Herrscher \u00fcber allem. Die gesamte Sch\u00f6pfung wurde von ihm, durch ihn und zu ihm hingeschaffen. Er hat Vorrang \u00fcber allem.<\/p>\n<p>Das ist der Christus, den wir empfangen haben. Ja, kein niedrigeres Engelswesen, das nicht genug ist. Kein reiner Mensch. Kein einfach nur guter Lehrer, ein Prophet. Nein, es ist der Herr der Herren, der einzige Erl\u00f6ser. Er ist Gott, der Mensch wurde. Er ist der einzige Mittler zwischen Gott und Menschen. Ihn haben wir empfangen.<\/p>\n<p>Wen haben wir empfangen? Wir haben den empfangen, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Sch\u00f6pfung. Wir haben keinen Geringeren empfangen als ihn. Wir haben den empfangen, der die gesamte Sch\u00f6pfung bestehen l\u00e4sst durch die Macht seines Wortes. Wir haben den empfangen, der das Haupt des Leibes ist, der der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten ist. Wir haben den empfangen, in dem die ganze F\u00fclle der Gottheit wohnt. Wir haben das Geheimnis Gottes empfangen, in dem alle Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis sind. Wir haben den Christus empfangen, der genugsam ist, der ausreichend ist, der vollkommen ist f\u00fcr unser Heil und f\u00fcr unsere Heiligung. Wir haben den empfangen, der allen Vorrang hat.<\/p>\n<p>Siehst du, wieso es wichtig ist, dass wir verstehen, wenn es hei\u00dft \u201eso wandelt in Christus\u201c, dass wir dieses \u201ewie ihr nun den Christus, den Herrn, empfangen habt\u201c verstehen?<\/p>\n<p>Wie in diesem ersten Teil \u2013 &#8222;wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn empfangen habt&#8220; \u2013 quasi fast schon so viel von dem drinnen steckt, was Paulus bereits gelehrt hat und was er noch lernen wird in den kommenden Abschnitten. Und dass es wichtig ist, das zu verstehen, denn das ist doch die Grundlage unseres Wandels dann. Unser Wandel soll dann dementsprechend sein, wie wir diesen Christus empfangen haben. Wer dieser Christus ist: als Christus Jesus und Herr; als der Christus, den Paulus uns im bisherigen Kolossabrief schon beschrieben hat und pr\u00e4sentiert hat.<\/p>\n<p>Und danach hei\u00dft es: &#8222;So wandelt in ihm.&#8220; Aber damit du so wandeln kannst, musst du diesen Christus erst empfangen haben. Wenn du diesen Christus nicht hast, kannst du nicht so wandeln. Wenn du diesen Christus nicht hast, dann hast du dieses Geschenk noch nicht angenommen, noch nicht empfangen.<\/p>\n<p>Und so m\u00f6chte ich dich dazu aufrufen und dich dazu bitten: Kehre um und nimm diesen Christus auf. Glaube an ihn. Glaube an sein Kreuzeswerk, dass sein stellvertretender Tod am Kreuz dich von deiner S\u00fcndenschuld befreit. Jeder, der glaubt, empf\u00e4ngt ewiges Leben, und ihm werden die S\u00fcnden vergeben. Du kannst nicht mit deinen eigenen Werken vor Gott bestehen. Du kannst nicht. Du wirst nicht in dieser Welt deine Erf\u00fcllung finden. Du kannst alles probieren. Der Prediger zum Beispiel in der Schrift \u2013 wenn du das Buch Prediger mal liest \u2013 er hat alles probiert: Geld, Weisheit, Lust, Reichtum und alles M\u00f6gliche. Alles M\u00f6gliche hat er probiert. Nichts hat ihn erf\u00fcllt, was unter dieser Sonne ist. Seine Schlusspl\u00e4doyer ist: &#8222;F\u00fcrchte Gott.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn du diesen Christus noch nicht empfangen hast, dann hast du dieses Heilsgeschenk noch nicht. Dann hast du diese lebendige Beziehung mit Gott nicht. Und wenn du diesen Christus ablehnst, dann wirst du eines Tages mit wahrlich leeren H\u00e4nden vor Gott stehen. Strecke heute deine leeren H\u00e4nde aus nach Christus. Rufe ihn an und glaube an ihn. Setze dein Vertrauen in ihn. &#8222;Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden&#8220;, hei\u00dft es. &#8222;Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hast, wirst du gerettet werden&#8220;, hei\u00dft es in R\u00f6mer 10. So rufe ich dich zur Umkehr auf und zum Glauben an Christus Jesus, ihn aufzunehmen.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zum &#8222;So wandelt in ihm&#8220;. Wir haben jetzt gesehen: Wie ihr nun Christus Jesus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm. Wandeln ist das einfache Wort f\u00fcr &#8222;wandeln&#8220; bzw. &#8222;gehen&#8220;. Es wird oft im Neuen Testament verwendet, um eben unseren t\u00e4glichen Wandel, unser t\u00e4gliches Verhalten zu beschreiben. Es ist \u2013 &#8222;wandelt&#8220; ist hier ein fortlaufender Befehl. Das ist nicht etwas, was man einmal macht und dann l\u00e4sst, sondern wir sollen fortlaufend wandeln. Es geht um unseren tagt\u00e4glichen Wandel, wie wir uns verhalten.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: &#8222;So wandelt in ihm.&#8220; In Christus. &#8222;In ihm&#8220; \u2013 das &#8222;ihm&#8220; ist Christus. Christus ist die Sph\u00e4re, der Raum dieses Wandels. Der Wandel soll innerhalb des Rahmens geschehen, den Christus in seiner Person errichtet. Das bedeutet, der Wandel ist ein Wandel in Einheit mit ihm, in der Vereinigung mit Christus. Dadurch, dass wir eins gemacht sind mit ihm, soll auch der Wandel entsprechend dieser Vereinigung sein. Der Wandel in Christus bedeutet: Christus ist die Quelle, die F\u00fclle und das Ziel dieses Wandels.<\/p>\n<p>Und genau wir beginnen hier schon zu sehen: Genau das ist das, was diese irrelehrenden Kolosse angegriffen hat. Die gesagt hat: &#8222;Christus ist nicht genug f\u00fcr Geistlichkeit, f\u00fcr Gottesf\u00fcrchtigkeit, f\u00fcr dein Leben und f\u00fcr deinen Wandel als Gl\u00e4ubiger.&#8220; Sie haben gesagt: &#8222;Nicht wandel in Christus, sondern du musst woanders hinwandeln. Du musst dir eine andere Quelle suchen f\u00fcr Geistlichkeit, f\u00fcr Gott Seligkeit, f\u00fcr Heiligung. Du brauchst etwas anderes.&#8220; Paulus sagt: &#8222;Wandelt in ihm.&#8220; Und liebe Geschwister, wir werden sp\u00e4ter nochmal darauf eingehen, aber es ist mir so wichtig, dass wir das verstehen.<\/p>\n<p>Christus \u2013 und ich habe es, glaube ich, vor einigen Wochen schon mal gesagt \u2013, Christus ist nicht nur die Eintrittskarte f\u00fcr den Himmel. Und dann lassen wir ihn liegen: &#8222;Okay, jetzt bin ich drinnen in Christus, jetzt brauche ich dich nicht mehr.&#8220; Christus ist nicht nur die Eintrittskarte, Christus ist auch der Weg. Das Evangelium ist nicht nur unsere Eintrittskarte in den Himmel, und dann brauchen wir es nicht mehr. Das Evangelium ist das, was wir auch f\u00fcr unseren Weg brauchen. Christus ist sowohl die Pforte, Christus ist auch der Weg. Das Evangelium ist das, was uns errettet, aber aus dem Evangelium kommt auch unsere Heiligung, unser Wandel. Deswegen hei\u00dft es so: Wandelt in ihm.<\/p>\n<p>Es ist ein Befehl: Wandelt in ihm. Es ist ein Imperativ. Es ist etwas, was man gehorchen soll, ein Befehl, den man gehorchen soll. Ja, unabh\u00e4ngig davon, unabh\u00e4ngig von Zeit oder Umst\u00e4nden. Egal welcher Tag der Woche, das ist nicht nur ein Sonntagsbefehl: &#8222;Wandel am Sonntag in ihm, um in die Gemeinde zu kommen.&#8220; Es ist auch nicht ein Wandel abh\u00e4ngig von Menschen um dich herum. In der Gemeinde wandle ich in Christus, weil das sind ja alle Gl\u00e4ubigen; aber wenn ich dann in der Welt bin, unter Ungl\u00e4ubigen, in meiner Arbeit oder unter Freunden, dann wandle ich wie die Welt, da bin ich ja in der Welt. Nein, &#8222;Wandelt in ihm&#8220; ist ein t\u00e4glicher Befehl, den du unabh\u00e4ngig von Ort, Zeit, Umst\u00e4nden gehorchen sollst. Das ist unabh\u00e4ngig davon, ob du dich danach f\u00fchlst oder nicht. Manchmal f\u00fchlst du dich vielleicht nicht danach, aber es ist ein Befehl, den man zu gehorchen hat. Es geht darum, in Christus zu wandeln, jeden Tag und j in jedem Bereich deines Lebens.<\/p>\n<p>Und der Befehl, &#8222;So wandelt in ihm&#8220;, ist nat\u00fcrlich der Hauptsatz, ist nat\u00fcrlich dieser Imperativ hier. Aber wir haben schon gesehen, diese Konstruktion ist wichtig: Wie ihr empfangen habt, so wandelt. Diese Wie-So-Beziehung \u2013 nicht &#8222;wieso&#8220; das eine Wort, sondern einmal &#8222;wie&#8220; und &#8222;so&#8220; \u2013, diese Wie-So-Beziehung beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Befehl, dem Imperativ, und der Art und Weise, wie dieser Befehl ausgef\u00fchrt werden soll. Und die Art und Weise, wie wir dem Befehl gehorchen sollen, entspricht der Aufnahme von Jesus Christus und dem Evangelium. Das ist das Indikativ.<\/p>\n<p>Wieso ich das sage? Das sind gebr\u00e4uchliche theologische Begriffe, die in vielen Kommentaren, aber auch in Predigten, im theologischen christlichen Kontext verwendet werden: der Indikativ und der Imperativ. Der Indikativ ist die Tatsachenaussage. Der Indikativ beschreibt das, was Gott bereits getan hat. Das ist auf der einen Seite der Indikativ. Der Imperativ auf der anderen Seite ist der Befehl, die Aufforderung zum Wandel, das, was wir tun sollen.<\/p>\n<p>Und Paulus macht in seinen Schriften \u2013 macht es immer wieder \u2013, dass er Indikativ hat und dann den Imperativ; dass der Imperativ aus dem Indikativ herausflie\u00dft. Was meine ich damit? Zuerst kommt das, was Gott bereits getan hat. Zuerst kommt das, was Gott vollbracht hat, das Werk Gottes. Danach kommt der Imperativ, der aus dem Indikativ herausflie\u00dft. Und diese Reihenfolge ist wichtig. Und wir werden sp\u00e4ter sehen: Wenn du diese Reihenfolge \u00e4nderst, dann landest du bei einer falschen Lehre. Zuerst Indikativ: &#8222;Das hat Gott getan.&#8220; Dann der Imperativ: &#8222;Das sollst du tun.&#8220;<\/p>\n<p>Ich habe es vorhin gesagt: Epheserbrief. Drei Kapitel lang beschreibt Paulus den Indikativ, die Berufung. Das hat Gott in Christus f\u00fcr euch vollbracht und getan. Es beginnt mit der Erw\u00e4hlung, es geht weiter mit der Erl\u00f6sung in Christus. Es geht darum, dass wir tot waren und auferweckt worden sind. Es geht darum, dass wir einst fern waren, jetzt nahegekommen sind. Es geht einst, es geht um das Geheimnis, das Gott offenbart hat, dass sogar die Nationen erl\u00f6st werden. Und dann Kapitel 4, Vers 1 \u2013 wir haben es vorhin gesagt: &#8222;Wandelt w\u00fcrdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.&#8220; Drei Kapitel lang Indikativ, das ist die Berufung; dann kommt drei Kapitel lang, mehr oder weniger, Imperativ: Wandelt nach dieser Berufung.<\/p>\n<p>R\u00f6merbrief, elf Kapitel lang, Indikativ. Lehre haupts\u00e4chlich nat\u00fcrlich. Und dann in Kapitel 12 hei\u00dft es, Kapitel 12, Vers 1: \u201eIch ermahne euch nun, Br\u00fcder, durch die Erbarmungen Gottes.\u201c Durch den Indikativ, durch das, was Gott vollbracht hat, das, was Paulus elf Kapitel lang beschrieben hat, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgef\u00e4lliges Opfer, was euer vern\u00fcnftiger Gottesdienst ist. Imperativ folgt aus dem Indikativ. Er flie\u00dft aus dem, was Gott vollbracht hat.<\/p>\n<p>Das haben wir im R\u00f6merbrief \u2013 deswegen habe ich gesagt, fast nur Indikativ \u2013, bereits auch etwas in Kapitel 6. Bereits f\u00fcnf Kapitel lang, mehr oder weniger, hat Gott, hat Paulus indikativ beschrieben, [was] Gott vollbracht hat: die S\u00fcndhaftigkeit des Menschen, wie Gott aber den S\u00fcnder durch Glauben rechtfertigt und so weiter. Und dann in Kapitel 6 hei\u00dft es dann, R\u00f6mer Kapitel 6: \u201eWas sollen wir nun sagen? Sollten wir in der S\u00fcnde verharren, damit die Gnade zunimmt? Auf keinen Fall.\u201c<\/p>\n<p>Dann kommt etwas mehr Indikativ. Wir sind der S\u00fcnde gestorben. Wir k\u00f6nnen jetzt nicht mehr in ihr leben. Denn wir sind mit Christus gestorben. Alles Indikativ. Das ist alles geschehen durch die Erl\u00f6sung. Das hat Gott vollbracht, indem er uns mit Christus eins gemacht hat. Wir sind mit Christus gestorben, mit ihm begraben worden, mit ihm auferstanden \u2013 alles Gottes Werk, unser Zustand. Dann hei\u00dft es, Vers 8, nochmal dieser Indikativ, das, was Gott getan hat: \u201eWenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.\u201c Das ist der Glaube, das ist die Grundlage.<\/p>\n<p>Und dann Vers 11. So auch hier, jetzt kommt der Imperativ: \u201eHaltet euch der S\u00fcnde f\u00fcr tot, Gott aber lebend in Christus Jesus.\u201c Nachdem er also den Zustand beschrieben hat, das Werk Gottes beschrieben hat, uns mit Christus zu vereinen, sodass wir mit ihm gestorben und auferstanden sind, kommt danach der Befehl: \u201eHaltet euch der S\u00fcnde f\u00fcr tot, Gott aber lebend in Christus Jesus.\u201c<\/p>\n<p>Paulus, du hast doch gerade gesagt: \u201eWir sind der S\u00fcnde gestorben und leben mit Christus.\u201c Wieso gibst du uns jetzt den Befehl, uns der S\u00fcnde f\u00fcr tot zu halten, Gott aber lebend in Christus Jesus? Aber genau das ist der Imperativ hier. Es geht darum: Lebe entsprechend dem Werk, das Gott bereits in dir vollbracht hat. Lebe entsprechend des Werkes, das Gott bereits in dir vollbracht hat. Gott hat dich mit Christus eins gemacht, sodass du mit ihm der S\u00fcnde gestorben und Gott lebendig geworden bist, zu einer Neuheit des Lebens. Nun halte, denke dar\u00fcber nach und halte dich genau daf\u00fcr, was du in deinem Zustand bereits bist.<\/p>\n<p>Und dann hei\u00dft es in Vers 12 weiter: \u201eSo herrsche nun nicht mehr die S\u00fcnde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden gehorcht.\u201c Hier sehen wir diese Beziehung: Indikativ, Imperativ. Und hier im Kolosserbrief geht es darum, so zu wandeln \u2013 der Imperativ flie\u00dft aus dem Indikativ \u2013, wie man Jesus empfangen hat. Aus dem, wie man Jesus empfangen hat, aus diesem Indikativ des Heilsgeschenks Gottes, wer dieser Jesus ist und wie du ihn empfangen hast \u2013 in all seiner Erhabenheit, in all seiner Genugsamkeit, in all seiner Autorit\u00e4t als absoluter Erl\u00f6ser und erhabener Herr.<\/p>\n<p>Aus diesem Indikativ kommt der Wandel in Christus. So wandle. Wandle entsprechend dieses Christus, dieses Jesus, den du empfangen hast. Der Befehl zum Wandel und damit der Wandel selbst ist gegr\u00fcndet im Evangelium. Gegr\u00fcndet in Christus, den man empfangen hat. Deswegen ist dieser erste Punkt dieser Predigt: Wandle in Christus gegr\u00fcndet. Wenn es hei\u00dft: \u201eSo wandelt in ihm\u201c, bedeutet das: Wandle gegr\u00fcndet in Christus Jesus. Wandle dementsprechend, wer er ist und wie du ihn empfangen hast. Wir haben vorhin gesehen: Christus, Jesus und Herr, so bezeichnet Paulus ihn hier. Lasst uns das auch mal benutzen. Du hast den Christus empfangen. Zum Beispiel als Christus \u2013 das zeigt zum Beispiel, wie ich vorher erw\u00e4hnt habe, dass er das verhei\u00dfene Licht der Nationen ist. Dann wandle dementsprechend, dass Jesus dein Licht ist.<\/p>\n<p>Zum Beispiel: Wieso liest du Bibel? Wieso liest du deine Bibel? Weil es den Befehl gibt \u201eliest die Bibel\u201c, dem du kalt gehorchst? Oder weil Jesus dein Licht geworden ist und weil du in seinem Wort das Licht seines Angesichts sehen kannst? Seht ihr den Unterschied? Gibt es den Befehl? Nat\u00fcrlich gibt es den Befehl und nat\u00fcrlich sollst du den Befehl gehorchen, aber es geht \u00fcber den Befehl hinaus. Es geht darum, dass du eine lebendige Beziehung zu diesem Christus hast. Und das ist die letztendliche und die fundamentale Motivation, wieso du zum Beispiel die Bibel liest.<\/p>\n<p>Du hast Jesus empfangen, wir haben gesehen. Jesus, der es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich erniedrigt hat, um dich zu erl\u00f6sen. Lass mich die Frage stellen: Wieso bist du bereit, f\u00fcr Gutes zu leiden? Vielleicht auf dein Recht zu verzichten? Oder dich f\u00fcr deinen N\u00e4chsten aufzuopfern? Wieso tust du das? Weil es das Christliche ist zu tun? Weil du willst es zwar eigentlich gar nicht tun, aber du musst es tun, weil das ja von dir erwartet wird als Gl\u00e4ubiger? Oder dr\u00e4ngt es dich, bewegt es dich, dass, wenn du den Sohn Gottes siehst, der selbst Sklavengestalt angenommen hat, indem er Mensch geworden ist? Dass, wenn du ihn siehst und wie du ihn empfangen hast \u2013 durch seine Erniedrigung und Dem\u00fctigung hindurch \u2013 dr\u00e4ngt es dich, ihm nachzuahmen, diesen Christus und wie du ihn empfangen hast?<\/p>\n<p>Wenn du siehst, wie der Herr \u00fcber alles \u2013 wie er, der Herr \u00fcber alles, sich selbst erniedrigt hat und leidet \u2013 ist es \u00fcberhaupt etwas Gro\u00dfes, Schweres oder \u00fcberhaupt Beachtenswertes, wenn ich mich mal erniedrigen muss? Wenn er sich erniedrigt hat, und zwar so in eine Tiefe: Muss ich einfach nur einem kalten Befehl gehorchen oder der christlichen Erwartungshaltung gehorchen, dass ich mich erniedrigen muss? Oder wenn ich seine Erniedrigung sehe, wie kann ich dann sagen, dass es schwer f\u00fcr mich ist, mich zu erniedigen? Wer bin ich im Vergleich zu ihm, dass ich mich f\u00fcr etwas H\u00f6heres achte? Dass ich mir zu gut bin, mich zu erniedrigen? Seht ihr den Unterschied?<\/p>\n<p>Du hast den Herrn empfangen, den Herrscher des Universums, den Sohn Gottes, Urheber, Erhalter und Ziel der Sch\u00f6pfung. Wieso gehorchst du ihm? Weil du sonst bestraft wirst? Oder gehorchst du ihm, weil dieser Jesus auch Herr und Hirte deines ganzen Lebens ist? Weil du ihm vertraust und glaubst, dass er das, was er verspricht und das, was er befiehlt, besser ist als das, was die Welt mir anbietet? Dass es k\u00f6stlicher ist, den Weg des Gehorsams zu gehen als der Verlockung der S\u00fcnde zu vertrauen? Seht ihr, dass es am Ende auch um Glauben geht? Glaubst du diesem Jesus? Dass er besser ist als das, was dir die S\u00fcnde, die kurzweilige Freude, die dir S\u00fcnde verspricht?<\/p>\n<p>Es ist mehr als \u201etu das nicht\u201c und \u201etu das\u201c. Es ist, wie ihr den Herrn empfangen habt. Schau dir diesen Christus an. Schau dir das Evangelium an. Schau an, wie du ihn empfangen hast: Nicht aus deiner eigenen Kraft, nicht als Verdienst, um dich vor Gottes Zorn zu retten, sondern als Heilsgeschenk, absolut und nur allein abh\u00e4ngig von Christus. Wir k\u00f6nnen so weitermachen. Auch in Efeser Kapitel 4 hei\u00dft es so. Mir ist es wichtig, dass wir das nicht falsch verstehen: Gibt es Befehle, denen wir gehorchen sollen? Ja. Gibt es dir den Befehl, die Bibel zu lesen, dar\u00fcber nachzusinnen, gute Werke zu tun, heilig zu wandeln, all das? Ja, es gibt diese Befehle und wir sollen ihnen gehorchen, unabh\u00e4ngig davon, ob ich mich danach gerade f\u00fchle oder nicht. Der Wandel in Christus ist nicht weniger als das Gehorchen von Geboten, aber es ist auch nicht nur das Gehorchen von Geboten, das kalte Befolgen von Gesetzen. Es ist viel mehr als das. Es ist das Ausleben der lebendigen Beziehungen und Einheit mit Jesus Christus. Es ist das Evangelium, das uns dazu dr\u00e4ngt, ihm zu gehorchen \u2013 nicht nur aus Befehlsgehorsam, sondern aus dieser Einheit von Christus und aus der Liebe, die er zu mir hat.<\/p>\n<p>Seht ihr, deswegen habe ich gesagt, das ist so wichtig, dass wir diesen Vers 6 und 7 verstehen: Wie ihr den Christus nun empfangen habt, so wandelt in ihn. This I empfangen habt, so wandelt in ihm, and this principles that we in the script find bewahrt us vor Gesetzlosigkeit \u2013 was auch Antinorismus bezeichnet wird, Antinomismus \u2013 oder Gesetzlichkeit.<\/p>\n<p>Gesetzlosigkeit, Antinorismus besagt, dass das Gesetz bzw. die Gebote nicht mehr bindend f\u00fcr uns ist. Ja, wir sind errettet, wir sind durch Gnade errettet, wir sind nicht durch unsere eigenen Werke gerettet, deswegen sind die Gebote nicht mehr bindend vor uns. Wir sind befreit vom Gesetz, sagt der Gesetzlosigkeit, der Antinomismus. Der Antinomismus ist der Indikativ ohne Imperativ. Es ist nur alles, was Gott gemacht hat, und es ist aber nie \u2013 es hat nie das. Es beinhaltet nie das, wo die Bibel sagt: Tu das, du sollst gehorchen. Es ist Indikativ ohne Imperativ. Es ist Rechtfertigung ohne Heiligung. Und die Schrift ist klar darin: Das sei ferne. Wir haben vorhin R\u00f6mer 6 gelesen: K\u00f6nnen wir einfach in der S\u00fcnde verharren, weil damit die Gnade \u00fcberreich wird? Auf keinen Fall. Das sei ferne.<\/p>\n<p>Das Gebet eines Puritaners aus \u201eValley of Vision\u201c ist etwas \u2013 ein Zitat, das wirklich, glaube ich, auch&#8230; Das Gebet eines Puritaners. \u201eValley of Vision\u201c ist ein Buch, eine Sammlung von Gebeten von Puritanern und Andachten von ihnen. Dort hei\u00dft es \u2013 er betet das quasi: \u201eVon allen Heuchlern, lass mich blo\u00df nicht zu einem evangelikalen Heuchler werden, der sich in der Gewissheit der \u00fcberflie\u00dfenden Gnade sicherer in S\u00fcnde \u00fcbt. Der seinen Begierden einredet, das Blut Christi reinige sie. Der sich einredet, Gott k\u00f6nne ihn nicht in die H\u00f6lle werfen, da er doch errettet sei. Der evangelikale Predigten, Kirchen und Christen liebt, aber ein gottloses Leben f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Der betet hier und sagt: Lass mich kein Heuchler sein, der Indikativ ohne Imperativ lebt. Der behauptet zu glauben, aber lebt, wie er es will, in Gottlosigkeit. Der nie sein Leben in Unterordnung und Gehorsam gegen\u00fcber den Geboten Gottes bringt. Er betet: Oh, blo\u00df lass mich Gott nicht so sein. M\u00f6ge das doch auch unser Gebet sein. Das ist auf der einen Seite die Gesetzlosigkeit \u2013 aber du kannst wieder weiter.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite ist es die Gesetzlichkeit. Gesetzlichkeit setzt den Imperativ vor den Indikativ. Ja, die Reihenfolge ist wichtig. Gesetzlichkeit sagt: Ich muss gehorchen, damit ich gerettet werde. Ich muss gehorchen, damit Gott mich liebt. Das ist Gesetzlichkeit. Aber auch das sei ferne. Wir gehorchen nicht, damit Gott uns liebt. Wir gehorchen nicht, damit wir von Gott aufgenommen werden oder damit wir gerettet werden. Nein, wir gehorchen, weil Gott uns zuerst geliebt hat und seinen Sohn hingegeben hat. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.<\/p>\n<p>Also wir wollen keine Gesetzlichkeit, ja? Wir wollen kein Pharis\u00e4ertum \u2013 und wir werden sp\u00e4ter sehen im Laufe, welche Gesetze, ja: \u201eTaste nicht, f\u00fchle nicht, schmecke nicht\u201c und all diese Befehle, selbst auferlegten Befehle, die sich die Kolosser und diese Irrlehrer ausgedacht haben. Wir wollen keine Gesetzlichkeit, wir wollen aber auch keine Gesetzlosigkeit. Es gibt Gebote, denen wir Gehorsam leisten sollen und m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich glaube, ein Vers, der das Gleichgewicht sch\u00f6n zum Ausdruck kommt, ist 2. Korinther Kapitel 5, Vers 14: \u201eDenn die Liebe Christi dr\u00e4ngt uns.\u201c Ich liebe diesen Vers, weil wir haben das Wort \u201edr\u00e4ngen\u201c hier, 2. Korinther 5, 14. Es ist ein starkes Wort. Es wird daf\u00fcr verwendet, um zu beschreiben, wie Krankheiten einen plagen k\u00f6nnen. Das Wort \u201ePlagen\u201c wird manchmal \u2013 dieses Wort wird manchmal mit \u201ePlagen\u201c \u00fcbersetzt. Es ist ein&#8230; also eine Art ein immenser Druck, den Paulus sp\u00fcrt, Christus zu dienen. Und wenn wir das h\u00f6ren, dann sagen wir vielleicht sofort: Oh, das christliche Leben soll doch kein Druck sein, ich soll doch nicht gedr\u00e4ngt werden oder geplagt werden \u2013 wenn wir die andere \u00dcbersetzung mit dem Zusammenhang von Krankheiten verwenden nehmen wollen.<\/p>\n<p>Aber was dr\u00e4ngt ihnen Paulus hier? Was dr\u00e4ngt ihn und motiviert ihn und gibt ihm diesen Druck, Christus zu dienen? Ist es die Angst vor der H\u00f6lle? Ist es der Wunsch von Gott, akzeptiert zu werden? Er sagt: \u201eDie Liebe Christi dr\u00e4ngt mich.\u201c Und es ist nicht seine Liebe zu Christus, sondern es ist die Liebe Christi zu ihm und zu allen S\u00fcndern. Wenn er die Liebe Christi zu S\u00fcndern sieht \u2013 er kann nicht anders. Er wird gedr\u00e4ngt und motiviert, diesem Christus zu dienen.<\/p>\n<p>Ein paar Verse vorher hei\u00dft es: \u201eDer Schrecken des Herrn bringt uns dazu.\u201c Nicht der Schrecken im Sinne von die Angst vor der H\u00f6lle, sondern die gesunde Ehrfurcht vor Gott. Gott ehren zu wollen, in ehrvollem Respekt vor Gott zu leben und zu treten \u2013 das ist es, was motiviert. Das ist es, was den christlichen Wandel ausmacht.<\/p>\n<p>So zu wandeln, wie wir Christus empfangen haben, bedeutet also, entsprechend des Indikativs zu wandeln: im Lichte dessen, wer dieser Jesus ist, den wir empfangen haben (Christus Jesus, den Herrn) und der Wahrheit, die wir \u00fcber ihn aufgenommen haben. Dass unser Wandel all diesen Dingen entspricht. Unser Wandel ist nicht das kalte Befolgen von Geboten, um einen Zustand der Akzeptanz vor Gott zu erreichen. Aber unser Wandel ist auch nicht die Abwesenheit von Gehorsam, ein Leben nach unserem eigenen Willen, weil ja Gott alles schon gemacht hat. Es ist ein Wandel, gegr\u00fcndet in Christus, gegr\u00fcndet in dem Werk Gottes, in der Botschaft des Evangeliums. Es ist ein Wandel, der nicht eine bis ins kleinste Detail gehende To-Do-Liste braucht, sondern ein Wandel, der aus dem Schaun auch den empfangenen Christus herausstr\u00f6mt. Das Evangelium, der Blick auf Christus ist es, der diesen Wandel informiert.<\/p>\n<p>John Bunyan hat gesagt: \u201eMan kann nicht mit Christus wandeln und gleichzeitig den Weg leben, den Weg lieben, von dem er dich durch seinen Tod errettet hat.\u201c Ich wiederhole: \u201eMan kann nicht mit Christus wandeln und gleichzeitig den Weg lieben, von dem er dich durch seinen Tod errettet hat.\u201c<\/p>\n<p>Wir kommen heute nicht mehr zu Vers 7 und machen an dieser Stelle Schluss. Aber ich hoffe, wir verstehen. Ich hoffe, wir verstehen diesen Zusammenhang. Es war es mir wert, mir diese Zeit zu nehmen, um diesen Zusammenhang zu verstehen. Unser Leben und unser Wandel als Gl\u00e4ubige ist nicht das kalte Befolgen einer To-Do-Liste. Es ist nicht einfach nur dieses detailliertes \u201eTu das nicht\u201c und \u201eTu das\u201c. Gibt es Befehle? Ja. Sollen wir diesen Befehlen gehorchen? Unabh\u00e4ngig von Umst\u00e4nden, Zeit oder egal in welchem Bereich unseres Lebens: Ja. Aber die grundlegende Motivation kommt aus dem Evangelium heraus. Der grundlegende Wandel \u2013 und deswegen, das war der erste Punkt, den wir uns heute die ganze Zeit angeschaut haben \u2013 der Wandel soll gegr\u00fcndet sein in Christus.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte kurz eingehen. In Epheser Kapitel 4 haben wir sehr \u00e4hnliche Verse. Epheser Kapitel 4, ab Vers 17. Wir werden nicht jeden Vers lesen, aber nur kurz anschauen. Afersabrief, Kapitel 4, ab Vers 17. Er beschreibt in den Versen 17 bis 19, wie der Wandel unter den Nationen ist und wie der Wandel der Gl\u00e4ubigen fr\u00fcher war: ja, verfinstert am Verstand, in Unwissenheit und Verstockung des Herzens und Abgestumpftheit.<\/p>\n<p>Dann in Vers 20 hei\u00dft es: \u201eIhr aber habt den Christus nicht so kennengelernt.\u201c Sehr \u00e4hnlich, wie ihr den Christus empfangen habt. Ihr habt den Christus nicht so kennengelernt. Ihr habt ihn geh\u00f6rt und sind in ihm gelehrt worden, wie es in Wahrheit in Christus ist. Und was ist die Wahrheit in Christus? Dass ihr, was den fr\u00fcheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betr\u00fcgerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.<\/p>\n<p>Und danach, ab Vers 25, folgte an: \u201eLegt die L\u00fcge ab, redet die Wahrheit. Z\u00fcrn, s\u00fcndigt nicht. Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern m\u00fche sich vielmehr Gutes zu tun mit den H\u00e4nden.\u201c<\/p>\n<p>Kein faules Wort soll kommen, sondern man soll nur Erbauliches reden. Was ich meine, was ich hier sehe, was wir hier sehen, ist: Ihr habt den Christus nicht so kennengelernt. Nicht in dieser Nichtigkeit des Lebens der Nationen, in S\u00fcnde und Verstockung und Ausschweifung, sondern: Wie habt ihr Christus kennengelernt? Wie habt ihr ihn empfangen, in der Sprache von Kolosser?<\/p>\n<p>Ihr habt ihn so empfangen, dass er euren alten Menschen genommen hat, ihn ausgezogen hat und euch einen neuen Menschen geschenkt hat. Ihr habt einen neuen Menschen angezogen in Christus, der neu geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit. Deshalb legt die L\u00fcge ab.<\/p>\n<p>Wieso lege ich die L\u00fcge ab und rede die Wahrheit? Weil ich Christus nicht so kennengelernt habe. Ich habe ihn nicht kennengelernt als L\u00fcgner. Ich habe ihn nicht kennengelernt als einen, der mich als L\u00fcgner einfach bel\u00e4sst. Ich habe ihn kennengelernt als denen, dass, wenn ich ein L\u00fcgner war, er diesen alten Menschen ausgezogen hat, mich in einen neuen Menschen verwandelt hat, und deswegen rege ich die L\u00fcge ab und rede die Wahrheit. Mein Wandel entspricht dem Evangelium und dem Werk Gottes, das Werk Christi, das er an mir vollbracht hat. So habe ich Christus kennengelernt.<\/p>\n<p>Wieso soll kein faules Wort aus meinem Mund kommen und nur noch N\u00f6tiges zur Erbauung kommen? Weil Gott mein Herz erf\u00fcllter mit Dankbarkeit und Liebe f\u00fcr das Heil, das er vollbracht hat. Wie kann aus demselben Mund, aus dem der Lob Gottes herauskommt, auch Fluch und faules Wort kommen?<\/p>\n<p>Seht ihr, es geht um mehr als: \u201eJa, steht halt in der Bibel. Meine Eltern haben es mir so gesagt, der Prediger hat es so befohlen.\u201c Nein, es ist die lebendige Beziehung zu Gott, es ist das Evangelium. Es ist der Indikativ, der unseren Wandel, den Imperativ, informiert. Wieso gebe ich meinen fleischlichen Begierden nicht nach? Weil es einfach das christliche Leben ist und Dinge, die ich eigentlich tun will, aber ein Christ halt nicht tut? Das sei ferne.<\/p>\n<p>Ich gebe meinen fleischlichen Begeben nicht nach, weil ich mit Christus der S\u00fcnde gestorben bin. Wie kann ich noch in ihr leben, wenn dieser Heiland sein Leben f\u00fcr mich gegeben hat? Wie John Bunyan gesagt hat: \u201eWie kann ich das lieben, wof\u00fcr Jesus sein Leben gegeben hat, um mich davon zu retten?\u201c Das ist so viel mehr, das ist so viel st\u00e4rker und m\u00e4chtiger als einfach: \u201eJa, weil es halt dasteht.\u201c Steht es da? Ja. Soll ich dem, was da steht, gehorchen? Ja, aber h\u00f6r dort nicht auf. Schau diesen Christus an. Schau an, wie du ihn empfangen hast, was er vollbracht hat.<\/p>\n<p>Oh, wie kann ich die S\u00fcnde lieben, f\u00fcr die Christus sein Leben gelassen hat, um mich davon zu retten? Wie kann ich der Verhei\u00dfung der S\u00fcnde von kurzweiliger, nichtiger und und verkehrter Freude glauben, wenn dieser Christus nicht mal sein Leben geschont hat, um mich von dieser S\u00fcnde zu retten? Weil der Gehorsam besser ist als das, was die S\u00fcnde mir verspricht.<\/p>\n<p>Seht ihr, liebe Geschwister, wieso dieses Wandeln in Christus so wichtig ist. Wieso dass die Grundlage f\u00fcr alles, was sp\u00e4ter kommt, ist \u2013 wie du dich in deiner Ehe, in deiner Familie, in deiner Arbeit, in der Gemeinde verhalten sollst. Es gr\u00fcndet und wurzelt alles in Christus, im Evangelium. \u201eSo wie ihr ihn empfangen habt, so wandelt.\u201c Und wenn wir das nicht haben, dann fallen wir entweder in Gesetzlosigkeit oder in Gesetzlichkeit. Und wir sehen, in Koloss\u00e4 war genau eben die Gesetzlichkeit die Gefahr und das Problem.<\/p>\n<p>Was ist also die Anwendung? Erstens \u2013 oder heute nur erstens eigentlich: Sinne \u00fcber den empfangenen Christus Jesus, den Herrn, nach. Denke an das Indikativ. Sinne dar\u00fcber nacht\u00e4glich, f\u00fchre dir vor Augen, wie du Jesus Christus empfangen hast, wer er ist, was er getan hat, was er durch das Evangelium in deinem Leben vollbracht hat \u2013 nicht durch deine eigenen Werke, nicht durch deinen Verdienst, sondern er in seiner absoluten Erhabenheit, in seiner Genugsamkeit.<\/p>\n<p>Das muss dich erf\u00fcllen, damit du dementsprechend wandeln kannst. Wir haben dar\u00fcber geredet: \u201eIch h\u00e4tte gerne konkretere, ich w\u00fcsste genau, wie ich mich in dieser und dieser Situation mich verhalten soll.\u201c Ich sage dir, der Gl\u00e4ubige braucht das nicht. Der Gl\u00e4ubige braucht keine bis ins Kleinste gehende, detailreiche To-do-Liste. Denn er hat Christus. Und wenn er Christus sieht, wenn er mit Christus erf\u00fcllt wird \u2013 das dr\u00e4ngt ihn, um es mit der Sprache von 2. Korinther 5,14 zu sagen, dementsprechend zu wandeln.<\/p>\n<p>Und das ist das Einzigartige des Christentums: Nicht das kalte und leere Befolgen von Regeln und Geboten. Nicht Ausschweifung in Gesetzlosigkeit, weil sich Gott ja eh schon um alles k\u00fcmmert. Nein, das ist dieses: das Sehen dieses Christus, was dich dr\u00e4ngt und bewegt, dementsprechend zu wandeln. In Heiligung und in Gehorsam, m\u00f6ge ihm alle Ehre zuteil werden. Amen.<\/p>\n<p>Let&#8217;s be. Unser Vater im Himmel, ich kann nicht anders als staunen \u00fcber deine erhabene Weisheit. Du h\u00e4ttest \u2013 du hast uns nicht einfach eine To-do-Liste gegeben, eine Gebrauchsanweisung. Du hast uns auch nicht einfach uns \u00fcberlassen, um in unseren Begierden und S\u00fcnden zu leben, in einer falsch verstandenen Freiheit. Nein, du hast dich entschieden, unser Leben durch dieses unglaubliche Evangelium zu ver\u00e4ndern und durch deinen unermesslich erhabenen Sohn zu ver\u00e4ndern. Du hast uns dieses einzigartige Mittel gegeben und dieses einzigartige Prinzip, das aus Christus heraus, aus dem Evangelium heraus, wie wir ihn empfangen haben, was er in dieser Botschaft vollbracht hat, und der Erhabenheit seiner Person heraus, dass aus ihm heraus unser Wandel herausstr\u00f6mt. Was f\u00fcr eine Weisheit. Was f\u00fcr ein \u2013 was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Wandel.<\/p>\n<p>O Vater, du bewahrst uns davor, kalte Pharis\u00e4er zu sein, die dich nicht lieben, deren Herzen fern von dir sind, sondern lediglich menschlich aufgestellte Gesetze befolgen. Du bewahrst uns aber auch davor, unsere eigenen Wege zu gehen, unseren Begehren und S\u00fcnden uns hinzugeben, weil du wei\u00dft, dass das nicht gut f\u00fcr uns ist, weil Gehorsam und Heiligung besser ist. Und so ver\u00e4nderst du uns.<\/p>\n<p>Wir haben Christus empfangen mit leeren H\u00e4nden, ohne eigenen Verdienst. Wir haben Christus empfangen als den, der uns zum Licht und zum Herrn und Heiland geworden ist. Wir haben Christus empfangen als den, der uns verwandelt hat, mit dem wir gestorben sind, begraben worden sind und zur Neuheit des Lebens auferweckt worden sind. Wir haben Christus empfangen als den, unseren alten Menschen abgelegt hat und uns einen neuen Menschen angezogen hat, der neu in Gerechtigkeit und Heiligkeit geschaffen worden ist.<\/p>\n<p>O Vater, m\u00f6gen diese Wahrheiten, m\u00f6ge dieser Christus, den wir empfangen haben und wie wir ihn eben empfangen haben, m\u00f6ge er doch unseren Wandel bestimmen und informieren. M\u00f6gen wir in unserem Alltag uns erf\u00fcllen mit diesem Christus. M\u00f6gen wir ihn sehen, Vater. In deinem Wort m\u00f6gen wir ihn sehen. Nicht nur, weil wir heute eine Liste abhaken m\u00fcssen von dem, was wir gelesen haben, sondern lass uns lesen und sinnen und studieren, weil wir Christus sehen wollen.<\/p>\n<p>Und m\u00f6ge das unseren Wandel bestimmen \u2013 ob in der Arbeit, ob in der Schule, in der Universit\u00e4t, unter Freunden, ob unter Gl\u00e4ubigen oder Ungl\u00e4ubigen, egal zu welcher Tageszeit, egal zu welchem, an welchem Wochentag \u2013 m\u00f6ge unser Wandel von Christus und dem, wie wir ihn empfangen haben, bestimmt werden. Ich bitte dich, den Herrn Vater, segne alle Zuh\u00f6rer, sodass sie erf\u00fcllt werden mit diesem Christus und ihm entsprechend wandeln.<\/p>\n<p>Ich bitte dich f\u00fcr alle, die Christus nicht aufgenommen haben, dass sie ihn doch empfangen m\u00f6gen, dass sie von ihren H\u00e4nden ablegen m\u00f6gen alle Selbstgerechtigkeit, alle G\u00f6tzen, alle Liebe zu ihren S\u00fcnden und zu dieser Welt, alles von diesen Dingen umkehren m\u00f6gen und mit leeren H\u00e4nden zu dir, zu Christus kommen m\u00f6gen, um ihn \u2013 das Kostbarste, was es gibt \u2013 von dir zu empfangen. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber Kolosser 2,6-7: Wie wir in Christus wandeln \u2013 gegr\u00fcndet im Evangelium, gewurzelt und auferbaut in ihm, gefestigt im Glauben und erf\u00fcllt mit Danksagung. 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