Paulus Diener des Leibes Christi. Die Berufung des Dieners. Teil 2
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Möge dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, möge ihm alle Ehre zuteil werden. Schlagen wir auf Kolosser, Kapitel 1, und lasst uns lesen die Verse 24 bis 29. Kolossa-Brief, Kapitel eins, die Verse vierundzwanzig bis neunundzwanzig.
Jetzt freue ich mich in den Leiden vor euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch aussteht von den Bedrängnissen des Christus für seinen Leib – das ist die Gemeinde. Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden; das Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist. Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei. Und das ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen. Worum ich mich auch bemühe und kämpfend ringe, gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt, in Kraft.
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, du bist unser Hirte, und weil du unser Hirte bist, haben wir keinen Mangel. Du führst uns auf grüne Auen und du führst uns zu stellen Wassern. Du bist es, der unsere Seele erquickt. Du bist es, der uns Huld und Güte schenkt und uns auf ewiglich wohnen lässt in deinem Hause. Vater, wir danken dir dafür, dass wir uns deine Schafe nennen dürfen. Wir danken dir, dass du der gute Hirte bist, dein Sohn der gute Hirte bist – ist, der sein Leben für die Schafe gegeben hat. Wir beten dich dafür an, dass du uns bewahrst, uns behütest, uns führst und leitest, wie ein Hirte seine Schafe führt und leitet. Sogar im Tal des Todes und des Todesschattens brauchen wir keine Furcht haben, denn du bist bei uns. Dein Stecken und dein Stab, sie trösten uns und sie leiten uns durch das Tal.
Wir beten dich dafür an, dass du uns versöhnt hast durch deinen Sohn mit dir. Einst waren wir deine Feinde, entfremdet und dem Leben Gott, vom Leben Gottes abgeschnitten. Gerade als Nationen und als Heiden waren wir fern von dem Bund, fern von den Verheißungen. Doch hast du dich unserer erbahnt, hast die Trennwand zerrissen durch das Kreuz deines Sohnes und hast uns nahegebracht. In die Gemeinde, in den Leib deines Sohnes hast du uns gebracht, und dafür danken wir dir und dafür beten wir dich an.
Guter Vater, wir bitten dich für diese Stunde, dass du sie segnest. Dass wir doch lernen mögen von ihm und von dem Dienst, den du ihm gegeben hast und zu dem du ihn berufen hast; dass wir doch herausgefordert werden mögen, ihn nachzuahmen mit den Gaben und mit den Ressourcen, die du uns geschenkt hast, sodass wir gute und treue Verwalter der Dinge sind, der Verantwortung sind, die du uns geschenkt hast in der Gemeinde. Segne diese Stunde und rede und sprich durch dein Wort in das Herz der Gläubigen und in das Herz der Zuhörer, sodass die Gemeinde erbaut wird und dein Name verherrlicht wird. Im Namen Jesu Christi. Amen. Amen.
Setzt euch gerne. Vergangene Woche haben wir begonnen, uns mit diesem Abschnitt aus dem Colossa-Brief zu beschäftigen. Und wir haben diesen Abschnitt bzw. diese Predigten über diesen Abschnitt allgemein betitelt mit: „Paulus, Diener des Leibes Christi“. Denn wir haben angefangen zu sehen, dass Paulus hier das Profil eines Dieners beschreibt – eines Dieners der Gemeinde, eines Dieners des Leibes Christi. Wir haben gesehen, dass Paulus seinen Dienst beschreibt für die Gemeinde und dass wir an der Beschreibung seines Dienstes lernen können, was es bedeutet, ein Diener der Gemeinde zu sein. Er hat diese Gemeinde in Kolosse, diese Gläubigen persönlich noch nicht gesehen. Die Gemeinde, wie wir es uns im Rahmen der Predigten bisher schon angesehen haben, wurde wahrscheinlich von Epaphras gegründet, der von Paulus belehrt worden ist.
Und nun ist Epaphras bei Paulus in Rom und berichtet darüber – unter anderem darüber, dass sich eine gefährliche Irrlehre einzuschleichen scheint in die Gemeinde in Kolosse; beziehungsweise sie schleicht sich ein, eine Mischung aus heidnischer Philosophie und jüdischer Gesetzlichkeit. Es geht darum, eine höhere geistliche Stufe oder eine höhere Erkenntnis zu erreichen durch Visionen und durch Anbetung von Engeln, durch die Haltung der jüdischen zeremoniellen Gesetze. Die – und diese Irrlehre greift am Ende des Tages, wie wir es gesehen haben – die Genugsamkeit Jesu Christi an. Im Grunde genommen sagt sie: „Jesus ist nicht genug für Heil und Heiligung, für Leben und Gottseligkeit.“ Man muss neben Christus oder über Christus hinaus eben die zeremoniellen Gesetze erhalten. Man muss Engel anbeten. Man muss diese höhere Stufe der Geistlichkeit erreichen, eine mystische Stufe der Geistlichkeit.
Und Paulussiert und adressiert diese Irrlehre in diesem Brief an die Kolosser, warnt sie davor und belehrt sie über die Erhabenheit und die Genugsamkeit von Jesus Christus. Nachdem er das in Kapitel 1, insbesondere in den Versen 15 bis 23, gemacht hat – wo er ihnen die Erhabenheit Jesu präsentiert hat, die Erhabenheit als ewiger Sohn, die Erhabenheit als Mensch und die Errungenschaften, die er als Mensch gemacht hat; die Versöhnung, die er geschaffen hat, sowohl die, die er geschaffen hat durch das Kreuz, die realisiert werden wird in der Zukunft (die Wiederherstellung der verfluchten Schöpfung), als auch die Versöhnung des verfeindeten Sünders mit Gott durch den Leib seines Fleisches, durch den Tod – Paulus zeigt ihnen das Evangelium und Jesus Christus in diesem Evangelium, und dann leitet er ein über zu der Tatsache, dass er ein Diener dieses Evangeliums geworden ist.
Und nun beschreibt er diesen Kolossan, die ihn selbst noch nicht gesehen haben, die Paulus natürlich von der Ferne kennen, von ihm sicherlich gehört haben, auch gerade von Epaphras. Beschreibt er diesen Kolossan seinen Dienst für sie, die Gemeinde. Und im Rahmen dieses Textabschnitts werden wir uns die verschiedenen Merkmale seines Dienstes eben anschauen und von ihnen lernen.
Vergangene Woche haben wir gesehen, dass er den Kolossan verdeutet, dass er sich in den Leiden, die er im Rahmen seines Dienstes für sie erfährt, freut. Er hat Freude in den Leiden für die Gemeinde. Er ist gerade gefangen in Rom wegen seines Dienstes für die Gemeinde. Sein ganzer Dienst war geprägt von Folter, von Schlägen, von Verfolgung wegen seines Dienstes für die Gemeinde. Aber er freut sich in diesem Leiden. Er ist nicht nur willig für die Gemeinde und für den Dienst der Gemeinde zu leiden, er freut sich darüber.
Denn diese Leiden demonstrieren – unter anderem auch in der physischen Abwesenheit des Herrn Jesus, der ja in den Himmel aufgefahren ist – seine Leiden. Die Leiden des Apostels demonstrieren der Gemeinde und den Gläubigen die Liebe und Hingabe des Herrn Jesus als Repräsentation. Die Leiden des Paulus sind ein stellvertretendes Symbol, ein stellvertretender Hinweis auf die Leiden des Herrn Jesus Christus. Denn Jesus identifiziert sich mit dem Leid seiner Diener, sodass ihr Leiden sein Leiden ist. Wenn die Gemeinde leidet, wenn die Gemeinde verfolgt wird… Jesus identifiziert sich so eng mit der Gemeinde, so eng mit den Dienern der Gemeinde, dass wenn sie leiden, es so ist, als würde er leiden. Und Jesus – der, weil er nicht mehr anwesend ist auf dieser Erde, weil wir sein Leid nicht mehr vor unseren Augen sehen können – repräsentieren das Leid der Diener der Gemeinde das Leid Jesu für die Gemeinde und somit die Liebe, die aufopferungsvolle Liebe des Herrn Jesus für die Gemeinde.
Wir haben also vergangene Woche… der Punkt, den wir vergangene Woche angeschaut haben, das war: Paulus, Diener des Leibes Christi, Teil 1. Der Punkt der vergangenen Woche war: das fröhliche Leiden des Dieners. Das fröhliche Leiden des Dieners. Heute möchten wir uns ein weiteres Merkmal anschauen.
Und wiederum geht es darum, dass diese Merkmal eines Dieners der Gemeinde Christian uns herausfordern sollen, dem Paulus und seinem Profil als Diener der Gemeinde nachzuahmen. Und heute möchten wir uns mit dem zweiten Merkmal beschäftigen: die Berufung des Dieners. Die Berufung des Dieners. Über diesen ganzen Abschnitt ist quasi der Titel „Paulus, Diener des Leibes Christi“. Vergangene Woche war Teil 1 davon: „Das fröhliche Leiden des Dieners“. Heute ist Teil 2 davon: „Die Berufung des Dieners“. Die Berufung des Dieners.
Und wir möchten uns vier Aspekte dieser Berufung anschauen: erstens der Ursprung der Berufung, der Ursprung der Berufung; die Art der Berufung; die Begünstigten der — zweitens: die Art der Berufung; drittens: die Begünstigten der Berufung, die Begünstigten der Berufung; und viertens: der Zweck der Berufung. Keine Sorge, ich werde diese Punkte auch wieder wiederholen, wenn sie dann vorkommen. Viertens, der Zweck der Berufung. Und zu den ersten drei Aspekten der Berufung, also Ursprung, Art und Begünstigten: Die kommen nicht so chronologisch und getrennt voneinander vor, sondern sie wiederholen sich teilweise in unserer Betrachtung des Textes. Also diese sind nicht so strikt voneinander zu trennen oder nicht, dass sie nur so chronologisch vorkommen. Nur ein Hinweis bezüglich dieser Punkte und für diejenigen, die Notizen machen.
Lasst uns also im Vers 25 beginnen und eben unter dem Titel „Die Berufung des Dieners“ heute diesen Text anschauen. Vers 25: „Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden.“ „Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes“, sagt Paulus. Wessen Diener? Wer ist das „ihr“ in diesem Satz? Es ist die Gemeinde, die in Vers 24 beschrieben, mit der Vers 24 endet. „Ihr Diener bin ich geworden“ — wessen Diener? Diener der Gemeinde ist er geworden. Genauer gesagt: für seinen Leib, das ist die Gemeinde. Ja, wenn wir so die Beschreibung von Vers 24 mitnehmen.
Paulus sagt also: „Ich bin Diener der Gemeinde.“ Er identifiziert sich als Diener der Gemeinde des Leibes Christian. Christi. Paulus ist also nicht Diener — er dient sich nicht selbst, er dient auch nicht dieser Welt — er ist Diener der Gemeinde. Das ist seine Berufung. Und hier kommen wir, und deswegen sage ich, diese Punkte kommen nicht chronologisch, weil wir sehen hier bereits die Art der Berufung. Das war das zweite: die Art der Berufung. Seine Berufung ist also, ein Diener der Gemeinde zu sein, der Gemeinde zu dienen.
Das Wort „Diener“, das hier verwendet wird, ist das Wort „Diakonos“, das uns in dem Sinne bekannt ist, dass es oft in der Bibel vorkommt, um allgemein praktisches Dienen zu beschreiben. Die wohl bekannteste Art des Dienens, die wir mit diesem Wort „Diakonos“ in Verbindung bringen, ist das Bedienen von den Tischen aus Apostelgeschichte Kapitel 6. Wenn ihr euch erinnert, in der frühen Gemeinde gab es Streitigkeiten in der Gemeinde in Jerusalem, weil es… weil gewisse Leute vernachlässigt worden sind bei der Verteilung von den Gütern, von den Essen. And als diese Probleme aufkamen, haben die Apostel gesagt: „Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um die Tische zu bedienen.“ Und deswegen haben sie sieben Männer auserwählt, die eben diesen Dienst nachgehen können, während sich die Apostel auf das Gebet und die Verkündigung des Wortes fokussieren.
Wir sehen also, dass was wir aus der Apostelgeschichte 6 mit dem Wort „Jakonos“ in Verbindung bringen, ist das Dienen wie das Bedienen von Tischen. Das Wort wird ganz allgemein für allgemeinen praktischen Dienst auch in der Schrift verwendet. Aber das Wort kann also die Tätigkeit, wie wir heutzutage sagen würden, eines Kellners beschreiben: das Bedienen von Tischen. In der Bibel gibt es einmal das Amt des Diakons, das zum Beispiel in 1. Timotheus Kapitel 3 beschrieben wird. Aber der Begriff wird auch allgemein für Diener der Gemeinde verwendet. Paulus nennt sich selbst Diener der Gemeinde.
Er hat das hier im Kapitel 1 – macht er das hier – aber auch in Kapitel 23, in Vers 23 hat er sich Diener des Evangeliums genannt. Paulus identifiziert Epaphras als Diener der Gemeinde für Kolosse, Vers 7. Und auch Tychikos wird als Diener des Christus, als treuer Diener beschrieben, wo auch dieses selbe Wort verwendet wird.
Das heißt, dienen ist ein sehr allgemeines Wort. Es kann den Amtsträger, den Diener, den Diakon beschreiben. Es beschreibt manchmal aber auch einfach Menschen, die der Gemeinde dienen, ohne unbedingt, dass sie das Amt des Diakons haben. Während also the genau art des dienens des dienstes with this word nicht selbst bestimmt, ob es jetzt genau bedienen from Tisha or other things is an allgeme, macht die Verwendung dieses Wortes hier deutlich, wie sich Paulus sieht. Er sieht sich als Diener, als jemanden, der zum Beispiel Tische bedient, als wie einen Kellner, auch wenn das jetzt nicht die konkrete Funktion ist, die hier beschrieben wird.
Seine Stellung ist nicht die Stellung eines Herrschers. Seine Stellung ist nicht die eines Hauptes oder eines Königs oder eines Regentens. Seine Stellung in Bezug auf die Gemeinde ist Diener. Er dient der Gemeinde gemäß der Berufung Gottes. Die Gemeinde ist nicht sein Eigentum. Die Gemeinde gehört Gott. Die Gemeinde hört, sie ist Christi Leib. Christus ist das Haupt der Gemeinde. Paulus ist lediglich der Diener.
Paulus nennt sich nicht Papst. Papst bedeutet ja Vater, der Vater aller Gläubigen. Paulus nennt sich auch nicht der Pontifex, wie der Papst ja von in der katholischen Kirche bezeichnet wird. Pontifex bedeutet ja Brückenbauer und bedeutet, dass der Papst quasi eine Rolle des Brückenbauers, eines Mittlers zwischen Gott und Menschen hat. Diese Titel gibt sich Paulus nicht. Er ist Diener der Gemeinde. Er ist von der Stellung her vergleichbar – nicht mit einem König, einem Regenten. Nein, er ist eher der Kellner, der zwischen dem Koch, der Christus ist, und den Gästen am Tisch, das die Gemeinde ist, die Speise liefert. Er ist eher der Kellner als – er ist nicht der Koch, er ist der Kellner. Er hat einen Auftraggeber, er hat ein Haupt, er hat den Koch, der das Essen zubereitet. Er hat Gäste, denen er dienen muss. Und er ist der Mann dazwischen. Er dient im Auftrag des Hauptes dem Leib, das Leib Christi.
Paulus identifiziert sich als Diener der Gemeinde. Da sehen wir die Art der Berufung. Die Art der Berufung ist nicht, Herrscher zu sein, König zu sein, Regent zu sein. Die Art seiner Berufung ist es, Diener zu sein. Ein Diener, der im Auftrag seines Herrn den Geliebten seines Herrn, der Braut seines Herrn dient. Paulus ist ein Diener. „Ihr Diener bin ich geworden.“ Paulus ist Diener der Gemeinde geworden nach der Verwaltung Gottes.
Und hier kommen wir zu dem Punkt, den ich als erstes genannt habe: der Ursprung seiner Berufung. Der Ursprung seiner Berufung ist Gott. Denn Gott hat ihm diese Aufgabe gegeben. Er hat sich diese Aufgabe nicht selbst ausgesucht. Er wurde auch nicht von Menschen demokratisch zu dieser Aufgabe erwählt. Gott hat ihm diese Aufgabe gegeben. Er ist Diener der Gemeinde geworden nach der entsprechend und gemäß der Verwaltung Gottes.
Das Wort Verwaltung – und hier wieder, deswegen habe ich gesagt, das kommt nicht so chronologisch unbedingt so vor – das Wort Verwaltung, hier sehen wir wieder die Art der Berufung. Beschreibt die Verantwortung, die einem Diener gegeben wird, einem Verwalter gegeben wird, der vom Hausherrn eingesetzt wird, um sich um den Haushalt zu kümmern. Das Wort Verwaltung, oder das eben verwandte Wort der Verwalter, ist der, der vom Hause eingesetzt wird, sich um den Haushalt zu kümmern, sich um die Familie zu kümmern, des Herrn zu kümmern.
Paulus ist also ein Verwalter, und wieder hier sehen wir die Art der Berufung. Er ist ein Verwalter. Er soll sich um die Familie Gottes kümmern, er soll sich um die Gemeinde kümmern und, wie wir gleich sehen werden, insbesondere um die Nationen.
Das ist der Verantwortungsbereich des Paulus: sich um die Gemeinden zu kümmern, insbesondere um die Nationen. Denn genau das sehen wir, wie im Neuen Testament, wie Paulus diese Aufgabe von Gott empfangen hat – eben diese Aufgabe.
Apostelgeschichte, Kapitel 9, 15 bis 16: Auf der Straße zu Damaskus spricht Gott zu Hananias, nachdem er ihm gesagt hat, dass er hingehen soll, um Paulus zu heilen, um mit Paulus zu reden, ihn zu heilen. In Kapitel 9, 15 und 16 heißt es: „Der Herr aber sprach zu ihm (also der Herr sprach zu Hannanias): Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen, sowohl vor Nationen als auch – als auch vor Könige und Söhne Israel; denn ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss.“
Paulus ist ein auserwähltes Werkzeug von Gott. Nach der Verwaltung Gottes wurde dem Paulus eine Aufgabe gegeben, eine Verantwortung gegeben, ein Verantwortungsbereich gegeben: nämlich den Namen Jesu Christi vor Nationen zu tragen, als auch Könige und Söhne Israel. Und genau das hat ja Paulus gemacht. Er hat das Evangelium, er hat Christus, den Namen Christus getragen vor den Juden, vor Könige, aber insbesondere natürlich – und das sehen wir auch in der Apostelgeschichte und auch in den Schriften des Paulus – dass er der Apostel der Nationen war. Dass er – insbesondere sein Aufgabenbereich, sein Verantwortungsbereich war insbesondere den Nationen, den Heiden zu dienen.
Und wir sehen hier, wie von da bereits es klar war: Jesus wird diesem Paulus, diesem Saulus zeigen, wie viel er für seinen Namen leiden muss. Und genau das haben wir ja vergangene Woche gesehen: Die Leiden des Apostel Paulus. Wie er sich aber in diesen Leiden freut. Denn die Basis und die Grundlage dieser Leiden und der Freude für diese Leiden ist die Berufung Gottes. Er leidet fröhlich, denn er ist von Gott dazu berufen, Diener dieser Gemeinde zu sein und in diesem Rahmen für Gott zu leiden. Und Gott nutzt diese Leiden zum Wohl der Gemeinde und zur Verbreitung des Evangeliums. Das haben wir vergangene Woche gesehen.
Und deswegen haben wir heute auch Epheser Kapitel 3 noch einmal gelesen. Er wurde eingesetzt und auserwählt, den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen. Dieses Geheimnis – und wir werden über das Geheimnis später noch einmal reden –, dieses Geheimnis zu verbreiten, zu verkündigen, welche Gnade Gott auch den Nationen gegeben hat.
Ja, lesen wir auch, wie Paulus es selbst beschreibt mit seinen Worten vor Agrippa, Apostelgeschichte, Kapitel 26, Verse 15 bis 18. Apostelgeschichte, Kapitel sechsundzwanzig, die Verse fünfzehn bis achtzehn. Apostelgeschichte sechsundzwanzig, fünfzehn bis achtzehn. Ich aber sprach: „Wer bist du?“ Paulus beschreibt hier seine Erfahrung auf dem Weg zu Damaskus. Ich aber sprach: „Wer bist du, Herr?“ Der Herr aber sprach: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Aber richte dich auf und stelle dich auf deine Füße, denn hierzu bin ich dir erschienen, dich zu einem dienen und Zeugen dessen zu verordnen, was du gesehen hast, wie auch dessen, worin ich dir erscheinen werde.“
Ich mag diese Wörter: „verordnen“. Ich habe dich verordnet, ein Diener und Zeuge zu sein. Und dann Vers 17: „Ich werde dich herausnehmen aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich senden werde, ihre Augen zu öffnen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht, von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.“ Ich werde dich herausnehmen aus dem Volk und den Nationen, zu denen ich dich sende.
Paulus wurde von Gott berufen. Der Ursprung seiner Berufung ist Gott. Gott hat verordnet, dass dieser ein Diener sein soll, ein Zeuge sein soll von – insbesondere für die Nationen. In Erster Timotheus zwei, fünf bis sieben heißt es. Erster Timotheus Kapitel zwei, fünf bis sieben: „Denn einer ist Gott und einer ist Mittler zwischen Gott und Mensch.“ Nur am Rande: Einer ist der Pontifex zwischen Gott und Mensch, nämlich Christus Jesus.
Der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und Apostel – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht – als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit.
Paulus ist eingesetzt worden als Herold. Ja, der Herold war der, der die Ankündigungen gemacht hat. Man könnte vielleicht sogar vergleichen mit einem Stadtschreier. Der Herold war derjenige, der vor den Olympischen oder Isthmischen Spielen damals in, in Korinth zum Beispiel, die Regeln verkündet hat, bevor die Spiele losgingen, diese Spiele losgingen. Er ist eingesetzt worden, und dann heißt es: als Lehrer der Nationen, insbesondere für die Nationen.
Paulus‘ Berufung kommt von Gott, von Gott verordnet, von Gott eingesetzt: sich um die Familie Gottes zu kümmern, sich um den Haushalt Gottes zu kümmern, sich um die Gemeinde Gottes zu kümmern – insbesondere im Hinblick auf die Nationen. Und 1. Korinther 4,1 – und ich liebe diesen Vers und vor allem die Verse danach, sehr prägende Verse für jeden, der sich Diener Christi nennt: „Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes.“ Dafür halte man uns, dass sei meine Identität. „…für euch denkt“, und später jedes Ding darum: „Ihr beurteilt mich nicht.“ Und euer Urteil ist nicht das, was zählt, sondern das Urteil meines Herrn, das Urteil Christi ist das, was zählt in den folgenden Versen.
Aber das ist meine Identität: Ich bin ein Diener Christi und ein Verwalter der Geheimnisse Gottes. Ich bin ein Diener und Verwalter. Genau das hatten wir jetzt auch im Kolosse: „Diener, ihr Diener bin ich geworden, nach der Verwaltung Gottes, die mir gegeben ist.“ Ich bin Diener und Verwalter. Ich bin nicht Haupt. Und wir sehen wieder – deswegen sage ich, es wiederholt sich – die Art der Berufung. Ich bin nicht Haupt, ich bin nicht Papst, ich bin nicht König, ich bin Diener. Ja, ein Kellner sozusagen? Ich bin Verwalter, mir gehört das nicht. Ich bin der Knecht, eingesetzt vom Hausherrn.
Paulus ist also ein Diener Christi, er ist ein Diener der Gemeinde. Und er sagt ja hier: ein Diener Christi. Ein Diener Christi zu sein, ist synonym damit, ein Diener der Gemeinde zu sein. Du kannst Christus nicht dienen, wenn du nicht seiner Gemeinde dienst. Du kannst der Gemeinde nicht dienen, wenn du nicht Christus dienst.
Ja, also wenn du als Christ behauptest, gläubig zu sein, Christ zu sein und Christus dienen möchtest, aber nichts mit der Gemeinde zu tun haben möchtest, dann dienst du nicht Christus. Wenn du der Gemeinde dienen möchtest – hier zum Beispiel ein weltlicher Marketing-Experte, der das Branding der Gemeinde verbessern will, aber Christus nicht dient – kann er der Gemeinde nicht dienen. Denn nur ein Diener Christi, ein Gläubiger, kann der Gemeinde dienen. Du kannst Christus nicht dienen, wenn du der Gemeinde nicht dienst, und du kannst der Gemeinde nicht dienen, wenn du nicht Christus dienst.
Denn die Gemeinde ist in diesem Zeitalter die Institution bzw. das Werkzeug, durch das Gott in der Welt wirkt. Dienst ohne Gemeinde ist kein Dienst, der zum Reich Gottes beiträgt. Paulus ist ein Diener der Gemeinde – ein Dienst, eine Berufung, die er von Gott empfangen hat. Wir hatten bisher schon quasi den Ursprung der Berufung gesehen. Wir haben die Art der Berufung gesehen: Diener und Verwalter. Und wir haben eigentlich schon ein bisschen die Begünstigten der Berufung auch schon gesehen, nämlich die Gemeinde: „Ihr Diener bin ich geworden.“ Und insbesondere die Nationen: „…die Verwaltung, die mir im Hinblick“ – und jetzt sind wir bei diesem Teil – „die mir im Blick auf euch gegeben ist.“
Wer sind die Begünstigten der Berufung des Paulus? Die Gemeinde, insbesondere die Nationen. Gott hat Paulus eine Aufgabe im Hinblick auf die Gemeinde allgemein und speziell auf die Gemeinde in Kolosse und den Nationen gegeben. Und ich finde das interessant. Wir haben in der vergangene Woche schon gesehen.
Paulus redet einerseits von der Weltgemeinde oder universalen Gemeinde, also was alle Gläubige über alle Zeit und über alle Orte mit einschließt. Gleichzeitig redet er aber auch konkret über die Gemeinde in Kolosse. In Vers 24 hat er geschrieben von den Leiden für euch, was ja konkret so die Gemeinde in Kolosse beschreibt. Danach redet er von den Bedrängnissen, die noch ausstehen für seinen Leib – das ist die Gemeinde –, was allgemeiner klingt, wie die Weltgemeinde auch beschreiben kann, die universale Gemeinde beschreiben kann. Jetzt sagt er wieder „ihr Diener“, also der Diener der Weltgemeinde, der insgesamten Gemeinde, aber danach sagt er nochmal: „die Verwaltung Gottes, die mir im Hinblick auf euch gegeben ist.“ Das ist jetzt nur ein kleines Detail, aber was ich nur darin beobachte, ist, dass Paulus sowohl die universale Gemeinde, also die Weltgemeinde, quasi mit einbezieht als auch die Ortsgemeinde in Kolosse. Paulus dient also nicht nur dieser Weltgemeinde, dieser universalen Gemeinde, als würde er irgendeiner unsichtbaren Schattenorganisation dienen. Er dient der Weltgemeinde, er dient allen Gemeinden, indem er der Ortsgemeinde dient. Er leidet für die Weltgemeinde, indem er für die Gemeinde in Kolosse, in Philippi, in Ephesus, die er leidet. Er leidet für die Gemeinde allgemein, indem er der Gemeinde speziell dient und leidet.
Was haben wir bisher über die Berufung des Dieners gesehen? Der Ursprung ist Gott. Die Berufung des Dieners kommt von Gott. Die Begünstigten der Berufung sind die Nationen bzw. die Gemeinde, die Gläubigen. Sie sind das Objekt des Dienstes dieser Berufung. Er ist ihr Diener, er ist Diener der Gemeinde, und er ist von Gott eingesetzter Verwalter, der sich um die Gemeinde kümmern soll, insbesondere um die Nationen. Die Art der Berufung haben wir gesehen: Er ist nicht Herr oder Haupt; seine Berufung ist es, Diener und Verwalter zu sein, vom Hausherrn eingesetzt, der Familie Gottes zu dienen. Er dient der allgemeinen, der weltweiten Gemeinde, indem er der Ortsgemeinde dient. Das ist die Berufung des Dieners: der Ursprung der Berufung, die Art der Berufung und die Begünstigten der Berufung.
Und natürlich halten wir fest: Paulus als Apostel hatte eine besondere Berufung. Er hatte eine Berufung, die es heutzutage nicht mehr gibt. Keiner von uns ist heute dazu berufen, Apostel zu sein. Keiner von uns hat dieselbe Art der Berufung wie Apostel Paulus bekommen, aber jeder Gläubige ist dazu berufen, ein Diener der Gemeinde zu sein. Nicht genauso wie der Apostel Paulus – das ist eine besondere Berufung gewesen. In Epheser, Kapitel 2 sehen wir, dass die Apostel und Propheten des Neuen Testaments das Fundament der Gemeinde bilden, auf der die Gemeinde gebaut wird. Aber trotzdem sind auch wir berufen, Diener der Gemeinde zu sein. Und auch unsere Berufung kommt von Gott. Auch unsere Berufung ist es, Diener und Verwalter zu sein. Auch unsere Berufung ist es, zum Wohl und zur Begünstigung der Gemeinde zu dienen. Nicht in derselben Art und nicht in demselben Rahmen wie Paulus. Nochmal: Seine Berufung war eine besondere als Apostel. Aber trotzdem sind wir ein jeder dazu berufen, von Gott als Verwalter und Diener zum Wohl der Gemeinde zu dienen.
In 1. Korinther 12,13 heißt es: „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ Im Geist sind wir alle zu einem Leib der Gemeinde, dem Leib Christi, hineingetauft worden. Wir sind hineingetaucht worden in den Leib Christi von Gott, von dem Geist, durch den Geist Gottes. Gott hat uns der Gemeinde hinzugefügt. Das ist seine Berufung, dass wir Teil der Gemeinde sind und dass wir Diener der Gemeinde sind. Geistlich gesehen sind wir der universalen Gemeinde hinzugefügt worden. Praktisch geschieht das durch die Hinzufügung in der Ortsgemeinde, denn der Ausdruck „hinzufügen“, den finden wir so oft in der Apostelgeschichte vor.
Denn Gott ist es, der dich zur Gemeinde hinzugefügt hat. In Apostelgeschichte 2,41 heißt es: „Die nun sein Wort aufnahmen nach der Predigt von Petrus, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag 3000 Seelen hinzugetan.“ Passiv: Sie wurden hinzugetan. Wer ist der Aktiv, der hinzutut? Es ist Gott, der hinzufügt.
Apostelschichte Kapitel 5, 13 bis 14: „Von den übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, doch das Volk rühmte sie. Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan – Scharen von Männern und auch Frauen.“ Apostelgeschichte Kapitel 5, 13 und 14: Scharen von Männern und Frauen wurden hinzugefügt – wieder passiv hinzugefügt. Wer ist der Aktiv, der das Hinzufügen tut? Gott, der der Gemeinde Menschen hinzufügt.
In Apostelgeschichte Kapitel 11,24 heißt es: „Denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens, und eine zahlreiche Menge wurde dem Herrn hinzugetan.“ Wir haben wieder: Hinzutun. Gott fügt der Gemeinde hinzu. Gott fügt dich der Gemeinde hinzu. Und nicht nur allgemein der Weltgemeinde und Universalgemeinde – nein, du bist in dieser Ortsgemeinde, weil Gott dich dazu berufen hat, weil Gott dich an diesen Ort hingestellt hat, in dieser Ortsgemeinde zu dienen. Gott hat dich hinzugefügt. Nicht nur der unsichtbaren Weltgemeinde, denn Gott hat dich konkret in dieser Gemeinde, in diese Gemeinde gestellt und dich dieser Versammlung hinzugefügt.
Du bist berufen, Glied der Gemeinde zu sein. Du bist dazu berufen als Glied der Gemeinde. Und 1. Korinther 12 – wir haben es im Rahmen der vergangenen Wochen auch immer wieder mal gelesen, als es um das Haupt des Leibes ging, um die Beziehung zwischen Haupt und Leib – als Glied des Leibes, als Glied der Gemeinde bist du dazu berufen, deinen Mitgliedern zu dienen. Du bist von Gott berufen, du bist dazu berufen zu dienen und zu verwalten. Und du bist dazu berufen, für das Wohl der Gemeinde zu dienen, zur Erbauung der Gemeinde.
In Epheser Kapitel 4 heißt es – man kann die ganzen Verse 1 bis 4 lesen, ich lese nur Vers 1 – Vers 1: „Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, wandelt würdig der Berufung.“ With which you are – Paulus in Fazer Brief described three – the Beruf is how she is, where she is, what she bedeutet, which implications it has. Und dann in Kapitel 4 beginnt er damit, die Gläubigen zu ermahnen: „Wandelt würde ich dieser Berufung!“
Und womit beginnt er dann in Kapitel 4 in den folgenden Versen? Es geht um den würdigen Wandel in der Gemeinde. Kapitel 4 fast vollständig – und natürlich kann man da auch allgemeine Lebens-, Lebensanweisungen herausziehen, wie zum Beispiel, dass man nicht lügen soll, dass man vergeben soll und all diese Dinge – aber es beginnt fast für Kapitel 4 vollständig: Es geht erstmal um die Gemeinde. Es geht um die Einheit in der Gemeinde. Es geht darum, mit den Gaben, die dir Christus geschenkt hat, der Gemeinde zu dienen. Es geht um die Personen, die Gott der Gemeinde geschenkt hat: Hirten und Lehrer und – ähm – Apostle and Prophet, who it’s not, but Evangelisten.
Du willst würdig deiner Berufung wandeln? Es geht nicht ohne die Gemeinde. Denn du bist dazu berufen, Diener der Gemeinde zu sein. Nicht nur die Berufung von Apostel Paulus, es ist nicht nur die Berufung von Ältesten, es ist nicht nur die Berufung von besonderen Gläubigen – du bist dazu berufen, ein Diener der Gemeinde, des Leibes Christi zu sein. Gott hat dich berufen, Glied der Gemeinde zu sein mit der Verantwortung, dem Leib zu dienen. Du wurdest von Gott dieser Gemeinde hinzugefügt und als Verwalter eingesetzt.
Die genaue Art der Aufgaben, die wird sich unterscheiden zwischen verschiedenen Gläubigen. Wie gesagt, wir haben nicht alle, wir sind nicht… keiner von uns ist Apostel. Nicht alle sind Lehrer, nicht alle sind Älteste, nicht alle sind Diakone im Sinne des Amtes. Aber jedem von euch hat Gott Ressourcen und Gaben zur Verfügung gestellt, die zur Erbauung der Gemeinde dienen sollen. Lest euch 1. Korinther 12 durch. Der Leib ist nicht nur Fuß.
Der Leib ist nicht nur Hand. Die Hand kann auch nicht zum Fuß sagen: „Ich brauche dich nicht“, oder andersherum. Gott hat jedem nach dem Maß seiner Gnade Gaben geschenkt, Ressourcen geschenkt, die zur Erbauung der Gemeinde dienen sollen, damit wir alle gemeinsam zu Christus wachsen. Auch du bist ein Diener Christi, berufen von Gott, Diener und Verwalter zu sein – nicht über die Gemeinde zu herrschen, sondern von Gott eingesetzt, zum Wohl der Gemeinde zu dienen.
Wenn wir über Verwaltung reden, möchte ich auch ein Wort der Warnung hinzufügen. Lukas, Kapitel 12, 42 bis 46. Wir können kaum über Verwalterschaft reden, ohne uns an dieses Gleichnis zu erinnern. Lukas, Kapitel 12, 42 bis 46. Ich werde nicht zu viel zu diesem Gleichnis sagen, aber lasst es uns lesen. Lukas 12, 42 bis 46.
Der Herr aber sprach: „Wer ist nun der treue und kluge Verwalter?“ – Verwalter ist dasselbe Wort hier; im Sinne von… in Colossa war es Verwaltung, die Verwaltung, hier ist es der Verwalter, aber es ist dasselbe Wort. „Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzen wird, um ihr die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit? Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchen Tun finden wird. In Wahrheit ich sage euch, dass er ihn über seine ganze Habe setzen wird. Wenn aber jener Knecht in seinen Herzen sagt: ‚Mein Herr lässt sich Zeit mit ihm kommen‘, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn entzwei schneiden und ihm sein Teil festsetzen bei den Ungläubigen.“
Wie gesagt, ich möchte nicht zu tief in das Gleichnis eingehen. Und natürlich haben Gemeindeleiter wie Älteste eine besondere Verantwortung, und für sie, gerade für solche, ist so ein Gleichnis von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig ist aber jeder von uns eingesetzt als Verwalter und Diener der Gemeinde. Jeder von uns hat eine Rolle. Jeder von uns hat eine Verantwortung, der Gemeinde zu dienen. Und wenn du dieser Verantwortung nicht nachgehst, wirst du vor Gott, wirst du vor Christus Rechenschaft ablegen müssen, wieso du dich nicht um seine Diener gekümmert hast.
Ähnlich zu diesem Gleichnis hat Paul Wascher mal eine Illustration erzählt – sehr ähnlich zu dem, wie ein König einen Knecht einsetzt, aber da er hat statt statt die Verantwortung nicht damit verglichen, wie ein Knecht, der sich um die Mitknechte kümmern soll, um die anderen Knechte und Märkte, sondern einen König, der, bevor er auf seine Reise geht, seine geliebte Braut diesem Knecht zur Verantwortung gibt. Ein König, der auf eine lange Reise geht und dem Knecht sagt – und seine geliebte Braut, die er immer in weißen Leinenkleidern gekleidet hat, er übergibt sie seinem Knecht und sagt: „Kümmere dich um meine Braut, bis ich wiederkomme. Hier ist ein Buch, wo beschrieben steht, wie du dich um meine Braut kümmern sollst, bis ich wiederkomme.“
Paul Wascher redet dann davon, wie einige sogenannte Leiter oder Pastoren oder Älteste diese reine Braut genommen haben, sie wie eine Prostituierte verkleidet haben, damit sie für die Welt attraktiver ist. Im Sinne dieses Gleichnisses möchte ich diese Illustration etwas abwandeln und sagen: Jedefor, du hast diese Verantwortung vom König bekommen, dich um die Braut, um seine geliebte Braut zu kümmern. Und du sagst dir: „Ach, das ist für andere. Das ist die Aufgabe von anderen. Das ist nicht meine Aufgabe. Das ist die Aufgabe nur von ein paar besonderen Christen, von Ältesten oder solchen Leuten. Ich habe damit nichts zu tun. Ich muss mich nicht um die Braut kümmern.“ Was wird der König mit dir machen, wenn du dich nicht um seine Braut gekümmert hast, über die du auch Verantwortung hast?
Und ich möchte es betonen: Nicht jeder ist Lehrer, nicht jeder steht hier vorne, nicht jeder ist Ältester oder Diakon vom Amt her, aber jeder ist ein Diener der Gemeinde.
Es ist zum Beispiel dein Dienst. Gestern war es dein Dienst. Und es ist schön zu sehen, dass die Schwestern diesem Dienst nachgekommen sind, zum Bibelstudium der Schwestern zu kommen, gemeinsam zu lernen, sich auf dieses Studium vorzubereiten, sich während dieses Studiums gegenseitig zu ermutigen, sich gegenseitig zu ermahnen, sich gegenseitig zurechtzuweisen, wenn es denn nötig ist.
Es ist der Dienst der Brüder, zum Gebet am Mittwoch zu kommen, sich die Anliegen auszutauschen, füreinander zu beten. Es ist Dienst, zum Gottesdienst zu kommen. Vorbereitet auf den Gottesdienst zu kommen, vorbereitet mit Gebet und Anliegen für diesen Gottesdienst. Es ist Dienst mitzusingen, der Predigt zu folgen, na, im Anschluss des Gottesdienstes Gemeinschaft zu haben und in dieser Gemeinschaft sich auszutauschen. Es ist Dienst, Essen mitzunehmen, mit anzupacken, wenn es hier um Dinge, wenn es hier um der Gemeinde ist. Es ist Dienst, die Gemeinde finanziell zu unterstützen.
Es ist nicht nur Dienst zu predigen, es ist nicht nur Dienst, hier vorne zu stehen. Jedem von euch hat Gott einen Bereich des Dienstes in dieser Gemeinde gegeben. Jedem von euch hat Christus Gaben gegeben, die du nicht egoistisch für dich selbst behalten sollst, sondern der Gemeinde und zu ihrer Erbauung einsetzen sollst. Jeder Gläubige ist ein Diener der Gemeinde. Von Gott berufen, Diener und Verwalter zu sein zum Wohl der Gemeinde.
Lass uns noch den Zweck der Berufung anschauen. Den Zweck der Berufung. Was ist die Aufgabe dieses Dieners? Was ist die Aufgabe dieses Verwalters? Wozu wurde er berufen, Diener der Gemeinde zu sein? Vers 25, das Ende heißt: „Um das Wort Gottes zu vollenden.“ Um das Wort Gottes zu verlenden. Wir haben den Ursprung, wir haben die Berufung gesehen. Wir haben die Art der Berufung gesehen und die Begünstigten der Berufung gesehen. Nun sehen wir den Zweck der Berufung des Paulus. Das beginnt hier und geht bis Vers 27.
Das Wort Gottes zu vollenden, zu erfüllen, ist die Berufung des Dieners. Paulus sagt hier, um das Wort Gottes zu vollenden. Wenn wir hier lesen: „Um das Wort Gottes zu vollenden“, das klingt erst mal komisch. Also es geht hier nicht darum, dass Paulus den Kanon der Schrift irgendwie fertigstellt oder ähnliche Dinge, sondern es geht hier darum, die Predigt des Evangeliums, mit dem Paulus beauftragt ist, die Verbreitung des Geheimnisses, das er in den Versen 26 bis 27 beschreibt, und die Lehre des ganzen Ratschlusses, diese Verwaltung, die Gott ihm gegeben hat, zu vollenden. Darum geht es, wenn er sagt: „Um das Wort Gottes zu verlenden.“
Eine sehr ähnliche sprachliche Konstruktion beschreibt, ähm, sagt Paulus in Römer Kapitel 15, Vers 19. Römer Kapitel 15, Vers 19, dort heißt es: „In der Kraft der Zeichen und Wunder, in der Kraft des Geistes, so dass ich von Jerusalem und ringsumer bis nach Illyrien das Evangelium des Christus völlig verkündigt habe.“ Es geht um das völlige Verkündigen des Wortes Gottes, das völlige, vollkommene Verkündigen des Evangeliums.
Paulus in den Versen vorher und nachher beschreibt, dass er eben in die Gegenden und Städte gehen möchte, in denen das Evangelium noch nicht erreicht worden ist, in denen noch niemand gegangen ist. In diesem Zusammenhang readed er von diesem Vollenden, diesem völlig verkündigen. Und redet dort, Apostelgeschichte Kapitel 20, ab Vers 20. Apostelgeschichte Kapitel 20, ab Vers 20.
Dort sagt er in Vers 20: „Wie ich nichts zurückgehalten habe von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte. Öffentlich und in den Häusern.“ Vers 24: „Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.“ Seht ihr, wie sich der Kreis schließt? Der Berufung war es, Zeuge zu sein, von Gott verordneter Zeuge zu sein. Und hier sagt er: „Ich will meinen Lauf vollende und diesen Dienst, den ich empfangen habe, beenden, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.“
Und dann Vers 27: „Denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.“ Das meint Paulus, wenn er sagt: „Um das Wort Gottes zu vollenden.“ Er redet davon, was er völlig verkündigen möchte. Er redet von diesem Dienst, von dieser Verantwortung, die er hat: das Evangelium überall zu verkündigen, den Ratschluss Gottes der Gemeinde zu verkündigen, sie zu belehren. Und die Verbreitung des Geheimnisses – that’s what Paulus in Vers 26 bis 27 beschreibt. Paulus in 26, 27 definiert: Was meint er hier genau, wenn er davon redet, das Wort Gottes zu verändern? Was ist das konkrete Wort Gottes, was er verkündigen möchte, was er vollständig verbreiten möchte?
Vers 26, 27, dort heißt es: „Das Geheimnis, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist.“ Das Wort Gottes, das Paulus also vollständig verkündigen möchte, ist das Geheimnis. Er redet von der Verbreitung des Geheimnisses.
Und ein Geheimnis aus biblischer Sicht ist nichts Mystisches oder verborgenes Wissen, das durch bestimmte Bemühungen des Menschen, Askese oder sonst etwas oder besondere Geistlichkeit enthüllt werden kann. Das ist nicht ein Geheimnis im biblischen Sinne. Ein Geheimnis im biblischen Sinne ist genau das, was Paulus hier beschreibt, nämlich Wissen, das verborgen war, aber dann offenbart worden ist. Das ist ja genau das, was Paulus hier sagt: „… das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist.“
Also in 5. Mose, Kapitel 29, Vers 28 heißt es – 5. Mose 29, 28: „Das Verborgene steht bei dem Herrn, unserem Gott. Aber das Offenbare gilt uns und unseren Kindern für ewig, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.“ Also 5. Mose 28, 29 sagt: Das Verborgene steht bei Gott, das Offenbare ist uns gegeben.
Wenn es also um ein Geheimnis geht, geht es darum, geht es um Wissen, dass Gott verborgen hält und so für den Menschen mit eigenem Bemühen unzugänglich ist. Ein Geheimnis ist Wissen, das Gott verborgen hält, was er den Menschen noch nicht offenbart hat. Und wenn Gott es nicht offenbaren würde, wäre dieses Wissen für den Menschen unzugänglich. Nur wenn Gott sich entscheidet, dieses verborgene Wissen zu offenbaren, wird es dem Menschen zugänglich.
Das Geheimnis, wie Paulus in Vers 26 sagt, war verborgen und ist nun offenbart worden. Es war verborgen vor seiner Zeit. Vor der Zeit der neutestamentlichen Apostel und Propheten war dieses Geheimnis verborgen. Jetzt in der neutestamentlichen Zeit, jetzt in der Zeit der neutestamentlichen Apostel und Propheten, ist es nun den Heiligen offenbart worden – durch die Apostel und Propheten natürlich.
Denn genau das haben wir vorhin in Epheser, Kapitel 3 gelesen. Epheser, Kapitel 3, dort hieß es: „Denn mir ist durch Offenbarung, also das Geheimnis to erkennen gegeben worden“ – es musste offenbart werden – „das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht zu erkennen gegeben wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden ist.“ Ein Geheimnis, das Geheimnis ist also etwas, Wissen Gottes, das verborgen war für eine bestimmte Zeit, nun aber offenbart worden ist.
Und wir haben in der Bibel, vor allem im Neuen Testament, einige Beispiele für diese offenbar Geheimnisse. Zum Beispiel das Geheimnis der Verstockung Israels und die Wiederannahme Israels nach der Folzer Nationen ist ein Geheimnis. Römer, Kapitel 11 redet davon. Das Geheimnis der Entrückung, davon redet das Neue Testament, davon wird in 1. Korinther, Kapitel 15 geredet. Wir haben also mehrere dieser Geheimnisse. Im Thessalonicherbrief wird vom Geheimnis der… wird vom Geheimnis geredet, das beschreibt das Geheimnis des Antichristen. Christus wird beschrieben als das Geheimnis der Gottseligkeit – vor allem Christus im Fleisch auf dem Bart.
Was ist das Geheimnis? Im Epheser 3 haben wir vorhin gelesen: Das Geheimnis ist, dass Heiden und Juden Anteil am gleichen Leib und Mitteilhaber der Verheißungen in Christus sind.
Was ist das Geheimnis, von dem Paulus hier redet? Vers 27: „Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Ihnen wollte Gott zu erkennen geben. Ihnen – wer sind die „ihnen“? Die Heiligen. Aus Vers 26: Den Heiligen wollte Gott zu erkennen geben. Und hier sehen wir wieder: Es ist abhängig vom Willen Gottes, den Heiligen Erkenntnis zu schenken. Es ist Gottes Gnade, dass er überhaupt uns offenbaren will, dass er uns zu erkennen geben will. Es ist Gottes Gnade, uns nicht im Dunkeln zu lassen, sondern in unserer Unwissenheit uns sein Licht der Erkenntnis zu schenken. Ihnen wollte Gott zu erkennen geben. Liebe Geschwister, wir haben nur Erkenntnis, weil Gott wollte.
Ihnen wollte Gott zu erkennen geben – was wollte er ihnen erkennen geben? Was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei. Die Bezeichnung „Reichtum der Herrlichkeit“ wird oft von Paulus verwendet, und es geht um Gottes Herrlichkeit, und es geht um den Reichtum seiner Herrlichkeit in ihrer unermesslichen Größe. Es ist der Reichtum – steht natürlich für Wohlstand, für den unendlichen Wohlstand oder die unendliche Größe, das unendliche Maß der Herrlichkeit Gottes. Die Heiligen mögen also die Fülle der Herrlichkeit Gottes erkennen bezüglich dieses Geheimnisses. Die Heiligen sollen staunen über diesen großartig herrlichen Gott wegen dieses Geheimnisses.
Und dieses Geheimnis bezieht sich konkret auf die Nationen: was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei. Das ist der Aspekt, der zuvor verborgen war. Aus alttestamentlicher Perspektive war es für einen Heiden nicht möglich, auf gleiche Weise an God, am Heil und Segen und an den Verheißungen teilzuhaben wie ein Judah, wie jemand aus dem Volk Israel. Anteil an Gott, an Heil und an diesen Dingen haben.
Das Alte Testament verhieß Erlösung für die Nationen, aber diese Erlösung kam nur durch Israel als der Kanal, durch den die Nationen diese Erlösung empfangen. Israel sollte der sollte Gottes Volk auf Erden sein, und durch dieses Volk sollten die Nationen gesegnet werden oder durch das Volk Israel die Nationen Erlösung empfangen.
Und das ist etwas, was wir manchmal vergessen: wie fern die Nationen und auch wir als Heiden waren. Epheser Kapitel 2 beschreibt es. Epheser Kapitel 2, 11 und 12. Effaserbrief, Kapitel zwei, elf und zwölf. Epheser 2, 11 und 12: „Deshalb denkt daran, dass ihr einst aus den Nationen dem Fleisch nach Unbeschnittene genannt von der sogenannten Beschneidung, die mit Fleisch, die mit Fleisch, die im Fleisch mit Händen geschieht, zu jener Zeit ohne Christus wart. Ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung. Und ihr hattet keine Hoffnung und ward ohne Gott in der Welt.“ Das war der Zustand der Nationen vor dem Neuen Testament. Das war der Zustand der Nationen vor diesem Geheimnis, das offenbart worden ist.
Nun aber wurde offenbart, dass die Nationen in diesem Zeitalter den gleichen Zugang und den gleichen Anteil an Christus und dem Heil haben wie die Nationen. Ohne Unterschiede und ohne Umwege. Wir sind Glieder, Juden und Heiden, an einem Leib ohne Unterschied. Das haben wir vorhin in der Fässer gelesen: „Denn Nationen sollen nämlich Miterben und Mitglieder am gleichen Leib sein und Mitteiler aber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium.“ Das ist das Geheimnis unter den Nationen, das Besondere unter den Nationen, dass sie nun eben hinzugefolgt worden sind, diese Trennwand hinuntergerissen worden ist durch Christus.
Und was ist jetzt das Geheimnis? Was ist das Geheimnis? Das ist das Ende von Vers 27: „Und das ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“
Wir haben gesehen: Es gibt verschiedene Geheimnisse im Neuen Testament, aber das schönste und das größte Geheimnis ist Christus selbst. In 1. Timotheus wird er beschrieben als das Geheimnis der Gottseligkeit, und es geht um Christus selbst. Er ist das Geheimnis der Gottseligkeit. Und auch hier: Was ist das Geheimnis, beziehungsweise wer ist das Geheimnis? Jesus Christus. Und zwar: Christus in euch. In Kolosser Kapitel 2, also nur ein paar Verse später, sagt Paulus zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes: Das ist Christus.
Christus ist das Geheimnis Gottes. Christus ist das Geheimnis, und zwar genau, konkret: Christus in euch. In den Gläubigen, in den Heiligen, insbesondere eben in den Nationen. Denn ihr müsst euch vorstellen: Gott wohnte bisher nicht unter den Nationen. Gott wohnte nur unter seinem Volk, dem Volk Israel. Und nicht nur das: Gott wohnte nicht mal im Volk Israel, sondern – wohnte Gott in einzelnen Menschen? Das war nicht die Vorstellung des Alten Testaments. Gott wohnte unter dem Volk, aber nicht in einzelnen Menschen. Schon gar nicht in Heiden. Aber das nun geoffenbarte Geheimnis ist genau das: Christus in euch. Christus wohnt in euch. Es beschreibt die innige Einheit des Gläubigen mit Jesus. Ihr seid eins gemacht.
Denn meistens – und dieser Begriff ist uns eigentlich viel gängiger, weil er viel öfter im Neuen Testament vorkommt: Wir in Christus. „In Christus“, „in Christus“ – das ist die am meisten verwendete Beschreibung für unsere Einheit mit Christus, vor allem in den Briefen des Paulus. Aber hier betont Paulus: Christus in uns. Christus in uns. Nicht wir in ihm, er in uns. Und vor allem: Wieso ist das hier so wichtig? Wieso betont dieser…? Wieso betont das Paulus hier so herum? Was ist das Geheimnis hier, Christus in uns? Wer ist dieser Christus? Wir sagen: „Christus in euch“, dort steht: „Christus in euch“. Wie wurde dieser Christus denn eben von Paulus beschrieben? Verse 15 bis 23.
Er, der das unsichtbare Bild des Gottes ist. Er, der der Erstgeborene aller Schöpfung ist. Er, der Vorrang hat über alle Schöpfung; er ist Schöpfer und Erhalter des gesamten Kosmos. Er, der das Haupt der Gemeinde ist; er, der der Erstgeborene aus den Toten ist; er, der die Fülle Gottheit im Menschen ist, der die Fülle Gottes besitzt. Er, der der Wiederhersteller der verfluchten Schöpfung ist. Er, der der Versöhner von Sündern ist. Dieser Christus in euch! Ist ihr bewusst, was hier Paulus sagt? Christus in euch? Es sind nur so wenige Worte, aber seht ihr, was für eine Realität hier beschrieben wird? Dieser erhabene Christus, dieser vorrangige Christus – in dir! In dir!
Für einen Juden aus alttestamentlicher Perspektive: Gott wohnt nicht in einem Menschen. Gott wohnte vielleicht unter seinem Volk, im Zelt ist seine Gegenwart. Aber in einer einzelnen Person, in mir? Und dann, wenn du einem Juden aus dem Alten Testament sagen würdest: „Auch genauso wie in dir, auch in einem Heiden“ – das sprengt seinen Rahmen, das sprengt sein Verständnis. Das ist das Geheimnis. Es war verborgen, es ist offenbar: Christus in euch.
Was für ein Privileg! Was für eine mächtige Realität: Der Schöpfer und der Halter aller Geschaffenen, der sichtbaren und unsichtbaren Welt, der Vorrangige, der Erhabene, der Gottmensch, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt, der mit seinem Opfer die verfluchte Schöpfung und den Sünder mit Gott versöhnt – dieser Christus in uns. In Sündern und sogar sündigen Heiden, wie wir es sind. Und Paulus sagt: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Dass Jesus Christus in euch ist, ist das, was in uns die Hoffnung verankert, die Hoffnung auf Herrlichkeit verankert. Die Herrlichkeit, die auf uns wartet. In Vers 23 wurde… 22 wurde davon beschrieben. Was war das Ziel unserer Versöhnung? „Um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen.“ Auf diese Herrlichkeit hin, auf diese zukünftige Verheißung hin.
Diese Hoffnung ist verankert; denn wenn Christus in euch ist, wenn dieser Christus, der in 15 bis 23 beschrieben wurde, in euch ist – wer kann euch die Hoffnung rauben auf diese Herrlichkeit, die auf euch wartet? Eines Tages unsträflich und ohne Sünde vor diesem Gott zu stehen: Es gibt keine größere Sicherheit für die zukünftige Herrlichkeit. Was für eine würdige Botschaft!
Was ist also der Zweck der Berufung? Der Diener Gottes, der Diener der Gemeinde, ist dazu berufen, diese Botschaft zu vollenden, das heißt, sie zu verkündigen und zu verbreiten. Das ist der Zweck seiner Berufung. Er dient der Gemeinde, indem er Zeuge und Verkünder dieses herrlichen Geheimnisses ist: Christus in gerechtfertigten Sündern und sogar in denen aus den Nationen.
Lasst uns zum Schluss kommen. Paulus beschreibt also weiter seinen Dienst. Er hat als Diener der Gemeinde – wir haben letzte Woche gesehen – freut er sich nicht nur in seinem Leiden, sondern ist ein von Gott berufener Diener und Verwalter, der das Geheimnis Gottes von Christus in den Erlösten, insbesondere den Nationen, verbreitet. Paulus dient sich nicht selbst, sondern der Gemeinde. Diese Aufgabe hat er von Gott empfangen. Er ist lediglich ein Diener und ein Verwalter, der vom Hausherrn eingesetzt wurde. Seine Aufgabe ist es, den Nationen das Geheimnis des innewohnenden Christus zu verkündigen.
Was können wir heute daraus lernen? Erstens: Erfülle als von Gott eingesetzter Diener, Diener der Gemeinde und Verwalter deinen Dienst an der Gemeinde. Erfülle als von Gott eingesetzter Diener der Gemeinde und Verwalter deinen Dienst an der Gemeinde. Wir haben vorhin schon darüber geredet, deswegen möchte ich nicht noch mal länger darüber reden. Wir haben vergangene Woche bereits gesehen: Ein Diener des Leibes Christi freut sich in den Leiden um Christi und seines Leibes willen. Heute haben wir gesehen: Jeder von euch ist berufen, ein Diener zu sein. Nicht jeder ist Apostel, nicht jeder ist Lehrer, nicht jeder ist Ältester, aber jeder von uns und jeder von euch hat seine Verantwortung, seinen Platz, seine Rolle in dieser Gemeinde.
Denn die Grundlage für das fröhliche Leiden, für das opferbereite Leiden für die Gemeinde ist die Berufung, die von Gott kommt, für die du Rechenschaft ablegen musst. Du kannst Christus nicht dienen, wenn du nicht der Gemeinde dienst. Und dieser Dienst ist nicht nur Predigen und hier vorne stehen; dieser Dienst ist – beginnt mit der Teilnahme, mit dem Kommen. Du dienst in der Gemeinschaft durch das Erkundigen. Du dienst mit dem Beten für die Gemeinde. Du dienst, wenn du gemeinsam mit deinen Geschwistern die Bibel studierst, wenn du gemeinsam mit ihnen betest. Du dienst, wenn du ihnen zum Beispiel mit Speise dienst. Du dienst der Gemeinde, indem du sie finanziell unterstützt. Du dienst der Gemeinde, indem du dich über die Sorgen und Nöte deiner Geschwister austauschst und für sie betest, ihnen Rat gibst, sie ermutigst, wenn sie Ermutigung brauchen, sie trösten, wenn sie es brauchen, sie ermahnst und zurechtweist, wenn sie es brauchen.
Erstens also: Erfülle als von Gott eingesetzter Diener der Gemeinde und Verwalter deinen Dienst an der Gemeinde. Vollende, wie Paulus es sagt, das Wort Gottes. Vollende deinen Lauf und deinen Dienst, den du von Gott empfangen hast.
Zweitens: Staune über das Geheimnis des in dir wohnenden Christus. Staune über das Geheimnis des in dir wohnenden Christus. Liebe Geschwister, dieses wunderbare Geheimnis darf uns nicht kalt lassen. Nur weil es wenige Worte sind – „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ – dürfen wir nicht drüber weg hinweglesen. Schau auf diesen Christus, wie er in den Versen 15 bis 23 beschrieben wird. Denke an deinen sündigen Zustand, den du hattest. Zum Beispiel in Vers 21: „Euch, die einst entfremdet und Feinde wart und auch nach der Gesinnung in den bösen Werken.“ Insbesondere als Heide – wir haben Epheser gelesen – wie fern du doch warst von allem Guten, was von Gott ausging.
Wer bist du, dass dieser erhabene und würdige Christus in dir wohnt? Wie reichlich ist die Herrlichkeit Gottes darin offenbart, dass dieser Christus in dir wohnt? Was für ein großartiges Werk hat Christus am Kreuz vollbracht, dass das überhaupt möglich ist! Diese Versöhnung – sie hat dich von einem Feind zu einem Freund gemacht, zu einem Kind Gottes und zu einem Tempel Gottes gemacht, so dass Christus in dir ist. Du bist so mit Christus eins gemacht. Wie sehr darfst du in dieser Realität ruhen, dass Christus in dir ist? Wenn Christus in dir ist – diese Hoffnung der Herrlichkeit –, niemand kann dir das rauben.
Wie viel vorzüglicher ist dieser erhabene Jesus in mir als alles, was mir die Welt, meine Sünden und meine Begierden versprechen? Jede vergängliche Freude, die mir die Welt und mein eigenes Fleisch vorgaukelt. Wie viel größer, wie viel würdiger ist die Realität von Christus in mir, diesem erhabenen Christus in mir. Führe es dir vor Augen in Momenten der Versuchung. Staune über diesen Christus in dir in Momenten der Anfechtung. Denn du bist eins gemacht mit diesem Christus: du in ihm und er in dir.
Drittens: Verkünde das Geheimnis des innewohnenden Christus. Das war der Zweck der Berufung: um das Wort Gottes zu vollenden, das Geheimnis zu verkündigen. Verkünde das Geheimnis des innerwohnenden Christus. Vollende das Wort Gottes, wie Paulus es sagt, indem du diese unglaubliche Botschaft verkündest. Sei ein treuer Zeuge, wie auch Paulus es war. Verkünde die Erhabenheit dieses Christus. Sei ein Zeuge für die Sündefichtigkeit des Menschen, aber auch das Versöhnungswerk Jesu Christi am Kreuz und die Einheit des Gläubigen mit Christus. Diene der Gemeinde, indem du deinen Geschwistern diesen Jesus zeigst und sie erinnerst, dass dieser Jesus in ihnen ist – die Hoffnung der Herrlichkeit.
Ermutige deine Geschwister, indem du ihnen zeigst, dass dieser Christus unzertränglich mit ihnen verbunden ist, einst gemacht worden ist. Erinnere sie an die Ferne, in der sie als Sünder und Heiden waren, und wie Jesus sie nahegebracht hat durch das Blut seines Kreuzes. Tröste den angefochtenen Gläubigen damit, dass der Schöpfer und Erhalter des Universums, der Erstgeborene aus den Toten, der Tod, Teufel und Sünde besiegt hat, in ihm ist. Was für einen Trost kannst du deinem Bruder, deiner Schwester mit dieser Wahrheit geben? Reize ihn, reize deinen Bruder, reize deine Schwester zur Heiligung und zum Dienst für die Gemeinde. Motiviere ihn, diesem innewohnenden Christus würdig zu wandeln.
Und wenn du nicht an diesen Jesus glaubst, wenn er nicht in dir wohnt, dann hast du keine Hoffnung. Dann bist du noch in deinen Sünden und fern von Gott, ein Feind Gottes. Und so bitte ich dich und rufe ich dich auf: Lass dich versöhnen mit Gott durch Christus. Kehre um von deinen Sünden. Kehre um von einem Leben, das du nach deinen eigenen Vorstellungen gelebt hast, in Feindschaft mit Gott. Kehre um davon und kehre zu Gott. Glaube an Christus. Glaube daran, dass er am Kreuz für deine Sünden bezahlt hat und von Gottes Zorn auf sich genommen hat an deiner Stelle. Wer an Jesus Christus glaubt, wird ewiges Leben empfangen. Und auch Christus wird auch in dir wohnen. Wenn du an ihn glaubst, möge ihm alle Ehre zuteil werden. Amen.
Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, ich danke dir, dass du uns berufen hast, Diener der Gemeinde zu sein. Wäre es nicht dein Wille gewesen und wäre es nicht deine Gnade gewesen, würden wir immer noch im Dunkeln tappen, in der Finsternis unserer Sünde und in der Ferne, in der wir uns auch als Heiden befanden. Aber du hast dein Licht gesendet, das Licht der Offenbarung. Du hast ein Geheimnis geoffenbart, nämlich dass auch wir Anteil haben dürfen an Christus, dass auch wir Glieder sein dürfen an seinem Leib und dass dieser Christus in uns ist – in den Erlösten. Gott, wir danken dir dafür. Wir beten dich für dieses Geheimnis an. Wir staunen über den Reichtum deiner Herrlichkeit bezüglich dieses Geheimnisses. Ich bitte dich darum.
Lass uns treue Verwalter und Diener der Gemeinde sein. Du hast uns dazu berufen. Du hast uns dazu eingesetzt. Bewahre jeden vor Hochmut. Wir sind keine Päpste, wir sind keine Herrscher, wir sind Diener. Wir sind Verwalter, von dir, dem Hausherrn, eingesetzt.
Lehre uns Demut und lehre uns die Hingabe und die Opferbereitschaft eines Dieners – so wie wir sie in Christus gesehen haben, so wie wir sie in dem Vorbild des Apostel Paulus sehen. Lass uns opferbereit der Gemeinde dienen, in dem Rahmen, den du uns verordnet hast: mit den Gaben, die du uns geschenkt hast, mit der Zeit, mit den Ressourcen, mit den Talenten, die du uns geschenkt hast.
Lass uns der Gemeinde dienen in Treue und lass uns dieses Geheimnis des innerwohnenden Christus verbreiten und verkündigen. Sei es unseren Geschwistern in der Gemeinde, sei es den Ungläubigen in unserem Umfeld – lass uns auch ihnen das Geheimnis des Christus verkündigen, sodass sie zur Erkenntnis der Wahrheit und zum Glauben an Christus kommen. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.