Automatisch generiertes Transkript
Lasst uns aufschlagen und lesen im Kolosserbrief, Kapitel 2, der Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Kolosse. Wir lesen Kolosser Kapitel 2, die Verse 18 bis 23:
Um den Kampfpreis soll euch niemand bringen, der seinen eigenen Willen tut in scheinbarer Demut und Anbetung der Engel, der auf das eingeht, was er in Visionen gesehen hat, grundlos aufgeblasen von der Gesinnung seines Fleisches. Und nicht festhält das Haupt, von dem aus der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt das Wachstum Gottes wächst. Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebt ihr noch in der Welt? Berühre nicht, schmecke nicht und betaste nicht, was doch alles zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt ist, nach den Geboten und Lehren der Menschen. Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes – also nicht in einer gewissen Wertschätzung –, dient aber zur Befriedigung des Fleisches.
Lasst uns beten. Allmächtiger und guter Vater, wir danken dir für deine Worte, die du uns schenkst. Danke, dass du uns befähigst, deine Worte zu verkündigen. Wirke durch deinen Heiligen Geist, damit diese Worte verständlich werden und wirken können. Wir bitten dich, dass du in den Herzen eines jeden Zuhörers wirken mögest. Wir bitten dich um all dies im Namen deines Sohnes, Jesus Christus. Amen. Amen. Setzt euch gerne.
Wir befinden uns in unserer fortlaufenden Betrachtung des Kolosserbriefes. Vergangene Woche haben wir uns damit beschäftigt: das leere Gesetz und der vollkommene Christus. Wir haben gesehen, dass Paulus den Kolossern schreibt, dass niemand sie richten soll bezüglich Speisen und des Trankes, betreffend Feste, Neumonde und Sabbatte.
Wir sehen, dass diese Irrlehrer die Kolosser mit diesen Dingen gerichtet und versucht haben, sie zu zwingen, diesen Dingen zu folgen. Wir haben den Ursprung dieser Dinge im Alten Testament gesehen, die Gott Mose offenbart hat. Sie versuchten, auf diese Dinge zu achten und durch ihre eigenen Werke und körperliche Einschränkungen geistlich zu wandeln. Gott hat dem Volk Israel bestimmte Gesetze und Gebote gegeben, die sie als Volk gegenüber den restlichen Nationen unterschieden und sie ausgesondert haben.
Wir haben gesehen, dass der Herr Jesus Christus, als er auf die Erde gekommen ist, diese Gebote aufgehoben hat, indem er deutlich gemacht hat, dass nicht Speise und Trank den Menschen verunreinigen, sondern das Herz des Menschen – das, was von innen aus ihm herauskommt.
Wir haben in Kolosser 2, Vers 13 bis 15 gesehen, dass durch das Kreuz des Herrn Jesus Christus all diese Dinge, wie der Schuldschein, aus unserer Mitte fortgeschafft worden sind. Paulus betont hierbei: Christus ist genugsam. Er ist ausreichend für unser Leben. All diese Dinge sind in Christus erfüllt, sodass wir sie nicht mehr beachten müssen, weil Christus genug ist.
Niemand kann Gott durch Gesetzeswerke nahen; beziehungsweise kann niemand durch eigene Werke des Gesetzes vor Gott gerecht dastehen. Jede Religion dieser Welt basiert auf einer solchen Werksgerechtigkeit. Wir haben gesehen, dass es im Alten Testament verschiedene Feste gab, die das Volk Israel feiern und derer es gedenken sollte, wie das Passahfest, das Laubhüttenfest und so weiter. Doch niemand soll die Kolosser über diese Dinge richten dürfen oder sie zwingen, sich an diese Dinge zu halten.
In Vers 17 haben wir gesehen, dass diese Dinge nur der Schatten der zukünftigen Dinge waren. Wenn wir immer noch am Schatten festhalten, müssen wir erkennen, dass der Schatten keine Substanz hat. Wir möchten heute mit den Versen ab Vers 18 beginnen. Hierbei ist zu beachten, dass die Versreihenfolge im Tamilischen und im Deutschen beziehungsweise Englischen andersherum ist. In den Versen 18 und 19 werden wir falsche Methoden sehen.
In Vers 18 heißt es: „Um den Kampfpreis soll euch niemand bringen.“ Paulus spricht hier von einem Kampfpreis. Was ist dieser Kampfpreis? In den vergangenen Wochen wurde uns fortlaufend gezeigt, was für eine Position wir in Christus haben, was in Christus mit uns geschehen ist und was bereits vollbracht worden ist.
All die Segnungen und die gesamte Stellung, die wir in Christus empfangen haben – darum geht es, wenn wir hier von dem Kampfpreis reden. Die Irrlehre, die sich in Kolossä verbreitet, besagt: Wenn ihr nicht die folgenden Dinge tut, die in Vers 18 im zweiten Teil beschrieben sind, dann verliert ihr den Kampfpreis. Das war die zentrale Aussage der Irrlehrer.
Vergangene Woche haben wir die eine Seite gesehen, in der die Irrlehrer die jüdischen zeremoniellen Gesetze betont und die Leute nach diesen gerichtet haben. Heute sehen wir in diesen Versen den heidnischen Einfluss dieser Irrlehre.
Diese Irrlehrer, die die Kolosser um den Kampfpreis berauben wollen, werden in Vers 18 weiter beschrieben. Wir sehen dort jemanden, der seinen eigenen Willen in scheinbarer Demut tut. Diese scheinbare Demut ist in diesem heidnischen Zusammenhang als eine Form der Selbstverwahrlosung zu verstehen, die geistliche Demut vortäuschen soll. Es geht darum, dass Menschen sich nicht um ihren eigenen Körper kümmern, hungern und eine Askese praktizieren, wie wir sie auch in manchen Religionen oder Philosophien finden. Dabei wird der eigene Leib geknechtet und verwahrlost.
Darum geht es in diesem Zusammenhang. Das gibt es auch heute noch in dieser Welt: Menschen und Religionen, die ihren eigenen Leib knechten. Sie pflegen diese scheinbare Demut, weil sie sich für zu unwürdig halten, Gott nahezukommen. Sie glauben, sich selbst geißeln oder verwahrlosen zu müssen oder dass sie einen weiteren Mittler brauchen, um Gott überhaupt nahen zu können. So versuchen diese Irrlehrer, ihre Geistlichkeit zu offenbaren, indem sie sich einschränken und in einer abgesonderten Scheindemut präsentieren.
Als Nächstes sehen wir, dass diese Menschen auch Engel anbeten. Diese Engelsverehrung oder Engelsanbetung war in der Region, in der sich die Stadt Kolossä befand, bereits sehr verbreitet, bevor die Menschen gläubig wurden oder Christus kam. Es war in dieser Kultur üblich, Engel anzubeten.
Wir sehen sogar, dass jemand wie der Apostel Johannes im Buch der Offenbarung versucht war, vor einem Engel niederzufallen und ihn anzubeten. Doch der Engel sagte: „Nein, bete nicht mich an, sondern bete Gott an!“
Die Idee hinter dieser Engelsanbetung war, dass die Menschen sich in ihrer scheinbaren Demut als zu unwürdig empfanden; daher sollten die Engel die Mittler sein, mit denen sie Gott nahen konnten. Wir müssen heutzutage nicht lange suchen, um dies auch heute wiederzufinden, nämlich ganz deutlich in den Praktiken der katholischen Kirche. Diese lehrt zum Beispiel, dass man Gott durch Maria oder durch verschiedene Heilige nahen kann, indem man sie als Mittler nutzt, um Gott anzubeten oder ihm nahe zu kommen.
Wir sehen weiter, was diese Irrlehrer ausmacht, die einen um den Kampfpreis berauben wollen: Sie folgen ihrem eigenen Willen in scheinbarer Demut und Anbetung der Engel und gehen auf Dinge ein, die sie in Visionen gesehen haben wollen. Worum geht es hier also? Es geht um Dinge, die sie angeblich gesehen haben – damit sind Visionen gemeint, die sie zu haben behaupten. Durch diese Visionen sehen sie sich als Personen, denen besondere Geheimnisse offenbart werden.
Diese Irrlehrer drehen es dann so: Sie sagen den Kolossern, dass diese keine Visionen bekämen, sie selbst hingegen schon. Ihre Geistlichkeit werde dadurch bewiesen, dass sie diese Visionen haben. Um ebenfalls so geistlich zu sein, müssten sich die Gläubigen an bestimmte Regeln halten und diese Dinge tun.
Sie behaupten: „Weil ihr keine Visionen habt und all die Dinge, die in Vers 18 beschrieben sind, nicht tut – weil ihr eben nicht diese scheinbare Demut im asketischen Lebensstil und die Anbetung der Engel pflegt –, deshalb fehlt euch etwas.“ Denen, die nur auf Christus vertrauen und in ihm ihre Genugsamkeit suchen, wird eingeredet, es fehle ihnen etwas. Man brauche angeblich Christus und zusätzlich diese zeremoniellen Gesetze, um eine höhere Stufe der Geistlichkeit zu erreichen. Ohne diese Dinge seien sie Christen zweiter Klasse. Das ist wie heutzutage, wenn jemand sagt: „Alles, was ihr tut, ist die ganze Zeit nur vom Wort Gottes zu reden.“
Wieso reden wir nur vom Wort? Lasst uns dazu Johannes Kapitel 1, Vers 1 bis 5 lesen: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“
Wir sehen: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott. Dieses Wort – von dem wir später sehen, dass es das Wort des Christus ist – war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe Wort, durch Christus, erschaffen. Es heißt, in ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, und es hat in die Finsternis gescheint. Auf dem Berg der Verklärung sehen wir schließlich, wie Gott der Vater Zeugnis ablegt: „Dies ist mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“
Diese Kolosser präsentieren sich als Geistliche gegenüber jenen, die bestimmte Dinge nicht tun, weil sie Visionen haben, Mängel anbeten und sich selbst in einer scheinbaren Demut knechten und demütigen. Wir sehen, sie sind grundlos aufgeblasen von der Gesinnung ihres Fleisches. Sie besitzen diesen Stolz, sind überheblich und hochmütig. Sie bilden sich etwas auf ihre Visionen und ihre Taten ein. Hier begegnet uns diese scheinbare Demut, anstatt die Wahrheit in wahrer Demut zu erkennen.
Fürchtet euch nicht vor ihnen und lasst euch nicht einschüchtern. Lasst euch von niemandem richten, der diese Dinge tut. Ihr seid in Christus vollkommen; ihr seid in Christus zur Fülle gebracht, und er ist genug. Deswegen heißt es in Vers 16: „So richtet euch nun niemand wegen dieser Dinge.“ Fürchtet euch nicht! In Christus seid ihr vollkommen zur Fülle gebracht. Lasst euch von niemandem einreden, dass ihr diese Segnung und diese Fülle in Christus nicht hättet. Lasst euch von niemandem diesen Kampfpreis rauben.
Lasst uns dazu die Verse 13 bis 15 im zweiten Kapitel des Kolosserbriefs erneut lesen: „Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt.“ In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.
Wir sehen in Vers 13: Euch, die ihr tot wart, hat er mit Christus lebendig gemacht. Er hat euch alle Vergehungen vergeben. All diese Gebote und Gesetze hat er genommen und ans Kreuz genagelt. Er hat alle Gewalten und Mächte völlig entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt.
Wie auch in Römer Kapitel 8, in den Versen 36 bis 39 geschrieben steht: „Deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden. Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.“
Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Paulus stellt die Frage: Wer kann uns scheiden von der Liebe Christi? Werden wir Überwinder sein?
In allen Dingen ist Christus, der Herr Jesus Christus, genug. Wir sehen, es heißt im Kolosserbrief, sie sind grundlos aufgeblasen von der Gesinnung ihres Fleisches. In Römer Kapitel 8, Vers 3 bis 8, sehen wir Folgendes: Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte. Damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln. Denn die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber, die nach dem Geist sind, auf das, was des Geistes ist. Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden. Weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht. Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.
Wir sehen, die Gesinnung des Fleisches ist Tod, heißt es hier. Die Gesinnung des Geistes aber ist Leben und Frieden. Es kommt hier ganz auf die Gesinnung an. Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott. Die, die nach dem Fleisch sind, haben die Gesinnung des Fleisches. Und genau diese Leute, so sehen wir es weiter in Vers 19, halten nicht am Haupt fest. Denkt darüber nach: Wie würde es uns gehen, wenn unser Haupt fehlen würde? Wenn das Haupt fehlt, wenn wir enthauptet werden, dann ist kein Leben mehr da. Diese Leute halten nicht am Haupt fest.
Das Haupt ist die Quelle, von der aus der ganze Leib agiert. Von ihm kommen alle Befehle. Wir sehen hier in Vers 19, dass alles vom Haupt ausgeht. Vom Haupt geht der ganze Leib aus, der durch Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt durch das Wachstum Gottes wächst. Also geht vom Haupt alles aus. Diese Irrlehrer halten das Haupt nicht fest, sondern wandeln nach ihren eigenen fleischlichen Gesinnungen und tun ihre eigenen Werke des Fleisches. Als Christen brauchen wir Christus allein. Er ist das Einzige, was wir haben.
Er, Christus, ist alles. Wir haben gesehen: In ihm sind wir vollendet.
Wir brauchen nicht diese heuchlerische, scheinbare Demut; wir brauchen nicht diese heuchlerische Schauspielerei. Wir brauchen keine Werke, die nur getan werden, um von Menschen gesehen zu werden. Christus allein ist genug. Er ist das Haupt des Leibes, von dem aus der ganze Leib ausgeht, der durch Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt wächst. Christus ist die Quelle; Christus ist das Kontrollzentrum.
Er ist das Haupt unseres Lebens. Er ist der nährstoffreiche Boden, von dem wir alle Nährstoffe, Energie und Kraft saugen und empfangen müssen, sodass wir wandeln können. Wenn wir als Einzelne und als Gemeinde am Haupt festhalten, ihn im Zentrum haben, ihn mehr verstehen, ihn mehr und mehr erkennen, ihn mehr und mehr lieben und unser Leben sich um Christus dreht, dann werden wir als Gemeinde nach dem Wachstum Gottes wachsen.
Wenn wir uns die Verse 20 bis 23 anschauen, können wir sie unter dem Stichpunkt „den Elementen der Welt gestorben“ betrachten. In Vers 20 fragt der Apostel Paulus: „Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen?“ Paulus fragt die Kolosser, warum sie sich noch diesen menschlichen Geboten unterwerfen: „Berühre nicht, schmecke nicht, betaste nicht.“
Wir sehen hier eine kalte Gesetzlichkeit ohne Liebe. Bevor Jesus das Gleichnis des barmherzigen Samariters erzählt, kommt ein Mann zu ihm und fragt: „Ich halte alle Gebote, was soll ich noch tun?“ Jesus antwortet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Es geht um mehr als um kalte Gesetzlichkeit. Diese Satzungen sind jedoch ohne Liebe; es sind kalte Gesetze, denen gefolgt werden soll: „Berühre nicht, schmecke nicht, betaste nicht.“
Genau das Gleiche sehen wir auch in der Gemeinde in Galatien, die damit zu kämpfen hatte. In Galater Kapitel 4, Vers 9 bis 11 lesen wir: „Jetzt aber habt ihr Gott erkannt. Vielmehr seid ihr von Gott erkannt worden. Wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und armseligen Elementen zurück, denen ihr wieder von Neuem dienen wollt? Ihr beobachtet Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre. Ich fürchte um euch, ob ich nicht etwa vergeblich an euch gearbeitet habe.“ Wir sehen, was der Apostel Paulus hier sagt.
Ihr seid von dieser Knechtschaft befreit und von diesen Elementen der Welt, diesen Gesetzlichkeiten, die, jetzt da Christus gekommen ist, schwache und armselige Elemente sind. Wieso unterwerft ihr euch ihnen wieder von neuem? Warum unterwerft ihr euch diesen Gesetzlichkeiten: „Berühre nicht, schmecke nicht, betaste nicht“, als wäret ihr noch diesen Satzungen unterworfen?
Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid – ihr seid ihnen gestorben, für sie seid ihr tot –, wieso lebt ihr dann noch so? Wieso wandelt ihr noch, als lebtet ihr nach diesen Satzungen, nach den Elementen dieser Welt? Ihr seid mit Christus eins gemacht worden, in der Einheit, in der Vereinigung mit Christus. Ihr seid mit ihm begraben worden, ihr seid wieder auferstanden. Gegenüber diesen Satzungen, diesen Gesetzen und Elementen seid ihr tot. Deswegen lebt auch so; tut nicht mehr so, als wäret ihr ihnen gegenüber noch lebendig.
Es ist keine Geistlichkeit, sich an diese Dinge zu halten. Hier ist auch keine Liebe, sich an diese kalten Gesetze zu halten. In Vers 22 sehen wir: „Was doch alles zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt ist.“ Das sind alles Gebote und Lehren der Menschen. Diese Dinge sind wertlos; sie sind zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt. Wieso achtet ihr auf solche Dinge, als wären sie wichtiger oder bedeutender, als sie es tatsächlich sind?
Diese Dinge haben nichts mehr mit Christus zu tun. Wieso unterwerft ihr euch noch diesen Dingen? Das sind alles Gebote und Lehren der Menschen, es sind Menschengebote.
In Vers 23 sehen wir: Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit in eigenwilligem Gottesdienst. Es ist ein eigenwilliger Gottesdienst, eine scheinbare Anbetung Gottes, die jedoch nach dem Willen des Menschen geschieht, nach seinen eigenen Vorstellungen und Maßstäben. Sie präsentieren das als Gottesdienst, was eigentlich nur nach ihrem eigenen Willen geschieht. Aber diese Dinge haben nichts mit dem Wort Gottes zu tun. Sie kümmern sich nicht um das, was das Wort Gottes sagt; das ist ihnen egal.
Sie scheinen wie eine Gruppe von Christen oder Gläubigen, aber sie sind es nicht. Auch wenn man die katholische Kirche betrachtet: Nach außen hin ist sie eine christliche Gruppe, aber wenn man in diese Kirchenhäuser geht, sind sie oft voller Götzen. Das ist alles fleischliche Gesinnung, die sich in ihren Werken offenbart. Wieder sehen wir hier in Vers 23 den eigenwilligen Gottesdienst und eine scheinbare Demut.
Es ist eine scheinbare Demut vor Menschen, eine Heuchelei und eine Schauspielerei. Sich selbst als unwürdig zu präsentieren oder seinen Leib zu knechten, geschieht oft nur, um sich vor anderen als geistlich darzustellen. Auch in den Nationen und Weltreligionen kann man das beobachten: Menschen hassen sich selbst, sie geißeln sich, fügen sich Schaden zu oder verletzen sich körperlich, um eine Art von Geistlichkeit oder Demut zu äußern. Es ist ein Nichtverschonen des Leibes.
Dazu gehört auch eine übertriebene Vorsicht, wenn etwa behauptet wird, man dürfe nicht einmal aus Versehen auf eine Fliege oder ein Insekt treten, als wäre das schon die größte Sünde. Ebenso gibt es Leute, die versuchen, geistlich zu wirken, indem sie sich niemals die Haare schneiden, ihre Kleidung nicht wechseln oder sich nicht waschen, um eine vermeintliche Natürlichkeit oder Geistlichkeit zu bewahren. Der Hintergedanke ist stets, sich durch solche Dinge geistlich abzuheben, in dem Glauben, dies sei wahre Geistlichkeit.
Wir sehen dies auch im Hinduismus oder in fernöstlichen Religionen. Dieses Meditieren, Fasten und Asketische dient dort dem Ziel, das Nirvana oder eine geistliche Vision zu erreichen. Dabei verschonen sie ihren Leib nicht, nur um eine scheinbare Geistlichkeit auszuleben. Doch Vers 23 macht deutlich: All diese Dinge und das Festhalten an ihnen bringen uns nichts.
Ein Mensch kann aus sich selbst heraus, ohne Christus, kein gutes Werk tun. Selbst wenn wir in der Welt gute Werke sehen, geschehen diese oft aus einer falschen Motivation, mit Hintergedanken und einer falschen Haltung. Die Schrift ist hierbei deutlich: Du kannst aus eigener Kraft nichts tun; du bist unwürdig, auch nur etwas zu vollbringen.
Der erste Korintherbrief macht klar, dass die Weisheit des Menschen vor Gott Torheit ist. Solche Taten dienen lediglich der Befriedigung des Fleisches, sind aber sonst nichts wert. In 1. Timotheus 4, Vers 8 heißt es dazu: „Denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze; die Gottesfurcht aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen.“
Leibliche Übung ist zu wenigem nütze; sie hat keinen großen Nutzen. Was können wir aus diesen Versen für unser Leben zur Anwendung lernen? Wir dürfen niemals so hochmütig oder naiv sein zu denken, dass uns solche Dinge niemals begegnen werden.
Das, was der Mensch liebt, wird offenbaren, was für ein Mensch er ist. Das sind nicht einfach Dinge, die uns als Versuchung begegnen, sondern es sind Dinge, denen wir uns entscheiden zu folgen. Wir müssen uns selbst prüfen: Sind die Dinge, die wir tun, und unser Wandel eher auf diese Erde und auf die Anerkennung vor Menschen gerichtet, oder sind wir auf Gott ausgerichtet? Herr Jesus Christus hat gesagt: „Wo dein Herz ist, dort wird auch dein Schatz sein.“
In der Menschenweisheit sehen wir menschlich auferlegte Gebote und Gesetze. All diese Dinge sind nicht Christus gemäß, sondern entsprechen den Elementen dieser Welt. Die Irrlehrer behaupten, man bräuchte Christus und zusätzlich diese Dinge; Christus alleine sei nicht genug. Sie lehren, dass man diese Regeln beachten müsse, um wahre Geistlichkeit zu erlangen.
Was der Apostel Paulus in diesen ersten zwei Kapiteln an Lehre versucht hat, den Kolossern deutlich zu machen, ist, dass Christus der einzige Weg ist. Er ist erhaben und er ist vollkommen ausreichend. Die ganze und volle Aufmerksamkeit eines Gläubigen muss auf sein Haupt, nämlich Christus, gerichtet sein.
Deshalb sagt der Herr Jesus Christus in Johannes Kapitel 15: „Bleibt in mir und ich in euch.“ Nur wenn ihr in mir bleibt, könnt ihr etwas tun. Nur wenn die Rebe am Weinstock bleibt, kann sie Frucht bringen. Ebenso werden wir nur Frucht bringen, wenn wir in Christus bleiben. Es ist wichtig, dass wir uns selbst prüfen: Bleiben wir in Christus? Ist unser Herz auf Christus, unser Haupt, ausgerichtet? Nur dann werden wir ihm gemäß wandeln.
Wir leben zwar noch auf der Erde, aber unsere Heimat ist die Stadt da droben, der Himmel. Wie können wir uns heute noch den Elementen dieser Welt unterwerfen? Alles in dieser Welt hat Mangel; Christus allein ist vollkommen.
Der Apostel Paulus fleht die Kolosser an: Lasst euch von diesen Dingen nicht unterwerfen. Lasst euch von diesen Menschen nicht richten und einschüchtern, sondern haltet fest am Haupt, Christus, in dem ihr zur Fülle gebracht seid. Sobald wir uns als Gläubige vom Wort Gottes entfernen, begeben wir uns in Gefahr.
Wir kommen nun zum Ende des zweiten Kapitels. Wir haben gesehen, wie Paulus deutlich macht: Dieser Christus ist erhaben, er steht über allem. Dieser Christus ist vollkommen, ihm fehlt nichts, und in ihm seid ihr vollendet.
Deswegen fährt Paulus in Kapitel 3 fort und sagt: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist.“ Da ihr mit Christus gestorben und auferweckt worden seid, sollt ihr nun auch so wandeln. Von Kapitel 3 an geht es um diesen Wandel.
Was ist nun mit denen, die nicht an Christus glauben? Alle menschengemachten Religionen dieser Welt sagen: Du musst etwas tun. Du musst arbeiten. Du musst es dir verdienen. Du musst wirken, um in den Himmel zu kommen, das ewige Leben zu erhalten oder das Ziel zu erreichen.
Das Evangelium aber sagt: Du brauchst nichts zu tun. Du kannst auch nichts tun. Christus allein ist genug. An ihm festzuhalten und an ihn zu glauben ist das Einzige, was rettet. Wer zu Jesus Christus kommt, muss Buße tun und umkehren – auch von all seiner Selbstgerechtigkeit und seinen eigenen Werken. Er muss verstehen, dass er unwürdig ist und nichts tun kann, um sich selbst aus seiner Sünde zu retten. Allein aus Gnade und durch den Glauben an Jesus Christus wirst du gerettet.
Deswegen heißt es: Christus ist für unsere Sünden gestorben nach den Schriften. Und er ist begraben worden, und er ist auferweckt worden am dritten Tag nach den Schriften. Bei Christus ist alles umsonst. Das ist Gnade. In Einheit mit ihm zu leben, das ist das erhabene Leben.
Lasst uns beten. Allmächtiger und guter Vater, wir danken dir dafür, dass wir nicht diesen heidnischen Religionen oder dieser heidnischen Praxis folgen oder Gesetze halten mussten, um gerettet zu werden, sondern dass du uns ohne diese Dinge gerettet hast.
Hilf uns, dass wir an Christus festhalten und ihn vor Augen haltend unser Leben führen. Vater, du hast Zeugnis davon gegeben, dass dieser dein geliebter Sohn ist, an dem du Wohlgefallen hast. Lass uns das vor Augen halten und auf ihn ausgerichtet wandeln. Lass uns an diesem Haupt festhalten und nach deinen Worten und nach deinen Geboten wandeln.
Du bist es, der uns, als wir tot waren, Leben eingehaucht hat. Du hast uns lebendig mit Christus gemacht und uns mit diesem Haupt verbunden. Lass uns an diesem Haupt festhalten und unser Leben führen. Wir bitten dich im Namen Jesu Christi. Amen.