{"id":2564,"date":"2026-08-26T18:24:51","date_gmt":"2026-08-26T16:24:51","guid":{"rendered":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/?post_type=wpfc_sermon&#038;p=2564"},"modified":"2026-08-26T18:24:52","modified_gmt":"2026-08-26T16:24:52","slug":"die-angemessene-kleidung-des-glaeubigen-teil-2","status":"publish","type":"wpfc_sermon","link":"https:\/\/solideogloria-muenchen.de\/en\/sermons\/die-angemessene-kleidung-des-glaeubigen-teil-2\/","title":{"rendered":"Die angemessene Kleidung des Gl\u00e4ubigen &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Automatisch generiertes Transkript<\/em><\/p>\n<p>Schlagen wir den Kolosserbrief, Kapitel 3, auf und lasst uns die Verse 12 bis 17 lesen.<\/p>\n<p>Kolosserbrief, Kapitel 3, die Verse 12 bis 17: \u201eZieht nun an als Auserw\u00e4hlte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde, Langmut. Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib. Und seid dankbar. Das Wort des Christus wohne reichlich in euch. In aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig. Mit Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade. Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn.\u201c<\/p>\n<p>Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, wie kann unsere Seele versuchen, Ruhe zu finden hier auf dieser Erde, hier, wo wir nur Gast sind, wo wir lediglich Fremdlinge sind? Wie oft versuchen wir, hier auf dieser Erde unsere Ruhe und unseren Frieden zu finden, wenn doch unser Herr, unser Heiland, unser gro\u00dfer Schatz und das h\u00f6chste Gut im Himmel zu deiner Rechten ist.<\/p>\n<p>O Vater, wir m\u00f6chten unsere Gesinnung und unsere Augen ganz auf diesen Herrn richten, auf diesen Herrn Jesus Christus, der zu deiner Rechten sitzt. Er, der unser Leben ist. Er, der unser kostbarstes Gut ist, unser Heiland und Erl\u00f6ser.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Gott, wir m\u00f6chten das auch nun tun, wenn wir uns deinem Wort widmen: unsere Augen auf deinen Sohn ausrichten, unsere Gesinnung, unseren Verstand und unser Herz damit f\u00fcllen, wer er ist, was er vollbracht hat und was aus dem herausflie\u00dft, was er f\u00fcr uns vollbracht hat.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Gott, der du auf h\u00f6chstem Thron thronst, wir beten dich an f\u00fcr Jesus Christus, deinen Sohn. Wir beten dich daf\u00fcr an, dass du uns in ihm eine neue Identit\u00e4t geschenkt hast, dass du uns vollkommen ver\u00e4ndert und eine neue Natur geschenkt hast, sodass wir nun zu deiner Ehre leben und zu seinem Bild ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vater, ich bitte dich darum, dass du diese Zeit segnest, dass du uns Aufmerksamkeit und Achtsamkeit schenken m\u00f6gest, auf dein Wort zu h\u00f6ren. M\u00f6gest du verherrlicht werden durch die Verk\u00fcndigung deines Wortes. M\u00f6ge dein Wort uns \u00fcberf\u00fchren, uns belehren, uns zurechtweisen und uns unterweisen in der Gerechtigkeit. M\u00f6gen wir zuger\u00fcstet werden, damit wir als deine Kinder richtig seien, f\u00fcr jedes gute Werk ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Vater, ich bitte dich darum, dass wir lernen m\u00f6gen, Christus selbst anzuziehen. Denn er ist die Personifizierung all dieser Tugenden und deines heiligen Charakters. Ich bitte dich darum, Vater, dass du uns diese Zeit segnest, dich verherrlichst und die Gemeinde erbaust. Im Namen deines Sohnes. Amen.<\/p>\n<p>Setzt euch gerne.<\/p>\n<p>Darf ich euch eine Frage stellen? Was habt ihr heute an? Welche Kleidung habt ihr heute angezogen? Diese Frage mag vielleicht komisch erscheinen, aber im Zusammenhang unseres Abschnittes, den wir vergangene Woche begonnen haben anzuschauen, ist das eine sehr angemessene Frage. Was habt ihr heute an? Welche Kleidung habt ihr in der vergangenen Woche angezogen?<\/p>\n<p>Ich rede nat\u00fcrlich nicht \u00fcber das T-Shirt, die Hose, die Jacke oder sonst etwas \u2013 \u00fcber die Kleidung, die ihr an eurem K\u00f6rper tragt \u2013, sondern \u00fcber die Kleidung, die hier in unserem Text erw\u00e4hnt wird: Eigenschaften und Herzenshaltungen, die wir als Gl\u00e4ubige zum Ausdruck bringen sollen und von denen Paulus hier den Kolossern sagt: Zieht sie an als Auserw\u00e4hlte, Heilige und Geliebte.<\/p>\n<p>Wir haben vergangene Woche begonnen, das zu sehen, und einleitend den Gedanken betrachtet: Kleider machen Leute. Unsere Kleidung sagt etwas \u00fcber unsere Person aus. Ganz deutlich wird das, wenn wir zum Beispiel an Uniformen denken. Woran erkennen wir meistens einen Polizisten? An der Uniform, die er tr\u00e4gt. Einen Arzt? Ich meine, mittlerweile sieht man \u00c4rzte oft auch in anderer Kleidung, aber fr\u00fcher war es vor allem der wei\u00dfe Arztkittel, der sofort den Hinweis geliefert hat: Dieser Mensch ist ein Arzt. Und nicht zuletzt wird nat\u00fcrlich ein Soldat oft durch seine Uniform erkannt.<\/p>\n<p>Vergangene Woche haben wir uns einleitend die Novelle von Gottfried Keller angeschaut, in der wir das in einem Extrem sehen: Kleider k\u00f6nnen so stark etwas \u00fcber deine Person aussagen, dass sie sogar etwas Falsches \u00fcber deine Person aussagen k\u00f6nnen. In dieser Novelle wurde ein armer Schneider wie ein reicher und wohlhabender Graf behandelt, nur weil er wohl ansehnlich gekleidet war.<\/p>\n<p>Diesen Gedanken \u2013 Kleider machen Leute, Kleider sagen etwas \u00fcber deine Identit\u00e4t aus \u2013 finden wir auch hier in unserem Abschnitt im Kolosserbrief vor, aber umgedreht. Denn Paulus sagt uns nicht, wie wir vergangene Woche begonnen haben zu sehen: Zieh Kleidung an, um vorzut\u00e4uschen, jemand zu sein, der du eigentlich nicht bist, um eine Identit\u00e4t vorzut\u00e4uschen, die du eigentlich nicht hast.<\/p>\n<p>Paulus sagt nicht: Zieh Kleidung an, um dir eine Identit\u00e4t und Position zu verdienen. Sondern Paulus sagt: Zieh die Kleidung an, die der Identit\u00e4t entspricht, die du bereits hast. Paulus sagt uns in diesem Abschnitt: Du als Gl\u00e4ubiger bist auserw\u00e4hlt. Du bist heilig und du bist geliebt. Und weil das deine Identit\u00e4t in Jesus Christus ist, soll deine Kleidung \u2013 und Kleidung steht hier nat\u00fcrlich f\u00fcr dein Verhalten \u2013 dieser Identit\u00e4t in Christus entsprechen.<\/p>\n<p>Wir haben vergangene Woche begonnen, diesen Abschnitt unter dem Titel \u201eDie angemessene Kleidung des Gl\u00e4ubigen\u201c anzuschauen. Heute kommen wir zum zweiten Teil der Betrachtung dieses Abschnittes.<\/p>\n<p>Wir haben vergangene Woche gesehen, wie Paulus in diesem Kolosserbrief, nachdem er den Kolossern zwei Kapitel lang Lehre gegeben und ihnen beschrieben hat, wie erhaben Jesus Christus ist, wie genugsam und absolut ausreichend Jesus und sein Werk am Kreuz sind, in die Anwendung geht. Ab Kapitel 3 geht es darum: Wie leben wir nun unsere neue Identit\u00e4t in Jesus Christus aus? Was macht die Gedanken, die Herzenshaltungen und das Verhalten eines Menschen aus, der mit Jesus Christus eins gemacht worden ist?<\/p>\n<p>Paulus nennt Jesus unser Leben: Christus, der unser ganzer Lebensinhalt, unsere ganze Identit\u00e4t geworden ist. Paulus sagt sogar hier in Vers 11: \u201eDa ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, sondern Christus alles und in allen.\u201c Dieser Jesus macht meine ganze Identit\u00e4t aus.<\/p>\n<p>Meine Volkszugeh\u00f6rigkeit, mein zeremonieller Zustand des Beschnittenseins oder Unbeschnittenseins, meine Kultur und meine soziale Stellung, ob Sklave oder Freier, alles verliert in Christus seine Bedeutung, weil er in der F\u00fclle seiner Person meine Identit\u00e4t ausmacht.<\/p>\n<p>So haben wir begonnen zu sehen, dass Paulus sagt: Zieht nun an als solche, die mit Christus eins gemacht worden sind. Vor allem haben wir gesehen, dass Paulus sagt: Zieht nun an als Auserw\u00e4hlte, Heilige und Geliebte.<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt fordert Paulus den Gl\u00e4ubigen auf, in Anbetracht seiner Position in Christus tugendhafte Eigenschaften im Umgang miteinander anzulegen. Wir haben gesehen, dass Paulus uns drei Aspekte der angemessenen Kleidung f\u00fcr den Gl\u00e4ubigen zeigt. Diese Kleidung zeigt uns, wie wir unsere Identit\u00e4t in Christus in unserem Wandel zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>Wir haben begonnen, diese angemessene Kleidung des Gl\u00e4ubigen in drei Punkten anzuschauen. Vergangene Woche haben wir erstens die dreifache Identit\u00e4t gesehen, die der Kleidung zugrunde liegt. Unsere dreifache Identit\u00e4t laut Paulus in diesem Vers ist: Auserw\u00e4hlte Gottes, Heilige und Geliebte.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen: Die unangemessene Kleidung aus den vorherigen Versen 5 bis 11 \u2013 Unzucht, Unreinheit, aber auch Bosheit, L\u00fcge und all diese Dinge \u2013 soll ausgezogen werden. Sie soll get\u00f6tet werden. Die unangemessene Kleidung, die zur Erde und zu unserer alten Natur geh\u00f6rt, soll abgelegt werden. Und angemessene Kleidung, unserer neuen Identit\u00e4t angemessene Kleidung, soll angezogen werden.<\/p>\n<p>So redet Paulus von der dreifachen Identit\u00e4t: als Auserw\u00e4hlte Gottes, als Menschen, die Gott souver\u00e4n vor Grundlegung der Welt auserw\u00e4hlt hat, in Christus heilig und tadellos vor ihm zu sein, und zur Sohnschaft vorherbestimmt hat. Gottes souver\u00e4ne Gnade: Er hat mich auserw\u00e4hlt. Er hat mir Gnade zuteilwerden lassen, bevor ich \u00fcberhaupt existiert habe.<\/p>\n<p>Paulus sagt: Zieht als solche diese Tugenden an, als solche, denen freie Gnade zuteilgeworden ist, unverdient und allein aus dem Wohlgefallen Gottes. Er nennt uns Heilige, also Abgesonderte, von der Welt abgesondert und zu Gott geweiht. Zieht als solche diese Tugenden an \u2013 als Menschen, die aus der Welt herausgenommen, f\u00fcr Gott geheiligt worden sind, die Gott geh\u00f6ren und f\u00fcr ihn existieren.<\/p>\n<p>Als Auserw\u00e4hlte, als Heilige und, wie wir gesehen haben, als Geliebte. Als solche, die sich in einem Zustand des Geliebtseins von Gott befinden. Uns, die wir eigentlich nur Hass, Verabscheuung und den heiligen Zorn Gottes verdient haben, nennt Paulus Geliebte: von Gott geliebt, unverdient, ohne einen Grund, den wir Gott geliefert h\u00e4tten.<\/p>\n<p>So sagt Paulus: Das ist deine dreifache Identit\u00e4t in Christus. Damit haben wir uns vergangene Woche besch\u00e4ftigt. Du bist ein Auserw\u00e4hlter, ein Heiliger und ein Geliebter. Paulus sagt: Du sollst nun in diesen Dingen wandeln. Du sollst diese Eigenschaften und Herzenshaltungen anziehen, an den Tag legen, weil du in Christus bereits diese Identit\u00e4t hast.<\/p>\n<p>Wir haben festgehalten: Paulus sagt nicht, wandle in den hier beschriebenen Tugenden, damit du ein Geliebter Gottes wirst, damit du ein Heiliger wirst, damit Gott das sieht und dich deswegen auserw\u00e4hlt. Nein, Paulus sagt: Du bist bereits auserw\u00e4hlt, du bist bereits geheiligt, du bist bereits geliebt. Und weil du das bist, lebe diese Identit\u00e4t nun aus.<\/p>\n<p>Nur in diesen Wahrheiten gewurzelt, nur in deiner Identit\u00e4t in Christus gegr\u00fcndet, kannst du nach diesen Tugenden wandeln. Das ist die Grundlage f\u00fcr die Kleidung, die wir anziehen sollen.<\/p>\n<p>Dann haben wir vergangene Woche auch zweitens das f\u00fcnfteilige Kleid gesehen, das der Gl\u00e4ubige anzieht. F\u00fcnf Eigenschaften werden hier erw\u00e4hnt, die wir als Auserw\u00e4hlte, Heilige und Geliebte anziehen sollen. Wir werden diese Begriffe wiederholen, weil sie heute auch in der Fortsetzung wichtig sind, um sie richtig zu verstehen.<\/p>\n<p>Wir haben erstens herzliches Erbarmen gesehen. Herzliches Erbarmen beschreibt ein tiefes Mitgef\u00fchl angesichts der Not eines anderen. Es ist die Bereitschaft und Willigkeit, nachdem man die Not, das Bed\u00fcrfnis eines anderen gesehen hat, diesem Menschen helfen zu wollen. Es ist eine innerliche Bewegtheit, wie es oft im Neuen Testament \u00fcbersetzt wird.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen, wie Jesus innerlich bewegt ist \u00fcber Menschen, \u00fcber eine Witwe, die ihren Sohn verloren hat. Wenn wir diese Eigenschaft, herzliches Erbarmen, anziehen sollen, erlaubt das keinen Raum f\u00fcr Gleichg\u00fcltigkeit, f\u00fcr Kaltherzigkeit. Wir k\u00f6nnen noch so oberfl\u00e4chlich korrekt und gesetzlich sein wie diese Irrlehrer. Aber wir sollen herzliches Erbarmen anziehen. Wir sollen mit Menschen in ihrem Leid mitleiden und ihnen helfen, ihr Leid zu lindern. \u201eFreut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden\u201c, hei\u00dft es in R\u00f6mer Kapitel 12, Vers 15.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen: Die zweite Eigenschaft ist G\u00fcte. G\u00fcte ist, gut zu anderen zu sein, das Wohl des N\u00e4chsten zu suchen und danach zu streben. Gott ist g\u00fctig. Jesus ist die Personifizierung der G\u00fcte Gottes. Laut Titus Kapitel 3 erschien die G\u00fcte Gottes.<\/p>\n<p>G\u00fctig zu sein bedeutet also nicht, egoistisch nach seinem eigenen Wohl und seinem eigenen Vorteil zu trachten, sondern das Wohl des anderen zu suchen.<\/p>\n<p>Wir haben drittens Demut gesehen. Demut ist eine angemessen kleine Sicht auf sich selbst: mich im Licht Gottes, seiner Gr\u00f6\u00dfe und seiner Heiligkeit, im Licht meiner eigenen S\u00fcnde und des Werkes Jesu Christi richtig einzusch\u00e4tzen. Es bedeutet nicht, sich scheinheilig und heuchlerisch einfach herunterzumachen, sondern sich im rechten Licht zu sehen, zu sehen, wer ich tats\u00e4chlich vor Gott bin.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen: Ein dem\u00fctiger Mensch ist jemand, der versteht, dass er rein gar nichts au\u00dfer Gottes heiligem Zorn verdient hat. Ein dem\u00fctiger Mensch achtet den anderen h\u00f6her als sich selbst, weil er sein eigenes boshaftes Herz kennt.<\/p>\n<p>Viertens haben wir Milde gesehen, oft auch mit Sanftmut \u00fcbersetzt. Milde bezeichnet ein sanftes Gem\u00fct, das aus Demut und aus einer Sicht kommt, sich selbst nicht so wichtig, sich selbst nicht so bedeutend zu nehmen. Wir haben gesehen, dass das oft im Kontrast zur Streitsucht erw\u00e4hnt wird. Ein Mensch, der das Gegenteil von sanftm\u00fctig ist, sucht den Streit, weil er sich in seiner Person schnell beleidigt f\u00fchlt. Aber einem sanftm\u00fctigen Menschen ist er selbst nicht so wichtig.<\/p>\n<p>Wir haben Mose als Beispiel gesehen, der mehr als alle Menschen auf dem Erdboden als sanftm\u00fctig bezeichnet wird. Er hat nicht mit Miriam und Aaron gestritten, obwohl er das aus menschlicher Perspektive h\u00e4tte tun k\u00f6nnen. Denn wir sehen: Jesus ist sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig. Er hat sich dem gerechten Richter \u00fcbergeben, als er geschm\u00e4ht, verspottet und geschlagen wurde. Er hat mit Sanftmut reagiert, Leid ertragen und nicht den Streit gesucht.<\/p>\n<p>Als Letztes haben wir den f\u00fcnften Teil des Kleides gesehen: Langmut. Ja, wortw\u00f6rtlich: lange Wut. Wir haben als Illustration gesehen, eine lange Z\u00fcndschnur zu haben. Das bedeutet, geduldig zu sein, insbesondere gegen\u00fcber dem Verhalten anderer.<\/p>\n<p>Wir haben Gottes Langmut mit uns gesehen. Damit haben wir vergangene Woche abgeschlossen: Diese f\u00fcnf Teile des Kleides soll der Gl\u00e4ubige anziehen. All diese Dinge flie\u00dfen aus der Identit\u00e4t, die Gott uns in Christus geschenkt hat, daraus, dass wir auserw\u00e4hlt, geheiligt und geliebt sind.<\/p>\n<p>Nur wer diese Identit\u00e4t verstanden hat und darin gewurzelt ist, kann diese Eigenschaften an den Tag legen. Wir haben gesehen: Der Heilige Geist bringt diese Eigenschaften hervor. Denn wir haben die Frucht des Geistes in Galater Kapitel 5 gesehen und dass diese Liste sich fast eins zu eins mit den Eigenschaften hier \u00fcberschneidet.<\/p>\n<p>Deswegen habe ich am Anfang die Frage gestellt: Was hast du diese Woche angehabt? Was hast du heute an? Welche Kleidung? Herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde, Langmut? Macht das dein Verhalten aus? Wenn dich jemand vergangene Woche beobachtet, ja, begleitet h\u00e4tte, was w\u00fcrde er sagen? Welche Kleidung hast du angezogen?<\/p>\n<p>So m\u00f6chten wir hier ankn\u00fcpfen und in Vers 13 fortsetzen: \u201eErtragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.\u201c<\/p>\n<p>Wir sind immer noch in Punkt zwei, dem f\u00fcnfteiligen Kleid, das der Gl\u00e4ubige anzieht. Was wir nun in Vers 13 sehen, sind Verhaltensweisen, in denen sich diese f\u00fcnf Tugenden \u00e4u\u00dfern. Es sind zwei Beispiele oder zwei Anwendungen, wie sich diese Eigenschaften und Herzenshaltungen im Verhalten offenbaren.<\/p>\n<p>Wir haben zwei Dinge: Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig. Als Erstes haben wir hier: Ertragt einander.<\/p>\n<p>Das ist ein Befehl, eine Aufforderung, der wir Gehorsam zu leisten haben. Ertragen wird manchmal auch mit Erdulden \u00fcbersetzt und hat die Idee davon, unter Druck etwas zu tragen. Hier geht es also darum, einander zu ertragen.<\/p>\n<p>Paulus verwendet zum Beispiel das Wort ertragen, wenn er von Verfolgung spricht. Er redet in 1. Korinther Kapitel 4, Vers 12: \u201eVerfolgt, dulden wir.\u201c Er ertr\u00e4gt also die Verfolgung um Christi willen. Er ist bereit, diese Last um Christi willen auf sich zu nehmen.<\/p>\n<p>Hier, liebe Geschwister, besteht der Druck, den du ertragen sollst, in den anderen Menschen in unserem Leben: den Geschwistern in deiner Gemeinde, die du ertragen sollst, deiner Familie, die du ertragen sollst. Ertragt einander. Es geht darum, sich gegenseitig zu ertragen. Und das ist keine leichte Sache.<\/p>\n<p>Gerade in diesem Zusammenhang im Kolosserbrief ging es in Vers 11 darum: \u201eDa ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier.\u201c In einer Gemeinde, in der Paulus gerade anerkennt, dass verschiedene Menschen mit verschiedensten Hintergr\u00fcnden und verschiedensten Stellungen anwesend sein werden \u2013 aus weltlicher Perspektive im Sinne von Sklave oder Freier, Reich oder Arm oder aus unterschiedlichen Kulturen \u2013, sagt Paulus: Ertragt einander.<\/p>\n<p>Jesus hat vom Ertragen geredet. Zum Beispiel ist sowohl in Matth\u00e4us, Markus als auch Lukas davon die Rede, wie Jesus vom Berg der Verkl\u00e4rung hinabkommt. Die J\u00fcnger versuchen, einen D\u00e4mon auszutreiben, aber es geht nicht. Jesus kommt zu ihnen hinunter, tadelt unter anderem den Unglauben sowohl der J\u00fcnger als auch des Volkes und fragt zum Beispiel in Matth\u00e4us Kapitel 17, Vers 17: \u201eBis wann soll ich euch ertragen?\u201c<\/p>\n<p>Jesus hat Menschen ertragen. Jesus hat den Unglauben sowohl seiner J\u00fcnger als auch des Volkes ertragen. Er hat das geduldet.<\/p>\n<p>Wenn wir die Evangelien lesen, liebe Geschwister, wenn wir sehen, wie geduldig Jesus mit den J\u00fcngern und mit dem Volk ist: Wie oft ging es uns nicht selbst so, wenn wir durch die Geschichten in den Evangelien gehen und mit dem Volk frustriert werden? Einmal feiern sie Jesus, das n\u00e4chste Mal wollen sie ihn von der Klippe st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Nicht nur das Volk, auch die J\u00fcnger. Ich kann mich ganz genau daran erinnern, als wir das Markusevangelium in der Bibelstunde studiert haben. Wir sind wirklich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck durch diese Abschnitte gegangen und kamen irgendwann zu dem Punkt, an dem Jesus \u00fcber den Sauerteig der Pharis\u00e4er redet und die J\u00fcnger denken: Das sagt er, weil wir kein Brot mitgenommen haben. Jesus sagt: \u201eVersteht ihr immer noch nicht? Habt ihr immer noch nicht verstanden?\u201c<\/p>\n<p>Aber Jesus, unser Herr, hat diese Menschen geduldet. Er hat sie nicht verworfen. Er hat sich nicht von ihnen entfernt. Er hat sie nicht abgetan: Ach, das wird eh nichts mehr. Geben wir auf, lassen wir es.<\/p>\n<p>K\u00f6nnt ihr sehen, wie unser Herr Jesus Menschen erduldet hat? Ihre Eigenheiten. Einen Petrus, der st\u00e4ndig vorschnell etwas sagte. Jakobus und Johannes, die damit besch\u00e4ftigt waren, neben Jesus sitzen zu wollen oder \u00fcber irgendein Dorf Feuer herabregnen lassen zu wollen. Jesus hat sie erduldet, Jesus hat sie ertragen.<\/p>\n<p>Wie oft haben ihn die Menschen angegriffen und angezweifelt? Er hat jahrelang Wunder und Zeichen vollbracht, gepredigt und gelehrt. Sie haben ihm nicht geglaubt, sie haben ihn angezweifelt, sie haben seiner Verk\u00fcndigung nicht geglaubt, sie haben ihn letzten Endes abgelehnt. Jesus hat Menschen geduldet und ertragen.<\/p>\n<p>Wenn wir sp\u00e4ter \u00fcber das Vergeben reden \u2013 vergeben, wenn einer gegen den anderen Klage hat \u2013, dann geht es nat\u00fcrlich gerade um S\u00fcnden, die gegenseitig begangen worden sind und f\u00fcr die Vergebung geschenkt werden soll. Wenn wir das also im Kontrast zu dem Ertragen hier sehen, deckt das auch Dinge ab, bei denen es nicht um S\u00fcnden geht, sondern die uns an Menschen einfach st\u00f6ren: Eigenheiten, kulturelle Dinge, Pers\u00f6nlichkeiten und Gewohnheiten.<\/p>\n<p>Eine Gemeinde \u2013 und ich glaube, bei unserer Gemeinde trifft das auf jeden Fall auch zu \u2013 ist eine Versammlung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden. Wir sind Menschen, die unterschiedliche Gewohnheiten haben, unterschiedlich aufgewachsen sind und unterschiedliche Erfahrungen haben. Es wird Dinge geben, und ich glaube, davon muss ich euch nicht \u00fcberzeugen, die uns aneinander st\u00f6ren werden, bei denen wir es vielleicht anders bevorzugen w\u00fcrden. Paulus sagt: Ertragt einander.<\/p>\n<p>Das Wort k\u00f6nnten wir auch mit tolerieren \u00fcbersetzen, auch wenn es heutzutage leider oft falsch oder \u00fcbertrieben verwendet wird. Im 2. Korintherbrief sagt Paulus den Korinthern immer wieder: Die falschen Apostel und Lehrer erduldet ihr, toleriert ihr, aber mich erduldet ihr nicht.<\/p>\n<p>Heutzutage wird Toleranz oft zu weit gef\u00fchrt. Man soll S\u00fcnde tolerieren, man soll falsches Verhalten tolerieren und so weiter. Darum geht es nicht. Aber es geht hier um Dinge, die uns vielleicht an anderen Menschen st\u00f6ren, die uns aneinander st\u00f6ren. Paulus sagt: Ertragt einander, erduldet einander.<\/p>\n<p>Wenn wir Menschen begegnen, ist eine nat\u00fcrliche Reaktion, wenn uns Dinge st\u00f6ren, dass wir Menschen in unserem Herzen oder vielleicht auch offen ins Gesicht herabw\u00fcrdigen, dass wir uns von ihnen zur\u00fcckziehen und sagen: Ach, mit dem komme ich einfach nicht klar, ich halte Abstand. Aber das ist nicht, wovon Paulus hier spricht. Er sagt: Erduldet einander. Erduldet es.<\/p>\n<p>Jesus, unser Herr, ist hier das Beispiel. Er hat die J\u00fcnger nicht verworfen, er hat sie nicht abgetan. Wir neigen dazu, dann \u00fcber Menschen zu l\u00e4stern und schlecht zu reden. Aber Paulus sagt: Ertragt einander.<\/p>\n<p>Ihr seht, wie das mit allem zusammenh\u00e4ngt, was wir vorher gesehen haben. Er sagt in Vers 8, Zorn, Wut, Bosheit, L\u00e4sterung und sch\u00e4ndliches Reden abzulegen und herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde und Langmut anzuziehen. Das ist alles notwendig, um einander zu ertragen.<\/p>\n<p>Ich muss langm\u00fctig, geduldig sein. Ich kann kein aufbrausender Mensch sein, der st\u00e4ndig schnell w\u00fctend wird, wenn ich andere ertragen soll. Ich muss dem\u00fctig und sanftm\u00fctig sein, mich selbst geringer sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Selbst wenn mich an dieser Person irgendetwas st\u00f6rt, ihre Gewohnheit, ihre Pers\u00f6nlichkeit oder sonst etwas: Ich darf mich selbst nicht f\u00fcr so wichtig halten, dass ich diese Person nicht ertragen kann. Ich muss sie h\u00f6her achten als mich selbst, um sie zu ertragen. Seht ihr, wie das alles zusammenh\u00e4ngt? Ihr sollt einander ertragen.<\/p>\n<p>Christus ist hier wiederum unser Vorbild, nicht nur in seinem Verhalten als Mensch, sondern auch in seinem Umgang mit uns. Liebe Geschwister, wie sehr duldet Christus dich? Wie geduldig und sanftm\u00fctig, voller Demut, voller Liebe und herzlichen Erbarmens geht er mit deinen Eigenheiten, deinen Fehlern und deinen schlechten Gewohnheiten um?<\/p>\n<p>Wie sehr h\u00e4tten wir es verdient, dass Gott uns auf der Stelle richtet und verwirft? Wie oft h\u00e4tte Gott uns aufgeben sollen, weil es aus menschlicher Perspektive einfach keinen Sinn mehr macht, weil das nicht besser werden wird? Aber Gott verwirft dich nicht, lieber Bruder, liebe Schwester. Wie duldsam ist Gott mit dir? Habe das vor Augen, wenn es dir schwerf\u00e4llt, andere Menschen zu dulden und einander zu ertragen.<\/p>\n<p>Um das vollst\u00e4ndig zu machen, lasst uns auch den zweiten Teil des Verses anschauen, den zweiten Befehl. Wie \u00e4u\u00dfert sich das? \u201eErtragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat.\u201c<\/p>\n<p>Wenn jemand gegen dich ges\u00fcndigt hat, wenn du eine Klage gegen jemanden hast: Eine Klage ist eine Anschuldigung, ein Vorwurf. Die Idee ist: Das kann eine berechtigte Klage sein. Es kann ein berechtigter Vorwurf sein, den einer gegen den anderen hat. Es kann eine S\u00fcnde sein, die gegen einen begangen worden ist.<\/p>\n<p>Wenn das der Fall ist \u2013 und es wird vorkommen, dass jemand gegen dich s\u00fcndigt, sodass du eine berechtigte Klage gegen einen anderen hast \u2013, was sollst du dann laut Paulus tun? Vergebt euch gegenseitig.<\/p>\n<p>Das Wort vergeben hier beinhaltet das Wort Gnade. Ja, wortw\u00f6rtlich k\u00f6nnte man sagen: Seid gn\u00e4dig miteinander.<\/p>\n<p>Was bedeutet es, zu vergeben? Es bedeutet, die S\u00fcnde nicht anzurechnen. Es bedeutet, dass du dich entscheidest, der S\u00fcnde, die gegen dich begangen worden ist, nicht mehr zu gedenken.<\/p>\n<p>In Psalm 32, die Verse 1 und 2, redet David von der Vergebung Gottes und sagt: \u201eGl\u00fccklich, wem \u00dcbertretung vergeben, wem S\u00fcnde zugedeckt ist! Gl\u00fccklich der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist!\u201c<\/p>\n<p>David sagt: Gl\u00fccklich der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet. Das bedeutet es, zu vergeben: Ich rechne dir diese Schuld nicht mehr an. Ich halte dir diese S\u00fcnde nicht mehr vor. Sie ist zugedeckt, sie ist vergeben. Es ist so, als w\u00e4re die S\u00fcnde nicht mehr da.<\/p>\n<p>Es ist einfach zu sagen \u2013 und oft wird das gesagt, und ich habe das auch fr\u00fcher gesagt; ich versuche es mittlerweile etwas deutlicher zu sagen \u2013: Vergeben bedeutet vergessen. Ja, du darfst, du sollst die S\u00fcnde vergessen. Du sollst sie vergessen. Ich verstehe, was damit gemeint ist, und ich glaube, dass es an sich nicht falsch ist, es vielleicht so zu formulieren.<\/p>\n<p>Aber wenn wir schauen, wie Gott mit unseren S\u00fcnden umgeht, vergisst er nicht einfach unsere Schuld, denn Gott ist allwissend. In manchen Liedern wird es manchmal so formuliert. Ich sage nicht, dass das falsch ist, aber eigentlich macht es das noch sch\u00f6ner: Gott vergisst unsere Schuld nicht, als h\u00e4tte er pl\u00f6tzlich eine Teilamnesie. Sondern er entscheidet sich, der Schuld nicht mehr zu gedenken.<\/p>\n<p>Das macht Vergebung sogar noch sch\u00f6ner. Gott hat keinen Ged\u00e4chtnisverlust, den er nicht kontrollieren kann, wenn er vergibt, sodass das in seiner Erinnerung pl\u00f6tzlich einfach weg ist. Sondern obwohl er in seinem Wissen all unsere S\u00fcnden und all unsere Schuld kennt, entscheidet er sich, dieser Schuld nicht mehr zu gedenken. Er entscheidet sich, uns diese S\u00fcnde und die Schuld nicht mehr anzurechnen.<\/p>\n<p>Macht das Gottes Vergebung nicht umso sch\u00f6ner, dass er sich entscheidet, ihrer nicht mehr zu gedenken? Das ist es, was die Schrift auch von dir verlangt: Vergebt euch gegenseitig.<\/p>\n<p>Ich kann dir nicht befehlen, etwas zu vergessen. Aber ich kann dir \u2013 oder vielmehr die Bibel befiehlt dir \u2013, der S\u00fcnde nicht mehr zu gedenken und sie nicht mehr vorzuhalten.<\/p>\n<p>Spr\u00fcche Kapitel 19, Vers 11, sagt: \u201eDie Einsicht eines Mannes macht ihn langm\u00fctig, und sein Ruhm ist es, an der \u00dcbertretung vor\u00fcberzugehen.\u201c Es ist der Ruhm eines Mannes, an der \u00dcbertretung vor\u00fcberzugehen. Spr\u00fcche Kapitel 19, Vers 11.<\/p>\n<p>Heutzutage h\u00e4lt man es vielleicht f\u00fcr Ruhm oder ist stolz darauf, wenn man auf seinem Recht besteht, wenn man einfordert, was man verdient hat. Die Bibel sagt: Es ist der Ruhm eines Mannes, an der \u00dcbertretung vor\u00fcberzugehen.<\/p>\n<p>Denn wenn du das nicht tust \u2013 darauf kommen wir sp\u00e4ter \u2013, was geschieht dann? In Matth\u00e4us Kapitel 18, die Verse 21 und 22, fragt Petrus Jesus: \u201eHerr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich s\u00fcndigt, vergeben? Bis siebenmal?\u201c Eine Frage, die du dir vielleicht selbst gestellt hast, die du dem Herrn vielleicht einmal gestellt hast.<\/p>\n<p>Die Antwort des Herrn Jesus ist uns wahrscheinlich bekannt: \u201eIch sage dir: nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben.\u201c Bitte jetzt kein Kopfrechnen, um herauszufinden, wie oft ihr vergeben sollt. Das ist Jesu Redeweise, um zu sagen: Es gibt keine Begrenzung. Es gibt kein Limit. Du vergibst ihm immer und immer und immer wieder. Keine Grenze.<\/p>\n<p>Und jetzt kommt das, was es eigentlich menschlich unm\u00f6glich macht: \u201eWie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.\u201c Wie euch der Herr vergeben hat.<\/p>\n<p>Dieses Wie leitet einen Ma\u00dfstab ein. Es liefert uns einen Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wie wir etwas tun sollen. Wie der Herr euch vergeben hat: Das ist der Ma\u00dfstab, daran sollt ihr euch orientieren, und das ist die Vorgabe daf\u00fcr, wie ihr vergeben sollt. Der Ma\u00dfstab f\u00fcr unser Vergeben ist also, wie Jesus uns vergeben hat.<\/p>\n<p>Wie hat Jesus uns denn vergeben? Wir haben bereits in Psalm 32 gesehen, wie David von der Vergebung Gottes spricht, dass er die Schuld nicht zurechnet. Wir haben bereits gesehen, dass Gott sich entscheidet, uns diese Schuld nicht mehr anzurechnen, ihrer nicht mehr zu gedenken.<\/p>\n<p>Dasselbe sehen wir in Hebr\u00e4er Kapitel 8, Vers 12: \u201eDenn ich werde gegen\u00fcber ihren Ungerechtigkeiten gn\u00e4dig sein, und ihrer S\u00fcnden werde ich nie mehr gedenken.\u201c Auch hier haben wir den Gedanken: nie mehr gedenken.<\/p>\n<p>Gott hat sich dazu entschieden, nie wieder ihrer S\u00fcnden, deiner S\u00fcnden, zu gedenken. Verstehst du, was das bedeutet? Was f\u00fcr eine Gnade das ist? Deswegen steckt in diesem Wort vergeben Gnade: Gott hat sich entschieden: Ich werde deiner S\u00fcnden nie mehr gedenken.<\/p>\n<p>Wir sagen oft schnell nie, aber f\u00fcr uns ist das zumindest an unser menschliches, begrenztes, irdisches Leben gebunden. Wenn Gott \u201enie\u201c sagt, bedeutet das die Ewigkeit. Gott wird in der Ewigkeit nicht mehr deiner S\u00fcnden gedenken. Wow! So hat der Herr uns vergeben.<\/p>\n<p>Psalm 103, Vers 12: \u201eSo fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen.\u201c Unendliche Distanz. So weit sind Osten und Westen voneinander entfernt. Gott hat diese unendliche Distanz zwischen unseren Vergehen und uns geschaffen.<\/p>\n<p>Siehst du, was Vergebung, dieses Nicht-mehr-Gedenken, bedeutet? Ja, wir sagen oft vergessen, und ich mag den Gedanken, der dahintersteckt. Aber wenn wir weiterdenken, ist es so viel sch\u00f6ner, wenn wir sehen, dass er diese Schuld nicht mehr zurechnet, nicht mehr anrechnet, dass er uns von dieser Schuld entfernt hat. Das bedeutet es, zu vergeben. So hat der Herr uns vergeben.<\/p>\n<p>Und ich glaube, die wohl bekannteste Stelle aus dem Propheten Micha ist Micha Kapitel 7, die Verse 18 und 19: \u201eWer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils? Nicht f\u00fcr immer beh\u00e4lt er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade. Er wird sich wieder \u00fcber uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst alle ihre S\u00fcnden in die Tiefen des Meeres werfen.\u201c<\/p>\n<p>Das hat Gott mit unserer Schuld getan. So vergibt unser Gott. Er vergibt Schuld, er verzeiht Vergehen. Er wird sie niedertreten. Wieder der Gedanke: als w\u00e4re sie nicht mehr da. Er wird sie in die Tiefen des Meeres hinabwerfen, dorthin, wo sie nicht mehr zu finden ist. Du k\u00f6nntest noch so tief tauchen, du k\u00f6nntest sie nicht mehr aus dem tiefen Graben des Meeres herausholen.<\/p>\n<p>Das beste Gleichnis f\u00fcr die Vergebung hat uns Jesus selbst in Matth\u00e4us Kapitel 18 gegeben. Nachdem Petrus gefragt hat: Wie oft soll ich vergeben?, hat Jesus in Matth\u00e4us Kapitel 18 ab Vers 23 das Gleichnis des unbarmherzigen Knechtes erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Knecht schuldet seinem Herrn 10.000 Talente. Wir lesen vielleicht 10.000 Talente und denken uns: Ja, das ist halt irgendeine gro\u00dfe Schuld. Nein, das ist eine unendlich gro\u00dfe Schuld. Es ist eine Schuld, die er im Leben niemals abzahlen kann. Der Herr vergibt sie ihm umsonst, ohne Gegenleistung, frei.<\/p>\n<p>Dann geht der Knecht hin, und ein anderer Mitknecht schuldet ihm ganz wenig. Dieser bittet um Erbarmen, aber der Knecht erweist seinem Mitknecht dieses Erbarmen nicht, w\u00fcrgt ihn und wirft ihn ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Lasst uns in Matth\u00e4us Kapitel 18 aufschlagen, was Jesus am Ende sagt. Warnende Worte. Matth\u00e4us Kapitel 18, ab Vers 33. Er sagt zu dem b\u00f6sen Knecht, dem Erbarmen zuteilgeworden ist, der aber selbst kein Erbarmen ausgeteilt hat: \u201eSolltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd sein Herr wurde zornig und \u00fcberlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.\u201c<\/p>\n<p>Wie hat der Herr dir vergeben? Eine unendliche Schuld. Umsonst, ohne Gegenleistung. Gott sagt dir nicht, wenn du heute s\u00fcndigst: Geh erst einmal f\u00fcr ein paar Stunden in die Ecke und zeige Reue. Gott gibt dir keine Schweigetherapie: Ich rede erst einmal nicht mit dir. Gott ist nicht nachtragend. Er gedenkt dieser Schuld nicht mehr, und zwar nie mehr.<\/p>\n<p>Wie hat Gott dir vergeben? Das ist der Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wie du vergeben sollst. \u201eWie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.\u201c<\/p>\n<p>Hier sehen wir wieder: Du kannst nur so vergeben. Die Worte des Herrn sind klar. Das hei\u00dft nicht, dass ich hier stehe und sage, dass das einfach umzusetzen ist. Menschlich ist das sogar unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Aber jetzt sehen wir den Zusammenhang: Als Auserw\u00e4hlter, Heiliger und Geliebter ist es dir m\u00f6glich. Denn weil du auserw\u00e4hlt, heilig und geliebt bist, bist du in der Lage, Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde und Langmut anzuziehen.<\/p>\n<p>Wenn du die Gnade bedenkst, die dir als Auserw\u00e4hltem geschenkt worden ist, wird dich das bef\u00e4higen, auch anderen gegen\u00fcber gn\u00e4dig zu sein. Ja, gn\u00e4dig sein ist hier sozusagen das Wort f\u00fcr vergeben: die Schuld zu erlassen, ihrer nicht mehr zu gedenken.<\/p>\n<p>Wenn du daran denkst, dass du nichts als Gottes heiligen Hass verdient hast, er dich aber einen Geliebten nennt, wie kannst du dann deinen Bruder hassen, ihm gegen\u00fcber bitter und unvers\u00f6hnlich sein? Du brauchst herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde und Langmut, um zu vergeben.<\/p>\n<p>Ein unvers\u00f6hnlicher Christ \u2013 das ist ein Oxymoron, das ist ein Widerspruch in sich selbst.<\/p>\n<p>Ich muss immer wieder an die Worte des Herrn Jesus denken, als er die J\u00fcnger aussendet und sagt: Heilt und tut Wunder und all diese Dinge. Dann sagt er: \u201eUmsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.\u201c<\/p>\n<p>Liebe Geschwister, wie haben wir unsere Identit\u00e4t als Auserw\u00e4hlte, Heilige und Geliebte empfangen? Umsonst. Wie haben wir Vergebung empfangen? Umsonst. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.<\/p>\n<p>Wenn du das nicht tust, f\u00fchrt das zu Bitterkeit, Hass, Zorn und Bosheit. Das sind genau die Dinge, die wir in Vers 8 lesen, die wir ablegen sollen: Zorn, diese innerlich brodelnde Einstellung deinem Bruder oder deinem N\u00e4chsten gegen\u00fcber; Bosheit, ihm B\u00f6ses, ihm Schlechtes, ihm Misserfolg zu w\u00fcnschen; sch\u00e4ndliches Reden und L\u00e4sterung, weil du deinem Bruder gegen\u00fcber bitter geworden bist und dich nicht mehr \u00fcber sein Wohl freuen kannst.<\/p>\n<p>\u201eFreut euch mit den sich Freuenden\u201c, hie\u00df es. Aber du kannst dich nicht f\u00fcr ihn freuen, weil Hass und Bitterkeit dein Herz ergriffen haben.<\/p>\n<p>Hebr\u00e4er Kapitel 12 redet von der Wurzel der Bitterkeit und sagt: Passt auf, dass sie nicht aufsprosst. Bitterkeit und Unvers\u00f6hnlichkeit werden dich in der Vergangenheit gefangen halten. St\u00e4ndig spielst du den Film wieder ab: die Ungerechtigkeit, die gegen dich geschehen ist, die S\u00fcnde, die gegen dich begangen worden ist. Du bist in der Vergangenheit und in Bitterkeit gefangen und kannst diese Dinge nicht anziehen.<\/p>\n<p>Ich frage dich erneut: Was hast du heute an? Was hast du diese Woche angezogen, lieber Bruder, liebe Schwester? Ertragst du andere? Vergibst du deinem N\u00e4chsten, so wie der Herr dir vergeben hat? Oder bist du in Bitterkeit, Bosheit und Wut?<\/p>\n<p>Lieber Bruder, liebe Schwester, das entspricht nicht mehr deiner Identit\u00e4t. Du bist auserw\u00e4hlt, geliebt und heilig. Lebe dementsprechend, indem du andere ertr\u00e4gst, indem du vergibst, so wie der Herr dir vergeben hat. Das ist schwer, das ist nicht leicht. Aber f\u00fcr dich als Auserw\u00e4hlter, Heiliger und Geliebter ist das m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Drittens, lasst uns zum letzten Punkt kommen: das eine Band, das alles zusammenh\u00e4lt. Das eine Band, das alles zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wir hatten die dreifache Identit\u00e4t, die der Kleidung zugrunde liegt. Wir hatten das f\u00fcnfteilige Kleid, das der Gl\u00e4ubige anzieht. Und nun haben wir drittens das eine Band, das alles zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Vers 14: \u201eZu diesem allen aber.\u201c In anderen \u00dcbersetzungen wird es auch mit auf all diese Dinge oder \u00fcber diese Dinge hinaus \u00fcbersetzt. Wenn wir bei der Illustration einer Kleidung bleiben wollen: Es wird hier als Band bezeichnet, und als ich das gelesen habe, musste ich an einen Mantel denken. Ja, einen Mantel, vielleicht mit einem G\u00fcrtel, einem Band, das \u00fcber die Kleidung kommt, alles umschlie\u00dft und zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Ein Mantel kann etwas sein, das dein Kleid oder deine Kleidung am Ende vollendet. Hose, Schuhe, T-Shirt, Hemd, alles passt, und dann kommt noch der Mantel dar\u00fcber, der sozusagen den vollendeten Stil gibt.<\/p>\n<p>Paulus sagt: Zu diesem allen aber, \u00fcber all das hinaus, dar\u00fcber, zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Der Befehl \u201ezieht an\u201c ist hier im Grundtext nicht vorhanden. Es ist die Idee: zu diesem allen aber Liebe. Aber weil das quasi die Fortsetzung von Vers 12 ist, ist das Anziehen hier in Klammern hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die Idee ist also: Zu diesem allen, was du jetzt angezogen hast, zieh die Liebe an. \u00dcber all das zieh die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.<\/p>\n<p>Was ist Liebe? Hier ist uns eine Definition gegeben: die Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist. Also: Liebe ist das Band der Vollkommenheit. Ein Band ist etwas, das etwas zusammenh\u00e4lt, wie ein G\u00fcrtel, w\u00fcrden wir heute sagen. Das Wort Band wird in einem anderen Zusammenhang mit \u201eFessel\u201c \u00fcbersetzt. Auch eine Fessel h\u00e4lt jemanden zusammen.<\/p>\n<p>Die Liebe ist also das Band der Vollkommenheit. Die Liebe ist das, was all diese Tugenden zur Vollkommenheit zusammenh\u00e4lt. Liebe ist die Zutat, die all diese Tugenden, all diese Eigenschaften vollkommen macht.<\/p>\n<p>Liebe sehen wir in der ganzen Schrift in einem Zusammenhang, n\u00e4mlich in dem Sinne, dass die Liebe das Gesetz vollkommen erf\u00fcllt. Wir wissen, dass das Gesetz in zwei Geboten zusammengefasst werden kann: Liebe den Herrn, deinen Gott, und liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.<\/p>\n<p>In Galater Kapitel 5, Vers 14, hei\u00dft es: \u201eDenn das ganze Gesetz ist in einem Wort erf\u00fcllt, in dem: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.\u201c Das ganze Gesetz ist erf\u00fcllt. Das, was das Gesetz erf\u00fcllt, vollkommen macht und vollendet: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.<\/p>\n<p>Im R\u00f6merbrief, Kapitel 13, die Verse 8 bis 10, hei\u00dft es: \u201eSeid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben. Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erf\u00fcllt. Denn das: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht t\u00f6ten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist in diesem Wort zusammengefasst: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem N\u00e4chsten nichts B\u00f6ses. Die Erf\u00fcllung des Gesetzes ist also die Liebe.\u201c<\/p>\n<p>Seht ihr, wie die Liebe das Band der Vollkommenheit ist, das, was das Gesetz erf\u00fcllt, das, was deiner angemessenen Kleidung die letzte Vollendung schenkt? Denn Liebe umschlie\u00dft all diese Tugenden. All die Tugenden, die wir jetzt gesehen haben \u2013 herzliches Erbarmen, Demut, Sanftmut, Milde \u2013, zusammengefasst sind sie Liebe. Liebe umschlie\u00dft all diese Tugenden.<\/p>\n<p>Genau das haben wir doch gerade in unserer zweiten Lesung im 1. Korintherbrief gehabt. Was wird dort \u00fcber die Liebe gesagt? Liebe Geschwister, lasst uns 1. Korinther Kapitel 13 aufschlagen, und w\u00e4hrend wir das lesen, habt die Tugenden vor Augen. Habt die Dinge vor Augen, die wir gerade im Kolosserbrief gesehen haben.<\/p>\n<p>1. Korinther Kapitel 13, ab Vers 4. In eurem Kopf geht vielleicht so ein Buzzer. Jedes Mal, wenn ihr etwas aus dem Kolosserbrief seht, denkt an einen Buzzer, der losgeht.<\/p>\n<p>\u201eDie Liebe ist langm\u00fctig, die Liebe ist g\u00fctig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht gro\u00df, sie bl\u00e4ht sich nicht auf. Sie benimmt sich nicht unanst\u00e4ndig, sie sucht nicht das Ihre. Sie l\u00e4sst sich nicht erbittern, sie rechnet B\u00f6ses nicht zu. Sie freut sich nicht \u00fcber die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit. Sie ertr\u00e4gt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.\u201c<\/p>\n<p>Ich hoffe, in eurem Kopf sind ab und zu die Buzzer losgegangen. Sie ist langm\u00fctig: Langmut. Sie ist g\u00fctig: G\u00fcte. Sie neidet nicht, tut nicht gro\u00df, bl\u00e4ht sich nicht auf: Hier haben wir Demut und Sanftmut. Sie benimmt sich nicht unanst\u00e4ndig, sie sucht nicht das Ihre: Auch hier wieder Demut, Sanftmut, G\u00fcte.<\/p>\n<p>Sie l\u00e4sst sich nicht erbittern, sie rechnet B\u00f6ses nicht zu: Vergebung. Sie freut sich nicht \u00fcber die Ungerechtigkeit, sondern mit der Wahrheit: herzliches Erbarmen. Sie ertr\u00e4gt alles: Ertragt einander. Sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles: Schon wieder haben wir: \u201eErtragt einander.\u201c<\/p>\n<p>Liebe beinhaltet all diese Tugenden. Liebe ist dem\u00fctig, langm\u00fctig. Liebe ist das, was vollkommen macht.<\/p>\n<p>Und ohne Liebe? Du kannst all das machen. Du kannst, oberfl\u00e4chlich gesehen, der gr\u00f6\u00dfte Gesetzesbefolger sein. Aber ohne Liebe ist das alles wertlos. Genau das ist es, was wir in den Versen 1 bis 3 lesen.<\/p>\n<p>Wenn ich in den Sprachen der Engel rede \u2013 die Korinther haben vor allem die Sprachenrede sehr hoch gesch\u00e4tzt \u2013, wenn ich alle Sprachen reden w\u00fcrde, wenn ich sogar in der Sprache der Engel reden w\u00fcrde, aber keine Liebe h\u00e4tte, dann w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine schallende Zimbel. Also: Ich habe meine Funktion verloren. Ich habe mein Ziel und meinen Zweck verloren.<\/p>\n<p>Wenn ich Weissagung habe, alle Geheimnisse und alle Erkenntnis wei\u00df, wenn ich allen Glauben habe, sodass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich all meine Habe zur Speisung der Armen austeile, wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so n\u00fctzt es mir nichts.<\/p>\n<p>Denkt an die Irrlehrer in Koloss\u00e4. In ihrer j\u00fcdischen zeremoniellen Gesetzlichkeit haben sie den Sabbat geachtet, die Neumonde, die Feste, die Beschneidung und all diese Themen. Sie haben sich selbst dieser Scheindemut hingegeben: Oh, wir d\u00fcrfen uns Gott nicht nahen, wir brauchen Engel, um uns Gott zu nahen, wir m\u00fcssen Visionen haben.<\/p>\n<p>All das war lediglich Scheindemut, mit der sie sich selbst erhoben und auf die Kolosser, auf die Gl\u00e4ubigen herabgesehen haben, in ihrer Selbstgerechtigkeit und Heuchelei. Sie haben vielleicht Sabbate, Neumonde und alles M\u00f6gliche gehalten, aber sie haben keine Liebe gehabt. Denn ihre wahre Liebe h\u00e4tte sie zu Christus und seiner Genugsamkeit gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Liebe \u2013 was bedeutet Liebe? Wir sehen unter anderem, dass Liebe Gehorsam bedeutet. Wir wollen das nicht falsch verstehen: Wir m\u00fcssen einfach nur gute Gef\u00fchle haben. Wir m\u00fcssen miteinander Kumbaya singen und alle miteinander Friede, Freude, Eierkuchen feiern. Liebe bedeutet auch Gehorsam. \u201eWer mich liebt, h\u00e4lt meine Gebote\u201c, sagt Jesus in Johannes Kapitel 14. Wer meine Gebote nicht h\u00e4lt, liebt mich nicht.<\/p>\n<p>Liebe bedeutet auch, Opfer zu bringen. Biblische Liebe ist aufopferungsvolle Liebe. In Johannes Kapitel 15, Vers 13, sagt Jesus: \u201eGr\u00f6\u00dfere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt f\u00fcr seine Freunde.\u201c Liebe bedeutet, sein Leben f\u00fcr die hinzugeben, die man liebt, sich aufzuopfern, seine Zeit, seine Gem\u00fctlichkeit, seine Pr\u00e4ferenzen und seine Bequemlichkeiten aufzuopfern f\u00fcr den, den man liebt.<\/p>\n<p>Denkt an die Worte des Apostels Paulus hier im Kolosserbrief: Ertragt einander, vergebt einander. Das ist nur mit Liebe m\u00f6glich. Du magst es oberfl\u00e4chlich tun. Vielleicht ertr\u00e4gst du mit knirschenden Z\u00e4hnen und geballter Faust. Das ist keine Liebe. So hat Jesus uns nicht ertragen. So ertr\u00e4gt Gott uns nicht.<\/p>\n<p>Du redest vielleicht die Worte: Ich vergebe dir. Aber du beh\u00e4ltst es noch in deinem Herzen, rechnest es der Person noch an und wirst bitter dar\u00fcber. Das ist keine Liebe. So hat Gott dir nicht vergeben, und so liebt Gott dich nicht.<\/p>\n<p>Und so frage ich dich erneut: Was hast du heute an? Hast du Liebe angezogen? Lieber Bruder, liebe Schwester, ich bitte dich: Pr\u00fcfe dich. Liebe ist das Band der Vollkommenheit.<\/p>\n<p>Wir sind keine Roboter, die auf Gehorsam oder Regelbefolgung programmiert sind. Wir sind Menschen, denen Gott eine neue Natur und eine neue Identit\u00e4t geschenkt hat. Wir sind von Gott geliebt, und so sind wir beauftragt, Menschen zu lieben.<\/p>\n<p>1. Johannes Kapitel 5, Vers 1, sagt: \u201eJeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren. Und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt den, der aus ihm geboren ist.\u201c Jeder, der den liebt, der geboren hat \u2013 also jeder, der Gott, den Herrn liebt \u2013, liebt den, der aus ihm geboren ist, liebt jeden Gl\u00e4ubigen, der auch aus dem Herrn geboren ist.<\/p>\n<p>Liebst du die Geschwister? Es geht hier im Kolosserbrief in diesem Zusammenhang gerade auch konkret um die Gemeinde, vor allem wenn wir weiterlesen. Liebst du die Geschwister?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich beginnt die Liebe zu Hause: Ehem\u00e4nner und Ehefrauen, Geschwister, Eltern und Kinder. Und dann hier in der Gemeinde. Liebst du die Geschwister?<\/p>\n<p>Ich rede nicht dar\u00fcber, ob du ihnen gegen\u00fcber warme Gef\u00fchle hast. Sondern ich rede davon, ob du ihnen gegen\u00fcber herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Sanftmut und Langmut hast. Ich frage dich, ob du sie ertr\u00e4gst, erduldest, ob du trotz ihrer Eigenheiten, ihrer Pers\u00f6nlichkeiten und Gewohnheiten geduldig mit ihnen bist. Ich frage dich, ob du ihnen vergibst, so wie der Herr dir vergeben hat. Das frage ich dich, wenn ich dich frage: Liebst du die Geschwister?<\/p>\n<p>Auch hier ist der Herr Jesus Christus unser Vorbild, und auch hier ist unsere Identit\u00e4t die Grundlage f\u00fcr diese Liebe. Du bist ein Geliebter Gottes. Wie liebt dich Gott? Warum liebt dich Gott? Nicht aus dir selbst heraus. Nicht, weil du etwas Tolles gemacht h\u00e4ttest.<\/p>\n<p>Selbst nachdem du gl\u00e4ubig geworden bist, ist seine Liebe nicht von deinem Verhalten abh\u00e4ngig. Sondern du bist geliebt, weil Gott sich dazu entschieden hat, dich zu lieben. Das ist es, was dich bef\u00e4higen wird, selbst so zu lieben.<\/p>\n<p>Liebe Geschwister, wir m\u00f6chten zum Schluss kommen und diese beiden Predigten von vergangener Woche und dieser Woche noch einmal etwas zusammenfassen. Paulus sagt: Deine Kleidung flie\u00dft aus deiner Identit\u00e4t. Dein Verhalten flie\u00dft aus deiner Identit\u00e4t. Er hat uns die angemessene Kleidung beschrieben, die uns zeigt, wie unsere Identit\u00e4t in Christus in unserem Wandel zum Ausdruck kommen soll.<\/p>\n<p>Wir haben in den Wochen zuvor gesehen, was wir ablegen sollen. Das geh\u00f6rte zur alten Person, zur alten Natur und zur alten Identit\u00e4t. Vergangene und diese Woche \u2013 und wir werden uns n\u00e4chste Woche noch damit besch\u00e4ftigen \u2013 haben wir gesehen, was wir anziehen sollen, was angemessene Kleidung f\u00fcr den neuen Menschen ist.<\/p>\n<p>Wir haben die Grundlage daf\u00fcr gesehen: die dreifache Identit\u00e4t, auserw\u00e4hlt, heilig und geliebt. Wir haben das f\u00fcnfteilige Kleid gesehen: die Eigenschaften, die uns ausmachen sollen, herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde und Langmut.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen, wie diese Eigenschaften zum Ausdruck kommen, sich offenbaren: einander zu ertragen, einander zu vergeben, und zwar so zu vergeben, wie Gott uns vergeben hat. Und wir haben gesehen, wie Liebe all das verbindet und vollkommen macht: die Entscheidung, deine Geschwister zu lieben, dich ihnen hinzugeben, ihnen aufopferungsvoll zu dienen.<\/p>\n<p>So m\u00f6chten wir zur Anwendung kommen. Es ist dieselbe Anwendung wie vergangene Woche.<\/p>\n<p>Erstens: Pr\u00fcfe deine Kleidung. Was hast du an? Was ziehst du an? Entspricht es deiner Identit\u00e4t als Auserw\u00e4hlter, Heiliger und Geliebter?<\/p>\n<p>So wie du dich \u2013 vielleicht nicht jeden Tag \u2013 oft vor den Spiegel stellst, bevor du zur Arbeit gehst, bevor du in den Gottesdienst kommst, und deine Kleidung \u00fcberpr\u00fcfst: Pr\u00fcfe deine Kleidung.<\/p>\n<p>Was sagt deine Ehefrau, dein Ehemann? Deine Kinder, deine Eltern, deine Geschwister in der Gemeinde? Was w\u00fcrden sie sagen, wenn wir sie fragen w\u00fcrden, was dich und dein Verhalten ausmacht? W\u00fcrden Dinge wie Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde und Langmut vorkommen? Oder w\u00fcrden eher Dinge wie Zorn, Wut, Bosheit, L\u00e4sterung und L\u00fcge vorkommen?<\/p>\n<p>Pr\u00fcfe dich. Pr\u00fcfe dich und tue Bu\u00dfe. Lieber Bruder, liebe Schwester, Gott hat uns in Christus eine neue Identit\u00e4t geschenkt, und er fordert uns dazu auf, nach dieser Identit\u00e4t zu leben. Du bist nicht mehr der alte Mensch. Du hast keine Ausrede mehr. Du kannst nicht mehr sagen: Ich kann nicht. Du kannst, denn Christus hat in seinem genugsamen Werk die Grundlage daf\u00fcr geschaffen.<\/p>\n<p>So pr\u00fcfe dich und tue Bu\u00dfe. Kehre um von den Dingen, die zum alten Menschen geh\u00f6rt haben. Verherrliche deinen Herrn, indem du ihn anziehst. Denn zusammenfassend k\u00f6nnen wir auch sagen: In R\u00f6mer Kapitel 13 hei\u00dft es: \u201eZieht den Herrn Jesus Christus an.\u201c Zieh ihn an. Repr\u00e4sentiere ihn in deinem Verhalten: sein Erbarmen, seine G\u00fcte, seine Demut, seine Milde, seine Langmut, seine Vergebung, seine Duldsamkeit und seine Liebe.<\/p>\n<p>So: erstens, pr\u00fcfe deine Kleidung. Zweitens: F\u00fchre dir deine Identit\u00e4t in Christus vor Augen. Ohne deine Identit\u00e4t in Christus wirst du das nicht tun k\u00f6nnen. Aus dir selbst heraus und aus eigenem Bem\u00fchen allein kannst du es nicht tun.<\/p>\n<p>Du musst dich bem\u00fchen. Du musst dir M\u00fche geben und aktiv daran arbeiten, diese Eigenschaften anzuziehen. Aber ohne Verwurzelung in der Identit\u00e4t des Herrn Jesus Christus ist es unm\u00f6glich, ohne Verwurzelung darin, dass du Auserw\u00e4hlter, Heiliger und Geliebter bist.<\/p>\n<p>Denn diese Identit\u00e4t nimmt dir die Selbstzentriertheit. Sie beraubt dich des Hochmuts, dich selbst so wichtig zu nehmen. Diese Identit\u00e4t schenkt dir Demut, G\u00fcte, Milde, Langmut, Erbarmen und Liebe, weil sie dir Gottes Liebe vor Augen bringt. So f\u00fchre dir deine Identit\u00e4t in Christus vor Augen.<\/p>\n<p>Drittens: Zieh die Kleidung an, die deiner Identit\u00e4t entspricht. Nimm es dir vor. Ich habe vergangene Woche von meinem Vater erz\u00e4hlt. Jeden Abend legt er die Kleidung bereit, die er am n\u00e4chsten Tag zur Arbeit anziehen muss.<\/p>\n<p>Nimm es dir vor. Bete daf\u00fcr. Arbeite daran und bem\u00fche dich darin: Ich m\u00f6chte heute herzliches Erbarmen anziehen. Heute m\u00f6chte ich mich selbst nicht so wichtig nehmen, nicht so schnell w\u00fctend werden, sondern langm\u00fctig sein. Ich m\u00f6chte mit den Menschen in meinem Leben so umgehen, wie Christus mit mir umgeht.<\/p>\n<p>Nimm es dir vor. Identifiziere die M\u00e4ngel in deinem Wandel und kehre um. Beginne zu Hause, bei deiner Familie, in der Gemeinde. \u00dcbe dich darin, Menschen zu ertragen. Es muss nicht immer alles passieren, was du willst. Menschen m\u00fcssen sich nicht immer genau so verhalten, wie du es von ihnen erwartest. Ertragt einander.<\/p>\n<p>Vergib Menschen, die gegen dich ges\u00fcndigt haben. Du magst eine berechtigte Klage haben. Aber denk an all die unz\u00e4hligen berechtigten Klagen, die der Herr gegen dich hat. Wir haben gesungen: \u201eWie schwer auch die S\u00fcnde, die Gnade wiegt mehr.\u201c Wenn seine Gnade so viel mehr wiegen kann, wie viel mehr solltest du deinen Mitmenschen vergeben, deren S\u00fcnde und Schuld doch so viel kleiner ist als das, was dir der Herr vergeben hat?<\/p>\n<p>Liebe Geschwister, zieht das an. Zieht diese Kleidung an. Es wird uns bei Menschen leichtfallen, mit denen wir gut klarkommen, die uns sympathisch sind. Aber gerade den schwierigeren Menschen gegen\u00fcber, mit denen du vielleicht nicht so ganz klarkommst, die andere Hintergr\u00fcnde und andere Pers\u00f6nlichkeiten haben: Insbesondere ihnen gegen\u00fcber zieh diese Kleidung an.<\/p>\n<p>Zieh Liebe an, und zwar wahrhaftige biblische Liebe, die all diese Eigenschaften enth\u00e4lt. Sei diesen Menschen gegen\u00fcber aufopferungsvoll. Auch darin muss es wahre Liebe und wahre Hingabe sein. Es darf keine Hingabe mit Ansehen der Person sein, die du nur zeigst, wenn Menschen besonders sind, du daf\u00fcr Aufmerksamkeit bekommst oder Menschen damit gefallen willst.<\/p>\n<p>Nein, die Liebe sucht nicht das Ihre. Die Liebe ist dem\u00fctig und sucht das Wohl des anderen, nicht das eigene. Paulus sagt: Wenn ich all das tue und dabei meinen eigenen Ruhm suche, so n\u00fctzt es nichts. Zieh die Kleidung an, die deiner Identit\u00e4t entspricht.<\/p>\n<p>Und letztens zu denjenigen, die hier sitzen und nicht an den Herrn Jesus Christus glauben. Ich habe es vergangene Woche gesagt: Du kannst diese Kleidung nicht anziehen. Du kannst sie nicht ohne Jesus Christus anziehen.<\/p>\n<p>Diese Tugenden und diese Liebe, von der wir heute geredet haben, sind einzig und allein m\u00f6glich, wenn du in Jesus Christus gewurzelt und mit ihm eins gemacht worden bist, wenn du diese Identit\u00e4t in Christus als Auserw\u00e4hlter, Heiliger und Geliebter hast.<\/p>\n<p>So flehe ich dich an: Kehre um von deinen S\u00fcnden. Vielleicht ist dein Herz mit Bitterkeit, Wut, Bosheit und L\u00e4sterung beladen. Tue Bu\u00dfe davon und kehre um zu Jesus Christus.<\/p>\n<p>Wir haben heute \u00fcber seine Liebe geredet. Er liebt S\u00fcnder, Menschen, die nichts als Hass und Zorn verdient haben. Wir haben heute dar\u00fcber geredet, wie Jesus vergibt. Ist dir bewusst, dass Jesus das mit deiner Schuld macht, wenn er dir vergibt? Er gedenkt deiner Schuld nie mehr. Er wirft sie hinab ins tiefe Meer.<\/p>\n<p>Er tut all das, wie wir es im Gleichnis des unbarmherzigen Knechtes gesehen haben, umsonst, ohne Gegenleistung. Du kannst gar nichts tun, um dir das zu verdienen. Glaube an diesen Jesus, der dir seine Gnade, seine unendlich gro\u00dfe Gnade, umsonst zuteilwerden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u201eJeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden\u201c, verhei\u00dft die Bibel. So rufe den Namen des Herrn an. Glaube an ihn. Er verhei\u00dft dir, dass er dich und deine S\u00fcnden so weit voneinander entfernen wird, wie Osten und Westen voneinander entfernt sind. Er wird deine S\u00fcnden tief hinab ins Meer werfen, und er wird ihrer nie wieder gedenken.<\/p>\n<p>So glaube an diesen Herrn Jesus Christus und kehre um zu ihm, der die Personifizierung all dieser Tugenden ist. Er ist Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde, Langmut und Liebe in Person, in Vollkommenheit. Ihm m\u00f6ge alle Ehre zuteilwerden. Amen.<\/p>\n<p>Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel und unser Herr Jesus Christus, wir beten dich an. Herr Jesus, du bist Liebe in Person. Und wie hast du das demonstriert?<\/p>\n<p>Du bist die G\u00fcte und Menschenliebe unseres Rettergottes, die erschienen ist, heilbringend allen Menschen. Wir sehen deine Liebe darin, wie du Menschen ertragen hast: dieses verkehrte und ungl\u00e4ubige Geschlecht, die J\u00fcnger, die du ertragen hast, und nicht zuletzt uns, die du ertr\u00e4gst.<\/p>\n<p>Wir sehen deine Liebe darin, wie du uns vergeben hast, Herr Jesus. Wie unverdient. Du gedenkst unserer Schuld nicht mehr und nie mehr. Was haben wir getan, Herr Jesus, um das zu verdienen? Gar nichts. \u00dcberhaupt nichts.<\/p>\n<p>Du hast dich dazu entschieden, unw\u00fcrdige S\u00fcnder, wie wir es sind, zu lieben, dich f\u00fcr sie hinzugeben und dich f\u00fcr uns zu opfern. Daf\u00fcr beten wir dich an, und daf\u00fcr danken wir dir.<\/p>\n<p>\u201eDie Liebe Christi dr\u00e4ngt uns\u201c, spricht der Apostel Paulus. So bitten wir dich darum, Herr Jesus, dass deine Liebe unsere Herzen erf\u00fcllen m\u00f6ge. Diese Liebe, die wir umsonst empfangen haben. Deine Vergebung, wie du uns vergibst und uns erduldest.<\/p>\n<p>Herr Jesus, erf\u00fclle uns damit, verwurzele uns darin, dass wir durch deine Liebe heute unsere Identit\u00e4t als Auserw\u00e4hlte, Heilige und Geliebte haben und beanspruchen d\u00fcrfen. Hilf, dass wir, vollgegossen mit dieser Liebe, die in unser Herz ausgegossen worden ist, diese Liebe auch zu den Menschen um uns herum hinausstr\u00f6men lassen.<\/p>\n<p>Ich bitte dich darum, Herr Jesus: Lass uns diese Kleidung anziehen, die unserer Identit\u00e4t entspricht. Hilf uns, diese Eigenschaften und Herzenshaltungen zu entwickeln, indem wir auf dich schauen. Mach uns sensibel f\u00fcr Bereiche in unserem Leben, in denen wir Mangel haben, in denen wir diese Tugenden nicht an den Tag legen, und hilf uns, Bu\u00dfe zu tun.<\/p>\n<p>Du bist unser Vorbild, und du bist unser Herr und Meister. Du bist es, der uns zu diesen Dingen bef\u00e4higt. So bitte ich dich: Bef\u00e4hige uns dazu.<\/p>\n<p>Ich bitte dich, Herr Jesus, auch f\u00fcr diejenigen, die hier sind und nicht an dich glauben. \u00d6ffne ihre Augen. Erleuchte ihren verfinsterten Verstand f\u00fcr deine gro\u00dfe Vergebung, f\u00fcr deine unendliche Liebe, f\u00fcr dein Erbarmen, deine G\u00fcte, deine Langmut, deine Sanftmut und Demut. Schenke ihnen den rettenden Glauben, sodass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.<\/p>\n<p>In deinem Namen bitte ich dich, Herr Jesus. Amen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Automatisch generiertes Transkript Schlagen wir den Kolosserbrief, Kapitel 3, auf und lasst uns die Verse 12 bis 17 lesen. Kolosserbrief, Kapitel 3, die Verse 12 bis 17: \u201eZieht nun an als Auserw\u00e4hlte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Milde, Langmut. 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