Der Kampf des Dieners
Kolosser 2:1-5 Der Kampf des Dieners
Lasst uns zunächst die Verse für die heutige Predigt lesen. Kolosserbrief Kapitel 2, die Verse 1 bis 5:
„Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch und die in Laodizea und alle, die mein leibliches Angesicht nicht gesehen haben, damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit des Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind. Dies sage ich aber, damit niemand euch verführt durch überredende Worte. Denn wenn ich auch dem Leib nach abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch, freue mich und sehe eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.“
Von Kolosser Kapitel 1, Vers 24 bis Kolosser, Kapitel 2, Vers 5 beschreibt Paulus seinen Dienst. Wir haben zunächst gesehen, wie Paulus sich freut in den Leiden und Bedrängnissen seines Dienstes. Am Ende von Kapitel 1 sagt Paulus, dass er sich in seinem Dienst bemüht und kämpfend ringt, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen. In gleicher Weise lesen wir im heutigen Abschnitt in Vers 1 von dem großen Kampf, den Paulus hat. Lasst uns nun Kolosser, Kapitel 2, Vers 1 lesen.
In Vers 1, lesen wir von dem großen Kampf, den Paulus hat. Das Wort „Kampf“ haben wir auch in der vergangenen Woche in Kapitel 1 Vers 29 gesehen. Das Wort beschreibt unter anderem den Kampf und die Mühe eines Athleten, der an den olympischen Spielen teilnimmt. Kampf bedeutet ringen wie im Wrestling. Es bedeutet sich abzumühen, zu kämpfen und zu leiden. Und Paulus sagt nicht nur Kampf, sondern er sagt, dass er einen großen Kampf hat. Der Kampf von Paulus ist unbeschreiblich groß. Lasst uns einige Verse lesen, um diesen großen Kampf zu verstehen. 2.Korinther, Kapitel 6, die Verse 3 bis 10:
„Und wir geben in keiner Sache irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde, sondern in allem empfehlen wir uns als Gottes Diener, in vielem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Tumulten, in Mühen, in Wachen, in Fasten; in Reinheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Güte, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; im Reden der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Unehre, durch böse und gute Nachrede, als Verführer und Wahrhaftige; als Unbekannte und Wohlbekannte; als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte und doch nicht getötet; als Traurige, aber allezeit uns freuend; als Arme, aber viele reich machend; als nichts habend und doch alles besitzend.“
Ähnliches lesen wir auch in 2.Korinther, Kapitel 4, Verse 8-13 und 2.Korinther, Kapitel 11, die Verse 23 bis 28. Wir lesen von all dem körperlichen Leid und Kampf, den Paulus in diesen Versen beschreibt. In Galater 4:19 lesen wir:
„Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat.“
Paulus sagt, dass er Geburtswehen erleidet. Es zeigt diesen inneren Kampf, den Paulus hat für die Gläubigen. Der Kampf von Paulus ist groß. Sein Kampf ist verbunden mit körperlichem und innerem Leid. Für wen kämpft Paulus in einer solchen Weise? In Kolosser 2, Vers 1, lesen wir:
„Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch und die in Laodizea und alle, die mein leibliches Angesicht nicht gesehen haben“
Er kämpft für die Kolosser, für die in Laodizea und für die, welche er mit seinem leiblichen Angesicht nicht gesehen hat. Paulus hat die Kolosser und die in Laodizea nicht gesehen. Er kämpft für die Kolosser, für die in Laodizea und für die in Hierapolis (Kolosser 4:13). Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, dass Paulus diese Menschen nicht gesehen hat. Es ist Epaphras, der ihn von den Gemeinden berichtet hat. Paulus kämpft für Gläubige, die er selbst nicht gesehen hat. Obwohl er sie nicht gesehen hat, können wir die Fürsorge und die Liebe von Paulus für diese Menschen erkennen. Er sagt außerdem in Vers 1: „denn ich will, dass ihr wisst…“ Die Gläubigen sollen wissen und erkennen, dass Paulus für sie kämpft. Paulus ist nicht bei ihnen und er hat sie nicht gesehen, aber er will, dass die Gläubigen seine Liebe und Fürsorge erkennen. Paulus beschwert sich hier nicht über seinen Kampf. Er möchte vielmehr, dass die Gläubigen seine Fürsorge in seinem Kampf sehen. Lasst uns nun zu Vers 2 kommen:
„damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit des Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus“
Wozu kämpft Paulus? Was ist das Ziel und der Zweck seines Kampfes. Zunächst kämpft er, „damit ihre Herzen getröstet werden.“ Ihre Herzen sollen getröstet werden. Ihr Herz beschreibt ihre Gesinnung. Denn vom dem Herzen kommen die Gedanken und Gesinnungen des Menschen. Getröstet zu werden bedeutet ermutigt und vor allem gestärkt zu werden. Warum müssen ihre Herzen getröstet und ermutigt werden? Wir haben gesehen, dass es zu Irrlehren in Kolossä kam. Nicht nur das, die Kolosser leben in einer sündigen Welt, die geprägt ist von Sünde, Bedrängnis und Trauer. Das sind die Gründe, weshalb ihre Herzen gestärkt und getröstet werden mussten. Wie werden ihre Herzen nun getröstet und gestärkt? Lasst uns 2.Thessalonicher Kapitel 2, die Verse 16 und 17 lesen:
„Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott unser Vater, der uns geliebt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, tröste eure Herzen und stärke sie in jedem guten Werk und Wort.“
Es ist in der Gnade Gottes und durch das Evangelium, dass unsere Herzen getröstet werden. Zudem lesen wir in Epheser 3:16, dass die Gläubigen mit Kraft gestärkt werden sollen durch den Geist an dem inneren Menschen. Es ist also das Evangelium und der Heilige Geist, der durch das Evangelium unsere Herzen stärkt und tröstet. Es ist wichtig, dass unsere Herzen getröstet werden. Denn wenn unsere Herzen getröstet werden, können wir feststehen. Erst dann werden wir vor der Welt und ihren Irrlehren bewahrt. Im Evangelium allein finden wir diesen Trost. Wir sehen wie Paulus kämpft, damit ihre Herzen getröstet werden. Es wird deutlich, dass ein wahrer Diener kämpfen muss und diese Fürsorge für die Gläubigen zeigen muss. Wir haben in der vergangenen Woche gesehen, dass wir alle Diener sind. Kämpfen wir für unsere Geschwister in einer solchen Weise? Verkündigen wir uns gegenseitig das Evangelium und stärken die Herzen unserer Geschwister? Paulus hat die Gläubigen nicht gesehen. Wir sitzen nebeneinander. Wie steht es mit unserem Kampf und unserer Liebe?
Paulus kämpft also, damit ihre Herzen getröstet werden und, dass sie „vereinigt sind in Liebe“. Das Wort vereinigt bedeutet vereinigt zu sein in einer Sache. Es bedeutet, dass man zusammengefügt und verbunden ist. Es beschreibt die Einheit und die gleiche Gesinnung der Gläubigen. Wir lesen davon in Apostelgeschichte, Kapitel 4, Vers 32: „Die Menge derer aber, die gläubig wurden, war ein Herz und eine Seele. Ein Herz und eine Seele beschreiben die gleiche Gesinnung und die Einheit der Gläubigen in der Gemeinde. In Galater, Kapitel 3, Vers 28 lesen wir, dass wir alle „einer in Christus Jesus sind.“ Der Vers im Galaterbrief macht deutlich, dass die Gläubigen in ihrer Stellung und Position in der Gemeinde vereint sind. Warum möchte Paulus nun, dass sie vereinigt sind? Er möchte, dass sie vereinigt sind in Liebe. Sie sind schon vereinigt in ihrer Stellung in Christus, aber sie sollen auch in ihrem Wandel und Leben vereinigt sein. Deshalb sagt Paulus „in Liebe“. Liebe bedeutet Demut. Wir lesen davon in Philipper 2:2-4: „so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen.“ Einheit in Liebe ist gekennzeichnet von Demut. In 1.Johannes, Kapitel 3, den Versen 16 bis 17, lesen wir was Liebe noch bedeutet. Liebe bedeutet sein Leben vollkommen hinzugeben für den Bruder. Wir sind vereinigt in Liebe, wenn wir in Demut und vollkommener Aufopferung und Hingabe wandeln. Wede die jüdische Gesetzlichkeit noch die heidnischen Philosophien können die Kolosser vereinen. Es ist allein das Evangelium. Das Evangelium allein tröstet unsere Herzen und vereinigt uns in Liebe. Paulus kämpft also, dass ihre Herzen getröstet werden, dass sie vereinigt sind in Liebe. Er kämpft außerdem für folgendes:
„und zu allem Reichtum an Gewissheit des Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus“
Er möchte, dass die Kolosser zu allem Reichtum gelangen. Es ist der Reichtum an Gewissheit, und zwar Gewissheit bezüglich des Geheimnisses Gottes, das ist Christus. Paulus möchte, dass die Kolosser Gewissheit haben in dem Verständnis und in der Erkenntnis des Geheimnisses Gottes. Sie sollen also das Geheimnis Gottes erkennen, verstehen und darin überzeugt sein. Geheimnis beschreibt etwas verborgenes, das offenbart wird. Was ist das Geheimnis Gottes? Es ist Jesus Christus. Der verborgene Gott, der sich offenbart hat. Er ist das Geheimnis, von dem wir auch in 1.Timotheus, Kapitel 3, Vers 16 lesen. Es zeigt uns auch, dass Jesus selbst Gott ist, der sich offenbart hat. Erst wenn wir Gewissheit haben in dem Verständnis und in der Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, erfahren wir den Reichtum, den wir in Christus haben. Wenn wir Gewissheit haben in Jesus Christus, welcher allein das Geheimnis Gottes ist, genießen wir den Reichtum, den wir ihn ihm haben. Wir müssen gewiss und überzeugt sein von dem, wer Jesus Christus ist, denn Christus selbst ist unser Reichtum. Wir haben bereits in Kolosser, Kapitel 1 ab Vers 15 gesehen, dass er der Erstgeborene aller Schöpfung ist. Alles ist durch ihn, in ihm und zu ihm hin geschaffen worden. Er hat uns Reichtum geschenkt durch alles, was er vollbracht hat. Er hat uns allen Reichtum geschenkt, indem er uns gerettet und Leben geschenkt hat. Er hat uns allen Reichtum geschenkt, indem er uns ewiges Leben geschenkt hat. All diesen Reichtum können wir erst genießen, wenn wir Gewissheit haben in dem Verständnis und der Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, welches Jesus Christus ist. Das war das Problem der Irrlehren in Kolossä. Die Irrlehrer sagten, dass Jesus nicht genug wäre. Paulus macht deutlich, dass in ihm aller Reichtum ist und dass wir diesen Reichtum erfahren, wenn wir Gewissheit und Zuversicht haben in Christus. Gewissheit in dem, wer er ist und was er vollbracht hat.
Dies sind die drei Aspekte, für die Paulus kämpft. Ihre Herzen sollen getröstet werden, sie sollen vereinigt sein in Liebe, und zu allem Reichtum kommen durch Gewissheit in dem Geheimnis Gottes, welches Christus ist. In seinem Kampf geht es um die Verkündigung von Jesus Christus und dem Evangelium. Lasst uns nun zu Vers 3 kommen:
„in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.“
Paulus macht deutlich, dass in Christus alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind. Ein Schatz beschreibt eine Sammelstelle, also ein Ort wo etwas gesammelt wird. In Christus sind nicht nur manche, sondern alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis. Erkenntnis bedeutet etwas zu verstehen und zu erkennen. Weisheit bedeutet das Erkannte anzuwenden und dementsprechend zu leben. Also alles, was wir erkennen müssen und alles wonach wir leben müssen ist in Christus verborgen. Es ist nicht vor uns verborgen, sondern alles ist in ihm. Paulus betont, dass Christus allein genugsam ist. Er allein reicht. Die Kolosser benötigen weder die jüdischen Gesetze noch die heidnischen Philosophien. Christus allein ist genugsam und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.
Lasst uns zu Vers 4 kommen:
„Dies sage ich aber, damit niemand euch verführe durch überredende Worte.“
Überredende Worte sind Worte, die glaubwürdig klingen. Sie scheinen wie gute Argumente, die der Wahrheit entsprechen. Aber diese Worte sind falsch und voller Lüge. Paulus möchte, dass sie durch die überredenden Worte nicht verführt werden. Verführt werden bedeutet irregeführt zu werden. Es bedeutet betrogen zu werden. Lasst uns in Epheser, Kapitel 4, Vers 14 lesen. Wir lesen im Epheserbrief, dass sie „nicht Unmündige sein sollen. Sie sollen nicht hin- und hergeworfen werden von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnen Irrtum.“ In Römer Kapitel 16, Vers 18 spricht Paulus von solchen, die „nicht dem Herrn dienen, sondern sich selbst. Sie verführen die Herzen der Arglosen durch süße Worte und schöne Reden. „Paulus schreibt: „Dies sage ich aber“. Paulus kämpft und betont all das, damit die Kolosser nicht betrogen und verführt werden durch die Irrlehren. Er macht deutlich, dass Christus genug ist. In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.
Vers 5:
„Denn wenn ich auch dem Leib nach abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch, freue mich und sehe eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.“
Paulus ist dem Leibe nach abwesend. Er befindet sich im Hausarrest in Rom. Jedoch ist er im Geist bei den Kolossern. Er ist im Geist bei ihnen, da sie Gemeinschaft haben in Christus. Und Paulus freut sich aufgrund der Ordnung und Festigkeit ihres Glaubens an Christus. Ordnung und Festigkeit bezeichnet das Ausharren im Glauben. Es zeigt, dass die Kolosser fest stehen im Glauben und Paulus freut sich über dies. Er warnt sie jedoch weiterhin fest zu stehen im Glauben.
Was können wir von diesem Abschnitt lernen?
Wenn du gläubig bist, dann bist du ein Diener. Diene deine Geschwister, indem du ihre Herzen tröstest durch das Evangelium. Lasst uns Gläubige sein, die vereinigt in Liebe wandeln, indem wir in Demut und Hingabe für unsere Geschwister wandeln. Wachse in der Erkenntnis des Geheimnis Gottes, das ist Christus, um den Reichtum, den wir in Christus haben zu genießen.
Wenn du nicht an Jesus glaubst, kehre um und glaube an ihn. Er allein ist genugsam, denn in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.