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Möge der Name des Herrn Jesus Christus verherrlicht werden. Schlagen wir auf und lasst uns lesen den Kolosserbrief, Kapitel 2, die Verse 6 bis 15. Kolosserbrief, Kapitel zwei, die Verse sechs bis fünfzehn.
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und aufgebaut in ihm und gefestigt im Glauben. Wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung. Seht zu, dass niemand euch einfängt durch die Philosophie und Lehrenbetrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht. In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, sondern dem Ausziehen des fleischlichen Leibes in der Beschneidung des Christus. Mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mit auferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.
Und euch, die ihr tot ward in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den Entsatzung bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel. Wahrlich blicke ich voll Beugung und Staunen hinein in das Meer deiner Gnade. Am Kreuz trug Jesus Christus meine Schuld. Einfache Worte, die schnell unsere Lippen verlassen, die doch so schwer sind, was ihre Bedeutung und ihre Tragweite angehen. Dein Sohn, der ewige Sohn Gottes, der Sünde nicht kannte, Schuld nicht kannte, er trug meine Schuld an diesem Kreuz. Meine Anklageschrift war über ihn, über ihm, über seinem Haupt, auf seinem Kreuz genagelt. Mein Schuldschein war es, den er an diesem Kreuz bezahlt hat.
Und großer Gott, welch unendlich tief ist das Meer deiner Gnade, dass der Gerechte für die Ungerechten starb, sodass die Gerechtigkeit des Gerechten zu meiner Gerechtigkeit wurde. Und meine Schuld und meine Sünde und die Strafe meiner Schuld auf den Gerechten fiel und er sie an meiner Stelle bezahlte. Vater, wir danken dir für diese Gnade, für diese unendlich große Gnade, für das Sühnewerk Jesu Christi. Und wir danken dir, dass du ihn hingestellt hast als Süneort, sodass du gerecht bist und den rechtfertigen kannst, der des Glaubens an Jesus Christus ist.
Wir beten dich an, Vater, für deine Weisheit und für das Lünewerk Christi. Und wir bitten dich darum, dass du die Zeit segnest, dass, wenn wir uns heute wieder diesem Sühnewerk widmen, wenn wir uns dem Kreuz widmen und dem, was Christus, was du in Christus vollbracht hast, dass unsere Herzen geöffnet werden für die tiefe Reichweite dieses Werkes. Dass wir darüber staunen mögen. O Vater, lass unsere Herzen nicht kalt bleiben über die Wahrheit des Kreuzes, über den Triumph Jesu Christi, sondern mögen unsere Herzen erfüllt sein und erfüllt werden von dem, was dein Sohn vollbracht hat.
Segne diese Stunde der Verkündigung, sodass dein Wort groß sein möge, dass die Ohren und die Herzen, auf die dein Wort treffen möge, dass es darin Wohnung finden möge und wirken möge, Vater. Darum bitten wir dich. Wir bitten dich, dass du diese Stunde segnest zur Erbauung der Gemeinde und zur Verherrlichung deines Namens. Amen.
Setzt euch gerne. Wir leben in einer Zeit und in einer Welt, wo Dinge niemals genug sind. Unsere Unterhaltung ist uns nie genug. Auf unseren Handys haben wir eine Aufmerksamkeitsspanne von 5 bis 10 Sekunden, bis wir die nächste Unterhaltung brauchen, weil die Unterhaltung, die wir haben, nicht genug ist. Wir haben die größtmögliche Auswahl an Essen, unterschiedliche Richtungen, unterschiedliche Herkünften von der Küche. Italienisch.
Essen aus dem Mittleren Osten, deutsches Essen, asiatisches Essen. Ich war diese Woche mit meinen Kollegen unterwegs, aber viel, worüber sie sich beschwert haben, dass es in München nicht genug gibt: Es gibt nicht genug Restaurants, es gibt nicht genug Auswahl. Nichts ist genug. Nichts wirkt ausreichend in dieser Welt, in der wir leben. Wir brauchen ständig etwas Neues. Ständig muss etwas Neues, etwas Erfrischendes her. Weil nichts genug ist. Nichts reicht aus.
In diese Zeit spricht der Apostel Paulus durch den Kolossabrief. Eine Botschaft, die dem entgegensteht, was diese Welt heute ausmacht. Die Botschaft des Apostels Paulus ist: Christus ist genug. Christus ist genug. Das Wort „Genugsamkeit“ – das Kennen kennt man im Deutschen heutzutage im deutschen Vokabular gar nicht. Dass etwas genugsam sein kann, völlig und vollkommen ausreichend sein kann, ist heutzutage fast schon fremd. Der Apostel Paulus sagt: „Christus ist genug.“ Und seit einigen Wochen beschäftigen wir uns damit, wie genugsam Christus ist, welche Argumente und welche Aspekte der Apostel Paulus heranführt, um zu zeigen, dass Christus genug ist.
Sowohl in der Zeit, in der die Kolosser gelebt haben, wo diese Irrlehre begann Fuß zu fassen, dass Christus nicht genug ist: Man müsse Engel anbeten, man müsse Visionen haben. Man müsse jüdische, zeremonielle Gesetze folgen, wie das Beachten der Sabbatte, der Feste, die Beschneidung und ähnliche zeremonielle, gesetzliche Werke. Man müsse seinen eigenen Leib knechten, um vor Gott bestehen zu können und um wahre Geistlichkeit zu erlangen.
Auch heute haben wir ein unendliches Meer an Religionen, Philosophien, Weltanschauungen und Werte und Denksysteme, die sagen, dass man mit eigenen Werken, dass man mit Psychologie und weltlicher Philosophie wahre Geistlichkeit finden kann, dass Nirvana finden kann oder Gott finden kann. Seien es die falschen Religionen der Selbstgerechtigkeit, wie zum Beispiel der Islam, oder auch die falschen Formen des Christentums, wie der Katholizismus oder auch das, was die orthodoxe Kirche lehrt, sein es christliche Sekten oder Philosophien, die sagen: „Christus ist nicht genug. Du brauchst die Taufe. Du brauchst dies, du brauchst das.“
Paulus sagt: „Christus ist genug.“ Er befiehlt auf der einen Seite: „Wandelt in Christus so, wie ihr ihn empfangen habt.“ Auf der anderen Seite sagt er: „Hütet euch vor leerer Menschenweisheit, die euch von Christus hinweg gefangen nehmen wollen.“ Wieso, Paulus, wieso sollen wir all diese leere Menschenweisheit ablehnen? Weil Jesus Christus genug ist.
Und so beschäftigen wir uns seit einigen Wochen mit der Genugsamkeit Jesu Christi. Wir haben die Genugsamkeit seiner Person gesehen. Er ist genug, denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. In ihm ist kein Mangel, kein Fehl. Die volle Gottheit wohnt in Jesus Christus. Und nicht nur das: In ihm sind wir zur Fülle gebracht. Aus seiner Fülle sind wir Fülle vollendgemacht. Er ist erhaben über alle Autoritäten und alle Mächte.
Aber nicht nur die Person Jesu Christi ist ausreichend, ist genugsam. Auch das Werk Jesu Christi ist genugsam. Diesem Werk darf und kann nichts hinzugefügt werden. Keine menschliche Weisheit, keine menschlichen Werke können dem hinzugefügt werden, was Jesus Christus vollbracht hat – beziehungsweise was Gott in Christus vollbracht hat.
Wir haben uns mit der Genugsamkeit seiner Person beschäftigt. Wir haben begonnen, uns die vergangenen Wochen mit der Genugsamkeit seines Werkes zu beschäftigen. Wir haben gesehen: Paulus beschreibt uns fünf Aspekte der Genugsamkeit des Werkes Christi, die uns das Fundament dafür geben, uns vor Lehrerphilosophie zu hüten und in Christus so zu wandeln, wie wir ihn empfangen haben. Wir haben uns bereits mit drei der fünf Aspekte beschäftigt. Wir haben erstens gesehen: die Genugsamkeit der geistlichen Beschneidung. Wir haben gesehen, dabei ging es um die Veränderung unserer Natur.
Der alte Mensch, der Gott gehasst hat, der Sünde geliebt hat und der nach seinem eigenen Willen und Bestreben leben wollte – dieser alte Mensch wurde getötet, er wurde gekreuzigt. Und ein neues Mensch wurde geschaffen. Das alte Herz wurde hinweggenommen, und ein neues Herz wurde geschenkt. Ein neues Herz, das Jesus liebt, das Gott gehorchen will und auch in der Lage ist, Gott zu gehorchen. Unsere Natur wurde also verändert. Und diese geistliche Beschneidung Jesu Christi, sie ist genug. Das hat unsere Natur verändert, und wir können dieser Veränderung der Natur, die Jesus vollbracht hat, nichts hinzufügen.
Zweitens haben wir gesehen die Genugsamkeit der geistlichen Taufe. Wir haben gesehen die Taufe, die geistliche Taufe. Nicht die Taufe mit dem Wasser, sondern die Taufe durch den Heiligen Geist. Sie ist die Identifikation mit Jesus Christus, das Einsmachen mit Jesus. Wenn ihr euch erinnert an das Bild der Faust, die umwickelt ist von diesem Ballon: So sind wir umwickelt mit Jesus Christus, insbesondere mit seinem Tod, seinem Begräbnis und seiner Auferstehung. Wir sind mit Jesus gestorben, mit ihm sind wir begraben worden und mit ihm sind wir auferweckt worden.
Wir sind so eins gemacht worden mit Jesus Christus, sodass sich unsere Beziehung zur Sünde verändert hat. Denn als wir mit Christus gestorben sind, sind wir unserem alten Herrn und Meister, dem der Sünde, gestorben, sodass wir nicht mehr beherrscht werden von der Sünde, sondern wir sind zur Neuheit des Lebens auferweckt worden, sodass wir nun frei sind von der Macht der Sünde und Jesus Christus, unserem neuen Herrn, unser Leben widmen können und hingeben können. Unsere Natur hat sich also verändert. Wir sind mit Christus identifiziert worden, sodass sich unsere Beziehung zur Sünde verändert hat.
Und drittens haben wir gesehen die Genugsamkeit der geistlichen Auferweckung. Nicht nur hat sich die Beziehung zur Sünde verändert, auch die Beziehung zu Gott hat sich verändert, denn wir waren einst tot, entfremdet dem Leben Gottes, blind und in Finsternis. Unfähig, uns selbst zu retten, unfähig, irgendetwas zu tun, geschweige denn uns selbst zu retten. Aber in Christus hat uns Gott lebendig gemacht mit ihm, sodass wir neues Leben haben, sodass wir nun eine lebendige Beziehung mit Gott haben.
Und all diese Dinge sind genugsam. Sie sind ausreichend. Das sind Dinge, die Gott vollbracht hat in Christus, mit uns und durch Christus. Diesen Dingen – dieser Veränderung unserer Natur, die Veränderung der Beziehung zur Sünde, dass wir hier nicht mehr Sklaven der Sünde sind, sondern nun frei sind und Sklaven Gottes sein können, dass wir nun eine lebendige Beziehung mit Gott haben – das sind alles Dinge, die Gott vollbracht hat in Christus Jesus und die niemals durch menschliche Werke oder leere Menschenweisheit erreicht werden können. Durch Askese, durch Selbstpeinigung oder Geißelung. Durch das Extra, das Halten von Gesetzen, die außerhalb von dem gehen, was Gott geboten hat. Durch Anbetung der Engel oder ähnliche Dinge können niemals diese Dinge ermöglicht werden, erreicht werden. Das, was Christus vollbracht hat, ist genugsam.
Und wir haben uns mit all diesen Dingen bereits beschäftigt und kommen nun zu den letzten beiden Aspekten der Genugsamkeit des Werkes Christi. Denn eine wichtige Frage stellt sich jetzt: Unsere alte Natur wurde – unsere Natur wurde verändert, die alte Natur ist vergangen, eine neue Natur wurde uns geschenkt. Wir sind mit Christus identifiziert worden, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Unsere Beziehung zur Sünde hat sich geändert, sodass wir ihr nicht mehr dienen müssen. Wir sind lebendig gemacht worden, sodass wir nun eine Beziehung mit Gott haben können. Aber der Elefant im Raum ist: Was ist nun mit unseren Sünden passiert? Unsere Natur wurde verändert, unsere Beziehung zur Sünde wurde verändert, unsere Beziehung mit Gott wurde verändert.
Aber was ist mit den Vergehungen, die wir gerade gelesen haben, in denen wir tot waren? Was hat Gott mit diesen Vergehungen gemacht? Er kann unsere Natur ändern, er kann unsere Beziehung zur Sünde verändern, unsere Beziehung zu Gott ändern, aber was ist mit der Schuld passiert, die wir angehäuft haben? Was ist mit den Vergehungen geschehen, in denen wir tot waren?
Es ist wie diese ersten drei Aspekte. Wenn wir uns diese Illustration hernehmen wollen, ist es, wenn man zum Beispiel ein Kind adoptieren möchte. Man learned this kind of man bought a being to this kind of and man fängt an this kind with a end of the time of the Papiers eingereicht werden and rechts this kind of adopted, damit it auch wirklich und rechtlich dein Kind sein kann.
Und so haben wir gesehen, dass Gott uns innerlich verändert hat, unsere Natur verändert hat, unsere Beziehung zur Sünde verändert hat, unsere Beziehung zu ihm verändert hat, aber – wie gesagt – der Elefant im Raum steht: Was passiert mit der Sünde? Etwas muss damit geschehen. Was passiert mit unserer Schuld? Etwas muss mit unserer Schuld geschehen, um diese Veränderung offiziell zu machen, wirklich vollkommen zu machen. Was ist mit unseren Vergehungen? Wie kann Gott uns von Tod in Vergehungen zu lebendig mit Christus machen? Wie geht das?
Und so kommen wir zu den beiden noch übrigen Aspekten. Viertens: die Genugsamkeit der Söhnung. Und fünftens: die Genugsamkeit des Triumphes. Viertens: die Genugsamkeit der Sühnung. Und fünftens: die Genugsamkeit des Triumphes. Und wie bereits vergangene Woche erwähnt, diese fünf Aspekte sind nicht strikt voneinander trennbar. Sie überschneiden sich in den Bereichen, die sie beschreiben. Aber wir möchten jetzt beginnen bei viertens: die Genugsamkeit der Sühnung. Die Genugsamkeit der Sühnung.
Beginnen wir nochmal in Vers 13: „Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat.“ Wenn ihr euch erinnert, haben wir, abgesehen von diesem letzten Teil, abgesehen von dem letzten Satzteil, den Vers 13 bereits betrachtet: dass wir tot in unseren Vergehungen waren, keine Beziehung zu Gott, entfremdet den Leben Gottes, unfähig uns selbst zu retten. Sowohl durch unsere sündhaften Taten als auch durch unsere sündhafte Natur.
Aber Gott hat uns lebendig gemacht mit Jesus Christus, uns neues Leben geschenkt, sodass wir heute eine lebendige Beziehung mit Gott haben dürfen. Ihr erinnert euch an das Bild vielleicht von vergangener Woche, wie wir tot am Grund des Meeresbodens lagen, Gott hinein in den Ozean gegriffen hat und uns Leben eingehaucht hat und uns so gerettet hat. Und wir haben aber diesen letzten Teil dieses Verses noch nicht anbetrachtet, und den beginnen. Dort möchten wir heute anknüpfen, wo wir sehen: Wie hat Gott das gemacht? Indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Wie hat Gott uns mit Jesus lebendig gemacht? Indem er uns alle Vergehungen vergeben hat.
Vergehungen – dieses Wort kam ja schon im Beginn von Vers 13 vor: „Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen.“ Dasselbe Wort haben wir hier: „Indem er uns alle Vergehungen vergeben hat.“ Das Wort Vergehungen beschreibt unsere Übertretungen, unsere sündhaften Handlungen. Es beschreibt das, worin wir tot waren. Unsere Vergehungen waren das, was uns von Gott getrennt hat, vom Leben Gottes entfremdet hat. Es sind unsere Übertretungen, unsere Sünden, unsere sündhaften Taten. In Jesaja 59, Vers 2 heißt es: „Sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, das er nicht hört.“ Unsere Vergehungen, unsere Übertretungen, das sind die Dinge, die uns von Gott trennen, in denen wir tot waren.
Damit wir also mit Christus lebendig gemacht werden – also, das heißt ja, mit Gott in eine lebendige Beziehung kommen können –, ist etwas mit unseren Vergehungen geschehen? Es ist etwas mit dem Geschenk, mit den Dingen geschehen, die uns ja von Gott getrennt haben, die uns vom Leben Gottes entfremdet haben. Etwas ist mit diesen Vergehungen geschehen. Etwas musste mit diesen Vergehungen geschehen, damit wir eine lebendige Beziehung zum heiligen Gott haben können. Denn der heilige Gott kann nicht Gemeinschaft mit Sünde haben. Was ist geschehen? Was ist mit dem geschehen, was zwischen uns und Gott lag? Indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Er hat uns alle Vergehungen vergeben.
Das Wort „vergeben“ hier – es gibt das typische Wort im Neuen Testament für „vergeben“. Hier ist ein anderes Wort verwendet als das typische Wort. Das Wort „vergeben“ hier wird auch übersetzt mit „schenken“ oder „freigiebig geben“. Das ist die Idee dahinter, denn es beinhaltet das Wort „Gnade“. Es ist quasi das Wort „gnädig geben“, wenn man es wörtlich übersetzen würde. Die Idee ist also: Es geht darum, dass man etwas unverdient schenkt. Es geht darum, dass man etwas frei erlässt, etwas freigiebig schenkt.
In Lukas 7 wird dieses Wort verwendet, im Gleichnis von den zwei Schuldnern. Lukas Kapitel 7, 41 und 42, dort heißt es – Lukas 7, 41 und 42: „Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine schuldete 500 Denare, der andere aber 50. Da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte er es beiden. Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben?“ Hier haben wir das Wort „schenkte er es beiden“. Dieses Wort „schenken“ ist dasselbe Wort, das hier im Kolossabrief verwendet wird für „vergeben“. Ja, da ist also ein Schuldner, ein Gläubiger, der zwei Schulden hatte, und er schenkte es ihnen. Das heißt, er gab ihnen diese Schuld umsonst. Er ließ sie frei von ihren Schulden und er erließ ihnen ihre Schulden.
Das Bild ist also folgendes: Wir haben durch unsere Sünden, durch unsere Begierden, durch unsere Lügen, durch unsere Götzen, durch alle Übertretungen des Gesetzes Gottes haben wir Schuld angehäuft, die eine Strafe fordert – eine Strafe, die zu zahlen ist. Wir kennen das alle aus unserem Alltag, wenn wir einen Strafzettel bekommen, zum Beispiel für das falsche Parken. Die Idee ist, dass wir Gesetze übertreten haben, wir haben falsch geparkt. Und als Strafe für die Übertretung des Gesetzes haben wir eine Schuld angehäuft, ein Bußgeld, das wir zahlen müssen. Wenn wir das ständig machen würden, dann würden wir eine Schuld anhäufen, die immer schwieriger wird zu zahlen.
Das Problem hier aber ist, dass wir gegen einen unendlich heiligen Gott gesündigt haben. So ist die Schuld, die wir angehäuft haben, unendlich groß. In Matthäus Kapitel 18, Vers 24, im Gleichnis wird unsere Schuld verglichen mit einer Schuld von 10.000 Talenten. Ja, das ist ein – das ist – was mit diesen 10.000 Talenten ausgedrückt werden soll, ist, dass es eine unendlich große Schuld ist. Denn 10.000 ist die größte Zahl, die es gab, um – die größte Zahl, die es im Vokabular gab. Es war also die größte Schuld, eine unbezahlbar große Schuld. Damit wird in Matthäus unsere Sündenschuld verglichen. Wir haben gegen einen unendlich heiligen Gott gesündigt und haben so eine unendlich große Schuld angehäuft. Eine Menge an Strafzetteln, die unzählbar ist. Eine Menge an Bußgeld, die unbezahlbar für uns ist.
Deswegen in Vers 14 sehen wir später ja auch, ist die von einem Schuldschein die Rede. Die Idee von „vergeben“ ist hier also, dass Gott uns unsere Vergehungen – die Dinge, die uns von ihm getrennt haben, die Dinge, in denen wir tot waren –, er hat sie uns – die Schuld, die wir durch diese Vergehungen angehäuft haben, die Strafe, die wir durch diese Vergehungen hätten zahlen müssen –, er hat sie uns frei erlassen. Wie in dem Gleichnis von Matthäus 18 dieser König seinem Sklaven diese 10.000 Talente an Schulden einfach umsonst erlassen hat.
Und liebe Geschwister, achtet auf diese Worte hier: indem er uns einige Vergehungen vergeben hat, viele Vergehungen vergeben hat, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Alle ohne Ausnahme, vollkommen und vollständig. Diese unendlich große Schuld, alle Vergehungen – sie sind uns gnädig erlassen worden. Es gibt keine Ausnahmen, es gibt keine Einschränkungen, sondern Gott hat uns alle Vergehungen umsonst erlassen. Das ist es, was Gott tut, wenn er vergibt: vollständig und vollkommen.
Im Psalm 103, Vers 12 heißt es: „Sofern der Osten ist vom Westen, hat er uns entfernt – hat er von uns entfernt – unsere Vergehen.“ Wie weit sind Osten und Westen voneinander entfernt? Unendlich weit. Es sind die Himmelsrichtungen, die sich nie treffen werden. So weit hat Gott unsere Sünden von uns entfernt. Das passiert, wenn Gott unsere Vergehungen vergibt, uns diese Schuld erlässt.
In Micha Kapitel 7 spricht der Prophet davon, wie das Volk Israel den Herrn rühmen wird. Und sie sagen in Micha Kapitel 7, 18 und 19 – Micha Kapitel 7, 18 und 19: „Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils? Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat gefallen dann gerade. Er wird sich wieder über uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst all ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“
Das passiert, wenn Gott uns Sünden vergibt. Alle Vergehungen. Liebe Geschwister, vergesst nicht: das „Alle“. Alle Vergehungen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Alle Vergehungen sind uns vergeben. Gott hat diese Schuld niedergetreten. Er wirft sie in die Tiefen des Meeres. That is the illustration. Wer ist ein Gott wie du? Was macht diesen Gott aus? Was macht den einen wahren Gott aus? Was macht ihn anders? Dass er Schuld vergibt und Vergehen verzeiht.
In Jeremia 50, Vers 20 heißt es: „In jener Zeit und zu jener Zeit, spricht der Herr, wird Israels Schuld gesucht werden, und sie wird nicht da sein. Und die Sünden Judas, und sie werden nicht gefunden werden, denn ich will denen vergeben, die ich übrig lasse.“ Seht ihr, liebe Geschwister, wie schön dieses Bild ist? Man wird suchen nach der Schuld, aber man wird sie nicht finden. Man wird suchen nach den Sünden Judas – du wirst sie nirgendwo finden. Wieso? Weil Gott sie vergeben hat. Alle ihre Sünden hat er ihnen vergeben. Es ist so, als gäbe es ihn nicht mehr. Das macht Gott, wenn er vergibt.
Das hat Gott mit unseren Vergehungen gemacht. Er hat diese Vergehungen, die uns von ihm getrennt haben, in denen wir tot waren – er hat sie uns – er hat uns diese Schuld erlassen, und zwar gnädig und zwar umsonst, ohne Mitwirken oder Zuwirken von uns. Frei und umsonst sind uns unsere Sünden vergeben, die Schuld ist uns erlassen.
Aber es geht noch weiter. Paulus betont hier die Absolutheit dieser Schuldenerlassung bereits durch… indem er sagt natürlich: „indem er uns alle Vergehen vergeben hat.“ Aber in Vers 14 geht es weiter, wie Paulus die Absolutheit dieser Schulterlassung betont. Vers 14: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, die in den Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte.“ Unsere Übertretungen wurden uns unverdient erlassen, die Schuld wurde uns unverdient erlassen.
Und hier steht dann weiter, es geht weiter: Der Schuldschein gegen uns wurde gelöscht. Der Schuldschein – das Wort, das hier verwendet wird, war in der damaligen Zeit im Römischen Reich eine Urkunde, ein Schreiben, in der jemand bestätigt, dass ihm Geld von einer anderen Person entweder anvertraut oder geliehen wurde und zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzuzahlen ist. Ja, das ist das, was wir heute vielleicht eher in der Form eines Kreditvertrags oder – oder ähnlich – eines Vertrages nennen würden. Das ist der Schuldschein damals, der festgehalten hat: „Ich schulde dieser Person Geld. Und ich werde bis zu diesem Zeitpunkt dieser Person mein Geld zurückzahlen.“ Das ist dieser Schuldschein.
Er ist eine Urkunde, ein Zertifikat oder eine Festhaltung des Der Schuld und der Verpflichtung, der Zurückzahlung dieser Schuld. Und in diesem Zusammenhang geht es um den Schuldschein, den in Satzungen bestehenden. Also dieser Schuldschein – er bestand in Satzungen. Das Wort „Satzungen“ wird auch übersetzt mit Verordnungen oder Beschlüssen, und in diesem Zusammenhang beschreiben die Satzungen das Gesetz, das Gesetz Gottes, wie es auch im Alten Testament zu finden ist.
Zum Beispiel sehen wir in Epheser Kapitel 2, 15 bis 16, dasselbe Wort verwendet. Dort heißt es: „Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt.“ Also das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei friedenstiftend in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen. Da ging es darum, dass das Gesetz das war, was die Juden und die Heiden voneinander getrennt hat. Und Christus hat durch seinen Tod am Kreuz dieses Gesetz, dieses in Satzungen bestehende Gesetz beseitigt, um diese beiden Seiten miteinander zu vereinen.
Die Satzungen und der Schuldschein waren gegen uns. Das Gesetz Gottes zeugte gegen uns, weil wir es übertreten haben. Es war gegen uns. Das Gesetz Gottes hat geschrien: „Schuldig, schuldig, schuldig.“ Es hat geschrien: „Verflucht, verflucht, verflucht.“ So wie es in Galater Kapitel 3, Vers 10 heißt: „Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in all dem, in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun.“ Das Gesetz ist gegen uns, es zeugt gegen uns, es schreit: „Verflucht“, denn wir haben es übertreten in unseren Vergehungen.
Jakobus 2, Vers 10 heißt es: „Denn wer das ganze Gesetz hält, aber in einem stauchelt, ist aller Gebote schuldig geworden.“ Und so zeugt das Gesetz gegen uns: „Schuldig, schuldig, schuldig.“ Was hat Gott mit dem Schuldschein gegen, mit dem Schuldschein, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, was hat Gott damit gemacht? Zwei Dinge.
Er hat the shuld shine gel und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft. The word gelöshed here can also. It was tilgen und auslöschen. Es geht also darum, dass etwas vollständig getilgt wird, vollständig ausgelöscht wird. Im Alten Testament sehen wir Worte wie tilgen und auslöschen in Bezug auf Vergehungen, in Bezug auf Schuld.
In Psalm 51 heißt es, Verse 3 und 4. Psalm 51, 3 und 4: „Ich, äh, ne, sei mir gnädig.“ Das ist David natürlich, der betet, hier sein Gebet der Bekenntnis, nachdem er gesündigt hat und von Natan darauf hingewiesen worden ist, überführt worden ist. Dort betet dann David: „Sei mir gnädig, Gott, nach deiner Gnade. Tilge meine Vergehen nach der Größe deiner Barmherzigkeit. Wasche mich völlig von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde.“ David betet: „Gott, nimm all diese Schuld hinweg, tilge meine Vergehen, lösche sie aus. Wasche mich völlig.“
In Jesaja 43, Vers 25 ist es Gott, der spricht. Jesaja 43, Vers 25. Gott spricht dort: „Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um meinen Willen, und deine Sünden will ich nicht gedenken.“ Gott spricht hier: „Ich will deine Verbrechen auslöschen.“ Sie werden nicht mehr da sein, und deiner Sünden will ich nicht gedenken.
Gott löscht den Schuldschein. Ja, wir hatten einen Schuldschein gegenüber dem Bestand aus den Satzungen, dem Gesetz der, das schuldig geschrien hat. All unsere Übertretungen, die Schuld, die wir angehäuft haben, die unendliche Schuld und Strafe, die wir hätten bezahlen müssen – er hat diesen Schuldschein genommen und er hat ihn ausgelöscht. Er hat ihn quasi wie Schmutz abgewischt von der Scheibe, sodass er nicht mehr da ist. Er hat ihn ausgelöscht, er hat ihn zerrissen.
Aber das ist nun immer noch nicht genug. Er hat ihn nicht nur gelöscht, er hat ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft. Weggetan. Vollständig entfernt. Aus der Mitte weggenommen. Das Hindernis, das da war. Ja, der Schuldschein ist hier präsentiert wie das Hindernis zwischen uns und Gott.
Ja, die Vergehungen waren das Hindernis zwischen uns und Gott. Und vor allem auch durch der Schuldschein, der eben bestand wegen unserer Vergehungen. Und der Schuldschein wurde fortgeschafft, vollständig entfernt. Paulus benutzt hier absolute Sprache — „auslöschen“, „aus der Mitte fortgeschaffen“ —, um deutlich zu machen, dass dieser Schuldschein nicht mehr da ist. Die Absolutheit des Schuldenerlasses wird betont, wird hier betont von Paulus durch seine Wortwahl. Alle Vergehungen sind vollständig erlassen und vergeben. Was für eine Gnade, liebe Geschwister!
Ich habe am Anfang gefragt: Was ist mit unseren Sünden geschehen? Ja, Gott verändert unsere Natur, er verändert unsere Beziehung zur Sünde und unsere Beziehung zu ihm. Aber was ist mit unseren Vergehungen? Das, was uns von Gott trennt, das, worin wir tot waren — was macht Gott damit? Gott löscht sie aus. Er vergibt sie uns und reißt den Schuldschein ins Stücke und verbrennt ihn auch noch. So vollständig entfernt ist der Schuldschein.
Und wie macht er das? Wie hat er das gemacht? Vers 14: Indem er ihn ans Kreuz nagelte. Und liebe Schüsse, deswegen ist Sühnung so wichtig. Und wir werden nochmal darauf kommen, was das bedeutet. Dieser Satz, auch dieser letzte Teil des Satzes, er ist so wichtig: Indem er ihn ans Kreuz nagelte. Wie hat Gott unsere Sünden vergeben, uns diesen Schuldschein zu rissen? Indem er ihn ans Kreuz nagelte.
Liebe Geschwister, wir vergessen manchmal, wie skandalös eigentlich diese letzten Worte ab dem Ende von Vers 13 sind: „Indem er uns alle Vergehungen vergeben hat, den Schuldschein gegen uns gelöscht hat und ihn aus unserer Mitte fortgeschafft hat.“ Liebe Schwester, das sind skandalöse Worte. Gott ist in den Gerichtssaal gekommen — wir waren die Angeklagten —, und Gott ist gekommen und hat die Anklageschrift zerrissen. Wir aus christlicher Perspektive sehen das Bild und freuen uns darüber, aber wir müssen uns nochmal darin versetzen, dass das eigentlich ein absoluter Skandal ist.
Wir haben vorhin in der Lesung Römer 3 gehabt, Römer 3, 23 und 24: „Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes.“ Wie müsste dieser Satz normalerweise weitergehen? Wie müsste der Satz normalerweise weitergehen, wenn es heißt: „Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes“? „Und werden gerechterweise auf ewig verdammt.“ So müsste der Vers normalerweise weitergehen. Das wäre das Erwartbare, wenn es gerade die ganze Zeit darum ging, wie sündhaft der Mensch ist, dass alle gesündigt haben ohne Unterschied und den Maßstab Gottes nicht erfüllen. Aber Vers 24 geht weiter, wo es heißt: „Und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“
Liebe Geschwister, das ist ein Skandal. Wie kann Paulus den Satz beginnen mit „Alle haben gesündigt“ und beenden mit „und werden mit umsonst gerechtfertigt“? Wie kann Verbrechern einfach vergeben werden? Wie kann Übertretern des Gesetzes umsonst ihre Schuld erlassen werden? Stell dir vor, gegen dich wurde ein Unrecht getan. Jemand schuldet dir nun Bußgeld oder Schadensersatz oder jemand hat gegen dich ein Verbrechen vergangen und er wird ins Gefängnis verurteilt. Und jemand kommt rein und reißt die Anklageschrift einfach auseinander. Wäre das nicht ungerecht? Würdest du dich nicht betrogen fühlen? Ist das nicht falsch? Ist es nicht ungerecht, wenn der Schuldschein einfach zerrissen wird?
Aber genau deswegen ist dieser letzte Teil von Vers 14 so wichtig. Der Schuldschein wurde nicht einfach so zerrissen. Gott kam nicht einfach und hat die Anklageschrift einfach in Stücke gerissen. Er hat diesen Schuldschein ausgelöscht, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Indem er ihn ans Kreuz nagelte. Gott hat das nicht einfach so gemacht — den Schuldschein uns vergeben, den Schuldschein ausgelöscht und aus der Mitte fortgeschafft. Er hat das gemacht, indem er diesen Schuldschein ans Kreuz genagelt, und zwar an das Kreuz von Jesus Christus. Ans Kreuz genagelt. Das erinnert uns direkt an die Aufschrift.
Der Beschuldigung bei der Kreuzigung: In Markus 15,26 – Markus Kapitel 15, Vers 26 – lesen wir nämlich Folgendes, und wir lesen das in allen Evangelien. In Markus 15, Vers 26 lesen wir: „Und die Aufschrift seiner Beschuldigung war oben angeschrieben: Der König der Juden.“
Das Bild, das Paulus hier also verwendet, ist das der Kreuzigung. Und über dem Haupt des Gekreuzigten stand seine Beschuldigung, seine Anklage; die war über seinem Haupt ans Kreuz genagelt. Die Beschuldigung von Jesus, die offizielle Beschuldigung von Jesus laut dem Römischen Reich, war: „König der Juden“ – als wäre er ein Rebell, der das Römische Reich stürzen wollte oder den Kaiser angreifen wollte.
Das Bild, das Paulus hier verwendet, sagt: Gott hat deinen Schuldschein genommen und über dem Haupt von Jesus an dieses Kreuz genagelt, also als wäre das seine Anklageschrift gewesen. Versteht ihr? Jesus hing an diesem Kreuz. Während die Anklageschrift der Römer „König der Juden“ war, war die Anklageschrift Gottes: meine Schuld und meine Sünden. Als Gott Jesus an diesem Kreuz hängen sah, sah er über ihm die Anklageschrift; aber diese Anklageschrift war die Schuld all derer, die an Jesus Christus glauben.
Als Jesus nämlich am Kreuz hing, nahm er die ganze Schuld auf sich – die ganze Schuld aller, die an ihn glauben. Er nahm sie auf sich und bezahlte ihre Schuld. Jesu Anklageschrift: Er wurde so behandelt, als hätte er meine Sünden begangen, als hätte er meine Schuld zu begleichen. Deswegen wurde mein Schuldschein genommen und an das Kreuz von Jesus Christus genagelt, und er bezahlte für diese Schuld. Mein Schuldschein und meine Anklageschrift waren dort angeschrieben.
Versteht ihr, liebe Geschwister? Die Schuld blieb nicht einfach unbezahlt. Die unendlich große Schuld wurde vom unendlich kostbaren Sohn Gottes am Kreuz bezahlt. Das ist es, was am Kreuz geschehen ist. Das ist es, was wir in der Lesung des Neuen Testamentes heute hatten: Römer Kapitel 3, Römer Kapitel 3, Verse 25 bis 26. Römerkapitel drei, Verse fünfundzwanzig bis sechsundzwanzig. Römer Kapitel 3, 25 bis 26: „Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingelassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht ist und den rechtfertigt, der des Glaubens an Jesus ist.“
Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort. Das ist ein kompliziert klingender Vers, aber wir möchten uns auf die wichtigen Begriffe hier fokussieren. Ihn hat Gott – Gott hat Jesus hingestellt als Sühneort. Und dieses Wort Sühneort wird auch im Hebräerbrief verwendet als Begriff für den Deckel der Bundeslade. In der Bundeslade befanden sich die Gebote, neben anderen Dingen, und damit natürlich auch die Forderung des Gesetzes. Wir haben vorhin gesehen: der Schuldschein, der in Satzungen bestand. Was haben die Satzungen gefordert? Was hat das, was in der Bundeslade lag, gefordert? Fluch und Tod, unser Gericht.
Auf diesen Deckel der Bundeslade wurde das Blut des Opfers gesprengt, das die Sünde des Volkes auf sich genommen hat. Die Sünden des Volkes wurden quasi auf das Opfer gelegt, wenn ihr 3. Mose Kapitel 16 lest, den Versöhnungstag. Das Opfer wurde geschlachtet, und dann wurde das Blut dieses Opfers auf den Deckel der Bundeslade gesprengt, auf die Forderung des Gesetzes, die sich in dieser Bundeslade befand. Wurde das Blut gesprengt, um zu zeigen, dass mit diesem Opfer die Forderung des Gesetzes erfüllt worden ist.
Das war im Alten Testament lediglich ein Bild. Die Realität ist Jesus Christus, auf den die Sünden der Gläubigen gelegt worden sind. Er wurde geopfert und sein Blut wurde versprengt. Er ist der Sühneort, der zeigt, dass die Forderung des Gesetzes erfüllt worden ist. Die Gerechtigkeit Gottes ist erfüllt worden. Deswegen heißt es dir die ganze Zeit in diesen Versen: „zum Erweis der Gerechtigkeit“, „zum Erweis der Gerechtigkeit“, sodass Gott gerecht ist.
Und den rechtfertigt, der des Glaubens an Jesus Christus ist. Versteht ihr, liebe Geschwister? Wir haben vorhin gesehen: Gott kommt einfach in den Gerichtssaal und zerreißt die Anklageschrift. Nein! Gott cannot einfach in den Gerichtssaal und had den Schuldschein des Angeklagten zerrissen. Jesus hat diese Schuld vollkommen beglichen und danach, and dadurch hat Gott den von Christus bezahlten Schuldschein entfernt. Er hat nicht einfach so dem Verbrecher vergeben. Er hat die Schuld des Verbrechers in Christus bezahlt und hat ihn dadurch vergeben und für gerecht erklärt.
In Galater Kapitel 3, Vers 13 – wir haben vorhin gesehen, Galater Kapitel 3, Vers 10, wo es heißt: „Das Gesetz fordert Fluch.“ Galater Kapitel 3, Vers 13 sagt dann: „Christus hat uns losgekauft vom Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist.“ Denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.“ Das Gesetz forderte Fluch, Christus wurde für uns zum Fluch und trug diesen Fluch, der auf uns hätte kommen müssen.
Deswegen heißt es in Jesaja 53, 5 bis 6: „Doch er wird durchbohrt um unsere Vergehen willen, zerschlagen um unsere Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe. Wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg, aber der Herr ließ ihn treffen unser aller Schuld.“ Gott ließ ihn treffen unser aller Schuld wegen.
Christus war das Opfer, das an unserer Stelle von Gott gerichtet worden ist. Die Forderung des Gesetzes wurde erfüllt. „Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung der Sünden“, heißt es im Hebräerbrief. Blut wurde vergossen – aber nicht meines, sondern das des Sohnes Gottes. Das ist die Genugsamkeit der Sühnung.
Und ich habe gesagt, dieses Wort „Sühnung“ – ich wollte es euch noch einmal definieren, aber ich wollte es am Ende tun, doch weil wir durch diesen Text verstanden haben, was denn die Sühnung ist. Aaron, wenn du kurz auf die nächste Folie gehen kannst: In unserem Lehrbekenntnis haben wir das folgendermaßen definiert oder beschrieben, die Sündung. Nämlich: Wir lernen, dass der Herr Jesus Christus durch seinen vollkommenen Gehorsam und sein Opfer die Gerechtigkeit Gottes vollkommen befriedigt hat, den Zorn Gottes besänftigt hat, die Versöhnung erwirkt hat, und zwar für alle, die der Vater ihm gegeben hat.
Ich habe am Anfang gefragt: Was hat Gott mit so einen Vergehungen gemacht? Er verändert unsere Beziehungen, unsere Natur und alles, aber was geschieht mit den Vergehungen? Wie kann dieser heilige Gott mit uns eine lebendige Beziehung haben, die wir Sünder sind? Er hat mit unseren Vergehungen etwas gemacht. Er hat sich vergeben. Er hat uns diese Schuld erlassen. Er hat den Schuldschein ausgelöscht und völlig entfernt.
Aber er hat das nicht einfach so gemacht, denn sonst wäre er ungerecht. Sondern er hat das gemacht, indem er seinen eigenen Sohn auf diese Erde gesandt hat, der die Forderung des Gesetzes erfüllt hat – sowohl die Forderung des Gesetzes nach vollkommener Gerechtigkeit, denn Jesus hat ein vollkommenes Leben in Gehorsam geführt, als auch die Forderung des Gesetzes nach Strafe, nach Blutvergießen. Auch das hat Christus vollbracht, nämlich durch sein Opfer. Dadurch ist die Gerechtigkeit Gottes vollkommen befriedigt, der heilige Zorn Gottes besänftigt, Versöhnung erwirkt, und zwar für alle, die der Vater ihm gegeben hat.
Das ist die genug Sühnung Jesu Christi. Das ist es, wieso wir leere Philosophie und leere Menschenweisheit ablehnen. Denn was Christus an diesem Kreuz vollbracht hat, war genug, um mit unseren Vergehungen abzuschließen, um unsere Vergehungen zu entfernen. Oh, liebe Geschwister, lasst uns blicken auf diesen Süneort Gottes, das Kreuz Jesu Christi. Lasst uns darauf blicken und lasst uns darauf ruhen. Paulus sagt: „Hüte dich for philosophy and Menschenweisheit.“ Und liebe Geschwister, Christus, was er vollbracht hat, ist genug, um uns unsere Vergehungen zu vergeben und Gottes Zorn und Gerechtigkeit zu besänftigen.
Was Christus vollbracht hat, ist genug, um die Forderung des Gesetzes zu erfüllen und unsere Schuld so weit von uns zu entfernen, dass Gott nicht mehr daran denken wird; dass, wenn man unsere Schuld suchen würde, man sie nicht mehr finden würde. Kein Werk, das du vollbringen kannst, kein Engel, den du anbeten kannst, keine selbst auferlegten Gesetze, die du befolgst, können das bewerkstelligen. Nur dass der eine Synort, den Gott hingestellt hat, kann das bewerkstelligen. Christi Werk ist genugsam; seine Sühnung ist genugsam.
Im Zuge der Beschreibung des Werkes Christi sagt Paulus in Römer Kapitel 8, Vers 32: „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat, wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ Hier haben wir das Wort „schenken“ – dasselbe Wort, was für „vergeben“ verwendet wird. Mit ihm alle schenken. Er hat uns den Sohn gegeben und im Sohn die Sühnung geschenkt. Wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Alles schenken bedeutet nicht, dass du alles bekommst, was du willst. In diesem Zusammenhang geht es darum, dass Gott mit dir das gute Ziel erfüllen wird, nämlich deine Verherrlichung. Und Paulus argumentiert dieses Ziel deiner Verherrlichung, deines Gleichförmigwerdens mit Christus: Gott garantiert dir diese Erfüllung dieses Ziels, denn er hat dir schon seinen eigenen Sohn geschenkt. Er wird dir mit ihm auch alles schenken.
Liebe Geschwister, schauen wir auf diesen Sühnerort Jesu Christi. Ruhen wir in der Sühnung, die er vollbracht hat. Ruhen wir darin, dass mit unserer Sünde ein für alle Mal Christus abgeschlossen hat. Nicht dass wir nicht mehr sündigen, aber die Schuld ist bezahlt. Der Schuldschein ist ausgelöscht und aus der Mitte fortgeschafft. Wenn du zu kämpfen hast mit Zweifel, wenn du zu kämpfen hast damit, ob deine Schuld wirklich vor Gott beglichen ist, ob deine Sünden wirklich vergeben sind – alle Sünden wirklich vergeben sind – oh, dann schaue auf das, schaue auf den Sühnort. Schaue auf Jesus Christus.
Lass dir von niemandem und nichts einreden: „Tu das, und dann wirst du Sicherheit haben, dass alles Schuld beglichen ist. Du musst zum Priester gehen und Bekenntnis ableisten, dann weißt du, dass dir vergeben ist. Du musst für deine schlechte Tat eine gute Tat in Antwort tun, um die schlechte Tat auszuwirken und so Vergebung und Ausgleichung wiederherzustellen.“ Höre nicht auf diese weltliche Weisheit. Höre nicht auf diese falschen Systeme. Christus hat am Kreuz gesagt: „Es ist vollbracht.“ Und seine Synom hat es vollbracht. Deine Schuld ist bezahlt. Gottes Zorn ist zufriedengestellt. Und alle deine Vergehungen sind vergeben in Jesus Christus. Blicke auf den Süneort Gottes, das Kreuz Jesu Christi. Ruhe darin. Ermutige dich, indem du darauf schaust, und schaue darauf, damit du nicht gefangen weggeführt wirst von irgendeiner Form der Gesetzlichkeit oder weltlichen Weisheit. Niemand anderes kann deine Schuld tilgen als Jesus Christus, und er hat es am Kreuz getan.
Kommen wir zum letzten Punkt. Fünftens: die Genugkeit des Triumphes. Fünftens: die Genugsamkeit des Triumphes. Vers 15: „Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.“ Paulus ist immer noch nicht zu Ende damit, die Genugsamkeit des Werkes Christi zu beschreiben. Er ist immer noch nicht zu Ende. Er redet davon, wie genug Christus ist, aber Paulus hat nicht genug davon, von der Genugsamkeit Jesu Christi zu reden. Und er führt weiter fort; nicht nur ist die Sühnung durch Christus genugsam, sondern er sagt: „Blickt auf seinen Triumph und wie genugsam er ist.“ Er hat die Gewalten und Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. Gewalten und Mächte – diese Worte sind uns schon oft im Rahmen des Kolossabris begegnet. Sie beschreiben himmlische Autoritäten, Engel und Dämonen, meistens oft Dämonen im negativen Sinne.
Sie sind uns in Vers 10 schon begegnet, wo es Hai, wo es hieß: Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht. Auch in Kapitel 1, Vers 16 haben wir gesehen, dass alles in Christus geschaffen worden ist – seines Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte. Es geht also um himmlische Wesen, mächtige Wesen, Engel und Dämonen. Insbesondere auch Dämonen in diesem Zusammenhang, weil er diesejenigen entwaffnet hat.
Es heißt, er hat sie völlig entwaffnet. Das Wort ist „ausziehen“. Ja, als würde man Kleidung ausziehen, vollkommen ausziehen. Ja, es wird verwendet in Matthäus Kapitel 27, Vers 28, wo es heißt, dass die Soldaten Jesus ausgezogen haben, bevor sie ihm den scharlachroten Mantel umgeworfen und ihn verspottet haben. Wenn es also hier davon geht, dass Christus diese Gewalten und Möchte völlig ausgezogen hat, geht es darum, dass er alle Gewalt, alle Waffen von diesen himmlischen Mächten weggenommen hat. Er hat sie ihnen geraubt. Sie haben keine Gewalt mehr. Sie haben keine Macht mehr.
Wir haben es in den ersten Kapiteln immer wieder gesehen und auch in Vers 10 nochmal gesehen: Christus hat nicht nur mehr Macht als diese Mächte und Gewalten, als diese Engel und Dämonen – er hat alle Macht. Und er hat sie, ihnen ihrer Macht geraubt. Er hat sie entwaffnet. Er hat sie erobert und sie öffentlich zur Schau gestellt. Öffentlich zur Schau gestellt. Das ist nichts anderes als: Er hat sie öffentlich bloßgestellt. Er hat sie öffentlich gedemütigt.
Das Wort wird in Matthäus 1,19 verwendet, dass Josef Maria nicht öffentlich bloßstellen wollte, als er herausgefunden hat, dass sie schwanger ist, und gedachte, sie heimlich zu entlassen. Er wollte sie nicht öffentlich bloßstellen und sie der Öffentlichkeit und dem Volk bloßstellen und präsentieren als eine Ehebrecherin. Christus hat diese Mächte aber öffentlich bloßgestellt. Er hat sie gedemütigt.
Ja, das ist die biblische Sprache dafür, wie wenn wir heute sagen würden: Er hat mit ihnen den Boden gewischt. Er hat sie – im Sportcontext with im English oft davon geredet, dass ein Team „the other“ zerstört hat, yeah, or das a team in English said they „owned“ them – einfach gedemütigt hat, deklassiert hat. Ja, ein Beispiel, das ich glaube, Fußball an das, an das die Fußballnation Deutschland wahrscheinlich denkt, wenn es um öffentliche Demütigung und Bloßstellung geht: Dann denkt man an das Halbfinale von 2014, als Deutschland Brasilien 7 zu 1 geschlagen hat. In ihrem eigenen Land im WM-Halbfinale 7 zu 1 zu schlagen und dann auch noch währenddessen den Retorrekord zu brechen, den ein Brasilianer aufgestellt hatte – das wird immer noch heute als eine der größten Demütigungen in der Fußballgeschichte… da wird darüber gesprochen. Das ist die Idee vom Bloßstellen. Öffentlich bloßstellen. Jesus hat diese Mächte öffentlich bloßgestellt.
Worum geht es da? Hebräer Kapitel 2, 14 und 15 hilft uns, das zu verstehen. Aaron, du kannst gerne auf die nächste Folie. Hebräer Kapitel 2, 14 und 15: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil gehabt, um durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel; und um alle – und um alle – die zu befreien, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.“
Der, der die Macht des Todes hat, ist der Teufel. Wurde durch Jesus Christus – und zwar durch den Tod Jesu – wurde er zunichte gemacht. Den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat… Jesus Christus durch seinen Tod hat den Teufel und alle teuflischen Mächte zunichte gemacht. Er hat ihnen alle Gewalt genommen. Und er hat sie öffentlich bloßgestellt. Die Ironie ist, dass er das durch seinen Tod getan hat. Er hat an diesem Kreuz triumphiert über diese Mächte. Er hat uns, die wir im Reich der Finsternis waren, durch diesen Tod in sein Reich versetzt.
Wir, die wir unter der Knechtschaft der Furcht des Todes waren, unter der Macht der Finsternis und der teuflischen und dämonischen Mächte – er hat uns durch seinen Tod aus diesem Reich befreit und uns in sein Reich gebracht. Und es heißt weiter: „In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.“ Das Wort „Triumph halten“ darum – das Wort beschreibt die öffentliche Zuschaustellung des Sieges. Es beschreibt die Siegesparade der römischen Armee. Dafür wurde dieses Wort verwendet: die Siegesparade, die die römische Armee gehalten hat, wenn sie ein ausländisches Reich oder eine ausländische Armee besiegt haben.
In einem Lexikon heißt es folgendermaßen: „In der römischen Welt war ein Triumph – dieses Wort Triumph – ein staatlich organisierter Festzug zu Ehren eines Feldherrn, der einen ausländischen Feind besiegt hatte. Gefangene, Beute und Zeichen der unterworfenen Götter wurden durch die Straßen geführt, was in Opfergaben an die römischen Gottheiten gipfelte. Der Kaiser oder der siegreiche Feldher tritt an der Ehrenposition, während Weihrauchträger Räuchergefäße schwangen, die die Luft mit Duft erfüllten. Jeder Zuschauer sah darin den untrüglichen Beweis, dass Rom gesiegt hatte.“
Das war der Triumph; das war das, was dieses Wort beschreibt: den Triumph über sie gehalten, also den Siegeszug, die Siegesparade zu feiern. Ja, ganz vorne waren quasi die Besiegten und Eroberten, die Gefangengenommenen, die Beute. Und dahinter waren die Armeen und der römische Feldherr-Oderkehr-Kaiser, der diesen Sieg gefeiert hat. Das gab es ja nicht nur in Rom; auch im Bayerischen Reich wurde er – gerade hier auch in München – durch das Sieges Tor hindurch wurde die Siegesparade gefeiert. Und die Straße entlang wurde, ist die Armee gekommen, um den Sieg zu präsentieren und zu feiern mit dem ganzen Volk.
Das hat Jesus mit den Mächten der Hölle getan. Sie sind seine Gefangenen und seine Eroberten. Er führt sie vorne in dieser Parade entlang sozusagen. Und wir, wir sind hier nicht die Gefangenen oder Erbeuteten, sondern wir sind die, die am Triumph von Jesus Christus teilhaben. Wir sind die Armee, die teil hat am Sieg des Feldherrn. Und so hat Jesus triumphiert, und er hat diesen Triumph im Kreuz zur Schau gestellt, die Siegesparade gefeiert. Triumph über Teufel, Tod und Sünde.
So heißt es in 1. Korinther: „Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?“ Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Sein Sieg ist unser Sieg, liebe Geschwister. Er hat triumphiert und er hat diese Mächte bloßgestellt, und der Sieg ist so sicher, dass er quasi die Siegesparade gehalten hat. Den untrüglichen Beweis, dass er gesiegt hat – dieser ist bereits geschehen. Wir sehen also: Nicht nur in der Natur seiner Person ist Jesus über diese Mächte behaben. Er ist das, er ist bereits über sie erhaben als ewiger Sohn Gottes, sondern auch in seinem Werk hat er über diese Mächte triumphiert. Sein vollkommener Gehorsam, sein Opfer am Kreuz.
Liebe Schiffster, unsere Feinde sind besiegt. Die Mächte, die uns von Gott ferngehalten haben und fernhalten wollen, die Mächte, in deren Finsternis, finsterem Reich wir waren – sie sind besiegt durch Jesus Christus mit dem Triumph des Sohnes am Kreuz. Die Mächte, die auch hinter Religionen, Götzen, Philosophien stecken – sie haben keine Macht mehr über dich, denn Christus hat über sie triumphiert. Mit seinem Tod hat er diese Mächte entwaffnet und über sie triumphiert, liebe Geschwister.
Und dieser Triumph ist genugsam. Es geht wieder darum: Nichts das, was du tun kannst, und kein menschliches System kann diesem Triumph etwas hinzufügen. Nein, die ganze Idee ist, dass Jesus eigentlich über all diese Mächte triumphiert hat. Und auch all die dämonischen Mächte, die oft hinter falschen Religionen und Götzen und leeren Philosophien stecken – Jesus hat über sie alle triumphiert und hat dir und mir Anteil an diesem Sieg geschenkt. Und so dürfen wir ruhen in der Genugsamkeit des Triumphes des Sohnes.
Und wir kommen nun zum Schluss, und auch wirklich zum Schluss dieses ganzen Abschnittes, der uns jetzt einige Wochen lang beschäftigt hat: Die Genugsamkeit des Werkes Jesu Christi. Wieso lehnen wir Lehrerphilosophie ab? Ein Wort: Jesus Christus. Zwei Wörter: Jesus Christus. Die Genugsamkeit seiner Person und die Genugsamkeit seines Werkes. Wir haben die Genugsamkeit seiner Person gesehen, und wir haben uns die vergangenen Wochen mit der Genugsamkeit seines Werkes beschäftigt.
Die Genugkeit der geistlichen Beschneidung, der Veränderung unserer Natur. Die Genugsamkeit der geistlichen Taufe, Identifikation mit Jesus, dass wir der Herrschaft der Sünde gestorben sind und nun ein neues Leben haben mit unserem einem neuen Herrn. Die Genugsamkeit der geistlichen Auferweckung – von völliger Unfähigkeit und Entfremdung dem Leben Gottes zu einer lebendigen Beziehung mit Gott. Die Genugsamkeit der Sühnung: Alle unsere Sünden sind uns vergeben. Der Schuldschein ist entfernt und Gottes Zorn ist zufriedengestellt. The genuxamen seines Triumphes: Der absolute Sieg Jesu Christi am Kreuz über dämonische Mächte. The Triumph Jesu Christi, an dem wir Anteil haben. Die Siegesparade ist bereits stattgefunden. Keine Macht haben diese Feinde mehr über uns, so ist auch keine Furcht mehr notwendig.
Schaue auf den Triumph Christi. Was können wir daraus lernen? Erstens: Schaue auf den Triumph Christi und ruhe darin. Schaue auf den Sieg, den er errungen hat. Er hat für dich und mich den Triumph bereits errungen und die Siegesparade bereits gehalten. Du kannst diesem nichts hinzufügen. Du solltest nicht und du kannst auch nicht. So ruhe im Triumph Jesu Christi.
Auch heute werden diese menschlichen Systeme und auch diese finsteren, höllischen Mächte versuchen, dich von Christus gefangen wegzunehmen, dich zu verstricken in Selbstgerechtigkeit, in Selbstgeißelung oder auch in einer Form der Gesetzlosigkeit, wo es heißt: „Lebe wie du willst, denn Christus hat dir ja eh schon vergeben.“ Paulus aber sagt: „So wie du Christus Jesus den Herrn empfangen hast, so wandle in ihm.“ Wie hast du ihn empfangen? Du hast ihn als genugsamen Herrn empfangen. Genugsam in seiner Person und genugsam in seinem Werk. Du hast ihn empfangen als jemanden, der absolut triumphiert hat über die dämonischen Mächte, und so ruhe darin.
Und dann wandle entsprechend des Triumphs. Zweitens: Wandle entsprechend des Triumphes, den Christus errungen hat. Du musst nicht besiegt durch dein Leben gehen, denn Christus hat gesiegt. Er hat über Tod, Teufel und Sünde gesiegt. Wir müssen also nicht besiegt und niedergeschlagen durch unser Leben wandeln, denn Christus hat gesiegt und hat uns Anteil gegeben an seinem Sieg. Die Macht des Teufels, die Macht der Sünde herrscht nicht mehr über uns, sondern wir haben triumphiert in Christus Jesus. Wir dürfen einem neuen Herrn dienen und dementsprechend wandeln.
Wir brauchen uns nicht zu fürchten vor dämonischen Mächten, denn Christus hat über sie triumphiert. Er hat sie gedemütigt, öffentlich zur Schau gestellt und seine Siegesparade gehalten. Lasst uns dementsprechend wandeln, liebe Schwester. Wir müssen der Sünde nicht mehr dienen. Wir müssen nicht mehr diesen falschen Religionen, hinter denen diese Dämonen und finsteren Mächte stecken, folgen, sondern wir dürfen so wandeln, wie wir Christus empfangen haben: triumphierend über diese Mächte und triumphierend über Sünde und Tod und Teufel.
Ich habe am Anfang gesagt, wir haben bisher gesehen, wie unsere Beziehung verhindert worden ist, wie die – wie ähnlich wie bei einer Adoption vielleicht die Beziehung zu einem Kind bereits aufgebaut worden ist. Man fühlt sich fast schon wie, als wäre man der Vater oder die Mutter dieses Kindes. Aber es muss dieses Rechtliche, es muss das Öffentliche geklärt werden, damit es wirklich dein Kind wird. So haben wir gesehen, dass Gott mit unserer Natur verändert hat, unsere Beziehung zur Sünde verändert hat, unsere Beziehung zu ihm verändert hat.
Aber es musste etwas mit unserer Sünde geschehen, mit unserer Schuld geschehen, damit auch rechtlich und Gott in seiner Natur wahrlich mit uns Gemeinschaft haben kann, damit wir wirklich in Christus zur Verendung gebracht sein können. Es wusste etwas mit unseren Vergehungen geschehen. Und wir haben gesehen: Christus, in Christus und durch die Sühnung von Jesus Christus hat Gott uns unsere Sünden vergeben, den Schuldschein entfernt und Gottes Gerechtigkeit und die Forderung des Gesetzes erfüllt. Und er triumphiert über all diese Mächte.
Liebe Geschwister, wir haben uns wochenlang mit diesen Texten beschäftigt, aber am Ende des Tages kommt es zurück zu dem, was wir in Vers 6 und 8 gelesen haben: „Wie ihr nun den Christus Jesus empfangen habt, so wandelt in ihm.“ Und wir haben uns wochenlang nun damit beschäftigt, wie wir ihn empfangen haben – nämlich in Genugsamkeit. Selbstgerechtigkeit, falsche Religionen, selbst auferlegte Gesetze, weltliche Psychologie, Medikamente und falsche Religionen, sie können manchmal so verlockend erscheinen: „Tu dies und dann wirst du geistlich sein. Folge dem, dieser Weisheit und dann wirst du deine Sünden überwinden.“ Paulus sagt: „Christus ist genug. Und das, was er vollbracht hat, ist genug.“ Wir haben Christus als einen Herrn empfangen, der genugsam ist, sowohl in seiner Person als auch in seinem Wandel.
So lasst uns dementsprechend wandeln, indem wir uns hüten vor jeder Philosophie, die uns von Christus wegbringt, und indem wir entsprechend des genugsamen Werkes Christi wandeln: Nicht mehr Sklaven der Sünde, sondern Sklaven Christi. Nicht mehr tot in den Vergehungen, sondern lebendig mit Gott. Nicht mehr eine alte Natur, die Gott hasst, sondern eine neue Natur, die Gott und seine Gebote liebt. Lasst uns wandeln als solche, denen unsere Sünden vollkommen vergeben sind. Lasst uns als Wandeln, als solche, die Anteil haben am Triumph von Jesus Christus. Ihm möge alle Ehre zuteil werden. Amen.
Last one: Unser Vater im Himmel, wir sagen dir Danke dafür, wie genugsam dein Sohn ist, wie ausreichend er ist, uns mit der Genugsamkeit der Person und des Werkes Jesu Christi zu beschäftigen. Vater, es war so ein nährreicher Boden, an den wir uns sättigen durften, und ein Boden, der nie zu Ende gehen wird. Ich bete dich an, Vater, für deinen Sohn, dass du ihn uns geschenkt hast. Das, was du mit uns in ihm getan hast und vollbracht hast – es ist so großartig und so mysteriös in gewisser Weise, dass wir die Tiefen dieser Geheimnisse, wie unserer Identifikation mit Christus, der Sühnung und wie Christus unsere Schuld und unsere Strafe und unsere Hölle am Kreuz getragen hat, wie wir… dass wir das alles nie vollend und richtig begreifen können.
Aber Vater, wir staunen darüber. Wir staunen über das, was wir begreifen können. Vater, wir sehen, wie Paulus nicht davon genug bekommt, von der Genugsamkeit Christi zu reden. Und ich bitte dich, Vater, dass wir auch nicht genug von Christus bekommen. So schnell kann es passieren, dass unsere Herzen kalt darüber werden, über dieses Sühnewerk Christi nachzudenken, darüber nachzudenken, wie uns alle Vergehungen vergeben sind oder wie Christus triumphiert hat.
Ich bitte dich, Vater, wirke in unseren Herzen, sodass wir darüber staunen mögen, dass das unsere Herzen derartig erfüllen möge, dass wir für unseren Wandel eben nicht diese selbst auferlegten Gesetze und Philosophien brauchen, sondern für unseren Wandel unsere Einheit mit Christus genugsam ist. Dass unser Wandel fließen möge aus unserer Einheit mit Christus, diesem genugsamen Herrn. Vater, ich bitte dich darum, dass die Beschäftigung mit diesem Text uns nicht nach diesem Sonntag einfach verlassen möge, sondern dass sie uns und alle Geschwister hier begleiten möge in den kommenden Wochen und auch für den Rest unseres Lebens. Dass wir uns nähren und halten mögen, nah an Christus und an der Genugsamkeit seiner Person und seines Werkes.
Vater, ich bitte dich für diejenigen, die heute hier sind und nicht an Christus glauben, deren Schuldschein nicht zerrissen ist, die noch entfremdet sind deinem Leben.
O Vater, ich bitte dich, dass diese doch umkehren mögen, dass sie Buße tun mögen von aller Selbstgerechtigkeit, von aller falschen Religionen und Versuchen des Menschen, um Glückseligkeit oder Geistlichkeit zu finden, die Dinge zu finden, die nur du bieten kannst und die nur in Christus geschenkt werden können.
O Vater, ich bitte dich, erbarme dich ihrer. Ziehe sie zu deinem Sohn. Erneuere ihre Herzen. Und schenke ihnen die Buße. Vater, ich bitte dich für sie, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und dass sie an deinen Sohn und sein genugsames Werk glauben mögen. Ich bitte dich darum, im Namen deines Sohnes, Jesus Christus. Amen.