April 26, 2026

Wandelt in Christus – Teil 2

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Passage: Kolosser 2:6-7

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Möge dem Namen unseres Herrn, möge dem Namen Jesu Christi aller Ehre zuteil werden. Schlagen wir den Text für die heutige Predigt auf. Schlagen wir auf Kolossabrief, Kapitel 2, und lasst uns lesen die Verse 6 bis 7. Kolosserbrief, Kapitel zwei, die Verse sechs bis sieben: „Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihn. Gewurzelt und aufverbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung.“

Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, du hast uns dein genugsames, fehlerloses und irrtumsloses Wort geschenkt. Und du hast uns das Privileg geschenkt, dein Wort auch in Liedern singen zu dürfen. Oh, wel schöne Lieder hast du uns geschenkt, um unsere Herzen zu erfüllen mit Wahrheiten über dich und über deinen Sohn. Wenn wir deine Schöpfung betrachten, wenn wir in dein Wort schauen, wenn wir deinen Sohn erkennen dürfen und seine Herrlichkeit sehen dürfen – wie erfüllt das unser Herz? Unser Herz jaucht, unser Herz freut sich und staunt und ist erfüllt mit der Herrlichkeit deines Sohnes. Wenn wir ihn sehen dürfen – sein Wesen, seine Erhabenheit, sein Wandeln auf der Erde, seinen stellvertretenden Tod an unserer Stelle, seine Auferstehung, wie er uns nun vertritt vor dir und wenn wir darüber nachsinnen, dass er wiederkommen wird – all diese Dinge, sie erfüllen unsere Herzen mit Freude, mit Staunen, mit Anbetung.

Vater, ich bitte dich darum: Diese Stunde möge doch dazu gebraucht werden. Gebrauche diese Stunde dafür, dass dein Sohn verherrlicht wird. Mache uns Jesus Christus, den Herrn, groß, sodass wir so wandeln mögen, wie wir ihn empfangen haben; sodass, was wir eben gesungen haben, dass sein Wesen durch uns scheint, als Spiegel seiner Herrlichkeit. Möge das doch geschehen auch heute durch diese Predigt, durch die Verkündigung deines Wortes. Segne diese Zeit und verherrliche dich. Segne die Zuhörer und schenke ihnen Gehör, schenke ihnen Achtsamkeit, ich bitte dich. Sprich durch mich als ein Werkzeug der Verkündigung deines Wortes, sodass du verherrlicht wirst und die Gemeinde erbaut wird. Im Namen deines Sohnes. Amen.

Wir sind wahrlich gesegnet mit wunderschönen Liedern. Und es ist eine Freude, diese Lieder zu singen. Aaron, wenn du kurz mal eine Folie zurückgehen kannst – dieses letzte Lied, das wir gesungen haben, haben wir gesungen in der zweiten Strophe: „Mein Leben will ich Christus weinen, sodass sein Wesen durch mich scheint. Als Spiegel seiner Herrlichkeit – die Ehre sei dir, Herr.“ Danke, Aaron, du kannst wieder zurück.

Was für ein Anliegen! Möge das doch auch unser Anliegen sein. Und dieses Anliegen und diese Zeilen in diesem Lied fassen auch so gut und passen auch so gut zu unserem heutigen Text, den wir begonnen haben, uns vergangene Woche anzuschauen: nämlich der christliche Wandel, der weit darüber hinausgeht, einer kalten, distanten To-do-Liste oder einer Liste von Verboten und Geboten zu gehorchen, sondern dass der christliche Wandel ein Wandel ist, der aus der Einheit mit Christus herausfließt. Ein Wandel, der mehr ist als Gesetzlichkeit, der weit mehr ist als auch Gesetzlosigkeit, aber ein Wandel, in dem es darum geht, dass das Wesen Christi durch mich scheint, dass sein Wesen sichtbar wird und dass meine Einheit mit ihm meinen Wandel kennzeichnet.

Ich habe mir die Frage gestellt: Was wäre, wenn die Bibel nicht die Bibel wäre, die wir in unserer Hand hätten, sondern was, wenn die Schrift ein Regelbuch wäre, ein moralisches Werk, das jede Lebenssituation und jeden Lebensumstand bis ins kleinste Detail regelt durch Verbote und Gebote? Was wäre, wenn die Bibel so wäre? Ich habe mir einige Beispiele überlegt. Zum Beispiel – stellen wir vor, die Bibel wäre ein Buch, wo es heißt: „Wenn du morgens aufstehst und schlecht geschlafen hast, dann warte 10 Sekunden, bevor du sprichst, um unfreundliche Worte zu vermeiden.“

Rufe deine Eltern einmal pro Woche an und rede mindestens fünf Minuten mit ihnen, damit du ihnen Ehre zeigst. Oder kaufe deiner Frau zum Jahrestag Blumen im Wert von mindestens so und so viel Euro, um Wertschätzung auszudrücken. Wenn du im Stau stehst, bete genau drei Minuten, um Geduld zu lernen. Wenn du jemandem begegnest, lächle mindestens zwei Sekunden, um Freundlichkeit zu zeigen.

Stellt euch vor, die Bibel wäre so ein Buch: Voller Regeln, voller Do’s and Don’ts, Verbote und Gebote, die jedes kleinste Detail unseres Lebens so regeln würden. Einige dieser Regeln, sogenannten Regeln, sind an sich nicht unbedingt falsch. Sie können sogar weise sein, hilfreich sein. Es kann gut sein, seiner Frau zum Jahrestag Blumen zu kaufen oder seine Eltern regelmäßig anzurufen, um ihn in die Ehre zu weisen. Das kann alles gut sein.

Aber wenn die Bibel ein Buch wäre, das nur aus so einer Liste bestehen würde, aus Regeln, die sich in bis ins kleinste Detail… Das Lebens beschreiben und verboten und verbieten und gebieten, wäre der christliche Wandel nicht mehr als nur das kalte Befolgen von Regeln. Stattdessen sagt die Bibel, wie hier an dieser Stelle, statt uns diese bis ins kleinste Detail gehenden Regeln und Gesetze zu geben, spricht die Bibel wie in diesem Text, in unserem heutigen Text: Wandelt in Christus. Nicht nur wandelt in Christus; es heißt: Wandelt, wie ihr Christus empfangen habt, so wandelt in ihm. Das ist das grundlegende Prinzip und der grundlegende Befehl, Imperativ, des christlichen Wandels: Wandele in Christus so, wie du ihn empfangen hast.

Das mag auf erster Linie erstmal oberflächlich und etwas vage erscheinen. Paulus, was sollen wir jetzt tun? Was heißt das, wandelt in Christus? Aber wenn wir diesen Befehl, wenn wir dieses grundlegende Prinzip richtig verstehen, geht das viel tiefer als jede oberflächliche Regel, die wir uns ausdenken können. Denn die Regeln von oben – ja, lächle zwei Sekunden, kaufe deiner Frau Blumen, bete drei Minuten im Stau – wie gesagt, alles das kann hilfreich sein. Ich sage nicht, dass diese Dinge an sich schlecht sind, aber die Bibel ist nicht uns so gegeben, oder der christliche Wandel ist nicht bestimmt durch solche Regeln.

Denn diese Regeln von oben, die können mehr oder weniger von jedem Menschen erfüllt werden, ob gläubig oder ungläubig. Jeder kann die Regel befolgen, einmal in der Woche seine Eltern anzurufen, um ihnen Wertschätzungen auszudrücken und sie zu ehren. Jeder kann kalt, herzlos irgendwelchen Regeln folgen. Aber der Befehl „Wandle in Christus, so wie du ihn empfangen hast“ kann nur von jemandem befolgt werden, der Christus wahrlich empfangen hat.

Seht ihr, wie dieser Befehl viel tiefer geht? Es geht darum, deinen Wandel daran zu orientieren, wie du Christus empfangen hast. Und wenn du Christus nicht empfangen hast, wenn du nicht eins geworden bist in deine Einheit mit Christus bist, dann kannst du diesem Befehl nicht folgen. Denn es ist ein Wandel, der aus der Einheit mit Christus herausfließt – dieser Einheit, die Gott geschaffen hat. Es ist ein Wandel, dessen Quelle, dessen Fülle und dessen Ziel Christus selbst ist und die frohe Botschaft von ihm. Das ist der christliche Wandel.

Und es war dem Apostel Paulus wichtig, der Gemeinde in Kolosse diese Merkmale des christlichen Wandels an dieser Stelle zu beschreiben, denn in diese Gemeinde schlich sich eine Irrlehre ein. A free form of später entstand in Gnosis, the erst in the 20 year old rich form gefunden had, but here a free form in Colosse and in the Gemeinden in this region Phrygien Fuß gefasst hat, oder zumindest die Gefahr war, Fuß zu fassen – eine Mischung von heidnischer Philosophie und jüdischer Gesetzlichkeit. Im Grunde genommen hat dieser Irrlehrer gesagt, dass Christus nicht genug ist, nicht ausreichend ist für Heil und für Gott Seligkeit und für Geistlichkeit. Laut dieser Irrlehre sei Jesus nicht Gott, sondern er sei ein niedrigeres, quasi göttliches Wesen, aber niedriger sogar als andere Engel.

Nicht nur das, man müsse sich an jüdische, zeremonielle Gesetze halten, Engel anbeten und so nach einer höheren Erkenntnis durch Visionen streben, um eine höhere Ebene der Geistlichkeit zu erreichen. Wir werden im Laufe des Kapitels 2 ganz konkret sehen, wie Paulus diese Irrlern aufgreift und sie sie aufgreift und den Kolossern, die Kolosser davor warnt. Aus Sorge um diese Gemeinden – ja nicht nur Kolosse, sondern auch eben Laodicea und Herapolis, diese drei Gemeinden, die Paulus noch nicht gesehen haben – hat sich Epaphras auf den Weg gemacht zu Paulus nach Rom, der sich in seiner römischen Gefangenschaft befindet, und berichtet von diesen Gemeinden. Und dieser Brief ist quasi die Antwort von Paulus auf den Bericht von Epaphras, auf die Antwort auf die Sorgen, die sich Epaphras gehabt hat über die Gemeinden.

Wir haben gesehen, nach seinen einleitenden Worten in den ersten beiden Versen von Kapitel 1 schildert Paulus den Kolossern sowohl seinen Dank für die Kolosser als auch seine Fürbitte für die Gemeinde. Es ist in den Versen 3 bis 14 von Kapitel 1. Im Anschluss daran beschreibt er die absolute Erhabenheit von Jesus Christus und seines Versöhnungswerkes in den Versen 15 bis 23 im Kapitel 1, im Kontrast zu dieser Irrlehre. Und danach, Kapitel 1, Vers 24 bis Kapitel 2, Vers 5, hat Paulus den Kolossern seinen Dienst beschrieben – der Dienst der Verkündigung dieses erhabenen Christus. Die Beschreibung seines Dienstes, seiner Leiden, seiner Botschaft und seines Kampfes für die Gemeinde soll die Gewissheit der Kolosser in den ihnen verkündigten und genugsamen Christus stärken und sie vor diesen Irrlehren bewahren.

Er hat ihnen gesagt: Christus ist das Geheimnis und Inhalt. Er ist das Geheimnis Gottes. In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Er sagt den Kolossern: „Er, Christus, ist der Inhalt und das Ziel unserer Verkündigung. Lasst euch von niemandem überreden, lasst euch von niemandem verführen durch cleverer Worte, verführerische Worte.“ Wir haben vergangene Woche schon auch dieses Zitat angeschaut von Calvin, der gesagt hat: „Wenn uns daher jemand irgendwo anders als zu Christus rufen will, so ist er leer und voller Wind. Lasst uns ihm deshalb ohne Bedenken Lebewohl sagen.“ Wenn dich irgendwer woanders hinbringt als zu Christus: Er ist leer und voller Wind. Ohne Bedenken kannst du ihm Lebewohl sagen.

Und genau darum geht es auch in diesem Abschnitt: konkret den Wandel des Gläubigen. When the Irrlehrer in Kolosse the Gläubigen von Christus entfernen wollen, sagen: „Ihr braucht für den christlichen Wandel Engelsanbetung, Visionen und jüdische Gesetze“, sagt Paulus: „Wandelt in Christus und zwar so, wie ihr ihn empfangen habt.“ In Kapitel 3 und 4 wird Paulus konkreter werden. Er wird über verschiedene Lebensbereiche und Situationen reden, wie Gemeinde, Ehe, Familie. But the Grundstein and the fundamentale principles des christian wandels is here gelegt: Wandelt in Christus, so wie Ian empfangen habt.

Und vergangene Woche haben wir nur den Vers 6 geschafft uns anzuschauen und damit beschäftigt, dass der christliche Wandel, der sogenannte Imperativ, dem Heilswerk, dem, was Gott vollbracht hat, dem Indikativ, folgt. Der Indikativ ist die Tatsachenaussage, es ist der Zustand, den der Gläubige durch das Werk Gottes hat. And der Imperativ, also der Befehl des Wandels – „wandelt in Christus“ – kann nur von dem befolgt werden, bei dem der Indikativ „wie ihr Christus empfangen habt“ auch Realität ist. Und der Wandel ist vom Zustand, der Zustand bestimmt. Der Wandel, der Indikativ bestimmt den Imperativ. Es ist ein Befehl, der nicht explizit jede einzelne Lebenssituation abdeckt – so ein Buch hat uns Gott nicht geschenkt –, sondern es ist das grundlegende Prinzip, das Auswirkungen haben wird auf jeden einzelne Lebenssituation. Dieses Prinzip, dieses grundlegende Prinzip bewahrt uns auf der einen Seite vor Gesetzlosigkeit, auf der anderen Seite bewahrt es uns auch vor Gesetzlichkeit.

Wir haben letzte Woche gesehen: Gesetzlichkeit ist auf der einen Seite, ist der Imperativ vor dem Indikativ – gehorche, damit du von Gott geliebt wirst, von Gott gerettet wirst oder eine geistliche Stufe erreichen mögst. Das ist Gesetzlichkeit. Auf der anderen Seite ist Gesetzlosigkeit, das ist Indikativ ohne Imperativ. Du bist gerettet, du bist erlöst aus Grad. Der Gehorsam ist irrelevant. Du kannst leben, wie du willst, das ist Gesetzlosigkeit. Dieser Befehl und dieses grundlegende Prinzip bewahrt uns vor beidem.

Wir sehen also in diesem Text, im Lichte dieses erhabenen und genugsamen Jesus, stellt sich die Frage: Wie soll ich leben? Und während Paulus, wie gesagt, später in den Kapiteln konkreter wird, gibt er uns hier das grundlegende Prinzip über den christlichen Wandel, was den christlichen Wandel ausmachen soll: Wandelt in Christus. Wandelt in Christus.

In diesem Abschnitt befiehlt Paulus dem Gläubigen, in Christus zu wandeln, und schildert uns drei Merkmale dieses Wandels, die auch unseren Wandel kennzeichnen sollen. Wir haben uns vergangene Woche uns mit diesem ersten Merkmal beschäftigt. Erstens – also der Titel ist: Wandelt in Christus. Erstens: Wandle in Christus gegründet. Wandle in Christus gegründet. Das ist Vers 6: „Wie ihr nun Christus Jesus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm.“

Mit diesem Vers haben wir uns vergangene Woche beschäftigt und wir haben eben, wie zu Beginn wiederholt, was dieser Vers – wie wir diesen Vers zu verstehen haben. Ich möchte aber auch daran erinnern, was das eben dann nochmal praktisch bedeutet. Er redet davon, dass man Christus Jesus den Herrn empfangen hat. Christus – er ist der Gesalbte, er ist der verheißene Messias. Er wird zum Beispiel im Alten Testament das Licht der Nationen genannt. Was bedeutet dieser Befehl? Dann bewandle dementsprechend, dass dieser Christus, den du empfangen hast, dein Licht ist.

Praktisch kann das bedeuten: Wieso liest du deine Bibel? Weil es das Gebot gibt und du diesem Gebot kalt gehorchst? Oder liest du die Bibel, weil Jesus dein Licht geworden ist und weil du in der Schrift dieses Licht und seine Herrlichkeit sehen kannst? Seht ihr, die Motivation und die Grundlage für den Wandel ist ein anderer, wenn er aus dem fließt, wie man Christus Jesus empfangen hat.

Vergangene Woche haben wir gesehen, die hast Jesus empfangen, der es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich erniedrigt hat, um dich zu erlösen. Wenn du also heute bereit bist, für gutes Tun zu leiden, auf dein Recht zu verzichten oder dich für deinen Nächsten aufzuopfern, wieso tust du das? Weil es das Christliche ist, was man halt tun muss? Zähneknirschend, bist du bereit, Unrecht zu ertragen oder dich selbst zu erniedrigen? Weil das halt das ist, was von mir erwartet wird als Christ? Oder drängt es dich, wenn du den Sohn Gottes siehst, wie er sich entäußert hat, Sklavengestalt angenommen hat, wie er – wie es der Grünterbrief beschreibt – der reich war, aber um unseren Willen arm geworden ist?

Wenn du ihn siehst, wenn du erkennst, wie du diesen Christus Jesus empfangen hast: Drängt es dich, ihn nachzuahmen? Wie kann es mir schwerfallen, mich zu erniedrigen, wenn der Höchste und der Erhabenste von allen sich bis auf das Niedrigste erniedrigt hat? Wie viel mehr darf ich mich erniedrigen, wenn er das getan hat? Seht ihr die Motivation und die Grundlage dieses Wandels, wie er sich ändert? Du hast den Herrn empfangen, den Herrscher, diesen erhabenen Christus, der uns im Kolosserbrief beschäftigt ist. Wieso gehorchst du ihm? Weil du Angst vor Strafe hast? Weil du halt den Regeln befolgst, die dir gegeben worden sind, die dir ein Prediger oder deine Eltern erzählt haben? Oder weil dieser Herr, dieser Jesus, Herr über dein ganzes Leben geworden ist? Weil er dich erlöst hat und mit deinem Preis erkauft hat – nämlich seinem kostbaren Blut.

Weil dieser Herr auch dein guter Hirte ist und du weißt und du glaubst daran, dass wenn du ihm gehorst, dass es gut ist, dass er dich in guten Wegen führen und leiten wird. Weil du ihm vertraust. Weil es besser ist, ihm zu gehorchen. Seht ihr, wie sich das ändert? Wie unterschiedlich das ist zwischen reiner Gesetzlichkeit und einem Wandel, der aus der Einheit mit Christus herausfließt.

Ich möchte nochmal wiederholen, mir ist es wichtig. Ich möchte nicht, dass wir das falsch verstehen. Gibt es den Befehl, dass wir zum Beispiel die Bibel lesen sollen oder dies und das tun sollen? Sollen wir diesem Befehl gehorchen, egal wie wir uns fühlen? Ja, es gibt den Befehl und du sollst ihm gehorchen, du sollst wandeln. Der Wandel des Christen ist nicht weniger als das Gehorchen von Geboten, aber es ist viel mehr als reines, kaltes Gehorchen. Es ist das Ausleben der lebendigen Beziehung und Einheit mit Jesus Christus. Es ist weder Gesetzlichkeit noch Gesetzlosigkeit.

So zu wandeln, wie Christus, wie wir Christus empfangen haben, bedeutet also entsprechend dieses Indikativs: dessen, wie wir Christus empfangen haben, dessen, was Gott vollbracht hat im Heil, dementsprechend zu wandeln. Im Lichte dessen, wer dieser Jesus ist, den wir empfangen haben. „Christus Jesus, der Herr“ wird er hier genannt. Der Wahrheit, die wir über ihn aufgenommen haben; es geht darum, dass der Wandel all diesen Dingen entspricht. Das Evangelium, der Blick auf Christus, das ist es, was diesen Wandel informiert.

Das war die Anknüpfung an vergangene Woche. Und lasst uns heute beginnen, lasst uns heute nun fortsetzen in Vers 7 und dem zweiten Punkt. Erstens war: Wandle in Christus gegründet. Zweitens: Wandle durch das Wirken Gottes. Wandle durch das Wirken Gottes. Vers 7: „Gewurzelt und aufgebaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung.“

Paulus sagt also: So wie ihr Christus Jesus den Herrn empfangen habt, so wandelt in ihm. Und dann kommt die weitere Beschreibung dieses Wandels, die weiteren Merkmale dieses Wandels. Das erste Merkmal ist: So wie ihr Christus empfangen habt, also in Christus gegründet. Das zweite – was sind die weiteren Merkmale? Okay, Paulus, wir haben es verstanden: Wandler in Christus, so wie wir ihn empfangen haben. Wie geht das? Wie machen wir das? Und er sagt: gewurzelt und aufgebaut und gefestigt.

Nachdem also der Wandel befohlen wurde, werden hier die weiteren Merkmale beschrieben. Und das Interessante ist – vielleicht im Deutschen wird das nicht ganz so deutlich: Diese ersten drei Begriffe, die wir haben – gewurzelt, aufgebaut und gefestigt – sind alle im Passiv. Also diese Verben hier sind im Passiv, sie sind nicht im Aktiv. Nicht: „Du wurzele dich“, „du baue dich auf“, „du festige dich“, sondern sie sind im Passiv. Du wurdest gewurzelt, du wirst aufgebaut, du wirst gefestigt.

Also das erste, was Paulus sagt, nachdem er sagt: „Wandele in Christus, so wie du ihn empfangen hast“, ist nicht: „Okay, und hier und hier tust du so, und so tust du das aktiv.“ Nein, sondern wandele in Christus durch das, was Gott mit dir tut, durch das, was Gott in dir wirkt. Normalerweise würden wir erwarten, dass er sagt: „Wandelt in Christus und festigt euch im Glauben.“ Stattdessen spricht Paulus zuerst von den Dingen, die nicht wir tun, sondern von den Dingen, die Gott tut.

Man könnte sich fragen: Was denn jetzt, Paulus? Du sagst, dass wir wandeln sollen, aber dann redest du erstmal nur davon, was Gott tut. Aber genau das macht den christlichen Wandel aus. Es ist ein Wandel in Christus gegründet, erstens. Und zweitens: Es ist ein Wandel durch das Wirken Gottes. Wie soll ich denn hier lernen, wie ich wandeln soll, wenn du nur davon redest, was Gott tut, Paulus? Aber genau das macht den christlichen Wandel aus. Es ist der scheinbare Widerspruch, dieses scheinbare Paradoxon unserer Heiligung: Du sollst wandeln, du sollst gehorchen, aber letztendlich ist es Gott, der in dir wirkt.

Du sollst wandeln, ja, das ist ein Befehl, du sollst wandeln, aber wandle durch das Wirken Gottes. Deswegen sagt der Vers, der uns wohl bekannt ist – Philippa Kapitel 3, 12 bis 13, sagt Paulus dort, Philippa Kapitel 3, Verse 12 bis 13: „Daher, meine Geliebten, wie ihr alle Zeit gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern jetzt auch noch viel mehr in meiner Abwesenheit…“ – jetzt kommt der Befehl: „…bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern.“ Vers 3, und dann geht es weiter: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“

Also der Befehl: bewirkt euer Heilung. Und ihr seht hier, Paulus macht das betonend mit: „bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern“. Das ist ein Befehl, den wir gehorchen sollen. Dann sagt er aber direkt in der nächsten Zeile: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt. Sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“ Wir können uns fragen: Paulus, entscheide dich mal, was jetzt? Soll ich jetzt mein Heil bewirken oder wirkt Gott in mir? Die Antwort ist: Ja. Beides. Gott ist es, der in euch wirkt, aber ihr solltet auch euer Heil bewirken. Das wirkt wie ein Widerspruch, aber das macht den christlichen Wandel aus.

Du sollst gehorchen, du sollst wandeln. Aber du wandelst nicht aus deiner eigenen Kraft heraus. Du wandelst nicht aus deinem eigenen Wirken heraus. Dein Wandel ist auch ein Werk Gottes. Gott wirkt in dir, und letztendlich ist er, wie es hier heißt, dass der Wollen anders to seinem Wohlgefallen tut. Und ich weiß, es gibt diese beiden Seiten, die man fallen kann. Ich kann mich jetzt nicht da sitzen und sagen: „Ach, ich muss ja nichts tun, Gott muss ja bewirken, wollen, also das Wollen und das Wollen, als auch das Wirken bewirken.“ Nein, das ist es nicht. Er sagt vorher: „bewirkt euer Heil mit Furcht und Züttern. Wandle in Christus.“ Es ist der Imperativ.

Aber wir dürfen bei all dem nicht vergessen, dass es Gott ist, der wirkt. Wir müssen das Wirken Gottes anerkennen in unserem Wandel. Und auch das sehen wir, das schützt sowohl vor Gesetzlichkeit als auch vor Gesetzlosigkeit. Du sollst wandeln, du sollst dein Heil bewirken mit Furcht und Zittern, heißt es in Philippa 3. Also keine Gesetzlosigkeit, du sollst gehorchen, aber ohne das Wirken Gottes ist dieser Wandel unmöglich und nichtig. Das schützt vor Gesetzlichkeit. Es bin nicht nur ich, der mit eigener Kraft und eigener Willensstärke einer kalten Liste von Geboten gehorcht. Es ist das Wirken Gottes, das in mir wirkt und letztendlich mein Wandel ermöglicht.

Wandele also durch das Wirken Gottes. Das ist das zweite Merkmal, das Paulus uns hier beschreibt: Wandle durch das Wirken Gottes. Was ist denn nun das Wirken Gottes? Wie wirkt Gott denn nun? Lasst uns die einzelnen Dinge anschauen. Zuerst heißt es hier: „gewurzelt und es gewurzelt und aufgebaut in ihm“. Also es ist gewurzelt in ihm. Wer ist der ihm? Es ist Christus, der im Vers vorher erwähnt wird. Wandle also gewurzelt in Christus. Und ich habe bereits gesagt, dass es im Passiv ist. Also, das ist nicht etwas, was ich tue. Es geht nicht darum, dass ich mich in Christus wurzele, sondern es ist etwas, was Gott vollbracht hat.

Und eine weitere interessante Sache hier ist, dass es hier grammatikalisch im Perfekt steht, also in der Vergangenheit steht: „gewurzelt in ihm“. Und das Perfekt beschreibt etwas, das in der Vergangenheit bereits geschehen ist und ein Resultat in der Gegenwart hat. Es geht also darum, dass Paulus hier sagt: „wandle in Christus, gewurzelt in ihm.“ Gott also hat uns in der Vergangenheit quasi, Gott hat den Gläubigen bereits in Christus gewurzelt. Das ist bereits geschehen, sodass das Resultat heute ist: Ich. Ich bin gewurzelt in Christus. Es ist ein abgeschlossenes Werk Gottes. Die Idee ist also, was hier uns geliefert wird, ist das Bild eines Baumes oder einer Pflanze, die ihre Wurzeln in den Boden drinnen hat.

Und durch die Wurzeln und durch die Verwurzelung in dem nährstoffreichen Boden empfängt die Pflanze oder der Baum seine Nährstoffzufuhr. Ich muss, wenn ich an dieses Wurzeln denke, immer an das Gleichnis vom Sämann denken, in Matthäus Kapitel 13 zum Beispiel. Dort sehen wir ja diese verschiedenen Böden und dann haben wir den Boden, den felsigen Boden, wo der Same hinfällt. Und da wächst alles schnell auf, weil kein tiefer Boden da ist. Dann aber, wenn die Sonne strahlt, wenn die Hitze kommt, verdort der Same dort und die und die Pflanze dort, weil sie keine Wurzeln hat.

Die Idee der Wurzelung ist also eine tiefe Verankerung im Boden, in Christus, was die Quelle unserer Kraft, die Quelle unseres Wandels in Christus ist. Wie der Same, der auf den Felsen gefallen ist: Weil er keine Wurzeln hat, besteht er die Hitze nicht. Ja, im Gleichnis geht es um die Verfolgung und die Bedrängnisse. Aber der Gläubige ist von Gott in Christus gewurzelt, sodass Christus die Quelle seines Wandels ist, die Quelle für Kraft und für Leben.

Denkt auch an Psalm 1, der glückselige Mann. Er wird verglichen in Vers 3: Er ist wie ein Mann, gepflanzt an Wasserbächen. Was macht ein Baum? Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen. Was macht einen Baum aus, der an Wasserbächen gepflanzt ist? Seine Wurzeln gehen in den Boden, der durch die Nähe an den Wasserbächen mit Nährstoffen, äh, reichlich ist mit Nährstoffen und Energie und Wasser. Dieser Baum profitiert von den Wasserbächen, weil die Wasserbäche diesen Boden Boden so nährstoffreicher machen. So ist der Gläubige verwurzelt in den Boden, in das Fundament von Christus, der so reichlich ist, der so voller Kraft, so voll von all dem ist, was wir für unser christliches Leben brauchen. Christus ist der Boden, in den wir verwurzelt worden sind.

Wir haben vorhin in der Lesung Johannes 15 gehabt. „Der wahre Weinstorf“, wo Jesus sagt: „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstorck, so auch ihr nicht; ihr bleibt denn in mir.“ Christus ist der Weinstock. Ohne, getrennt vom Weinstock, kann die Rebe nichts tun, keine Frucht bringen. Denn aus dem Weinstock empfängt die Rebe Leben und Kraft und alles, was sie braucht. So ist es mit Christus: Nur in der Einheit mit ihm empfangen wir Leben und Kraft für diesen Wandel. Er ist die Quelle für unseren Wandel.

Und hier in Johannes 15 ist das als Befehl formuliert: „Bleibt in mir.“ Hier im Kolosserbrief – den Unterschied müssen wir machen – ist das als eine vergangene, bereits geschehene Realität beschrieben. Gott hat dich bereits mit Christus in eine Verbindung gebracht, sodass du aus Christus Kraft, Weisheit und alles empfangen kannst, was du für den christlichen Wandel brauchst.

In 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 30, heißt es: 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 30; 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 30. „Aus ihm aber kommt es, dass ihr in Christus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung.“ Aus ihm, aus Gott kommt es, dass wir in Christus sind, und er ist uns all diese Dinge geworden. Er ist der nährstoffreiche Boden geworden, in dem wir gewurzelt sind. Er ist uns geworden Weisheit von Gott, Gerechtigkeit, Heiligkeit und Erlösung. Das macht diesen Wandel aus. Christus ist die Quelle dieses Wandels. Aus ihm kommt Kraft, kommt Leben, kommt Motivation. Und Gott hat das bereits vollbracht.

Das nächste Merkmal ist „aufverbaut in ihm“. Gewurzelt in ihm, aufverbaut in ihm. Auch passiv, auch etwas, was Gott tut, aber diesmal hier in Präsenz. Es ist hier das fortlaufende Werk Gottes in der Gegenwart. „Gewurzelt“ ist bereits geschehen und vollbracht. Das ist das fortlaufende Wirken Gottes, das heute in deinem Leben geschieht. Gott baut den Gläubigen heute in Christus auf. „Aufverbauen“ gibt uns natürlich das Bild eines Gebäudes, das aufgebaut wird. Das Wort wird zum Beispiel verwendet in 1. Korinther, Kapitel 3; in den Versen 10 bis 14 wird es mehrfach verwendet.

Ich lese mal die Verse 11 bis 12, 1. Korinther 3, 11 bis 12: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut…“ – und dann geht es so weiter.

Die Idee ist: Christus ist das Fundament, das gelegt ist. Ja, wir haben gesehen, er ist der Nährstoffboden, in den wir gewurzelt sind. Und auf diesem Fundament baut Gott nun den Gläubigen auf – in Christus. Das Fundament ist gelegt. Eckstein. Fundament und Eckstein ist Christus, wie es in Epheser 2 heißt: „Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. In ihm zusammengefügt wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.“

Christus ist das Fundament, er ist der Erkstein, und Gott baut uns weiter auf in Christus. Es geht hier um das Wachstum in Christus. Es geht um das fortlaufende Aufbauen Gottes, des Gläubigen. Ja, ein Gebäude, vor allem einen Tempel – wenn wir uns ihn anschauen, nachdem er grundgelegt ist, wenn er aufgebaut ist: Das Aufbau macht, stabilisiert das Gebäude und das Aufbau das Gebäude nützlich werden. Wenn der Tempel aufgebaut ist, kann dort Gott angebetet werden. Die Idee des Aufbauens ist, dass Gott kontinuierlich in unserem Leben wirkt, sodass wir sicherer und stabiler in Christus werden und sodass wir durch das Auferbauen zu Christus hin – er ist auch das Ziel, das heißt es auch in Eferser Kapitel 4 – durch dieses Auferbauen nützlich sein können. Gott wirkt in uns, sodass wir ein gottwohlgefälliger Tempel, ein Haus Gottes sein können.

Gott hat uns also in der Vergangenheit in Christus verwurzelt, uns in dieses Fundament, in Verbindung mit diesem Fundament gebracht. Er baut uns heute auf. Und dann heißt es weiter: „gefestigt im Glauben“. Gefestigt im Glauben, auch im Passiv, auch wieder im Präsens, also wieder das fortlaufende Wirken Gottes in unserem Leben. Gefestigt wird in dem Neuen Testament oft auch mit „Bestätigen“ übersetzt. Es beinhaltet die Idee von steigender Überzeugung und Hingabe. Es wird verwendet im Neuen Testament, um zu zeigen, wie zum Beispiel die Zeichen und Wunder die Botschaft der Apostel bestätigt haben. Es geht also darum, im Glauben gefestigt zu werden, bestätigter zu werden im Sinne des, dass man in der Überzeugung und Unerschütterlichkeit des Glaubens wächst. Dass man im Glauben an Christus gestärkt wird, gefestigt wird.

Ja, in Epheser 4 heißt es, wir sollen nicht mehr Unmündige sein, die hin- und hergeworfen und umhergetrieben werden von jedem Wind der Leere durch die Betrügerei der Menschen. Und gefestigt zu werden, geschützt genau davor, dass man nicht hin und her verweht wird für jeder Lehre, die aufkommen mag, von jeder betrügerischen falschen Lehre, die uns confrontieren möchte. Es geht darum, in der Überzeugung gefestigt zu werden, bestätigt zu werden.

Auch in Hebräer Kapitel 13, Vers 9 heißt es – da wird auch das Wort „Festigen“ verwendet: „Lasst euch nicht…“ – Hebräer Kapitel 13, Vers 9 – „… lasst euch nicht fortreißen durch verschiedenartige und fremde Lehren. Denn es ist gut, dass das Herz durch Gnade gefestigt wird, nicht durch Speisen, von denen, die keinen Nutzen hatten, die danach wandelten. Lasst euch nicht fortreißen.“ Gott wirkt in uns, um uns zu festigen.

Wenn Paulus den Gläubigen also auffordert, so zu wandeln, wie man Christus empfangen hat, charakterisiert er diesen Wandel nicht nur als in Christus gegründet, so wie wir ihn empfangen haben, sondern er charakterisiert den Wandel auch als einen vom Wirken Gottes geprägten Wandel. Wandeln in Christus ohne Wirken Gottes existiert nicht. Du kannst nicht in Christus wandeln, wenn Gott nicht wirkt. Wandel in Christus ohne Wirken Gottes ist Gesetzlichkeit und der kläglich scheiternde Versuch des Menschen, aus eigener Kraft zu gehorchen.

Ja, du wirst vielleicht kalten Regeln wie den Pharisäern gehorchen, aber dein Herz wird fern von Gott sein. Du wirst immer wieder scheitern und du merkst—du wirst merken, oder es wird deutlich—dass das nicht der Wandel des Gläubigen ist. Wird der Gläubige auch scheitern? Ja, aber der Gerechte wird siebenmal fallen und er wird siebenmal wieder aufstehen. Denn Gott wirkt in ihm.

Liebe Geschwister, ist uns das bewusst, wie schön das ist? Paulus sagt: „Wandle in Christus.“ Und ich sage wieder, es kommt später, es wird später konkreter in den Kapiteln 3 und 4. Aber hier kommt erst mal nicht eine unendliche Liste von Regeln, sondern er erinnert uns in diesem Wandel—Wandel in Christus durch das Wirken Gottes.

Wandle in Christus with this what God in dirty does. Liebe Geschwister, in our wandering, we are not alone. It is not dark, aus eigener and with eighteen Mühe all zu bewerkstelligen, but God wirkt in uns. Das ist eine Realität. Du bist im Passiv. Gott ist aktiv hier. Er hat dich bereits mit Christus gewurzelt. Was für eine schöne Nachricht. Ich bin mit diesem reichlich erhabenen Herrn verbunden. Wir müssen immer wieder zurück auf die Verse 15 bis 23. Er, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung.

Stell dir vor, du bist in diesem Christus gewurzelt. Stell dir vor, dieser Christus ist die Quelle deines christlichen Wandels. Er—von ihm ist es, wo du Kraft, Motivation, Freude, Zufriedenheit, Ermutigung und all das bekommst. Wie viel kannst du von diesem Christus empfangen, der Urheber, Erhalter und Ziel der ganzen Schöpfung ist? Was fehlt dir, wenn du in diesem Christus gewurzelt bist? Wo könntest du hingehen? Welche andere Quelle könntest du dir suchen, wenn du in diesem Christus… das Haupt der Gemeinde, der Erstgeborene der Toten, der in allem Vorrang hat, dem, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt. Wo willst du woanders hin, wenn du in diesem Christus gewurzelt bist? Woher willst du Kraft empfangen? Aus deiner eigenen Leistung, aus der Beliebtheit von Menschen, aus der Bestätigung von Menschen? Wo willst du Kraft empfangen?

Gott hat dich bereits in diesem Christus gewurzelt. Und dann: Er hat nicht etwas in der Vergangenheit gemacht und lässt dich dann einfach liegen. Nein, heute wirkt Gott aktiv in deinem Leben. Und Gott versagt bei so was nicht. Gott hört nicht einfach auf. Nein, das ist das kontinuierliche Wirken Gottes in deinem Leben heute. Der mächtige, erhabene Schöpfer dieses Universums wirkt. Er baut dich auf. Wie schön ist es, dass Gott dich auferbauen will und es auch tut. Er will dich stärken, er will dich festigen im Glauben.

Wandle durch das Wirken Gottes. Und es heißt danach in Vers 7: „wie ihr gelehrt worden seid.“ Gewurzelt, aufgebaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Ich weiß nicht, ob das euch aufgefallen ist, aber im Kolosserbrief sagt es Paulus sehr oft. Sehr oft führt er an, dass die Kolosser eigentlich auf das hören sollen, was sie bereits gehört haben, was sie von Epaphras empfangen haben. Schaut in Kapitel 1, die Verse 5. Dort sagt er: „Von ihr habt ihr von der Hoffnung—von ihr habt ihr vorher schon gehört—im Wort der Wahrheit des Evangeliums, das zu euch gekommen ist.“ Dann Vers 7: „So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem geliebten Mitknechten.“

Also Paulus hat bereits in Kapitel 1 immer wieder betont: das, was ihr gehört habt, das, was ihr von Anfang an geglaubt habt, das, was euch Epaphrasen, unser treuer Mitknecht, verkündet hat. Und jetzt hier sagt er wieder: „wie ihr gelehrt worden seid.“ Paulus sagt in gewissem Sinne: „Ich erzähle euch nichts Neues. Ich erzähle euch nichts Neues.“ Epaphras hat euch diese Dinge schon verkündet. Das sind die Dinge, die ihr am Anfang geglaubt habt. Das ist die Botschaft, die ihr empfangen habt. Diese Irrlehrer sind es, die etwas Neues verbreiten, die plötzlich kommen und sagen, Christus sei nicht genug. Man braucht Engelsanbetung, Visionen und all diese Dinge.

Aber Christus bleibt derselbe, das Evangelium bleibt dasselbe, die Botschaft bleibt dasselbe. Sowohl für Heil, sowohl für deine Erlösung als auch für deine Rettung. Ich habe es vor einigen Wochen schon erwähnt und ich erwähne es wieder: Christus ist nicht nur das Eingangsticket, er ist auch der Weg zum Ziel. Du bekommst nicht Christus am Anfang, um in den Himmel hineinzukommen, und dann gehst du einfach weiter, dann brauchst du ihn nicht mehr.

Geflogen nach London und ich bin immer, was das Boarding-Ticket angeht, immer ein bisschen nervös, weil das ja so wichtig ist und ich will es nicht verlieren und ich schau mal, dass ich es dabei habe. Aber sobald du durch das Gate bist, sobald du ein Flugzeug dich auf deinen Platz gesetzt hast, brauchst du das Boarding-Ticket nicht mehr. Es ist irrelevant. Du kannst es wegschmeißen, du kannst es zerreißen, es ist egal. Christus ist nicht so. Christus ist nicht das Boarding-Ticket, wo du ganz gut darauf aufpassen musst, bis du dich auf deinen Platz gesetzt hast und dann vergessen kannst. Christus ist sowohl dein Eingangsticket als auch. Da derjenige, der dich durch deinen ganzen Wandel begleitet.

In Galater Kapitel 3, Vers 3 fragt Paulus – und ich mag es, wenn Paulus so redet, wie in Galater Vers 3 hier: „Seid ihr so unverständlich? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt ein Fleisch vollenden?“ Man merkt, ich stelle mir zumindest Paulus vor, wie er das geschrieben hat: „Seid ihr so unverständlich, liebe Galate? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?“

Die Galata hatten nicht das gleiche, aber ein ähnliches Problem, was jetzt nichts mit heidnischer Philosophie zu tun hat, aber mit Gesetzlichkeit, mit jüdischen Regeln wie Beschneidung und so weiter, die gesagt haben: Selbst wenn du gläubig geworden bist, danach musst du dich an all diese Dinge halten in deinem christlichen Wandel. Ihr habt im Geist angefangen. Ihr habt im Glauben, durch Glauben aus Gnade seid ihr gelöst worden und gerettet worden. Ihr habt das erkannt. Euch wurde Christus vor Augen gemalt wie ein wunderschönes Bild. Aber jetzt wollt ihr im Gesetz, im Fleisch vollenden, durch euer eigenes Wirken und Tun?

Paulus sagt: Bleibt bei dem, was ihr gelehrt habt, wie ihr gelehrt worden seid. Das Evangelium, das aussagt, dass Jesus genug ist, sowohl genugsam zu retten, als dasselbe Evangelium sagt auch, dass Jesus genug für den Wandel ist. So passt auf von Neuem, wie ihr gelehrt worden seid. Bleibt beim Evangelium.

Liebe Geschwister, in gewissem Sinne werde ich euch – oder jeder der Prediger, der hier vorne steht und predigt, wird euch – im gewissen Sinne nichts Neues mehr sagen. In gewissem Sinne bleibt die Botschaft dieselbe, die seit 2000 Jahren verkündet wird. Es ist dasselbe Evangelium, es ist derselbe Christus. Wenn ich irgendwann hier vorne stehe und plötzlich etwas völlig Neues sage, was nie in dieser Schrift war, dann seid vorsichtig. Dann seid skeptisch. Und wir denken uns vielleicht: „Ja, ja, wir sind safe. Wir predigen, wir setzen das Wort in das Zentrum und wir schätzen das Wort und bei uns ist das nicht so die Gefahr.“

Aber ich möchte auch darauf betonen: Auch jeder von uns neigt dazu, gerne etwas Neues, etwas Frisches hören zu wollen. Vielleicht geht es nicht um Lehre, darum, ob es um jüdische Gesetzlichkeit oder um heidnische Philosophie. Aber gerade wenn wir frustriert werden, wenn wir unzufrieden werden über Gebete, die sich nicht erfüllen, über Heiligung, wo wir nicht voranzukommen scheinen, und wir suchen nach diesem neuen Trick, nach dieser magischen Formel, nach diesem, nach diesem, nach diesem – diesem einen Trick, der unser geistliches Leben katapultieren wird in die nächste Sphäre, der uns endlich damit helfen wird, dieses Gebetsanliegen zu erfüllen. Sei es weltliche Psychologie oder Philosophie, sei es Gesetzlichkeit – auch das kann eine Gefahr für uns sein.

Und wir suchen nach diesem Neuen, nach diesem Frischen, weil das, was wir bisher gehört haben, wohl nicht geklappt hat. So denken wir oft. Aber liebe Geschwister, die gesunde Lehre bleibt bei der alten Geschichte. Sie bleibt bei derselben Person. Der christliche Wandel, das Prinzip, es ändert sich nicht. Christus, alles in allem.

In seinem Lied „Expository Preaching“ hat gesagt: „Shailen, don’t try to be original, say the old story, and watch your people change as they behold glory.“ Zu Deutsch: Versuche nicht, originell zu sein. Erzähle die alte Geschichte und beobachte, wie sich dein Volk verändert, wenn es die Herrlichkeit sieht.

Das ist meine Aufgabe und das sollte unser Ziel sein: diesen Christus zu sehen, seine Herrlichkeit zu sehen. Das wird Menschen verwandeln. Nicht der neueste Trend, nicht der neueste Trick, nicht dieser 10-Punkte-Plan, sondern wie ihr gelehrt worden seid: Christus, alles in allem.

Ich habe vor einigen Wochen auch einen Liedtext von Timothy Brindle zitiert, der mit schwerer Sünde zu kämpfen hatte, aber auch von dieser Sünde befreit worden ist. Und wenn er zurückblickt und sagt, was hat ihn wiederhergestellt, heißt es: Womit hat Gott mich denn wiederhergestellt? Es war die Wahrheit seiner Herrlichkeit, die im Sohn Gottes in seinem Angesicht leuchtete. Am deutlichsten sichtbar im Evangelium der Gnade ist die Herrlichkeit Christi. Wir müssen sie sehen. Das ist es, was uns verwandelt, wie ihr gelehrt worden seid. Es ist dieselbe Botschaft, dieselbe Person, derselbe Christus.

Lasst uns zum Schluss kommen mit dem dritten Punkt. Wir haben gesehen: erstens, wandle in Christus gegründet; zweitens, wandele durch das Wirken Gottes; drittens, wandle mit überströmendem Dank. Wandle mit überströmendem Dank. Vers 7, der letzte Teil: „Indem ihr überreich seid in Danksagung. Indem ihr überreich seid mit Danksagung.“

Nach drei passiven Werten – jetzt kommt Paulus endlich zum Aktiv. Jetzt kommt endlich Paulus zu dem, was ich aktiv tun soll. Was soll ich tun, Paulus? Welche Regeln gibst du mir? Was ist… was ist der Befehl? Was ist der Marsch? Sei überreich in Danksagung! Es ist wunderbar. Es ist das… die Weisheit Gottes, wie wunderbar dieser Text ist, ja. Wir stehen hier und warten: Okay, jetzt kommt, jetzt kommt das Konkrete, jetzt kommt der genaue Befehl, das zu tun oder dies zu tun. Und wie gesagt, es gibt die Befehle, sie kommen noch. Aber hier heißt es erstmal: „Indem ihr überreich seid in Danksagung.“ Sei überreich in Danksagung!

Das ist das einzig Aktive in diesem Zusammenhang, was du, was deinen Wandel in Christus charakterisieren soll. Das ist jetzt ein aktives Verb, aber auch im Partizip Präsens, also auch etwas, was du also aktiv fortlaufend tun sollst. Dank – das Verb hier bedeutet überströmen, Überfluss haben.

Ich fand das Bild super, daran zu denken: Es wird in den Evangelien verwendet, um bei der Speisung der Tausenden – ob 5.000, 4.000 – und… und diese Wunder, die Jesus dort vollbracht hat, die tausenden Menschen werden ja gespeist. Und dann bleiben Körbe übrig. Ja, zwölf Körbe und sieben Körbe bleiben übrig. Dieses Übrigbleiben ist dasselbe Wort, was hier für überreich verwendet wird. Das ist Übrigbleiben. Und ich finde die Illustration, um das Wort zu verstehen, ganz interessant. Diese zwölf Körbe oder sieben Körbe, die übrig geblieben sind vom Essen, waren mehr als das, was genug war. Wäre nichts übrig geblieben, wäre alles genug gewesen, aber diese Körbe waren das, was übrig gewesen war, überreich war. Also es gibt also ein Maß, was genug ist – dann wären die alle Tausenden satt geworden – und dann gibt es das Maß, das, was über dem hinausgeht, was überreich ist, was übrig bleibt. Das ist ein schönes Bild, um dieses Wort zu verstehen. Es geht also um das, was über den Rand, über die Grenze hinausgeht.

Und du sollst in Danksagung… In this Brief, wo Paulus immer sagt, wie er danksagt, und auch die Colosse mehrfach auffordert dankbar zu sein, und auch hier eben: überreich in Dankbarkeit zu sein.

Das aktive Merkmal deines christlichen Wandels soll also sein, dass du über die Maßen Dank sagst. Über dem hinaus, was man als genug ansehen würde. Man könnte also im gewissen Sinne sagen: Du kannst niemals zu viel Dank sagen. Denn alles, was genug wäre – du sollst über dem hinausgehen, was genug wäre.

Und liebe Geschwister, nicht dankbar zu sein ist oft einer der Wurzeln, wieso man in falsche Lehre abdriftet. Wieso man vielleicht in Gesetzlichkeit oder Gesetzlosigkeit abdriftet. Undankbarkeit für den empfangenen Christus und alles, was man mit ihm und in ihm empfangen hat, führt oft zu Unzufriedenheit. Ich habe es vorhin erwähnt: Unzufriedenheit über nicht erfüllte Gebetsanliegen, über stagnierenden und stockenden Fortschritt in der Heiligung. Man sieht keine Verbesserung oder keine Veränderung in seinem Leben oder seinen Umständen. Die Wünsche erfüllen sich nicht. Man wird unzufrieden. Man wird undankbar mit dem, was man empfangen hat.

Man wird undankbar und unzufrieden mit dem, was Christus dir anbietet. All den reichlichen Nährstoffen, die er dir als Fundament anbietet – du bist unzufrieden damit. Es ist nicht mehr genug. Und das leitet dich dann in Sünde: „Ich muss das, was ich brauche, ich muss es mir holen“, sogar mit sündhaften Mitteln oder falscher Lehre. Lehre, die sagt: „Du kannst es erreichen, indem du diese Gesetze befolgst, diese zeremoniellen Gesetze befolgst.“ Ja, in Peter Kapitel 2 heißt das: „Taste nicht, rühre nicht, schmecke nicht“ und so. Ja, halt nur das. „Bete Engel an. Bete zu Heiligen“, wie es die katholische Kirche sagt. „Du brauchst Maria als einen Miterlöser oder Mitmittler“, weil Christus nicht genug ist. Weil das, was du von ihm empfangst, nicht genug zu sein scheint. Das ist die Undankbarkeit.

Deswegen sagt Paulus: Wandle in Christus, indem du überreich bist in Danksagung. Hör nicht auf, Dank zu sagen. Liebe Geschwister, es geht darum, sich in Dankbarkeit zu üben. Es soll ein aktives Merkmal deines Lebens sein. Wenn du dein Leben, wenn du deine vergangene Woche jetzt zurückblickst und anschaust, wenn jemand deinen Wandel charakterisieren würde: Ist das ein Wandel, der überreich ist in Danksagung? Danksagung in Worten, in Gebeten natürlich, durch Lieder, Danksagung in deinem Wandel? Ist dein Leben ein Dank, eine Danksagung an den Herrn?

Dich in überreicher Danksagung zu üben, lehrt dich, in Christus zufrieden zu heilen. Wenn du dir immer wieder vor Augen führst, wie du diesen Christus empfangen hast, wer dieser Christus ist, was Gott vollbracht hat – füllt das dein Herz nicht mit Dankbarkeit? Wir haben gesungen: „Wenn ich all das sehe, dann jaucht mein Herz dir, großer Herrscher, zu.“ Davon musst du diese Dinge sehen: die Schrift, das Wirken Gottes, Christus. Das lässt dich überreich sein in Danksagung. Wir denken immer, wir müssen lernen zufrieden zu sein, damit wir dankbar sind. Das stimmt auch. Du musst lernen mit Christus, in Christus zufrieden zu sein, damit du dankbar bist. Aber ich glaube, man kann es auch umdrehen und sagen: Du kannst lernen zufrieden zu sein, indem du Dank sagst, indem du dich darin übst, Dank zu sagen, indem du dich darin disziplinierst, Dank zu sagen, auch wenn du dich vielleicht gerade nicht danach fühlst. Dass du dich daran erinnerst, wie du Christus empfangen hast, wie Gott in deinem Leben wirkt, und ihm Dank sagst.

Ich bitte dich, wenn du in deinem Leben den Trend bemerkst, unzufrieden zu werden mit dem, was Christus dir anbietet; wenn du beginnst, dich verführen zu lassen von dem, was dir diese Welt anbietet, was dir vielleicht falsche Religion anbietet – Tipps und Tricks und die magische Formel, um voranzukommen, um deine Wünsche zu erfüllen – hüte dich davor! Übe dich in Danksagung. Unser Wandel muss stets davon gekennzeichnet sein, dass wir über die Maßen Dank sagen. Für so viel dürfen wir Dank sagen. Und wir werden einiges in diesem F Colossalbrief, gerade auch in diesem Kapitel 2, was jetzt noch folgen wird, werden wir sehen, wie viel wir dankbar sein dürfen.

Aber du kannst auch schon zurückblicken in den Kolosser, Kapitel 1, den wir uns bisher angeschaut haben, bis Kapitel 2, Vers 5. Ja, 2, Vers 5. Wofür wir dankbar sein können: diesen erhabenen Christus, der uns versöhnt hat durch dem Leib seines Fleisches, durch den Tod. Dieser Christus, der alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen in sich hat. Das Geheimnis Gottes, das du empfangen hast – all diese Dinge, du kannst Dank sagen.

Der Wandel in Christus ist also gekennzeichnet von überströmender Danksagung. Das ist in diesem Zusammenhang das einzig Aktive, was deinen Wandel ausmachen soll. Du sollst: „Wandle in Christus gegründet.“ Das kommt aus dem – das ist der allgemeine Befehl in Christus, so wie du ihn empfangen hast. Wandle durch das Wirken Gottes; da hast du keinen aktiven Teil daran. Gott hat bereits gewirkt und wirkt heute. Und ein Wandel in überströmendem Dank – das ist dein aktiver Beitrag zu diesen Merkmalen.

Lass uns zum Schluss kommen. Wenn Paulus also befiehlt: „Wandelst in Christus“, dann ist das weit mehr als eine vage und oberflächliche … des christlichen Lebens. Es ist das fundamentale Prinzip, das den christlichen Wandel bestimmt. Denn der christliche Wandel ist weder gesetzlich, noch ist er gesetzlos. Es geht weder darum, ein bis ins kleinste Detail durch Gebote und Verbote geregeltes Leben zu führen, noch geht es darum, ohne Gebote nach meinem eigenen Willen zu leben.

Es ist ein Leben, das aus dem empfangenen Christus, aus dem Evangelium und der Einheit mit Christus herausfließt. Es ist ein Leben, das von dem informiert und bestimmt wird, wie ich Christus Jesus den Herrn empfangen werde. Diese Wahrheit wird mich informieren in allen meinen praktischen Lebenssituationen und Umständen, wie ich zu wandeln habe. Dieses Prinzip geht viel tiefer als jedes reine Gebot, das wir uns erdenken können, und wirkt sich auf jeden Lebensbereich aus.

Es ist ein Wandel, der nicht aus eigener Kraft geschieht, sondern Gott wirkt in diesem Wandel. Er hat uns mit Christus vereint, was uns mit der Quelle von einem reichlichen Boden – eine Quelle von Kraft und Leben – verbunden hat. Und Gott ist es, der heute in uns wirkt, uns auferbaut, uns festigt. Und es ist ein Wandel, der eine Danksagung überströmt. Im Licht dieses empfangenen Herrn, was mein tiefer Anteil dieses Wandels ausmacht, ist Danksagung.

Was können wir aus diesem Text anwenden? Erstens: Prüfe deinen Wandel, ob er gekennzeichnet ist von diesen Merkmalen. Erstens: Prüfe deinen Wandel. Wir haben gesehen, es ist ein Christus-gegründeter Wandel. Es ist ein Wandel durch das Wirken Gottes. Und es ist ein Wandel mit überströmendem Dank. Macht das deinen Wandel heute aus?

Wir haben in diesem Abschnitt gelernt, was den Wandel ausmacht. Was macht deinen Wandel aus? Ist er gesetzlos? Gehorchst du dem Befehl „Wandelt in Christus so, wie ihr ihn empfangen habt“ überhaupt, oder lebst du nach deinem eigenen Willen? Was bestimmt dein Leben? Dein Wille und deine Wünsche? Weil du bist ja aus Gnade gerettet, jetzt kannst du leben, wie du willst? Reflektiert deinen Wandel deine Einheit mit Christus, oder wandelst du nach deinem eigenen Willen?

Lebst du entsprechend eine Art billigen Gnade, die sagt: „Ich bin erlöst aus Gnade, ich habe das Ticket schon. Jetzt brauche ich es nicht mehr“? Dann möchte ich dich hiermit warnen. Wandel in Christus entspricht dem, wie du ihm empfangen hast. Wenn du aber in Christus nicht wandelst, ist das ein guter Hinweis dafür, dass du ihn vielleicht gar nicht empfangen hast.

Und dann bitte ich dich: Kehre um von einem eigenwilligen Leben. Kehre um von einem gesetzlosen Leben und füge dich der Herrschaft Jesu Christi. Der Gläubige hat Christus nicht als jemanden empfangen, der ihn einfach lässt, wie er ist. Sondern der Gläubige hat Christus als Herrn empfangen – als jemanden, der in ihm wirkt und ihn aus seiner Liebe zu ihm, zu dir, zum Gehorsam drängt. Vielleicht sagst du auf der einen Seite: „Ich bin auf keinen Fall gesetzlos.“

Und in deinem Kopf beginnst du alle Werke aufzuzählen, all die guten Werke aufzuzählen, die du tust: „Ich tu das und ich tu dies und ich bin hier ordentlich und ich gehorche da.“ Das mag so schön sein. Und so sehr ich mich darüber freue, dass du nicht gesetzlos bist, möchte ich dich bitten: Prüfe dich. Bist du vielleicht gesetzlich? Ist ein Wandel ein kalter Gehorsam? Eine Abarbeitung von „Tu das“ und „Tu das nicht“. Gerade wenn du schon länger gläubig wirst, kann es passieren, dass dein Wandel eine Abfolge von einer kalten Routine wird.

Wieso tust du das? Wieso gehorchst du? Wieso liest du deine Schrift? Wieso kommst du in die Gemeinde? Wieso strebst du nach Heiligung? Oder wieso legst du Lüge ab? All diese Fragen – stell sie dir. Was ist die grundlegende Motivation? „Ja, weil es halt so heißt, weil es so dasteht, weil es halt das Gebot ist.“ Ja, das ist es, und du sollst diesem Gebot gehorchen, aber geht dein Gehorsam tiefer als das? Geht er aus dem? „Ich habe Christus empfangen.“ Ich habe ihn – in Epheser 4, haben wir vergangene Woche gelesen – ich habe ihn empfangen als jemanden, der den alten Menschen ausgezogen hat, einen neuen Menschen angezogen habe, sodass ich heute diese neuen Menschen auslebe.

Wir haben immer wieder gelesen, den 2. Korinther 5,14, wo Paulus sagt: „Die Liebe Christi drängt mich.“ Mach das deinen Wandel aus. Seine, Christi Liebe zu dir lässt dir keine andere Wahl als zu gehorchen. Sie zwingt dich, sie drängt dich zu gehorchen. Nicht aus Gesetzlichkeit. Nicht um in den Himmel zu kommen oder von Gott geliebt zu werden, sondern weil er mich zuerst geliebt hat. Über die Pharisäer und über das Volk Israel wird gesagt: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.“ Das ist Gesetzlichkeit: Lippenbekenntnis, oberflächliche Gehorsam, aber nicht gegründet im Evangelium.

Der wahre christliche Wandel ist weder gesetzlos noch gesetzlich. Stattdessen fließt der Wandel aus der Einheit mit Christus und dem Evangelium heraus. Du brauchst als Gläubiger keine bis ins Kleinste gehende To-Do-Liste, weil du so von Christus erfüllt sein kannst, dass diese Einheit mit Christus deinen Wandel in jedem Lebensbereich informieren wird. Prüfe dich also und kehre um. Sei es Gesetzlosigkeit oder Gesetzlichkeit, kehre von beidem um. Kehre von beidem um. Und beginne vielleicht erneut in Christus zu wandeln, so wie du ihn empfangen hast, aus Gnade und durch Glauben, in Gehorsam. Aber mit dem Wirken Gottes.

Zweitens: Sinne über den empfangenen Christus Jesus nach. Denke an das Indikativ. Erfülle dich mit dem, was Gott vollbracht hat. Du kannst nur wahrlich in Christus wandeln, wenn du damit erfüllt bist, wie du ihn empfangen hast. Sonst weißt du ja nicht wie, sonst informiert dich ja nichts, wie du wandeln sollst. Wer er ist – Christus Jesus der Herr – was er vollbracht hat, wie du mit ihm eins geworden bist, wie Gott dich in Einheit mit ihm gebracht hat. So wie der glückselige Mann auf Psalm 1 nur glückselig ist, weil er Tag und Nacht über das Gesetz des Herrn nachsinnt und daran wohlgefallen hat.

Wenn musst du darüber nachsinnen und daran wohlgefallen haben, über diesen Christus nachzusinnen, dich mit ihm zu erfüllen. Wer er ist? Wieder lies, schau die 1. Kolosser Kapitel 1 an. Wer er ist, was er vollbracht hat. Sinne über seine Erhabenheit, seine Genugsamkeit, die uns hier präsentiert worden ist. Sinne darüber nach. Nur das lässt dich so wandeln lassen – so wie es Paulus hier beschreibt.

Drittens: Schöpfe Kraft für deinen Wandel aus dem Wirken Gottes. Erfreue dich daran, was Gott in dir wirkt, und schöpfe Kraft daraus. Du bist nicht alleine in diesem Wandel. Gott hat bereits in dir gewirkt und Gott wirkt heute bei dir. Er hat dich mit Christus eins gemacht und in ihm verwurzeln. Und heute baut er dich auf. Liebe Geschwister, schaut auf euer gläubiges Leben zurück: den Wachstum, den ihr empfangen habt.

Ja, ihr habt gehorcht, ja, ihr habt gelernt und habt Dinge umgesetzt, aber es gibt immer diesen Teil, der irgendwie unerklärlich ist. Den ich nicht ganz erklären kann – wie ich hier verändert worden bin, wie ich mich verändert habe. Es ist das Wirken Gottes. Er, der aufbaut, er, der festigt. Und freue dich daran, schöpfe Kraft daraus. Selbst im Moment deines Versagens. Gott hört nicht per sich auf: „Oh Herr, das wird nichts, ich gebe auf.“ Das macht Gott nicht. Selbst im Moment deines Versagens wirkt Gott in dir. Er wird dich aufbauen. Er wird dich festigen. Und er hat dich bereits verwurzelt. Schöpfe Kraft für deinen Wandel aus dem Wirken Gottes. Erkenne es an.

Viertens, sei überreichend Danksagung. Sei überreichend in Danksagung. Wie wir gesehen haben, ist das im Zusammenhang dein einzig aktiver Beitrag zum Merkmal des Wandels. Sei dankbar und übe dich in Danksagung. Hüte dich vor Unzufriedenheit. Oh, sie kann sich so schnell einschleichen. So schnell kann das passieren, so hüte dich und übe dich in Danksagung. Sag Gott Danke. Und wenn du denkst, du hast genug Danke gesagt, sag noch etwas mehr Danke. Denn du sollst ja überreich sein, über dem Mars dankbar sein. Sei es dankbar im Gebet. Wenn ich eins von meinem – ich habe sehr viele Dinge von meinem Vater gelernt, aber wenn ich eins von meinem Vater gelernt habe, ist, wenn du dich in diesen Dingen im Gebet übst. Wird das dich verändern. Wenn du zum Beispiel im Gebet für andere betest, wirst du lernen, dich auch um mehr, um andere zu sorgen. Und ich drehe es jetzt auf die Danksagung. Wenn du dich im Gebet darin übst, Dank zu sagen, wirst du auch in deinem Wandel und in deinem Leben dankbarer werden, zufriedener werden. Diszipliniere dich darin, im Gebet Gott Dank zu sagen. Und du wirst dankbarer auch insgesamt werden in deinem Wandel, in deinem Leben.

Und ganz zum Schluss: All das können nur Menschen tun und geschieht nur mit Menschen, die Christus Jesus empfangen haben. Wenn du also Christus Jesus noch nicht empfangen hast, dann kehre um. Tue Buße von einem Leben und einem Wandel, der nach deinem eigenen Leben bestimmt ist. Kehre um von Gesetzlichkeit, wenn du einer falschen Religion, einer menschengemachten Religion folgst. Wenn du gehorchst, um dich das Ticket in den Himmel zu verdienen. Kehre um, denn vor diesem heiligen Gott wirst du mit deinen eigenen Werken nicht bestehen. Kehre um von Gesetzlosigkeit, einem Leben nach deinem eigenen Willen und Begierden. Denn dieser heilige und gerechte Gott wird dich in die Hölle verdammen. Kehre um und fliehe zu Christus. Seine Gerechtigkeit. Aus Gnade allein – wir haben es heute gesungen – aus Gnade allein wirst du gerettet. Rufe den Herrn an und bitte um Vergebung. Kehre um zu Christus, glaube an sein stellvertretendes Werk am Kreuz, an die Stelle von Sündern. Und du wirst gerettet werden. Ihm möge alle Ehre zuteil werden. Amen.

Lass uns beten. Unser Vater im Himmel, ich staune über deine Weisheit. Die Genialität dieses Befehls und dieses fundamentalen Prinzips: Wandle in Christus so, wie du ihn empfangen hast. Wandle nicht, indem du einfach einer kalten Liste von Geboten verfolgst. Und du sagst aber auch nicht: „Wandle einfach, wie du willst.“ Denn das ist so ein Schaden, das wäre so ein Schaden für uns, nach unserem eigenen Willen zu wandeln. Nein, du sagst: „Wandle so, wie wir Christus empfangen haben.“ Und wir haben ihn empfangen als Christus, als Herrn. Als Erlöser. Als diesen erhabenen Christus, der uns in diesem Kolossalbrief, insbesondere in diesem Kolossalbrief, präsentiert worden ist. Vater, dieses Prinzip geht so viel tiefer. So viel, es dringt so viel mehr durch unser Leben, als es einfach reine Gebote tun könnten, reine menschengemachte Regeln tun könnten. Vater, ich danke dir. Ich danke dir für das Wirken, das du uns geschenkt hast, dass du in uns gewirkst. Ich danke dir, dass du uns verwurzelt hast in Christus. Du hast uns verbunden und in Einheit gebracht mit dem Kostbarsten, was existiert, deinem Sohn.

Du hast uns verbunden mit dem, der von dem, durch den und zu dem hin alles geschaffen worden ist. Du hast uns mit dem verbunden, der dein unsichtbares Bild ist, der Erstgeborene aller Schöpfung, der in allem Vorrang hat. Was für ein Privileg, mit diesem Herrn verbunden zu sein. Was für ein Privileg, aus ihm alle Kraft zu schöpfen für Wandel und für Leben.

Vater, ich danke dir, dass du heute in uns wirkst. Du baust uns auf, du festigst uns. Was wären wir nur ohne dein Wirken? Wir werden Fahnen im Wind, die hin und her vom Wind getrieben werden. Du bist es aber, der uns festigt, der uns auferbaut, und dafür danken wir dir. Wir beten dich an.

Oh Vater, schenke allen, die hier sind, allen Gläubigen, Vater, schenke ihnen doch, dass sie überreich sind in Danksagung. Dass wir lernen mögen, Dank zu sagen, überreich darin zu sein, über die Maßen Dank zu sagen, denn du bist es würdig. Wir können nie aufhören, wir können nie zu viel Dank sagen. So lehre uns Dank zu sagen, überreich darin zu sein, und übe uns darin in Zufriedenheit in Christus mit all dem, was du uns geschenkt hast.

Vater, bewahre uns vor der Suche nach Neuem, nach Frischem. Diese alte Geschichte, dieser Christus, er ist derselbe, und er ist genauso genugsam wie eh, wie eh und je. Ich danke dir dafür, Vater, und ich bitte dich darum: Segne uns und segne unseren Wandel, sodass wir in Christus wandeln mögen, so wie wir ihn empfangen haben. Im Namen deines Sohnes. Amen.

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