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Möge der Name des Herrn Jesus Christus verherrlicht werden. Schlagen wir auf: Kolosserbrief Kapitel 3 und lesen die Verse 1 bis 4. Kolosser Kapitel 3, 1 bis 4: „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zu Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.“
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, zur Heimat da oben sehnt sich unser Herz. Dort zieht es uns hin, weil wir hier auf dieser Erde lediglich Fremdlinge und Gäste sind. Wir mögen hier leben und wandeln, aber unser Bürgerrecht und unsere Heimat, wahrhafte Heimat, ist drüben, ist droben, wie es auch in diesen Versen heißt. Dort, wo Christus Jesus ist, sitten, sitzend zur Rechten Gottes. Dort ist unsere Heimat, weil er dort ist. Weil unser Herr und Heiland der, mit dem wir eins gemacht sind, mit dem wir so eng verbunden sind, dass wir mit ihm gestorben sind, mit ihm auferweckt worden sind, mit ihm in den himmlischen Ärtern sitzen. So eins sind wir mit ihm, dass er unser Leben ist. Und weil er dort ist, ist auch dort unsere Heimat. Wo er ist, ist unser Zuhause, ist unser Ziel, unsere Sehnsucht und auch unser ganzer Lebenssinn.
Ich danke dir, Vater, dass du uns diese Heimat geschenkt hast. Wir waren dieser nicht würdig, sondern waren Sünder und deine Feinde, die du hättest in die ewige Verdammnis senden können. Doch du hast dich erbarmt, denn deine Gnade ist so hoch, wie der Himmel ist. Du hast dich unserer erbarmt und hast diesen deinen Sohn an unserer Stelle sterben lassen. Unsere Schuld hat er auf sich genommen und unsere Strafe hat er bezahlt, sodass wir mit ihm eins sein dürfen, sodass wir dort, wo er ist, unsere Heimat nennen dürfen.
Ich flehe dich an, Vater, dass du diese Stunde segnest, die Verkündigung deines Wortes segnest zur Erbauung deiner Gemeinde, zur Verherrlichung deines Namens. Möge dieser Text uns daran erinnern und uns auch dazu anspornen, dass unsere Heimat und damit auch unsere Sehnsucht, unser Ziel und unser ganzes Bestreben die Welt da droben sein sollte, unser Herr Jesus Christus selbst sein sollte. Dass unser Wandel hier auf dieser Erde bestimmt wird von himmlischer Gesinnung und unserer Einheit und unserer Vereinigung mit Jesus Christus.
Segne uns, Vater, auch bei diesen warmen Temperaturen, schenke uns die Gnade, aufmerksam zu sein auf dein Wort. Dein Geist möge wirken, und dein Geist möge durch dein Wort wirken, sodass Müdigkeit, Trägheit, dass du sie doch hinwegnehmen mögst. Dass die Kraft deines Wortes auch hier während der Verkündigung wirken möge, sodass wir durch dein Wort geprägt, erfüllt werden. Ich bitte dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.
Setzt euch gerne. Wir setzen heute die Betrachtung dieses Abschnittes fort, den wir vergangene Woche begonnen haben: Kolosser Kapitel 3, 1 bis 4. Wir haben begonnen, diesen Abschnitt anzuschauen unter dem Titel „Himmlische Gesinnung für irdischen Wandel“. Heute kommen wir quasi zum zweiten Teil dieser Betrachtung.
Und bereits vergangene Woche haben wir mit diesem Prinzip eingeleitet, das uns sehr wohl bekannt ist gerade auch im Bereich der Informatik, des Software Engineering und auch in dem Bereich, wo ich arbeite, der numerischen Simulation: des Prinzips „Garbage in, Garbage out“ – Müll rein, Müll raus. Die Idee dieses Prinzipes ist: Selbst der beste Computer kann aus falschen oder schlechten Angaben keine guten Ausgaben erzeugen.
Und bereits letzte Woche haben wir auch gesagt, wir kennen das heutzutage im Alltag vielleicht auch sehr durch Tools wie ChatGPT, wo die Ausgabe, die uns so ein Modell liefert, sehr stark davon abhängt, wie gut die Eingabe ist. Ja, ich habe diese Woche noch einmal gegoogelt, und es gibt wirklich Jobpositionen, die Prompt Engineering heißen.
Deren Aufgabe, dieser so eines Berufes, ist es, die Eingaben für so ein Large Language Model oder für künstliche Intelligenzmodelle, dieser Eingaben zu optimieren. Diese Eingaben so zu optimieren – dieses Prompt, das, was man da reingibt, so zu optimieren –, sodass die bestmögliche Ausgabe vom Modell generiert wird. An diesem Prinzip erkennen wir, dass für richtigen Output, für richtige Ausgabe, der richtige Input, die richtige Eingabe von enormer Bedeutung ist.
Und wir haben gesagt, unser Verstand ist in gewisser Weise auch wie so ein Computer. Er braucht richtige Eingaben. Unsere Gedanken, unsere Gesinnung muss erfüllt sein mit den richtigen Gedanken, mit guten Gedanken, mit – wie wir gesehen haben – himmlischen Gedanken, damit unser Wandel, die Ausgabe am Ende, auch auf den Himmel ausgerichtet ist, auf Christus ausgerichtet ist.
Wir haben gesehen: Jonathan Edwards beschreibt den Prozess derartig, dass das, was unseren Freund hineinkommt, unsere Zuneigungen bestimmt. Also das, was wir lieben, das, was wir begehren, wird von dem bestimmt, was wir denken, was wir wissen. Wir können nicht das lieben und begehren, was wir nicht kennen. Unsere Zuneigungen sind es dann, die unseren Willen bestimmen. Wir wollen das, was wir begehren. Und unser Begehr, unser Wille ist das, was letztendlich dann unser Verhalten bestimmt. Wir werden das tun, was wir wollen. Das bedeutet also: Worauf wir unseren Verstand ausrichten, das wird letztendlich unseren Willen und unser Verhalten bestimmen.
Vergangene Woche habe ich bereits John Stott zitiert, der gesagt hat: „The battle for the Christian life is the battle for the Christian mind.“ Der Kampf des christlichen Lebens ist der Kampf um den christlichen Verstand. Es ist unheimlich wichtig, unseren Verstand, unser Denken und unser Herz – das Kontrollzentrum unseres Willens – auf die richtigen Dinge auszurichten, damit unser Wandel heilig und dementsprechend Gott wohlgefällig ist. Wenn wir unseren Verstand mit weltlichen Dingen, wenn wir unseren Verstand mit nichtigen Dingen, sündhaften Dingen füllen, dann wird unser Wandel auch dementsprechend sein.
Genau dieses Problem gab es in der Gemeinde in Kolosse. Dort hat sich eine Irrlehre eingeschlichen, die den Verstand infiziert hat und sich somit auch auf den Wandel der Kolosser zerstört – und somit auch auf den Wandel der Kolosser Konsequenzen hatte und zerstören wollte. Und vergangene Woche haben wir begonnen zu sehen, dass der gottesfürchtige Wandel mit unserem Verstand und unserem Herzen beginnt, der auf den Himmel und auf Christus ausgerichtet sein soll.
Wir haben gesehen, Paulus in diesem Kolossalbrief, in Kapitel 2, Vers 6, kam der Befehl: „Wie ihr nun den Christus Jesus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm.“ Der Wandel soll also dementsprechend, wie man Jesus Christus empfangen hat. Wir haben gesehen, danach beschreibt der Apostel Paulus in Kapitel 2, 9 bis 15, wie wir Jesus Christus empfangen haben. Zusammengefasst haben wir Jesus Christus in absoluter Genugsamkeit empfangen. Jesus in seiner Person ist genugsam, ausreichend, vollkommen. Und das Werk Jesu Christi ist genugsam.
Daraufhin haben wir in Kapitel 2 gesehen, dass Paulus uns warnt, wie wir nicht wandeln sollen. Wir sollen uns nicht jüdischer Gesetzlichkeit unterwerfen und immer noch diese zeremoniellen Schatten befolgen, ihnen unter uns unterwerfen, während die Substanz – der Körper dieser Dinge – bereits gekommen ist und diese Dinge in Erfüllung gebracht hat. Wir sollen auch nicht wandeln in scheinheiliger Demut, in Engelsanbetung, die versucht, demütig zu erscheinen, indem sie sagt: „Oh, ich bin nicht würdig, um mit Gott zu kommunizieren, ich bin nicht würdig, um in Gottes Gegenwart zu treten, deswegen brauche ich Engel. Ich muss Engel anbeten als Mittler zwischen mir und Gott.“ Ich brauche Visionen, weil das Wort Gottes und Jesus in seiner Genugsamkeit, die Beschäftigung mit Jesus, nicht genug ist. Um wahre Geistlichkeit zu erreichen, brauche ich Visionen.
Davor warnt uns Paulus und beschreibt diese Dinge als eigenwilligen Gottesdienst zur Befriedigung des Fleisches, auch wenn sie scheinbar geistlich wirken. Paulus sagt also: „Wandelt in Christus so, wie er ihn empfangen hat.“ Dann beschreibt er uns, wie wir Christus empfangen haben – in absoluter Genugkeit – und dann hat er uns beschrieben, wie wir nicht wandeln sollen, nämlich diesen Elementen der Welt unterworfen.
Und nun in Kapitel 3 – und wir werden sehen im restlichen Kapitel bis hin zu Kapitel 4 – wird er uns beschreiben, wie wir denn wandeln sollen. Wie sollen wir wandeln im Lichte dieses genugsamen Jesus? Wie sollen wir wandeln im Lichte des genugsamen Werkes Jesu Christi? Wir wissen, wie wir nicht wandeln sollen: in Gesetzlichkeit. Wie sollen wir nun wandeln?
Und Paulus – wir haben vergangene Woche gesehen – beginnt damit: Der christliche Wandel beginnt bei unserem Denken. Paulus fordert den Gläubigen auf, seinen Verstand auf den Himmel und auf Christus auszurichten, weil wir eins mit Christus sind, so wie es auch offenbar werden wird. Er gibt uns Befehle, wie wir wandeln sollen, wonach wir uns ausrichten sollen. Er gibt uns die Begründung für diese Befehle. Und er schenkt uns auch eine Ermutigung, die Motivation, wieso wir diese Befehle befolgen sollen.
Vergangene Woche haben wir uns mit den Befehlen beschäftigt, zusammengefasst unter dem Punkt: Strebe nach dem Obigen. Strebe nach dem, was oben ist. Paulus‘ Argumentationskette ist: Die zwingende Schlussfolgerung unserer Einheit mit Jesus Christus ist… Die zwingende Schlussfolgerung aus dem, dass wir mit ihm auferweckt worden sind – also ein neues Leben bekommen haben und das alte Leben vergangen ist? Die zwingende Schlussfolgerung ist, dass unser Leben von einem Streben nach dem Himmel gekennzeichnet sein soll. Ein ständiges und fortlaufendes Bestreben nach dem, was oben ist.
Und was ist oben? Beziehungsweise besser gefragt: Wer ist oben? Jesus Christus, sitzend zur Rechten Gottes. Paulus sagt uns also: Unser Denken, unser Begehren soll auf den Himmel ausgerichtet sein, auf die Ewigkeit ausgerichtet sein, auf Jesus Christus ausgerichtet sein, der in den Himmel ist. Wir haben uns das Zitat von Jonathan Edwards angeschaut – oder zumindest ein Zitat, das ihm zugeschrieben wird – wo er sagt: „Herr, stemple die Ewigkeit auf meine Augäpfel. Lass mich alles durch den Filter der Ewigkeit sehen. Lass mich alles betrachten durch den Filter des Himmels. Nicht auf diese Erde ausgerichtet, sondern eben auf den Himmel und auf Christus ausgerichtet.“
Der Befehl ist klar: Wir sollen unseren Fokus, unser Begehren, unser Denken auf Jesus Christus würden. Setzen. Wir sollen nach ihm trachten: seinem Willen, seinem Maßstab, seiner Gesinnung, seiner Herrlichkeit, seiner Schönheit, seiner Genugsamkeit, seiner Göttlichkeit, seiner Menschlichkeit. Das soll unser Denken ausmachen, das soll unsere Gesinnung ausmachen. Christus sitzt im Zurechten Gottes als Herrscher, als jemand, der würdig ist, Objekt unserer Sehnsucht und unserer Zuneigung zu sein. Dieser König, der es verdient hat, dass er unser Denken und unsere Liebe vollständig erobert und erfüllt.
Wir haben gesehen vergangene Woche: Nichts anderes ist würdig, unseren Verstand zu bestimmen. Nichts ist anderes hat es verdient, dass wir unsere ganze Gesinnung darauf ausrichten, als nur unser Herr Jesus Christus. Nicht diese Erde, nicht unsere Karriere, nicht unsere Kleidung, nicht unser Auto, nicht Wohlstand. Christus allein ist würdig, dass wir unser Leben, unser Verstand, unsere Gesündung und unser Begehren auf ihn ausrichten.
Und heute möchten wir daran anknüpfen und sehen – wir haben gesehen die Befehle vergangene Woche und heute möchten wir sehen die Begründung. Wieso sollen wir unser… uns auf Jesus Christus, auf den Himmel ausrichten? Und wir wollen die Ermutigung sehen, die Motivation dafür, wieso wir uns auf Christus ausrichten sollen. Lasst uns zu der Begründung kommen im Vers 3. Vers 3.
„Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“
Wir kommen zu zweitens. Erstens haben wir vergangene Woche gesehen: Strebe nach dem Obigen. Und es klingt vielleicht erstmal komisch, wenn ihr diesen Punkt hört, aber ich glaube, es wird deutlich, wenn wir uns diesen Vers anschauen: Wieso sollst du dich nach dem Himmel ausrichten? Weil du mit Jesus bereits dort bist.
Was meine ich damit? „Denn ihr seid gestorben.“ Wir sehen: „Denn“ leitet eine Begründung ein, wieso wir nach Droben suchen und nach dem Drobigen streben sollen. Weil ihr gestorben seid. Wir hatten vorher in Vers 1: „Wenn ihr mit Jesus Christus auferweckt worden seid“. Wir haben da bereits gesehen: Jemand, der auferweckt worden ist, ist vorher gestorben. Und hier haben wir das „gestorben“. Ihr seid gestorben. Wir sind gestorben. Das hatten wir bereits mehrfach im Kolosserbrief. Zum Beispiel in Kapitel 2, Vers 12 haben wir gesehen: Wir sind mit Jesus begraben worden; nur jemand, der stirbt. Und in Kapitel 2, Vers 20 hatten wir auch schon: „Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid.“
Die Elemente der Welt waren diese zimoniellen Gesetze, die menschengemachten Gebote, die sich diese Irrlehre auferlegt haben und den Kolossan auferlegen wollten, um wahre Geistlichkeit und ähm gewahre Geistlichkeit zu erreichen. Paulus sagt: Ihr seid gestorben, euer altes Leben ist vorbei. Das, was über euer altes Leben geherrscht hat, herrscht nun nicht mehr über euch. Ihr seid diesen Dingen gestorben. Sei es die Sünde, die über euch geherrscht hat – ihr seid der Herrschaft der Sünde gestorben. Sei es das Gesetz, das über euch geherrscht hat, euch versklavt hat – ihr seid dem Gesetz und der Gesetzlichkeit gestorben.
In Römer 6, Verse 6 und 11 sagt Paulus ja auch: „Da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sein soll, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.“ Der alte Mensch ist mitgekreuzigt. Letzte Woche haben wir gesehen, diese ganzen Mitaussagen – mitgestorben, mit begraben, mit lebendig gemacht –, die haben wir mitgekreuzigt. Wir sind mit Christus, in der Einheit mit Jesus, gekreuzigt worden. Und jemand, der gekreuzigt wird, überlebt nicht. Jemand, der gekreuzigt wird, stirbt. Der Tod des Gekreuzigten steht außer Frage. Damit der Leib der Sünde abgetan sein soll, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.
Die Sünde ist nicht mehr dein Herr und Meister. Du bist nicht mehr der Sünde-Sklave, sondern du bist gestorben. Du bist auch den Elementen dieser Welt gestorben, denen du dich nicht mehr unterwerfen musst. Diesen Gesetzlichkeiten, wo versuchen durch das Halten von Geboten sich vor Gott wohlgefällig darzustellen oder das Heil zu erreichen oder eine Geistlichkeit zu erreichen. Nein, du bist diesen Dingen gestorben, weil – und damit haben wir uns im Kapitel 2 beschäftigt – Christus ist so ausreichend. Christus ist so genug, dass du dich diesen Dingen nicht mehr unterwerfen musst. Wer er ist und was er vollbracht hat, reicht aus, um dich zu retten und dich zu halten.
Paulus sagt also: Richte deine Gesinnung auf den Himmel aus, wo Christus ist, weil du den Dingen dieser Erde gestorben bist. Du lebst nicht mehr für diese Erde. Du hast die Beziehung zu den Elementen dieser Welt verloren. Du bist gestorben dieser Welt. Dein Leben, dein neues Leben – wir haben ja in Vers 1 gehabt: „Du bist auferweckt worden“ –, dein neues Leben hat eine neue Heimat, hat ein neues Ziel und hat eine andere, einen anderen Ort. Und das ist nicht mehr diese Erde. Du hast ein neues Leben empfangen und du bist dieser Erde gestorben. Diese Erde hat für dich nicht mehr die Bedeutung, die sie vorher hatte. Sie ist nun nur noch Ort unserer Fremdlingschaft. Wir sind ihr gestorben und haben keine Beziehung zu der.
Paulus’ Begründung ist: Richtet euch auf den Himmel aus, weil ihr dieser Erde bereits gestorben seid. Wie könnt ihr euch noch auf das Irdische ausrichten, wenn ihr diesen irdischen Dingen tot seid? Es ist ähnlich, wie Paulus in Römer 6 sagt: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus. Paulus’ Argumentation ist: Ihr seid der Sünde noch gestorben – wie könnt ihr noch der Sünde leben nun? Genauso die Argumentation hier ist: Richtet euch auf den Himmel aus, denn ihr seid gestorben. Wie könnt ihr euch noch auf das Erde Jüdische ausrichten? Wie kann das euren Verstand und eure Sehnsucht und eure – euer Begehren füllen, wenn ihr diesen Dingen gestorben seid? Richtet euch auf den Himmel aus, denn dort gehört euer neues Leben hin, zu dem ihr auferweckt worden seid.
Und das ist nicht die einzige Begründung. Ihr seid diesen Ding – ihr seid gestorben und dann, und das ist dieser Satz – einfach nur wunderschön: „Und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“ Ihr seid gestorben, ihr seid dieser Erde gestorben. Richtet euch aus dem Himmel auf, weil ihr dieser Erde gestorben seid. Und jetzt kommt: Zudem ist euer Leben verborgen mit Christus in Gott. Dieses neue Leben – wir sind ja auferweckt worden, Vers 1 – dieses neue Leben, zu dem wir auferweckt worden ist, ist verborgen.
Das Wort „verborgen“ – naja, das Wort kommt uns heutzutage vielleicht bekannter vor – ist „Krypto“. Es beinhaltet die Idee sowohl des Geheimnisses (etwas zu verstecken oder geheim zu halten) als auch des Schutzes (etwas zu schützen, verborgen zu schützen). Zum Beispiel wird es in Hebräer 11, 23 verwendet, wie die Eltern von Mose ihn nach seiner Geburt drei Monate verborgen gehalten. Das war ja, um ihn geheim zu halten, um ihn zu verstecken, aber natürlich auch, um ihn vor den Ägyptern zu schützen, die ja alles Männliche umbringen wollten.
Das heißt, wenn es heißt, wir sind verborgen, was damit ausgesagt werden soll: Unser Leben ist nun – unser neues Leben, was wir haben, wir sind ja gestorben und auferweckt worden – dieses neue Leben ist nun an einem sicheren Ort. Es ist verborgen mit Christus in Gott. Wir haben schon wieder dieses „mit“, ja, wir haben es vergangene Woche erst gesehen: „mit Christus“. Wie oft das kommt! Das ist unsere, deine Einheit mit Christus. Du bist mit ihm verborgen. Das heißt, in der Einheit mit Jesus, dass dadurch, dass wir eins gemacht worden sind, eng identifiziert sind mit ihm, darin liegt unser Schutz und darin liegt unsere Geborgenheit in unserer Einheit mit Christus.
Und der Ort, wo sind wir verborgen mit Christus? Der Ort ist „in Gott“. Dieser sichere Ort ist Gott selbst. Wir sind verborgen, wir sind geschützt mit Christus. Er ist mit uns dort, sozusagen. Und wir sind verborgen in Gott. Der Ort, Gott selbst, ist die Festung unseres Schutzes und unserer Geborgenheit.
Und liebe Geschwister, in unserem Leseplan befinden wir uns immer sehr lange im Jahr in den Psalmen. Und wir haben oft auch über diese Psalmen geredet in persönlichen Gesprächen. Ihr kennt diese Psalmen. Auch in den letzten Wochen hatten wir zum Beispiel Psalm 91 – etwas länger her – aber wo es heißt, Psalm 91, 1 und 2: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, ich vertraue auf ihn.“ Wir lieben diese Verse, wir schätzen solche Verse und solche Verheißungen und diese Beziehung zu Gott, die wir haben dürfen, wie der Psalmist hier sie ausdrückt.
Aber kannst du diese Verse vielleicht in einem neuen Licht sehen, wenn du das mit diesem Satz in Kolosser vereinst, dass dein Leben mit Christus in Gott verborgen ist? Dass die Tatsache, dass er unsere Zuflucht, unsere Burg ist, bedeutet – hat nochmal eine viel tiefere Bedeutung, wenn du bedenkst, dass du mit Christus in Gott verborgen bist. Dass du so eins mit Christus bist, dass Gott – dass du mit Christus in Gott – er die Festung deiner Zuversicht geworden ist, deiner Zuflucht, seines Schutzes.
In Psalm 94, 22 heißt es: „Doch der Herr wurde mir zur Burg, mein Gott zum Fels meiner Zuflucht.“ Liebe Geschwister, wie viel schöner sind diese Verse im Lichte der Einheit mit Christus, die wir haben! Deiner Vereinigung mit Christus, dass du mit Christus in Gott diesen Schutz hast, diese Zuflucht hast. Du bist in Gott, du bist in dieser Festung, und du bist dort nicht alleine – du bist mit Christus. Gott selbst ist die Festung, und Christus ist mit dir dort. Das ist ein fast doppelter Schutz. Ja, die Burg selbst ist Gott, und du bist in ihm, und Christus selbst ist mit dir dort, wie derjenige, der dich verteidigt oder der dich schützt. Eine Art doppelter Schutz, eine doppelte Zuflucht.
Was sagt also Paulus? Was ist seine Argumentation hier? Richte dich auf den Himmel aus, denn du bist dieser Erde gestorben. Und weil dieser Christus – und weil dein neues Leben mit Christus in Gott Zuflucht und Schutz gefunden hat. Richte dich auf den Himmel aus, weil diese Erde keine Bedeutung mehr für dich hat, zumindest nicht mehr die Bedeutung, die sie früher hatte. Und richte dich auf den Himmel aus, weil dein neues Leben mit Christus in Gott seinen Schutz und seine Zuflucht gefunden hat.
Denn dieser Christus, mit dem unser Leben verborgen ist – wo ist denn Jesus? Und jetzt beginnt vielleicht dieser Stichpunkt Sinn für euch zu machen: Weil wir mit Jesus bereits dort sind. Wo ist denn Jesus, hat Paulus gerade gesagt? Sitzend zu richten Gottes droben. Wo ist dieser Jesus, mit dem wir in Gott verborgen sind? Er ist ja genau im Himmel. Christus ist droben. Droben, wo Christus ist, sitzen zu Rechten Gottes.
Was also Paulus sagt, ist: Dein Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Und wo ist dieser Christus? Er ist oben. Dein Leben ist also bereits – Paulus sagt, in gewissem Sinne bist du bereits mit Christus im Himmel. Deswegen sinne dich auf den Himmel, weil du bereits mit Christus dort bist. Weil du geborgen in Christus bist und er dort ist, er deine Burg und die Festung deiner Zuflucht ist. Weil er es ist, mit dem du verborgen bist, und er selbst ist dort im Himmel.
Epheser Kapitel 2, 6 und 7. Dort heißt es – Epheser Kapitel 2, 6 bis 7: „Er hat uns mit auferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweist in Christus Jesus.“
Liebe Geschwister, ist uns bewusst: In gewisser Weise sind wir bereits im Himmel. Denn in unserer Position, in unserer Stellung hat Gott uns mit auferweckt. Ihr seht wieder: „mit auferweckt“. Achtet mal im Neuen Testament auf all diese Mit-Worte, die unsere Einheit mit Christus beschreiben, neben dem Ganzen „in Christus“ natürlich: „mit auferweckt“ und „mit sitzen lassen“ in der Himmelswelt in Christus Jesus. In unserer Position sitzen wir bereits mit Jesus in der Himmelswelt. Es ist noch nicht offenbar, aber in unserer Position: Sind wir bereits mit Christus im Himmel?
Versteht ihr jetzt diesen Stichpunkt: Weil du mit Jesus bereits dort bist? Richte dich auf den Himmel aus, weil dort dein Leben ist. Gleich in Vers 4 wird Christus euer Leben genannt. Christus, dein Leben – er ist dort. Und in gewisser Weise bist du schon mit ihm dort. Was für ein schöner Gedanke, liebe Geschwister: Unser Leben ist bereits dort. Unser Herr ist bereits dort. In unserer Position sind wir bereits dort. Deswegen richte dich auch auf dort aus – auf den Himmel.
Ich habe diese Illustration gehört und fand sie auch ganz passend an dieser Stelle. Stellt euch vor, ihr lebt hier in München. Hier ist euer Leben, eure Familie, die Gemeinde, eure Kinder gehen hier zur Schule – euer Kind geht hier zur Schule –, eure Freunde sind hier. Und plötzlich kommt jemand, sagen wir der Familienvater oder sonst etwas, und sagt: „Ja, wir wollen umziehen. Nach Berlin, sagen wir zum Beispiel.“
Und du fragst dich: „Wieso denn plötzlich umziehen? Was ist denn los? Unsere Freunde sind hier, die Kinder gehen hier zur Schule, die Gemeinde ist hier, wieso? Unser ganzes Leben ist hier, wieso willst du nach Berlin?“ Genau das ist die Argumentation von Paulus hier, liebe Schwester. Du bist dieser Welt gestorben. Dein Leben ist verborgen mit Christus, der im Himmel ist. Alles, was in deinem Leben Priorität hat, alles, was dein Denken und deinen Verstand ausfüllen sollte und deinen Wandel bestimmen sollte, ist droben, ist im Himmel dort. Wie kannst du noch auf diese Erde ausgerichtet leben? Wie kannst du dich noch ausrichten auf das, was auf die Erde, was irdisch ist, wenn du diesen Dingen gestorben bist und dein Leben im Himmel ist?
Wie kannst du für Berlin leben, wenn all dein Leben doch in München ist? Wieso sollst du nach dem Obigen streben? Wieso sollst du deinen Verstand und dein Begehren füllen auf Christus, der im Himmel ist und im Himmel thont? Weil dein Leben bereits dort ist. Dein Leben, das verborgen ist mit Christus in Gott, es ist bereits dort. Alles, was in deinem Leben zählt, alles, was Wert hat für die Ewigkeit, darauf sollst du auch dein Leben ausrichten, deinen Verstand, deine Gesinnung.
Die Tatsache, dass du dort bist, dass du bereits dort bist, ist – geistlich gesehen – sie ist wahr, sie ist real, aber sie ist noch nicht offenbar. Und genau darum geht es in unserem dritten Punkt. Strebe nach dem Obigen, weil du mit Jesus bereits dort bist, das ist die Begründung. Und jetzt kommt die Motivation, die Ermutigung:
3. Weil deine herrliche Offenbarung mit Jesus bevorsteht.
Drittens: weil deine herrliche Offenbarung mit Jesus bevorsteht. Vers 4: „Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.“ Wenn der Christus, euer Leben… Gerade eben hatten wir die Begründung, wieso wir unser Leben und unseren Verstand auf das Himmlische ausrichten sollen: weil unser Leben bereits dort ist. Jetzt kommt die Ermutigung. Es ist eine Ermutigung, weil, liebe Geschwister, wir müssen verstehen: Ja, unser Leben ist bereits dort. In geistlichem Sinne, in unserer Position sind wir bereits dort, aber das ist noch nicht offenbar.
This Christmas, that we so verborgen in God with Christus. Es ist wahr, es ist eine reality, aber es ist noch nicht offenbar. Dass wir so zur himmlischen Welt gehören, ist wahr, aber es ist noch nicht offenbar, es ist noch nicht zu sehen. Und Paulus gibt uns hier die Ermutigung: Eines Tages wird es offenbar sein. Eines Tages wird es offenbar werden. Und er gibt uns das als Ermutigung, als Motivation. Wenn der Christus euer Leben… Wir haben also: „Wenn der Christus, euer Leben“, Fortsetzung.
Christus wird uns gewissermaßen hier definiert: „Christus, euer Leben.“ Liebe Schwester, das ist keine Aufforderung. Paulus sagt hier nicht: „Macht Christus zu eurem Leben“, sondern er macht hier eine Tatsachenaussage. Das ist eine Realität: Christus ist euer Leben. Wir sind so eins mit Christus, dass er unser Lebensinhalt ist.
In Galater Kapitel 2 heißt es, 19, der B-Teil von 19 und 20, Galater Kapitel 2, 19 bis 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleische lebe, so lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ Ich bin gekreuzigt. Wir haben vorhin gesagt: Denn ihr seid gestorben. Das alte Leben ist weg. Was ist mein neues Leben? Der ganze Inhalt meines neuen Lebens ist Christus.
Versteht ihr wiederum die Begründung von vorher? Euer Leben ist verborgen mit Christus dort. Richtet euch auf den Himmel aus, denn mein Jesus ist dort. Mein Leben ist dort. Philippa Kapitel 1, 21: Paulus sagt: „Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn.“ Das ist nicht nur ein netter Slogan, den wir mögen, dieser Vers in Philippa, den wir gerne immer wieder mal zitieren, um zu sehen, weil er so schön ist, weil er so schön zum Sagen ist.
Es ist eine Realität, dass Christus unser Leben ist. Paul Washer hatte mal in einer Predigt gesagt, dass nach einer Predigt jemand zu ihm gekommen ist und gesagt hat: „Paul Washer, Sie haben recht, alles was ich brauche, ist Christus.“ Paul Washer hat ihm entgegengegeben: „Junger Mann, alles was du hast, ist Christus.“ Alles, was ich brauche, ist Christus – das ist wahr. Alles, was du brauchst, ist Christus. Paul Rush hat es umgedreht und gesagt, was mag zerstimmen, aber: „Alles, was du hast, ist Christus.“ Er ist alles, was wir haben. Er ist unser Leben.
Außerhalb von Christus, lieber Gläubiger, lieber Bruder, liebe Schwester, hast du kein Leben. Wenn du dein Leben in irgendetwas anderes füllst als Christus, es ist nichtig. Wenn du dein Leben und deine Gedanken füllst mit Irdischen, dann verpasst du den Sinn deines Lebens. Dann verpasst du den Inhalt deines Lebens.
Und lieber Ungläubiger, auch an dich, der du heute hier sitzt und nicht an Christus glaubst: Außerhalb von Christus gibt es kein Leben. Du magst all deine Begehren und Begehren deines Herzens erfüllen. Du magst allem nachjagen: Geld, Wohlstand, Lust, Begierde. Das alles wird dir kein Leben schenken. Christus ist der Einzige, der wahres Leben schenken kann. Und wenn du Christus verpasst, verpasst du das Leben. So kehre um zu diesem Christus und lass ihn dein Leben werden, indem du Buße tust von deinen Sünden, von einem Leben, das auf diese Erde ausgerichtet ist, und kehre um zu einem Leben, zu Christus, und glaube an ihn.
Paulus sagt: „Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit.“ Das Wort „offenbart werden wird“ bedeutet, etwas öffentlich zu machen, etwas sichtbar zu machen, sichtbar zu erscheinen. Und es heißt: „Wenn der Christus, euer Leben, offenbart werden wird“ – also wenn Christus sichtbar wird, wenn Christus sichtbar erscheint. Das bedeutet, wir haben gesehen: Christus ist sitzend zur Rechten Gottes. Aber er wird dort nicht sitzen bleiben. Er wird wieder aufstehen von der Rechten Gottes und sich offenbaren, um die Seinen zu sammeln und um zu herrschen.
Und wenn er sichtbar werden wird, wenn er auf diese Erde zurückkehren wird, wenn er offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit. Dann werden auch wir sichtbar erscheinen. Dann werden wir auch öffentlich gemacht werden. Und wir haben wieder dieses „mit ihm“, schon wieder: „mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit“. Es wird dann also das öffentlich sichtbar werden, was in unserer Position bereits Realität ist. Versteht ihr, liebe Geschwister? Unsere Einheit mit Christus, unser Leben, das dort mit ihm verborgen ist – es ist wahr, aber es ist im Moment nicht sichtbar. Aber wenn Jesus Christus offenbar werden wird, wenn er zurückkommen wird, dann wird es offenbar werden.
Dann wird es öffentlich sichtbar werden. Das heißt dann: in Herrlichkeit. In Herrlichkeit, mit einem verherrlichten Auferstehungsleib. Frei von Sünde, nicht nur von der Macht der Sünde, sondern wirklich auch frei von dem Fleisch der Sünde, mit dem wir noch zu kämpfen haben. Und liebe Geschwister, das soll uns heute motivieren, nach dem Himmlischen zu streben. Paulus sagt: „Strebe heute nach dem Himmel, weil dein Leben in Position bereits dort ist.“ Und siehe es als Motivation, dass eines Tages offenbar werden wird in Herrlichkeit, was in Position bereits Realität ist, was geistlich bereits wahr ist.
In Römer Kapitel 8, 19 und 23 lesen wir: „Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.“ Die Schöpfung wartet auf diese Offenbarung. Auch wir warten und sehnen uns nach dieser Offenbarung. Und Paulus sagt: „Nehmt das als Motivation.“ Nimm diese Hoffnung auf die Zukunft, auf die Erlösung deines Leibes, auf die wartende Herrlichkeit.
Nehme sie heute als Motivation, nach dem Himmel zu streben. Eines Tages wird diese Ewigkeit, nach der du strebst, die Herrlichkeit, nach der du strebst, das Himmlische, nach der du strebst, nach dem du strebst, Christus selbst, nach dem du strebst, wird offenbar werden. Und dann wirst auch du mit ihm offenbar werden.
Der ganz ähnliche Gedanke ist es auch, den wir in 1. Johannes Kapitel 2 finden. In Versen 2 und 3 heißt es, 1. Johannes Kapitel 2, 2 und 3: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes. Und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie auch jener rein ist.“
Wir sind Kinder Gottes. Es ist noch nicht offenbar, was wir sein werden. Das ist im Moment noch nicht öffentlich sichtbar. Aber eines Tages, wenn wir ihn sehen werden, wie er ist, wird es offenbar werden. Dann wird es öffentlich sichtbar werden. Dann werden wir ihm gleich sein, frei von Sünde, verherrlicht.
Und Paulus sagt, jeder, der diese Hoffnung – diese Hoffnung also – jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, dass man ihn eines Tages sehen wird, wie er ist, dass eines Tages offenbar wird, was wir sind und was wir sein werden: Jeder, der diese Hoffnung heute hat, wird sich reinigen, wie auch jener reines. Und genau das sagt Paulus: Habe heute die Hoffnung, dass offenbar werden wird, wenn er wiederkommen wird. Und habe heute diese Hoffnung dafür und strebe heute nach dem Himmlischen, weil eines Tages offenbar werden wird, dass du mit ihm vereint bist und dass dein Leben bereits dort ist.
Liebe Geschwister, was kann uns diese Erde bieten, wenn wir so eine ewige Hoffnung haben? Wenn wir eine Hoffnung haben, die über diesen Himmel hinausgeht. Eine Berufung, eine himmlische Berufung wird sie in dem Hebräerbrief genannt. Wie können wir für diese Erde leben, wenn unsere Berufung doch himmlisch ist? Wenn unser Leben doch im Himmel ist? Und wenn unsere Hoffnung auf den ausgerichtet ist, der vom Himmel wiederkommen wird. Genau das ist es.
Wir haben uns letzte Woche in der Lesung Psalm 73 gehabt. Und wir haben gesehen, wie Asaf fast… seine Schritte geglitten wären. Wie er fast auf den Weg der Gottlosen gegangen wäre. Wann haben wir gesehen, ist Asafs Verstand wieder zurückgekehrt? Wie, wann ist seine Gesinnung korrigiert worden, haben wir letzte Woche gesehen? Als er in das Heiligtum ging und das Ende der Gottlosen bedachte, als er in die Gegenwart Gottes ging und seinen Verstand mit dem gefüllt hat, was Gott gesagt hat – nämlich über das Ende der Gottlosen.
Er sagte im Psalm 73, Vers 17: „Bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes, bedenken will ich dort ihr Ende.“ Er füllt seinen Verstand mit Gottes Wahrheiten, bedenkt das Ende der Gottlosen, die Güte Gottes, den Rat Gottes. Er hat gesagt, er war wie ein Tier, dumm und verstand nicht. Und was sind seine… was ist seine Schlussfolgerung, nachdem er in den Tempel hineingegangen ist? Womit endet Psalm 73, nachdem sein Verstand erfüllt worden ist mit den rechten Dingen?
Ab Vers 25, Psalm 73, ab Vers 25: „Wen habe ich im Himmel? Und außer dir habe ich an nichts gefallen auf der Erde. Mag auch mein Leib und mein Herz vergehen, meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig. Denn siehe, es werden umkommen die, die sich von dir fernhalten. Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue bricht. Ich aber, Gott zu nahen, ist mir gut. Ich habe meine Zuversicht auf den Herrn, Herrn, gesetzt, zu erzählen all deine Taten.“
Womit endet Asafs Erkenntnis, nachdem er in das Heiligtum ging? Vers 25: „Wen habe ich im Himmel? Und außer dir habe ich an nichts gefallen auf der Erde.“ Passt das nicht wunderbar zu dem, wenn Paulus hier sagt: „Christus, euer Leben“? Was haben wir im Leben außer Jesus? Wen habe ich im Himmel? Woran können wir gefallen haben auf dieser Erde, als an Gott selbst, als an unseren Herrn Jesus Christus selbst?
Liebe Geschwister, mag auch mein Leib und mein Herz vergehen, mag dieses Irdische vergehen, mag ich durch Trübsal und Leid und Verfolgung gehen: Meines Herzens Fells und mein Teil ist Gott auf ewig. Wir hatten in der Lesung im Neuen Testament gerade eben Matthäus 16. Petrus, dem Jesus sagt: „Du sinst auf das, was auf Menschen ist, nicht auf das, was Gott ist.“ Wieso? Petrus wollte unversehrt bleiben. Petrus wollte kein Leid. Jesus sagt aber: „Ich werde leiden, und jeder, der mir nachfolgt, wird leiden.“
Azaf sagt: „Mein Leib, mein Herz mögen vergehen, meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.“ Wenn Christus mein Leben ist, liebe Geschwister, mag alles vergehen auf dieser Erde hier: mein Wohlstand, mein Geld, meine Gesundheit, mein Wohlergehen, meine Gemütlichkeit. Möge alles vergehen, solange ich Christus habe, er mein Leben. Das ist eine auf Himmlisch ausgerichtete Gesinnung.
Er sieht, denn siehe: „Es werden umkommen, die sie, die sie vor dir fernhalten.“ Vorher hat er noch gesagt: „Für warum, sonst habe ich mein Herz reingelassen“, aber jetzt ist sein Verstand richtig ausgerichtet, sodass er sieht: Jeder, der sich fernhält von Gott, wird umkommen. Jeder, der die Treue zu Gott bricht, wird gerichtet werden. Ich aber, Vers 28: „Gott zu nahen ist mir gut. Ich habe meine Zuversicht auf den Herrn, Herrn gesetzt, zu erzählen all deine Taten.“ Meine Zuversicht ist der Herr, mein Leben ist der Her, meine Ausrichtung ist der Herr, mein Begehren ist der Herr. Das ist himmlische Gesinnung, liebe Geschwister.
Und so kommen wir zum Schluss heute, zur Betrachtung dieses Abschnittes. Wo beginnt der christliche Wandel, liebe Geschwister? Was, wenn du eines Tages dich in der Situation von Asaf wiederfindest? Du beneidest den Gottlosen. Du fragst dich, ob es sich lohnt, heilig zu wandeln. Du kämpfst gegen eine Sünde an, kommst aber nicht weiter und fragst dich: „Wieso falle ich immer wieder in dieselbe Falle? Was soll ich tun? Wie kann ich mich ändern?“ Du wirst frustriert.
Die Lösung ist nicht Gesetzlichkeit: „Halte den Sabbat. Unterwerfe dich dem Sabbat. Du musst den Sabbat halten, sonst wirst du es nicht schaffen. Du musst aufhören, Schweinefleisch zu essen, sonst wirst du es nicht schaffen.“ Die Lösungen sind auch nicht Engelsanbetungen oder Heilige: „Du musst zu Maria beten. Du musst diese Gebete beten, die es zum Beispiel in der katholischen Kirche gibt oder in der orthodoxen Kirche. Du musst die Pilgerfahrt machen, du musst dies machen, das machen, dann kommst du weiter.“
Die Lösung ist auch nicht Gesetzlosigkeit: „Leb einfach in deinen Sünden, ist nicht schlimm, Christus ist eh genug.“ Nein, wir sehen, wie viele Anweisungen und Gebote an uns noch kommen. Was ist die Lösung? Die Lösung beginnt bei deinem Verstand. Wenn du bei deinem Verstand nicht beginnst aufzuräumen, wenn du dein Denken nicht beginnst aufzuräumen, wird sich dein Wandel auch nicht ändern. Du magst vielleicht für kurze Zeit dir Gesetze auferlegen und Gebote auferlegen, und es klappt eine Weile gut, aber es wird keine langfristige Veränderung bringen.
Du musst bei deinem Verstand beginnen. Der christliche Wandel beginnt beim Verstand. Ich sage es nochmal: „The battle of the Christian life is the battle for the Christian mind.“ Der Kampf des christlichen Lebens ist der Kampf um den christlichen Verstand. Dein Wandel fließt aus deinem Verstand, fließt aus deinen Zuneigungen, aus deinem Willen. Und dein Verstand soll erfüllt sein mit dem Himmlischen. Dein Verstand – der Input, die Eingabe deines Verstandes – soll nicht Müll sein, sondern Himmlisches, Ewiges und Christus selbst.
Der christliche Wandel fließt aus der Einheit mit Jesus Christus. Er fließt aus und ist die notwendige und konsequente Schlussfolgerung daraus, dass du mit Christus eins gemacht worden bist; dass du mit ihm gestorben, mit ihm begraben, mit ihm aufverweckt worden bist; dass du mit ihm sitzt in den himmlischen Welten.
Wir sollen auf das Himmlische sinnen, weil unser Leben so mit Jesus vereint ist, dass wo er ist, unser Leben ist. Wir sind dieser Erde gestorben und unser Leben ist im Himmel. Denn Christus ist im Himmel und er ist unser Himmel. Er ist unser Leben. Und, liebe Geschwister, das mag alles heute noch nicht sichtbar sein. Diese Herrlichkeit, diese Geborgenheit in Christus, diese Einheit mit Christus, sie ist heute noch nicht offenbar. Aber sie wird es eines Tages werden, in Herrlichkeit, frei von Sünde. Und das möge uns doch heute bereits ermutigen, auf diese Ewigkeit ausgerichtet zu sein.
Nun, so bitte ich dich, liebe Geschwister, die Anwendung beginnt oder ist ähnlich zu dem, was wir vergangene Woche gesehen haben. Erstens: Prüfe dich. Prüfe dein Denken. Was erfüllt dich? Ich habe vergangene Woche dieses Beispiel benutzt: Wenn wir diese Woche in deinem Kopf, in deine Gedanken eine Kamera implantiert hätten oder ein Audiogerät und es aufnehmen könnte, was deinen Gedanken, was deine Gedanken erfüllt hat – was würden wir sehen und was würden wir hören? Sündhafte Gedanken, Begehr der Lust, Hochmut, Menschenfurcht? Oder auch Dinge – sind deine Dinge auch erfüllt mit Dingen, die an sich nicht böse sind, an sich nicht schlimm sind, aber die auch nicht deine Gedanken einnehmen sollten? Dein Aussehen, deine Gesundheit, deine Karriere, was andere Menschen über dich denken. Wie sehr füllt dich das? Wie sehr vereinnahmt es deine Gedanken?
Ich hoffe, es setzt sich durch. Das habe ich vergangene Woche begonnen, ihn das so zu nennen: den Robert Mary McShane-Test. Robert Mary McShane hat ja gesagt: „Für jeden Blick auf dich selbst wirf zehn Blicke auf Christus.“ Wie oft hast du dich im Spiegel angeschaut heute, bevor du hierher gekommen bist zum Beispiel? Und wie oft hast du im Vergleich deine Gedanken mit Christus erfüllt? Wie oft hast du darüber nachgedacht, was andere Menschen über dich denken? Und wie oft hast du darüber nachgedacht, was Christus von dir denkt und von deinem Verhalten? Oder auch deiner Identität in Christus. Wie oft hast du über dein Auto nachgedacht, über deine Karriere, über deine Finanzen, über deine Absicherung? Was hat dein Denken bestimmt? Prüfe dich, lieber Bruder und liebe Schwester: Was füllt deinen Verstand? Denn wenn du deinen Verstand mit Müll füllst, wird nur Müll herauskommen. Womit solltest du stattdessen deinen Verstand füllen?
Zweitens: Strebe nach den himmlischen Dingen, insbesondere lichte darin, dass dein Herr und dein Leben bereits dort ist. Wie strebe ich nach den himmlischen Dingen? Es sind bewusste Entscheidungen. Es soll dich fortlaufend ausmachen. Du musst dich täglich bewusst dazu entscheiden, dass du heute dich auf die himmlischen Dinge ausrichten möchtest. Es ist kein Gefühl – „Heute fühle ich mich geistlich und dann strebe ich nach den himmlischen Dingen“ – sondern es ist eine bewusste Entscheidung, dass du heute deinen Verstand mit den himmlischen Dingen, mit den Dingen, die Christus betreffen, erfüllen möchtest.
Wie tust du das? Du tust es, indem du das Wort Gottes liest, deine Gedanken mit dem Wort Gottes füllst. Du tust es, indem du über das Wort Gottes nachsinnst, es auswendig lernst, darüber betest, indem du betest. Psalm 119, 11: „In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.“ Fülle dein Herz, beginne. So gut es geht, beginne deinen Tag mit dem Wort Gottes. Fülle dich damit. Beginne deinen Tag mit Gebet. Denn das wird bestimmen, womit du deinen Tag ausrichtest. Ich kann euch nur empfehlen, es morgens zu tun. Natürlich, es ist kein Gebot. Aber ich empfehle es euch. Weil du willst doch deinen Tag ausrichten auf den Himmel, oder? Den Rest des Tages: Lies das Wort Gottes, sinne darüber nach. Lerne es auswendig, studiere es, beschäftige dich damit. So strebst du nach dem Himmlischen, so strebst du nach Christus. Es gibt dieses christliche Hip-Hop-Lied, wo es heißt: „Das Wort ist das Porträt deines Sohnes und der Herrlichkeit deines Sohnes.“
Das Wort ist das Porträt des Angesichts Christi. Du willst Christus sehen, du willst deine Gedanken mit ihm füllen – dieses Buch hier in deinen Händen, es ist das Porträt Jesu Christi. Das Wort: Dort wirst du Jesus sehen.
Du strebst nach den himmlischen Dingen, indem du zur Gemeinde kommst. Dort, wo wir verharren gemeinsam in der Lehre der Apostel, im Gebet, im Brechen des Brotes und in der Gemeinschaft. Das Brotbrechen, wo wir den Tod Christi Jesu verkündigen und uns ausrichten auf den Himmel und auf ihn. Wir sagen das nicht zum Spaß beim Herrn mal, wenn wir sagen, es erinnert uns daran, dass Jesus Christus wiederkommen wird. Es erinnert uns, weil Jesus Christus gesagt hat: „Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstockes trinken, bis ich es tun werde in meinem Reich.“
Das bedeutet: Jedes Mal, wenn wir das Herrn mal feiern, sind wir eine Woche näher dran an dem Tag der Offenbarung. An den Tag, wo offenbar werden wird, wo Jesus offenbar werden wird und wir auch mit ihm in der Herrlichkeit offenbar werden werden. Das Herrn, es erinnert uns an das Vergangene, was geschehen ist, an das Kreuz, aber es erinnert uns auch an die Zukunft, die noch bevorsteht, und kann dir heute Ermutigung schenken, sich auf das Himmlische auszurichten. Es ist so eine gute, schöne Gelegenheit, dieser Gottesdienst und auch das Herrnmal selbst, dich nochmal neu auszurichten, dich zu erinnern, worauf es im Leben ankommt. Dieses Brot, dieser Kelch, diese Symbole – sie stehen für das, was dein Leben ausmachen sollte und wonach du dich ausrichten solltest.
In der Gemeinde, in der Versammlung der Heiligen ist, dass es gescheht es, wo wir uns gegenseitig dienen, uns erbauen, um gemeinsam zu Christus, zur Fülle Christi zu wachsen. So strebst du nach den himmlischen Dingen. Denn die Gemeinde, sie ist das, was dem Himmel auf Erden am nächsten kommt. Du willst dich nach dem Himmel ausrichten? Diese Versammlung der Heiligen kommt dem am nächsten, was im Himmel ist. Strebe also nach den himmlischen Dingen, fülle dich damit.
Und drittens, und ich habe es vorhin schon begonnen anzusprechen, an diejenigen, die nicht an Christus glauben: Verschwendet euer Leben nicht für diese Erde. Alles, was auf dieser Erde ist und alles, was diese Welt ausmacht, ist die Begierde des Fleisches, die Begierde des Auges und die Hochmut des Lebens. Du kannst es probieren, dein Leben zu füllen mit allem, was dein Herz begehrt. Das haben viele Menschen vor dir schon getan, zum Beispiel auch der König Salomo. Nichts wird dich erfüllen. Nichts wird deinen Durst stillen, als nur Jesus Christus allein. Du wurdest geschaffen, um ihn anzubeten. Du wurdest geschaffen, dich mit ihm zu füllen und ihn zum Zentrum deines Lebens zu machen. Und solange du das nicht tust, bist du verloren.
Du wandelst auf deinen eigenen Wegen und wirst verdammt werden, wenn du nicht zu ihm zurumkehrst. Und so rufe ich dich auf: Tue Buße. Kehre um zu Jesus Christus. Verlasse deine eigenen Wege. Verlasse die Wege der Sünde und einem Leben, das nach deinem eigenen Willen bestimmt ist. Und glaube an Jesus Christus. Er starb am Kreuz an Stelle von Sündern, nahm die Schuld von Sündern auf ihn selbst, sodass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung seiner Sünden empfängt und ewiges Leben haben darf. Jeder, der an Christus glaubt, er zu ihm, dessen Lebensinhalt ist Jesus selbst, und dein Leben wird sich neu ausrichten auf die Ewigkeit und auf das, worauf es zählt. Möge ihm alle Ehre zuteil werden. Amen.
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, wir haben gesungen: „Die Heimat da droben, dort zieht es uns hin.“ Wir haben gesungen: „Nicht stillt hier mein Sehnen, mein Herz bleibt leer. Dort ewig zu wohnen ist, was ich begehr.“ O Vater, wie bei so vielen Liedern, lass diese Lieder und lass diese Worte nicht leere Lippenbekenntnisse sein, sondern lass sie wahrhaftig unser Leben charakterisieren. So schön diese himmlischen Höhen sein werden, die wir sehen werden – das Höchste und Schönste und das Beste.
Was die Heimat da droben ausmacht, ist, dass wir dort unseren Heilern, dich, Herr Jesus Christus, mit unseren eigenen Augen sehen werden. Ich bitte dich, Herr Jesus, möge diese Hoffnung uns heute ermutigen, bereits auf dieser Welt hin zu leben. Ich bitte dich, Herr Jesus Christus, du bist so groß und so würdig. Deine Liebe ist so tief, so unermesslich groß. Deine Person ist erhaben und dein Werk ist genug. Du allein, großer König, bist es würdig, unser Denken und unser Begehren voll und ganz zu erobern.
Alles, was unser Herz sonst übernimmt, ist nichtig, ist es nicht wert – selbst an sich. Dinge, die an sich nicht böse sind: unsere Familie, unser Wohlergehen, unsere Arbeit und solche Dinge. Ja, wir sollen uns um diese Dinge kümmern, aber sie sollen unseren Verstand nicht einnehmen. Wir sollen nicht auf diese Dinge ausgerichtet sein, sondern wir sollen auf den Himmel ausgerichtet sein. Und ich bitte dich darum, Herr Jesus, richte uns auf den Himmel aus. So schnell und so leicht lassen wir uns ablenken und auf diese Erde unseren Blick wenden, wobei wir doch singen: „Vater, nicht stillt hier mein Sehnen, mein Herz bleibt leer.“ Vater, ich bitte dich darum, bewahre uns davor, mit diesen leeren und nichtigen Dingen zu füllen und immer und immer wieder dieselbe Enttäuschung zu erleben. Ich bitte dich darum, Vater, richte du unsere Herzen aus auf das, was zählt: auf den Himmel und auf deinen Sohn.
Ich flehe dich an, Vater, lass unseren Wandel beginnen mit unserem Verstand, unserem Begehren und unserem Willen. Und lass diese Dinge ausgerichtet sein auf Jesus Christus. Ich bitte dich, Vater, für all diejenigen, die hier sind und dich, deinen Sohn nicht kennen: Schenke ihnen neues Leben. Lass sie von Neuem geboren sein und schenke ihnen den Glauben, den rettenden Glauben an Jesus Christus. Lass ihr Leben nicht verschwendet auf diese Erde gerichtet sein und der Verdammnis und der Hölle entgegengehen, sondern rette sie. Ziehe sie aus diesem Feuer heraus und auf dem Weg zu dieser Verdammnis heraus und bringe sie zu Jesus Christus. Ziehe sie zu deinem Sohn, Vater, ich bitte dich darum.
O Vater, ich bitte dich darum, dass wir zu selbst in Momenten der Schwachheit, der Anfechtung, der Verzweiflung, des Kampfes doch denselben Wandel und dieselbe Umkehr tun, wie Asaf es im Psalm getan hat. Dass am Ende des Tages wir mit ihm sagen dürfen: „Wen haben wir im Himmel? Und auf der Erde haben wir an keinem Gefallen, außer dir, Herr.“ Dass wir bereit sind, wie es dein Herr Jesus, wie es dein Sohn verlangt, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz auf uns zu nehmen, unser Leben auf dieser Erde hier zu verlieren, weil wir so auf die Ewigkeit und auf den Himmel ausgerichtet sind.
Schenke uns diese Gesinnung, Vater, die notwendig ist, um ein Jünger Jesu zu sein, um auf unser Leben – um bereit zu sein, auf unser irdisches Leben, Wohlergehen und Bequemlichkeit zu verzichten, um Opfer zu bringen, um so zu leben, wie wir es auch in den restlichen Kapiteln und Versen vom Kolosser jetzt sehen werden. Hilf uns, bei unserem Verstand zu beginnen. Fülle unseren Verstand. Gib uns die Disziplin und die Hingabe und die Liebe zu uns, deinem Sohn, dass wir uns füllen mit deinem Wort und füllen mit der Erkenntnis seiner selbst. Ich bitte dich, Vater, richte uns auf auf Christus. Du bist unser Fels, unser Schutz, unsere Festung. Du bist unser Anteil. Lass uns unsere Zuversicht und unser Vertrauen, unseren Verstand auf dich setzen, unseren Fokus auf dich setzen, sodass unser Wandel auch dir wohlgefällig ist. Ich bitte dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.