August 30, 2026

Ein von Christus bestimmtes Leben

Serie:
Passage: Kolosser 3:12-17

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Möge der Name des Herrn Jesus verherrlicht werden. Lasst uns den Text für die heutige Predigt aufschlagen und lesen: Kolosser Kapitel 3, die Verse 12 bis 17.

Kolosserbrief, Kapitel 3, die Verse 12 bis 17: „Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut. Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist. Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib. Und seid dankbar. Das Wort des Christus wohne reichlich in euch. In aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig. Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade. Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn.“

Lasst uns beten. Unser Vater im Himmel, wir danken dir für Jesus. Wir danken dir für unseren Herrn. Christus ist allein mein Trost, im Leben und auch im Tod. Er ist unser Gewinn, er ist unser Leben.

Wir sind so mit Christus eins gemacht, dass wir nicht mehr von ihm zu trennen sind. Weder eine Macht auf dieser Erde noch eine Macht, die über diese Erde hinausgeht, kann uns von der Liebe Christi scheiden.

Du hast uns, die wir Feinde, Rebellen, ungehorsam und widerspenstig waren, so eng mit deinem Sohn verbunden. Wenn du uns heute anschaust, siehst du uns gekleidet in seiner Gerechtigkeit. Und du liebst uns mit derselben Liebe, mit der du den Sohn liebst.

Vater, wir beten dich an für dieses Privileg, für diese große Gnade, die uns unverdienterweise zuteilgeworden ist.

Wir legen dir, Vater, die Stunde deines Wortes hin, die Verkündigung deines Wortes. Sie möge treu dein Wort auslegen, zur Ehre deines heiligen Namens dienen und die Gemeinde erbauen.

Vater, hilf uns, anhand dieses Textes zu verstehen, was unser Leben bestimmen soll, wovon unsere Gedanken, unsere Herzen und unser Wille erfüllt sein sollen, was uns beherrschen und unseren Wandel bestimmen soll. Wir bitten dich, Vater, darum, dass all dies durch die Verkündigung deines Wortes, durch die Auslegung dieses Abschnittes, deutlich werden möge.

Ich bitte dich darum, Vater: Schenke den Menschen, die hier sind und zuhören, Gehör. Öffne ihre Herzen und schenke Verständnis. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.

Setzt euch gerne. Okay.

Zum dritten Mal kommen wir heute zu diesem Abschnitt und zu diesem Text aus Kolosser Kapitel 3. Das Motiv, das sich durch diesen ganzen Abschnitt zieht, und der Titel, unter dem wir diesen Abschnitt fortlaufend betrachtet haben, war: „Die angemessene Kleidung des Gläubigen“.

Wir reden von Kleidung, weil Paulus hier die Sprache von Kleidung verwendet. Er redet davon, Dinge auszuziehen oder abzulegen und im Gegenzug andere Dinge anzuziehen.

Wir hatten einleitend den Gedanken, der in Gottfried Kellers Novelle zum Ausdruck gebracht wird: Kleider machen Leute. Dort erkennen wir, dort wird deutlich gemacht, dass die Kleidung, die wir tragen, etwas über unsere Person aussagen kann.

Paulus hat hier in diesem Abschnitt einen ähnlichen Gedanken, wenn er davon spricht, dass wir als Gläubige, als solche, die mit Christus Jesus eins gemacht worden sind, die mit ihm gestorben und wieder auferstanden sind, als solche, die nicht mehr zur Erde, sondern zum Himmel gehören, Kleidung tragen sollen, die dieser Identität entspricht.

Paulus geht es darum, den Gläubigen zu erklären, dass ihre Kleidung – und wenn ich hier von Kleidung rede, rede ich natürlich von unserem Wandel, von Herzenseinstellungen, unserer Gesinnung und unserem Verhalten – unserer Identität entsprechen soll. Genau in diesem Zuge haben wir uns in den vergangenen Wochen mit diesem Abschnitt beschäftigt.

Aber noch einmal etwas zurückblickend: Von Vers 5 an ging es darum, welche Kleidung nicht mehr zu unserer Identität passt: Dinge wie Hurerei, Unreinheit, Habsucht, böse Lust und Götzendienst. Sie passen nicht mehr zu unserer neuen Identität in Jesus Christus. Sie gehören zur Erde; wir gehören zum Himmel, wo unser Herr zur Rechten Gottes sitzt.

Was auch nicht mehr zu unserer Identität passt, sind Dinge wie Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung und schändliches Reden. Das gehörte zum alten Menschen, aber diesen alten Menschen haben wir bei unserer Wiedergeburt ausgezogen. Wir haben einen neuen Menschen angezogen, der Christus entsprechend geschaffen ist.

Was zu unserer Identität als Auserwählte, Heilige und Geliebte passt, sind Dinge wie herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut und Langmut. Wir haben gesehen, dass diese fünf Eigenschaften und Herzenseinstellungen uns ausmachen, uns charakterisieren sollen, weil sie zu unserer neuen Identität passen.

Aus der Identität, dass wir von Gott auserwählt, von ihm geheiligt und von ihm geliebt sind, soll ein tugendhafter Umgang miteinander fließen. Nur wer in seiner Identität in Christus als Auserwählter, Heiliger und Geliebter verwurzelt ist, kann diese Tugenden an den Tag legen.

Wir haben vergangene Woche dann gesehen, wie diese Tugenden sich in unserem Verhalten ausdrücken, sich offenbaren. Es ging darum, einander zu ertragen und sich gegenseitig zu vergeben.

Unsere neue Identität in Christus macht Christus groß und uns selbst klein. So führt sie dazu, dass wir in der Lage sind und es umsetzen sollen, einander zu ertragen: unsere Eigenheiten, unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten, kulturelle Unterschiede. Wir sollen uns selbst nicht so wichtig nehmen und bei jedem Anstoß, den wir wahrnehmen, gleich den Streit suchen, sondern einander ertragen.

Wenn jemand gegen uns gesündigt hat, wenn wir sogar eine berechtigte Klage gegen einen anderen haben, dann lautet der Auftrag an uns, dass wir uns gegenseitig vergeben sollen. Wir sollen uns vergeben, und zwar nicht einfach irgendwie. Der Maßstab, der uns geschenkt ist, lautet: So wie der Christus uns vergeben hat, sollen wir einander vergeben.

Wir haben uns damit beschäftigt, wie Christus uns vergeben hat: vollkommen und vollständig, sodass er der Sünde nicht mehr gedenkt. Wir haben gesehen: Bei Jesus gibt es keine Auszeit, die wir erst haben müssen, sondern er vergibt uns unmittelbar und vollständig und entscheidet sich, unserer Sünden nicht mehr zu gedenken.

Zuallerletzt haben wir das Band gesehen, das alles zusammenhält, den Mantel, der diese Kleidung vervollständigt: die Liebe, das Band der Vollkommenheit. Wahre christliche, biblische Liebe, die weit mehr als einfach nur ein warmes Gefühl ist, sondern aufopferungsvolle Hingabe für den anderen bedeutet.

Wir haben gesehen, wie Liebe all diese Tugenden in sich vereint. Liebe ist gütig, demütig, sanftmütig und langmütig. Liebe rechnet das Böse nicht an. Liebe ist das Band, das alles vollkommen macht. Wir sollen einander lieben.

In den Johannesbriefen heißt es, dass Liebe das sein soll, was uns ausmacht, genauso wie der Herr Jesus es im Johannesevangelium erwähnt hat.

Wir haben also in den vergangenen zwei Wochen gesehen, welche Kleidung dem Gläubigen angemessen ist. Paulus hat uns aufgefordert, diese Tugenden anzulegen, einander zu ertragen und uns gegenseitig zu vergeben. Und wir haben gesehen, wie Liebe über allem steht.

Wir kommen nun zum Ende dieses Abschnittes von Vers 12 bis 17 und auch zum Höhepunkt dieses Abschnittes. Paulus wendet sich jetzt etwas von diesem Befehl „zieht an“ ab und widmet sich stattdessen Dingen, die unseren Wandel von innen heraus bestimmen sollen.

Wenn ihr auf die Worte in dem Abschnitt achtet, den wir gerade gelesen haben, gerade in den Versen 15 bis 17, geht es weniger um praktische Dinge, die wir anziehen sollen, sondern um Dinge, die uns von innen heraus beherrschen, unser Herz und unser Denken vereinnahmen und füllen und so unser Leben bestimmen sollen.

Es geht darum, den Frieden Christi regieren und das Wort des Christus reichlich wohnen zu lassen, alles, was wir tun, im Namen des Herrn zu tun. Das sind Prinzipien und Realitäten, die uns füllen, einnehmen und so unser Leben bestimmen sollen.

Wir sind also immer noch bei der angemessenen Kleidung des Gläubigen, aber wir widmen uns jetzt einem ganz besonderen Aspekt dieser Kleidung beziehungsweise dieses Abschnittes. Ein Untertitel dieser Predigt ist sozusagen: „Ein von Christus bestimmtes Leben“.

Paulus fordert den Gläubigen insgesamt in diesem ganzen Abschnitt von Vers 12 bis 17 auf, in Anbetracht seiner Identität in Christus tugendhafte Eigenschaften für den Umgang miteinander anzulegen. Insbesondere in den Versen 15 bis 17 beschreibt uns Paulus vier Dinge, die das Leben des Gläubigen erfüllen und seinen Wandel bestimmen sollen, damit unsere Identität in Christus sichtbar zum Ausdruck kommt.

Das hängt in den Versen 12 bis 17 alles miteinander zusammen. Der Fokus liegt hier nun auf vier Dingen, die unser Leben erfüllen, unser Denken, unseren Wandel und unser Reden bestimmen sollen, damit weiterhin diese neue Identität in Christus zum Ausdruck kommt.

Wir haben diesen Text gelesen, und während ich ihn vorbereitet habe, hatte ich eine Idee. Ich weiß nicht, ob das gut klappt, deswegen habt etwas Nachsicht mit mir. Es geht darum – und wir werden heute auch noch sehen –, dass wir uns mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern gegenseitig ermahnen und belehren sollen.

Dann dachte ich mir: Vielleicht würde es passen, die Gliederungspunkte dieser Predigt mit Liedtiteln zu verzieren, die wir in unserer Gemeinde singen oder die wohlbekannt sind. Wenn ihr diese Lieder singt oder an sie denkt, denkt ihr vielleicht auch an solche Abschnitte und Wahrheiten. Denn dazu sollen Lieder dienen, nämlich dazu, dass sie uns belehren und ermahnen. Dazu kommen wir noch.

Weil die Titel diesmal ein bisschen lang sind, habe ich sie hier für uns notiert. Wir wollen uns vier Dinge anschauen und mit dem ersten beginnen: „Wenn Friede mit Gott“ – die Friedensherrschaft Christi im Herzen.

Vielleicht ist euch dieses Lied bekannt: „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt.“ Dann heißt es: „Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn.“

Wie gesagt, die Idee, weshalb ich die Liedtitel in diese Punkte eingefügt habe, ist: Wenn wir dieses Lied singen, wenn ihr das nächste Mal vielleicht dieses Lied singt oder daran denkt, dann denkt doch an diesen Abschnitt im Kolosserbrief. Möge dieses Lied euch darin belehren und ermahnen, dass der Friede Christi eure Herzen beherrschen soll.

Lasst uns also beginnen. Erstens: „Wenn Friede mit Gott“ – die Friedensherrschaft Christi im Herzen.

Vers 15: „Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib. Und seid dankbar.“

Vers 15 beginnt mit: „Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen.“ Paulus wendet sich, wie gesagt, von den bisherigen Befehlen nun einer anderen Art von Befehl zu. Der Befehl hier lautet: regiere. Der Friede des Christus regiere in euren Herzen, soll also regieren. Oder wir könnten auch sagen: Lasst den Frieden des Christus in euren Herzen regieren.

Es ist ein Befehl, ein Imperativ. Das ist etwas, das wir tun sollen. So, wie das Verb hier verwendet wird, ist es etwas Fortlaufendes, etwas Tagtägliches, das in unserem Leben geschehen soll.

Dieses Wort regieren, das hier verwendet wird, kommt nur einmal im Neuen Testament vor, nämlich hier. Aber wenn man in die Wörterbücher schaut, kennt man es auch aus dem klassischen, außerbiblischen Gebrauch.

Im klassischen Sprachgebrauch wurde dieses Wort regieren beziehungsweise das Nomen dazu, der Regent sozusagen, dafür gebraucht, einen Amtsträger zu beschreiben, der sportliche Wettkämpfe leitete und die Preise vergab. Heutzutage würden wir also von einem Schiedsrichter reden.

Dieses regiere beschreibt also das, was ein Schiedsrichter tut. Regieren bedeutet hier, als Schiedsrichter zu fungieren. Was macht ein Schiedsrichter? Er entscheidet Situationen in einem Sport, in einem Wettkampf. Wenn wir heutzutage über Fußball nachdenken, entscheidet der Schiedsrichter über Abseits oder nicht, über Foul oder nicht, über Strafstoß oder nicht und solche Entscheidungen.

Wenn es einen Konflikt oder unterschiedliche Meinungen zu einer Situation im Wettkampf gibt, dann ist es der Schiedsrichter, der letztendlich die Entscheidung trifft, der die Autorität hat, in einem Konflikt zu entscheiden.

Wenn wir vom Sportlichen vielleicht wegkommen, musste ich auch an die Idee des Dirigierens denken: Er leitet, führt und dirigiert hier die Geschehnisse. Etwas soll also in unseren Herzen regieren, wie ein Schiedsrichter fungieren.

„In euren Herzen“, sehen wir hier. Das Herz, wie wir es bei der Betrachtung der Schrift oft gesehen haben, beschreibt das Kontrollzentrum unseres Willens. Es ist der Ort, an dem sich entscheidet, was wir wollen, wo unser Wille kontrolliert wird, basierend auf unserem Verstand, unserem Begehren, also dem, was wir lieben, und dem, wonach wir streben.

Etwas soll also in unserem Herzen, dem Kontrollzentrum unseres Willens, regieren. Etwas soll dort wie ein Schiedsrichter fungieren, Entscheidungen treffen und dirigieren.

Was soll in unserem Herzen regieren? Der Vers sagt: der Friede des Christus. Der Friede des Christus. Nicht eine Person, nicht ein Schiedsrichter in Form einer Person, sondern der Friede des Herrn Jesus Christus soll unsere Herzen regieren.

Wenn es um den Frieden des Christus geht, geht es natürlich um den Frieden, den Christus uns schenkt, den Frieden, den wir durch Christus zuallererst mit Gott haben. Christus hat uns Frieden mit Gott geschenkt, und das war bereits Thema im Kolosserbrief. Insgesamt sehen wir in diesem Abschnitt, Kolosser Kapitel 3, die Verse 15 bis 17, viele Dinge, die wir im Kolosserbrief bereits gesehen haben.

Kolosser Kapitel 1, die Verse 19 bis 22: „Denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln. Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen.“

Christus hat uns mit Gott versöhnt. Wir waren alle einst Feinde und entfremdet, völlig verdorben in unserer Gesinnung, in unseren bösen Werken. Aber Christus hat Frieden zwischen uns und Gott gemacht.

Zu versöhnen, wir haben uns damals damit beschäftigt, bedeutet, die Beziehung zwischen zwei feindseligen oder entfremdeten Parteien vollständig wiederherzustellen. Christus hat das zwischen uns und Gott getan. Zwei Seiten, die verfeindet waren. Wir waren Rebellen, die ein Leben in Auflehnung gegen Gott geführt haben. Christus hat uns mit Gott versöhnt, hat Frieden geschaffen durch sein Opfer.

Um diesen Frieden zu schaffen, war kein geringeres Opfer als sein eigenes Leben notwendig, das er hingegeben hat, das Blut, das er am Kreuz vergossen hat. Das ist es, was uns Frieden geschenkt hat. Das ist der Friede des Christus.

In Römer Kapitel 5 lesen wir auch von diesem Frieden und dieser Versöhnung. Römerbrief, Kapitel 5, Vers 1 und dann die Verse 10 bis 11: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir vielmehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.“

Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Rechtfertigung macht Frieden mit Gott möglich. Unsere Rechtfertigung ist nur durch das Leben möglich gemacht worden, das Jesus gegeben hat, durch den großen Austausch, den wir erleben durften: Jesus Christus hat unsere Sünden, unsere Schuld und damit unsere Strafe auf sich genommen, und wir haben im Gegenzug die Gerechtigkeit Christi bekommen.

So haben wir, in Christus aus Glauben für gerecht erklärt, Frieden mit Gott. Als wir Feinde waren, hat Gott uns durch seinen Sohn mit sich versöhnt. So haben wir heute die Versöhnung empfangen.

In Apostelgeschichte Kapitel 10 beschreibt Petrus das Evangelium. Er beschreibt es so: „Das Wort, das er den Söhnen Israels gesandt hat, indem er Frieden verkündigte durch Jesus Christus – dieser ist aller Herr.“

Jesus Christus hat Frieden verkündigt. Frieden mit Gott. Frieden mit unserem Schöpfer. Frieden mit dem Heiligen und Allmächtigen.

Das war doch die Botschaft, die Jesus ganz am Anfang im Lukasevangelium gepredigt hat. Ihr könnt euch vielleicht noch daran erinnern, als wir über Lukas Kapitel 4 gepredigt haben, dass Jesus das Gnadenjahr des Herrn ausruft.

Das ist der Friede des Christus, der Friede, den er zwischen uns und Gott geschaffen hat. Dieser Frieden soll unser Herz regieren. Versteht ihr? Dieser Frieden soll wie ein Schiedsrichter das Kontrollzentrum unseres Willens dirigieren und leiten.

Liebe Geschwister, wir haben diesen Frieden bereits. Er ist uns geschenkt. In Johannes Kapitel 14, Vers 27, spricht Jesus zu seinen Jüngern: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam.“

Jesus Christus hat uns Frieden geschenkt. „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“, hat er gesprochen.

In Johannes Kapitel 16, Vers 33, hat er gesagt: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“

Seht ihr, was dieser Frieden bedeutet? Seht ihr, was dieser Frieden bewirken kann? Jesus spricht davon: Ich habe das geredet, damit ihr Frieden habt. In dieser Welt habt ihr Bedrängnis, aber er hat diese Welt überwunden.

Wenn dieser Frieden, den er uns schenkt, unsere Herzen füllt, vereinnahmt und regiert, dann werden auch wir diese Welt überwinden. Das wird es uns auch möglich machen, diese Tugenden, über die wir geredet haben – herzliches Erbarmen, Güte und all diese Dinge –, anzuziehen, einander zu ertragen und einander zu vergeben. Wir werden das tun können, wenn der Friede des Herrn unsere Herzen regiert. Denn dieser Friede mit Gott ist es, der unser Herz regieren soll.

Bevor wir hier weitergehen, möchte ich zu dir reden, der du diesen Frieden mit Gott noch nicht hast. Ich möchte dir sagen, dass Jesus Frieden und Versöhnung mit Gott schenkt.

Wir sind alle von Natur aus Sünder und Kinder des Zorns, Feinde Gottes und Rebellen, und haben nichts als den Zorn Gottes verdient. Wenn du heute hier bist und diesen Frieden mit Gott nicht hast, wenn du nicht mit ihm versöhnt worden bist, dann bitte ich dich: Kehre um.

Du befindest dich auf einem gefährlichen Weg. Du befindest dich in einem Krieg, den du nicht gewinnen wirst. Mit deiner eigenen Gerechtigkeit, deinen eigenen Werken und mit Religiosität kannst du diesen Frieden nicht erzwingen und hervorbringen.

Einzig und allein das Opfer Jesu Christi, einzig und allein der Glaube an ihn schenkt dir Frieden mit Gott. So bitte ich dich: Glaube an diesen Herrn Jesus Christus. Kehre um von deinen Sünden, kehre um von deiner Selbstgerechtigkeit und deinen eigenen Versuchen, Frieden zu schaffen.

Wir haben es heute in Psalm 14 gelesen: Da ist keiner, der Gutes tut. Da ist keiner, der verständig ist. Der HERR hat vom Himmel herabgeschaut auf die Menschenkinder, und da war nicht einer.

Frieden mit Gott ist nur durch Jesus Christus möglich. So glaube an ihn und empfange diesen Frieden mit Gott.

Es ist dieser Friede, der auch Frieden mit den Menschen um uns herum schafft. Wir haben uns im Epheserbrief damit beschäftigt. Lasst uns Epheser Kapitel 2 ab Vers 13 lesen. Ihr seht vielleicht das Muster, wie oft sich Frieden hier durch das Neue Testament zieht.

Epheser Kapitel 2, ab Vers 13: „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, in seinem Fleisch abgebrochen. Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen weggetan, um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dieses die Feindschaft getötet hatte. Und er kam und hat Frieden verkündigt euch, den Fernen, und Frieden den Nahen.“

Christus hat nicht nur zwischen uns und Gott Frieden geschaffen. Dadurch, dass er zwischen uns und Gott Frieden geschaffen hat, hat er, wie es im Epheserbrief heißt, auch Frieden zwischen den Juden und den Nationen geschaffen, zwischen denen, die Gott nahe waren, und denen, die Gott fern waren. Beide waren letztendlich Gott fern. Aber er hat Frieden geschaffen.

Er hat die Feindschaft zwischen ihnen, diese Mauer, diese Zwischenwand abgebrochen. Er hat sie versöhnt und zu einem Leib geschaffen. Er kam und verkündigte Frieden mit Gott und miteinander.

So können, wie wir in Kolosser Kapitel 3 gesehen haben, verschiedene Gruppen in der Gemeinde sein: Griechen, Juden, Beschnittene, Unbeschnittene, Barbaren, Skythen, Sklaven und Freie. Sie sind alle eins in Christus, sodass es heißen darf: „Sondern Christus alles und in allen.“

Deine Volkszugehörigkeit, deine Kultur, dein Wohlstand und dein sozialer Status, all das spielt keine Rolle, weil Christus zwischen all diesen Gruppen Frieden geschaffen hat.

Versteht ihr, worum es hier geht? „Der Friede des Christus regiere in euren Herzen.“ Der Friede, den wir mit Gott haben, und der Friede, den wir miteinander haben: Dieser Friede soll unser Herz wie ein Schiedsrichter beherrschen.

Dieser Friede soll unsere Entscheidungen, unsere Worte und unser Verhalten bestimmen, insbesondere im Umgang miteinander, um den es in diesem ganzen Zusammenhang geht. Dass wir durch Jesus Frieden mit Gott und miteinander haben, soll dazu führen, dass wir dem Frieden miteinander nachstreben.

Wenn dieser Friede mein Herz beherrscht, wird mich dann ein kleiner Anstoß, eine Beleidigung, sogar eine Sünde, die gegen mich begangen worden ist, aus der Ruhe bringen?

Die Idee, die wir hier haben, ist: Was beherrscht dein Herz? Wenn der Friede dein Herz beherrscht – der Friede, den du mit Gott hast, der Friede, den wir in Christus Jesus miteinander haben dürfen –, dann wirst du auch dem Frieden nachstreben. Dem Frieden nachzustreben wird dein Verhalten bestimmen.

Wir sehen im ganzen Neuen Testament immer wieder den Aufruf, diesem Frieden nachzujagen. In Hebräer Kapitel 12, Vers 14, heißt es: „Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird.“ Jagt dem Frieden mit allen nach.

Römer Kapitel 14, Vers 19: „So lasst uns nun dem nachstreben, was dem Frieden, und dem, was der gegenseitigen Erbauung dient.“ Das geschieht, wenn der Friede dein Herz regiert, sodass du dem Frieden nachstrebst.

Gerade in Römer Kapitel 14 ist der Zusammenhang, dass Menschen unterschiedlich an das Essen herangehen. Manche essen alles, manche können es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren, gewisse Dinge zu essen. Paulus sagt: Zerstöre nicht wegen einer Speise den, für den Christus gestorben ist. Er sagt: Lasst uns dem Frieden und dem nachstreben, was der gegenseitigen Erbauung dient.

In 2. Korinther Kapitel 13, Vers 11, heißt es: „Im Übrigen, Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermuntern, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein.“ Haltet Frieden, und der Gott des Friedens wird mit euch sein. 2. Korinther Kapitel 13, Vers 11.

Friede möge dein Herz bestimmen. Friede möge der Schiedsrichter sein, der bestimmt, wie du reagierst, wenn gegen dich gesündigt wird, wenn dir etwas angetan wird, und auch insgesamt, wenn du darüber nachdenkst: Welche Worte soll ich jetzt wählen? Wie soll ich mit dieser Person umgehen? Ist es der Friede des Christus, der diese Entscheidung in deinem Herzen trifft? Darum geht es hier.

Der Friede, den du mit Gott und mit anderen hast: Ist diese Realität das, was dein Verhalten bestimmt, sodass du dann auch dem Frieden nachstrebst?

Weiter heißt es in Kolosser Kapitel 3: „Zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib.“ Ihr seid auch zu diesem Frieden berufen worden.

Wir sehen es: Paulus kann nicht widerstehen – und wir haben es immer wieder gesehen –, von der Berufung, unserer Identität und dem, was Gott gemacht hat, lange zu schweigen. Dieser Friede regiere in euren Herzen. Denkt daran: Ihr seid auch dazu berufen worden. Das entspricht eurer Berufung. Gott hat euch zum Frieden berufen: zum Frieden mit Gott und miteinander, und zwar in einem Leib.

Der Gedanke des Leibes, wir haben uns auch im Kolosserbrief oft damit beschäftigt, ist der Gedanke eines einheitlichen, lebendigen Organismus. Das Bild des Leibes beschreibt unsere Einheit mit Christus: Er ist unser Haupt, unser Verstand und unser Herrscher über den Leib. Es beschreibt unsere Einheit mit ihm. Auch in Kolosser Kapitel 1 haben wir es mehrfach gesehen.

Aber das Bild des Leibes betont auch die Einheit miteinander. Wir sind Glieder in einem Leib. Genau das sehen wir auch in Epheser Kapitel 4, bei diesem Bild des Leibes.

Paulus spricht in Epheser Kapitel 4 ab Vers 1 davon: „Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, dass ihr würdig wandelt der Berufung, mit der ihr berufen worden seid.“ Wir sollen also unserer Berufung würdig wandeln.

Dann haben wir eine ähnliche Liste von Eigenschaften wie gerade im Kolosserbrief: „Mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander ertragend in Liebe.“ Und dann in Vers 3: „Euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Band des Friedens. Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in uns allen ist.“

Diese Einheit illustriert das Bild des Leibes: dass wir ein Leib, miteinander verbunden und verflochten sind, dass wir zusammen eins sind.

Wenn dieser Frieden in deinem Herzen regiert, hast du diese Realität vor Augen. Du wirst mit deinem Bruder, mit deiner Schwester im Herrn in dem Bewusstsein umgehen, dass ihr eins seid. Wenn du ihm schadest, schadest du dem ganzen Leib und so dir selbst. Wenn du gegen ihn sündigst, sündigst du quasi gegen dich selbst. Denn ihr seid ein Leib. Wenn er leidet, wirst du auch leiden. Das ist der Gedanke, den das Bild des Leibes vermittelt.

So heißt es im Korintherbrief: Haltet Frieden. Und hier ist es: Der Friede des Christus regiere in euren Herzen.

So möchte ich dich fragen und dich ermutigen, dich zu prüfen: Was regiert in deinem Herzen? Worauf basieren deine Entscheidungen im Alltag? Was dirigiert, wie du mit anderen Menschen umgehst, insbesondere mit deinen Glaubensgeschwistern im Herrn?

Ist es Egoismus? Bist du nur darauf bedacht, dir einen Vorteil zu verschaffen? Bestimmt Selbstzentriertheit deinen Umgang mit anderen? Gehst du mit deinen Mitmenschen und gerade mit den Gläubigen so um, dass du dir einen Vorteil herausholst, von ihnen profitierst und nur von ihnen profitierst?

Ist es Menschenfurcht, die in deinem Herzen regiert? Geht es dir nur darum, was andere Menschen von dir denken? Ihnen zu gefallen ist deine höchste Priorität, und so gehst du mit anderen um. Bloß niemandem ein Anstoß sein. Bloß niemals! Bloß immer das tun, was anderen Menschen gefällt, bestimmt und beherrscht davon, was andere Menschen von dir denken.

Wenn jemand gegen dich sündigt, ist es dein verletzter Stolz, der dich, dein Herz und damit dein Verhalten beherrscht? Wenn jemand gegen dich sündigt, reagierst du vielleicht mit Dingen, die wir in Vers 8 von Kapitel 3 gesehen haben, mit Dingen, die du ablegen sollst: Zorn, Wut, Bosheit.

Wenn Frieden dein Herz regiert, wirst du nicht mit Zorn, Wutausbrüchen, Bosheit und Lästerung reagieren, sondern vielmehr mit herzlichem Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut und Langmut. Was beherrscht dein Herz?

Ich hoffe, ihr seht hier diese Idee des Beherrschens. Wenn wir heutzutage vielleicht von dem Moralischen weggehen: Menschen werden oft von ihrem Terminkalender beherrscht. Unser Terminkalender beherrscht, was wir tun, wohin wir gehen, wem oder was wir Zeit geben und wem oder was wir keine Zeit geben.

Unsere Handys, unser Job, unser Wohlstand und all diese Dinge, unsere Gemütlichkeit können unsere Herzen beherrschen. Das, was unser Herz beherrscht, bestimmt unser Verhalten, unsere Prioritäten.

Aber ich möchte nicht zu allgemein reden. Gemütlichkeit, Wohlstand und all diese Dinge können relevant sein. Das sind sicherlich auch Dinge, über die wir nachdenken sollen, und diese Dinge sollen nicht unser Herz beherrschen. Aber hier geht es gerade im Zusammenhang mit dem Umgang miteinander um die Frage: Was beherrscht dein Herz?

Unversöhnlichkeit und Bitterkeit dürfen nicht dein Herz beherrschen, sondern der Friede des Christus. Ich habe Frieden mit Gott. Dafür musste der Sohn Gottes sein Leben geben. Wenn diese Realität dein Herz erfüllt und regiert, liebe Schwester, lieber Bruder, dann wird uns das ermöglichen, einander zu ertragen, zu vergeben und einander mit herzlichem Erbarmen, Sanftmut, Güte und Demut zu begegnen. Denn ich habe Frieden mit Gott.

„Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt, auch wenn Stürme drohen von fern, mein Herze im Glauben doch allezeit singt: Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn“, heißt es in dem Lied.

Wenn dir wohl ist im Herrn, was macht dann eine kleine Beleidigung aus? Was macht eine Ungerechtigkeit gegen dich aus? Mir ist wohl im Herrn, denn ich habe Frieden mit Gott. Seht ihr, was für eine Perspektive dieser Frieden dir schenken wird? Du selbst wirst kleiner, Christus wird größer. Dann kannst du auch diese Dinge, diese Kleidung, anziehen.

Damit eng verknüpft ist das Folgende. Zweitens. Da habe ich das Lied „Danke, Jesus“ ausgewählt. Das ist eher ein moderneres Lied, vielleicht nicht vielen von euch bekannt, aber es ist Teil unserer Liedersammlung in der Gemeinde.

Ihr kennt vielleicht die Zeile: „Einst war ich dein Feind, bin nun bei dir zu Hause. Danke, Jesus.“ Möge auch dieses Lied uns belehren und ermahnen, überreich in Dankbarkeit zu sein. Überreiche Dankbarkeit soll uns ausmachen.

Am Ende dieses Verses sagt er: „Und seid dankbar.“ Wenige Worte, aber so wichtig: Seid dankbar. Auch wieder ein Befehl, auch wieder ein fortlaufender Befehl. Seid täglich dankbar. Übt euch in Dankbarkeit und Danksagung.

Das haben wir auch durch den ganzen Kolosserbrief bereits gesehen, und es zieht sich durch diese Verse. In Vers 16 haben wir: Wir sollen in Gnade singen, heißt es in den deutschen Übersetzungen. Aber die passendere Übersetzung hier wäre in Dankbarkeit.

In Vers 17 haben wir wieder: Wir sollen in allem, was wir tun, Gott, dem Vater, durch Jesus Christus Dank sagen. Durch diesen ganzen Kolosserbrief zieht sich, dass wir dankbar sein sollen.

Kolosser 2,6–7 ist fast schon ein Schlüsseltext für alles, was wir auch jetzt betrachten. Dort hat Paulus gesagt: „Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und aufgebaut in ihm, gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung.“

Sei dankbar. Das soll dich ausmachen, das soll dich füllen. Während dein Herz vom Frieden Christi bestimmt werden soll, sollst du auch von Dankbarkeit erfüllt sein. Dankbar für den Frieden Christi, den wir gerade gesehen haben. Dankbar für deine Identität in Christus: auserwählt, geheiligt und geliebt.

Das ist so eng miteinander verknüpft, denn eine dankbare Person kann sich vom Frieden regieren lassen und nach Frieden streben. Wenn Dankbarkeit dein Herz ausmacht, deine Gedanken prägt wegen dessen, was du in Christus hast, wegen dessen, was du in Christus bist, dann wird das den Frieden regieren lassen.

Wieso? Ich muss dann an ein Zitat von Jonathan Edwards denken. Er hat diese Resolutions, diese Entschlüsse, diese Worte der Entschlossenheit gefasst. Einer dieser Entschlüsse, eines dieser Worte, heißt: „Ich bin entschlossen, wenn ich Schmerzen verspüre, an die Qualen des Märtyrertodes und an die Hölle zu denken.“

Jonathan Edwards hat gesagt: Ich bin entschlossen, wenn ich Schmerzen verspüre, dann möchte ich an die Qualen des Märtyrertodes und an die Hölle denken. Er möchte vor allem an die Hölle denken, wenn er Schmerzen verspürt.

Ich weiß nicht genau, von welchen Schmerzen Jonathan Edwards hier redet, ob von physischen Schmerzen. Aber ich möchte es in diesem Zusammenhang gerne auf allerlei Leid und Ungerechtigkeit anwenden, die einem begegnen können. Wenn dir das im Leben begegnet, will Jonathan Edwards unter anderem an die Hölle, an die Qualen der Hölle denken.

Wieso? Weil es ihm bewusst macht: Das ist es, was ich eigentlich verdient hätte. Die Qualen der Hölle wären es, die ich eigentlich verdient hätte. Im Vergleich dazu sind die Schmerzen, die ich jetzt verspüre, sehr gering. Sehr gering.

Es ist eine Ewigkeitsperspektive, die Dankbarkeit hervorbringt. Denn lieber Bruder, liebe Schwester: Weil du in Christus bist, wirst du niemals das bekommen, was du eigentlich verdient hättest.

Egal, wie viel Leid dir begegnet, welche Schmerzen dir begegnen, egal, wie ungerecht du behandelt wirst oder wie andere Menschen mit dir umgehen, egal, ob du deinen Job verlierst, ob Tod und Krankheit dir begegnen: Du hättest eigentlich so viel Schlimmeres verdient, nämlich die Höllenqualen.

Die Tatsache, dass du diese Höllenqualen nicht mehr empfangen wirst, dass du Frieden mit Gott hast, gibt dir eine Perspektive, die dich in jeder Situation dankbar macht. Du bekommst nie das, was du eigentlich verdient hättest. Das gibt dir einen Frieden, der deinen Umgang prägen wird.

Insbesondere, wenn jemand gegen dich sündigt, wenn du den Eindruck hast, jemand geht mit dir nicht so um, wie du es erwartet oder deiner Meinung nach verdient hättest, dann erinnere dich unter anderem durch solche Worte von Jonathan Edwards daran: Was du eigentlich verdient hättest, ist die Hölle. Sei also dankbar. Sei dankbar. Das wird deinen Umgang mit anderen prägen und verändern.

Es ist leider nicht die Zeit, zu sehr darauf einzugehen. Aber Alois Wagner, einer unserer Mentoren – wir haben über die Gnadenlehren geredet, gar nicht so direkt über die Gnadenlehren –, brachte am Ende einer Einheit, einer Bibelstunde mit ihm, den Schlusssatz: „Der einzige Unterschied ist Gnade.“ Der einzige Unterschied ist Gnade.

In welchem Sinne? Was macht letztendlich den Unterschied zwischen uns und einem Ungläubigen? Was macht letztendlich den Unterschied zwischen dem, der Frieden mit Christus hat, und dem, der ihn nicht hat? Was macht letztendlich den Unterschied zwischen einem Feind Gottes, einem Rebellen Gottes, der Gott hasst, und uns, die wir Gott lieben gelernt haben?

Einzig und allein die Gnade. Gnade allein macht den Unterschied. Ich kann mich daran erinnern, wie wir darüber geredet haben: Solche Gedanken machen dich dankbar. Unverdientes Wohlwollen Gottes. Gnade allein macht den Unterschied. Ich bin dankbar. Ich sage Dank.

Wenn Gnade der einzige Unterschied ist, wie kann ich mich selbst groß machen? Wie kann ich mich selbst so wichtig nehmen, wenn allein Gnade, Gottes souveräne Gnade, den Unterschied macht? Denkt an eure Identität: Ihr seid Auserwählte Gottes.

Kennzeichnet Dankbarkeit deinen Wandel und deinen Umgang mit anderen? Egal, wie Menschen mit dir umgehen oder sogar gegen dich sündigen mögen: Bleibt Dankbarkeit trotzdem etwas, das dich ausmacht? Oder bist du vollständig eingenommen von dem Unrecht, das gegen dich begangen wurde, sodass in deinem Herzen kein Platz mehr für Dankbarkeit ist, für das, was du in Christus hast, für den Frieden, den du in Christus hast?

„Seid dankbar“, heißt es hier.

Drittens. Wir kommen zu Vers 16: „Das Wort des Christus wohne reichlich in euch. In aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig. Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade.“

Der dritte Gliederungspunkt hier ist – das Lied passt vielleicht nicht zu hundert Prozent, aber ich glaube trotzdem, dass ihr hoffentlich auch an dieses Lied denken könnt und es euch ermahnen möge –: „Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg.“ Psalm 119, Vers 105: „Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.“ Das innewohnende Wort Christi.

Drittens. Hier geht es jetzt nicht einmal um Regieren, sondern um Wohnen. Wohnen bedeutet, zu Hause zu sein, nicht nur vorübergehend zu Besuch wie in einem Hotel. Wo du wohnst, dort ist dein Zuhause. Dort fühlst du dich wohl. Dort zu wohnen bedeutet, den ganzen Raum einzunehmen.

Es beschreibt eine dauerhafte Gegenwart. Es bedeutet, dass der Raum gefüllt ist. Ich musste an das physikalische Prinzip denken, wie Gas immer das Volumen füllt, in dem es sich befindet. Im Gegensatz zu Flüssigkeiten und Festkörpern füllt Gas den Raum, den es hat.

Bei der Idee des Wohnens muss ich also daran denken, vor allem wenn es hier darum geht, reichlich zu wohnen: Etwas nimmt dich ganz ein.

In 2. Korinther Kapitel 6, Vers 16, wird die alttestamentliche Verheißung hergenommen, in der Gott dem Volk Israel gesagt hat: „Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“

Gott hat unter dem Volk gewohnt. Das Zelt der Begegnung stand gerade für diese Gegenwart Gottes unter dem Volk, dafür, Tag und Nacht dort zu wohnen, für seine Gegenwart. Seine Gegenwart war dafür oft so kennzeichnend. Wir sehen im Buch Hesekiel, dass die Gegenwart des Herrn, die Herrlichkeit des Herrn, Israel verlassen hat, als sie gesündigt haben, und in der Verheißung in Zukunft zurückkehren wird.

Zu wohnen bedeutet also, dort gegenwärtig zu sein, den Raum einzunehmen, und zwar reichlich, im Überfluss, auffüllend. Was soll in uns so reichlich wohnen, den Raum einnehmen? Das Wort des Christus. Das Wort des Christus soll reichlich in uns wohnen.

Das Wort des Christus hier – wir könnten darüber reden: Sind das jetzt nur die Evangelien? Sind das vielleicht nur die Worte Jesu? Es gibt ja diese Bibeln mit roter Schrift, in denen die Worte Jesu so gekennzeichnet sind.

Aber die Worte des Christus sind die gesamte Schrift. Es ist die Lehre über ihn, es sind die Worte von ihm und über ihn. Jesus selbst hat in Johannes Kapitel 5, Vers 39, gesagt: „Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen.“ Die Schriften zeugen von Jesus.

Wenn du von den Worten lesen willst, die über Jesus sprechen, dann ist es die gesamte Schrift. Genauso hat er zu den Jüngern in Lukas Kapitel 24, Vers 44, gesagt, dass alles erfüllt werden muss, was über ihn im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen geschrieben steht.

All diese Schriften reden von Jesus, beinhalten Jesus und sind von ihm. Das Wort des Christus ist also die gesamte Schrift. Das Wort Gottes, die gesamte Schrift, soll unser Herz einnehmen und ausfüllen. Das Wort soll darin wohnen, den Raum füllen. Es soll dort gegenwärtig, dort präsent sein.

So heißt es in Psalm 1: Glücklich der Mann, der Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht. Dieses Nachsinnen über das Gesetz des Herrn, über die Worte Gottes, Tag und Nacht, ist es, wodurch dein Herz reichlich davon gefüllt sein kann.

In Psalm 119, Vers 11, heißt es: „In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.“ Psalm 119, Vers 11. Und Vers 105, wie gesagt: „Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.“

Wie füllst du dich also mit dem Wort Gottes? Indem du selbst das Wort Gottes liest, darüber nachsinnst, es studierst, auswendig lernst und hörst, zum Beispiel im Gottesdienst in der Predigt. Indem ihr darüber redet: in der Familie, hier am Esstisch nach dem Gottesdienst, in Gesprächen mit Geschwistern.

In Epheser Kapitel 5, Verse 18 bis 20, haben wir die Parallelstelle, in der es darum geht, dass wir voll vom Geist sein sollen. Die Idee, voll vom Geist zu sein, ist parallel dazu, das Wort Gottes reichlich in uns wohnen zu lassen.

Statt von Wein berauscht und kontrolliert zu werden, wie es in Epheser Kapitel 5 heißt, sollen wir vom Heiligen Geist kontrolliert werden. Er soll unser Verhalten und unseren Wandel bestimmen. Damit wir voll vom Heiligen Geist sind, damit wir vom Heiligen Geist kontrolliert werden, muss parallel und gleichbedeutend dazu das Wort Gottes reichlich in uns wohnen. Wir müssen damit erfüllt sein.

Dann heißt es weiter: „In aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig.“ Erfüllt mit dem Wort Christi, das unsere Herzen einnehmen soll, sollen wir uns gegenseitig belehren und ermahnen. Das soll in aller Weisheit geschehen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Als ich diese Worte gelesen und studiert habe, hatte ich ein Déjà-vu aus Kolosser Kapitel 1, Vers 28. Dort haben wir fast die exakten Worte, wenn Paulus seinen Dienst beschreibt. Er beschreibt, dass er Christus verkündigt: „Indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren.“ Ermahnen, Lehren in aller Weisheit. Kolosser Kapitel 1, Vers 28.

Lehren ist, laut Wörterbuch, das Veranlassen zum Lernen. Es ist die Vermittlung von Informationen und die Weitergabe von Wissen. Lehren betrifft zumindest primär zuerst einmal den Verstand.

Wenn wir davon reden, zu lehren, dann geht es natürlich auch um die Lehren der Schrift: die Lehre von der Schrift, die Lehre von Gott, die Lehre vom Menschen, von der Sünde, vom Heilswerk, von der Gemeinde. All diese Lehren: Wir sollen uns gegenseitig belehren.

Aber nicht nur belehren, sondern ermahnen. Wenn ihr euch erinnert: Wörtlich bedeutet ermahnen, in den Verstand zu platzieren. Es wird mit Ermahnen und Zurechtweisen übersetzt. Wir sollen uns also nicht nur gegenseitig Wissen vermitteln, sondern uns auch zurechtweisen.

Wenn jemand sündigt, wenn jemand sich auf dem falschen Weg befindet, vielleicht einer falschen Lehre folgt, sollen wir diesen Menschen korrigieren und auf den rechten Weg zurückbringen.

Sprüche Kapitel 27, Vers 6, sagt: „Treu gemeint sind die Schläge dessen, der liebt, aber überreichlich die Küsse des Hassers.“ Sprüche Kapitel 27, Vers 6.

Jemand, der dich liebt, mag dich vielleicht schlagen, aber es sind treu gemeinte Schläge: Worte der Zurechtweisung. Jemand sagt: Das in deinem Leben ist nicht okay. Das ist Sünde, das ist falsch, du befindest dich auf dem falschen Weg.

Jemand, der diese harte Wahrheit vielleicht in deinem Leben anspricht, der einmal den Finger in die Wunde legt, ist jemand, der dich liebt und dich auf den rechten Weg zurückbringen möchte.

Das soll in aller Weisheit geschehen. Es ist nicht nur ein kaltes Deklarieren von Wahrheiten, sondern es muss in Liebe, Sanftmut und Weisheit geschehen. Es geht nicht darum, wie ein Roboter programmiert zu sein und einfach Lehre und Ermahnung von sich zu geben, sondern es geht um Weisheit.

Wann wende ich Lehre an? Wann wende ich Ermahnung an? Und wie muss ich ermahnen? Das erfordert Weisheit, die rechte Anwendung dessen, was du weißt und gelernt hast.

Wir sollen das gegenseitig tun. Das ist nicht nur auf Älteste, Verantwortliche in der Gemeinde oder besondere Gläubige beschränkt. Tut das gegenseitig.

Bevor wir weiter darüber nachdenken, wie das aussieht: Interessanterweise sagt uns der Vers selbst, wie wir uns gegenseitig lehren und ermahnen sollen. Im Deutschen kann dieser Bezug je nach Übersetzung und Satzzeichensetzung etwas undeutlicher werden. Aber es heißt: „Euch gegenseitig lehrend und ermahnend“ – und dann geht es weiter – „mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend“.

In diesem Satz haben wir Psalmen, Loblieder und geistliche Lieder. Seht ihr, liebe Geschwister? Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern sollen wir uns gegenseitig belehren und ermahnen.

Der primäre Zweck christlicher Lieder ist nicht deine Unterhaltung. Er ist nicht, dich in einen bestimmten emotionalen Zustand zu versetzen. Der primäre Zweck ist nicht, dass du dich besser fühlst. Der primäre Zweck ist, dass wir uns gegenseitig in Weisheit ermahnen und belehren, insbesondere durch geistliche Lieder. Das sollen Lieder primär tun.

Die Wahrheit, die die Lieder vermitteln, ist das Wichtigste, wenn es um geistliche Lieder geht. Psalmen, Loblieder und geistliche Lieder sind einfach verschiedene Formen von Liedern. Man kann sie etwas unterscheiden.

Aber am Ende des Tages geht es einfach um verschiedene Formen. Es geht um Psalmen, darunter auch die Psalmen, die wir im Alten Testament finden. Loblieder – das Wort hier ist „hymnos“; Hymnen kennen wir.

Es gibt bereits in der Schrift gewisse Hymnen, Lieder, geistliche Lieder. In Philipper Kapitel 2, Verse 6 bis 11, geht es um die Erniedrigung des Herrn Jesus. Es wird oft angenommen, dass das bereits ein Lied war, das Paulus dort in seinen Brief einfügt.

Auch Kolosser Kapitel 1, Verse 15 bis 20, diese erhabene Beschreibung des Herrn Jesus Christus, war vermutlich ein Lied der frühen Gemeinde.

Oder auch 1. Timotheus Kapitel 3, Vers 16: das Geheimnis der Gottseligkeit, der Mensch gewordene Christus. Es wird angenommen, dass das wahrscheinlich ein Lied in der frühen Gemeinde war.

Das Wort für „Lied“ hier wird in der Offenbarung für das Lied des Mose und für das Lied des Lammes verwendet.

Ohne diese drei zu sehr voneinander unterscheiden zu wollen: Am Ende geht es um geistliche Lieder, um christliche Lieder. Sie sollen ermahnen und belehren. Das ist das oberste Ziel.

Jetzt versteht ihr vielleicht auch, weshalb ich versucht habe, diese Liedzeilen in meinen Gliederungspunkten zu verwenden: damit ihr euch, wenn ihr an diese Lieder denkt, an diesen Text und vielleicht an diese Predigt erinnert und daran denkt, dass diese Lieder dazu dienen sollen, euch zu belehren und zu ermahnen.

Ich hoffe, dass dies auch das primäre Ziel der Lieder ist, die wir in dieser Gemeinde singen, der Lieder, die wir heute gesungen haben. Die Wahrheit, die in diesen Liedern steckt, ist das Allerwichtigste. Alles andere ist dem untergeordnet.

Wir sollen singen: „Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen.“

Vor einigen Jahren habe ich ein Gespräch mit Geschwistern geführt, die das verwendet haben, um zu sagen: Das bedeutet, dass wir in unseren Herzen singen sollen. Das bedeutet, dass wir nicht laut singen sollen, sondern in unserem Gedankenherzen.

Aber das passt überhaupt nicht zu diesem Zusammenhang. Es geht nicht darum, dass wir stumm in unseren Gedanken vor uns hin singen, sondern darum, dass wir uns gegenseitig mit diesen Liedern dienen. Wir sollen uns gegenseitig ermahnen und belehren. Das „in euren Herzen“ soll einfach die Echtheit unseres Gesangs betonen.

Wir sollen mit ganzem Herzen singen. Es soll nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, nicht nur Laute, die wir mit unseren Lippen von uns geben, sondern wir sollen mit unserem Herzen, aus unserem Herzen heraus singen.

Über das Volk Israel hat Gott gesagt: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ Das soll nicht über uns wahr sein. Wir sollen in unseren Herzen, aus ganzem Herzen singen.

Und zwar „in Gnade“. Wie gesagt, dieses Wort bedeutet „Gnade“ und wird meistens auch so übersetzt, aber es wird immer wieder mit „Dank“ übersetzt. Hier in diesem Zusammenhang passt „Dank“ besser. Wir sollen Gott in unseren Herzen, in Dankbarkeit singen, dankbar für all die Wahrheiten, die in diesen Liedern letztendlich vermittelt werden, für die Lehre und die Ermahnung.

Dankbarkeit soll uns ausmachen. Wir haben gesehen: Sie zieht sich durch das Ganze.

So stellt sich für uns wieder die Frage: Wohnt das Wort des Herrn reichlich in deinem Herzen? Nimmt es Raum ein in dir, in deinem Leben? Füllt es dein Leben?

Wie oft liest du deine Bibel? Wie oft sinnst du über das Gelesene nach? Lernst du Verse auswendig?

Wenn du geistliche, christliche Lieder hörst und singst, ob in der Gemeinde oder auch in deiner Familie: Sind es Lieder, die euch gegenseitig erbauen, belehren und ermahnen?

Ich glaube, ihr kennt das sicherlich selbst. Ich habe erlebt, wie gute Lieder, die man gehört hat, im richtigen Moment in den Sinn kommen.

Gute Lieder können dir in der Stunde der Versuchung in den Sinn kommen, dich daran hindern zu sündigen und dich aufgrund der darin enthaltenen Wahrheiten ermutigen: vielleicht die Wahrheit vom Frieden Christi, vielleicht ein Lied, das dich an Dankbarkeit erinnert: „Einst war ich dein Feind, bin nun bei dir zu Hause.“ Solche Lieder können dich und dein Verhalten prägen.

Wir wollen zum letzten Punkt kommen. Viertens: „Nur durch Christus in mir“ – die Ausrichtung unseres ganzen Tuns auf Christus.

Vers 17. Einerseits könnte man so viel zu diesem Vers sagen, andererseits ist dieser Vers selbsterklärend: „Alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn.“

Ich liebe diesen Vers. Wir hatten es heute in Römer, in Psalm 14, auch schon: diese Verse, in denen kein Raum für irgendeinen Einwand, irgendeine Ausnahme oder irgendeine Einschränkung ist. „Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ Das schließt es komplett aus. Es wehrt jede Gegenwehr ab.

Hier heißt es: „Alles, was ihr tut.“ Das umfasst schon alles, was wir tun, aber Paulus geht ein Stück weiter: „im Wort oder im Werk“. Sei es das, was ihr redet, sei es das, was ihr tut: wirklich alles. Dann wiederholt er noch einmal: „Alles tut im Namen des Herrn.“

Alles, was ihr tut, ohne Ausnahme, zu jeder Zeit, an jedem Ort, ob allein, ob andere Menschen da sind, ob jemand zuschaut oder nicht, ohne Einschränkung: alles, was ihr denkt, redet und tut. Alles tut im Namen des Herrn Jesus.

Was bedeutet es, etwas im Namen des Herrn Jesus zu tun? Dieser Gedanke des Namens, den wir in der ganzen Schrift sehen, bedeutet natürlich viel mehr als nur den Namen des Herrn Jesus oder wörtlich zu sagen: „Ich tue das im Namen des Herrn Jesus.“ Der Name steht für das Wesen dieser Person.

Wenn du etwas im Namen einer Person tust, dann tust du es als Stellvertreter und Repräsentant dieser Person. Wenn ich in deinem Namen Grüße ausrichte – vielleicht sagen wir das heutzutage noch –, dann tue ich das anstelle dessen, der die Grüße ausrichtet, als Repräsentant, als Stellvertreter.

Im Namen etwas zu tun bedeutet, in der Autorität und Kraft dieses Namens zu handeln. In Apostelgeschichte Kapitel 4, Vers 7, werden die Jünger gefragt: „In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?“ Petrus antwortet in Vers 10: „Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers.“

Im Namen des Herrn Jesus etwas zu tun bedeutet, etwas nach seinem Willen und zu seiner Ehre, für ihn, zu tun. In Lukas Kapitel 9, Vers 24, sagt Jesus: „Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.“

Viertens also: die Ausrichtung unseres ganzen Tuns auf Jesus Christus. Das bedeutet nichts anderes, als dass alles, was du tust, dem Wesen Jesu, seinem Charakter, entsprechen soll.

Früher gab es diese Armbänder, und es war einmal sehr populär: „WWJD – What would Jesus do?“ Die Idee war, sich bei allem, was man tut, immer die Frage zu stellen: „Was würde Jesus hier tun?“, und dann dementsprechend zu handeln.

Mittlerweile ist das nicht mehr so populär, aber hier wird eine ähnliche Idee genannt. Alles im Namen des Herrn Jesus zu tun bedeutet, alles so zu tun, wie es seinem Wesen entspricht. Würde Jesus das tun? Das ist eine gute Frage, die du dir stellen kannst.

Wie würde Jesus in dieser Situation reagieren? Was würde er sagen? Was würde er tun? Entspricht das, was dir gerade in den Sinn kommt, seinem Wesen? Entspricht es seinem Willen? Würde es Jesus ehren?

Wenn jemand dich und dein Verhalten gerade oder dein Verhalten in der vergangenen Woche beobachten würde, würde er sagen: „Du bist ein Repräsentant des Herrn Jesus. Du bist ein Stellvertreter des Herrn Jesus. Alles, was du getan hast, entspricht dem Wesen des Herrn Jesus“?

Das ist die Frage, die du dir stellen musst: Ist dein ganzes Tun auf Jesus ausgerichtet?

Es ist aber nicht nur eine Warnung, es ist eine Ermutigung: „Tut alles im Namen des Herrn Jesus.“ Ihr könnt in seiner Autorität handeln. Wenn es seinem Willen, seinem Wesen entspricht, dann könnt ihr es in der Kraft des Herrn Jesus tun.

Das ist auch eine Ermutigung, liebe Geschwister. Tut alles mit dem Bewusstsein: Wenn es Jesu Willen entspricht, ist seine Kraft da. Jesus hat den Jüngern immer wieder gesagt: „Wenn ihr etwas in meinem Namen betet, dann werde ich es euch geben. Dann wird der Vater es euch geben.“ Das ist auch eine Ermutigung.

„Und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn.“ Über Dank haben wir schon reichlich gesprochen. Du kannst nicht genug Dank sagen. Sei überreich in Danksagung.

Lasst uns zum Schluss kommen. Was haben wir heute an diesem Höhepunkt des Abschnitts gesehen?

Die ganz klare Frage – und das ist auch die erste Anwendung – lautet: Prüfe, was dein Leben erfüllt und bestimmt. Was bestimmt dein Leben? Wir haben darüber schon gesprochen, deshalb möchte ich mich nicht mehr allzu lange dabei aufhalten.

Aus deiner Identität als Auserwählter Gottes, als Geheiligter und Geliebter, soll der Friede des Christus dein Leben bestimmen. Dankbarkeit soll dein Herz erfüllen. Das Wort Jesu Christi, die Schrift, soll reichlich in dir wohnen, dich vereinnahmen. Dein ganzes Tun soll auf Jesus Christus ausgerichtet sein.

Prüfe dich. Prüfe deine vergangene Woche. Was hat dein Leben bestimmt? Wir haben vorhin gesagt: Es kann dein Terminkalender gewesen sein, deine Ambitionen, deine Schule, deine Arbeit. Was hat dein Leben bestimmt? Was hat dein Verhalten bestimmt? Prüfe dich und tue Buße.

Lass den Frieden des Christus in deinem Herzen regieren. Führe dir diesen Frieden vor Augen und mache ihn zur Basis deiner Entscheidungen, deiner Worte und deines Verhaltens.

Erneut mein Appell an diejenigen, die nicht an Christus glauben und hier sind: Kehre um und nimm den Frieden mit Gott an, den Jesus dir anbietet. Glaube an diesen Herrn, der dir Versöhnung mit Gott schenkt.

Zweitens: Sei überreich dankbar, übe dich in Dankbarkeit. Ich habe es damals bei der Predigt über Kapitel 2, Vers 7, gesagt: Sage Gott Dank. Nimm dir vor, Gott Dank zu sagen. Und wenn du denkst, du hast Gott genug Dank gesagt, dann sage noch etwas mehr Dank. Denn du sollst überreich in Danksagung sein. In allem, was du tust, sollst du Gott Dank sagen.

Drittens: Lass das Wort des Christus reichlich in dir wohnen. Lies deine Bibel, sinne darüber nach, lerne auswendig, studiere, komm in den Gottesdienst, höre auf die Predigt. Singe gute, erbauliche Lieder von Herzen.

Diene deinen Geschwistern, indem du in der Familie, zu Hause, in der Gemeinde und im Miteinander Lieder singst, die euch gegenseitig erbauen und belehren.

Viertens: Lass alles, was du tust, von Christus bestimmt sein. Er möge der Herrschende und der Bestimmende dessen sein, was du tust.

Gerade im Kontext von Kolossä und der Religion dieser Welt, auch der falschen Formen des Christentums, unterscheidet dies, liebe Geschwister, den wahren biblischen Wandel von Gesetzlichkeit.

Am Ende des Tages geht es nicht nur darum, Gesetze zu halten. Wir sollen Gebote halten und Geboten gehorchen – auch dies sind Gebote. Aber wenn es darum geht, alles im Namen des Herrn Jesus zu tun, dann geht das weit darüber hinaus, einfach nur eine Linie oder eine Grenze nicht zu überschreiten.

Es geht darum, dass dein ganzes Denken und dein ganzer Wandel davon geprägt sein sollen: „Ich bin ein Repräsentant des Herrn Jesus Christus. Ich möchte ihn ehren. Ich möchte seinem Willen entsprechen.“ Das möge all dein Tun, all dein Wort und all dein Werk bestimmen. Ihm möge alle Ehre zuteilwerden. Amen.

Lasst uns beten.

Unser Vater im Himmel, ich möchte dir Danke sagen für den Frieden, den wir haben dürfen. Wenn dieser Friede unsere Seelen durchdringt, wenn wir diese Wahrheit singen dürfen: „Mir ist wohl in dem Herrn“ – welche Auswirkungen darf sie in unserem Leben haben!

Ich bitte dich darum, Vater: Möge dieser Friede in unseren Herzen regieren. Mögen wir dankbar sein, möge dein Wort reichlich in uns wohnen und möge alles, was wir tun, von Christus bestimmt werden.

Ich bitte dich darum für mich und auch für die Geschwister hier. Ich bitte dich für diejenigen, die nicht an Christus glauben, dass du ihnen die Buße schenkst, dass sie sich mit dir versöhnen lassen mögen, durch deinen Sohn und durch das Opfer, das er vollbracht hat.

Im Namen Jesu Christi. Amen.