März 8, 2026

Versöhnung mit Gott

Serie:
Passage: Kol 1:21-23

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Lasst uns zunächst die Verse für die heutige Predigt lesen: Kolosser, Kapitel 1, die Verse 21 bis 23. „Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen; sofern ihr im Glauben gegründet und festbleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.“

Lasst uns beten. Vater voller Kraft und Gnade, wir danken dir für diesen Tag. Wir haben uns dir nicht genähert; wir waren auf unseren eigenen Wegen und in unseren eigenen Gedanken. Wir waren dir fern, Vater. Wir danken dir aber dafür, dass du deinen Sohn für uns in diese Welt hingegeben hast, dass er in Menschengestalt in diese Welt gekommen ist, am Kreuz alles für uns vollbracht hat und uns mit dir versöhnt hat. Wir danken dir für die unermessliche Gnade, die du uns in deinem Sohn erwiesen hast. Schenk mir nun die Weisheit und die Kraft, dein Wort zu verkündigen. Ich möchte auch für jene bitten, die zuhören: Dass deine Hand mit ihnen sein möge und dass ihre Herzen eines Sinnes einmütig auf dein Wort ausgerichtet sein mögen. Wir danken dir, Herr. Amen.

Der Titel der heutigen Predigt lautet: Versöhnung mit Gott. Wenn wir uns die Welt anschauen, dann sehen wir oft, wie zum Beispiel zwei Länder verschiedene Konflikte und Streit haben. Dadurch entsteht eine Trennung zwischen den zwei Ländern. Wir sehen in einer solchen Situation, dass meistens eine dritte Person oder eine dritte Gruppe dazu kommt und versucht, diese zwei Länder zum Frieden zu bringen und sie wieder zu versöhnen. Diese dritte Partei stellt vielleicht bestimmte Bedingungen auf und versucht, mit diesen Bedingungen Versöhnung zwischen den beiden Gruppen zu bringen oder Frieden zu stiften. Das ist etwas, was wir heute in dieser Welt oft sehen.

Aber heute wollen wir sehen, wie Jesus Christus uns mit Gott versöhnt hat und dass er alles dafür vollbracht hat. Er hat alles auf sich genommen und hat uns mit Gott versöhnt. Im heutigen Abschnitt sehen wir, wie die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wiederhergestellt wird. Wir werden sehen, wie wichtig die Versöhnung zwischen Gott und dem Menschen ist.

Bevor wir zum heutigen Abschnitt kommen, wollen wir kurz wiederholen, was wir in den letzten Wochen gesehen haben. Wir sehen, dass Paulus den Gläubigen in Kolosse schreibt. Wir haben uns die Situation dort angeschaut und gesehen, dass es dort verschiedene Irrlehren gab. In einer solchen Situation beschreibt Paulus den Kolossern die Erhabenheit Jesu Christi.

Er beschreibt Jesus als den ewigen Sohn Gottes. Er beschreibt, dass Jesus Gott ist, dass durch ihn alles geschaffen ist und in ihm alles geschaffen ist. Auch für ihn und zu ihm ist alles geschaffen. Wir haben die Erhabenheit gesehen, die Jesus als ewiger Sohn Gottes und als Gott selbst hat.

Danach haben wir auch gesehen, dass Jesus auch als Mensch durch seine Errungenschaften erhaben ist. Wir haben gesehen, wie Paulus beschreibt, dass er in diese Welt gekommen ist, ein sündenloses Leben geführt hat, gestorben und auferweckt worden ist und von allem der Erstgeborene wurde. Wir haben zudem gesehen, dass Jesus Christus das Haupt der Gemeinde ist. Er ist in diese Welt gekommen, hat alles vollbracht und die gesamte Schöpfung wiederhergestellt. Er hat die gesamte Schöpfung in einem solchen Zustand wiederhergestellt, wie sie vor dem Sündenfall war. Wir haben damit die Errungenschaften abgeschlossen, die Jesus als Mensch vollbracht hat.

Letzte Woche haben wir die Wiederherstellung der gesamten Schöpfung gesehen. Heute werden wir die Wiederherstellung der einzelnen Person mit Gott sehen. Wir können den heutigen Abschnitt unter vier Aspekte unterteilen: Der erste Punkt lautet die Vergangenheit der Versöhnten. Der zweite Punkt lautet die Art und Weise der Versöhnung. Drittens betrachten wir das Ziel der Versöhnung und viertens die Grundlage der Versöhnung. Unter diesen vier Aspekten wollen wir uns den heutigen Abschnitt anschauen.

Lasst uns Vers 21 lesen: „Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken.“ Wir sehen hier, wie Paulus den Kolossern den Zustand beschreibt, in dem sie waren, bevor sie gerettet wurden. Wir lesen das Wort „einst entfremdet“. Entfremdet bedeutet, ausgeschlossen von Gott zu sein – abgewichen von Gott, fern von Gott und getrennt von Gott. Ja, entfremdet bedeutet, dass sie fern waren von Gott.

Im ersten Buch Mose, Kapitel 3, Vers 8, lesen wir, wie der Mensch – also Adam und seine Frau – sich vor dem Angesicht Gottes zwischen den Bäumen des Gartens versteckte. Sie sündigten und konnten nicht mehr bei Gott sein; sie versteckten sich vor ihm und mussten fern von ihm sein. Sünde führt dazu, dass sie sich von Gott entfernten. Wir können dazu noch einen weiteren Vers lesen: Jesaja, Kapitel 59, Vers 2.

In Jesaja Kapitel 59, Vers 2 heißt es: „Sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt.“ Was haben eure Vergehen gemacht? Eure Vergehungen haben eine Scheidung herbeigeführt zwischen euch und eurem Gott. Das ist diese Entfremdung von Gott. Wir sehen hier, dass eure Sünden sein Angesicht vor euch verhüllt haben, sodass er nicht hört. Das ist diese Scheidung, diese Trennung von Gott, die durch die Sünde und durch die Vergehungen verursacht wird.

Das ist der alte Zustand der Kolosser, den Paulus hier beschreibt. So waren die Kolosser: Sie waren einst entfremdet; sie waren fern von Gott. Und auch wir waren einst entfremdet und fern von Gott. Wir hatten keine Beziehung mit Ihm, wir waren getrennt von Ihm.

Paulus schreibt weiter, dass sie nicht nur entfremdet waren, sondern sie waren auch Feinde nach der Gesinnung in den bösen Werken. In ihrem Wesen waren sie Feinde Gottes. Ja, sie waren Feinde in ihrer Gesinnung und in ihren Gedanken. Das bedeutet, sie konnten nicht in einer Weise wandeln, die Gott wohlgefällig ist.

Wir können dafür auch Epheser Kapitel 4, Vers 18 lesen: „Sie sind verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens.“ Paulus sagt hier, ihr Verstand ist verfinstert; es ist dunkel. Ein weiterer Vers findet sich im 1. Buch Mose, Kapitel 6, Vers 5: „Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.“ Wir sehen hier: Gott sieht, dass das Sinnen ihrer Gedanken und ihres Herzens nur böse ist.

Wenn man so eine feindliche Gesinnung hat, führt dies dazu, dass man böse Werke tut. Diese Gesinnung bringt böse Werke hervor. Man ist ein Feind Gottes und kann Gott nicht wohlgefallen. Wir können dazu auch Markus Kapitel 7, die Verse 20 bis 23 lesen: „Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit.“

Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen. All diese bösen Dinge kommen von innen heraus, vom Herzen heraus, von der Gesinnung heraus. Diese feindliche Gesinnung bringt böse Werke hervor. Paulus macht den Kolossern deutlich: Bevor ihr gerettet wurdet, wart ihr in einem solchen Zustand. Ein solcher Mensch ist ein Feind Gottes. Diese können Gottes Wort nicht gehorchen, und auf solche wird der Zorn Gottes kommen.

Paulus stellt also ihren alten Zustand dar. Er macht deutlich: Sie waren einst entfremdet, sie waren einst Feinde. All ihr Handeln, all ihr Wirken, all ihr Leben war gegen Gott. Sie waren Feinde Gottes. Auch du, Gläubiger, warst einst in einem solchen Zustand. Du konntest Gott nicht gehorchen, du konntest nicht nach seinem Wort leben. Du bist nach deinen eigenen Gesinnungen und auf deinen eigenen Wegen gewandelt. Bevor wir gerettet wurden, haben wir uns selbst zu Gott gemacht.

Paulus macht den Zustand deutlich, in dem die Kolosser waren, bevor sie versöhnt wurden. Es ist ein Zustand, den wir uns nicht vorstellen können; ein Zustand, der feindlich gegenüber Gott ist, der entfremdet gegenüber Gott ist. Auch wir als Gläubige sollten unseren alten Zustand stets vor Augen haben. Das macht Paulus ihnen deutlich: Ihr, die ihr einst entfremdet und fern von Gott wart und euch Gott nicht nahen konntet, euch hat er nun versöhnt.

Nachdem wir uns die Vergangenheit der Versöhnten angeschaut haben, kommen wir nun zum zweiten Aspekt: die Art und Weise der Versöhnung. Im Text heißt es: „Er aber hat nun versöhnt.“ Er hat euch nun versöhnt. Es ist Gott, der euch versöhnt hat. Euch, die ihr in einem solchen Zustand wart, hat Gott versöhnt. Gott ist es, der versöhnt; es ist ein Werk Gottes. Der Mensch kann dies nicht tun. Es beschreibt, dass die Feindschaft zwischen Gott und Mensch zu Ende war.

Auch in 2. Korinther Kapitel 5, Vers 18 können wir lesen, dass Gott es ist, der uns mit sich selbst versöhnt hat. Das ist etwas, was wir nicht vollbringen können; es ist allein die Gnade Gottes. Wir lesen davon auch in Epheser Kapitel 2, Vers 13: „Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden.“

Wir sind Gott nun nahegekommen. Wir waren einst entfremdet und Feinde, aber nun sind wir versöhnt mit Gott. Das bedeutet, die Beziehung zwischen uns und Gott ist wiederhergestellt. Diese Versöhnung beschreibt die Wiederherstellung unserer Beziehung mit Gott. Wir wollen uns nun anschauen, wie er uns versöhnt hat.

Er hat nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod. Paulus sagt: versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod. Er hätte sagen können: „Er hat euch versöhnt in seinem Leib“, aber er sagt hier: „Er hat euch versöhnt in dem Leib seines Fleisches.“ Paulus stellt hier dar, dass Jesus zu hundert Prozent Mensch ist.

Wir haben gesehen, dass es diese kolossische Irrlehre gab. Man sagte, Jesus sei kein Mensch und auch kein Gott gewesen, sondern ein Engelswesen. Aufgrund dieser falschen Vorstellung von Jesus macht Paulus hier deutlich, dass Jesus zu 100 % Mensch ist. Das ist wichtig, denn durch den Menschen kam die Sünde in diese Welt, und der Mensch muss diese Sünde beheben. Der Mensch muss Gottes Strafe auf sich nehmen.

Um mit Gott versöhnt zu sein, benötigte man ein Opfer. Weder das Leben eines gewöhnlichen Menschen noch ein Opfer von ihm könnte Versöhnung mit Gott hervorbringen. Deswegen ist Jesus stellvertretend für die Menschen in diese Welt gekommen. Er ist selbst Mensch geworden, hat ein sündenloses, heiliges Leben geführt und ist für die Sünden der Menschen gestorben. Er hat Gottes Gerechtigkeit erfüllt. Jesus hat die Sünden der Menschen auf sich genommen und sie mit Gott versöhnt. Die Strafe, die die Menschen verdient haben, hat er auf seinen Leib genommen; er hat sie stellvertretend für sie getragen.

In Hebräer Kapitel 2, Vers 14 lesen wir: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil gehabt, um durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat“ – das ist der Teufel – „und um alle zu befreien, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.“ Er musste den Kindern Blutes und Fleisches in gleicher Weise teilhaftig werden. Er musste also Mensch werden und sterben, um die Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen.

Auch in Römer Kapitel 3, Vers 25 und 26 lesen wir, wie er den Zorn Gottes auf sich genommen hat. In Römer Kapitel 5, Vers 1 heißt es: „So haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Wir sind geheiligt worden durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi. Wie es auch in Hebräer 10, Vers 20 steht: Der Vorhang ist zerrissen, sodass wir uns nun Gott nahen können. Das ist es, was Jesus vollbracht hat in dem Leib seines Fleisches durch den Tod.

Das, was der Mensch verdient hätte, das, was der Mensch auf sich hätte nehmen müssen, das hat Christus an seinem Leib stellvertretend für den Menschen auf sich genommen, um ihn mit Gott zu versöhnen. Ja, wir waren einst entfremdet, wir waren einst Feinde Gottes, aber Jesus hat uns an seinem Leib durch seinen Tod mit Gott versöhnt. Er hat alles an seinem Leib aufgenommen und hat alles vollbracht. Das war die Art und Weise der Versöhnung.

Und nun wollen wir uns das Ziel der Versöhnung anschauen. Der zweite Teil von Vers 22 beschreibt dieses Ziel: um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen. „Um euch hinzustellen“ – es beschreibt etwas Zukünftiges. Wir sind bereits in unserer Stellung, in unserer Position heilig, tadellos und unsträflich, aber erst in der Zukunft können wir das vollkommen in unserem Leben anwenden. Wir können dazu auch Kolosser Kapitel 1, Vers 28 lesen: „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen.“ Vollkommen in Christus darzustellen, bedeutet, in der Zukunft so zu sein.

Heilig bedeutet, abgesondert zu sein von der Sünde und hingegeben zu sein für Gott. Es bedeutet, sündenlos und rein zu sein. Heilig zu sein und dieses Wort „tadellos“ finden wir oft auch im Alten Testament für die Tiere, die geopfert werden sollten. Diese sollten tadellos sein, ohne Fehler. Im Alten Testament lesen wir, dass die Tiere ohne Fehler sein sollten, vollkommen, ohne Makel. Tadellos bedeutet genau das: ohne Fehler vollkommen vor Gott zu sein. In solch einem Zustand werden wir vor Gott hingestellt werden.

Und dann lesen wir: unsträflich vor ihm hingestellt. Es beschreibt einen Zustand, in dem niemand uns bestrafen kann. Wir können dafür Römer Kapitel 8, die Verse 33 und 34 lesen: „Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer ist da, der verdammt? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist und der sich für uns verwendet.“ Das ist es, was unsträflich bedeutet: Niemand kann uns verdammen, niemand kann eine Anklage gegen uns erheben.

Wir sehen das Ziel der Versöhnung. Christus hat uns nicht nur versöhnt; er hat uns versöhnt, damit wir heilig und tadellos und unsträflich sind. Das ist das Ziel unserer Versöhnung.

Wir haben unseren Zustand in der Vergangenheit gesehen: Wir waren einst entfremdet, wir waren einst Feinde. Nun sehen wir unseren Zustand in der Zukunft: Wir werden heilig, tadellos und unsträflich sein. Wir werden vollkommen, perfekt und ohne Sünde vor Gott sein.

Aber das gilt auch für die jetzige Gegenwart; auch jetzt in der Gegenwart ist das unsere Stellung. In unserer Stellung sind wir Heilige, Tadellose und Unsträfliche, aber in der Realität sündigen wir, wir fallen. Dennoch können wir umkehren, und Gott ist es, der uns vergibt und uns annimmt, wenn wir umkehren. Bis Christus wiederkommt, werden wir sündigen, wir werden fallen, auch wenn wir unserer Stellung nach heilig, tadellos und unsträflich sind. Wir werden in Sünde fallen, aber Christus ist es, der uns reinigt, uns erneuert und uns heiligt – Tag für Tag, bis er wiederkommt.

Das ist der Zustand, den wir in der Zukunft haben werden. Das ist die Hoffnung, die wir haben: dass wir eines Tages heilig, tadellos und unsträflich vor ihm sein werden, vollkommen vor Gott. Das ist die Hoffnung, die wir haben sollten. Und wenn wir als Gläubige diese Hoffnung vor unseren Augen haben und sündigen, dann sollten wir von unserer Sünde umkehren. Das ist das Ziel unserer Versöhnung: dass wir eines Tages in der Zukunft vollkommen vor Gott hingestellt, nach seinem Bild verwandelt werden und vor ihm sein werden.

Wir haben uns nun drei Aspekte angeschaut und wollen zum letzten Aspekt kommen. In Vers 23 lesen wir von einer Bedingung des Paulus. Die Bedingung lautet: „Sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt.“

Wir haben es auch vorhin gesehen, dass Paulus nicht nur gesagt hat, er habe euch versöhnt in seinem Leib, sondern „in dem Leib seines Fleisches“. Auch hier hätte Paulus nur wenige Worte verwenden und einfach sagen können: „Bleibt fest im Glauben, lasst euch nicht abbringen von der Hoffnung des Evangeliums.“

Er sagt, sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst. Dieses Gegründet- und Gefestigtsein können wir uns wie bei einem Gebäude vorstellen: Es ist gegründet, es ist fest und es lässt sich nicht abbringen. Er beschreibt, dass die Gläubigen gegründet und fest bleiben und sich nicht abbringen lassen sollen. Das heißt, sie sollen nicht hin- und hergezogen werden; sie sollen ausharren und festhalten. Sofern ihr im Glauben gegründet und festbleibt und euch nicht abbringen lasst, dann wird das geschehen.

Wenn diese Bedingung erfüllt ist, dann ist auch das erfüllt, was in Vers 22 beschrieben wird. Also: Sofern ihr im Glauben gegründet und festbleibt, dann seid ihr heilig und tadellos vor ihm hingestellt. Was hier gesagt wird, ist: Wenn ihr die Bedingung aus Vers 23 erfüllt – sofern ihr also im Glauben gegründet und festbleibt und euch nicht abbringen lasst – dann ist auch Vers 22 erfüllt, und ihr werdet heilig und tadellos vor ihm hingestellt werden.

Wenn ihr nun diese Bedingung hört, kann eine Frage bei euch aufkommen: Bedeutet es, dass ich mein Heil verliere, wenn ich diese Bedingungen nicht erfülle? Ein Gläubiger kann niemals sein Heil verlieren. Es gibt viele Verse, die zeigen, dass ein Gläubiger sein Heil nicht verlieren kann. Wir wollen uns dafür Johannes Kapitel 6, Vers 39 anschauen: „Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat: dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag.“ Dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere.

Dann schauen wir auch in Johannes Kapitel 10, Vers 28: „Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“ Jesus sagt hier, dass sie in Ewigkeit nicht verloren gehen und niemand sie aus seiner Hand rauben wird. Ich könnte dazu auch Römer 8 lesen oder Judas, Vers 24. Wahre Gläubige werden von Gott bewahrt. Ein wahrer Gläubiger harrt in dem Evangelium aus, das er gehört hat.

Wir lesen von der gleichen Bedingung auch in 1. Korinther Kapitel 15, Vers 2: „…durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.“ Ein wahrer Gläubiger harrt im Glauben aus. So ist diese Bedingung vielmehr ein Beweis für einen wahren Gläubigen. Es ist der Beweis eines wahren Versöhnten: Ein wahrer Gläubiger ist gegründet und fest im Glauben; er harrt im Glauben aus.

Vielleicht, wenn wir uns die Gemeinde anschauen, dann sehen wir oft Menschen, die getauft wurden. Wir sehen Menschen, die getauft wurden, die von Kindheit an zum Gottesdienst kommen und sagen, dass sie Christen seien. Sie können Wochen und Tage dabei sein, aber es kann sein, dass sie nach einer bestimmten Zeit von Gott abfallen. Diese waren niemals wahre Gläubige, diese waren niemals wahrhaft gerettet.

Wir können das verstehen, wenn wir 1. Johannes Kapitel 2, Vers 19 lesen: „Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, würden sie wohl bei uns geblieben sein. Aber sie blieben nicht, damit offenbar würde, dass sie alle nicht von uns sind.“ Ja, wir lesen hier, dass jene, die bei uns gewesen waren, nicht von uns waren. Denn wenn sie von uns gewesen wären, wären sie wohl bei uns geblieben. Sie blieben jedoch nicht, damit offenbar wurde, dass sie nicht alle von uns sind.

Was hier beschrieben wird, ist, dass jene, die gegangen sind, niemals wahre Gläubige waren. Ein wahrer Gläubiger harrt aus im Glauben. Er bleibt fest im Glauben und ist darin gegründet. Vielmehr zeigt dieser Vers den Beweis dafür, dass man wahrhaftig versöhnt wurde. Und auch das vermögen wir nicht aus uns selbst heraus; wir können nicht aus eigener Kraft gegründet und fest im Glauben stehen. Es ist Gott, der uns festigt. Christus ist es, der gegründet und fest ist. Er ist es, der uns festhält.

Wie Paulus hier beschreibt, lässt sich ein wahrer Gläubiger nicht von Irrlehre abbringen. Er ist fest im Glauben, er harrt darin aus und ist fest gegründet im Evangelium. Das ist der Beweis der Versöhnung, das ist das Kennzeichen der Versöhnten. Trotz aller Probleme ist Christus, der uns erlöst hat, derjenige, der fest gegründet ist. Auf ihn können wir vertrauen. Die Verantwortung des Gläubigen ist es, Gott zu gehorchen.

Wir haben uns diese vier Aspekte heute angeschaut und konnten darin unseren Zustand in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch in der Zukunft sehen. Am Ende lesen wir von der Hoffnung des Evangeliums, die in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel gepredigt worden ist und deren Diener ich, Paulus, geworden bin. Wir lesen von dieser Hoffnung des Evangeliums, das die Kolosser gehört haben und das in der ganzen Schöpfung verkündet worden ist. Wir lesen davon auch in Kolosser Kapitel 1, Vers 6, nämlich vom Evangelium, das zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt ist und Frucht bringt und wächst.

Ja, das sagt Paulus: Lasst euch nicht abbringen von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das auch in der ganzen Schöpfung geprägt worden ist. In Kapitel 1, Vers 6 lesen wir, dass es zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt ist und Frucht bringt. Das heißt, das Evangelium ist es, das den Menschen verändert. Das Evangelium wird in der gesamten Schöpfung verkündigt, zu allen Menschen. Menschen kehren um, sie glauben, und es bringt Frucht. Die Irrlehrer tun das nicht. Dieses Evangelium allein kann den Menschen verändern; dieses Evangelium allein kann den Menschen zu Gott bringen.

Wir lesen, dass Paulus ein Diener des Evangeliums war. Er hat sein Leben hingegeben. In all seinen Briefen lesen wir von den Leiden und Bedrängnissen, die Paulus durch die Verkündigung des Evangeliums hatte. Auch am Ende hat er sein Leben für das Evangelium hingegeben. Wenn du nicht an Jesus glaubst, wenn du ungläubig bist, dann bist du entfremdet und ein Feind Gottes. Das ist es, was Paulus beschreibt. Die Kolosser waren einst entfremdet, sie waren einst Feinde. Wenn du Jesus nicht annimmst, dann wirst du gerichtet werden.

Jesus Christus allein – nur durch ihn kannst du mit Gott versöhnt werden. Denn er hat alles in dieser Welt vollbracht; nur in ihm haben wir Heil und Rettung. Kehre um, glaube an ihn und nimm ihn an. Und du als Gläubiger weißt, dass du mit Gott versöhnt worden bist. Wir wurden versöhnt mit einem Zweck, mit einem Ziel: Wir werden einst in der Zukunft heilig, tadellos und unsträflich vor ihm sein. Wir sollten jetzt in der Gegenwart in unserem Leben wachsen, in unserer Heiligung. Wir sollten von Sünden ablassen und davon umkehren. Wir sollten Christus in seinen Schritten nachfolgen und in sein Bild verwandelt werden.

Wir können nicht mehr diese alte Gesinnung haben, die wir in unserem alten Zustand hatten, dass wir aus uns selbst etwas hervorbringen können. Wir müssen auf Gott vertrauen, denn er hat alles vollbracht. Wir haben den Beweis der Versöhnung gesehen, den Beweis der Versöhnten und der wahren Gläubigen: dass sie nämlich im Glauben gegründet sind und fest bleiben, dass sie das Wort Gottes festhalten, dass sie in Gott gegründet sind und sich von ihm abhängig machen. Wir haben von diesem erhabenen Gott gesehen: Jesus Christus, dieser erhabene Gott, ist Mensch geworden und in die Welt gekommen für uns – für uns, die wir einst entfremdet waren, für uns, die wir einst Feinde Gottes waren. Für uns ist er in Menschengestalt in diese Welt gekommen.

Er hat uns nicht nur gerettet, er hat uns nicht nur versöhnt, er wird uns heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinstellen lassen. Wir haben diese Hoffnung, eines Tages vollkommen vor ihm dazustehen. Wir sollten das vor Augen haben und darüber nachsinnen. Es ist etwas Unvorstellbares für uns: Wir werden so vor Gott sein. Und deswegen sollten wir festbleiben im Glauben, gegründet sein im Glauben und uns abhängig machen von ihm.

Wir wissen nicht, was in dieser Welt passieren wird oder was mit uns passieren wird, aber Gott hat alles vollbracht, und wir sollten auf ihn ausgerichtet leben. Amen.

Lass uns beten. Vater, wir danken dafür, dass du deinen Sohn für uns hingegeben hast, sodass wir eine Beziehung mit dir haben können und unsere Beziehung mit dir wiederhergestellt ist. Wir danken dir für deinen Sohn, dass er so ein erhabener Gott ist und dennoch in Menschengestalt in diese Welt gekommen ist. Wir danken dafür, dass du uns versöhnt hast. Hilf, dass wir fest und gegründet sind im Glauben und dass dies in unserem Leben sichtbar wird. Wir danken dir, Herr. Amen.

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