July 26, 2026

Der Weg Gottes oder der Weg des Menschen

Series:
Passage: Matthäus 16:21-24

Automatisch generiertes Transkript

Lass uns beten. Himmlischer Vater, wir danken dir für Lieder, die du uns gegeben hast, die deine Wahrheiten neu vor unsere Augen bringen und uns ausrichten auf dein Wort. Danke für die Wahrheit, Herr, die wir auch gerade besungen haben, dass deine Gemeinde feststeht.

Und Herr, sie steht nicht fest, weil sie auf Menschen gebaut ist. Sie steht fest, weil dein Sohn sie erkauft hat, weil dein Sohn sie baut und weil dein Sohn Jesus der feste Grund ist. Und Herr, wenn wir jetzt zusammenkommen, auch als die Erkauften, um dein Wort zu hören, so öffne unser Herz.

Herr, ist es nicht so, dass wir immer wieder abgelenkt, unkonzentriert, auf andere Dinge schauend, nicht aufmerksam sind? So behüte uns, Herr, sodass wir aufmerksam sind, ausgerichtet auf dein Wort, ausgerichtet auf das, was du uns zu sagen hast, damit wir dir Ehre bringen. In Jesu Namen. Amen.

Bitte setzt euch. Schlagen wir auf Matthäus Kapitel 16. Matthäus Kapitel 16. Und wie wir in unserer Neutestament-Lesung schon bereits gehört haben, sind wir in einem Text, der uns schon seit einigen Wochen begleitet. Wir kommen heute zum Ende unserer kleinen Serie über die Gemeinde. In den vergangenen Wochen sind wir gemeinsam Schritt für Schritt durch diesen Abschnitt gegangen.

Und wenn wir zurückblicken, erkennen wir, dass Matthäus uns nicht einfach nur eine Lehre über die Gemeinde gibt, sondern was Matthäus tut, Stück für Stück, führt er uns an das Wesen der Gemeinde heran. Zuerst stellte Jesus die sehr wichtige Frage, die ein Mensch in seinem Leben immer beantworten muss. Und wir haben angefangen in den Versen 13, aber in 15 ist die Frage: „Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich bin?“

Und diese Frage, als sie kam, hat Petrus bekannt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Und damit wurde für uns alle und auch für Petrus und die Jünger etwas sehr Wichtiges klar: Jesus ist nicht einfach ein Prophet, er ist nicht einfach ein guter Lehrer, er ist kein religiöser Führer, sondern der verheißene Messias, der ewige Sohn Gottes, der König, auf den das gesamte Alte Testament hindeutet. Doch Jesus bleibt bei dieser Erkenntnis nicht stehen. Er geht weiter.

Also, nachdem wir gesehen haben, wer Jesus ist, haben wir uns in der nächsten Predigt damit beschäftigt, was Jesus tut. Und wir haben festgestellt, dass Jesus sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Und das ist wichtig für uns, weil nicht Menschen die Gemeinde bauen, weil nicht Pastoren oder Älteste, Programme oder strategische Überlegungen und strategische Züge die Gemeinde bauen. Christus Jesus selbst baut seine Gemeinde.

Die letzte Woche, in zwei Teilen, haben wir uns angeschaut, wie er seine Gemeinde baut. Wir haben gesehen, er gebraucht keine politische Macht, er gebraucht keine militärische Stärke und er benötigt auch und nutzt auch keine menschliche Weisheit. Er gebraucht das Evangelium, das er seiner Gemeinde anvertraut hat, um Menschen aus der Herrschaft der Finsternis in das Reich seines Sohnes zu rufen. Also, was ist das Mittel, das Jesus nutzt, um die Gemeinde zu bauen? Es ist sein Wort.

Bisher könnte man denken, dass Matthäus uns einfach nur einige wichtige Wahrheiten über Christus und seine Gemeinde lehren möchte. Doch genau hier überrascht uns der Text, denn ab Vers 21 sehen wir eine Veränderung im gesamten Ablauf dieses Abschnittes. Matthäus leitet ein in Vers 21, indem er sagt: „Von dieser Zeit an begann Jesus.“ Und das ist kein zufälliger Satz. Es ist und deutet und zeigt uns einen Wendepunkt.

Bis jetzt war die Frage: „Wer ist dieser Jesus?“ Von jetzt an richtet sich der Blick auf eine andere Frage. Und diese andere Frage ist: Es ist nicht mehr, wer ist Jesus, sondern die Frage ist: „Wirst du Jesus folgen?“ Lass mich dich nochmal fragen. Die Frage ab jetzt ist: „Wirst du Jesus folgen?“ Und genau hier, wie wir heute in diesem Text sehen werden, beginnt ein Konflikt. Denn der Weg Jesu ist nicht der Weg, den Menschen erwarten oder Menschen wollen. Er ist nicht der Weg, der von uns Natur aus unserer Natur entspricht. Er widerspricht unserem Denken, er widerspricht jeglichen Instinkten und er widerspricht unseren Vorstellungen von Erfolg. Er widerspricht unseren Vorstellungen von Größe und er widerspricht allen menschlichen Vorstellungen von Herrlichkeit.

Während wir Menschen nach einer Krone suchen, führt Gott zuerst zum Kreuz. Während wir Leben gewinnen wollen, spricht Jesus davon, unser Leben zu verlieren. Und genau deswegen und genau aus diesem Grund ist dieser Abschnitt für uns heute aktuell und relevant. Denn der Kampf, den wir in Matthäus 16 heute sehen werden, ist nicht ein Kampf von Petrus oder ein Kampf der ersten Jünger, sondern es ist ein Kampf, der in jedem Herzen des Menschen stattfindet.

Die Frage lautet deshalb nicht nur, wer ist Jesus, sondern: Bin ich bereit, Jesus auf seinem Weg zu folgen? Oder möchte ich lieber, dass Jesus meinem Weg folgt? Das bedeutet, es genügt nicht, Jesus richtig zu bekennen, wenn wir nicht bereit sind, ihm auf seinem Weg nachzufolgen. Genau mit dieser Frage führt uns Matthäus zum Höhepunkt dieses Abschnittes.

Der Titel der heutigen Predigt lautet: „Der Weg Gottes oder der Weg des Menschen“. Der Weg Gottes oder der Weg des Menschen. In Matthäus 16, 21 bis 26 zeigt uns Jesus vier Wahrheiten über Gottes Weg, damit wir prüfen, ob wir ihm folgen. Damit wir prüfen, ob wir ihm folgen.

Und die vier Punkte sind: Gottes Weg führt durch das Kreuz. Zweiter Punkt: Der Mensch lehnt Gottes Weg ab. Der dritte: Der Jünger folgt Gottes Weg. Und der letzte Punkt: Gottes Weg führt zum ewigen Leben.

Lasst uns beginnen mit unserem ersten Punkt: Gottes Weg führt durch das Kreuz. Von der Zeit an, ich lese Vers 21: „Von der Zeit an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“

Wie bereits erwähnt, in Vers 21 sind wir in einem Wendepunkt. Jesus sagt, von dort an schreibt Matthäus. Also das bedeutet, bevor dieser Zeit wurde diese Information nicht den Jüngern in dieser Klarheit und in dieser Form weitergegeben. Und Jesus beginnt hier zu sagen: „Von dieser Zeit an…“ Und jetzt ist hier ganz wichtig, weil ein kleines Wort ist hier, das wir oft vergessen, übersehen. Und schau genau auf den Text. Er sagt: „Von der Zeit an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen…“ Und was ist das nächste Wort? „…müsse.“

Jesus sagt, dass er nach Jerusalem gehen muss. Das ist ein kleines, aber es ist ein gewaltiges Wort. Jesus sagt nicht: „Ich werde vielleicht, ich werde höchstwahrscheinlich.“ Er sagt nicht: „Wenn alle ihren Part oder ihren Dienst gut tun.“ Jesus sagt, er muss. Warum? Liebe Geschwister, das Kreuz ist nicht ein Unfall der Geschichte. Es ist nicht ein Missgeschick. Das Kreuz ist kein Missverständnis.

Geschwister, das Kreuz ist ein von Ewigkeiten her, beginnend in 1. Mose 3, Vers 15, vorhergesagtes, vorherbestimmtes Ereignis Gottes. Geschwister, das bedeutet, es war nicht das Scheitern eines guten Lehrers oder Dieners. Es war nicht der Sieg der Pharisäer. Es war auch nicht die Überlegenheit des Römischen Reiches. Es war der ewige, vorbestimmte Heilsplan Gottes. Und das ist uns bewusst, richtig? Jesaja Kapitel 53. Erinnern wir uns? Psalm 22.

Jesus musste nicht sterben, weil die Menschen stärker waren als er. Er musste sterben, weil der Vater diesen Weg beschlossen hatte und der Sohn sich vollkommen diesem Willen des Vaters untergeordnet hat. Nun, nachdem Jesus diese göttliche Notwendigkeit ausgesprochen hat, beschreibt er nun vier Stationen seines Weges. Lasst uns diese vier Stationen genauer anschauen.

Unsere erste Station ist, dass Jesus sagt, er muss nach Jerusalem hingehen. Und die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Warum Jerusalem? Warum konnte Jesus nicht in Galiläa sterben? Wieso konnte Jesus nicht in Rom sterben? Wieso muss das Jerusalem sein? Naja, zunächst einmal, der Tempel war dort. Der Tempel, die Begegnungsstätte mit Gott. Der Ort, wo Menschen Gott sich nahten. Es war aber auch der Ort, wo täglich Opfer gebracht wurden. Nicht nur das, die religiöse Führung, die Elite, die Führung, das Riege des jüdischen Volkes war in Jerusalem. Und nicht nur das, liebe Geschwister. Genau dort sollte das Lamm Gottes geschlachtet werden. Der Ort war kein Zufall. Er gehört zum Heilsplan Gottes.

Aber schaut nochmal auf den Text. Jesus sagt nicht nur, wohin er gehen muss, er sagt nicht nur den Ort oder die geografische Lage. Er sagt auch, durch wen sein Leiden kommen wird, richtig? Schaut auf den Text bitte. Er sagt hier in Vers 21: nicht nur den Ort, sondern auch die genauen Personen, die beteiligt sein werden an seiner Verurteilung und an seinem Tod. Er sagt drei Gruppen, eine Aufzählung von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Seht ihr, wie akkurat und genau Gottes Wort hier funktioniert?

Diese drei Gruppen bilden zusammen den Hohen Rat, der auch als Sanhedrin bekannt ist. Das ist die höchste religiöse Autorität. Die Ältesten waren die angesehenen Führer des Volkes, die Hohenpriester waren zuständig für den Tempeldienst, also die Opfernden. Und die Schriftgelehrten waren die Theologen und die Ausleger des Gesetzes.

Und hört genau zu, liebe Geschwister. Das ist wichtig, gerade diejenigen, deren einzige Aufgabe es war, anhand der vorhergegangenen Offenbarung, den Messias zu erkennen, werden ihn verwerfen, werden ihn verurteilen und werden ihn töten. Ist das nicht tragisch? Die Hirten Israels verwerfen den wahren Hirten. Die Männer des Tempels verwerfen das wahre Opfer. Die Kenner der Schrift verwerfen den, die die Schrift kennen, verwerfen den, auf den die gesamte Schrift hinweist.

Das ist kein Zufall. Matthäus beschreibt in Kapitel 9, in Kapitel 12 und in Kapitel 15, wie sich diese einzelnen religiösen Gruppen gegen Jesus verschworen haben oder verschwören, verschwören immer mehr. Sogar in Kapitel 15, kurz vor Kapitel 16, wollen sie Wunder sehen. Sie kommen zu Jesus und sagen, frage nach Wunder. Der Widerstand gegen Jesus nimmt zu. Doch auch das geschieht nicht außerhalb des Willens Gottes. Selbst die Ablehnung durch die religiösen Führer dient letztendlich dazu, den Heilsplan Gottes zu erfüllen.

Also, wir haben gesehen, er muss nach Jerusalem. Wir haben gesehen, genau die Personen, die gegen ihn vorgehen werden. Und jetzt sehen wir zweitens, was er tun muss: Er muss leiden. Schaut auf den Text. Er muss leiden, steht. Jesus spricht nicht einfach von Tod, sondern es ist hier eine Differenzierung. Er muss leiden. Er wurde verspottet, verworfen, geschlagen, verlassen und er wurde gedemütigt.

Liebe Freunde, siehst du unseren Retter, der Herrlichkeit verdient? Der ewige Schöpfer ist, der der Messias ist, wie er nicht einfach nur stirbt. Der geht nicht einfach nach Jerusalem und fällt tot um und alles ist gut. Er muss leiden. Er muss durch die aktiven Gewaltverbrechen der Menschen durchgehen. Der König kommt nicht zuerst in Herrlichkeit, sondern in Erniedrigung.

Gut. Er geht nach Jerusalem, die religiöse Elite ist gegen ihn, er muss leiden. Und dann sehen wir, bevor es zum Finale kommt, er muss getötet werden. Das ist das Nächste, sehen wir in Vers 21. Und die Schriftgelehrten vieles leiden, und dann sagt der Text, getötet werden. Doch Jesus endet nicht am Kreuz. Sorry. Hier erschüttert Jesus die Erwartung seiner Jünger. Und wir, was wir machen, und das ist unser Fehler, wir lesen die Schrift und lesen diese Bibel mit unserem Wissen, das wir schon haben.

Aber wie hat der Text angefangen hier in Vers 21? Von der Zeit an begann Jesus. Was bedeutet das? Das ist neue Information für die Jünger. Das bedeutet, die Jünger haben auch was erwartet. Sie erwarteten einen Messias, der Israel von Rom befreien würde. Einen König, der seinen Thron besteigen würde. Doch Jesus plötzlich spricht von einem Tod. Für die Jünger ist das völlig unverständlich. Wie kann der Messias sterben? Wie soll ein toter König sein Reich aufbauen? Verstehen wir hier, dass hier zum ersten Mal die menschliche Erwartung und der göttliche Plan aufeinanderprallen? Der menschliche Plan: Sieg, Reichtum, Macht. Gottes Plan: Leiden, Ablehnung, Tod. Zwei Welten prallen gegeneinander.

Aber Jesus ist nicht fertig. Jesus sagt nicht nur die Katastrophe voraus – aus ihrer Sicht, für uns das Heil. Jesus sagt auch, er endet mit der Auferstehung. Der letzte Punkt hier: Schon hier kündigt er den Sieg an. Das Kreuz ist nicht das Ende. Verstehst du das? Es ist der Weg zur Herrlichkeit.

Wenn wir das Kreuz sehen und erstarren, dann haben wir nicht verstanden, was Jesus hier sagt. Jesus sagt, er wird auferstehen. Es ist sein Weg zur Herrlichkeit. Geschwister, ohne Karfreitag gibt es keinen Auferstehungssonntag. Ohne Kreuz keine Auferstehung. Ohne Tod kein Leben.

Ist euch aufgefallen, wie anders Gottes Weg ist als unser Instinkt, unser Trachten und unsere Gedanken als Menschen? Wir Menschen würden den Erfolg wählen, aber Gott wählt das Kreuz. Wir würden Stärke suchen, Gott offenbart seine Macht in Schwachheit. Wir würden den König sofort krönen. Zumindest denken wir das. Es ist nicht so. Wir lesen diese Stellen und denken uns: „Ach, Petrus.“ Und wir glauben, wir würden sofort das Richtige tun.

Aber weißt du, was Gott tut? Bevor Gott ihn krönt, bringt Gott ihn nach Golgotha. Und, Geschwister, wo sind wir hier gerade? Wir sind in Matthäus Kapitel 16. Versteht ihr? Für uns, die wir diese Serie begonnen haben mit „Die Gemeinde“, ist durch diesen Text und den Kontext zu verstehen: Ohne Kreuz gibt es überhaupt keine Gemeinde. Ohne das Kreuz gibt es keine Erlösung. Ohne Erlösung gäbe es keine Gemeinde. Die Gemeinde existiert, weil Christus aktiv diesen Weg gegangen ist. Verstehen wir, Geschwister, der Plan Gottes ermöglicht erst die Gemeinde.

Und genau hier beginnt der Kampf, der sich durch den restlichen Abschnitt zieht. Denn Gottes Gedanken und menschliche Gedanken gehen völlig auseinander. Der Mensch sagt: „Vermeide das Leiden.“ Gott sagt: „Durch das Leiden bringe ich Erlösung.“ Der Mensch sucht den kürzesten Weg der Herrlichkeit. Gott führt den Weg zur Herrlichkeit immer zuerst durch das Kreuz. Und genau deshalb wird Petrus im nächsten Vers widersprechen. Nicht weil er Jesus hasst, sondern weil er noch immer denkt wie wir, wie Menschen. Er liebt den Christus, aber er versteht den Weg Gottes noch nicht.

Und genau damit kommen wir zu unserem zweiten Punkt: Der Mensch lehnt Gottes Weg ab. Verse 22 bis 23. Und wir lesen: „Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte: Gott behüte dich, Herr! Dies wird dir keinesfalls widerfahren. Er, Jesus, aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.“

Nachdem also Jesus den Weg Gottes für Erlösung offenbart hat, sehen wir unmittelbar die Reaktion des Menschen. Kaum hat Jesus vom Kreuz gesprochen, tritt Petrus erneut hervor. Und gerade das macht die Szene so erschütternd. Denn wir sprechen hier nicht von einem Pharisäer, der sich vor Jesus stellt. Das ist noch nicht mal Judas. Wir sprechen hier von Petrus. Den Mann, der gerade eben das größte Bekenntnis des Matthäus-Evangeliums abgelegt hat. Der Mann, zu dem Jesus sagte: „Glückselig bist du, Simon Barjona.“ Und genau dieser Petrus beginnt nun, Jesus zu korrigieren.

Schauen wir auf den Text in Vers 22. Petrus nahm ihn zur Seite oder beiseite oder zu sich. Man kann sich das fast bildlich vorstellen, oder? Jesus steht, Petrus nimmt vielleicht seinen Arm und zerrt ihn oder zieht ihn weg und spricht zu ihm. Vielleicht ein paar Schritte weg. Er möchte vielleicht ein Vieraugengespräch. Allein das ist doch bemerkenswert, oder? Der Jünger nimmt den Meister beiseite. Der Schüler beginnt, den Lehrer zu korrigieren. Doch Matthäus geht noch weiter. Schau auf den Text. Schau auf den Text. Er nimmt ihn nicht nur zur Seite, er tadelt ihn. Der Text sagt: „Fängt an zu tadeln.“ Das griechische Wort ist ein sehr, sehr starkes Wort hier. Es ist dasselbe Wort – stellt ihr das vor? Es ist dasselbe Wort, das Jesus im Matthäus-Evangelium benutzt, um die Dämonen zurechtzuweisen.

Erinnerst du dich an die Geschichte, wo Jesus den Wind und den Sturm stillt, das Wetter und die Wellen bedroht? Es ist das Wort. Es ist ein Wort, das Autorität, das auch eine gewisse Dominanz und auch eine Befehlsgewalt ausspricht. Jesus, Petrus nimmt ihn nicht zur Seite und sagt, sehr deutsch: „Wir müssen darüber reden.“ Er sagt nicht: „Ich habe eine andere Idee.“ Er tritt autoritär, mit Dominanz und einer gewissen Aggression.

Stellt euch vor, wie Jesus den Wind und das Wetter bedroht, die Wellen. Stell dir vor, wie Jesus zu den Dämonen spricht. Das gleiche Wort: Petrus nimmt Jesus zur Seite. Und mit dieser Autorität, mit dieser Dominanz und einer gewissen Aggressivität tadelt er ihn. Er beißt ihn scharf zurecht. Der Jünger, der eben noch durch göttliche Offenbarung sprach, meint jetzt, den Sohn Gottes belehren zu müssen. Freunde, wie schnell kann der Mensch von Demut zu Selbstüberschätzung wechseln?

Und was sagt Petrus? „Gott behüte dich, Herr“, Vers 22. Seine Worte offenbaren sein Herz, denn wirklich steht hier eine Redewendung: „Möge Gott dir gnädig sein.“ Oder sinngemäß könnte man auch sagen: „Herr, das darf auf keinen Fall geschehen.“ Und Petrus ist nicht fertig. Er verstärkt diese Aussage: „Dies wird dir keinesfalls widerfahren.“ Auch hier gebraucht Matthäus die stärkste Form der Verneinung. Es könnte auch heißen: „Niemals, auf keinen Fall, das werde ich nicht zulassen.“ Es ist eine doppelte Verneinung im Originalen. „Nein, nein“, ist es wortwörtlich.

Lass uns kurz nachdenken. Lass uns kurz darüber nachdenken: Ist uns bewusst, was Petrus hier tut? Er widerspricht nicht einfach einer Information, die Jesus teilt. Er widerspricht dem Heilsplan Gottes. Ich wiederhole: Petrus widerspricht nicht einfach einer Information. Petrus widerspricht dem Heilsplan Gottes. Warum? Wir müssen hier vorsichtig sein und Petrus nicht missverstehen. Ich glaube nicht, dass Petrus in Bosheit handelt. Im Gegenteil, wir wissen, er liebt den Herrn. Er möchte ihn schützen.

Aber er kann sich nicht einen Messias vorstellen, der leidet. Keinen König, der stirbt, keinen Christus, der verworfen wird. Für Petrus in seinem Gedanken gehört Messias zu Sieg, Herrlichkeit, Thon, Reichtum und nicht Schmach, Leiden und Kreuz. Und Freunde, genau hier liegt das Problem. Petrus wollte einen Messias ohne das Kreuz. Und genau darin dachte er nicht Gottes Gedanken, sondern menschliche Gedanken.

Verstehen wir, Freunde? Sündigen heißt nicht, dass immer jemand aus Hass handelt, dass immer jemand unlautere Absichten hat. Wir sehen hier ganz klar: Sündigen ist, sich nicht dem Willen Gottes unterzuordnen, sondern unseren Willen durchzusetzen. Und dieser Wille, der von uns gesteuert wird, kann aus Liebe sein, kann aus Freundlichkeit sein. Und wir könnten das Beste im Sinn haben. Aber wenn es nicht Gottes Gedanken entspricht, sondern menschlichen Gedanken, dann ist die Antwort, die Jesus hier gibt, was in Vers 22 – sorry, in Vers 23? „Geh hinter mich, Satan! Geh hinter mich, Satan!“

Das sind vielleicht die schärfsten Worte, die Jesus je an einen Jünger gerichtet hat. Ich wiederhole: Das sind wahrscheinlich die schärfsten Worte, die Jesus je an einem seiner erwählten Apostel gerichtet hat. Das Einzige, das schärfer sein kann, ist wahrscheinlich: „Es wäre besser, wenn du nicht geboren werden würdest“ zu Judas. Warum? War Petrus plötzlich Satan? Nein! War Petrus auf einmal von Satan besessen? Nein! Jesus erkennt vielmehr, dass hinter den Worten Petrus dieselbe Versuchung steht, die ihnen schon einmal begegnet ist, richtig? Erinnern wir uns kurz? In Matthäus Kapitel 4 zeigte Jesus, es zeigte Satan Jesus an der Zinne alle Reiche der Welt und bot ihm die Herrlichkeit an. Aber was war die Falle? Ohne Kreuz, ohne Leiden, ohne Golgotha. Das war das Angebot des Satans in Matthäus Kapitel 4.

Jetzt hört Jesus dieselbe Versuchung erneut, aber diesmal nicht aus dem Mund Satans, sondern aus dem Mund eines geliebten Jüngers. Verstehen wir, dass Petrus im Grunde sagt: „Herr, das muss doch nicht sein. Es muss einen anderen Weg geben.“ Und genau deshalb sagt Jesus was in Vers 23? „Geh hinter mich!“

Wie treffend ist das? Haben wir uns schon mal überlegt, wie treffend Jesus hier das sagt? Wie treffend: „Geh hinter mich!“ Und weißt du, warum das so treffend ist? Weil genau dort ein Jünger hingehört. Ein Jünger gehört nicht vor Jesus, der ihm den Weg zeigt, sondern ein Jünger gehört hinter seinem Meister. Nicht vor seinem Herrn, um ihm den Weg vorzuschreiben, sondern hinter seinem Herrn, um ihm nachzufolgen.

Und Jesus ist nicht fertig. Er sagt nicht nur: „Geh hinter mich, Satan“, er sagt in Vers 23: „Du bist mir ein Ärgernis.“ Dann nennt Jesus den eigentlichen Grund. Das Wort bezeichnet ursprünglich eine Falle oder einen Stolperstein. Also wenn Jesus sagt: „Du bist mir ein Ärgernis“, das ist schade. Also das Wort, das kennen wir, das heißt Skandalon. „Du bist ein Skandal“, das bedeutet, du bist eine Falle für mich, ein Stolperstein.

Was für eine Ironie. Was für eine Ironie. Gerade eben sprach Jesus vom Felsen, seinem Bekenntnis, auf dem er seine Gemeinde baut. Und jetzt wird Petrus zu einer Falle, zu einem Stolperstein für diesen Herrn. Nicht weil er Christus hasst, sondern weil er versucht, Christus vom Kreuz abzuhalten.

Jesus sagt in Vers 23: „Denn du sinnst nicht auf das, was Gott ist, sondern auf das, was der Menschen ist.“ Hier ist wahrscheinlich der entscheidende Satz. Hier liegt der Kern unseres Abschnittes. Es geht nicht nur um Petrus. Es geht nicht um eine Person, es geht um zwei Denkweisen, zwei Einstellungen zu unserem Leben: Gottes Gedanken versus menschlichen Gedanken.

Noch vor wenigen Minuten hatte Petrus durch die Offenbarung des Vaters gesprochen. Jetzt spricht er aus seinem eigenen Denken. Wie schnell, sehmige Geschwister, kann ein gläubiger Mensch aufhören, sich von Gottes Gedanken bestimmen zu lassen und anfangen, nach menschlicher Vernunft zu urteilen? Lass mich das wiederholen: Wie schnell kann ein gläubiger Mensch aufhören, sich von Gottes Gedanken bestimmen zu lassen und anfangen, nach menschlicher Vernunft zu urteilen?

Ich glaube, Geschwister, dieser Text trifft uns genau ins Herz. Denn das Denken des Petrus ist uns näher, als wir vielleicht zugeben möchten. Wie oft wünschen auch wir uns einen Christus, der unsere Probleme löst, aber keine Selbstverleugnung fordert? Ein Christsein, das Segen verspricht, aber kein Leiden kennt? Eine Krone, aber kein Kreuz?

Wie oft lesen wir Gottes Wort und denken: „Herr, es müsste doch nicht so, es müsste doch anders gehen.“ Wie oft meinen wir, wir wüssten besser, wie Gott handeln sollte. Genau dort, wo wir Gottes Weg verbessern wollen, denken wir nicht mehr, was Gott ist, sondern was der Mensch ist. Was der Menschen ist.

Der Weg Gottes führt zum Kreuz. Der Weg des Menschen versucht, das Kreuz zu umgehen. Geschwister, die größte Gefahr für die Gemeinde ist deshalb nicht Verfolgung von außen, sondern dass sie anfängt, menschlichen statt göttlichen Gedanken zu folgen. Ich wiederhole: Die größte Gefahr für die Gemeinde ist deshalb nicht die Verfolgung von außen, sondern dass sie anfängt, menschlich statt göttlich zu denken. Immer dann verliert die Gemeinde ihre Kraft.

Und genau deshalb richtet Jesus den Blick nicht mehr nur auf Petrus, sondern auf alle Jünger. Denn jetzt wird die Frage persönlich. Nicht nur, welchen Weg geht der Christus? Wir haben bis jetzt über den Weg Christi gesprochen. Aber jetzt wird es so persönlich. Jetzt ist es die Frage: Bist du bereit, denselben Weg zu gehen, den Christus gegangen ist? Der Jünger folgt Gottes Weg. Unser dritter Punkt, Vers 24. Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern in Vers 24: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.“ Bis jetzt hat Jesus zu Petrus gesprochen, aber hier spricht er zu allen Jüngern. Warum? Weil das Problem des Petrus nicht sein Problem ist, exklusiv. Es ist ein Problem jedes Menschen. Wir alle stehen in der Gefahr, Gottes Gedanken gegen unsere Gedanken einzutauschen. Wir alle wünschen uns die Krone, aber kein Kreuz. Und genau deshalb richtet Jesus den Blick auf alle Jünger in Vers 24. Er sagt gewissermaßen: „Petrus, du bist nicht der Einzige, der etwas hier lernen muss. Jeder, der mir nachfolgen will, muss verstehen, was wahre Nachfolge ist, bedeutet.“

Also lasst uns diesen Vers genauer anschauen. Jesus wendet sich zu allen Jüngern und er sagt: „Wenn jemand mir nachkommen will.“ Schon die ersten Worte sind bemerkenswert. Siehst du, was hier das Wort ist, das uns vielleicht überrascht? Jesus sagt: „Wenn mir jemand nachkommen will.“ Jesus zwingt niemanden. Er sagt nicht: „Jeder muss mir nachfolgen“, sondern er sagt: „Wenn jemand will.“ Doch gleichzeitig macht Jesus deutlich, dass Nachfolge nicht zu unseren Bedingungen geschieht. Nicht wir bestimmen den Weg, nicht wir legen die Bedingungen fest, Christus tut es. Und das ist gleichzeitig der erste Marker oder der erste Indikator für wahre Nachfolge. Willst du Jesus nachfolgen? Und mein Freund, wenn du diesen Wunsch nicht hast, dann stellt sich die große Frage: Bist du ein Jünger? Ist in deinem Herzen ein Wunsch gegenwärtig, diesem Jesus zu folgen?

Wenn du nicht willst – und versteh mich nicht falsch, selbstverständlich möchte unser Fleisch das nicht, oder? Wie oft nehmen wir lieber den Aufzug statt die Treppen? Ja? Wie oft würden wir gerne statt zu wandern immer die Seilbahn hochnehmen? Es liegt in unserer Natur, die Anstrengung nicht zu wollen. Aber wir folgen nicht, damit wir fitter werden. Wir folgen einer Person. Einer Person, wo wir am Anfang der Predigt gesehen haben, wo ein Bekenntnis da ist, dass es Gott ist, dass es der Retter ist. Also, Nachfolge ist eine willentliche Entscheidung.

Doch Jesus sagt weiter: „Wenn du mir nachfolgen willst, dann führt der Weg über dieselben Grundsätze, nach denen ich selbst gehe.“ Geschwister, wir folgen Jesus. Das bedeutet, wir folgen seinen Spuren. Das bedeutet, du und ich entscheiden nicht. Es gibt keinen Shortcut, es gibt keine Abkürzung. Und Jesus gibt uns drei Kennzeichen wahrer Nachfolge. Erstens – und wir müssen hier ganz klar verstehen, Jesus nennt diese drei Dinge nicht als Vorschläge oder Empfehlungen, sondern es sind Kennzeichen eines echten Jüngers. Es sind deine Kennzeichen.

Erstens sehen wir, Jesus sagt: „Verleugne sich selbst.“ Das erste Merkmal: Er verleugne sich selbst. Das bedeutet nicht, dass wir auf Schokolade verzichten sollen oder gelegentlich etwas Schönes entgehen lassen. Geschwister, Selbstverleugnung bedeutet, dem eigenen Ich den Anspruch auf Herrschaft zu entziehen. Ich wiederhole: Selbstverleugnung bedeutet, dem eigenen Ich den Anspruch auf Herrschaft zu entziehen. Von Natur aus sagen wir: „Mein Wille, meine Wünsche, meine Pläne.“ Jesus sagt: „Nicht mehr dein Wille, sondern mein Wille.“ Und das ist der eigentliche Kern der Selbstverleugnung. Es geht nicht zuerst darum, etwas aufzugeben, es geht darum, jemanden aufzugeben. Versteht ihr? Es geht nicht um Dinge, es geht um eine Person. Es geht nämlich darum, sich selbst als Herrn seines Lebens aufzugeben. Der Sünder lebt mit einem Grundsatz: „Ich gehöre mir selbst.“ Der Jünger lebt mit einem anderen Grundsatz: „Ich gehöre Christus.“ Es ist nicht das, was wir in unserer Taufe singen: „Ich bin entschieden zu folgen Jesus, niemals zurück.“ Warum? Weil Christus ihn erkauft hat. Selbstverleugnung bedeutet deshalb, anzuerkennen, dass mein Leben nicht mein Eigentum ist. Das bedeutet ganz praktisch: Meine Zeit gehört Christus, meine Gaben gehören Christus, mein Geld gehört Christus, meine Familie gehört Christus. Geschwister, mein ganzes Leben gehört Christus. Und ist es nicht das exakte Gegenteil von dem, was Petrus hier gerade getan hat? Petrus wollte, dass Jesus seinem Weg folgt. Aber ein Jünger lernt, seinen eigenen Weg loszulassen und sich dem Weg Christi unterzuordnen.

Lasst uns unseren zweiten Punkt nehmen: Er nehme sein Kreuz auf. Er nehme sein Kreuz auf. Wenn Selbstverleugnung die innere Haltung beschreibt, dann beschreibt das Kreuz den sichtbaren Weg des Jüngers. Und auch hier, und das ist so wichtig, dürfen wir nicht vorschnell einfach weglesen. Wenn wir an Kreuz denken, dann denken wir manchmal: ein Schmuckstück, etwas, das an einem Gebäude hängt. Aber für die Jünger war das Kreuz etwas völlig anderes. Verstehen wir, wir dürfen nicht unsere 2026 Gedanken in das Wort Kreuz hineindenken.

Das Kreuz für die Jünger war die Gewissheit, dass jemand nicht mehr zurückkommen wird. Jeder, der sein Kreuz trug, ist verdammt. Nicht nur das, er ist ein Verurteilter. Jesus war auf dem Weg zu seinem Tod, und genau dieses Bild gebraucht er. Und denkt daran, Jesus spricht diese Worte, bevor er selbst gekreuzigt wurde. Für die Jünger muss diese Aussage schockierend gewesen sein. Sie verstehen das Kreuz nicht. Sie wussten noch nicht mal, dass Jesus an einem Kreuz stirbt. Und trotzdem sagt Jesus: „Wenn mir jemand nachkommen will, nehme er sein Kreuz auf.“ Mit anderen Worten, wer mir nachfolgen will, muss bereit sein, mit seinem alten Leben zu sterben. Er muss bereit sein, seinem alten Leben zu sterben.

Und hier gibt es auch eine wichtige Klarstellung: Das Kreuz bedeutet nicht, dass jede Schwierigkeit in unserem Leben automatisch unser Kreuz ist. Manchmal hört man Christen sagen: „Meine Krankheit ist mein Kreuz“, oder „Mein schwieriger Arbeitsplatz ist mein Kreuz“, oder „Diese schwierige Person in meinem Leben ist mein Kreuz.“ Aber das spricht Jesus hier nicht. Darum geht es hier nicht. Natürlich gebraucht Gott Leid in unserem Leben. Aber Jesus spricht hier nicht zuerst von einem Leiden, das uns einfach widerfährt. Versteht ihr? Schaut auf den Text. Er spricht von einer Entscheidung, die wir bewusst treffen. Was sagt der Text? „Und nehme sein Kreuz auf.“ Das ist eine aktive Tat. Es ist nicht, dass dir etwas auferlegt wird. Und oft denken wir das, richtig? Nein! Du, aktiv! Das Wort beschreibt es: aufnehmen, es tragen, sich aktiv dafür zu entscheiden, das Kreuz aufzunehmen. Niemand legt es dem Jünger ungefragt auf die Schulter. Der Jünger nimmt es auf, aktiv, willentlich, weil er Christus folgen will.

Also es geht nicht zuerst um passives Ertragen, sondern um aktive Hingabe. Es ist die bewusste Bereitschaft für Christus, Nachteile in Kauf zu nehmen. Für Christus auf Ansehen zu verzichten, für Christus Unverständnis zu ertragen, für Christus das Evangelium zu bezeugen, auch wenn Menschen es ablehnen. Es bereitet für Christus, den Bedürftigen zu dienen, auch wenn es Kraft, Zeit und Opfer kostet. Mit anderen Worten, das Kreuz ist der Preis der Nachfolge. Es ist die tägliche Bereitschaft, Christus mehr zu lieben. Eine tägliche Bereitschaft, Christus mehr zu lieben als den eigenen Komfort. Und ist es nicht der Weg, den Christus selbst geht? Er spricht zuerst von seinem Kreuz und erst danach von dem Kreuz seiner Jünger.

Geschwister, der Jünger geht niemals einen Weg, den sein Meister, euer Herr, nicht zuerst gegangen ist. Der Meister trägt das Kreuz, der Jünger folgt ihm. Und hier ist genau der Unterschied zwischen der Welt und der Gemeinde Jesu kristallklar. Die Welt fragt: „Wie kann ich mein Leben möglichst angenehm gestalten?“ Jesus fragt: „Wofür bist du bereit, dein Leben hinzugeben?“ Die Welt sucht Bequemlichkeit. Christus ruft zur Hingabe. Die Welt sucht Selbstverwirklichung. Christus ruft auf, dich selbst aufzugeben. Die Welt fragt: „Was kostet es mich?“ Der Jünger fragt: „Wie kann ich meinem Herrn treu dienen?“ Und deshalb ist die Gemeinde Jesu anders als jede andere Gemeinschaft. Sie besteht aus Menschen, die nicht sich selbst leben, sondern bereit sind, für ihren König Opfer zu bringen. Doch Jesus ist nicht am Ende. Vers 24 ist nicht am Ende. Selbstverleugnung allein ist nicht das Ziel. Das Kreuz tragen ist nicht das Ziel. Das Ziel ist eine Person. Darum endet Jesus mit den Worten in Vers 24: „Und folge mir nach.“

Denn Nachfolge bedeutet nicht, einem Ideal zu folgen, einer Idee zu folgen, sondern dem lebendigen Christus. Drittens: „Folge mir nach.“ Nachdem Jesus uns von Selbstverleugnung und vom Kreuz gesprochen hat, endet er mit dem eigentlichen Ziel: „Folge mir nach.“ Und ich glaube, wir lesen diese Worte oft viel zu schnell, denn genau hier liegt der Mittelpunkt von Nachfolge. Das Ziel der Nachfolge ist nicht das Kreuz. Das Ziel der Nachfolge ist die Person Jesus Christus.

Ich wiederhole: Das Ziel der Nachfolge ist nicht das Kreuz. Das Ziel ist die Person, unser Herr, unser Heiland, unser Gott, unser Messias, Jesus Christus. Und das ist jetzt richtig, Geschwister, denn Selbstverleugnung ohne Christus wäre bloße Gesetzlichkeit. Es wäre bloßer Moralismus. Kreuz tragen ohne Christus wäre sinnloses Leiden.

Und deswegen müssen wir verstehen: Jesus sagt nicht: „Folge einer Religion, folge einer Kirche, folge einer Tradition, folge einer theologischen Bewegung.“ Jesus sagt: „Folge mir.“ Deswegen ist Christsein keine Philosophie oder Ideologie oder ethisches System. Es ist die Nachfolge einer Person. Das ist auch der Grund, warum wir uns die ganze Serie, warum wir diese ganze Serie mit einer Frage begonnen haben. Was war die erste Frage, die wir uns gestellt haben in dieser Serie? Wer ist Jesus?

Verstehst du, ohne zu wissen, ohne Jesus zu kennen, ist das Christentum sinnlos. Weißt du, wohin das Christentum ohne Jesus führt? Selbststolz, Selbstherrlichkeit, tote Religiosität. So können wir sagen, die Gemeinde besteht aus Menschen, die ihn persönlich kennen und nachfolgen. Versteht ihr, was Nachfolge bedeutet? Nachfolge bedeutet Nähe. Es bedeutet Nähe.

Ist es nicht interessant? Vor wenigen Versen, was hat Jesus zu Petrus gesagt? „Geh hinter mich.“ Warum? Weil Petrus sich vor Jesus gestellt hatte. Er wollte den Weg bestimmen. Doch genau dort gehört ein Jünger nicht hin. Der Platz des Jüngers ist hinter seinem Herrn. Hiermit schließt sich der Kreis unserer ganzen Serie. Wir haben gefragt: Was ist die Gemeinde? Jetzt gibt Jesus die Antwort. Die Gemeinde ist nicht einfach eine Organisation, kein Verein, keine Versammlung religiöser Menschen. Die Gemeinde besteht aus Menschen, die den gekreuzigten und auferstandenen Christus als ihren Herrn erkannt haben und ihm täglich nachfolgen.

Und das ist jetzt wichtig. Deshalb wird die Gemeinde nicht zuerst an ihrer Größe erkannt, sie wird nicht an ihrem Programm erkannt. Sie wird nicht an ihrer Musik erkannt, nicht an ihrem Gebäude erkannt. Die Gemeinde wird daran erkannt, ob ihre Menschen Christus nachfolgen. Wo Menschen ihm vertrauen, ihm gehorchen und ihm ähnlicher werden, dort baut Christus seine Gemeinde. Deswegen ist die Frage persönlich. Die Frage ist nicht: Gehörst du zu einer Organisation? Die Frage ist: Folgst du Christus? Die Frage ist nicht: Kennst du christliche Lehre? Sondern die Frage ist: Gehst du hinter deinem Herrn her? Die Frage ist nicht: Bewunderst du Jesus? Die Frage ist: Ordnest du dein Leben seiner Herrschaft unter?

Wir sind noch nicht fertig. Jetzt stellt sich eine weitere entscheidende Frage: Warum sollte ein Mensch sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und Christus nachfolgen? Geschwister, wir kommen zum vierten Punkt: Gottes Weg führt zum ewigen Leben. Verse 25 und 26. Gottes Weg führt zum ewigen Leben. Und wir lesen Verse 25 und 26: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben?“ Nachdem Jesus den Preis der Nachfolge beschrieben hat, begründet er ihn nun. Sehen wir in Vers 26 und in 25 und 26, wie die Sätze anfangen. Das erste Wort ist „denn“. Also wir können nicht mit 24 Schluss machen, denn sonst würden wir die Begründung missen.

Und was ist denn die Begründung, die hier mit 25 und 26 einleitet? Jesus gibt seinen Jüngern nicht einfach einen Befehl, sondern er erklärt, warum die Nachfolge vernünftig ist. Er sagt, warum Selbstverleugnung wichtig ist. Er sagt, warum das Kreuz nicht das Ende, sondern der einzige Weg zum Leben ist. Er begründet den Ruf zur Nachfolge mit dem unendlichen Wert der Seele und der Realität der Ewigkeit.

Versteht ihr? Wir folgen Jesus nicht nach, weil Jesus will, dass wir es genauso hart haben wie er. Kennt ihr, ich hatte immer so einen Lehrer in meiner Seminary-Schule in Amerika, der hat gesagt: „Ich hatte es hart, deswegen müsst ihr es auch hart haben. Ich habe gelitten, ihr müsst auch leiden.“ Das ist nicht, was Jesus sagt. Es geht nicht darum, weil Jesus leidet, müssen wir auch leiden. Es geht um ein größeres Ziel. Und das Ziel ist der Wert der Seele und die Tatsache der Ewigkeit. Die Tatsache der Ewigkeit.

Und Jesus beginnt: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren.“ Jesus beginnt mit einem Satz, der vielleicht widersprüchlich klingt. Wie kann das sein? Und vielleicht hilft uns hier ein bisschen der Grundtext, weil das Wort für Leben „Psyche“ ist. Dieses Wort kann sowohl das gegenwärtige Leben beschreiben, aber es kann auch das ewige Leben beschreiben. Es kann etwas Normales oder auch etwas Transzendentes meinen. Also Jesus spielt hier bewusst mit der doppelten Bedeutung.

Er sagt sinngemäß: „Wer sein gegenwärtiges Leben um jeden Preis festhalten will, wird am Ende sein wahres Leben verlieren. Wer dagegen bereit ist, Leben um Christi Willen hinzugeben, wird das eigentliche, das ewige Leben finden.“ Das bedeutet praktisch, Jesus fordert hier nicht, dass wir das Leben verachten. Versteht ihr? Er fordert uns auch nicht auf für ein blindes Heldentum. Jesus stellt hier vielmehr die Frage: „Wofür lebst du?“

Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben mit einem Ziel: sich selbst zu verwirklichen. Sie leben für ihre Karriere, sie leben für ihren Besitz, sie leben für ihre Reisen und Erlebnisse, für ihre Hobbys, für Anerkennung, und sie trachten und lechzen nach dem nächsten Erfolg. Und all diese Dinge können auf einen Augenblick Freude schenken, aber sie können niemals ewiges Leben schenken. Niemand sagt, dass es nicht Spaß macht, die menschlichen Ziele zu erfüllen. Aber sie erfüllen uns nicht. Alle diese Dinge können einen Augenblick Freude schenken. Aber ein Leben, das sich nur um sich selbst dreht, mag äußerlich erfolgreich erscheinen, aber es ist geistlich arm. Das Leben wird erst dann wirklich reich, wenn es Christus gehört und er bestimmt.

Aber Jesus geht noch einen Schritt weiter, er stellt eine zweite Frage: „Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt?“ Jesus malt bewusst das größte denkbare Geschäft. Stellt euch vor, ein Mensch könnte tatsächlich die ganze Welt besitzen. Stellt euch vor, alle Länder, alle Unternehmen, alles Geld, alle Macht, alle Ehre, jeden Einfluss, einfach alles, was diese Welt zu bieten hat. Und dann fragt Jesus: „Was bringt dir das alles? Was bringt dir das alles, wenn du deine Seele verlierst?“

Ist das nicht der schlechteste Tausch, den man sich überhaupt vorstellen kann? Für etwas, das vergeht, tauscht man etwas, das ewig bleibt. Das ist so, wie wenn du einen Schneemann eintauschst für eine Immobilie. Stell dir das mal vor. Das ist das Bild, das Jesus hier malt, vereinfacht. Würdest du einen Schneemann für irgendwas tauschen? Das fragt hier Jesus. Später in Kapitel 24, 25 sagt Jesus: „Der Himmel und die Erde werden vergehen.“ Verstehen wir das, dass die Himmel und die Erde vergehen werden. Alles, was wir hier besitzen, wird eines Tages vergehen. Aber, Geschwister, die Seele bleibt ewig. Sie wird ewig bestehen. Darum ist sie unendlich wertvoll, wertvoller als alles, was diese Welt jemals anbieten kann. Er fragt wieder, oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele? Die Antwort lautet: Nichts. Es gibt nichts, womit du deine Seele aufwiegen kannst.

Wenn ein Mensch einmal vor Gott steht, gibt es keinen zweiten Versuch, keine zweite Chance, kein Geld, keine guten Werke, keine Religion, keine Mitgliedschaft in einer Gemeinde, keine Frömmigkeit, keine Taufe, kein Besitz. Nichts kann die verlorene Seele zurückkaufen. Nichts. Weil ihr Wert so kostbar ist, musste Christus genau diesen Weg gehen, den Petrus verhindern wollte.

Und, Geschwister, die Seele ist nicht kostbar – und ich möchte das vielleicht als Kaviar dazugeben – weil wir an irgendwelche Substanzen glauben, die ewiglich sind, oder Elixiere oder sonstiges Zeug. Deine Seele ist kostbar, weil Gott sie geschaffen hat und weil Gott sie erwählt hat und weil sie Gott gehört. Ich hoffe, euch ist bewusst, wenn ich diese Seele so betone, dann rede ich nicht hier von einem mystischen, wunderbaren, wertvollen Ding, sondern ich rede von dem Wert der Seele, für den der Sohn Gottes auf diese Erde gekommen ist, um sie zu erkaufen. Das gibt der Seele Wert. Denn was kein Mensch für seine eigene Seele bezahlen konnte, hat Christus mit seinem Blut bezahlt.

Ist es nicht eine herrliche Verbindung zum Anfang unseres Abschnittes? Petrus wollte das Kreuz verhindern, doch gerade durch dieses Kreuz hat Christus unsere Seele erlöst. Damit beantwortet Jesus die große Frage der Nachfolge: Lohnt sich das Kreuz? Die Welt sagt nein, Jesus sagt ja. Warum? Weil der Weg des Kreuzes der einzige Weg zum Leben mit Christus ist. Weil der Verlust, den wir heute empfinden, nicht mit der Herrlichkeit zu vergleichen ist. Weil nichts auf dieser Welt so wertvoll ist wie das ewige Leben mit unserem Herrn.

Darum endet die Serie heute mit einer persönlichen Frage: Nicht, was weißt du über die Gemeinde? Nicht, zu welcher Gemeinde gehörst du, sondern wem gehörst du? Hast du dein Leben an Christus verloren, damit du es in ihm findest? Denn genau daraus besteht die Gemeinde, die Christus baut. Sie besteht aus Menschen, die den Wert ihrer Seele erkannt haben, die alles andere Christus untergeordnet haben und die dem gekreuzigten und auferstandenen König nachfolgen.

Genau das werden wir praktisch nach dem Sommer in der Apostelgeschichte sehen. Wenn wir hier eine Beschreibung der Gemeinde vorfinden, werden wir in der Apostelgeschichte diese Gemeinde in der Tat sehen. Wir werden sehen, wie diese Gemeinde geboren wird, wie sie aufgebaut wird, wie sie durch die ganze Welt hindurchgeht. Und wir werden sehen, dass nicht Menschen diese Gemeinde bauen, sondern dass Christus diese Gemeinde baut. Und wir werden sehen, es sind nicht Organisationsstrukturen, clevere Ideen, die die Gemeinde baut. Es ist sein Wort. Und wir werden sehen, dass die Menschen, die dieser Gemeinde angehören, ihr Kreuz täglich aufnehmen und ihrem Christus folgen. Immer wieder sagen: Christus ist wertvoll. Christus ist wunderbar. Ich will mit Jesus sein. Und wir werden sehen, wie die Welt lacht, spottet, sie verfolgt. Aber wir werden sehen, dass die Gemeinde siegt, weil Christus siegt.

Liebe Geschwister, die Gemeinde ist das Haus Gottes, die Grundfeste und die Säule der Wahrheit. Und wir haben das unglaubliche Privileg, Teil dieser Gemeinde zu sein. So lasst uns dem Herrn danken. Himmlischer Vater, wir kommen zu dir und sind erstaunt über deine Weisheit, die die Gemeinde ins Leben ruft. Herr, wir haben uns all diese Predigten, all diese Worte, all diese Dinge angeschaut. Und wir bitten dich, Herr, dass du uns die Kraft gibst, uns zu prüfen, ob wir Gottes Weg folgen oder ob wir dem menschlichen Weg folgen. Gib uns Weisheit, Herr. Gib uns Verständnis, dass wir unser Herz und unsere Gedanken prüfen. In Jesu Namen. Amen.