Oktober 25, 2026

Gebet und Wandel im Dienst des Evangeliums – Teil 1

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Passage: Kolosser 4:2-6

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Möge der Name unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht werden. Lasst uns den Text für die heutige Predigt aufschlagen und gemeinsam lesen: den Kolosserbrief, Kapitel 4, die Verse 2 bis 6.

Kolosserbrief, Kapitel 4, die Verse 2 bis 6:

Haltet fest am Gebet und wacht darin mit Danksagung. Und betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür des Wortes öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden, dessen Wegen ich auch gebunden bin, damit ich es kundmache, wie ich reden soll. Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind. Kauft die rechte Zeit aus. Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt. Ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt. Lasst uns beten.

Großer Gott, wir loben dich. Wir preisen dich für deine Stärke. Unser Vater, der du bist in dem Himmel, wir möchten dich lobpreisen von ganzem Herzen, denn du bist würdig aller Ehre, allen Ruhms und allen Lobpreises. Du bist würdig, dass wir dir unser Leben hingeben und unser ganzes Leben dir als einen Lobpreis für dich gestalten. Ich danke dir, Vater, für das Privileg, dass wir uns heute wieder hier versammeln dürfen, um dein Wort zu hören und dich anzubeten.

Und ich bitte dich für diese Stunde, dass du sie segnest, dass du durch dein Wort sprechen mögest, dass wir uns bewusst werden der Bedeutung und des Privilegs, das das Gebet ist. Und dass wir lernen mögen, wie wir in dieser Welt in Weisheit wandeln mögen und wie wir reden mögen mit denen, die von uns Antwort und Rechenschaft fordern. Ich bitte dich darum, Vater, dass uns Jesus Christus groß gemacht wird in dieser Zeit.

Dass wir die Kostbarkeit der Beziehung zu ihm und der Gemeinschaft zu ihm, die wir haben, lernen mögen und mehr und mehr erkennen mögen. Ich bitte dich darum, dass du alle, die hier sind, segnest, dass deine Worte wirken mögen in den Herzen der Menschen. Und dass du dadurch verherrlicht wirst und die Gemeinde erbaut wird. Wir bitten dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen. Amen. Setzt euch gerne.

Wir kehren heute zurück zu unserer fortlaufenden Betrachtung des Kolosserbriefes. Mit langsamen Schritten neigen wir uns dem Ende dieses wunderbaren Briefes zu. Seit circa Anfang des Jahres beschäftigen wir uns mit diesem Brief und durften so viel in diesem Brief lernen. Und der Abschnitt, den ich gerade gelesen habe, den wir uns anschauen möchten, ist der letzte richtige Lehrabschnitt oder Inhaltsabschnitt, sage ich mal, des Kolosserbriefes.

Danach geht es ab Vers 7 viel um die Grüße und die Mitarbeiter des Apostel Paulus und um das Ende des Briefes, der relativ ähnlich zu den paulinischen Briefen, zu den anderen paulinischen Briefen ist. Heute möchten wir uns diesen Text, zumindest möchten wir uns anfangen, mit diesem Text zu beschäftigen, unter dem Titel „Gebet und Wandel im Dienst des Evangeliums“. Gebet und Wandel im Dienst des Evangeliums.

Denn den Text, den wir gerade gesehen haben, es wird relativ schnell deutlich, dass Paulus hier die Menschen, die Gläubigen in Kolosse, dazu anmahnt, im Gebet zu verharren und auch in Weisheit zu wandeln gegenüber denen, die draußen sind. Und in diesem Zuge möchten wir uns heute nur mit den ersten Aspekten beschäftigen, mit den Versen 2 bis 4, wo wir uns mit dem Gebet beschäftigen werden.

Im September diesen Jahres kam das neue iPhone 18 auf den Markt. Ihr habt es vielleicht mitbekommen, dass einige Menschen Schlange standen vor den Apple Stores, um als allererstes dieses neue Smartphone zu kaufen und zu nutzen. Gerade heute Morgen, als wir zur Gemeinde gefahren sind, sind wir auch an einer sehr langen Schlange vorbeigefahren in der Nähe der Lagerhausstraße. Anscheinend gibt es dort einen großen Flohmarkt für Outdoor-Dinge, Wandern und Klettern. Und die Schlange war sehr, sehr lang. Wir haben uns gewundert, worum es dort ging. Nicht nur das, wenn wir über das iPhone 18 noch mal reden: In Berlin vor einem Apple Store haben sich fünf Freunde, das wurde berichtet in Zeitungen, circa zwei Tage vor dem Verkaufsstart. Haben sie begonnen, sich vor dem Apple Store einzurichten und dort zu bleiben, weil sie unbedingt so schnell wie möglich und als allererstes dieses neue Smartphone kaufen und nutzen wollten?

Wir sehen also, nicht nur heute Morgen für diesen besonderen Flohmarkt anscheinend, sondern auch für so etwas wie ein neues iPhone nehmen sich die Menschen Zeit, investieren Zeit. Sie gehen Unannehmlichkeiten ein, um dieses neue Smartphone nutzen und kaufen zu können. Sie wollen es unbedingt haben und sogar als allererstes Zugang zu diesem besonderen Produkt haben. Wir sehen, es ist interessant, was Menschen auf sich nehmen. Ja, auch heute Morgen stehen sie im Regen, so eine lange Schlange, um günstige Produkte oder gute Produkte zu erhalten.

Wie sieht es bei uns als Gläubige, als Christen aus, wenn es um etwas viel Kostbareres geht, zu dem wir Zugang haben? Wir sehen, Menschen nehmen Unannehmlichkeiten und Opfer auf sich, um Zugang zu diesem neuen Produkt zu haben. Sie sind bereit, vor dem Apple Store zu campieren, sogar fast zwei Tage lang. Was ist, wenn ich euch aber sage, liebe Zuhörer, dass wir Zugang zu etwas so viel Kostbareres haben als jedes technische Gerät, als jedes iPhone oder sonst etwas? Nämlich, dass wir durch Jesus Christus Zugang zu Gott selbst haben. Die Tatsache, dass wir jederzeit zu unserem Schöpfer treten können, mit ihm in ein Gespräch, ins Gebet gehen dürfen.

Wie gehen wir mit dem Zugang zu Gott um? Wie gehen wir mit diesem kostbaren Vorrecht um, dass wir vor dem Schöpfer des Universums treten dürfen und mit dem allmächtigen Gott reden dürfen? Liebe Geschwister, wir haben so etwas Kostbares empfangen im Gebet. Der Ort und die Zeit, wo wir mit Gott reden dürfen, ihm unsere Sorgen darbringen dürfen, ihn um Weisheit bitten dürfen, mit ihm im Gebet über ihn und sein Wort nachsinnen dürfen, wo wir für andere Menschen und für uns selbst bitten dürfen. Dieses große Privileg haben wir.

Aber wie oft behandeln wir dieses Privileg, als wäre es etwas Selbstverständliches? Wie schnell lassen wir uns von unserem Alltag bestimmen und vereinnahmen, sodass wir keine Zeit zum Gebet finden? Während Menschen da draußen für iPhones und Kletterprodukte stundenlang draußen stehen und bereit sind, in der Kälte und im Regen zu warten, sind uns unsere alltäglichen Dinge – Gemütlichkeit, Bequemlichkeit, Schlaf, unsere eigenen Smartphones und die Unterhaltung, die wir darin finden – oft so viel wichtiger, als das Privileg zu nutzen, vor unseren Gott zu treten und zu beten. Wie oft nehmen wir uns Zeit für alle möglichen anderen Dinge, aber nicht für die Gemeinschaft mit Gott im Gebet?

Das Problem ist nicht, dass wir keinen Zugang zu Gott haben. Wir müssen nicht drei Tage irgendwo warten, bevor wir zu unserem Gott treten dürfen, denn wir haben durch Jesus Christus jederzeit Zugang zum Thron Gottes. Das Problem ist, dass wir dieses kostbare Vorrecht oft nicht so nutzen, wie es seinem Wert entspricht. Genau deshalb, und in diesem Zuge sehen wir, dass Paulus hier die Gläubigen in Kolosse daran erinnert, was das Gebet bedeutet. Und er fordert sie dazu auf, im Gebet zu verharren. Insbesondere, und das werden wir im Laufe dieses Textes auch weiter sehen, insbesondere für den Dienst und für die Verbreitung des Evangeliums zu beten.

Wir möchten kurz nochmal wiederholen, wo wir uns hier im Kolosserbrief befinden. Wir haben uns in den ersten beiden Kapiteln damit beschäftigt, dass der Apostel Paulus, der in der Gemeinde in Kolosse, der seinen lehrmäßigen Input gibt. Er spricht die Irrlehre an, die sich in Kolosse begonnen hat, einzuschleichen. Diese Irrlehre, diese Mischung aus jüdischer Gesetzlichkeit und heidnischem Mystizismus. Diese Irrlehre, die am Ende des Tages im Kern ausgesagt hat, dass Jesus Christus nicht genug ist. Dass wir die jüdischen zeremoniellen Gesetze noch befolgen müssen, dass wir Engel anbeten müssen, dass wir Visionen haben müssen, um wahre Geistlichkeit zu erreichen. Paulus hat in den ersten beiden Kapiteln ganz deutlich gemacht: Jesus Christus ist genugsam. Er ist so erhaben und so ausreichend, dass wir nichts anderes brauchen als Jesus. Er allein ist genug für das Heil und er allein ist auch genugsam für unseren Wandel.

Nicht nur das, er hat deutlich gemacht, dass wir dadurch, dass wir mit Christus eins gemacht worden sind, diese Einheit mit Christus, die Tatsache, dass wir in Christus sind, uns vollkommen genugsam macht vor dem Herrn. Wir brauchen unsere eigenen Werke, jüdische zeremonielle Gesetze oder Engelsanbetung. Nichts muss dem hinzugefügt werden. Nichts muss der Einheit mit Christus hinzugefügt werden.

Und danach haben wir gesehen, dass von Kapitel 3 an Paulus über die Anwendung dieser Realitäten spricht. Die Tatsache, dass wir eins mit Christus sind, soll in unserem Leben zum Ausdruck kommen. Wir sollen die Dinge ablegen, die nicht mehr zu dieser neuen Identität in Christus passen: Lüge, Unzucht und all diese Dinge, Zorn, Wut und Bosheit. Wir sollen diese Dinge ablegen. Sie passen nicht mehr zu unserem neuen Menschen in Christus.

Nicht nur das, wir sollen christusähnliche Tugenden anziehen: herzliches Erbarmen, Demut, Sanftmut, Liebe. All diese Dinge sollen wir an den Tag legen, weil sie unserer neuen Identität in Christus passen. Danach geht der Apostel Paulus in die einzelnen Bereiche unseres Lebens. Der neue Mensch in Christus, diese neue Identität, die wir haben, und die Einheit, die wir mit Jesus haben, hat Auswirkungen auf unser Zuhause, auf unsere Ehen, auf die Beziehung zwischen Eltern und Kindern und auch auf unsere Arbeitsbeziehungen.

Damit haben wir uns vor zwei Wochen beschäftigt: die Arbeitsbeziehung des neuen Menschen in Christus. Und wir sehen hier, dass nun Paulus in diesem letzten Abschnitt sich nun einem weiteren Aspekt widmet, der das Leben des neuen Menschen charakterisiert. Was soll das Leben des neuen Menschen ausmachen, insbesondere in Bezug auf unser Verhalten mit den Menschen, die Paulus hier nennt, die draußen sind? Dieser ungläubigen Welt. Und vor allem sehen wir hier zwei Aspekte, die eben zentral sein sollen, die den Wandel ausmachen sollen, nämlich Verharren im Gebet und Wandel in Weisheit.

Und gerade in diesem Abschnitt sehen wir, dass Paulus die Gläubigen dazu auffordert, durch beharrliches Gebet und einen weisen Wandel der Verbreitung des Evangeliums zu dienen. In diesem Abschnitt, in den Versen 2 bis 6, fordert Paulus die Gläubigen dazu auf, durch Verharren im Gebet und einen weisen Wandel der Verbreitung des Evangeliums zu dienen. Und wir werden uns vier Aspekte in diesem Text anschauen. Heute werden wir uns aber nur mit zwei dieser vier Aspekte beschäftigen. Und der Text ist sehr direkt damit. Der erste Aspekt ist, wie wir beten sollen. Und der zweite ist, wofür wir beten sollen. Erstens, wie wir beten sollen und zweitens, wofür wir beten sollen.

Lass uns beginnen in Vers zwei: „Haltet fest am Gebet und wacht darin mit Danksagung.“ Paulus gibt dir den Befehl, dass wir am Gebet festhalten sollen. Das Wort, das er hier für Gebet verwendet, ist das typische neutestamentliche Wort für Gebet und kann manchmal auch konkret die Fürbitte, den Aspekt der Fürbitte für das Gebet bedeuten. Wir sollen also am Gebet festhalten. Das ist der Befehl. Was bedeutet es, am Gebet festzuhalten? Zuallererst ist es ein Befehl zu kontinuierlichem und regelmäßigem Gebet. Das ist kein Befehl, einfach mal zu beten, ab und zu mal zu beten, sondern wir sollen kontinuierlich regelmäßig beten und zwar daran festhalten. Das Wort festhalten, vielleicht in manchen eurer Übersetzungen, kann auch übersetzt werden mit Verharren, „Verharrt im Gebet.“

Was bedeutet es, zu verharren? Wenn wir in einer Sache verharren, dann ist das etwas, was uns vereinnahmt. Wenn wir in etwas verharren, dann erfordert es unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit. Und das Wort „verharren“ wird im Neuen Testament oft im Zusammenhang mit Gebet verwendet. Wir sehen in Apostelgeschichte Kapitel 1 die Jünger Jesu. Über sie wird gesagt in Apostelgeschichte 1, Vers 14: „Diese alle verharrten einmütig im Gebet mit einigen Frauen und Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern.“

Nicht nur das, in der Apostelgeschichte Kapitel 2 wird über die Gemeinde gesagt, in Apostelgeschichte 2, Vers 42: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“ Wir sehen wieder „verharren in Gebeten“. Und in Apostelgeschichte Kapitel 6, Vers 4, als es um den Streit darüber ging, dass in der frühen Gemeinde nicht ordentlich verteilt worden ist, suchen sich die Apostel die, was wir heute oft nennen, die Diakone aus, diese Männer aus, die sich eben um das Bedienen der Tische kümmern sollen.

Und dann sagen die Apostel in Kapitel 6, Vers 4 über sich selbst: „Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.“ Wir sollen also, der Befehl des Apostel Paulus ist, verharren im Gebet. Haltet fest am Gebet. Es ist die Idee vom Festhalten und nicht mehr Loslassen.

Das heißt nicht, dass wir 24 Stunden am Tag mit geschlossenen Augen mit Gott reden sollen. Darum geht es nicht. Es geht aber darum, dass wir regelmäßig eine hingegebene Zeit fürs Gebet haben, dass wir uns Zeit nehmen, Zeit einplanen, zu beten. Das bedeutet, es geht darum, Gebet soll etwas sein, das stets einen hingegebenen Teil unseres Lebens einnimmt. Es geht hier nicht nur um dieses schnelle Beten zwischendurch, was wir schnell vielleicht mehrfach am Tag tun, wenn wir einer bestimmten Situation begegnen, dass wir schnell beim Herrn beten, sondern es geht um die hingegebene Zeit des Betens, darin zu verharren, Zeit zu nehmen, die dem Gebet gehört.

Sehen Sie, dass Paulus, was er hier befiehlt, dass er darin ein Vorbild war. Gleich im Kolosserbrief lesen wir davon, in Kapitel 1, Vers 3 spricht er Kolosser Kapitel 1 ab Vers 3: „Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn, Jesus Christus, alle Zeit, wenn wir für euch beten.“ Paulus dankt Gott allezeit, wenn er für die Kolosser betet. Und nicht nur das, dann in Vers 9 sehen wir: „Deshalb hören auch wir nicht auf von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten.“ Paulus sagt, er hört nicht auf, für die Kolosser zu beten und zu bitten, dass sie mit der Erkenntnis Gottes erfüllt werden in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, dass sie des Herrn würdig wandeln.

Zu allem Wohlgefallen, dass sie Frucht bringen. Paulus war jemand, der im Gebet verharrte. Und wir können das durch fast alle Briefe des Apostel Paulus sehen, wie er immer wieder davon schreibt, dass er alle Zeit, Tag und Nacht stets für die Gemeinden betet.

Paulus verharrte im Gebet. Für Paulus war Gebet ein hingegebener Teil seines Lebens. Und wir sehen, Jesus selbst fordert uns auch auf, im Gebet zu verharren. Lasst uns das Gleichnis anschauen aus Lukas Kapitel 18.

Lukas Evangelium, Kapitel 18, ab Vers 1. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie alle Zeit beten und nicht ermatten sollen. Jesus sagt also hier ein Gleichnis mit dem Ziel, dass wir alle Zeit beten und nicht ermatten sollen. Wir sehen hier gerade auch den Aspekt, alle Zeit zu beten und nicht müde zu werden, zu beten, nicht entmutigt zu werden, zu beten. Und worum geht es in diesem Gleichnis? Ich fasse es nur kurz zusammen. Es geht um einen Richter in der Stadt, der Gott nicht fürchtete und auch keine Menschen scheute. Aber eine Witwe kam ständig zu ihm und hat von ihm gefordert, dass er ihr ihr Recht verschafft, ja, dass er gerecht richtet in ihrer Rechtssache.

Eine Zeit lang hörte dieser Richter nicht auf diese Witwe, aber irgendwann dachte er sich dann aber, in Vers 4: „Wenn ich auch Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen scheue.“ So will ich doch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht am Ende kommt und mir ins Gesicht fährt. Und dann sagt Jesus aber: „Hört, was der ungerechte Richter sagt. Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien? Sollte er es bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?“

Das Argument, das Jesus hier bringt, wird oft genannt das Argument vom Kleineren zum Größeren. Die Idee ist, Jesus in diesem Gleichnis spricht von einem Richter, der ungerecht ist. Er nennt ihn ungerechten Richter. Er fürchtet Gott nicht, er scheut Menschen nicht. Aber sogar dieser ungerechte Richter hört auf diese Witwe und verschafft ihr das Recht.

Und die Idee, die Jesus hier vermittelt, ist: Wenn sogar dieser ungerechte Richter auf das Anliegen dieser Witwe hört, wie viel mehr wird der gerechte und gute Gott auf euer Anliegen hören und eure Anliegen erfüllen, ausführen? Das Recht seiner Auserwählten. Seht ihr das Argument vom Kleineren zum Größeren? Wenn das Kleinere, der ungerechte Richter, sogar das tut und bereit ist zu tun, wie viel mehr das Größere? Der gerechte Gott, der gute Gott, der Gott, der euch auserwählt hat, der Gott, der euch liebt, sollte er es lange hinziehen?

Das soll uns motivieren, im Gebet zu verharren, festzuhalten, nicht zu ermatten, nicht müde zu werden, zu beten. Wieso fällt es uns doch trotzdem so oft schwer, regelmäßig zu beten? Zeit hinzugeben fürs Gebet? Ja, erst einmal, weil wir oft diesen Dingen nicht glauben. Weil wir nicht genug Glauben haben, dass Gott unsere Anliegen hört, dass er auf sie antworten wird.

Nicht nur das, Stolz und Überheblichkeit ist oft ein Grund, wieso wir nicht im Gebet verharren. Denn was tun wir im Gebet? Im Gebet bringen wir unsere eigene Unfähigkeit zum Ausdruck, unsere Abhängigkeit von Gott zum Ausdruck. Im Gebet sagen wir zu Gott: „Ich kann es nicht. Hilf mir. Schenke du mir diese Dinge. Schenke du Gelingen.“ Stattdessen möchten wir die Dinge aus eigener Kraft tun. Wir brauchen nicht zu beten, weil wir ja alles selber hinkriegen.

Das ist oft ein Grund, wieso uns Gebet so schwerfällt. Wir reden manchmal mit Geschwistern oft über die Frage: „Ja, tue ich die Dinge denn aus eigener Kraft oder tue ich die Dinge mit Gottes Kraft?“ Und eine ganz simple Frage, die es teilweise beantwortet, ist: „Betest du? Betest du?“ Denn wenn du nicht betest, dann ist mir zumindest schon mal deutlich, dass du nicht auf Gottes Kraft vertraust, sondern die Dinge aus eigener Kraft tust.

Wir können uns des Gebets nicht wirklich rühmen. Ja, sogar wenn wir Bibelwissen haben, können wir versuchen, damit anzugeben: „Seht her, wie viel Bibelwissen ich habe.“ Aber im Gebet können wir uns selbst nicht wirklich erheben. In der stillen Kammer des Gebets, wo niemand sieht, was wir beten, wie wir beten, wie viel wir beten. Wir können uns des Gebets nicht wirklich rühmen und deswegen fällt es uns auch oft so schwer, im Gebet zu verharren.

Liebe Schwester, es geht mir nicht darum, uns einfach nur ein schlechtes Gewissen bezüglich des Gebets zu machen. Aber ich möchte, dass uns bewusst wird und dass wir uns auch selbst prüfen, wieso es uns so schwerfällt, im Gebet zu verharren. Wir sehen, es ist ein Befehl des Apostel Paulus hier: „Verharrt im Gebet. Habt hingegebene Zeit des Gebets. Haltet fest daran.“ Und so möchte ich auch dazu auffordern: Prüfe dich. Was hindert dich am Gebet? Ist es Hochmut und Stolz, der Glaube mehr an die eigene Kraft als an Gottes Kraft?

Und wenn du diese Dinge in deinem Leben siehst, dann tue Buße davon. Kehre um. Beschäftige dich damit, was Gebet bedeutet, sodass du darin festhalten kannst. Liebe Geschwister, Gebet ist der Ort und die Zeit, wo wir unsere Beziehung zu Gott ausleben. Ja, viele Prediger sagen, wenn wir die Bibel lesen, redet Gott mit uns. Und im Gebet reden wir zu Gott. Und das macht doch eine Beziehung aus, eine lebendige Beziehung mit dem Herrn, wo er zu uns redet durch sein Wort, wo wir aber auch zu ihm reden durch das Gebet. Es ist die Gemeinschaft mit Gott.

Oft wird es in den Psalmen – und wir lesen davon oft in den Psalmen – wie es darum geht, dass sie es so formulieren, dass sie das Angesicht des Herrn suchen. Die Idee ist von intimer Gemeinschaft mit Gott im Gebet. Im Gebet können wir nachsinnen über Gott und sein Wesen, über das Werk von dem Herrn Jesus, über die Bibel, die wir gelesen haben, das Wort Gottes, die Verse, die Wahrheiten, die wir gehört haben in der Predigt oder auch in unserer eigenen Lesung. Im Gebet können wir darüber nachsinnen.

Liebe Geschwister, Gebet verherrlicht Gott. In Johannes 14, 13 heißt es: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht wird im Sohn.“ Seht ihr, wie wunderbar das ist, was hier geschrieben ist? Was ihr bitten werdet in meinem Namen, wenn wir also im Namen Jesu zu Gott beten und Jesus dementsprechend tut, dann wird der Vater verherrlicht. Gott wird darin verherrlicht, dass er unsere Gebete erhört. Liebe Schwester, wie können wir da nicht beten? Wir können durch unser Gebet Gott verherrlichen, nicht nur durch unser Gebet selbst, sondern indem wir bitten und empfangen, darin wird Gott verherrlicht.

Im Gebet können wir unsere Sorgen auf Gott werfen. In 1. Petrus Kapitel 5 heißt es: „Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit ihr euch erhöht zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft.“

Liebe Geschwister, der Gott, der das Universum geschaffen hat, ist besorgt um uns. Wir dürfen unsere Sorgen auf ihn werfen.

Was ist das für ein Privileg? Und haben wir nicht genug Sorgen in unserem Leben? Wir sind abhängig von Gott für unser Essen, für unsere Arbeit, für unsere Wohnung, für unsere Gesundheit. Wir sind abhängig von Gott in allem, was unser Leben angeht. Wieso zögern wir dann, diese Abhängigkeit im Gebet zum Ausdruck zu bringen, unsere Sorgen auf ihn zu werfen?

Liebe Geschwister, wir müssen Buße tun, uns unsere Herzen mit der Liebe, der Fürsorge Gottes füllen und des Segens von Gebet, damit wir im Gebet verharren können, festhalten können. Wir sehen, Paulus sagt in Vers 2, nicht nur haltet fest am Gebet, sondern und wacht darin mit Danksagung. Wir sollen festhalten und darin, also im Gebet, wachen. Wachen ist ganz einfach gesehen das Wort, das Gegenteil von Schlafen. Wachen, zu wachen bedeutet, aufmerksam zu sein, wachsam zu sein. In 1. Thessalonicher 5, Vers 6 heißt es: „Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.“

Wir sehen also die Gegenüberstellung: schlafen wie die übrigen, Wachen und Nüchtern sein auf der anderen Seite. Die Idee von Wachen, gerade in der damaligen Zeit, war die Idee von Wächtern einer Stadt, die auf einer Stadtmauer zum Beispiel waren und die Stadt bewacht haben vor Feinden, vor Räubern, vor allen möglichen Gefahren. Wenn ein Wächter so einer Stadt schlafen würde, dann ist die Stadt verloren. Sie würden nicht sehen, welche Gefahr kommt und ob sie kommt. Wir sehen, das Wort Wachen verwendet Paulus zum Beispiel, wenn er zu den Ältesten in Ephesus redet, als er sich von ihnen verabschiedet, spricht er in Apostelgeschichte 20, 31: „Darum, wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang, Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen.“ Er sagt den Ältesten bei seinem Abschied zu ihnen: „Wacht, seid wachsam, passt auf eure Herde auf.“ In 1. Petrus Kapitel 5, Vers 8 wird dasselbe Wort verwendet, um zu sagen, 1.

Petrus 5, Vers 8: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Wachsam sein bezüglich Gefahren, bezüglich des Teufels und seiner Versuchungen. Dieses Wort wachsam wird auch oft im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu verwendet. Oft heißt es da, wachsam zu sein, weil Jesus jederzeit wiederkommen kann. Man soll wachsam sein, weil Jesus wie ein Dieb kommen kann und wir nicht wissen, wann er kommt. Aber gerade den Zusammenhang Wachen und Beten sehen wir auch bei Jesus selbst im Garten von Gethsemane. In Markus Kapitel 14, 37 und 38 lesen wir Folgendes. Markus Kapitel 14, 37 und 38.

Jesus hat den Jüngern gesagt, sie sollen mit ihm wachen. Nachdem er hingegangen ist, um zu beten, sehen wir in Markus 14, 37: „Und er kommt und findet sie schlafend. Und er spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.“

Wir sehen also das Wort Wachen hier im Zusammenhang mit Beten und vor allem im Zusammenhang davon mit Versuchung, mit der Gefahr der Versuchung. Wir sollen, laut Paulus also hier im Kolosserbrief, wachsam im Gebet sein. Unser Gebet soll aufmerksames Gebet sein. Sowohl, und wir können das verstehen, sowohl körperlich aufmerksam, dass wir im Gebet, ja, nicht schlafen, nicht einschlafen, während wir beten, dass wir wachsam sind, was unsere Gedanken angeht.

Ihr kennt das sicherlich, man betet und die Gedanken schweifen ab. Man ist nicht wachsam, man ist abgelenkt, man denkt über alles Mögliche nach. Aber auch wachsam im Sinne von Bewusstsein der Gefahren, denen man ausgesetzt ist. Im Bewusstsein meiner Versuchungen, meiner Schwächen. Ich soll wachsam im Gebet sein. Das bedeutet, wach im Gebet selbst. Aber auch für die Dinge, die ich bete, soll ich mit Wachsamkeit beten. Mit dem Bewusstsein der Gefahren für mich selbst, für meine Geschwister, für die Gemeinde.

Es geht hier darum, es geht hier um Gebet mit Eifer. Es geht um Gebet mit Wachsamkeit, mit Intensität. Es schließt aus, einfach eine kalte Liste abzubeten. Es schließt aus, einfach mit Gleichgültigkeit und kaltem Herzen zu beten, Dinge runterzurattern. Du sollst wachsam im Gebet sein.

Eine Illustration, die oft dafür verwendet wird, ist in Genesis 32. Dort sehen wir, dass Jakob mit Gott ringt, mit ihm kämpft. Und dann am Ende dieses Kampfes spricht Gott: „Lass mich los, denn die Morgenröte ist aufgegangen.“ Jakob aber sagte: „Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du hast mich vorher gesegnet.“ Ihr müsst euch vorstellen, sie sind im Kampf, sie ringen miteinander und halten sich fest. Gott möchte nun gehen und sagt: „Lass mich los.“ Jakob hält fest: „Ich lasse dich nicht los, bis du mich gesegnet hast.“ Das ist zumindest eine Illustration für die Intensität eines Gebetes, nicht loszulassen, mit Gott zu ringen im Gebet.

Nicht nur dort sehen wir es, wir sehen es beim Gebet Jesu. Wir sehen, wie er gebetet hat mit Wachsamkeit. Wie er früh morgens hingegangen ist, um zu beten. Wie die Jünger, nachdem sie Jesus haben beten sehen, gesagt haben: „Lehre uns beten.“ Wir sehen die Intensität des Gebetes im Garten Gethsemane, wie er mit seinem Vater geredet hat, welche Intensität, welcher Eifer, welche Wachsamkeit da war.

Und liebe Geschwister, wie sieht dein Gebet aus? Ist es wachsames Gebet? Ist das Gebet mit einer gewissen Intensität, mit einem Eifer? Ist es aufmerksames Gebet? Oder ist es ein kaltes Gebet? Kalt nicht nur, weil du vielleicht einfach Worte runterratterst, sondern kalt auch, weil du nicht im Bewusstsein, nicht mit Wachsamkeit betest, im Bewusstsein deiner eigenen Versuchungen, Schwächen und Gefahren.

Etwas, was ich als kleines Kind erlebt habe und was mich immer sehr geprägt hat, das war das Gebetsleben von meinem Vater. Als wir klein waren, Papa ging immer in sein Zimmer und hat gebetet. Und ab und zu, als wir klein waren, sind wir in das Zimmer geschlichen und haben uns neben unserem Vater hingesetzt oder hingekniet und haben ihm beim Gebet zugehört. Und liebe Geschwister, als kleines Kind konnte ich erleben, wie wachsames Gebet ausschaut, wie mein Vater gerungen hat im Gebet mit Gott. Wie er mit Eifer gebetet hat für sich selbst, für die Familie, für die Gemeinde. Und das sind Dinge und das sind Bilder, die mich als kleines Kind so geprägt haben, die mir bis heute noch so ein Vorbild sind, und wo ich immer noch heute danach strebe, dass ich doch auch so beten möge.

Liebe Schwester, Gebet ist nicht das kalte Runterrattern einer Liste. Gebet ist innige Gemeinschaft mit Gott. Gebet ist der Ort, wo wir Gott all unsere Sorgen, die Versuchungen, mit denen wir zu kämpfen haben, die Schwächen, die wir in unserem Leben erkannt haben, darbringen können. Gebet ist der Ort, wo wir ringen können mit Gott um die Seelen der Verlorenen, um Anliegen, die wir vielleicht lange Zeit haben, seit Wochen, Monaten oder vielleicht sogar seit Jahren haben.

Das ist Gebet. Und es ist ein wunderbares Privileg, dass wir so mit unserem Gott reden dürfen, so mit ihm ringen dürfen.

Und so sehen wir, dass Paulus sagt: „Haltet fest am Gebet und wacht darin.“ Und als Letztes sagt er: „Mit Danksagung.“ Mit Danksagung. Ja, wenn wir an Gebet denken, denken wir vielleicht oft viel an Fürbitte. Und ich glaube, das ist auch der Aspekt, den Paulus hier betont, aber er fügt hinzu: Zu aller Fürbitte, zu allen Sorgen, die du auf Gott wirfst, zu allen Dingen, die du betest, dass Gott sie doch schenken möge oder Anliegen, die er erfüllen möge, es soll mit Danksagung geschehen. Die Fürbitte soll gepaart sein mit Danksagung.

Und Danksagung, wir haben es im ganzen Kolosserbrief gesehen, zieht sich durch diesen ganzen Brief. In Kapitel 3, in den Versen vorher, 15 bis 17, haben wir gesehen, dass in diesen wenigen Versen drei-, viermal von Danksagung die Rede ist. „Sei dankbar“, heißt es.

In Dankbarkeit sollen wir singen. Alles, was wir tun, sollen wir im Namen des Herrn Jesus tun, und zwar mit Dank durch ihn. Dank im Bewusstsein für alles, was Gott uns geschenkt hat. All die Dinge, wovon Paulus im Kolosserbrief gesprochen hat, wir können dafür Gott Dank sagen. Für diesen erhabenen Christus, für diesen genugsamen Christus, den er für uns hingegeben hat. Für die Versöhnung mit Gott, die wir haben, die wir Feinde waren. Dafür, dass wir dem Werk und der Person Jesu Christi nichts hinzufügen müssen, sondern er genugsam ist. Wir können Gott dafür danken, dass wir eins mit Christus sind, mit ihm gestorben, mit ihm wiederauferstanden sind. Dass unser Leben nun Christus gehört, ja, selbst unser Leben ist.

Und wir verborgen mit Christus sind in Gott. Für so vieles können wir danken, liebe Geschwister. Und gerade hier ist das so wichtig, weil wenn wir über Fürbitte nachdenken, wenn wir über Dinge reden, Anliegen, die Gott uns doch erfüllen soll, wenn Dankbarkeit nicht dabei ist, kann es oft zu Bitterkeit führen. Danksagung bewahrt uns vor Bitterkeit über noch unerhörte Gebete. Vielleicht hast du ein Anliegen, für das du betest, für das du mit Gott wirklich auch ringst im Gebet. Sei es die Seelen verlorener Menschen in deinem Leben. Sei es für irgendetwas anderes, für das du betest, Wochen, Monate, vielleicht Jahre. Wenn du keine Danksagung hast, dann wirst du bitten: „Wieso, Gott, hast du mir das noch nicht geschenkt? Wieso habe ich das noch nicht empfangen?“

„Ich bete doch schon so lange dafür.“ Paulus sagt, alles geschehe hier, dein Gebet geschehe mit Danksagung. Weil Dankbarkeit dir eine demütige Haltung schenkt. Dankbarkeit lässt dich immer wieder daran erinnern, dass du so viel mehr bekommen hast, als du eigentlich verdient hast. Wenn du dankbar bist für das Heil in Christus, wenn du dankbar bist für das Essen, das du hast, für die Wohnung, die du hast, für die Arbeit, die du hast, für die Gesundheit, die du hast. Wenn du all deine Bitten auch mit Dankbarkeit sagst, mit Danksagung passt, dann wird dir bewusst: „Gott hat mir doch so viel bereits geschenkt. Wie kann ich bitter werden über etwas, was er mir noch nicht geschenkt hat? Ich, der ich doch nichts anderes verdient habe, als den heiligen Zorn Gottes.“ Ich, der ich doch nichts anderes verdient hätte, als in der Hölle zu schmoren. Gott hat mir so viel geschenkt. Ich habe so viel, wofür ich Dank sagen kann. Wie kann ich wütend, frustriert oder bitter darüber werden, was er mir noch nicht geschenkt hat, wenn er mir doch schon so viel geschenkt hat? Und alles, was er mir geschenkt hat, ist reine Gnade und ist unverdient.

Wir haben dieses Wort „Danksagung“ ist uns schon in Kapitel 2, Vers 7 begegnet, wo Paulus sagt: „Wandelt in Christus, so wie ihr ihn empfangen habt.“ Und am Ende sagt er: „Indem ihr überreich seid in Danksagung.“ Wir sollen überreich sein in Danksagung. Ich habe das schon mehrfach in der Reihe des Kolosserbriefes gesagt: Wir können nicht genug danksagen. Wenn du also im Gebet Dank sagst und du denkst, jetzt habe ich genug Dank gesagt, dann sag noch etwas mehr Dank, weil du sollst überreich sein in Danksagung. Es soll überfließen über die Maßen, über dem hinaus, was man als genug ansehen würde. Verharre im Gebet, sei wachsam im Gebet und bete mit Danksagung.

So sollen wir beten. Das war die Antwort auf die Frage, wie wir beten sollen. Und wir wollen jetzt auf den zweiten Aspekt für heute und den letzten Aspekt für heute schauen: Wofür wir beten sollen. Wir haben bisher gesehen, wie wir beten sollen. Nun wollen wir dazu kommen, wofür wir beten sollen. Verse 3 und 4: „Und betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür des Wortes öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden, dessen wegen ich auch gebunden bin, damit ich es kundmache, wie ich es reden soll.“ Paulus sagt: „Und betet zugleich für uns.“ Neben dieser allgemeinen Haltung im Gebet, neben dem, wie ihr allgemein beten sollt, dass ihr darin verharren sollt, dass ihr darin wachen sollt, dass ihr das mit Danksagung tun sollt, sollen die Kolosser auch neben ihren Gebeten allgemein für sich selbst und so weiter, sollen sie auch für Paulus und seine Gefährten beten.

Wir sehen hier: „Betet für uns, zugleich für uns.“ Also neben dem, wofür ihr normalerweise betet, betet zugleich für uns. Und hier sehen wir, dass der Fokus sich von dieser allgemeinen Anweisung zum Gebet nun wendet zum Evangelium, zum Dienst am Evangelium, zur Verbreitung des Evangeliums. Wenn er sagt: „Betet zugleich für uns“, wir sehen Timotheus ist als Mitautor aufgelistet am Anfang des Briefes. Aber Paulus auch ab Vers 7 redet von Brüdern wie Tychikus, Onesimus und Epaphras. Also dieses „uns“ kann sich auf all diese Menschen beziehen. Er sagt hier: „Betet zugleich für uns.“

Wofür? Dafür, dass er von seiner Gefangenschaft befreit wird, dass er gesund wird, dass er irgendwas, ja, dass er gesund wird oder so? Er sagt: „Dass Gott uns eine Tür des Wortes öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden, dessen wegen ich auch gebunden bin, damit ich es kundmache, wie ich reden soll.“ Er bittet hier die Kolosser nicht für seine Gesundheit oder seine Befreiung aus der Gefangenschaft zu beten, sondern er betet dafür, er sagt ihnen: „Betet dafür, dass Gott uns eine Tür des Wortes öffnet.“ Diese Formulierung „Tür des Wortes öffnen“ oder insgesamt „Türen öffnen“ bedeutet im neutestamentlichen Kontext, es geht um Gelegenheiten. Und zwar konkret, es geht um Gelegenheiten zur Verkündigung des Wortes Gottes. Wir sehen das in Apostelgeschichte, Kapitel 14, Vers 27. Davon gesprochen wird, dass den Nationen eine Tür des Glaubens geöffnet wurde. Also den Nationen wurde auch die Gelegenheit geöffnet und der Zugang gegeben zu glauben.

In 1. Korinther Kapitel 16 spricht Paulus davon, dass er in Ephesus bleiben wird, weil ihm eine große und wirksame Tür geöffnet worden ist. Ja, auch die Idee von einer großen Gelegenheit. Und dann in 2. Korinther Kapitel 2, Verse 12 bis 13 sehen wir auch diese Formulierung: „Als ich aber zur Verkündigung des Evangeliums Christi nach Troas kam und mir eine Tür geöffnet wurde im Herrn, hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht fand, sondern ich nahm Abschied von ihnen und zog fort nach Mazedonien.“ Paulus wurde eine Tür geöffnet, also eine Gelegenheit eröffnet, und deswegen nimmt er diese Gelegenheit wahr. Er sagt den Kolossern: "Betet für uns, dass Gott uns eine Tür öffnet", also eine Gelegenheit, einen Zugang öffnet und ermöglicht. Das zeigt uns: Wer ist es, der Türen zumacht und aufschließt? Es ist Gott.

Gott ist es, der Gelegenheiten schenkt. Gott ist es, der Türen öffnet und schließt. Wir sehen zum Beispiel in Apostelgeschichte 16, wie Gott Türen schließt. Dort heißt es in den Versen 6 bis 7: "Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische Landschaft, nachdem sie von dem Heiligen Geist gehindert worden waren, das Wort in Asien zu reden. Als sie aber in die Nähe von Mysien kamen, versuchten sie nach Bithynien zu reisen, und der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht." Wir sehen hier ein Beispiel dafür, wie Gott Türen schließt, wie er sehr aktiv in den Reisen des Apostel Paulus gehandelt hat.

Hier geht es darum: "Betet für uns, dass Gott Türen öffnet, Gelegenheiten schenkt." Er ist es, der Türen öffnet, und deswegen sollen wir auch zu ihm beten. Die Türen sind eine Tür des Wortes, also eine Tür, eine Gelegenheit, das Wort Gottes zu verkündigen, und zwar konkret das Geheimnis des Christus zu reden. Sie wollen das Geheimnis des Christus reden.

Das Geheimnis des Christus ist uns im Kolosserbrief nichts Neues. Paulus hat bereits mehrfach vom Geheimnis des Christus geredet. Nur kurz nochmal zur Wiederholung: Ein Geheimnis in biblischer Sicht ist kein mystisches, verborgenes Wissen, das durch bestimmte Bemühungen oder besondere Geistlichkeit enthüllt wird, sondern ein biblisches Geheimnis ist das, was Paulus hier in Kapitel 1 beschreibt, nämlich etwas, das Gott für eine Zeit lang verborgen hat, aber dann zu einer bestimmten Zeit offenbart hat.

Informationen, die Gott für eine bestimmte Zeit lang nicht offenbart hat, dann aber zu einem bestimmten Zeitpunkt offenbart hat. Denn genau diese Definition sehen wir in Kapitel 1, ab Vers 25. Kolosser 1, ab Vers 25. Dort lesen wir: "Ihr Diener bin ich geworden nach der Verwaltung Gottes, die mir im Blick auf euch gegeben worden ist, um das Wort Gottes zu vollenden. Das Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart ist. Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit."

Wir sehen also die Definition eines Geheimnisses: Es war verborgen von den Geschlechtern her. Jetzt ist es aber den Heiligen offenbart worden. Und was ist das Geheimnis? Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Wir haben uns damals schon damit beschäftigt. Wir sehen, Christus selbst ist das Geheimnis. Das Geheimnis des Christus ist Christus. Denn wir sehen in Kapitel 2, Vers 2, dass Apostel Paulus sagt: "Zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus."

Christus selbst ist das Geheimnis Gottes. Christus selbst ist das Geheimnis, von dem hier geredet wird. Paulus möchte diesen Christus verkündigen. Wir sehen in der ganzen Schrift die verschiedenen Aspekte. Hier in Kapitel 1 haben wir gesehen: Christus in euch. Dieser erhabene Christus, den der Apostel Paulus ab Vers 15 beschrieben hat, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung ist, der die ganze Schöpfung erhält, der das Haupt der Gemeinde ist, der die Feinde Gottes versöhnt hat mit Gott durch sein Opfer. Dieser Christus in Menschen. Die Einheit des Gläubigen mit diesem Christus.

In 1. Timotheus 3,16 sehen wir die Menschwerdung Christi unter anderem, wie sie das Geheimnis, das Geheimnis der Gottseligkeit ist. Christus selbst. Seine Menschwerdung, sein Tod, seine Auferstehung, seine Verherrlichung. Wenn er also sagt, "wir möchten das Geheimnis des Christus reden", dann sagt er: "Ich möchte diesen Christus verkündigen. Ich möchte die Botschaft und das Wort über diesen Christus verkündigen." Seht ihr, liebe Geschwister, was das Herzensanliegen des Apostel Paulus ist? Wie gesagt, er betet nicht für "befreit mich aus den Fesseln" oder um seine Gesundheit oder sonst etwas. Er sagt: "Betet dafür, dass ich das Evangelium verkündigen kann. Betet dafür, dass ich Gelegenheiten bekomme, das Wort Christi, das Wort des Christus zu verkündigen." Und er sagt, "dessen Wegen ich auch gebunden bin." Er ist wegen dem Geheimnis des Christus gerade in Gefangenschaft.

Ja, wir wissen, die Gefangenschaft in Rom. Am Ende von Apostelgeschichte sehen wir das in Kapitel 28, wie Paulus sich in Rom in Gefangenschaft befindet. In dieser Zeit wurde unter anderem der Kolosserbrief geschrieben. Wir sehen auch in Epheser, sorry, in Kapitel 4, Vers 18, dass Paulus sagt: "Der Gruß mit meiner, des Paulus Hand, gedenkt meiner Fesseln." Auch in Epheser 3, 1 und Kapitel 4, Vers 1 sagt er: "Ich bin der Gefangene Christi für euch." Er sagt in Epheser Kapitel 4, Vers 1: "Ich ermahne euch nun, der Gefangene im Herrn."

Paulus ist genau wegen diesem Geheimnis des Christus in Gefangenschaft, aber er bittet die Kolosser, für ihn zu beten, noch mehr Gelegenheiten zu bekommen, dieses Geheimnis zu verkündigen. Versteht ihr, worum es Paulus hier geht? "Ich bin bereits gebunden wegen diesem Geheimnis. Aber bete zu Gott, dass ich noch mehr Gelegenheiten bekomme, genau dieses Geheimnis zu verkündigen."

Paulus ist es nicht wichtig, oder Paulus geht es nicht darum, aus seinen Fesseln befreit zu werden. Es ist ihm das Wichtigste, dass dieser Christus verkündet wird, dass das Evangelium verkündet wird, für das er bereits in Gefangenschaft ist. Es möge weiter verkündet werden.

In Epheser Kapitel 6, Verse 18 bis 20 sagt er folgendes: "Mit allem Gebet und Flehen, betet zu jeder Zeit im Geist und wacht hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich, damit mir Rede verliehen wird, wenn ich den Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, vor das ich ein Gesandter in Ketten bin, damit ich in ihm freimütig rede, wie ich reden soll." Auch hier im Epheserbrief, auch zur ähnlichen Zeit geschrieben, sagt Paulus: "Betet für mich. Ich bin in Ketten, aber betet dafür, dass mir Rede verliehen wird, um den Menschen das Evangelium zu verkündigen, das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, damit ich freimütig rede."

Und dann in Vers 4 sehen wir: "Damit ich es kundmache, wie ich reden soll." Das ist, im Deutschen, glaube ich, klingt das ein bisschen komisch, wie das hier formuliert ist: "Damit ich es kundmache, wie ich reden soll." Das Wort "Kundmachen" kann auch mit "Offenbaren" übersetzt werden. Es passt zu der. Das ist fast schon ein Wortspiel, was Paulus hier macht, weil er redet vom Geheimnis des Christus und er will dieses Geheimnis offenbaren, kundmachen.

Er möchte also, er betet um Gelegenheiten, das Geheimnis, das Evangelium selbst zu verkündigen. Und dann sagt er: "Damit ich es kundmache, wie ich reden soll." Das klingt etwas komisch, aber die Idee ist, dass er das Geheimnis so offenbart, wie er es auch tun soll. Es geht hier, "wie ich es reden muss", könnte man auch übersetzen. Dieses "soll" kann auch mit "muss" übersetzt werden. Die Idee ist, dass er es genauso redet, wie er es auch von Gehorsam her tun muss. Er muss es reden. Er soll das Evangelium reden. "Betet dafür, dass ich es genauso kundmache, wie ich es auch muss, wie ich gebunden bin, es auch zu tun." Die Idee ist, Paulus muss dieses Evangelium verkündigen, dieses Geheimnis verkündigen.

Er kann nicht anders, als dieses Evangelium zu verkündigen. In 1. Korinther 9, Vers 16 heißt es: "Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn ein Zwang liegt auf mir. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte. Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündige. Ich soll es reden, ich muss es reden. Ich muss dem Befehl gehorchen, das Evangelium zu reden. So betet für mich, dass ich es kundmache, so wie ich es auch tun muss."

Und wisst ihr, was das Schöne ist? Wir wissen, also wir wissen nicht konkret, ob die Kolosser für ihn gebetet haben, aber wir wissen, dass sich dieses Anliegen erfüllt hat. Denn in derselben Periode hat der Apostel Paulus den Philipperbrief geschrieben. Und im Philipperbrief heißt es in Kapitel 1, ab Vers 12: „Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen sind, sodass meine Fesseln in Christus im ganzen Prätorium und bei allen anderen offenbar geworden sind. Und dass die meisten der Brüder im Herrn Vertrauen gewonnen haben durch meine Fesseln und vielmehr wagen, das Wort Gottes ohne Furcht zu reden.“

Das Evangelium verbreitet sich in der Gefangenschaft von Paulus. Andere werden mutig, das Evangelium zu verkündigen. Türen öffnen sich sozusagen. Menschen haben sich bekehrt aus dem Kaiserhaus, während Paulus in Gefangenschaft dort ist. Das Gebet hat sich erfüllt. Gott wurde darin verherrlicht, dass er dieses Gebet des Apostel Paulus und auch der Kolosser, der Epheser, gehört hat. Das kann Gebet auswirken. Gott hat Türen geöffnet. Gott hat Menschen in Rom aus dem Reich der Finsternis, aus dem Haus des Kaisers, aus dem Reich der Finsternis, in das Reich Jesu Christi versetzt. Christus wurde verkündigt.

Das kann Gebet auswirken und, liebe Geschwister, das kann der Anteil eines jeden Gläubigen am Dienst des Evangeliums sein. Einerseits, jeder von uns soll das Evangelium den Menschen um uns herum verkündigen und darum wird es dann auch in Versen 5 und 6 gehen. Aber nicht jeder von uns ist berufen, Evangelist zu sein, zum Beispiel im Sinne von Epheser Kapitel 4, Vers 11, wo wir den Hirtenlehrer und den Evangelisten haben. Diese Menschen, die Gott besonders dazu eingesetzt hat, Evangelist zu sein, zum Beispiel Missionare, die in ein anderes Land gehen, um dort das Evangelium, das Geheimnis des Christus, zu verkündigen. Nicht jeder von uns ist dazu berufen.

Aber was jeder von uns tun kann, ist es, für die Verbreitung des Evangeliums zu beten. Was jeder von uns tun kann, ist, für alle Diener des Wortes Gottes zu beten. Liebe Geschwister, lasst uns beten für das Evangelium. Lasst uns dazu beten, dass Gott Türen öffnet. Wir sollen beten für Diener des Wortes. Das können Älteste sein, das können Evangelisten sein, das können Missionare sein, das können Diener der Gemeinde sein, die am Wort dienen. Lasst uns beten für sie. Nicht jeder steht hier vorne und verkündet etwas. Nicht jeder geht in ein anderes Land als Missionar und verkündet das Evangelium. Aber was jeder von uns tun kann, ist beten. Beten, dass Gott Türen öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden.

Liebe Schwester, lasst uns beten für diese Gemeinde, dass uns Türen geöffnet werden, das Evangelium zu verkündigen, das Geheimnis des Christus zu reden. Lasst uns beten, dass wir in dieser Stadt, in München, leuchten mögen wie eine Stadt auf dem Berg. Dass wir Salz sein mögen, dass wir unser Licht nicht unter dem Scheffel verstecken. Lasst uns beten für unsere Geschwister im Herrn, für Geschwister in Verfolgung, für Geschwister in Ketten. Lasst uns beten, dass Gott Türen öffnet, das Geheimnis des Christus zu reden.

Lasst uns beten, wie Jesus gesagt hat, so soll euer Licht leuchten in Matthäus 5, so soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen. Lasst uns beten für Wandel in Weisheit und Reden in Gnade, wie es in Vers 5 und 6 heißt. Lasst uns beten, wie wir heute in der Lesung hatten, dass Christus in unseren Herzen heilig gehalten werden möge, sodass wir bereit sind, jederzeit denen zu antworten, die Rechenschaft fordern von der Hoffnung, die wir in uns tragen.

Liebe Schwester, lasst uns zum Schluss kommen. Was haben wir heute gesehen? Der Titel der Predigt war „Gebet und Wandel“. Gebet und Wandel im Dienst des Evangeliums. Und heute haben wir uns mit dem Gebet beschäftigt. Es ging erstmal um etwas allgemeineres Gebet, wie wir beten sollen. Die Haltung unseres Gebetes, die Intensität, die Art und Weise, wie wir beten sollen. Wir sollen im Gebet verharren. Es soll einen Raum und Platz in unserem Leben einnehmen, der für Gebet hingegeben ist. Wir sollen darin wachen.

Nimm Gebet nicht leicht. Jesus selbst sagt, plappere nicht einfach nur vor dir her. Sei wachsam im Gebet. Sei eifrig im Gebet. Ringe mit Gott im Gebet. Bete mit der Schrift. Bete mit Danksagung.

Und bete für den Dienst am Evangelium. Bete, dass das Geheimnis des Christus sich verbreiten möge. Bete für dich selbst, für deine Familie, für diese Gemeinde. Bete aber auch für Diener am Wort des Gottes auf dieser ganzen Welt. Bete dafür, dass sich Türen öffnen, das Geheimnis des Christus zu reden. Ihr habt gesehen in Kolosse, in Kolossa, beziehungsweise in Rom, dann in Biophöpus. Dieses Gebet wurde erhört. Gott wird darin verherrlicht, solches Gebet zu erhören.

Lasst uns also beten für den Dienst am Evangelium. Wir werden, wie gesagt, in Versen 5 und 6 sehen, wie wir selbst in unserem Wandel und unserem Wort dem Evangelium dienen können, es verbreiten können, wie wir denen gegenüber, die draußen sind, wandeln sollen. Aber lasst uns auch beten dafür. Gott ist es, der Türen öffnet und schließt. Gott ist es, der Menschen rettet. Lasst uns zu ihm beten.

Und zur Anwendung zuallerletzt. Lasst uns Buße tun von Stolz, von mangelnder Demut und von Gleichgültigkeit, die oft die Wurzeln dafür sind, wieso es uns so schwerfällt zu beten. Lass uns Buße tun. Lass uns in Demut Gott suchen. Gott, ich kann es nicht alleine. Bei allem, was in eurem Leben zu tun ist, bei allem, was in deinem Leben los ist, was in meinem Leben los ist. Die Sorgen und die Ängste, die Kämpfe und die Anfechtungen. Wie kann ich nur denken, dass ich es alleine schaffe? Wie hochmütig muss ich sein, dass ich denke, ich schaffe es ohne Gottes Kraft?

Lass uns Buße tun. Tue Buße von diesem Stolz, von diesem Hochmut, von dieser Gleichgültigkeit. Zweitens, sinne über die Bedeutung und den Segen von Gebet nach. Denke darüber nach, wie gut Gott ist, seine Liebe zu dir. Denke darüber nach, wie Gebet ein elementarer Bestandteil deiner Beziehung zu ihm ist. Wenn du mit jemandem eine Beziehung hast, wenn du jemanden liebst, dann willst du mit ihm doch reden. Denk an deine Familie, Ehefrau oder Ehemann oder auch Geschwister. Wenn du jemanden liebst, wenn du eine echte, lebendige Beziehung mit ihm hast, dann redest du doch mit ihm.

Redest du mit Gott? Liebst du Gott so sehr, dass ihm Zeit gehört, wo du mit ihm redest, wo du ihn anbetest, ihm dankst und Fürbitte leistest? Sinne darüber nach, was es bedeutet zu beten. Fülle dein Herz damit. Drittens, übe dich darin, dir regelmäßig Zeit für hingegebenes Gebet zu nehmen. Übe dich darin, dir regelmäßig Zeit für hingegebenes Gebet zu nehmen. Fange klein an. Oft fällt es uns schwer, weil wir denken, wir müssen uns jetzt hinstellen und eine Stunde durchgehend beten. Fange klein an.

Aber nimm dir die Zeit. Diese Zeit gehört Gebet. Übe dich darin, es regelmäßig zu tun. Bete für den Dienst am Evangelium. Bete für dich selbst, für deine Geschwister, für die Gemeinde und für Diener am Wort Gottes. Bete für uns in der Gemeinde, die Ältesten und die Lehrer, die hier predigen und das auch das Evangelium verkündigen. Bete dafür. Bete für uns.

Und als letztes, wenn du heute hier sitzt und das Geheimnis des Christus gehört hast, dass er Mensch geworden ist, dass er anstelle von Sündern am Kreuz gestorben ist und auferstanden ist, dann bitte ich dich, glaube an diesen Jesus Christus. Du wirst mit deinen Sünden und deinen eigenen Versuchen, dich vor Gott zu rechtfertigen, vor ihm nicht bestehen. Jesus Christus, der Sohn Gottes, kam auf diese Erde, um an der Stelle von Sündern zu sterben und wieder aufzustehen, um das Gericht Gottes auf sich zu nehmen. Jeder, der an ihn glaubt, ihm wird vergeben werden. Jeder, der sein Vertrauen auf Jesus Christus setzt, hat Versöhnung mit Gott und hat diesen Zugang zu Gott, dieses Privileg, dem Gott dieses Universums nahen zu dürfen, zu ihm beten zu dürfen und die Ewigkeit mit ihm verbringen zu dürfen. So glaube an Gott. Glaube an Jesus Christus.

Glaube diesem Geheimnis, das du heute gehört hast. Möge dem Herrn alle Erde zuteil werden. Amen. Lass uns beten.

Unser Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen für dein Wort. Und ich möchte dir danke sagen für das Privileg, das wir haben im Gebet. Ich bitte dich darum, dass du uns doch hilfst, die rechte Haltung im Gebet zu haben, darin zu verharren.

Schenke uns, Vater, die richtige Sicht auf Gebet. Fülle uns mit dem, was Gebet bedeutet, welch ein Segen es ist, welch ein Privileg es ist. So oft merken wir es, Vater, dass wenn wir nicht regelmäßig beten, wie leer sich die Dinge anfühlen, wie uns die Freude geraubt wird, weil wir nicht beten. Und trotzdem tun wir es allzu oft nicht genug. Ich bitte dich darum, Vater, dass du uns die Buße schenkst von Übermut, von Stolz, von dem Gedanken und der Haltung, dass wir einfach alles aus eigener Kraft tun, sondern lass uns in Abhängigkeit von dir, im Bewusstsein der Abhängigkeit von dir, uns dem Gebet hingeben und darin verharren. Hilf uns, dass wir auch beten für den Dienst am Evangelium. Sei es für uns, für unsere Geschwister, für die Gemeinde oder auch für die Geschwister und die Menschen weltweit, die dem Evangelium dienen. Hilf uns, dass wir daran denken, dafür zu beten.

Du bist es, der souveräne Gott, der Türen öffnet und schließt. Und so bitten wir dich, Vater, öffne auf dieser ganzen Welt für uns. Aber auch auf dieser ganzen Welt Türen, um das Geheimnis des Christus zu verkündigen. Ich bitte dich um all dies im Namen Jesu Christi. Amen.